Beiträge von Follkao

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    Kids mit intrinsischer Motivation z.b. finde ich evtl. Sympathischer.

    Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Ich möchte da aber gar nicht vom Sypathie sprechen - eher davon, dass diese Spieler einem Trainer Spaß machen.

    Abgesehen davon, gibt es Eltern, die gerne "schleimen" beim Auswahl-/Stützpunkttrainer und auch deswegen werden dann Kinder bevorzugt. Ist bei uns im Verband definitiv so, hab ich schon selbst mitbekommen. Klar kommen dann Kinder, deren Leistung einfach stimmt, auch ohne Geschleime weiter, aber es kommen dann eben auch welche weiter, die sonst evtl. aussortiert würden.

    D.h., dass sich am Ende Leistung immer durchsetzt. Mag sein, dass die letzten 20% des Kaders nach anderen Gesichtspunkten besetzt werden. Aber wie erstrebenswert ist es, zu diesen 20% zu gehören?

    Ihr schreibt ja alle, ja ja, die Spielform ausgebildeten das sieht man ganz klar, dass die spielformausgebildet sind. Aber sind die auch viel besser im Vergleich zu denen die auch Übungsorientiert trainiert haben? Dass ist doch das Entscheidene mitunter bei einer Leistungstruppe. Gibt es iwas, was das belegen würde. Also ein richtig konkretes Beispiel?


    Lg

    Mit wissenschaftlichen Studien kann ich nicht dienen. Aber mit persönlichen Beobachtungen.
    Der krasseste Unterschied zwischen den beiden Spielergruppen liegt für mich im Verhalten nach einer eigenen Aktion. Für den Übungsform-Spieler ist die Situation nach der eigenen Aktion zunächst vorbei. Er braucht eine "Schaltzeit", um in die nächste Situation zu kommen.
    Für den Spielform-Spieler ist die Situation mit der eigenen Aktion nicht vorbei.
    Der eine schaltet nach der eigenen Aktion (kurz) ab - der andere nicht.

    ich schreibe es gibt keine idealtechnik für alle gleich. Die gibt es aber mit Sicherheit für jeden Individuell. Und ein paar Sachen find ich sind auch gesetzt. Wenn ich einen flachen Pass mit der Innenseite spielen will, versuche ich den Ball

    Möglichst mittig/mittig zu treffen mit Standbein in Spielrichtung im Optimalfall.

    Fußballfachlich stimme ich Dir da vollkommen zu. Aber welches Verhalten ist im Spiel sinnvoller: Ich nehme wahr, dass ich unter Gegnerdruck gerate und spiele deshalb schnell einen technisch unsauberen Pass, der aber ankommt? Oder ich nehme den Gegnerdruck nicht wahr, nehme mir die Zeit für den technisch einwandfreien Pass, für den es dann aber zu spät ist?

    Ich gehe jetzt in die 6. Saison mit deutlich spielformorientiertem Training. Bei 100% bin ich nicht - eher bei ca. 80%.
    All diese Erfahrungen von Trainer E habe ich auch gemacht.
    Wenn ich Spieler aus unterschiedlichen Mannschaften übernehme, sehe ich sehr schnell, wer bisher einen hohen Anteil an Spielformen genossen hat.

    Eine ganz persönliche Erfahrung habe ich während der trainingslosen Corona-Zeit gemacht. Wir hatten kleine Videotrainings gemacht, die der Mannschaft dann als Video wieder zur Verfügung gestellt wurden. Ich habe mir davon keinen großen Trainingseffekt versprochen. Es ging nur darum, gemeinsam etwas zu machen, was sich irgendwie nach Fußball anfühlte, obwohl man sich nicht treffen konnte.
    Die Übungen habe ich mir von den zahlreichen Youtube Stars geholt und meiner Mannschaft per Video vorgemacht. Ich fand die schon beim Vormachen stinklangweilig. Mit der entsprechenden Wiederholungsfrequenz wurde es dann noch langweiliger. Habe der Mannschaft später Respekt dafür gezollt, dass sie diesen Kram mitgemacht hat.

    die-trainerin

    Welche Möglichkeiten gibt es denn für Dich?

    Hinschmeißen wäre die einfachste Lösung. Aber das willst Du doch gar nicht.
    Sieh es mal von einer anderen Seite: Wenn diese 23 D-Jugendlichen zuverlässig sind, würde es sogar für zwei Mannschaften (1x7er, 1x9er) reichen (könnt Ihr bei Euch 7er melden?). Entweder sind sie also nicht zuverlässig (dann hast Du mit der Kadergröße kein Problem) oder man wollte dem Konditions-Kollegen keine eigene Mannschaft geben. Das spricht dafür, dass man Eure bisherige Arbeit besser als seine einschätzt. Ich finde die Unterscheidung der Trainerhackordnung zwischen Co und Chef in einem Trainerteam, meistens unwichtig. In Deinem Fall wäre es aber wohl wichtig, sie einzuhalten.
    Wenn ich neue Kollegen bekomme, setze ich mich vor der Saison mit ihnen zur Besprechnung des was/wie/wann zusammen.
    Bezüglich des "Was" mache ich keine Kompromisse; bzgl. des "Wie" nur wenige. Wenn man an der Stelle erkennt, dass man zu weit auseinander liegt, macht die Zusammenarbeit keinen Sinn.

    Der Vorstand schlug jetzt daraufhin vor, eine D1 mit 14 bis 15 Spielern zu gründen und den Rest einmal die Woche von einem Trainerteil trainieren zu lassen.

    Das wirkt wie ein Versuch, die "überschüssigen" Spieler rauszuekeln.


    EnterTrainer

    Werden da irgendwelche alten Rechnungen mit Dir beglichen? Das ist ja mal heftig, wenn man das, was im letzten Jahr praktiziert wurde (Jungjahrgänge in der D1) jetzt auf keinen Fall mehr will. Stattdessen fördert man beim Folgejahrgang den "Verein im Verein".

    Hier ist es auch schwierig ein Gesamt-Konzept zu entwickeln. Um so konkreter es wird, um so schwieriger ist es für die Trainer umzusetzen.

    ...und deswegen wird man ein solches Konzept auch nie bis auf Übungsebene detailliert ausformulieren. Macht auch gar keinen Sinn. Dann wäre es kein Konzept mehr, sondern ein Trainingsplan.

    Beispiel nur der E-Jugend bei uns. Fünf Mannschaften.

    E1: Gute/talentierte Kicker, die hoch motiviert zum Fußball kommen.

    E5: Gute Jungs, die aber Fußballerisch teilweise echt schwach sind.

    E2 - E4 sind irgendwo dazwischen.


    DFB-Übungen überfordern Kinder und Trainer der E5 garantiert.

    Alle 5 Mannschaften können sich durchaus mit denselben Themen beschäftigen. Sie werden es aber auf einem unterschiedlichen Niveau machen. Wenn das Thema beispielsweise offensives 1:1 heißt, wird Eure E1 sicherlich mit mehr Tempo auf einem kleineren Raum arbeiten können. Daraus folgend wird man die Spielformen anders aufbauen. Trotzdem beschäftigen sich E1 und E5 mit dem Thema offensives 1:1 und beide Mannschaften können das mit einem hohen Anteil an Spielformen bearbeiten.

    Kannst du (oder jemand anders) etwas dazu sagen, ob das rechtlich abgesichert wäre? Mein Jugendleiter sagt bspw., dass es wohl mächtig Ärger geben könnte, weil wir von Seiten des NFV ja eben noch keine Spiele bestreiten dürfen.

    Der NFV hat kein Verbot ausgesprochen, sondern die niedersächsische Landesregierung. Insofern würde es mich wundern, wenn den NFV das überhaupt interessiert.

    Wenn Du in NRW bist, musst Du Dich an NRW-Bestimmungen halten. Wenn Du in Nds bist, an die niedersächsischen.

    Als Trainer musst Du Dich halt fragen, was im vermutlich unwahrscheinlichen Fall einer Infektion, die auf dieses Spiel zurückzuführen wäre, auf Dich zukäme. Kann man Dir in dem Fall Fahrlässigkeit vorwerfen? Keine Ahnung.

    Vorher musste man nicht für seine Grundrechte demonstrieren. Eine Ausgangssperre gab es seit dem zweiten Weltkrieg nicht mehr.

    Wir hatten eine Ausgangssperre? Upps... Habe ich gar nicht gemerkt...


    Ich wohne in einer Region Niedersachsens, aus der man mit vertretbarem Aufwand nach NRW fahren kann. Langsam aber sicher startet hier der Testspieltourismus Richtung Süden...


    Wer Neues vom NFV weiß , kann es ja schreiben .

    Ich glaube der NFV würde lieber heute als morgen Kontaktsport erlauben. Die Landesregierung tut's bislang halt nicht.

    Goodie

    Normalerweise mache ich ein Training, das zu 80% aus Spielformen besteht. Bei den "Distanzspielformen" gehen mit jetzt langsam die Ideen aus. Generell machen die halt nicht denselben Spaß wie Vollkontaktspielformen.

    Ihr seid in NRW. Das, was bei Euch trainiert werden kann, würde ich gerne trainieren.

    Wie läuft eigentlich eine Spieleraquise ab, wenn man nicht selber ein NLZ oder mind. Oberliga Team mit Perspektive hat? Das ist nur reine Neugier. Muss man ein Netzwerk aufbauen oder eine Reputation im jeweiligen Ort als Meistertrainer haben?

    Es gibt da unterschiedliche Herangehensweisen. Die Frage, die man klären muss, ist "Was kann ich bieten?"

    Wenn ich eine attraktive Spielklasse bieten kann, ist es am einfachsten. Die ist für jeden auf den ersten Blick klar ersichtlich. Manche sprechen dann Jahr für Jahr Masse an, in der Hoffnung, dass ein paar dabei sind. Andere sprechen sehr selektiv und positionsbezogen an. Dafür muss man die einzelnen Jahrgäne aber schon beobachten - und zwar ober- und unterhalb der eigenen Spielklasse. Es hilft da übrigens, wenn alle mitmachen. Z.B.: B-Jugend sucht einen Außenstürmer, C-Jugend-Trainer nennt ihm einen auffälligen Alt-Jahrgang-Spieler eines Gegners der ablaufenden Saison. Eine seriöse Vorgehensweise ist es, den aktuellen Verein zunächst über die Kontaktaufnahme zu informieren.

    Kannst Du mit der Spielklasse nicht locken, kann das Argument trotzdem die Qualität der Jugend sein. Gutes Ausbildungsniveau, ordentliches Auftreten, positives Vereinsimage etc...

    Hast Du da auch nix zu bieten, kann das nur über die Mannschaft laufen. Das finde ich aber recht dünn...

    Und wer will, der musste unterschreiben, sich daran zu halten und darauf zu achten - auf eigene Verantwortung.

    Der ehrenamtlich tätige Trainer muss bei Euch das alleinige Risiko auf sich nehmen? Wenn zwei Spieler sich trotz Verbotes zur Begrüßung abklatschen sollten, ist der Trainer dafür vernatwortlich? Puuh... Ich glaube nicht, dass ich mich in diesem Verein wohlfühlen könnte...

    jedoch Training ohne Spielformen und Abschlußspiel wird auf Dauer wird hoffentlich nicht uncool für die Jungs.

    Hier in Niedersachsen sind wir jetzt in der 3. Trainingswoche. Ja, ich muss Deine Befürchtung bestätigen. Ein Training, bei dem Du von vornherein weißt, dass Du nicht in den Infight kommst, ist auf Dauer nur mäßig interessant.


    Woran erkennt man in diesen Zeiten einen Optimisten? Er kommt mit Schienbeinschonern zum Training...


    Bei jeder Trainingsplanung zermartere ich mir das Hirn, wie ich eine Spielform hinbekomme, die den Abstand gewährleistet, spielnahe Elemente hat und eine gewisse Dynamik erfordert.

    Normalerweise dosiert man die Dynamik meistens über Zeit- und Gegnerdruck. Das ist z.Zt. sehr schwierig.
    Natürlich rede ich mir ein, versteckt andere Elemente zu schulen. Wenn man mit Zonen arbeitet, in die z.B. nur ein Spieler darf, schult man damit Umblickverhalten und Kommunikation - aber es bleibt dabei: Es fühlt sich für die Spieler nicht wie Fußball an.


    Wenn ich in diesem Thread lese, welcher Aufwand teilweise betrieben wird, um 100%-ige Sicherheit herzustellen, wirkt das schon abschreckend auf mich.
    Selbstverständlich haben wir seitens des Vereins Vorgaben. Die wichtigste Vorgabe heißt dabei "Abstand". Wir haben keine Einbahnstraßen eingezeichnet und ich muss weder Bälle noch Hütchen desinfizieren. O.k. - wir haben ein recht weitläufiges Gelände, auf dem man sich aus dem Weg gehen kann...

    Würde ich eine Mannschaft trainieren, die den Abstand nicht weitesgehend alleine einhalten kann; müsste ich sie mit der Stoppuhr vom Platz lassen oder Trinkzonen einteilen wie für die Raucher auf dem Bahnhof... Ich glaube, dann würde ich entscheiden, dass diese Mannschaft noch nicht die Reife hat, um unter den derzeitigen Bedingungen zu trainieren.

    wir haben mit 6 Kids als Abschlussspiel auf je 2 Tore (wie beim Funino) Im Tischkickeraufbau gespielt. 11 Zonen 2 *7m.

    In der Art habe ich das auch gemacht. Sieht dann ungefähr so aus:20200520_105835.jpg

    In der Angriffszone macht dabei eine Gesamtkontaktbegrenzung Sinn.


    Hier spielt ein Verteidiger gg. 3 Angreifer, die sich nur auf einer Linie bewegen dürfen.
    Zeit begrenzen und jeder ist mal Verteidiger. Wer bekommt die wenigsten Tore.
    Ggf. kann man für den Verteidiger noch ein Kontertor pro Angreifer installieren.

    20200520_105443.jpg


    Ich denke das ist selbsterklärend:

    20200520_110150.jpg

    Wichtig ist, dass Tore auch diagonal erzielt werden dürfen. Hat schöne Auftaktbewegungen und Finten bei der Richtung der Ballmitnahme provoziert.

    Die Trainingseinheiten sind nicht schlecht, auch wenn Spielformen sehr fehlen.

    Ich möchte mich gar nicht damit abfinden, dass das Training komplett ohne Spielformen ablaufen muss. Ich mache z.Zt. Unterzahlspielformen mit Zonenbindung. Selbst, wenn er nicht an seine Zone gebunden wäre, machte es für den/die Defensiven dabei meistens keinen Sinn, in den Zweikampf zu gehen. Ziel dieser Spielformen ist es, immer wieder einen Passweg zu schließen. Passempfänger kann dabei auch Minitor sein.
    Von den letzten drei Trainings hat das 2x ganz gut funktioniert.

    Also unabhängig von den einzelnen Übungen wollte ich Mal Fragen, wie die Meinung der anwesenden zum Training für F und G Jugend unter den Vorgaben ist. Haltet ihr das in den Altersklassen überhaupt für durchführbar?

    Nein. Das halte ich für nicht machbar. Bei uns im Verein geht's sogar erst ab D-Jugend los.

    Es geht also bei dieser 100-Euro-Nummer "nur" um das Geld?

    Die dafür notwendige Zeit wäre nicht das Thema?


    Wenn es so ist, bin ich völlig bei dir - ich finde es unmöglich, dass ein Ehrenamtlicher das selber zahlen soll (klar, hab ich auch alles schon gemacht, aber als Jugendleiter bin ich strikt dagegen, dass meine Trainer sowas zahlen sollen, sowas übernimmt bei uns der Verein).

    Sehe ich zu 100% genau so.

    stefan1977
    Ich höre oft, dass der Aufwand für den C-Schein als zu hoch angesehen wird. Ich habe diesen Aufwand gar nicht also so hoch empfunden. Wichtig waren für mich gar nicht die wenigen Theorieeinheiten im Seminarraum. Die kann man tatsächlich auch in webinarform abhandeln. Viel wertvoller war das Ausprobieren und Erleben auf dem Platz. Und das auch, wenn die Teilnehmer die Trainingsgruppe für andere Teilnehmer bilden.
    Wer schon vorher viel gelesen hat, wir in der Theorie oft tatsächlich nicht viel neues aus dem Lehrgang mitnehmen - in der Praxis aber schon.


    Du kommst aus dem NFV-Land? Im letzten Jahr hat die H96-Fußballschule zum Kindertrainer-Tag geladen. Die Einladung ging an alle Vereine in Niedersachsen. War nicht kostenlos aber sehr interessant. Hat Dein Verein Euch die Teilnahme (natürlich auf Vereinskosten!) angeboten?

    Was mir hier fehlt wären einfach größere Online-Anteile oder etwas wie der Junior Coach für Papa-Trainer.

    Hast Du schon einmal die regional angebotenen Kurzschulungen besucht? Du kannst die für dich passende Altersklasse aussuchen und bist mit ca. 2 Stunden dabei.

    Es geht bei mir aber ausdrücklich um mich als einen Papa-Trainer ohne hohe Ambitionen bei der Trainer-Karriere.

    Das eine schließt das andere gar nicht aus. Man braucht auch nicht hohe Ambitionen zu haben. Wenn Du Interesse und Spaß daran hast, Dich zu verbessern, hast Du schon mehr als viele andere... So ist schon aus manchem Papatrainer ein Nicht-Papatrainer geworden. Ich hatte damals den Plan, meinen Sohn zwei Jahre durch die F-Jugend zu begleiten und meine Trainerkarriere wieder zu beenden. 12 Jahre ist das jetzt her. Meinen Sohn trainiere ich schon lange nicht mehr.

    Und ist es nicht so, dass Vereine für Lizenztrainer höhere Förderungen bekommen können?

    Sorry, bin mir hier überhaupt nicht sicher ob es stimmt. Aber ich meine so etwas mal gehört zu haben.

    Das Gerücht hört man immer wieder.
    Fakt ist: In Niedersachsen fördert der Landessportbund die Beschäftigung einen lizensierten Trainers mit 1/3 (max. 5€ pro 45-Min-Einheit) der erhaltenen Vergütung. Dieser Zuschuss ist also für den Trainer - nicht für den Verein. Dass Geld fließt, lässt sich der LSB m.W. auch nachweisen. 1/3 von nix ist aber nix...