Ich finde es halt so, das man die Binde nicht als Trophäe und zum Ansporn nehmen sollte, da wenn Spieler A beim nächsten Spiel die Binde kriegt, Spieler B,C,D usw der Meinung sein könnten nicht gut genug zu sein ...
Fester Kapitän ... der die Mannschaft aufs Feld führt, ein Vorbild ist, die Mannschaft mitreißt, immer zum Training kommt und sich rein hängt, der auf dem Feld ein bisschen das sagen hat.
Wir haben 1-2 Spieler in der Mannschaft, die von den anderen Respektiert werden ... wenn sie auf dem Platz was sagen, akzeptieren es die anderen Spieler und befolgen es, dies ist bei anderen Spielern nicht so, die sind leise und froh wenn sie Fußball spielen können und nichts sagen müssen ... die zwei anderen hingegen machen den Mund auf wenn einer nicht abspielt, wild übern Platz läuft usw ... ich denke einfach, das ein Kapitän nicht nur gut Spielen sollte um die Binde tragen zu dürfen, da gehört obiges auch noch dazu ... oder sehe ich das so falsch?
Sehe ich anders. Das, was man im Erwachsenenfußball "Führungsspieler" nennt, gibt es in dem Alter noch nicht. Natürlich gibt es Unterschiede in der Leistungsfähigkeit - das hat aber nix mit "Führen" zu tun.
Kinder in dem Alter sind auf dem Platz größtenteils mit sich selbst beschäftigt. Sie können die anderen noch nicht führen. Und das ist auch bestimmt nicht Sinn der Sache in diesem Alter.
Wir ermuntern alle Spieler, auf dem Platz laut zu sein. Wenn ich meine, dass jetzt der Pass zu mir kommen muss, muss ich mich bemerkbar machen. Das kappt schon immer besser und auch die eher schüchternen Kinder werden immer lauter. Auch so kann man Selbstbewusstsein stärken. Bei uns sind die Kinder auf dem Platz deutlich lauter, als die Eltern am Rand. 
Den Kapitän haben wir in geheimer Wahl von der Mannschaft wählen lassen und vorher auch den Sinn und Zweck einer geheimen Wahl erklärt. Jeder bekam einen Wahlzettel, auf dem sein eigener Name fehlte. Sonst hätten wahrscheinlich 10 Kinder jeweils genau eine Stimme bekommen.
Dadurch war die Wahl für uns als "Wahlhelfer" natürlich nicht mehr geheim.
Interessant war für uns das Ergebnis: Gewonnen hat nicht der fußballerisch Stärkste, aber doch einer aus der oberen Hälfte. Nicht der Vorlauteste, aber auch nicht der Stillste. Nicht der Größte, aber der Kleinste
.
Und das Wichtigste: Durch die demokratische Entscheidung ist der Kapitän vollkommen akzeptiert und auch die Vertretung ist klar geregelt.
Nach dem letzten Turnier der letzten Saison (und einzigem Turniersieg der Saison) kam er zu mir und sagte "Ich habe mit Spieler X abgemacht, dass er heute den Pokal abholt. Der hat heute das letzte Mal bei uns gespielt. Das wäre doch ein toller Abschied für ihn." Und da war auch mir klar, dass die Jungs (bewusst oder unbewusst
) einen Kapitän mit einer für einen jüngeren F-Jugendlichen ungewöhnlich hohen Sozialkompetenz gewählt hatten.
Ach ja: Der einzige Nachteil bei der Wahl war, dass sie meinen Sohn gewählt haben. Bei Ernennung durch den Trainer wäre das natürlich absolut tabu. Durch die geheime Wahl war das aber o.k. Bei der o.g. Szene nach dem letzten Turnier war der Trainer in mir natürlich sehr zufrieden mit seinem Kapitän - aber der Papa in mir war mächtig stolz. 