Beiträge von TW-Trainer

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    Hallo Otto,


    es tut mir leid, dass du meine Aussage mißverstanden hast und ich entschuldige mich dafür. Natürlich will ich weder Herrn Koch, noch sonst jemand, der demokratisch gewählt wurde, mit den Nazis in einen Topf werfen. Ich wollte lediglich auf die Absurdität des Vorschlags hinweisen und die auf die Bedeutung des Sports über die Grenzen von Politik und Konfessionen hinaus aufmerksam machen. Auch halte ich eine weitere Diskussion dieses Themas für wenig fruchtbar und bitte deshalb diesen Thread zu schließen und ggf. die Kommentare zu löschen, bevor noch mehr Mißverständnisse entstehen. Es gibt so viele schöne Themen über die "zweitschönste Sache der Welt", über die es sich mehr lohnt zu diskutieren!

    Man könnte Herrn Koch aufgrund seines Vorschlags zur Wiedereinführung des "Reichsarbeitsdienstes" entgegnen, er solle erst mal die Millionen Parteispenden, die jahrelang in "schwarzen Kassen" in Hessen geführt hat, an einen wohltätigen Zweck (z.B. Fussballvereine) spenden. Natürlich hat auch der SPD-Mann mit dem volkswirtschaftlichen Nutzen von steuerpflichtigen Einkommen recht. Aber wenn sich jeder einen Panzer kauft, ihn als Zierde in seinen Garten stellt, fördert dies ebenfalls den volkswirtschaftlichen Nutzen, weil ja zusätzliche Umsätze erzielt werden. Und weil das Ganze so absurd ist, nicht ehrlich gemeint und wahrscheinlich nicht mal zu einer Kneipenparole taugt, sollte man sich nicht allzusehr darüber freuen oder ärgern. Meiner Ansicht hat der Sport eine über alle politischen oder religiösen Grenzen verbindene Funktion und sollte deshalb auch nicht aus kurzfristigen Erwägungen Partei für die eine oder andere Seite ergreifen.

    Es ist geplant, die unterste Trainierlizenzstufe in Zukunft via "E-Learning" (per Internet) anzubieten. Dadurch kann man sich orts- und zeitunabhängig das notwendige Trainerwissen aneignen. Man erhofft sich eine höhere Quote von lizensierten Trainern, eine geringere Trainerfluktuation, höhere Zufriendenheit im Verein und letzendlich Steigerung des Leistungsniveaus. Allerdings müssen wir uns wegen der bevorstehenden sportlichen Großereignisse noch ein wenig gedulden. Preislich dürfte sich auch etwas bewegen lassen, denn es entstehen weniger Personalkosten.

    Hallo,


    ich würde empfehlen in der G und F-Jugend Veränderungen im bisherigen Regelwerk aufzunehmen. Ergenisse sind in diesem Alter lediglich für Trainer und Eltern, nicht aber für die Kinder von Bedeutung. Die Kids glauben meist ohnehin schon eine Stunde nach jedem Spiel, sie hätten gewonnen. Der Tabellenplatz sagt ihnen ohnehin nichts. Dann kann man ihn auch ruhig weglassen. Aber man müßte eigentlich noch viel mehr Regeln ändern! So sollte man bei der G-Jugend die Platzgröße (auf ca. 20 x 20 m) verkleinern und die Anzahl der Spieler auf maximal 5 : 5 reduzieren. Außerdem sollte mit "fliegendem Torwart" gespielt werden. Die Reduzierung der Platzgröße halte ich deshalb für erforderlich, damit jeder !!! Spieler möglichst viele Ballkontakte bekommt. Man beobachtet heute leider häufig, dass die Verteidiger auf ihren Positionen verharren und nur dann ins Spielgeschehen eingreifen, wenn der Ball in ihre unmittelbare Nähe kommt. So erlernen meist die Stürmer das Spiel viel besser und die "Jungs von der hinteren Bank" suchen sich in der D-Jugend (wenn man erkannt hat, dass es auch noch andere schöne Sportarten gibt) etwas anderes aus. Ähnliches gilt für den Keeper. Warum soll denn der im Kasten stehen bleiben und darauf warten, bis der Ball mal in seine Richtung geschossen wird? Ein guter Torwart sollte auch immer ein guter Feldspieler sein und sich darin üben, den Ball mit der Hand wie mit dem Fuß zu spielen.
    Als man das Fußballspiel vom Seniorenbereich in den Jugend- und später in den Kinderbereich eingeführt hat, hat man es lediglich auf "kleine Erwachsene" angepaßt. Leider finden sich auch noch viele Elemente im Training und dem Spielverständnis wieder. Aber das steht auf einem anderen Blatt.

    Hallo,


    Nervösität ist ein generelles Problem vor vermeintlich schwierigen Aufgaben. Nervösität oder Angst erhöht die Aufmerksamkeit. Dies ist auch wünschenswert, weil damit die nötige Konzentration aufgebaut wird. Ist aber zuviel Nervösität und Angst im Spiel, so kann das auch mal zu einem Problem werden, dann nämlich, wenn man nichts mehr "gebacken" bekommt. Wie kann man nun damit umgehen. Von der Vielzahl der Möglichkeiten sollen nachfolgend zwei Varianten erläutert werden. In der ersten Methode bin ich mir meiner Nervösität bewußt. D.h. ich versuche erst gar nicht, sie zu unterdrücken, weil ich weiß, dass die ohnehin immer nach den ersten Minuten, dem ersten Ballkontakt verfließt. Das Kribbeln im Bauch, bevor das Spiel losgeht, ist zwar unangenehm, wird aber rasch verschwinden. Dessen bin ich mir sicher. In der nächsten Methode versuche ich mich unmittelbar vor Spielbeginn in eine "innere Meisterstimmung" zu versetzen. Dazu denke ich an eine schwierige Situation nach, die ich mit Bravour gemeistert habe und komme zu dem Ergebnis: wenn ich das gemeistert habe, dann werde ich ja wohl dieses lächerliche Spiel auch noch hinbekommen. Außerdem "reißt mir niemand den Kopf ab", wenn ich doch mal ein "billiges Ding" durchlasse, weil alle wissen, das ich sonst wirklich gut bin. Wer noch mehr Varianten kennenlernen möchte, der sollte mal bei den Bundesligaprofis ganz genau hinschauen, was die so vor Spielbeginn (z.B. beim Betreten des Spielfelds) so machen. Wer meint, da wäre nichts dran, der sollte sich einmal überlegen, warum man bei Heimspielen häufiger siegt, als zu Auswärtsspielen? Obwohl man doch vorher gleich trainiert hat!

    Wie bekommt man bei der schönsten "Nebensache der Welt" eine Differenzierung zwischen Hobby, Sport und Leistungssport hin? Es scheint mir, als würde der Begriff "erfolgsorientiert" in Verbindung mit der Frage "ab wann" und "ab welcher Liga" mehr Verwirrung als Klarheit bringen. Da werden Fragen diskutiert, was falsch und was auf keinen Fall richtig sein kann. Die oberste Priorität darf demnach nur heißen: Fussball muss Spaß machen, wenn es um mehr als um ein 1:0 geht. Doch Spaß und Erfolg widersprechen sich nicht. Aber die Leistungsziele lassen sich nur gemeinsam erreichen. In den jüngeren Jahrgängen sind Anspruch und Realität häufig noch sehr weit von einander entfernt. Unerfahrene Eltern treffen häufig auf Trainer, die ebenfalls noch nicht viel an Erfahrungsschatz mitbringen. Die Kinder, die eigentlich im Mittelpunkt stehen müßten, geraten deshalb schon mal in den Hintergrund, wenn es um den Erfolgsweg geht. Deshalb ist es wohl das Beste, wenn man erst dann, wenn die Kinder selbst erkennen, zu welchen Leistungen sie überhaupt fähig sind und selbst bei der Definition von Zielen mitreden und entscheiden können, eine Unterscheidung zwischen Hobby, Sport und Leistungssport vorgenommen werden kann.


    Bei der Hobbymannschaft gibt es gar keine verbindlichen Regeln. Sie treffen sich, bolzen miteinander. Ergebnisse oder Spielklasse spielen überhaupt gar keine Rolle. Der Trainer hat hier lediglich die Rolle des Moderators und Motivators. Die Eltern spielen fast keine Rolle. Bei einem Sportteam gewinnt die Zugehörigkeit zur Mannschaft eine enscheidende Rolle. Nur als Team kann man gewinnen, aber der Einzelne verdient, unabhängig von seinem Leistungsvermögen, höchsten Respekt. Der Trainer ist Coach. Eine Lizenz wäre ratsam, aber nicht Voraussetzung. Er fördert den Teamgeist, indem er z.B. auch außerhalb des Spielbetriebs gemeinsame Aktivitäten initiiert. Die Eltern sind teilweise eingebunden, da sie u.a. für die Fahrgemeinschaften zuständig sind. Beim Leistungsteam werden Ziele zwischen Verein, Trainer und Team besprochen. Aufgrund der Trainerausbildung und -routine können sie das Leistungsvermögen ihres Teams relativ genau einschätzen. Dennoch ist ein Ziel nur dann erreichbar, wenn es für allen Beteiligten verständlich und aktzeptabel ist. Der/die Trainer verstehen sich als Fussballlehrer und kommunzieren sehr viel mit ihren Spielern. Dies geschieht in Gruppen, Mannschaftsteilen wie auch in Einzelgesprächen. Der Fussball rückt in den Alltagsmittelpunkt und auch die Eltern sind sehr stark eingebunden, denn ohne ihr Engagement würden die Talente nicht zur optimalen Leistungsentwicklung gelangen.


    Das hört sich noch alles sehr theoretisch an. Wie mein Nickname: TW-Trainer schon sagt, bin ich u.a. (schon länger) mit der Ausbildung von Torspielern beschäftigt. Obwohl mit das Grundlagen- wie auch das Aufbau- und Leistungstraining gleichermaßen Freude bereitet, gibt es doch große Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten. So erhält der Keeper während des Spiels keine Anweisungen, ja noch nicht einmal Kommentare von mir. Lediglich bei einem groben Fehler erlaube ich mir einen Einspruch. Allerdings hat bisher noch keiner meiner vielen Torleute einen groben Fehler gemacht. Deshalb darf und soll der Keeper auch risokobereit sein und wird dazu aufgefordert. Selbst, wenn der Preis dafür hin und wieder ein haltbarer Treffer ist. Denn nur dadurch, dass er etwas wagt und manchmal dabei gewinnt, kann er sich weiterentwickeln. Dafür sprechen wir während des Trainings sehr viel. Je nach Entwicklungsgrad des Keepers diskutieren wir auch über Unsicherheiten (zweitbeste Antworten für die Spielaufgaben) und feilen an den Details der Bewegungsabläufe, schärfen den Blick für die Spielsituationen (wann ist welches Stellungsspiel am besten). Ein zielloses, wiederkehrendes Üben erteile ich eine Absage. zwar wiederhole ich Übungen, es gibt jedoch niemals indentische Trainingseinheiten, weil es auch keine identischen Spielverläufe gibt. Die Keeper und ich vereinbaren, was wir als richtig oder falsch ansehen. Was nicht trainiert wird, darf deshalb auch nicht im Spiel erwartet werden. Aber seltsame Aktivitäten meiner Torleute, die erfolgreich sind, nehme ich immer gerne auf. Was auf den ersten Blick bekoppt aussieht, verrät meist erst auf den zweiten Blick sein Erfolgsgeheimnis. Jeder ist anders und bedarf deshalb einer individuellen Förderung.
    Nun mögen vielleicht einige denken - der hat sie nicht alle! Sowas gibts doch gar nicht und erfolgreich kann das auch nicht sein. Diesen Kritikern darf ich sagen, das über 50 % meiner Keeper den Weg in den Leistungsfussball gewählt haben. Das heißt aber lediglich, dass Möglichheit, Leistungen zu erbringen, kein Zufall ist. Die wesentlichen Schritte machen die Spieler selbst.

    Dass die unteren Jugendbereich zu Elternveranstaltungen "verkommen" sind, ist nicht nicht gerade neu. Konnten die Kids früher ungestört auf Bolzplätzen oder Nebenstrassen bolzen, stehen sie heute vor den hohen Zäunen und verschlossenen Türen der Sportparks. Sportschulen schießen wie Pilze aus dem Boden und versprechen (mit geliehenen Namen von verdienten Exprofis) den Eltern, dass ihre Kinder, wenn sie denn nur ordentlich Geld dafür bezahlen, auch mal Profis werden können. Ist es in der G-Jugend noch Pflicht, später Mitglied der Nationalmannschaft zu werden, begnügt man sich ab der F-Jugend mit einem Stammplatz in der 1. Bundesliga. Dazu ist es natürlich erforderlich, auch im Verein sein "Stimmrecht" wahrzunehmen und z.B. auf die Uhr zu schauen, ob Spieler XY nicht vielleicht eine Minute länger spielt als der eigene Sohn. Und weil häufig Trainer auch gleichzeitig Elternteil eines Spielers sind, kommt es hin und wieder sogar vor, dass man sich bereits in der E-Jugend vor dem Sportgericht trifft. Sätze, wie: "mein Mann ist Anwalt, da lasse ich mir den Platzverweis meines Kindes doch nicht einfach so gefallen ..." amüsieren den Betrachter, erschrecken aber zunehmend junge Trainer, ihre kostbare Freizeit für die sportliche Ausbildung der Kinder einzusetzen.


    Was kann man machen:


    1. Trainerpaten (Das sind Personen, die bereits über größere Erfahrungen im Trainerjob verfügen und junge Trainer auf ihre
    ersten Schritte begleiten und mit Rat und Tat zur Seite stehen)


    2. Die Kinder gewinnen! (Hier mal ein Beispiel)
    Beim ersten Training für die neue Saison habe ich die Kids gefragt, wer von seinem Eltern geschickt wurde. Die, die aufzeigten, habe ich gebeten, zur Seite zu treten. Als nächstes habe ich Übriggebliebenen gefragt, wer von seinem bisherigen Trainer geschickt wurde. Es zeigten wieder einige auf. Auch diese bat ich beiseite zu treten. Nun fragte ich, wer gekommen ist, weil er selbst gerne Fußball spielt. Jetzt hob der Rest seine Hände emphor. Einige mitgekommene Eltern und ein Trainer starrten erschrocken, als ich verkündete, dass alle die, die Spaß am Fussball haben, bleiben können und die, die ihren Eltern oder bisherigen Trainern nur einen Gefallen tun wollten, jetzt besser gehen sollten, um die anderen nicht beim Spaß zu stören. Rasch kehrte Totenstille eingekehrt. Das schlechte Gewissen schien einigen auf die Stirn geschrieben zu sein und so unterbrach ich das Schweigen, in dem ich erklärte, dass Kinder ohnehin den Spaß am Fussball verlieren werden, wenn man sie in ihrem Hobby zu beeinflussen sucht. Dann richtete ich erneut die Frage an die Kinder, wer denn gerne Fussballspielen möchte. Ein Teil der Kinder zeigte sofort auf, manche zögerten ängstlich und einige behielten ihre Hände unten.
    Danach war eigentlich alles geklärt. Die Eltern und früheren Trainer verstanden, dass sie ihre "Lieblinge" jetzt einer anderen Person anvertrauen mußten. Und waren sie sich sicher, dass der jetzige Trainer keinen Moment zögert, um ein Kind das absolut keinen Spaß an Fussball hat, nach Hause zu schicken. Schießlich erwähnte ich noch, dass die Kinder (und Eltern sich) keine Entschuldigung (ausdenken) brauchen, wenn sie nicht zum Training oder Spiel kommen. Denn wer Spaß am Fussball beim Training und den Spielen erlebt, der wird die Prioritäten schon richtig setzen.
    Fazit: ich hatte keine Probleme (selbst bei Starkregen, Kälte oder brütender Hiltze) mit der Trainings und Spielbeteiligung, denn die Kinder waren weitgehend ihren Zwängen (Elternveranstaltung) end-ledigt und konnten ohne Druck von Außen ihre Fähigkeiten verbessern.

    Zunächst einmal finde ich es gut, wenn jemand anderer Meinung (gegen Rotation) ist, denn nur dadurch können die Unterschiede in der Diskussion klar werden.


    Vielleicht sollte ein kleiner Exkurs in den Profifussball den Sinn und Zweck der Rotation verdeutlichen. Hier gibt es die Rotation zunächst einmal bei der Auswahl von Talenten. Die lassen ihre Joungster zunächst einmal auf verschiedende Postionen spielen. Natürlich erkennen die auch gleich deren "Lieblingsposition", aber sie interessiert vor allen Dingen, wie der Spieler sich auf andere Postionen macht. Auch, wenn selbst diese Ergebnisse noch immer keine zuverlässige Prognosen für die Zukunft zulassen, so lassen sie doch Erkenntnisse des dynamischen Talentes (wie schnell werden welche Fortschritte erzielt) erkennen, um die Frage zu beantworten, ob sich eine weitere Ausbildung im Verein lohnt. Trotz akribiischer Arbeit durch hervorragend ausgebildete Trainer ist die "Irrtumsrate" sehr hoch, weshalb ständig Bedarf an "Frischfleisch" besteht. Meist überstehen Stürmer mit hoher Grundschnelligkeit das Rennen in den Nachwuchsmannschaften. Sie müssen aber damit rechnen, irgendwann ins Mittelfeld oder in die Abwehr zu rutschen. Das hört sich wieder nach Positionsspiel an, ist es aber nicht. Durch die umfassende Ausbildung sind diese Spieler jederzeit in der Lage auch auf anderen Postionen überdurchschnittliche Leistungen zu erbringen. Auch es es notwendig aufgrund taktischer Vorgaben seine individuellen Aufgaben anders zu interpretieren. So erwartet man vom Außenverteidiger in einer 4-er Kette, dass er sich an der Außenbahn nach Möglichkeit auch in den Angriff einschaltet.


    Der Fussball verändert sich im Laufe der Jahre. Deshalb ist es erforderlich, seine Meinung darüber von Zeit zu Zeit zu hinterfragen. Und nur der, der seinen Irrtum sieht, aber nichts ändert, wird verlieren.


    Im Kinderfussball hat individuelle Taktik noch nichts zu suchen. Hier geht es frühestens in der E-Jugend um einfachste Formen der Gruppentaktik. Deshalb steht einer umfassenden und abwechslungsreichen Ausbildung durch Positionsrotation mit dem Ziel, dauerhaften Spaß am Fussball zu haben, an erster Stelle. Gute Ergebnisse und die "Trainerlorbeeren" kommen dann von ganz allein!

    Hallo,


    die Idee der Positionsrotation ist nicht neu und dennoch hat sie perspektivisch gesehen mehr Vor- als Nachteile. Als Torspielertrainer (mit 10-jähriger Erfahrung) kann ich sagen, dass die am besten ausgebildeten Keeper über einen längeren Zeitraum sowohl als Stürmer als auch als Torwart gespielt haben. Dort, wo es anders gelaufen ist, waren meist die Trainer das Problem. Jeder war auf seinen kurzfristigen sportlichen Erfolg, der sich nun mal am besten im Tabellenrang nachweisen läßt, erpicht. Trainerkommenare, wie: "Ich habe gestern 2:0 gewonnen" sprechen eine deutliche Sprache, dass nicht das Team, sondern der Trainer die Spiele mit seiner Aufstellung und Taktik gewinnt!


    Als Kompromiß könnte man den "Bedenkenträgern" ja vorschlagen, die Spieler auf 2 oder 3 unterschiedlichen Positionen rotieren zu lassen.


    Der DFB untersützt die Positionsrotation ebenfalls, denn er empfiehlt, dass sich jeder Spieler bis zur D-Jugend in jeder Position ausprobieren soll. Erst danach soll ein individuelles, postionsbezogenes Training beginnen.


    Wenn der Jugendfussball nicht zur "Elterninteressenveranstaltung" degradiert werden soll, sondern die kontinuierliche Entwicklung der Kinder im Mittelpunkt steht, dann ist die Rotation eine sehr gute Methode, um für den Seniorenbereich eine breite Leistungsdichte an ausgebildeten Spielern zu bekommen. Da die meisten Vereine die 1. Senioren-Mannschaften als Aushängeschild des Vereins ansehen, dürfte bei entsprechend gut vorgetragener Formulierung eine Unterstützung gewiss sein.

    Hallo,


    ich kenne genauso viele Trainer, die bei der Eignungsprüfung durchgefallen sind wie solche, die sie bestanden haben. Wenn ich ehrlich bin, bei manchen hätte ich an den fussballerischen Fähigkeiten meine Zweifel gehabt. Auch Fälle, in denen der Teilnehmer von vorn herein abgelehnt wurde, weil er zwar Oberliga gespielt, aber mit Übergewicht antreten wollte, sind mir bekannt. Man möchte fast meinen, dass die Prüfer eine späte Rache an den Spielern üben wollen, die ihnen während ihrer aktiven Fußballerkarriere den Platz im höher spielenden Team weggenommen haben? Eine andere Vermutung könnte sein, dass es vor nicht allzu langer Zeit möglich war, bei entsprechender Profikarriere in einem Crashkurs den B-Schein (vgl. heutiger C-Schein) zu machen. Man hat dabei überwiegend schlechte Praxiserfahrungen gemacht und will dies jetzt dadurch korrigieren, indem man solchen Kandidaten ganz besonders auf "die Füße schaut"! Tja und wie schon richtig erwähnt wurde, was nützt die Fitness und das technische Leistungsvermögen, wenn nach der Prüfung ein Sportunfall o.ä. die pratische Vorführtätigkeit schlagartig einschränkt? Soll man denen dann trotz erfolgreicher Trainertätigkeit die Lizenz wieder wegnehmen? Auch die Vorgabe, nur mit einem bestimmten Notenschnitt die B-Lizenz in Angriff nehmen zu dürfen, hat seine Tücken. Da hat ein nervöses junges Trainertalent seine Karriere für den nächsten 20 Jahre (solange dauern manchmal Änderungen beim DFB) blockiert!



    Es vergeht fast kein Seminar, an dem nicht die beiden Themen: "wer ist der geeignete Auswahlspieler" und "wer ist der geeignete Lizenztrainer" heiß diskutiert werden. Aber anders, als die Talentbeurteilung von Spielern ist es mit der Trainertalenteinschätzung. Natürlich kann man sagen, dass im Seniorenbereich die technische Ausbildung soweit abgeschlossen ist, dass ein Vormachen nicht mehr notwendig ist. Aber im Nachwuchsbereich kann es durchaus sinnvoll sein, Übungen durch eigenes Vormachen an die Kinder zu vermitteln. Es gibt zwar einen Ausbildungsschwerpunkt: Junioren und Senioren, in der Befugnis wird aber später kein Unterschied gemacht.


    Die Definition für die Inhalte der jeweiligen Trainerlizenz ist besonders schwierig. Auf der einen Seite braucht man gerade für die Junioren ganz besonders geeignete Trainer, die die Kids umfassend auf die sportlichen Aufgaben im späteren Seniorenbereich ausbilden. (was Hänschen nicht lernt ...). Auf der anderen Seite hat man gerade aufgrund der meist negativen Erfahrungen mit früheren Profis ohne umfassende Trainerausbildung gelernt, dass es eine ganze Reihe von Faktoren gibt, die benötigt werden, um Spieler perspektivisch weiter zu entwickeln. Es stellt sich hier ebenfalls die Frage, ob sich die Trainerarbeit durch den sportlichen Erfolg der Mannschaft oder die einzelner, besonders talentierter Spieler gefördert werden soll? Die gute Mischung machts sicherlich!


    Neben den Defiziten in der Trainerausbildung (sorry, Lizenztrainer, aber was da über das Torwartraining vermittelt wird, reicht von und hinten nicht aus, um Keeper im Leistungsbereich allein aufgrund des Ausbildungswissens voran zu bringen) muss sich der DFB von Zeit zu Zeit auch die Frage stellen, ob die Anforderungen zum Erwerb von Trainerlizenzen zeitgemäß ist.


    Soll man die praktischen Trainererfahrungen mehr gewichten? Darf der Schwerpunkt mehr auf die richtige Kommunikation, die pädagogischen Fähigkeiten, statt auf die eigenen fussballerischen Qualitäten (die sich selten im Alter verbessern lassen) liegen? Der Fussball verändert sich; es wäre wünschenswert, wenn die Trainerausbildung in seinen Anforderungen schritt halten würde! Leider haben die fussballerischen Erfolge unserer Nationalteams den Blick auf die Masse ein wenig vernebelt!

    Für ein Gespräch braucht es eine Basis. Es gibt zu viele Unterschiede:


    Das fängt schon damit an, was unter einem Talent verstanden wird. Lt. Stützpunkt: momentan weit überdurchschnittliche Leistung im Jahrgang. Erzählt wird dann, das dies der richtige Weg in Richtung Proifkarriere sei. Häufig wird verschwiegen, dass nur ca. 0,5 % aller Stützpunktteilnehmer mal im bezahlten Fussball landen. Daran ändert auch die hohe Fluktuation nichts, denn meist kommen nach einem Wechsel des Stützpunkttrainers auch die Talente ganz plötzlich woanders her.


    Mich interessiert nur sekundär, was ein Talent kann, viel wichtiger ist, was ein Talent in welcher Zeit erlernen kann. Was einmal daraus wird, hängt von so vielen Faktoren ab. Aus Glaskugeln etwas abzulesen, überlasse ich anderen.


    Deshalb und aus vielen anderen Gründen halte ich ein Gespräch mit diesen Funktionsträgern für reine Zeitverschwendung. Ich kann nur den Rat geben, sich nicht verrückt machen zu lassen, an sich selbst zu glauben und Spaß am Fussball zu haben.

    oTTo


    Ja, natürlich geht das übers Training. Dennoch ist die Frage nach dem besten Weg nicht ganz einfach zu beantworten, denn zunächst muß man einiges über ihn/sie wissen? Vielleicht kann er/sie es noch gar nicht oder hat es nur nie richtig gelernt? Z.B. ist die Frage nach dem Alter deswegen so wichtig, weil bei den Kleinen (G - F-Jugend) noch keine "Tiefensicht" vorhanden ist. D.h. die wissen noch nicht, wie schnell Ball und Gegner ihr Tor zukommen. Da sollte man sich damit bescheiden, mit den Knirpsen zu üben, dass sie auf den Ball zu gehen, wenn er auf ihr Tor zugerollt kommt.


    Ganz schwierig wird das Vermitteln des richtigen Herauslaufens bei Keepern, die es gewohnt sind, hinter einem Libero zu agieren und nunmehr Bälle hinter einer 4-er Kette zu erlaufen sollen. Hier ist zunächst das richtige Stellungsspiel eine Voraussetzung dafür, um den Ball überhaupt rechtzeitig erreichen zu können. Was nützt es, wenn ich zwar rechtzeitig und schnell gerannt bin, aber zu tief stehe und deshalb der Laufweg zu lang ist? Auch müssen sie die technischen und taktischen Varianten des aktiven und passiven 1 : 1 Spiel sauber ausführen können. Schlußendlich gehört es für den Keeper im Leistungsfussball dazu, seine Kette inclusive des defensiven Mittelfelds zu dirigieren (z.B. auf die richtigen Abstände zu achten).


    Über die Frage nach dem rechtzeitigen Herauslaufen kann man übrigens lange streiten. Wann muss, soll und darf der Keeper aus dem Tor und wenn ja, wann ist der rechte Zeitpunkt? Eine effiziente Videoanalyse des Torwartspiels, , wie es sie z.B. in den Niederlanden gibt, und Licht in das Dunkel dieses Aktionsspektrums bringen könnte, existiert in Deutschland noch nicht. So gibt es viel Raum für Spekulationen. Deshalb ärgert man sich hin und wieder über Fernsehkomentatoren, die lediglich die zum Tor führende Aktion, nicht aber die vorausgegangenen Fehler der Verteidiger und des Keepers kommentieren.


    Die körperliche Fitness ist die Voraussetzung für die saubere Durchführung von Techniken. Hier aber ist vor allen Dingen die geistige Fitnes gefragt, um die Situationen vor dem Tor rechtzeitig zu erkennen und auf jede sportliche Frage eine gute Antwort zu finden. Deshalb ist es auch für das Training so wichtig, nicht immer wieder die gleichen Übungen zu machen, sondern sehr viele Situationen, die im Spiel vorkommen können, zu simulieren. Wenn etwas nicht wie gewünscht klappt, den Bewegungsablauf in Teile gliedern. Nur den nicht korrekt ausgeführten Teil trainieren und später wieder mit den anderen Teilen des Bewegungsablaufs verbinden. Ganz wichtig dabei ist auch das Erklären, warum das Eine richtig, das Andere falsch. Wenn der Keeper das Warum versteht, kann er es sich leichter einprägen und im Spiel eher umsetzen. Bei jungen Keepern muss man allerdings Geduld haben. Denn häufig dauert es eine Zeit, bis sie die Dinge, die sie im Training bereits beherrschen, auch auf im Spiel umsetzen können. So, das soll es erst mal gewesen sein. Wenn du detailierteres Infos möchtest, wird das Alter, Geschlecht, wie lang schon Torwart, welche Spielklasse, ect. benötigt.

    Hallo,


    wie bereits erwähnt, handelt es sich beim Torspieler um einen Spezialisten. Neben dem speziellen Training bedarf es ebenfalls ein für diese Position angepaßtes Aufwärmprogramm. Man sollte zwischen den Anforderungen für dasTraining und dem Aufwärmen vor den Spielen unterscheiden. Beim Training geht es primär darum den Schützling körperlich und geistig auf die Trainingsaufgaben vorzubereiten, wobei man durchaus einen fließenden Übergang zwischen Aufwärmen und Technikübungen wählen kann. Beim Aufwärmen und Vorbereiten auf das Spiel geht es vornehmlich darum, seinem Schützling Selbstvertrauen, Mut und Selbstbewußtsein für die kommenden Aufgaben zu vermitteln. Auf keinen Fall während der Spielvorbereitung irgendwelche neuen Übungen oder deutliche Änderungen des Keeperverhaltens einstudieren wollen. Dazu ist das Training da.


    Besonders günstig entwickelt sich ein abwechslungsreiches Aufwärmprogramm, wobei während der Saison darauf zu achten ist, dass möglichst immer der Ball im Spiel ist und keine "theoretischen Gymnastikübungen" den Kern bilden. Auch ist die Trainingszeit viel zu schade, um sie überwiegend mit Laufarbeit zu verbringen. Das kann man viel besser in der Saisonvorbereitung machen. Wenn sich beim Aufwärmeni dehnen und stretchen will, soll es machen. Vor Verletzungen schützt dies allerdings nicht!


    Das komplette Programm vor dem Spiel besteht aus Aufwärmen, Simulation von häufig vorkommen Torraumszenen und zum Schluß das Einstimmen auf spezielle Stärken des Gegners (aber max. 3 signivikante Hinweise geben) Danach erfolgt das Torschießen mit der Mannschaft.


    Je nach Alter, Geschlecht und Erfahrung sollte das Aufwärmprogramm individuell gestaltet werden. Es gibt manche, die muss man erst "geistig fit" bekommen. Dazu eignen sich sehr gut Übungen mit 2 Bällen, die abwechselnd oder auch gleichzeitig aufs geworfen Tor kommen, um den Keeper richtig auf Drucksituationen einzustimmen. Es gibt aber auch "Heißsporne", die man bremsen muss, weil sie sonst bereits einen notwendigen Teil ihrer Energie, der für das Spiel gebraucht wird, beim Aufwärmen verbrauchen. Wenn die ersten Schweißperlen von der Stirn rinnen und die Luft niicht mehr allein durch die Nase eingeatmet wird, ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um dem Schützling während der Flüssigkeitseinnahme ein paar wichtige Dinge fürs Spiel mitzugeben.


    Ein sehr häufig beobachtetes Aufwärmprogramm basiert darauf, das dem Keeper Bälle aus verschiedenen Positionen aufs Tor geschossen werden. Grundsätzlich ist dagegen nichts einzuwenden, wenn man eine sehr präzise Schußtechnik hat - man kann es allerdings auch besser machen. Im Kinder- und Jugendbereich erhöht sich die Effitienz, wenn man den Ball nicht schießt, sondern wirft. Dadurch erhöht sich die Präzision der Bälle und darauf kommt es an. Bälle, die am Tor vorbei gehen, übers Tor hinweg oder zu weit vor dem Tor entlang, können den Keeper nicht fordern. Förderlich kann es ebenfalls sein, wenn man Varianten aus anderen Ballsportarten (z.B. Handball-Warmmachprogramm) einbindet. Damit sollte ich es erst mal bewenden lassen. Wenn man einen Co-Trainer hat, könnte dieser sich mit den Keepern vor den Spielen beschäftigen. Für das Training kann ein TW-Trainer durchaus Keeper aus verschiedenen Team betreuen.

    Hallo,


    vielleicht ist es ja ein kleiner Trost, dass es bei den B-Junioren häufig nicht ganz einfach ist, sie zu motieren , immer noch ein kleines Stück besser zu werden. Das liegt wohl nicht allein an der Pubertät, sondern auch in der Veränderung des gesamten Umfeldes. Viele wechseln die Schule, beginnen eine Ausbildung, bekommen neue Freunde. Deshalb fehlt es an einer gefestigten Orientierung und das bekommt man beim Training auch zu spüren.


    Doch nun mal der Reihe nach:


    1. Kommunikation mit der Mannschaft im Training


    Die höchste Aufmerksamkeit für Erklärungen erreicht man dadurch, dass man die Trainingsgruppe im Kreis zusammen kommen läßt. Man sollte darauf achten, richtig zu stehen, damit die Zuhören nicht in die Sonne schauen müssen, sondern auch die unterstützenden Gestiken zu den Erklärungen mitbekommt. Es schadet nicht, die Gruppe vor jeder neuen Übung zusammen kommen zu lassen. Besser weniger, dafür aber intensiver und exakter durchgeführte Übungen.



    2. Vormachen und nachmachen lassen


    Die simpelste Form der Technikübung ist, sie vorzumachen und dann von den Teilnehmern nachmachen zu lassen. Wer es besonders gut kann, darf es von den Teilnehmern vor der Gruppe zeigen (kleiner Wettbewerb). Auf gar keinen Fall diejenige, die es nicht "gebacken" bekommt in der Gruppe vorturnen lassen und kritisieren!


    3. Aufmerksamkeit während der Übung


    Gerade bei Anfängern beruht die Ursache für die zögerliche Ausführung einer Übung nicht auf ein Aufmerksamkeitsdefizit, sondern aus Angst davor, die Übung nicht zu "packen" und sich vor den anderen zu blamieren. Um das weitestgehend zu vermeiden, muss zunächst einmal das Vertrauensverhältnis zum Trainer aufgebaut werden. Also viel loben und zunächst auf das Wesentliche achten. Dann sollte man die Gruppe in mehrere Grüppchen aufteilen und sich mit jeder einzelnen Gruppe beschäftigen, um so die Hemmschwelle für das Zutrauen zur Übung zu vermindern. Dazu kann man auch die Gruppe durch Fragen und Kommentieren einbinden. Ein Lob durch Mannschaftskameraden hört sich fast noch besser an als vom Trainer. Ein häufiges Feedback ist für die Anfängerinnen besonders wichtig.


    4. (Erfolgs-)Ergebnisse


    Die Resultate bei den ersten Freundschafts- und Punktspielen sind nicht für die Spieler, sondern nur für den Trainer wichtig. Er erkennt in den "Echtzeitsituationen", wo es am meisten hapert und welche Fortschritte erzielt wird. Man kann sich Notizen machen und sie Spielsituationen im Training nachstellen, "einfrieren", kommentieren und danach erneut durchführen lassen. Das Erklären, warum das eine richtig und das andere nicht richtig ist, hilft gerade am Anfang für das Verständnis von Fussball. Sie merken so den Unterschied deutlich und können es beim nächsten mal eher umsetzen, als wenn man es so lange üben läßt, bis sie es per Zufall mal richtig machen. Die Cola kann man ergebnisunabhängig für die sportliche Leistung ausgeben.



    Rom ist nicht an einem Tag erbaut worden - ich hoffe, die Tipps können dir ein wenig helfen - nicht einfach aufzugeben, sondern zunächst einmal mit den Mädels eine Berg- und Talfahrt zu erleben.

    Hallo,


    zunächst einmal - nur damit kein falscher Eindruck entsteht - ich finde die Sache mit der TW-Trainer-Ausbildung unter der Leitung von Ernst Thaler super, selbst wenn er früher kein Keeper gewesen wäre. Ich fand nur - wenn man denn "auf der grünen Wiese" damit anfängt, wäre es wünschenswert, wenn man Multiplikatoren (Teilnehmer) aus anderen Bundesländern findet, sich ein wenig flexibler anstellt.


    Die Frage, wann der richtige Zeitpunkt für ein Torspielertraining richtig ist, läßt sich eigentlich recht einfach beantworten. Sie ist altersunabhängig und sollte mit dem Start in den Vereinsfussball beginnen. Wenn sich jeder Fußballinteressierte auf jeder Position ausprobieren können soll, so braucht er auch für diese Position spezielle Übungsmöglichkeiten. Man trifft aber immer wieder auf die Vermutung, das D- oder C-Jugend-Alter wäre wohl das Richtige, weil die Kinder in diesem Zeitraum körperlich wie geistig am lernfähigsten wären. (Dann sollte man sie doch am besten auch in diesem Alter studieren lassen!) Natürlich geht das sowohl früher als auch später. Meist verlieren die Vereine ohnehin ihre talentierten Nachwuchskeeper in der D-Jugend, weil sie keinen Bock mehr haben, im Tor herum zu stehen, während man sich redlich um ihre Kollegen auf dem Feld bemüht. Natürlich müssen die Übungen altersgerecht sein - das sind sie ja für die Feldspieler auch - aber aufgrund des fehlenden Konzepts und der fehlenden Übungen für sämtliche Altersgruppen wird das Thema DFB-seitig dahin gehend tabuisiert, dass man erst in der Phase der Positionsfestlegung damit beginnen sollte. (Auch heute werden noch gerne auf Seminaren ca. 25 Jahre alte Videos aus der Amsterdamer Torwartschule gezeigt!) Das müßte dann ja auch für alle anderen Positionen gelten. Nicht selten landet aber ein gelernter Stürmer später in der Verteidigung, wenn er nicht schnell genug geworden ist. Die besten Erfahrungen habe ich übrigens mit solchen Keepern gemacht, die in den ersten Jahren sowohl im Tor als auch auf dem Feld (meist Sturm) gespielt haben. Bei einer Lehre bekommt man ja auch einen Einblick in alle Abteilungen. Wenn man nicht Torsteher, sondern Torspieler ausbilden möchte, dann gehört das Spiel auf anderen Positionen genau so dazu. Was eigentlich noch fehlt, ist eine Trainerausbildung, in der umfang- und abwechselungsreiches sowie altersstrukturiertes Training vermittelt wird. Das ist Herr Thaler ein lobenswerter Anfang, für den man ihm gar nicht genug danken kann. Wir haben in Deutschland einen Nachholbedarf in der Torwarttrainer-Ausbildung, der nur deshalb nicht so gravierend "auf dem Platz" auffällt, weil es einige Individualisten und Idealisten bei der Torspielerausbildung gibt. Besser aber wäre es, wenn man all die Erfahrungen und das Wissen bündeln könnte und so einer Masse von Trainern und Spielern zugänglich machen würde.

    Hallo,


    das ist richtig! Herr Thaler, der Leiter vom WFV berichtete auch von sehr guten Erfahrungen. Dadurch sei es gelungen mehr leistungsstarke Nachwuchskeeper auszubilden als dies vor der Einführung der Lizenzausbildung geschehen wäre. Doch leider hat diese Ausbildung mehrere Unzulänglichkeiten. Die Zugangsvoraussetzungen sind für Außenstehende nicht ganz nachvollziehbar. Bereits in anderen Landesverbänden absolvierte Seminare werden lediglich nach der Lehrgangsdauer (nicht nach Inhalt und Schwerpunkt) beurteilt. Vorhandene, praktische Erfahrungen in Vereinen werden gar nicht berücksichtigt. Man wird da trotz mehrjähriger Erfahrungen im Leistungsbereich genauso behandelt, als habe man gerade erst im unteren Breitensport angefangen. Zielgruppen-Schwerpunkte (Junioren, Senonioren - Juniorinnen-Frauen) gibt es ebenfalls nicht. Wenn man "auf der grünen Wiese" mit einer Lizenzprüfung auf breiter Ebene starten will, sollte man ein wenig flexibler in der Beurteilung der (Vor-)Leistungen in anderen Bundesländern sein. Desweiteren findet die Lizenz keine Anerkennung in anderen Bundesländern und vom DFB.

    Hallo,


    bislang war ich der Ansicht, dass es nicht viele gibt, die gegen die Le(e)hrmeidung des DFB verstoßen, wonach eine Torwarttraining bis zur D-Jugend strengens untersagt ist. Und weil der liebe DFB, anders als in den Niederlanden, Schweiz, Österreich, usw. es bislang noch nicht geschafft hat, ein Konzept für eine Torwartspieler-Trainerlizenz zu entwerfen, darf weiterhin wild über die Eigenschaften und Funktionen des Keepers spekuliert werden. Schaut man sich die Torwartübungen auf auf der DFB-Homepage an, dann erkennt man, dass die Aufzeichnungen angestaubt, aber schon farbig sind. Sucht man nach speziellen Übungen, zeichnet sich gähnende Leere ab. Sucht man gar nach Übungen für Mädchen-Frauenkeeper, so stellt man fest, dass der DFB zwar registriert, dass wir mehrfache Europa- und Weltmeister sind, aber irgendwie ohne Torhüterinnen, denn die kommen bis jetzt im Training-Online noch nicht vor! Und weil es beim DFB auch den Torspielertrainer nicht gibt, gibt es auch keine Online-Übungen, in der ein Trainer ganz allein mit seinem Keeper trainiert. Dies und die fehlende Erkenntnis, dass es sich beim Torspieler um einen Spezialisten handelt, der eine spezielle Trainingsausbildung benötigt, veranlaßt den geneigten Interessenten Abstand von den gelegentlich beim DFB angebotenen Torwarttrainerseminaren zu nehmen. Man muss befürchten, dass zunächst einmal die U 20 und die Frauenweltmeisterschaften abgewartet werden soll, bis man sich wieder der Ausbildung von Torspieler-Trainern widmen kann.


    Gut, dass es eine Menge hochmotivierter Trainer gibt, die nicht erst darauf warten, bis der DFB etwas anbietet und auch deren Ratschläge für das richtige Alter. Gäbe es die nicht, wir hätten schon längst auf nationaler Ebene ein Torwartproblem. Wer einmal die Gelegenheit hat Auswahlmannschaften beim Training zuzusehen, wird zur Erkenntnis gelangen, dass man eifrig um die Feldspieler kümmert, die Keeper dürfen sich meist gegenseitig trainieren.


    Im Grunde kann man beim Torspielertraining gar nicht so viel falsch machen. Im Gegensatz zum Torwart, den man genau auf der Torlinie postiert und ihm erklärt, dass er, egal wie, seinen Kasten sauber zu halten hat, fängt man mit dem Torspieler gleich damit an, ihm zu erklären, dass er der letzte Verteidiger ist, hinter dem das Tor aufgebaut ist. Das Tor gilt es insgesondere durch läuferischen Einsatz zu verteidigen. Welche Möglichkeiten es gibt, läßt sich anhand eines abwechslungs-, umfangreichen und altersgerechten Training kontinuierlich aufbauen. Wenn der Spaß dabei an oberster Stelle steht, stellt sich der sportliche Erfolg meist von ganz allein ein. Als ein gutes Ausbildungsverhältnis würde ich es bezeichnen, wenn das Torspielertraining ca. 50 % des Mannschaftstrainings beinhaltet. Denn ein guter Torspieler wird man nur, wenn man auch ein guter Feldspieler ist. Sehr gute Erfahrungen habe ich deshalb mit solchen Keepern gemacht, die sowohl im Tor als auch auf dem Feld (vornehmlich Sturm) gespielt haben. Man sollte bedenken, dass die Keeperaufgaben umfangreicher geworden sind und der Keeper später einmal beidfüßig hinter einer 4-er Kette agieren können muß. Die Mühe einer frühzeitigen Förderung lohnt sich und ich freue mich über mit den Keepern und Keeperinnen, wenn sie sich in Leistungsteam beweisen dürfen.

    In aller Kürze zusammengefaßt, läßt sich sagen:


    Die meisten Mädchen- und Frauentrainer kommen per Zufall an diesen Job. Wenn du deine Ansprüche richtig ausrichtest, kannst du eigentlich nur Spaß daran haben. Es gibt aber schon eine Reihe von Unterschieden, an die man sich gewöhnen sollte. Das Kopfballspiel ist für sie problematischer, denn sie bekommen so recht keinen Druck hinter den Ball und wollen auch nicht so gern mit der Stirn an den Ball. Allgemein sollte man darauf achten, eher kurze intensive Übungen mit ausreichenden Pausen und (im Vergleich zu Junioren) weniger kraftraubende Übungen im Training zu gestalten. Mädchen- und Frauen wollen Technik und Taktik genau erklärt haben. Es sollte immer auch Raum für Fragen vorhanden sein. Sie sind meist begeisterter beim Training als ihre männlichen Kollegen. Bitte auch darauf achten, die Dinge sachlich anzusprechen und nicht emotional werden. An den Zickenkrieg, der unmittelbar nach dem Spiel (egal ob gewonnen oder verloren) aufbraust und genau so rasch wieder verklingt, sollte man sich ebenfalls rasch gewöhnen. Der Teamgedanke ist meist besser ausgeprägt. Die Beliebtheit orientiert sich nicht an der Spielstärke, sondern am Charakter. Ja, und den schöneren Fußball spielen die Mädels allemal!

    Hallo,


    ich habe genau diese Beobachtungen auch gemacht. Aber das, was du als Schlendrian beschreibt, sollte man etwas umfassender betrachten. Häufig ist das Spiel des Gegners in den ersten und letzten Minuten taktisch anders ausgerichetet. D.h. während der übrigen Spielzeit kann der Innenverteidiger oder Keeper den Ball ohne großen Druck passen. In den ersten oder letzten Minuten versucht aber der Gegner besonders viel Druck zu erzeugen, wodurch z.B. ein Überzahlspiel eures Teams verhindert und ein schnelles Tor erzielt werden soll. Viele Teams agieren so und man kann seinen Keeper z.B. darauf taktisch einstellen, dass er in den ersten und letzten Minuten nur zu den Außenverteidigern paßt oder aber durch lange Abschläge, -stöße einen Angriff einleitet.

    Hallo,


    ich trainiere seit ca. 10 Jahren Junioren (2. Kreisklasse bis Bezirksliga) und seit ca. 1/2 Jahr Frauen Oberliga und möchte gerne meinen Senf dazu abgeben.


    Nach meinen Erfahrungen haben Keeper, die von Anfang an auch auf dem Feld gespielt haben, gar keine Probleme mit dem Abstoß, weil sie über die Jahre die ganz normale Distanzschußtechnik als Feldspieler ausreichend trainiert haben. Keeper, die sich zu früh auf diese Positon fixiert haben, brauchen da eher Nachhilfe.


    Eines der häufigsten Fehler beim Training ist es zunächst die Schußkraft und dann die Anlauf- und Schußtechnik zu trainieren. Denn allein mit der Kraft erzielt man weder die notwendige Weite, Höhe oder Präzision. Man beginnt zunächst mit einem Bogenanlauf, der aus wenigen Schritten besteht und achtet darauf, dass der Keeper die korrekte Ausholbewegung macht und den Ball richtig trifft. Am besten stellt sich der Trainer zur Beobachtung und Korrektur ca. 1-2 Meter neben den Ball. Zwecks rascher Wiederholungsmöglichkeiten kann man die Übungen vor einem Tor oder einer Mauer machen. Im Tor (mit Band) oder an der Mauer (mit Kreide) wird dann ein Rechteck, in das der Keeper treffen soll, gemacht. Hat der Keeper die Technik einigermaßen begriffen, kann man die Distanz erhöhen. Mit dem Bogenanlauf läßt sich ein Sicherheitsabstoß erzielen, mit dem Spannstoß ein Dizanzabstoß als Angriffsball realisieren. Das kann, muss aber noch nicht in der Jugend mit gleichbleibender Präzision funktionieren. Es gehört eine Menge Geduld dazu und jeder Keeper reagiert unterschiedlich auf die Hilfen. Vergessen werden sollte das Abstoßtraining aber nicht während der Ausbildung, denn die Technik und richtige taktische Anwendung gehört ebenfalls zum umfangreichen Wissen, über das ein moderner Keeper verfügen sollte.