Beiträge von TW-Trainer

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    Hallo,


    die meisten hier aufgeführten Sachen finde ich gut, aber man erlebt auch heutzutage noch oft genug Unfug auf den Fussballplätzen. Hier mal einige Beispiele:


    Stretching-Übungen: Manche Träiner glauben, dass würde vor Verletzungen schützen - Blödsinn!


    Torschießen: Alle Spieler stellen sich in einer Reihe auf. Während die Letzten in der Reihe bereits frösteln, hat der Keeper längst keinen Bock mehr auch noch hinter dem 33-sten Ball her zu hechten!


    Taktik-Besprechung bei den Kleinen: Trainer (meist ohne Lizenz) haben das eine oder andere im Fernsehen aufgeschnappt und


    meinen, man müsse jetzt das "Fachwissen" unbedingt "an den Mann" bringen. Das tauchen dann Fachbegriffe, wie "Hinterlaufen", "Angebote machen" ect. auf. Die Kleinen nicken brav, wissen aber überhaupt nicht, was gemeint ist.



    Die Wahrnehmung ist eigentlich schon eine seperate Betrachtung wert. Nur ein kleiner Ausschnitt dazu: wer mehr als 3 Punkte anspricht, verschwendet bereits Zeit. Wer Begriffe wie: "wir dürfen nicht ...." oder "dieser Fehler darf auf keinen Fall ..." sollte sich darüber im Klaren sein, dass dies keine positive Wirkung (wissenschaftlich erwiesen) bei seinen Spielern haben wird. Weitaus mehr verinnerlicht als Worte wird die verwendete Mimik und Gestik. Also die Hände aus den Hosentaschen! Wer das nicht glauben will, kann ganz einfach mal nach dem Spiel den ein oder anderen Spieler fragen, was er noch von dem, was vor dem Spiel gesagt wurde, weiß? Er wird überrascht sein!

    Nach mehrheitlicher Meinung in diesem Forum müsste der Trainer das moralische Recht haben, den störenden Jungen aufgrund, seines Hausrechts "im festen Griff" persönlich an die Eingangspforte des Vereinsgeländes zu begleiten. Dieses moralische Recht habe der Trainer vor allem auch deshalb, weil der Junge und/oder sein Vater Rache wegen des Rausschmisses am Verein üben wollten. Schließlich müßten Regeln zu respektvollen Umgang für alle gelten und die, die sich nicht daran halten, aus dem unmittlebaren Einflussbereich entfernt werden.



    Nach jurisitscher Bewertung reduziert sich das Ereignis jedoch darauf, ob und welche Schmerzen der Junge erlitten hat. D.h. wie groß war der blaue Fleck und inwieweit kann der Junge evl. erlittene Schmerzen glaubhaft (ggf. durch Zeugen) dem Gericht vortragen. Das Gericht hat weiterhin zu prüfen, ob die Einsicht, Absicht und Verhältnismäßigkeit bei den Handelnden gegeben waren bzw. welche kausalen Zusammenhänge sich ergeben.


    Begriffe, wie Rache gibt es im deutschen Rechtssystem nicht mehr. (Deshalb basiert die Bestrafung immer auf die Möglichkeit einer Weidergutmachung (Resozialisation). Das Racheprinzipg im Gesetz gibt es im Rechtssystem einiger US-Bundesstaten noch. D.h. ein Mörder wird als Rache für Tötung eines Menschen mit dem Tod bestraft.) Das Gericht urteilt nicht nach moralischen Vorstellungen, sondern nach den Gesetzen.

    Also, das Gerichtsurteil aus der Schule nützt hier gar nichts. Dafür sind m.E. die Unterschiede zu groß. Es besteht Schulpflicht, so dass der Lehrer verpflichtet ist, ohne Verzögerung einen angemessenen Unterricht durchzuführen. Es ist hier unangemessen, auf evl. herbeigerufene Polizeibeamte, die dann das Kind (notfalls unter Gewalteinwirkung) abführen oder aber durch die Eltern abholen zu lassen. Auch hier war zu prüfen, ob die Aktion der Lehrerin angemessen war oder ob sie vorsätzlich, fahrlässig Schmerzen verursacht bzw. zur Durchsetzung ihrer Ziele billigend inkauf genommen hat.


    In beiden Fällen kann man sich auf das Hausrecht berufen. Aber war die Aktion des Trainers angemessen? Wie lange wurde der Junge gezogen - erlitt Schmerzen? Wurde zwischendurch gefragt, ob er den Rest des Weges freiwillig gehen möchte? Wie schwerwiegend war die Verletzung (Bluterguss)? Wie lange hätte es gedauert, bis der Junge von Eltern oder Polizei hätte abgeholt werden können? Da dies offensichtlich bei der Entscheidung nicht in Betracht gezogen wurde, bin ich gespannt auf das Urteil?

    Die taktische Umstellung auf eine 4-er Kette zieht eine Veränderung der gesamten Mannschafttaktik nach sich. Über die Auswirkungen wurde ja schon ziemlich ausgiebig informiert. Bis vielleicht auf eine: der Torwart wird hinter einer 4-er Kette zum Torspieler, weil er Teilaufgaben des Liberos übernehmen muss (z.B Flanken des Gegners in die Schnittstelle der 4-er Kette ablaufen). Dementsprechend muss das Stellungsspiel des Torspielers angepaßt werden. Ich kenne C-Jugend-Bezirksliga-Teams, in der mit Libero gespielt wird. Ja, ich habe auch B-Jugend-Teams auf Landesebene gesehen, die mit einem "verkappten Libero" gespielt haben. Natürlich spielen die das nur, weil es hin und wieder vorkommt, dass Abseitspositionen nicht gepfiffen werden und weil sie nicht absteigen wollen. Auch kennen sie Probleme beim Übergang vom Gegner- zum ballorientierten Spiel. Selbstverständlich stellt man Fehler fest, wenn z.B. die Abstände innerhalb der Kette nicht eingehalten werden, die Abstände zwischen Mitteilfeld und Abwehr zu groß sind, nicht weit genug aufgerückt wird, der Keeper zu tief steht. Was ich damit sagen will, es ist nicht der Schiedsrichter - sondern der Trainer, dessen Aufgabe es ist, diese Dinge während des Trainings zu entwickeln und ggf. zu korrigieren! Ich finde es aber gar nicht schlimm, wenn während der Übergangsphase mit einem "verkappten Libero" gespielt wird. Er spielt mal als Innenverteidiger in der Kette. Werden Außenverteidiger mit noch Erfahrungen in der Kette eingesetzt, dient er als zusätzliche Absicherung (verkappter Libero). Sonst würde der Gegner diese Schwäche wahrscheinlich rasch erkennen und seine Angriffe immer wieder auf die Seite vortragen. Im Jugendbereich gibt es manchmal auch nicht homogene Teams - da muss man nicht unbedingt 100 %-ig prinzipientreu sein - ein Kompromiß kann manchmal halt besser sein!

    Na, das ist ja schon wieder so ein Fall, wo man nur noch mit dem Kopf schütteln kann. Da wird ein Junge 9 Jahre lang von seinem Vater trainiert. Es ist ein hoffungsvolles Talent geworden, hat die Möglichkeit zu richtigen Zeitpunkt (C-Jugend) in einem Leistungsteam zu spielen und dann legt der Heimatverein Steine in den Weg und verlangt der Heimatverein eine "Ablöse". Manche Verbände (z.B. www.nfv.de) haben Online-Trainsferrechner, wo man direkt die Summe und/oder Sperrzeit ermitteln kann. Nun ist sicherlich unstrittig, dass dem (gemeinnützigen) Heimatverein Kosten entstanden sind für dieses Kind, welches über den Mitgliedsbeitrag hinausgeht. Die Kosten in gleicher Höhe entstehen allerdings auch bei allen anderen Spielern, die den Verein nicht verlassen, bzw. später ausscheiden, weil sie mit dem Fussballspielen aufhören. Würde man aber die 9 Jahre unentgeltlichen (ebenfalls gemeinnützigen)Trainerstunden dagegen rechnen, so wäre es moralisch mehr als verwerflich, dem Jungen diesgezüglich irgendwelche Steine in den Weg legen. Hinzu kommt, dass ja die meisten den Sprung in den Profibereich leider nicht schaffen und dann, wenn sie "in Frieden" aus dem Heimatverein gegangen sind, auch gerne wieder zurück kommen. So aber verprellt man Spieler wie auch Trainervater. Was soll man dazu noch sagen? Man könnte als Trainer-Vater natürlich die "fiese Karte" ziehen, damit drohen, den Jungen ab sofort in keinem Punktspiel mehr für seinen Heimatverein einsetzen. Kann wäre die zu erwartende Sperre wahrscheinlich für die kommende Saison im neuen Verein "abgesessen" und der Heimatverein würde in jedem Fall leer ausgehen! Vielleicht mag es ja ein wenig trösten. Ich kenne einen ähnlich gelagerten Fall. Hier hat der Heimatverein hat auf eine "Ablöse" verzichtet, weil der Vater auch weiterhin im Heimatverein trainiert.

    Kann Chris nur beipflichten. Die Trainingszeit ist viel zu wertvoll, um sie ohne Ball zuzubringen. Wenn aber Kondition und Kraft die Voraussetzung für Technik sind, so sollte man den beiden erstgenannten Erfolgskomopneten durchaus Beachtung schenken. Doch zunächst einmal zum Verständnis eine Frage: Was nützt die ganze Technik eines Spielers, wenn er schon nach 10 Minuten nicht mehr die Kraft und die Kondition hat, um vor seinem Gegenspieler am Ball zu sein? Wer sich das Spiel des VFB Stuttgart gegen Barcelona einmal unter dem Aspekt der Laufanteile angesehen hat, dem ist sicherlich aufgefallen, dass die Stuttgarter viel längere Wege gegangen sind, aber keine echte Torchance besaßen. Barcelona seinen Gegner desöfteren durch im Tempo wechselndes Kurzpassspiel vorführte und m.E. zu recht deutlich gewann. Diese alte Weissheit: wer die meisten Zweikämpfe gewinnt, gewinnt auch das Spiel, gehört in die Vitrine des guten alkten Fussballs früherer Jahrzehnte. Es kommt auf die entscheidenden Duelle an, die unmittelbar zum Torerfolg oder zur Torverhinderung führen! Leider gibt es hierzulande immer noch diese Doppelpaßübungsorgien. Auch soetwas gehört auf den Prüfstand! Sicherlich führt im untersten Jugendbereich beim Kleinfeldspiel kein Weg am Doppelpaß vorbei. Jedoch benötigt man bei 11-er Mannschaften andere Mittel zum Erfolg. Wie uns die Spanier bereits bei der letzten Europameisterschaft sehr erfolgreich vormachten, werden beim "Ticki-Tacki" permanent Dreiecke mit kurzen Abständen gebildet, bei der defensiv - Räume zugemacht - der Gegner zu Fehlpässen gezwungen wird und im offensiven Falle immer eine alternative Anspielstation vorhanden ist. Sprint- und Ballkontakthäufigkeiten lassen sich durchaus nützlich miteinander verbinden. Um ein gutes Team zu bilden sollte der Schwerpunkt immer auf die Verbesserung der individuellen, gruppen- und manschaftsbezogenen fussballerischen Quaitäten gelegt werden. Aber bitte nicht durch monotone und nicht mehr erfolgversprechende Trainingsmethoden! Es gibt nach wie vor keinen sicheren Beleg dafür, das gutes Training auch gute Spieler macht, es ist aber durchaus wahrscheinlicher! Diese Hoffnung sollte Anreiz genug sein für jeden Trainer, sich die Mühe eines systematisch aufgebauten Trainingsprogramms zu machen.

    Einen Wechsel vor der C-Jugend ist dann nicht ratsam, wenn sich das Kind im Stammverein wohlfühlt. Es braucht seine Freunde und Spielkameraden weitaus mehr, als Siege in Mannschaften mit fremden, besseren Spielern. In seinem Heimatteam ist das Kind ein Leistungsträger im Team. Die sportliche Herausforderung ist hoch. Im stärkeren Team ist er einer von Vielen. Ob das "Ausnahme-Team" jetzt mit ihm 15:0 oder ohne ihn 13:0 gewinnt, spielt dabei gar keine Rolle. Und da man die Gegner, gegen die man anschließend spielt, dadurch schwächt, dass man deren beste Spieler zu sich holt, handelt es sich lediglich um eine Täuschung über wahre Leistung einzelner Spieler. Über langjährige Beobachtung konnte festgestellt werden, dass sich ein Wechsel aus sportlichen Gründen vor der C-Jugend in den seltensten Fällen positiv auf die weitere Leistungsentwicklung ausgewirkt hat.


    Was kann man machen? Man kann hochtalentierten Kindern aus der Umgebung 1 x wöchentlich ein qualitativ hochwertiges Training anbieten. So hat man die Gelegenheit, die Kids während der Zeit vor der C-Jugend zu fördern und sie in ihrer Entwicklung (sportlich und charakterlich) zu beobachten. Im Falle einer beidseitigen Übereinstimmung kann man sie dann zum richtigen Zeitpunkt holen.

    Neben den generellen Einwänden, die hier schon genannt wurden, ergibt sich in der Jugendordnung § 9, Absatz 2.c und § 9, Absatz 4 eventuell eine Ausnahme (Wortlaut der Bestimmungen siehe weiter unten). Falls in der G-Jugend an Blocktagen oder auch sonst Freundschaftsspiele ausgetragen werden, kann jederzeit gewechselt werden.



    Auf einen weiteren Punkt möchte ich aber noch eingehen. Hier wird als Argument für die "berechtigte Sperre" eines Kindes genannt, dass ja die Möglichkeit zur Vermittlung der sozialen Kompetenz des Kindes durch den Trainer dadurch stark eingeschränkt wäre, wenn dieses Kind jederzeit den Verein wechseln könne. Also bei dieser waghalsigen These sträuben sich mir die Nackenhaare! Natürlich sollte die Idealbesetzung eines Trainers auch daran mitwirken, dass die Kinder anständige Charaktere bekommen. Habe im Laufe der Jahre auch reichlich Kontakt zu Profis bekommen. Bis auf ganz wenige Ausnahmen waren das alles feine Menschen, denen ich nicht nur ob ihrer außergewöhnlichen sportlichen Leistungen großen Respekt zolle. Aber weder Kindergartenerzieher, noch Steißtrommler in den Schulen und schon erst recht keine Fußballfreizeitakrobaten sollten sich in den Kernpunkte der elterlichen Erziehung einmischen. 40 Jahre DDR sollte als Beispiel reichen, um sich über die Nachteile der außerhäuslichen (verstaatlichten) Erziehung durch deren Vermittlung einer sozialen Kompetenz ein Bild machen zu können.




    c) Vereinswechsel außerhalb der Wechselperioden I und II


    In allen anderen Fällen kann die Spielerlaubnis für Pflichtspiele im laufenden Spieljahr


    ausschließlich unter den Voraussetzungen des § 11 Jugendordnung erteilt


    werden, wobei die Wartefristen, berechnet ab dem letzten Einsatz in einem Pflichtspiel,


    3 Monate bei G- bis jüngeren D-Junioren bzw. 6 Monate bei älteren D- bis AJunioren


    nicht überschreiten darf (§ 8 Abs. 3 JO).




    (4) Die Wartefrist entfällt, wenn ein Juniorenspieler während des Laufes einer Wartefrist


    nur in Freundschaftsspielen mitgewirkt hat und zu seinem bisherigen Verein zurückkehrt.




    Zunächst einmal zu deiner Frage, woher ich meine Erfahrungen habe? Nein, ich werde mich nicht "outen"! Sonst würde vielleicht der eine oder andere denken - na, wenn der das sagt, wird das schon stimmen. Es ist auch gar nicht nötig, denn soweit liegen unsere Meinungen gar nicht auseinander. An anderer Stelle erwähnte ich bereits, dass ein guter Torspieler auch immer ein guter Feldspieler sein sollte. Worauf ich aufmerksam machen wollte, ist die besondere Bedeutung des Keepers. Er ist ein Spezialist und braucht ein spezielles Training und Betreuung, um wirklich gut werden zu können. Wenn ich dich richtig verstanden habe, meinst du die Torspielerrotation im unteren Kinder- und Jugendbereich. Auch da kann ich nur beipflichten. Der spätere Keeper sollte alle Positionen und Situationen kennengelernt haben. Nur dadurch sammelt er die notwendigen Erfahrungen, die ihm helfen Situationen auch fussballerische bestmöglich zu lösen. Es ist aber nicht zwingende Voraussetzung, dass ein Keeper im älteren Jugend- oder Seniorenbereich über das gleiche Leistungsniveau seiner Feldspieler verfügt. Umgekehrt ist es nicht notwendig, dass ihn jeder Feldspieler gleichwertig ersetzen können muss. Den Idealfall, dass einer auf obersten Niveau im Feld und im Tor spielen kann, habe ich noch nicht erlebt - auf mittlerem Niveau mag es da durchaus welche geben!

    Natürlich besteht die Gefahr, dass wenn ein Keeper zu früh auf die Torwartposition fixiert wird, seine Feldspielerfähigkeiten darunter leiden. Dies ganz besonders, wenn er auch im Training, Test-, Freundschafts- und Pokalspielen immer nur "den Kasten hütet". Es ist jedoch ein ziemlicher Irrglaube zu meinen, wenn er alle infrage kommenden Torspielersituationen durch seine Feldspielererfahrungen besser lösen könnte. Er kann lediglich den Ball besser annehmen und passen. Wie er diese Fähigkeiten bestmöglich defensiv und offensiv einsetzt, kann er nur durch spezielles Torspielertraining und ausreichend Praxiserfahrungen erlernen. Soll der Keeper irgendwann einmal hinter einer 4-er Kette stehen, braucht er darüberhinaus umfassende Individual- und Gruppentaktikschulungen.

    Hallo,


    also das mit der Lizenz kann man Vergleichen mit Autofahren. Du hast gelernt, was du machen sollst. Dazu zählen auch altersgerechte Trainingsmethoden. Ob du das dann das Erlernte auch anschließend machst, hängt ganz von dir ab. Ich glaube, wir haben im Fussballtrainerbereich aber noch ganz andere Probleme. Die, die ihre G-Jugend-Kicker um den See laufen lassen, gehören meist zu der größten Gruppe der Trainer. Die haben nämlich gar keine Lizenz. Die sind zufällig an diesen Job gekommen, weil`s kein anderer machen wollte und die Mannschaft sonst abgemeldet werden müßte. Der Jugendwart ist häufig überfordert. Auch er gehört zu der Gruppe, die überredet (nicht überzeugt) wurde und findet keinen Weg, wie man die Jungtrainer zu einer Trainerausbildung bringen könnte. Dezentrale Schulungen werden von den Verbänden erst ab einer Beteiligungsquote von mindestens 10 Trainern angeboten. Aber schon der Versuch für 3 Trainer einen Termin zu vereinbaren, scheitert aus beruflichen Gründen. Da braucht man über ein 120 Stunden umfassende Ausbildung mit Erwerb der C-Lizenz gar nicht erst nachzudenken! Genau hier wäre ein Ansatz vom DFB darüber nachzudenken, wie man durch die modernen Medien die dezentrale Trainerausbildung verbessern kann. So hat z.B. fast jeder einen Internet-Anschluß. Warum also nicht die unterste Stufe per E-Learning anbieten. Hier kann der Teilnehmer seine Lerngeschwindigkeit selbst bestimmen und sich dann, wenn er Zeit und Lust, weiterbilden. Das allein reicht aber noch nicht! Es bedarf der praktischen Unterstützung vor Ort. Das DFB-Mobil muss leider in die Kategorie "nicht mal als Tropfen auf den heißen Stein geeignet" als gescheidertes Modell angesehen werden. Zur weiteren praktischen Unterstützung vor Ort sollten dezentrale Trainerausbilder geschult werden. Die müssen kurzfristig und nach Bedarf von den Vereinen abrufbar sein. Ich denke, das Ganze kann dann auf fruchtbaren Boden wachsen, wenn man sich seitens des DFB auf möglichst wenig Theorie und ein großes Maß an praktischer Wissensvermittlung einstellt. Für jeden guten Tipp sind die unerfahrenen Trainer dankbar. Ständige Belehrungen darüber, dass der Trainer mit Übernahme seines Amtes 24 Stunden am Tag Vorbild in allen Lagen des Lebens zu sein hat, braucht keiner. Trainer sind auch nur normale Menschen mit Stärken und Schwächen. Wenn aber ein Trainer ein Herz für Kinder hat, das wird er auf jeden Fall sein Bestes geben und die Kinder werden davon profitieren!

    Durch die Einführung der Sperrmöglichkeiten und ab dem älteren Jahrgang der D-Jugend zusätzlichen Zahlung von Ausbildungsentschädigungen sind einseitig Vereinsinteressen in den Vordergrund gestellt worden. Der Wechsel eines Kindes in einen anderen Verein ist nach meiner Meinung reine Privatsache und geht weder dem Verein noch dem Verband etwas an. Warum soll ein Kind, dessen Hobby das Fussballspielen ist, an einem Wechsel gehindert werden? Weil es eine Vielzahl von Gründen geben kann, sollte es vielleicht eine Beratung durch eine dritte, neutrale Stelle geben. Eine Sperre oder gar Aufhebung der Sperre durch Zahlung einer Entschädigung (vielleicht sogar durch die Eltern) darf es aber nicht geben. Ich hoffe und wünsche mir, dass bald mal jemand einen Musterprozeß anstrengt, denn nach dem "Bosmann-Urteil", wonach die freien Berufsausübung nicht eingeschränkt werden darf, sollte es auch ein "Kinderfussball-Urteil" geben, wonach dem Kind jederzeit und ohne Angabe von Gründen ein Vereinswechsel ohne Auferlegung einer Sperre oder Kostenübernahme (durch Eltern oder Aufnahmeverein) zu gestatten ist.

    Es entbrennt von Zeit zu Zeit immer mal wieder der Streit darüber, was wichtiger ist: das sportliche Können des Trainers oder dessen padagogischen Eigenschaften? Sicherlich ist wohl ein guter Kompromiß aus beiden Leistungen das Beste! Weil die allermeisten Trainer mit C-Leistungslizenz im Jugendbereich tätig sein werden, ist es von großer Bedeutung, dass sie technische Übungen korrekt vormachen können. Und etwas korrigieren können bedeutet auch, dass man weiß, wie es richtig funktioniert! Was ein wenig auf der Strecke bleibt, ist die Taktik. Zwar werden verschiedene taktische Konzepte behandelt, wenn es aber darum geht zu erläutern, wann warum mit welcher Taktik gespielt werden soll - wird "die Luft doch etwas dünn". Selbst bei der B-Lizenz wird sehr großer Wert auf die strukturierte und kontinuierliche Ausbildung von Jugendleistungsmannschaften gelegt. Erst in der A-Lizenz darf man so richtig "Rasenschach" spielen. Was mir bei all diesen Lizenzen aber fehlt ist eine integrierte und fundierte Ausbildung im Torwarttrainerbereich. Da kommt man allenfalls in den Bereich des Vermittelns von Grundtechniken. Aber was nützen einem die Erkenntnisse, worauf geachtet werden soll und welche Fehler häufig gemacht werden, wenn man vom gesamten Torwartspiel nur einen Bruchteil mitbekommt. Wahrscheinlich erkennen die meisten guten Trainer auch, was ihr Keeper im Detail falsch macht, wissen aber meist nicht, wie sie es korrigieren können. Hier sind uns die Niederländer mit einer einheitlichen Torspielertrainerausbildung sowie im Profibereich mit der Videoanalyse haushoch überlegen. Aber man soll die Hoffnung ja nicht aufgeben, dass auch eines Tages der DFB reagiert, wenn sämtliche gute Keeper der Bundesliga nur noch aus dem Ausland kommen, bzw. dort ausgebildet wurden!

    Die Hauptmotivation zur Einführung von 9-er Teams ist nicht, wie man meinen möchte, die Förderung des Nachwuchsfussballs, sondern die Konseqenz aus den Auswirkungen des Geburtenrückgangs. Würde man keine Anpassung vornehmen, hätte dies fatale Folgen, weil in Gebieten mit geringer Bevölkerungsdichte Mannschaften aufgelöst werden müßten und teilweise kaum noch ein regelgerechter Punktspielbetrieb in den Ligen stattfinden würde. Ganz kleine Vereine werden aufgelöst, bzw. in Größere. In manchenVereinen wird es nur noch eine einzige 11-Mannschaft bei den Senioren geben. Mit dem Slogan: die Zukunft im Fussball ist weiblich, versucht man bereits jetzt die zu erwartenden Mitgliederlücken von morgen zu schließen. Denn wenn es nicht gelingt, durch mehr Mädchen und Frauenfussballmannschaften die Einbrüche im Jungen- und Männerbereich abzufangen, wird der Fussball an Bedeutung verlieren. Was liegt da näher, als aus dem zu erwartenden Übel eine Tugend zu erklären? In der geringeren Mannschaftsgröße liegt auch eine Chance. Neben den bereits angesprochenen Vorteilen einer besseren technischen Ausbildung durch mehr Ballkontakte könnte man auch früher und intensiver mit der Schulung von mannschafts-, gruppen-, ja sogar individual taktischen Elementen des Fussballs starten. Allerdings kommen in den "Sammerschen Ausführungen" die dann notwendigen Mehraufwendungen für einen erhöhten Lehrauftrag des DFB und der Verbände noch nicht vor! So werden wir die weitere Entwicklung und die erwarteten entscheidenden personellen Veränderungen in der DFB-Zentrale bis nach der WM in Südafrika abwarten müssen.

    Ob jemand zu einem Spitzentorwart wird, läßt sich natürlich nicht in diesem Alter sagen. Die Prognose bei Feldspielern des gleichen Alters zu stellen ist aber ebenso unwahrscheinlich. Dennoch kann ich von guten Erfolgsaussichten sprechen, weil man die Kids, die keine Angst davor haben, mal einen Ball ins Gesicht und in den Magen zu bekommen, mit umfassendem Training fordert und fördert. Nach durchschnittlich 12 Monaten intensivem, 1 x wöchentlichenTraining war eine breite Basis für die weitere Entwicklung gelegt worden. Zu dieser Basis zählt aber zu einem guten Teil die beidfüssig Ballarbeit. Für den überwiegenden Teil des Nachwuchses war dies der Startschuß in den mittleren bis höheren Leistungsbereich. Dort, wo es nicht geklappt hat, waren es die Einwände der Eltern, die den Leistungswillen der Kids ausgebremmst haben. Wünschen würde ich mir allerdings, wenn das Thema ein wenig differenzierter betrachtet wird. So wurden Torhütereigenschaften angesprochen, die erst in späteren Jahren voll ausgeprägst sind, aber in Ansätzen auch schon früher vorhanden sind. In späteren Jahren sind diese persönlichen Charaktereigenschaften Voraussetzung für den Einsatz in der Leistungsspitze. Die Art, wie ein Keeper zum Ball geht, verrät einen erfahrenen Torwarttrainer schon, ob die notwendigen Voraussetzungen gegeben sind. Techniken kann man erlernen und verbessern, mit dem Erlebnis eines haltbaren Balles in Rückstand zu geraten, können aber längst nicht alle klarkommen. Das Leben eines Keepers im Erwachsenenbereich besteht daraus, im Durchschnitt 10 - 15 Bälle pro Spiel abzuwehren. Gelingt ihm dies, ist er der Held, klappt es nicht, ist er der Depp. Dazwischen liegen die Beurteilungen nur, wenn der Keeper bis auf ein paar Rückpässen beschäftigungslos war. Und wenn man bedenkt, welchen hohen Trainingsaufwand der Keeper dafür betreibt, muss man wohl davon sprechen, dass das auf Dauer nur durchgeknallte Typen packen.

    Hallo,


    wie bereits an anderer Stelle beschrieben, kann man in jedem Alter Torwarttraining anbieten. Man darf aber in jedem Alter nicht vergessen, ausreichend Möglichkeiten zur Verfeinerung der fussballerischen Fähigkeiten anzubieten. Richtig bemerkt wurde, dass im unteren Bereich immer Beides (Feldspieler- und Torspielertraiing) vermittelt werden soll. Das bereits beschriebene Buch ist sehr empfehlenswert. Leider beschäftigt es sich kaum mit den ganz kleinen Anfängern. Für die gibt es auch auch schon jede Menge Übungen, die den Kleien auch richtig Spaß machen.



    1. Torabstoß (in der Halle oder draußen, wenn kein Wind vorhanden ist)


    Richtige Abstöße zu erlernen hat weniger mit Kraft und mehr mit Technik zu tun. Kinder im unteren Alter lernen zwar viel durch Vormachen des Trainers und anschließendem Nachmachen. Aber dass hat natürlich alles auch seine Grenzen. Die Grundtechnik für den Abstoss kann man mit viel mehr Spaß anhand eines Luftballons (statt eines Fussballs) vermitteln.


    Statt eines Fussball, einen Luftballon verwenden. Das Kind darf Versuche mit und ohne Anlauf machen. Erreichte Entfernung wird jeweils mit einem Hütchen markiert. Die Kids können sich hier ausprobieren und merken selbst, dass bei zu tief angesetztem Schuss der Luftballon lediglich in den Himmel steigt, aber sich kaum vorwärts bewegs. Anders herum wird bei einem zu hoch angesetzten Schuss der Ballon nur ein wenig über den Rasen oder Hallenboden rollen. Die Schußmethode mit der weitesten Entfernung wird nun geübt und die Kinder können anhand des immer weiter entfernten Hütchen an Ort und Stelle miterleben, wie es immer weiter hinaus geht. Das Zeigen des Trainers soll durch Mimik und Gestik unterstützt werden, viele Worte braucht es nicht.


    2. Richtiges Abrollen


    Ein sehr häufiges und schmerzhaftes Erlebnis gibt es dann, wenn das richtige Abrollen nicht beherrscht wird und der/die Kleine sich beim Hechtsprung nach dem Ball das Knie in den Bauch gerammt wird. Zur Vermittlung dieser Grundtechnik bietet sich folgende Steigerungsübung an. a. zunächst setzt sich der Keeper auf den Boden und der Trainer rollt ihm den Ball zu. Der Keeper verlagert nun sein Gewicht zur Seite und greift mit beiden Händen nach dem Ball. Der Torwart spürt nun, wie er ohne zusätzliches Abstücken durch die Hände (die ja den Ball greifen) über seine Schulter abrollt. Wenn diese Übung zur rechten, wie zur linken Seite klappt, darf sich der Keeper hinknien und das Abrollen über den Oberschenkel/Hüfte/Schulter üben. Dazu wird wieder der Ball zur linken und rechten Seite gerollt. Das Rollen ist auch deshalb zu empfehlen, weil der Trainer darüber eine höhere Präzision und dosierte Ballgeschwinigkeit hinbekommt. Zum Abschluß folgt nun das Abrollen aus dem Stand. Zunächst die Kinder als "Trockenübung" die Gewichtsverlagerung, die Körperstreckung und das Abrollen üben lassen. Erst, wenn das klappt, mit Ball üben!


    3. Fangen und Herauslaufen


    Fast noch wichtiger als das richtige Fangen eines Balles ist das richtige Herauslaufen (Ablaufen eines Balles). Sehr häufig beobachtet man, dass die Kleinen regungslos auf der Linie verharren, bis der gegnerische Schuss erfolgt. Dabei würden sie mit rechtzeitigem Herauslaufen sehr viele gegnerische Angriffee folgreich stoppen können. Das ist in diesem Alter gar nicht so einfach, weil hier die "Tiefensicht" kaum vorhanden ist. D.h. das Kind kann die Geschwinigkeit, mit der Ball und Gegner auf sein Tor zukommen, noch nicht so genau einschätzen. Man kann es aber durchaus gut üben, wenn man weitere Hütchentore vor dem Kleinfeldtor aufbaut. Die Aufgabe besteht dann daraus, dass der Keeper den gerollten Ball durch schnelles Herauslaufen noch vor dem ersten Hütchentor erreichen und aufnehmen soll. Bitte diese Übungen nicht zu häufig wiederholen. Zwar werden die Kleinen nicht so rasch müde, aber dafür läßt die Konzentration sehr rasch nach. Besser weniger und dafür auf genaue Durchführung der Übung achten.


    Übungen für die richtigen Fangtechniken findet man sowohl in dem Buch als auch in sehr vielen anderen Lektüren, weshalb hier darauf verzichtet werden kann.


    4. Spielbeobachtung


    Für die "Trockenübung" benötigt man ein Absprerrband oder ähnliches. Das Band wird mit ausreichend "Spiel" an den beiden Pfosten festgebunden. Der Trainer postiert sich ca. 5 Meter vom Tor entfernt mit einem Ball an der Seitenauslinie. Auf Kommando ergreift nun der Keeper das Band. Während der Trainer im Halbkreis langsam den Ball vorm Tor her dribbelt, begleitet ihn der Keeper im Abstand von 2 -3 Metern und läßt dabei das Band locker durch die Hände gleiten. Der Trainer stoppt immer wieder mal den Ball, worauf auch der Keeper innehält. Auch wechselt der Trainer mit dem Ball die Richtung. Wenn der Keeper diese Übung gut beherrscht, wird der Ball nicht nur gedribbelt, sondern auch aufs` Tor in Richtung Torwart gekickt. Es genügt, wenn der Keeper den Ball lediglich stoppt und zurück passt.



    Der Phantasie der Übungsvielfalt sind kaum Grenzen gesetzt. Durch die Abwechslungsvielfalt entstehen gute Fortschritte und wenn der Spaß (durch viel Lob unterstützt) immer im Mittelpunkt steht, dann wachsen gute Talente heran. Korrekturen sind wichtig. Beim Erlernen einer neuen Technik soll es aber genügen, zunächst nur auf den elementaren Ablauf zu achten. Feinheiten kommen später. Der Torwart ist aber nur eine Positon im Fussballspiel. Es bedarf eines speziellen, separaten Trainings dafür. Genauso viel Trainings- und Spielzeit sollte der Keeper in diesem Alter aber auch auf den anderen Feldspielerpositionen verbringen dürfen, denn ein guter Torwart wird nur dann aus ihm, wenn er auch zu einem guten Feldspieler reift. Eine lineare Erfolgsentwicklung bei Keepern habe ich bislang noch nicht festgestellt. Wenn plötzlich Koordinationsabläufe, die vorher gut geklappt haben, nicht mehr richtig funktionieren, war meist ein Wachstumsschub des Keepers die Ursache dafür erfolgt. Andere Veränderungen, nennenswerte Gewichtszu-/abnahme, Schulwechsel und anderen Veränderungen im sozialen Umfeld können die Leistungen genauso beeinflussen. Auch vergessen die Kleinen schon mal etwas, allerdings läßt sich das Erlernte mit ein wenig Geduld rasch wieder auffrischen.


    Wem das Torwarttraining Spaß macht, sollte selbst so fit sein, dass er die Grundtechniken vormachen kann. Das präzise Werfen von Bällen kommt von allein mit der Übung. Von Vorteil ist auch die Beidfüssigkeit des Trainers, damit der reale Situationen rechts-, wie auch linksfüssig simulieren kann. Wenn diese spezifischen Fähigkeiten noch mit einem sehr guten Beobachtungsvermögen, verbaler Erklärungsfähigkeit und positiver Lebenseinstellung gekoppelt ist, dann werden die Kinder mit viel Freude zum Training kommen und die Erfolge werden nicht ausbleiben.

    Hallo Coach,


    bei euch läuft ja so ziemlich alles aus dem Ruder! Von wegen festen Torwart in der F-Jugend ... aus gesundheitlichen Gründen! Falls der kurzsichtig ist, dafür gibts Sportbrillen oder warum das der sich nicht auch mal wie die anderen auf dem Feld austoben. Ihr wisst wohl gar nicht, was man einem Kind damit antut, wenn man ihm sagt, du bleibt hier auf der Linie stehen und störst die anderen nicht beim spielen. Und Eltern, die einen "Fänger" in der F-Jugend verlangen, haben ebenfalls einen an der Schüssel! Und in der F-Jugend nach Leistungsmerkmalen sieben, ist ja wohl das Schlimmste, was man sich ausdenken kann. Soetwas kann nur herauskommen, wenn Leute, die per Zufall zum Fussball geraten sind, mit Maßstäben des Erwachsenensports auf kleine Kinder losgelassen werden. Wenn ihr also kindgerechte Lösungen wollt, dann setzt euch schnellstmöglich mit jemanden (erfahrenen, lizensierten Trainer) zusammen, der etwas davon versteht! Wenn du es selbst in die Hand nehmen willst, rate ich dir, melde dich rasch zu einem Trainerlehrgang an. Das wird dir nicht nur in dieser Situations sehr helfen!

    Sorry Karl!


    Das habe ich vergessen zu erwähnen. Da haben keine Kinder gekickt, sondern erwachsene Frauen aus dem Leistungsbereich! Die kamen sich zunächst schon etwas komisch vor, als wir Trainer von Ihnen verlangten, in diesem kurzfristig anberaumten Freundschaftsspiel ohne Schiri zu spielen. Uns ging es aber darum das "pure" Leistungsvermögen zu erkennen. Dazu braucht man nicht unbedingt einen Schiedsrichter. Auch ist es ja den nach und nach herbei strömenden Zuschauern zunächst gar nicht aufge-fallen, dass gar kein Schiedsrichter vorhanden war, weil alles problemlos zwischen den erwachsenen Frauen geregelt wurde. Erst, als einer der Trainer zur Halbzeitpause rief, gab eine breite Entrüstung darüber, dass sich soetwas ja wohl nicht gehöre, ohne Schiedsrichter zu spielen. Es waren also weder die Trainer noch die Spielerinnen, die sich daran gestört haben. Auch ist es nicht so, dass das Spiel ohne Schiedsrichter nur in unteren Klassen, wo ja bekanntlich immer nur um "die goldene Ananas" gespielt wird, funktioniert. Und wenn doch der Name: "Freundschaftsspiel" Titel dieser Begegnung ist, warum soll man dann vermuten, dass bewußt Fussballregeln mißachtet werden sollen. Es hat im gesamten Spiel kein böses Foul gegeben. Man schätzt, dass in einem 90-minütigen Spiel ca. 70 Minuten reine Spielzeit übrig bleiben. Hier waren es gefühlte 85 Minuten!

    Hallo,


    wir haben am Wochenende wegen des Ausfalls eines Punktspiels kurzfristig ein Freundschaftsspiel anberaumt. Deshalb war auch kein Schiedsrichter eingeladen das Spiel zu leiten. Nach ca. 5 Minuten gab es eine strittige Entscheidung, ob ein Ball als Aus oder als Eckball zu werfen ist. Einer meinte: "das ist doch Sch ...! Wir brauchen einen Schiedsrichter." Kurzerhand entschied ein Trainer, dass es einen Abstoss gibt und die Situaiton war somit geklärt. Von nun an klärten die beiden Teams Foulspiel, Abseits usw. ohne Hilfe von Außen. Es entwickelte sich ein munteres Spiel auf beiden Seiten, wobei wir Trainer uns auf ganz wenige Kommentare beschränkten. Nach und nach gesellten sich immer mehr Zuschauer zu Spiel. Erst, als ein Trainer die Teams zur Halbzeitpause rief, entbrannte eine Diskussion zwischen den Zuschauern, die offensichtlich bis dato noch gar nicht gemerkt hatten, dass der "schwarze Mann" fehlte. Man war sich rasch einig, dass soetwas ja wohl ungeheuerlich wäre. Die Regelkonformität würde untergraben. Selbst bei einem D-Jugend-Freundschaftsspiel gehöre es sich, das Duell durch einen Schiedsrichter leiten zu lassen! Selbst der Hinweis, dass auf den Stützpunkten die Talente auch ohne Schiedsrichter ihre Spiele austragen, nützte nichts. Nein, zum Fussball gehöre ein Schiedsrichter, egal, ob es sich um ein Freundschafts-, Pokal- oder Punktspiel handele. Nach dem Spiel gönnten sich die Teammitglieder noch ein kleines Pläuschchen mit ihren Gegenspielern, so dass es einige Zeit dauerte, bis die Teams den Rasen verlassen hatten. Die schienen jedenfalls (fast) kein Problem damit gehabt zu haben, während man bei einigen Zuschauern den Eindruck nicht loswerden konnte, dass man selbst bei einem Freundschaftspiel jemand braucht, auf den man schimpfen kann, wenn das richtige Team zum falschen Ergebnis kommt. Leider wurden dann Tore der favorisierten Mannschaft so überschwenglich gefeiert, dass es auch schon fast in Richtung Beleidigung für das andere Team ging. Fazit: Unter Trainer waren wir uns einig, dass man durchaus auf Schiedsrichter im Freundschaftspiel verzichten kann. Aber die Zuschauer müssen sich wohl erst daran gewöhnen.