Das ist schon ein Wahnsinn, wozu es eigentlich keines weiteren Kommentars braucht. Aber sicher werde ich nicht alle überzeugen können?
Das hat mit überzeugen nichts zu tun.
Ich finde es unfair, Frauen- und Männerfußball sportlich zu vergleichen. Genauso unfair ist es allerdings, Frauen- und Männerfußball finanziell zu vergleichen.
Ich gönne jeder einzelnen Bundesligaspielerin von ganzem Herzen ein hohes Einkommen. Aber wo soll das Geld herkommen? Wenn eines der Top-3-Teams dabei ist, mögen >2.000 Zuschauer kommen. Ansonsten werden oft <1.000 Zuschauer kommen. Aber selbst diese Einnahmen hast Du nur bei 11 Heimspielen, da die Liga nur 12 Plätze hat.
Fernseheinnahmen sind im Vergleich sehr überschaubar.
Machen wir uns nichts vor:
8 der 12 Frauenbundesligisten sind auch bei den Männern Erstligisten. 6 von denen haben sogar ihre 2. Mannschaft in der 2. Bundesliga. Es spricht in meinen Augen viel dafür, dass hier in irgendeiner Art und Weise eine Querfinanzierung stattfindet. Die gemeinsame Nutzung der Infrastruktur kann nicht alleine der Grund für diese Zweiklassengesellschaft sein.
Oder anders ausgedrückt: Mit jedem Tor, das Thomas Müller schießt, sichert er auch das Einkommen von Lea Schüller.
Schon in seiner jetzigen Form ist der professionelle Frauenfußball offensichtlich nur durch Subventionen aus dem Männerfußball möglich. Das Ziel muss aber doch sein, dass sich professoinelle Strukturen von innen finanzieren.
In Deutschland kann ich mir das bislang noch nicht vorstellen.
So lange sich für Frauenfußball nicht mehr Leute interessieren, wird dort auch nicht besser verdient. So lange die Leistungsdichte in der Spitze nicht breiter wird, werden sich nicht mehr Leute dafür interessieren. Wenn ich in Diskussionen höre, im Frauenfußball müsse besser verdient werden, bitte ich meinen Diskussionspartner immer, mir 5 aktuelle deutsche Nationalspielerinnen zu nennen. Meistens ist nach Alex Popp dann Schluss. Das ist ungefähr so, wie mit den Sportarten, von denen man während Olympia die Top-Leute kennt - in den anderen 3 Saisons hat man aber keine Ahnung davon.
Da hier mehrfach der SV Meppen als Beispiel herangezogen wurde:
Zuschauerschnitt der Frauen im Abstiegskampf der 1. Bundesliga - 1.283
Zuschauerschnitt der Männer im Abstiegskampf der 3. Liga - 7.427