Beiträge von Follkao

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    -Nils-
    Insgesamt habe ich 9 Jahre E-Jugenden trainiert. All diese Jahrgänge (dürften so 120-130 Kinder sein) konnten selbst die Verantwortung für das Abmelden übernehmen. Natürlich brauchten einige zunächst auch Unterstützung durch die Eltern ("Hast Du daran gedacht, Dich abzumelden?") - aber sie können es.

    Was die Dokumenationen angeht: Wenn Du etwas belegen kannst, machst Du Dir in Diskussionen mit den Eltern das Leben leichter. Dich scheint dieses Gespräch mit der Mutter ja genervt zu haben - hätte mich auch genervt. Hast Du Zahlen/Daten/Fakten in der Hand, weiß sie, dass Deine Entscheidungen belegbare Gründe haben. Ansonsten vermute ich, dass Du (mit dieser Mutter) noch viele Gespräche dieser Art führen wirst.


    Ich habe in vielerlei Hinsicht gänzlich andere Meinungen als Follkao, bin aber natürlich dankbar für seine Sichtweise.

    Die letzte Diskussion, wie Du sie hier beschrieben hast, hatte ich vor über 10 Jahren. Kann natürlich daran liegen, dass ich mit den 120 - 130 Elternpaaren einfach Glück hatte...

    Das halte ich für ein wenig übertrieben. Ich sollte stichhaltig argumentieren können, warum wer wie lange gespielt hat, aber das muss ich nicht auf Papier belegen können. Also bitte. Bist du Beamter?

    Nein, bin ich nicht. Aber ich muss tatsächlich Kunden bei Eskalationen oft den Wind aus den Segeln nehmen...

    -Nils-

    Ist wie die Frage nach der Henne und dem Ei. Spielt er wenig, weil er sich im Training nicht reinhängt oder hängt er sich im Training nicht rein, weil er sowieso wenig spielt?

    Es geht bei Dir um eine E-Jugend, richtig?
    Grundsätzlich kannst Du nur "Vergehen" (durch z.B. Spielzeitenreduzierung) sanktionieren, die vorher als Regel definiert wurden. Wenn Du vorher definiert hast, dass mangelhaftes Sozialverhalten Auswirkungen auf die Spielzeiten hat, ist es vollkommen o.k., das auch so durchzuziehen. Deine Regeln musst Du mit den Kindern besprechen und ggf auch diskutieren; die Eltern solltest Du (möglichst bei einem Elternabend) über die Regeln informieren - diskutieren würde ich die Regeln mit den Eltern nicht.
    Auf jeden Fall musst Du die Trainingsbeteiligung dokumentieren. Wenn es die Regel gibt, sich rechtzeitig abzumelden,musst Du auch das dokumentieren. Sollte das wiederum durch Spielzeitenreduzierung sanktioniert werden, musst Du die Verantwortung für das Abmelden auf die Kinder übertragen. Ansonsten bestrafst Du Kinder für die Dusseligkeit ihrer Eltern. E-Kinder können diese Verantwortung selbst übernehmen.

    In Zukunft musst Du auf die Frage, warum ein Kind weniger gespielt hat, also antworten können "Er hatte in den letzten 4 Wochen eine unabgemeldete Trainingsabwesenheit von 37,5% und hat in der letzten Woche die Regeln A, B und C missachtet."
    Natürlich müssen diese Regeln im gleichen Maße für alle gelten - auch für die "Leistungsträger".

    Ich sagte auch, dass sich das Kind im Training anbieten kann und zeigen kann, dass es einen Platz in der "Startelf" verdient hat.

    Dahinter steckt ja die Denke, dass das Training die Vorbereitung für das Spiel ist. Hat für mich im Kinderfußball nichts zu suchen. Das Spiel ist das Anwenden des im Trainng gelernten. Ob jemand im Training 40, 60 oder 100% Gas gegeben hat, wirst Du kaum objektiv beurteilen können.

    Wir sind Trainer in Vereinen, die dem DFB angehören. Die Stützpunktförderung ist eine in der U12 beginnende Fördermöglichkeit des DFB, dem wir über unsere Vereine angehören.
    Natürlich kann man bzgl. der Stützpunkte unterschiedlicher Meinung sein. Dass ein Trainer die Förderung des Verbandes boykottiert, weil ein Spieler evtl. wechseln könnte, ist für mich ein Unding.
    Ob ein Spieler am Stützpunkt teilnimmt, entscheiden der Stützpunkttrainer, der Spieler und dessen Eltern - aber ganz bestimmt nicht der Trainer des Heimatvereins.

    Ich muss Dir aber recht geben, ja beim SPiel kommt dann ein "Geh da mal richtig ran".


    Was tun?

    Das Richtige zu tun, fällt leichter, wenn man weiß, was das richtige ist.

    Wenn die individualtaktischen Grundlagen vermittelt wurden, wirst Du ihn ggf. mit wenigen Coachinghinweisen dahinbringen, sie anzuwenden. Er ist jüngere D. Ich gehen nicht davon aus, dass das defensive 1:1 schon komplett abgearbeitet wurde. Das, was bearbeitet wurde, kannst Du aber durch kurze Coachingschlagwörter nach vorne holen.
    Beispiel: Es geht ins frontale 1:1. Der Coachinghinweis könnte sein "Dribbelfuß" und er weiß, welche Vorgehensweise jetzt dran ist. Oder 1:1 im Rücken des Gegners. Hier könnte ihn der Hinweis "Innere Linie" in die richtige Startposition bringen. Es geht dabei nur darum, durch einen Hinweis, das abzurufen, was Ihr im Training bearbeitet habt.

    let1612

    Gehöre zu der Generation, die sich daran noch erinnert. Er hat aber nur bei seinem Outfit auf Aberglaube gesetzt. Bzgl. der Aufstellung war der Trainer frei. Wenn ich mich recht erinnere, wurde daraus ein Blauer-Pullover-Medien-Hype, mit dem er viel Aufmerksamkeit von der Mannschaft auf sich gezogen hat. War damals schon recht clever...

    denkt doch auch mal von der Trainerseite, wir reden hier über einen Verein der sehr ambitioniert ist mit Aufstieg und Abstieg. Wenn der Verein über der Landesebene 3-4 Spiele verliert, ist der Trainer seinen Job los und hat mächtig Druck von Eltern und Verein. Schon ganz häufig erlebt.

    Das wissen wir noch gar nicht.
    Es gibt Vereine, die im Leistungssport unterwegs sind und es gibt Vereine, in denen manche oder alle glauben, im Leistungssport unterwegs zu sein.
    Leistungssport – Wikipedia

    Wenn man dieser Definition folgt, gibt es in Deutschland abseits der NLZ keinen Leistungssport. Deshalb auch die Frage nach der Spielklasse. Unterhalb der Regionalliga kann man im DFB-Land in der C-Jugend definitiv nicht von Leistungssport sprechen.
    Und da ich mir nicht vorstellen kann, dass ein Regionalligatrainer bei seiner Aufstellung auf Aberglauben setzt, ist da wohl ein Trainer und/oder ein Verein am Werke, der sich größer sieht, als er ist.
    Andererseits deshalb die Frage, ob die Mannschaft zusammengeholt oder aus dem Verein gewachsen ist. Heißt also: Hätten die Spieler (oder zumindest die Eltern) wissen können, worauf sie sich da einlassen?

    Das ist wohl wahr. Hättest du denn ne Idee, wie man dem entgegen wirken kann, wenn diese Strukturen leider etabliert sind?

    Einerseits sind da natürlich mannschafts- und altersgruppenübergreifende Events.

    Z.B.: Ganz einfach eine gemeinsame Saisoneröffnung. Bratwurstbude, Getränkebude, Hüpfburg, Mannschaftsbilder im Trikot von ALLEN, ein gemeinsames Bild von ALLEN, irgendein Spiel (Testspiel Herren, 1. Saisonspiel irgendwer...)

    Das gemeinsame Bild von allen ist übrigens sehr beeindruckend. Endlich erkennt man mal wie unglaublich viele WIR als Verein sind.
    In diesem Zusammenhang ist Stickerstars übrigens auch recht interessant...


    Bei bestehenden "Verein-im-Verein"-Strukturen wird das allerdings kaum reichen.

    Ich sehe da keine andere Möglichkeit, als diese Strukturen durch regelmäßiges neues Zusammenstellen von Mannschaften aufzubrechen. Z.B. Mischen von Jahrgängen und/oder Bildung leistungshomogener Mannschaften ab einr bestimmten Altersklasse.

    Das ist aufwändig und erfordert jedes Jahr viel Arbeit und Diplomatie seitens der Jugendleitung. Setzt aber auch voraus, dass man die Mannschaften entsprechend melden kann. Wenn jeder von vornherein weiß, dass die Mannschaft ab einer bestimmten Altersklasse (E/D - wann auch immer...) neu zusammengestellt wird, reduziert man die Diskussionen.
    Eine andere Möglichkeit ist regelmäßige Trainerrotation. Überall dort, wo man vornehmlich mit Elterntrainern arbeitet, ist das natürlich schwierig.

    Aus einem anderen Beitrag kristallisiert sich die Frage, was einen Verein attraktiv macht.


    Idealerweise liegen die Aufgaben auf vielen Schultern verteilt und alle können sich gut leiden. Aber häufig ist das auch anders.


    Was hilft, was hemmt?

    Für mich wird der Verein zu oft als Dienstleister angesehen. Verein bedeutet aber, vereint -also zusammen- etwas zu machen. Der Mitgliedsbeitrag ist halt keine Flatrate für Vereinsangebote.


    Ein zweiter wichtiger Punkt ist für mich der "Verein im Verein". Ich beobachte oft, dass Mannschaften (inkl. Elternschaften) ein Eigenleben führen und vom Verein quasi abgekoppelt sind.


    Das A und O, um dem entgegenzuwirken, sind für mich mannschafts- und Alterklassenübergreifende Vereinsveranstaltungen. Dann hat man auch nicht so große Probleme, wenn man die Mannschften auch mal anders zusammenstellt. Und gerade das halte ich für wichtig, um dem "Verein im Verein" entgegenzuwirken.

    Eine Sperre wegen Nichtzustimmung des alten Vereins ist im NFV in dieser Altersklasse nicht möglich.

    Die Abmeldefrist beim alten Verein ist allerdings am 30.06. abgelaufen. Das Wechselfenster ist durchaus noch offen.
    Wenn der alte Verein in der neuen Saison keine Mannschaft in ihrer Altersklasse stellt, gilt die Abmeldefrist nicht und sie können sofort spielberechtigt werden. Ansonsten wären sie erst zum 01.11. spielberechtigt. Die Regelung auf das letzte Pflichtspiel ist in diesem jahr ausgesetzt.

    Ferner hat der alte Verein die Möglichkeit, die Abmeldung auf den 30.06. rückzudatieren. Man kann das also lösen, wenn man mit dem alten Verein spricht.

    Ich habe mir angewöhnt, in solchen Fällen keine Ratschläge zu geben. Die Wahrscheinlichkeit, von irgendjemandem als nicht neutral angesehen zu werden, ist mir zu groß.

    Stattdessen rate ich dazu, mit 2 Arten von NLZ-Spielern (und/oder ggf. ihren Eltern - je nach Alter) zu sprechen: Ein Spieler, der z.Zt. im NLZ spielt und ein Spieler, der das NLZ bereits wieder verlassen hat.

    Ich möchte, dass sie die zwei Seiten neutral aus erster Hand sehen. Ich bin gerne bereit, aus beiden Gruppen Ansprechpartner zu vermitteln.

    Sie sollen einfach sehr genau wissen, was auf sie zukommt. Wenn Dir ein Spieler oder Ex-Spieler erzählt, wie seine Woche aussieht/aussah, hört sich das ganz anders an als wenn das ein "NLZ-Recruiting-Manager" macht.

    Woher weißt du denn dass es die klare Linie nicht gibt?

    Wer trainiert spielt.

    Da er dann 3 mal nicht beim Training war, kann er sich das selbst denken....

    Dann hätte es diese ganze Diskusion mit dem Vater nicht gegeben. "Dein Junge konnte nicht mehr spielen, da er nicht beim Training war." Es spielt dann gar keine Rolle, warum er nicht beim Training war.

    Es entsteht hier allerdings der Eindruck, dass es eher darum ging, dem Vater wegen des verschwiegenen Probetrainings eine Lektion zu erteilen.

    Dort hat er nicht die Leistung gebracht, die man wohl erwartet hatte. Der Vater machte es am Trainer fest, der seinen Sohn angeblich nicht leiden konnte... Also ging es zu uns.

    So ganz überraschend dürfte das alles jetzt aber nicht kommen, oder?

    Es gibt in diesem Fall auch eine lange Vorgeschichte, die mich natürlich auch etwas beeinflusst.

    Im Grunde geht's Dir also eher darum, den Vater zu sanktionieren.
    Wenn die Regel "Wer nicht trainiert, kann auch nicht spielen." bei Dir schon immer gegeolten hat, ist es natürlich richtig, sie auch hier anzuwenden.

    Um welche Alters- und Leistungsklasse geht's hier eigentlich? Wenn der Vater das alles forciert, ist das eher ein jüngerer Spieler?

    Grundsätzlich:
    Bei Wechseln sollten wir Trainer nicht den Eindruck erwecken als wären wir beleidigt. So kommt das nämlich schnell rüber. Generell ist da Gelassenheit angebracht. Das wünschen wir uns bei Spielern, die ZU uns wechseln,von ihren bisherigen Vereinen doch auch.

    Der Relative Age Effect spielt natürlich auch heutzutage leider noch eine tragende Rolle, den man aber zumindest zum Teil schon durch bessere Ausbildung, schon in den Breitensportvereinen, sicherlich aus den Angeln heben kann.

    Das sehe ich anders. Der RAE hat mit den Breitensportvereinen relativ wenig zu tun. Je größer die Gruppe ist, aus der man Spieler für eine Förderung auswählt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass körperlich bevorteilte Spieler, die tendenziell eher aus Q1 oder Q2 kommen, bevorzugt werden.
    Für einen Beitensportverein ist die Gruppe, aus der er auswählt, in aller Regel nicht groß genug, um einen RAE zu erkennen.
    Anders sieht es bei NLZ, bei Verbandsauswahlen und insbesondere bei DFB-Auswahlen aus.

    Wenn Du die Ausbildung in den Breitensportvereinen verbesserst, verbesserst Du sie für alle. Evtl. körperliche Vorteile bleiben.


    Der RAE ist ein Problem der Talentförderung.

    Im Durchschnitt ist am RAE sicher sehr viel wahres, im Einzellfall sieht es aber wieder ganz anders aus.

    Man MUSS den RAE im Durchschnitt sehen. Je größer die Datenbasis und je höher das beobachtete Niveau, desto deutlicher ist der RAE erkennbar. Bei einzelnen Mannschaften ist das oft nicht der Fall. In NLZ erkennst Du ihn oft; bei Auswahlen auf Verbands- und erst recht auf DFB-Ebene erkennst Du ihn fast immer.

    Da stelle ich fest, dass bis inkl. 10-11 Jahren Kinder die früher im Jahr geboren sind körperlich (Größe / Gewicht) und z.T. auch motorisch und kognitiv gegenüber denen, die später geboren sind einen gewissen Vorsprung haben. Werden die Kinder älter ist es dann aber eher so, dass Kinder mit großen Eltern eher groß sind und andersherum.

    Wenn diese Kinder dann aber schon früh Förderungen bekommen, die andere nicht bekommen, ist das ein Vorteil, von dem sie zehren können.

    Und die meisten Trainer haben diese Geduld nicht und stempeln dieses Kind ab. "Es ist noch nicht soweit." heisst es dann oft. Klar, für das Ergebnis ist das Kind nicht so weit, aber zum Fussball spielen.

    Auch gerne gehört: "Der schafft das körperlich nicht."

    Damit meine ich nicht nur, dass die NLZ nur ältere und akzelerierte Spieler scouten und holen, sondern auch, dass diese frühgeborenen Kinder vorher in ihren Breitensport-Vereinen mehr gefördert wurden als Spätgeborene.

    ...oder z.B. eine Förderung über Kreisauswahl in U10/U11 sowie Stützpunkte in U12/U13 erhalten haben. Gerade bei den Kreisauswahlen gibt es zumindest bei uns keinerlei Kontrolle.