Beiträge von TW-Trainer

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    @ Sir Alex


    Deine Sichtungsmerkmale gefallen mir! Auch dein Hinweis, lieber einmal mehr als zu weinig zuzuschauen zeugt davon, dass du deine Aufgabe sehr gewissenhaft machst. Ich mag mir sehr gut vorstellen, dass du nach deinen Sichtungskriterieln eine hohe Trefferrate hast. Zwei Kleinigkeiten stören mich ein wenig. Vielleicht hast du sie gar nicht so gemeint? Aber in Anbetracht der vielen Interessierten versuche ich es mal zu formulieren. Die Erwartungen an das häufig zitierte "goldenen Lernalter" dürften m.E. ein wenig heruntergeschraubt werden. Zu einen, weil in anderen Alterstutfen durchaus auch erfolgreiche Förderarbeit betrieben werden kann und zum anderen, weil neben den fussballerischen Merkmalen auch immer das Umfeld zu berücksichtigen ist. So führen zu hohe Erwartungen oder unzureichende Unterstützung der Eltern zu einer eingeschränkten Leistungssteigerung des Kindes und bisweilen dazu, dass das Talent einfach keinen Bock mehr hat und aufhört! Als nächstes wird der Durchsetzungsfähigkeit und dem direkten Torabschluß sehr hohe Bedeutung beigemessen. Das kann dazu führen, dass man den Kindern in späteren Jahren erst noch Spielintelligenz (z.B. wann ist ein Dribbling, wann ein Pass besser - wann kann ich den eigenen Torabschluß suchen, wann zum besser postierten Mitspieler passen) erst noch beibringen muss. Sehr häufig dauert es mindestens eine Saison, bevor diese "Individualisten" richtig ins Team integriert werden können.

    Zunächst einmal muss ich den Günter über seine praktischen Tipps loben. Denn alles andere hilft nicht weiter. Aber auch eine etwas andere Gestaltung des Trainings kann helfen. Du sagst, die Mädels bringen keinen Pass zustande, wollen aber laufen (ich nehme mal an im Joggertempo gemeinsam quatschen). Gib ihnen zum Aufwärmen einen Ball am Fuss und lass sie 50 m mit dem rechten Fuss den Ball führen, danach mit dem Linken und danach nach jedem Ballkontakt abwechselnd. Und zum krönenden Schluß wird ein Sprint eingelegt, wobei es Punkte für die Reihenfolge und den Torerfolg gibt. Natürlich kann man auch zum "ersten Abreagieren" Spiele ohne Ball machen (z.B. Partnerspiel, bei dem einer versucht, dem anderen das Leibchen, was er in der Hand hält, abzujagen. Die Stürmerin hat das Leibchen und versucht sich in Finten und die Verteidigerin übt, Finten zu erkennen und darauf richtig zu reagieren). Bring einfach mehr Abwechslung und Farbe in dein Training. Denn genauso, wie sich jedes Spiel anders entwickelt, sollen die Mädels mit Training andere, weitere Möglichkeiten kennenlernen, die ihre Fähigkeiten im Leistungsvergleich verbessern können. Eine Übung so lange zu machen, bis sie von Jedem beherrscht wird, führt bei denen, die sie können zu Langeweile und bei denen, die es nicht hinbekommen, zu Frust!



    Beim Spiel möchtest du gerne gewinnen! Wer will das nicht? Wenn du aber alles diesem Ziel unterordnest, bringt das die Mädchen insgesamt nicht deutlich weiter.Es lauern gerade im Mädchenfussball sogar Gefahren darin! Dauerndes Gewinnen ist genauso langweilig, wie stetiges Verlieren. Meistertitel ist für die Mädels abstrakt und vielleicht noch durch ein hübsches T-Shirt mit entsprechendem Aufdruck als Anreiz vermittelbar. Wie du aus eigener Erfahrung weißt, ist die Kinder- und Jugendzeit eine Ausbildungszeit. Da sollen alle Positionen erlernt werden. Mache deine starken Spielerinnen ab und an zu Trainerassistenten. Sie sollen in den nächsten Trainingseinheiten und Spielen ihre schwächeren Kolleginnen eine Zeit lang choachen. Besprich mit ihnen die Trainingsschwerpunkte und gib Tipps für die Übungen und Spiele. Greif während dieser Phase nur dann ein, wenn du siehst, es klappt gar nicht. Lobe sie viel. Das hat 2 Vorteile. Die schwächeren Spielerinnen müssen jetzt mehr leisten, können sich nicht auf die starken Mitspielerinnen verlassen. Die stärkeren Spielerinnen hast du jetzt "im Boot". Sie begreifen jetzt, warum sie besser sind als die Anderen. Natürlich kann das dazu führen, dass die schwächeren Spielerinnen jetzt keinen Bock mehr haben, weil das Siegen jetzt plötzlich von der eigenen sportlichen Leistung abhängt. Aber die würden ohnehin irgendwann aufhören, wenn sie andere Freundinnen mit anderen Hobbies kennenlernen.

    Hallo,


    Wenn du noch die Möglichkeit hast das Thema zu wechseln, dann mach es. Insbesondere, wenn man die Kinder (wahrscheinlich D-Jugendliche) nicht kennt und deren Leistungsfähigkeit nicht einzuschätzen weiß. Gruppentaktik erscheint mir ein wenig zu schwer für diese Altersgruppe. Wenn das nicht mehr geht, dann kann ich dir nur folgende Tipps geben:


    1. Unterlagen zur Lehrprobe:
    Normalerweise müstest du Unterlagen bekommen haben, was die Probe beinhalten soll. Dann müßtest du dort auch "Blancopläne" mit Spielfeld- und Spielfeldausschnitten finden. Dort kannst du den Ablauf deiner Lehrprobe skizzieren. Desweiteren gibt es dort Formulare für die Beschreibung deiner Lehrprobe (Warmmachen, Übung, Spielform, Abschlußspiel). Hier solltest du in einfachen Worten den roten Faden (dein Trainingsthema: Angriffspressing) beschreiben.



    2.Übungen und Spielformen zum Schwerpunktthema der Lehrprobe


    Falls du Übungen und Spielformen dazu suchst, schon z.B. unter www.dfb.de beim Online-Training nach. Es gibt aber auch noch andere gute Internetseiten mit reichlich Übungen. Such dir sehr einfache Übungen aus. Je komplexer die Übung, desto schwierig ist sie den Kindern in der Lehrprobe zu vermitteln. Ferner soll bei den Varianten darauf geachtet werden, dass der Schwierigkeitsgrad vom Einfachen zum Schweren eingehalten wird.



    3. Worauf kommt es bei der Lehrprobe an?


    a. Hilfsmittel


    Setze nur wenig Hilfsmittel (Stangen, Hütchen, usw.) ein. Umgefallene oder weggeschossene Hilfsmittel stören den reibungslosen Ablauf deiner Lehrprobe. Außerdem geht so weniger Zeit geht mit dem Umbau für Varianten deiner Übung verloren. Wähle die Abstände der Hilfsmittel so, dass für die Teilnehmer genügend Platz für die Übungen vorhanden ist, aber die Übugen trotzdem sehr häufig wiederholt werden können. (ein Spielfeld von 20 x 30 Metern ist meistens O.K:)


    b. Varianten


    Auch hier: weniger ist häufig mehr! Es ist besser, 1 oder 2 Übungen funktioniert gut, als wenn du versuchst in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Varianten zu demonstrieren und nichts klappt richtig. Der Lehrerfolg für deine Trainingsgruppe muß sichtbar sein! Der Prüfer sagt dir dann schon, wenn es genug ist.


    c. Wenn es losgeht: richtige Reihenfolge und richtige Position (Standort) wählen


    Bevor du mit der Übung anfängst, sollte das Spielfeld mit den Hilfsmitteln aufgebaut sein. Achte auf die Farben von Stangen, Hütchen usw., die können dir bei der Demonstration helfen (z.B. Hütchenfarbe u. Leibchenfarbe für Teammitglieder identisch). Auch die Leibchen sollten deine Trainerspieler bereits vor dem Start angezogen haben. Stelle dich so vor deine Gruppe, dass dich jeder sehen kann und du jeden sehen kannst (also nicht in die Mitte). Wenn die Sonne scheint, achte darauf, dass deine Zuhörer nicht in die Sonne schauen müssen! Sprich laut genug, damit dich auch der Prüfer versteht. Eine kurze Vorstellung deiner Person und momentanen Trainertätigkeit sowie die Bezeichnung deines Trainingsschwerpunkts reichen völlig aus. Nicht lange reden, machen! Für das Thema Angriiffspressing würde ich dir zu einer kurzen Präsentationsübung (z.B. 3 Devensivspieler mit Ball und 3 Angreifer, wovon einer den Ballführenden attakiert und die anderen Beiden den Passweg zustellen) raten. Denn es ist nicht selbstverständlich, dass jeder aus der Gruppe mit dem Begriff "Pressing" etwas anfangen kann. Wenn du die Möglichkeit zum Üben im Heimatverein hast, nutze sie. Vielleicht kann dir ein erfahrener Trainer dabei zuschauen und dir helfen. Dann wirst du eine größere Sicherheit bei der Lehrprobe haben, weil du schon mal auf einige Dinge, die passieren können, vorbereitet bist.


    d. worauf es während der Lehrprobe ankommt?


    Stelle dich während der Übung zentral am Spielfeldrand, so dass du alle Teilnehmer beobachten kannst. Kleine Hinweise kannst du von deiner Position aus geben. Bei wichtigen Korrekturen sollst du aufs Spielfeld gehen und es für alle deutlich erkennbar domonstrieren und kurz erklären. Neben dem Erklären und Zeigen der Übung gehört das korrigierende Eingreifen. Wenn du z.B. erkennst, das ein Teil deiner Übung für die Gruppe zu schwierig ist, vereinfache sie (z.B. Abstände verkürzen, weniger Spieler oder den Teil ganz weglassen). Wenn einer oder mehrere aus der Gruppe die taktische Vorgabe nicht korrekt ausführen, unterbrich die Übung und erkläre bzw. zeige kurz, was sie andere machen sollen. Spare auch nicht mit Lob für deine Spieler, wenn sie Übungselemente gut gemacht haben!


    Wenn der Prüfer deine "sauber" ausgearbeiteten Skizzen der Übungen und Beschreibungen sieht und du in der praktischen Lehrprobe "Herr der Lage" bist, wird er dir kleinere Fehler wohlwollend verzeihen und dich nach Absolvierung darauf aufmerksam machen. Denn in dieser Stufe ist der angehende Lizenztrainer noch in der Ausbildung, die erst durch das Führen einer Mannschaft und weitere Fortbildungen bestätigt werden soll.



    Habe ich was vergessen?



    So, dann wünsche ich dir noch viel Glück für die Prüfung. Du kannst ja dann mal schreiben, wie es gewesen ist!

    Ich befürchte trotz der hervorragenden kämpferischen Turniereigenschaften ein Aus unseres Teams im Viertelfinale. In der Torspielerfrage halte ich ebenfalls Wiese und Butt für die komplettesten Keeper. Neuer, Adler, Rensing und einige andere aus der Riege der jungen Wilden werden uns in ein paar Jahre viel Freude bereiten. Was ihnen gemein hin fehlt ist die Körpersprache, um im modernen Fussball Abwehr und Mittelfeld jederzeit sicher und effektiv dirigieren zu können und einen Aktionsradius, der mindestens den Strafraum umfasst. Obwohl "Oldi" Butt eine prima Saison gespielt hat und seine Sache sicher ordentlich machen würde, liegt Wiese beim insgesamten Eindruck ein klein wenig vorn.


    Beim Stichwort "vorn" fällt mir nichts mehr ein, aber vieles auf. Wenn Löw von Spielphilosopie und Taktik spricht, weshalb er den Fähigkeiten eines Kurani und Frings nicht vertraut hat, dann hätte er eigentlich Rensing als Keeper nominieren müssen. Warum? Weil der die Laufwege (zur Reservebank hin und zurück) seiner Vereinskameraden Klose und Gomez bestens kennt. Auch den Lukas Podolsky dürfte Michael Rensing noch als Bayern-Bankdrücker recht gut kennen. Gut, das wenigstens ein paar Stürmer mit Spielpraxis und erfolgreicher Saison im Kader sind, sonst müßte man auch noch um ein Weiterkommen in der Vorrunde bangen. Es darf also bereits jetzt spekuliert werden, wer das aktuelle Nationaltrainerteam nach der WM ablösen wird!

    Hallo Hevican2008 ,



    ich hatte mal einen Mathe-Professor an der Uni, der war Legasteniker. Der konnte zwar kaum ein Wort richtig schreiben, wußte aber trotzdem immer, worum es ging. Hier geht es um das Thema: Frauentrainer in Senioren-/Juniorenteams. Was hat das mit der Frage nach finanziellen Forderungen als A-Jugend-Trainer zu tun? Oder möchtest du vielleicht gerne wissen, ob eine Frau mehr oder weniger verlangen kann als ein Mann?

    Hallo,


    zunächst einmal möchte ich dir Mut machen, denn durch dein angeeignetes Wissen während der Zeit der Trainerlizenzausbildung bist du den Spielern, die du jetzt trainieren sollst, um einiges voraus. Es gilt jedoch die Macht deines Wissens in richtige Bahnen zu lenken und da werden "Anfängerfehler" nicht ausbleiben. Nur, wenn du - von erfahrenen Kollegen - ein Feedback bekommst, kannst du dich verbessern. Optimal ist es, wenn man mit einem erfahrenen Trainerkollegen startet und man sich gegenseitig ergänzen kann. Zum Glück dreht es sich bei dir um einen kleinen Dorftverein, denn in größeren Vereinen handelt es sich nicht selten um "Haifischbecken", in denen sich viele Trainer schon nach kurzer Zeit verschleißen. Aber auch im Dorfverein ist "Mimosenhaftigkeit" nicht angesagt, denn am Spielfeldrand befinden sich lauter Hobbytrainer, die selbst bei einem 2-stelligen Sieg deines Teams noch vieles besser gemacht hätten.


    Wenn deine Spieler merken, dass du taktisch viel mehr drauf hast als sie, werden sie dich auch akzeptieren. Denke aber immer daran, Wissen kann man sich aneignen, Erfahrungen muss man aber erst mal machen!



    Auf jeden Fall wünsche ich dir viel Glück für deine neue Aufgabe!

    Hallo Günter,



    vielleicht meldet sich der Verfasser (Godfather) ja selbst noch zu Wort. In seinem Beitrag oben steht, dass er eine Seniorenmannschaft übernommen hat. Ich meine an einer anderen Stelle gelesen zu haben, dass er die C-Leistungslizenz seit 3 Jahren besitzt und sein aktuelles Team in der 1. Kreisklasse im Emsland spielt. Und weil er die Flinte schon fast ins Korn geworfen hat, sucht er zur neuen Saison ein anderes Team.



    Fast jeder hat schon mal mit der unangenehmen Situation zu tun gehabt, dass die sportlichen Ziele (aus unterschiedlichen Gründen) verfehlt wurden. Natürlich gibt es kein "Allheilmittel" und es ist auch nicht immer die beste Lösung, die Liga um jeden Preis zu halten.



    Wir sind hier in einem Trainer-Forum, wo man sich einander hilft!



    Man kann nicht immer gut spielen, aber kämpfen geht eigentlich immer! Aufgrund der schon begonnenen Rückrundenserie kann man keine grundsätzlichen Dinge mehr ändern. Deshalb habe ich ihm zu der mentalen Spielvorbereitung, bei der sich jeder seiner eigenen Leistung bewußt werdeb soll, geraten. Die kann man schon beim nächsten Spiel einsetzen und wenn es eine Wirkung gibt, dann tritt sie sofort ein.

    Hallo,


    nach ca. 3 Wochen intensiven Grübelns scheinst du ja das Übel der mangelhaften Leistungen auf dem Platz ausgemacht zu haben. Ich hoffe nur nicht, dass du dich getäuscht hast, denn wenn die Ergebnisse ausbleiben, ist es normal, dass jeder den anderen als Verursacher ansieht. Und wenn trotz taktischer Einstimmung die Ergebnisse dennoch ausbleiben, dann können Worte nicht mehr viel ausrichten.


    Versuch es doch einfach mal nach der Methode! Packen die Jungs bei ihrer Ehre! Das Warmmachen wird extrem verkürzt - lääsig aufs Tor ballern gibt es nicht! Danach gibt`s lediglich 10 Minuten Taktikbesprechung, dann hat jeder in der Kabine zu schweigen (ca. 5 Minuten) und darüber nachzudenken, auf welche 3 Dinge er in diesem Spiel besonders achten will. Danach verlassen die Trainer den Raum (ca. 10 Minuten). Die Spieler sollen sich nun gegenseitig hochpuschen, von sich selbst und der Mannschaft überzeugt sein. Dann kommt der Trainer wieder rein und es geht sofort auf den Rasen. Es wird von der 1. Minute an "Gas gegeben". Noch bevor sich die Spieler wundern, warum da was passiert (und evl. in ihren alten Trott verfallen), ist das Spiel schon zuende.

    Hallo,


    wie bereits mehrfach richtig angemerkt, sollte man sich auf den Weg ins Abenteuer "Fussballtrainer" ein solides Standbein aufbauen. Als Sportlehrer mit Beamtenstatus kann man sich ggf.zeitlang freistellen lassen. Falls es nicht klappt und/oder der Vertrag nicht verlängert wird, kann man wieder in seinen alten Beruf zurück.


    Ein Trend ist die Trainerspezialisierung im Profibereich. Techniktrainer, Mentaltrainer, Torwarttrainer, Konditionstrainer, Scout, Videoanalytiker, ect. werden auf Dauer den typischen Co-Trainer ersetzen.


    Aufgrund dieser Spezialisierung gibt es dann auch andere Einstiegsmöglichkeiten. Wem die Detailarbeit viel Freude bereitet, der kann den Weg zum Chefcoach auch über einen Spezialisten-Einstieg mit einer entsprechenden beruflichen Ausbildung wagen.

    Hallo,


    gern möchte ich diese These ein wenig erläutern. Überall dort, wo nicht alle mitmachen dürfen, gibt es Auswahlverfahren. So auch bei den Stützpunkten des DFB. Dabei beruft man sich auf bewährte Kriterien, die Auslegung zur Erfüllung dieser Merkmale ist allerdings individuell. Die Sache hat aber mehrere Haken. Was gilt als maximale Erfüllung der Anforderungen? Ist es präzise Technik, Schnelligkeit, Fleiß, Mannschaftsgeist? Und wie lassen sich Individualität und Kreativität messen? Meistens sind unter den Ausgewählten auch ein guter Anteil von talentierten Feldpieler dabei. Weil aber die Selektion nach dem statischen Talentprinzip (in welchem Maße erfüllt das Talent die Merkmale zum Zeitpunkt X) und nicht dem dynamischen Talentprinzip (welche Leistungssteigerung wurde innerhalb des definierten Zeitraums erzielt) bei der Entscheidung wer als besonders förderungswürdig gilt, herangezogen wird, lassen sich lediglich begrenzte Aussagen treffen. Aufgrund der Methode jahrgangsweise zu Sichten fallen auch solche Talente häufig aus dem Raster, die aufgrund der Geburt in den letzten Monaten eines Jahres körperliches Defizite gegenüber den Älteren aufweisen. Bei den Torhütern ist dies sogar ganz extrem. Selten schafft es ein Bewegungstalent mit Mut und rascher Auffassungsgabe, wenn der nicht den Gardemaß-Vorstellungen seiner gestrengen Richter entspricht. Wer also glaubt, dass er ausgewählt wurde, weil er es verdient hat oder aus diesem Grunde nicht ausgewählt wurde, der irrt! Die Vorstellung, dass man beim Beobachten auch Messen kann, ist irrational. Wie will z.B. beim Küssen gleichzeitig die Intensität des Kusses messen? Die Verbindung zwischen rationalen Merkmalen und den irrationalen Vorstellungen, was das beste ich, ergibt immer ein irrationales Ergebnis. Ich hoffe, ich habe jetzt all denen Mut gemacht, die diesen Sport lieben und gern auch einmal leistungsorientiert spielen möchten. Wenn ich Torhüter sichte, dann schaue ich nur, wie der Keeper zum Ball geht. Wenn der/sie das so macht, wie ich es mir vorstelle, dann kann er "das bißchen Andere" auch immer noch lernen!

    Hallo,


    die von Günter beschriebene Methode der Konzentration jedes Einzelnen in seiner Gruppe wird von unseren niederländischen Nachbarn auch im Profibereich gern praktiziert. Als Steigerung der Konzentration verläßt der Trainer sogar während der Konzentrationsphase, in der absolute Ruhe herrscht, die Mannschaftskabine. In den Individualsportarten kann man zur Vorbereitung auf auf aussergewöhnliche Aufgaben die Methode der "inneren Meisterstimmung" nutzen. Dazu konzentriert man sich auf eine bestimmte Situation in der Vergangenheit, die besonders schwierig war, vor der man auch Angst hatte, die man aber mit Bravur "gemeistert" hat. Wichtig dabei ist aber auch die Vermittlung, dass selbst bei Nichterreichung des Ziels (z.B. Sieg) keinerlei negative Folgen zu erwarten sind. Allerdings ist das alles nix für 9-Jährige! Wenn man will, kann man sich ein paar Sachen aus der "amerikanischen Warmmachmethode" (in einer Reihe laufen und dabei rhytmisches Händeklatschen, auf die Brustklopfen, usw.) abschauen. Das finden die meisten Kids lustig und den Eltern macht es Spaß zuzuschauen.

    Hallo Alma .. und natürlich auch alle anderen!


    Das ist wirklich ein Problem mit deiner Tochter! Es gibt im Mädchenfussball keine vergleichbare Leistungsdichte wie bei den Jungen. Und wenn ein besonders talentiertes Mädchen keine qualitativ hochwertige Trainingsausbildung bekommt, dann ist das ziemlich schade. Gerade in den Jahren von 11 - 16 kann man bei talentierten Mädchen die technischen Fertigkeiten opitmal schulen. Wenn sie bereits 12 Jahre alt ist, so darf mein die notwendige Schnelligkeit voraussetzen, denn ohne die läuft heutzutage auch im Mädchen-/Frauenfussball nichts. Falls keine adäquarten Ausbildungsmöglichkeiten bestehen, kann alternativ auch im Jungenbereich eines gut geführten Vereins in der Nähe mitgekickt werden. In seltenen Ausnahmefällen spielen bereits 15-jährige Mädchen in der 1. Frauen-Profi-Mannschaft (z.B. 2. Bundesliga Nord) mit. Normalerweise sollte aber für einen Wechsel in einen Profiverein bis zum Abschluß der B-Jugend gewartet werden. Wichtig ist aber, dass die Tochter in alle wichtigen Entscheidungen einbezogen wird, sonst ist bei ihr der Spaß bereits vorbei, bevor es "so richtig losgeht" und der Fleiß und die Entbehrungen um ein vielfaches zurück gezahlt wird.

    Erst mal herzlich Willkommen!


    Wie du aus meinem "Nick" erkennen kannst, kümmere ich mich um die "Durchgeknallten" in der Mannschaft. Das Training besteht aus der Spielanalyse des letzten Spiels(was war prima, was nicht so gut - wie hat der Keeper die Situationen empfunden?) sowie Aufwärm-, Hauptteil- in Übungs- u. Spielformen sowie Abschlusspiel. Die zeitliche Gewichtung kann unterschiedlich sein. Bei den Übungen und Spielformen werden situativ bestimmte Abläufe, die nicht 100 %-ig funktionieren, "eingefroren". D.h. der Teill, der noch nicht o.k. war, wird erläutert und zwecks Optimierung wiederholt. Je näher der nächste Spieltag rückt, je intensiver wird der Keeper auf spezielle Stärken u. Schwächen des nächsten Gegners eingestimmt.


    Dazwischen kommen regelmäßige Besprechungen mit den Mannschaftstrainern.Wichtig ist bei neuen Keepern, dass man nicht zu viele "Baustellen" gleichzeitig aufmacht. Kleine Korrekturen kann man gleich probieren, bei etwas größeren Defiziten schrittweise ins Training einfließen lassen. Torwarttraining ohne Spielbeobachtungen bringt m.E. nicht so viel. Gerade in der A-Jugend machen Keeper noch sehr häufig Stellungsfehler. Die kann man besser im Punktspiel und extremeren Drucksituationen beobachten als im lockeren Trainingsspiel.



    Ich habe mir den Zeitaufwand eigentlich noch nie ausgerechnet. Wahrscheinlich würde ich danach sofort mit der Torspielerausbildung aufhören! Natürlich wird der Zeitaufwand für die Trainingsvorbereitung im Laufe der Zeit etwas kürzer, weil man aus dem etwas größeren Erfahrungsschatz profitieren kann. Auf der anderen Seite ist kein Torwart wie der Andere und genauso, wie "viele Wege nach Rom führen", ist es immer eine sportliche Herausforderung, den Keeper dort abzuholen, wo er in seiner persönlichen Entwicklung steht und ihn auf seinem Erfolgsweg zu begleiten. Und wenn dieser Weg dein Ziel ist, dann wirst du viel Spaß haben an deiner neuen Aufgabe.



    Wenn du die Chance hast, Trainer und TW-Trainer über die Schulter zu schauen, dann nutze sie auch zum Fragen (warum ist für euch das richtig und das falsch bzw. unter welchen Bedingungen ist es richtig oder falsch?) Habe auch keine Angst davor Fehler zu machen - die macht eigentlich jeder, auch nach Jahren noch! Und wenn du mit deinen eigenen Übungen, Spielformen und taktischen Kommentaren beginnst, dann lass dir ein Feedback geben. Nur, wenn du eine Rückantwort bekommst, kannst du aus Fehlern lernen.

    Hallo,


    ich lache mich nicht über den FD 21 schlapp, allerdings kommt mir das "Hinterlaufen" doch etwas zu früh in der systematischen Ausbildung junger Spieler vor. Für mich wäre da ein sicher getretener Pass und ein einfacher Passweg die Aufbuahilfe für spätere, etwas komplexere Übungsformen. Natürlich freut sich jeder Trainer, wenn mal ein besonders talentierter Spieler dabei ist, der variantenreich im Angriffsspiel ist und auch mal durch Hinterlaufen in eine gute Position kommt. Auch lasse ich mich gern belehren - wenn du glaubst damit Erfolg zu haben - dann mach es ruhig. Allerdings Lachen oder Ärgern tue ich mich trotzdem, wenn mir etwas merkwürdig vorkommt. So sah ich letztens in einem "Goal-Video" Szenen, in denen D oder C-Kicker aus kurzer Distanz Volleyschüsse aufs Tor abgaben. Der Keeper stand chancenlos da wie eine Schießbudenfigur! Übungsformen, bei denen der Keeper keine realistische Erfolgschance hat, tragen nicht zur positiven Entwicklung der Torspielerfähigkeiten bei. Meinst du nicht, dass man unabhängig von der Quelle das eine oder andere kritisch hinterfragen sollte?

    Hallo,


    ich möchte gern allen Trainerkollegen, die mindestens C-Jugend trainieren den Mut machen, in der Sommerpause mit der ballorientierten Taktik zu starten. Auf Dauer bedeutet das: weniger rennen, mehr Ballkontakte und vor allen Dingen mehr Spaß für eure Spieler. Habe letztens ein Spiel der A-Jugend-Regionalliga gesehen. Der Sieger spielte mit Libero! Dieses Team wurde von einem Ex-Regionalliga-Trainer geführt. Es ist davon auszugehen, dass ihm diverse Mannschaftstaktiken bekannt sind und er sich aber ganz bewußt für den Libero entschied. Den Grund konnte man auch ganz gut ausmachen. SeinTeam war auf einer Seite individual-teaktisch schwach besetzt. Das wollte der Gegner natürlich für sich ausnutzen und trug seine Angriffe immer wieder über diese Seite vor. Ich hatte mir gedacht, dass der Coach vielleicht nur in diesem Spiel mit Libero spielt, weil evl. Stammspieler verletzt waren. Mit nichten! Die Frage, die sich dem interessierten Zuschauer aber stellten war: soll man wegen individuelles Schwächen (hier fehlerhaftes 1:1 Defensivspiel) auf eine perspektivische Weiterentwicklung (für den Seniorenbereich) aller Spieler eines Teams verzichten? Für mich ein klares Nein! Jeder, der sich über einen längeren Zeitraum mit dem Thema Taktik auseinander gesetzt hat, weiß wieviel Mühe und Geduld in der praktischen Umsetzung abverlangt werden. Aber soll man deshalb nicht damit anfangen oder das Ganze unterbrechen bzw. abbrechen? Die einzige Antwort, die mir spontan nach dem Spiel dazu einfiel war: da hat wohl jemand Angst um seinen Trainerstuhl. Hier im Forum trainieren die meisten Kollegen im unteren oder mittleren Bereich. Ihr braucht doch gar keine Angst haben, dass da so viel schief geht! Also nur Mut! Wenn es wieder Winter wird, habe ich für die Interessierten eine schöne, ballorientierte Taktik für die Hallenrunde für euch. Damit kann man locker mal gegen Teams, die 1 - 2 Klassen höher kicken, Spiele gewinnen. Fussball verändert sich, nur der, der sich nicht ändert, wird auf Dauer zu den Verlierern gehören!

    Eigentlich ist dem Vorredner nicht viel hinzu zu fügen. Als ich aber auf den Link zu FD 21 geklickt habe, habe ich mich schlappgelacht. Da steht das "Hinterlaufen" tatsächlich als gruppentaktische Übung für 8 - 12 Jährige! Allerdings könnten das auf dem Bild eher C-Jugendliche sein. Es kommt aber noch "dicker"! Mit folgender Erklärung soll der Trainer seinen Kindern das "Hinterlaufen" verbal erläutern: "... Dabei sollte der Hinterlaufende fast im Rücken des Ballführenden sein und dann den Ball in den Lauf gelegt bekommen." Das ist ja nicht falsch, aber versteht das ein 8 - 12 jähriges Kind auch tatsächlich? Wer also heute noch nichts besseres vorhat, dem wünsche ich viel Spaß dabei! Er sollte aber nicht überrascht sein, wenn andere das Vorhaben für einen Aprilscherz halten?

    Das macht nix! Mißverständnisse kommen schon mal vor. Deshalb hier noch eine kleine Anekdote aus dem Leben. Es muss in der F- oder E-Jugend gewesen sein, als ich als interessierter Zuschauer am Spielfeldrand stand. Als der Spieler mit dem Einwurf zögerte, wollte ihm sein Trainer helfen und rief: "Los, zeigt euch"! Alle Spieler seines Teams zeigten nun brav, wie sie es in der Schule gelernt hatten, mit dem Finger auf. Aber keiner rührte sich von der Stelle. Die Zuschauer fingen an zu lachen. Der Trainer bekam eine "rote Bombe", hatte sich aber dann kurzerhand auch dazu durchringen können, mit den anderen diesen Moment zu "feiern".

    Hallo,


    also ich möchte ja nicht als "Besserwisser" daher kommen oder als Lehrmeister auftreten. Natürlich dürft ihr in der E-Jugend das Passspiel trainieren und auch vor dem Spiel darauf hinweisen. Aber das Hinterlaufen durch einen Defensivspieler aus der 4-er Kette hat als taktische Variante in dieser Altersgruppe noch nichts zu suchen. Und wäre es nicht einfacher, das Kind, was sich freilaufen soll, mit seinem Namen anzusprechen oder findet ihr Begriffe wie "Angebote machen" wirklich kindgerecht?

    Hallo Günter,


    na dann war der Abschied vom aktiven Sport ja doch nicht so schlimm! Vielleicht schreibst du deine Erfahrungen ja mal auf, wenn du etwas Abstand gewonnen hast. Da gibt es nämlich auch dringenden Handlungsbedarf! Es wird sehr viel über Verantwortung gegenüber der Jugend gesprochen. Leider versteht man aber etwas Unterschiedliches darunter. Talenten verbaut man den Weg. Und Kinder, die lediglich zum Spaß kicken wollen werden von "Motzkis" drangsaliert. Man könnte noch eine Reihe von Facetten beschreiben, in der die Realität leider ganz anders sind, als sie in den Medien häufig dargestellt werden. Aus der Not heraus geboren wird z.B. das Aachener Kinderfussball-Modell. Aber kann das wirklich die grundsätzliche Einstellung darüber, dass junge Spieler als "Vereinsmaterial" sachlich verwaltet werden, ändern. Kinder wieder in den Mittelpunkt der Betrachtung stellen - müßte das Thema sein. Davon sind wir derzeit leider weit entfernt! Es braucht aber "Kämpfer", die nicht beledigt klein beigeben, sondern den Mut haben, sich für Veränderungen einzusetzen. Es heißt zwar: der Klügere gibt nach, aber warum sollen denn immer nur die Dummen gewinnen?

    Hallo Günter!


    Ich kann es dir so richtig nachempfinden. Da opfert man jahrelang seine Freizeit, muss sich obendrein von selbsternannten Experten, die in Wirklichkeit nur von Vereinsmeierei besessen sind (zuhause nicht zu sagen haben, aber im Verein auf dicken Hosen machen) lassen, was Sache ist. In solchen Momenten die Brocken hinzuwerfen, wer kann das nicht verstehen? Aber, für wen hast du das Ganze wirklich gemacht? Für die Vorständler, denen häufig nur die 1. Seniorenmannschaft etwas wert ist oder für die Kinder? Waren es nicht die freudigen Kinderaugen, die dich jahrelang angestrahlt oder auch die Kullertränchen, die mal getröstet werden wollten, die dir die Selbstbestätigung gegeben haben? Wozu macht man das alles - doch nur für die Kinder! Und wenn Mannschaften deshalb abgemeldet werden müssen, weil sich keine Trainer finden, dass finde ich das immer schade!


    Deinen Groll kann ich verstehen, aber warum sollst du wegen des Geschwätzes einiger Personen das, was du dort in jahrelanger mühevoller Arbeit dir für die Kinder aufgebaut hast, einfach so aufgeben. Vielleicht überlegst du es dir ja noch mal?!?