Beiträge von coulibaly

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    tobn


    Zwei Fragen aus dem Elternscheck finde ich etwas fragwürdig:


    Frage 5): Natürlich sollte man sich nicht über den Fehler eines Kindes aus der anderen Mannschaft um des Fehlers Willen freuen, aber wenn z.B. ein (zu schlapper oder ungenauer) Querpass vor der Abwehr gespielt wird, ein Kind aus der Mannschaft meiners Sohnes (F-Jugend) dazwischenläuft und ein Tor schießt, dann freue ich mich im Normalfall schon darüber, und ich finde daran auch nichts Schlimmes. Zumal bei den Kids ein hoher Prozentsatz der Tore in unmittelbarer Folge auf einen Fehler der gegenerischen Mannschaft fällt. Würde man dieses Kriterium Ernst nehmen, dürfte man bei etlichen Toren keine Freude empfinden.


    Frage 3): Wenn mein Sohn einen Trainer der Sorte hätte, die ich leider viel zu oft sehe, nämlich die, die ständig rumbrüllen, kaum auswechseln oder anderweitig verhaltensauffällig sind ("haut mal richtig dazwischen und laßt die nicht spielen", habe ich erst am Wochenende wieder gehört), dann wäre ich schon oft anderer Meinung als der Trainer. Und in diesem Fall sicher zurecht. Deshalb ist ein solches Kriterium nur bei guten Trainern ein sinnvolles. Der Trainer meines Sohnes ist Gott sei Dank ein guter.

    Ich habe gerade mal mit meinem Bürokollegen gesprochen (sein Sohn spielt D-Jugend, meiner F): Wir sind uns einig, daß wir unsere Kinder keinem aggresiv-arroganten Besserwisser anvertrauen würden, der aus jedem Problem eine Grundsatzdiskussion macht und auch sonst eher ein unangenehmer Zeitgenosse zu sein scheint.

    Offenbar ist das überall anders. Hier (bei meinem Sohn in der F-Jugend) wird mit Futsalball gespielt, allerdings nicht nach original Futsalregeln (es gibt zwar keine Bande, aber auch keine Zeitdruckregeln, Ball wird eingerollt, Torwart darf angespielt werden, er darf den Ball aber bei Abstoß nicht über die Mittelinie spielen, Grätschen wird nicht zwangsläufig geandet...) Klingt nach einem ziemlichen Durcheinander, ist es aber nicht. Im Gegensatz zu Spielen mit normalen Ball kommt hier wenigsten ein Spiel zustande und es fallen keine (kaum) Glückstore. (Die Jungs waren vor einem Jahr mal in einem anderen Kreis, wo mit Bande und normalem Ball gespielt wurde, das war nur Rumgebolze, Schüsse von der Mittelinie ect., eine einzige Flipperei). Hier hat sich, soweit ich das beurteilen kann, die Meinung durchgesetzt, daß der Futsalball sich auch schon in der F-Jugend bedeutend besser für Spiele in der Halle eignet. Man muß ja nicht (ausschließlich) mit ihm trainieren. Der Trainer meines Sohnes nimmt ihn eigentlich nur fürs Abschlußspiel und ganz selten mal für eine Übung, sonst normaler Ball.

    soccerbook


    Der Trainer ist Anfang/Mitte 20, studiert Sport, ist ein angenehmer Typ, bringt den Kindern viel bei, kann gut mit ihnen umgehen usw... Daß er keinen Bock hätte, auf andere (doppelt so alte Trainer) pädagogisch einzuwirken, wie August das treffend nennt, ist für mich absolut nachvollziehbar. Für unseren Verein ist er trotzdem ein Glücksgriff.

    guenter


    Aber macht die Fair Play Liga wirklich aus solchen Trainern welche, die sich richtig verhalten? Obwohl ich normalerweise Optimist bin, kann ich mir das irgendwie nicht vorstellen. Und ob das Kind Glück oder Pech mit einem Trainer hat (was für micht das Wichtigste ist: Ist er ein freundlicher Mensch, dem ich mein Kind anvertauen will, einer der eine angenehme, druckfreie Atmosphäre beim Training und Spiel schafft), hat doch sicher nichts damit zu tun, nach welchen Regeln im Kreis gespielt wird?


    soccerbook


    Ich kann das alles verstehen, und bin auch absolut nicht gegen eine Fair Play Liga. Der Hauptgrund meines Beitrags war, darzulegen, weshalb auch Trainer eventuell Vorbehalte haben, die eigentlich in jeder Hinsicht dem entsprechen, wie man sich einen Kindertrainer vorstellt (okay: zumindest nach meiner laienhaften Meinung). Und nicht nur die, die alles neue per sse ablhenen, weil sie schon seit 40 Jahren wissen, wie man es richtig macht und daran nichts ändern wollen. Ich kann ihn verstehen: Eine Schiri ist nun mal per se neutral, und da (auch wegen möglicher Konsequenzen) ist die Hemmschwelle auch bei Idioten sicher deutlich höher, als wenn es gegen den Trainer der gegnerischen Mannschaft geht. Und solche Leute sehen eben auch achtjährige Kinder als Gegner, da wird auch eine Fair Play Liga nichts dran ändern.

    Hallo,


    ich will auch mal als Vater etwas dazu schreiben: Ich finde. man macht es sich zu einfach, wenn man jeden, der Vorbehalte gegen die Fair Play Liga hat, als Ignoranten o.ä. bezeichnet.


    Kurz zu meinem Hintergrund: Ich bin Vater eines 8-jährigen Jungen, der seit zweieinhalb Jahren im Verein Fußball spielt. Auf dieses Forum bin ich damals gestoßen, als ich gegoogelt habe, ob es eigentlich normal ist, daß sechsjährige Kinder mit einem Futsal in der Halle spielen (fand ich damals merkwürdig, ziemlich schnell wurde mir aber klar, daß es absolut sinnvoll ist). Das Forum hier hat mit sehr geholfen, den heutigen Ansatz im Kinderfußball zu verstehen, denn der unterscheidet sich (Gott sei Dank) doch sehr von dem, was ich früher als Kind (z.B. im Training) gemacht habe. Mein Sohn spielt in einem Kreis ohne Fair Play Liga und seit der F-Jugend auch mit Tabelle. Er hat einen Trainer, der dem, was viele hier als ideal bezeichnen würden, ziemlich nahe kommt. Der Spielbetrieb ist im Großen und Ganzen viel entspannter, als ich das vorher befürchtet hatte: Es gibt zwar den einen oder anderen brüllenden und unangenehmen Trainer, aber das ist eher die Aushamme. Und da die meisten Vereine (auch unserer) eine Fanzone haben, die weit genug weg vom Spielfeldrand ist, habe ich auch bzgl. Eltern wenig bis nichts Negatives zu berichten. Was ich festgestellt habe: Die Kinder interessieren sich nicht für Tabellen, sie wissen teilweise nicht mal, ob das Spiel jetzt ein "Punkt"spiel oder ein Freundschaftsspiel war. Es gibt aber eine Ausnahme: Bei Freundschaftsturnieren (wo es ja "offiziell um nichts geht") wollen sie dann plötzlich doch wiissen, ob sie z.B. das letzte Spiel gewinnen müssen, um zweiter zu werden o.ä.. Und die unangenehmsten Erfahrungen mit Trainern, die z.B. ihre Mannschaft extrem anheizen und zu unfairer Spielweise auffordern ("haut mal richtig dazwischen und lasst die nicht spielen") oder cholerischen Eltern hatte ich auch auf solchen Turnieren (vielleicht weil das den halben Tag dauert und nicht nur 40 Minuten?). Was ich damit sagen will: Auch wenn es mit völlig egal ist, ob es eine "Ligabetrieb" mit Tabellen gibt oder nicht, muß ich konstatieren, daß zumindest im Verein meines Sohnes der hier viel beschriebene Druck durch Tabellen nicht existiert und die Kinder aus meiner Sicht keinen Schaden dadurch haben. Die Probleme gab es in anderen Situationen (s.o.)


    Das war jetzt alles mehr oder weniger off topic. Zum Thema Fair Play Liga hatte ich mal mit dem Trainer meines Sohnes gesprochen, der, wie gesagt, ein sehr guter Trainer ist, und sich auch beim Spiel sehr angenehm verhält. Eher ein introvertierter Typ. Sein Argument gegen eine Fairplay Liga ist: Es funktioniert doch sehr gut (z.B. mit den richtigen Schiris, die bei uns eingesetzt werden), und er glaubt, daß mit einem Schiri Konfliktsituationen einfacher zu lösen sind, als wenn er das zusammen mit dem Choleriker X vom Verein Y entscheiden müßte. Ich kann das in gewisser Weise nachvollziehen, und das Argument, daß er sich da aus der Veantwortung stehlen würde und deshalb im Kinderfußball nichts zu suchen hat, geht mit irgendwie zu weit.