Beiträge von Follkao

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    2-3-1


    Die äußeren Mittelfeldspieler müssen dabei aber die gesamte Schiene gehen. Eine D-Jugend sollte damit auf jeden Fall klarkommen. M.E. ist das die beste Vorbereitung auf das späterre Großfeldsystem.

    Ich bin erst seit Kurzem in diesem Forum unterwegs, aber einige Beiträge hier zu diesem Thema - besonders von Dir Andre - haben mich in diesem Punkt schon zum Nachdenken gebracht. Dafür erstmal "Vielen Dank".


    Bei uns im Kreis gibt es Tabellen in der F-Jugend und sogar in der G-Jugend wird eine Kreismeisterschaft ausgespielt (aber nicht auf fussball.de veröffentlicht... Ein Schelm, wer Böses dabei denkt...). Ich finde das nicht grundsätzlich schlecht - die Frage ist allerdings, was man daraus macht. In meiner relativ kurzen Trainerkarriere habe ich schon erschreckend viel gesehen:



    • Schreihälse, die einen 8-jährigen nach einem Eigentor zusammenfalten
    • Eltern, die einen Schiri als A******ch bezeichnen
    • Eltern, die "Hau ihn um" reinrufen
    • Eltern, die einen unserer Spieler nach einem Pressschlag als brutal beschimpfen
    • F-Jugend-Mannschaften die grätschend den Platz umflügen
    • Schiri-Kritik von Eltern und Trainern
    • Trainer/innen, die eine Niederlage ihrer F-Jugend als persönlichen Misserfolg ansehen
    • Schiris, die nach einem rüden Foul in der F-Jugend Vorteil laufen lassen
    • ...und noch reichlich mehr


    Natürlich habe ich auch gelassene Trainer/Eltern gesehen. Und das war durchaus die Mehrzahl.


    Aber eins habe ich noch nicht gesehen: Einen Verein/Trainer, der die Prinzipien in dieser Altersklasse zu 100% beachtet.


    Manche sagen "wir arbeiten in der F-Jugend nicht leistungs-/ergebnisorientiert" und meinen damit aber nur, dass sie die Mannschaften nicht nach Leistungsgesichtspunkten zusammenstellen. D.h. aber nur, dass die Mannschaften von der G- bis zur F-Jugend so zusammenbleiben, wie sie sich mit 5 Jahren mal gefunden haben. Wir haben beispielsweise 3 Mannschaften des älterren F-Jugend-Jahrgangs im Verein und zumindest 2 davon haben innerhalb der Mannschaft enorme Unterschiede im Leistungsvermögen. Damit wird man weder den z.Zt. Stärkeren noch den z.Zt. nicht so Starken gerecht. Für mich ist das sicherlich gut gedacht aber schlecht gemacht.


    Ach ja: Ab der E-Jugend gibt es bei uns im Kreis eine Kreisauswahl. Da geht also das volle Leistungsdenken los. Mit allem drum und dran.


    Deshalb meine Frage: Wo wird denn wirklich flächendeckend nach diesen Prinzipien gearbeitet? Ich sehe hier im Forum reichlich Trainer, die das propagieren - aber ich sehe in der Praxis keinen.

    Ich weiss durch diese Maßnahmen auch, dass ich allein vier wertvolle Spieler hatte (heute C), die auch ohne einen Tag Training bessere Torwarte gewesen wären, als es unser Torwart ist.

    Was ist denn das Gegenstück zu einem wertvollen Spieler...? :rolleyes: ?(

    Im Grunde leuchtet mir diese Positionsrotation inkl. Torhüter ja ein... Aaaaaber: Das Wichtigste in dieser Altersgruppe (naja, nicht nur in dieser) ist ja nunmal der Spaß am Fußball. Wir haben einen Jungen im Tor stehen, für den das Torwartsein das Größte überhaupt ist. Er hat früher meistens im Feld gespielt und wollte unbedingt ins Tor. Dazu kommt, dass er für diese Altersgruppe ein wirklich guter Torwart ist: Hat Mut, spielt mit, ist reaktionsschnell...


    Die größte Wertschätzung, die wir ihm geben können, ist wenn beim Training sein "Torwartgott" aus der A-Jugend kommt und 1/2 Stunde mit ihm TW-Training macht.


    Und wenn er Spaß dran hat und die anderen 9 nicht, spricht doch nichts dagegen, ihn vornehmlich im Tor spielen zu lassen.


    Ich finde mit der Rotation auf dieser Position sollte man es nicht übertreiben. Manche Jungs brauchen es einfach nicht, dass ihnen die Bälle um die Ohren fliegen. Denen sollte man das dann auch nicht (ggf. ein 2. Mal) antun.


    Anders ist das natürlich, wenn einer immer ins Tor muss, weil der Trainer meint, dass er auf dem Feld nicht zu gebrauchen ist...

    Hi mool.


    wir trainieren denselben Jahrgang. Für uns ist es immer wichtig, dass die Übungen einfach sind. Die besten sind die, die man nur erklären muss und die Kinder verstehen schon, was man meint. Wenn sie es nach einmaligem Vormachen verstehen, ist es aber auch o.k.


    Eine einfache Übung für das 1:1:


    2 Hütchen nebeneinender legen (Abstand ca 1m). Dahinter 2 Stangen hintereinander stellen (auch ca. 1m Abstand, vllt. auch etwas mehr). Die Spieler führen den Ball mit Tempo durch die Hütchen und dann durch die Stangen. Das führt automatisch zu einer Bewegung, wie man sie bei einer Körpertäuschung macht. Direkt danach muss der Torschuss kommen. Im Laufe der Übung kann man den Abstand der Stangen/Hütchen variieren. Man kann auch mit Hütchen einen Kasten um die Stangen aufbauen, aus dem der Torabschluss erfolgen muss. Die Jungs neigen sonst oft dazu, nach den Stangen erst ein oder zwei Schritte zu gehen bis der Ball ideal zum Torabschluss liegt.


    Im nächsten Schritt vergößern wir das vorhandene "Abschlussviereck" zu einem "1:1-Viereck". Die Stangen kommen weg, dafür kommt ein Gegenspieler. Der Abwehrspieler darf das Viereck von der dem Tor zugewandten Seite betreten, sobald der Angreifer das Viereck von der anderen Seite betreten hat. Ziel ist es, möglichst schnell zum Torabschluss zu kommen. Wenn es dem Abwehrspieler gelingt, den Ball aus dem Viereck zu bringen, hat er das "Duell" gewonnen. Jeder Angreifer wird direkt nach seinem Angriff zum Abwehrspieler, sodass jeder den Zweikampf von beiden Seiten kennenlernt. Im Idealfall kommen die Kinder dadurch von selbst darauf, wie sie sich dem Angreifer nähern müssen. o.k. - das ist eher die Ausnahme in diesem Alter...
    Wichtig ist es, ab und zu die Reihenfolge zu ändern, damit die Gegner im 1:1 wechseln.


    Den Kindern macht diese Übung (wie eingentlich alle Übungen mit Torabschluss) großen Spaß.


    Soweit zu einer kleinen, konkreten Übung. Da spielen natürlich auch Themen wie Körperkoordination und Ballkontrolle mit rein.

    Wichtig ist -und da stimme ich André zu- die soziale Kompetenz. Sicherlich nimmt soziale Kompetenz mit zunehmenden Alter eher zu. Das heißt aber natürlich nicht, dass man nicht auch schon mit 16 mit entsprechender sozialer Kompetenz ausgestattet ist.


    Ich habe schon häufig beobachtet, dass sehr jungen Trainern der sprachliche Zugang zu Kindern (sagen wir mal G- und F-Jugend) fehlt.


    Da hört man dann Sätze wie "Ihr müsst kompakter stehen, Ihr müsst aggressiver in die Zweikämpfe gehen, Ihr müsst tiefer stehen, Du musst nach hinten arbeiten, Lass Dich mehr fallen" usw.... Mal abgesehen vom Inhalt dieser Sätze und welchen Sinn sie in dieser Altersgruppe machen, vestehen die Kinder sie ohnehin nicht.


    Da hilft es natürlich, wenn man auch außerhalb des Fußballplatzes mit Kindern dieser Altersgruppe spricht.


    Dass Argument, dass jüngere Trainer auf der Beziehungsebene einen anderen Zugang zu den Kindern haben, kann ich vollkommen nachvollziehen.