BAk, Zehlendorf und Meppen zB aus der Nord sind keine NLZs
Nicht ganz richtig.
Meppen ist ganz frisch dabei - aber sie haben es jetzt auch geschafft.
Grundsätzlich finde ich diese NLZ-Diskussionen sehr verstörend. Eigentlich geht es immer darum, wann/ob man ins NLZ muss, um die Profichance zu erhalten. Und dahinter steckt immer die Frage, wie man es hinbekommt, als Fußballer einmal (möglichst viel) Geld zu verdienen. Auch in diesem Thread wurde wieder berichtet, wie gering die Profiwahrscheinlichkeit ist. Ob es jetzt 1%, 0,1% oder 0,01% sind, spielt dabei letzten Endes gar keine Rolle.
Trotzdem geht es immer um die wenigen, die "es" geschafft haben und wie ihr Weg dahin war.
Eltern fragen sich, wann das Kind wechseln muss, um alle Chancen zu erhalten. Es wird immer wieder beteuert, man wisse, dass das NLZ nur eine vorübergehende Episode ist. Und im nächsten Schritt fragt man, wann der Wechsel spätestens erfolgen muss.
Gibt es diese Denke in anderen Sportarten auch? Oder gilt das exklusiv für Sportarten, die späteren Reichtum ermöglichen?
Wer seinen Sport auf höchstmöglichem Niveau ausüben will und selbst ein hohes sportlichen Niveau mitbringt, wird beim Fußball im Jugendbereich im NLZ landen. Ist das allein nicht genug Motivation für alle Beteiligten? Muss man gleich das Dollarzeichen in den Augen haben? Manchmal wünsche ich mir die Unbekümmertheit anderer (z.B. olympischer) Sportarten im Jugendbereich auch für den Fußball.
Vielleicht mal einen Funfact: Im Seniorenbereich meines Vereins gibt es eine zweistellige Anzahl von Spielern mit NLZ-Vergangenheit. Die spielen in unterschiedlichen Mannschaften und Ligen - aber keiner verdient Geld mit Fußball. Denn wir zahlen nix.
Einer dieser Jungs hat mir mal erzählt, dass er im NLZ den Spaß am Fußball verloren hat. Vorher wollte er 24/7 Fußball spielen - im NLZ musste er. Das hat seine Motivation komplett verändert. Samstags spielst Du ein Turnier mit der U12; sonntags musst Du dann bei der U13 aushelfen, weil die einige an die U14 abgeben mussten. In den 5 folgenden Wochentagen hast Du dann 3x Training. Natürlich ist es geil, mal gegen Barcelona oder Madrid zu spielen. Aber unterschätz nicht den Preis, den Du dafür zahlst.
Mit den NLZ habe ich absolut kein Problem. Mit all dem gehen die mir bekannten NLZ offen und ehrlich um. Sie machen jedem klar, dass die NLZ-Zeit nur für einen Bruchteil der Spieler zu einer Profikarriere führt. Viele andere Beteiligte überhören leider das Wort "Bruchteil".
Ich habe über viele Jahre die Jugendkarrieren talentierter Spieler verfolgt. Immer wieder hörte ich über den einen oder andere "Der könnte es schaffen." Die meisten von denen spielen heute in LL, OL und ein paar RL.
Diejenigen, die es tatsächlich zum Erst- oder Zweitligaprofi geschafft haben, waren in der D- oder C-Jugend zwar schon im NLZ - als spätere Profis hatte sie aber keiner auf dem Schirm.
Aber die hätten es sowieso nicht gepackt mit dieser Mentalität.
Das ist für mich ganz gefährliche Denke. Mentalität kann fußballerisches Talent nur ergänzen - aber nicht ersetzen. Viel zu viele setzen auf Mentalität ("Ich brauche keinen Plan B") und fallen dann auf die Schnauze.
