Deutsche Vereine bilden schlecht aus (laut Markus Krösche)

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  • Aus eigener Erfahrung kann ich sagen das Spieler bis in die U16 Positionen tauschen bzw verschiedene spielen können. Jetzt nicht auf die Art heute Stürmer morgen Abwehr. Aber schon auch von der Mitte raus auf den Flügel ect.

    Qualität im Detail. Geduld im Prozess

  • Anekdotisch kann ich folgendes berichten. Der Trainer unserer Mannschaft (U11) hält sich zB an die Empfehlung der aktuell maßgeblichen Experten und lässt alle Kinder immer wieder auf unterschiedlichen Positionen spielen...

    Ist doch super, vor allem wenn sie die Erfahrung machen, dass sie sehr gut sind, wenn sie alle auf ihrer Top-Position spielen.

    Denn das heißt ja, dass die Erfahrungen und Lerneffekte auf ihren schlechteren Positionen ganz klar gegeben sind.

    Die Niederlage sind also eine Investition in die Zukunft...

    Ich würde sagen, ein kluger Trainer und weiter so!

  • Anekdotisch kann ich folgendes berichten. Der Trainer unserer Mannschaft (U11) hält sich zB an die Empfehlung der aktuell maßgeblichen Experten und lässt alle Kinder immer wieder auf unterschiedlichen Positionen spielen. Bei den diversen Leistungsvergleichen ist hingegen zu beobachten, dass die leistungsorienten Vereine genau so nicht agieren. Deren Mannschaften sind klar durchstrukturiert, jedes Kind spielt auf der ihm angestammten Position. Es wird positionsgetreu gewechselt, manchmal sogar in ganzen Blöcken. Das führt regelmäßig dazu, dass gegen solche Mannschaften nicht nur verloren wird, sondern hohe Niederlagen eingesteckt werden. Kaum spielt unsere Truppe aber einmal mit der vermeintlich besten Aufstellung, d.h. mit den Kindern auf deren Lieblingpositionen, sieht die Geschichte schon ganz anders aus. Natürlich gewinnen auch unsere Kinder lieber oder verlieren nur knapp, als wenn sie regelrecht abgeschossen werden. Das führt natürlich zu der Frage, wie viel von dem, was in der Breite an Empfehlungen für die Talententwicklung tatsächlich so umgesetzt wird. Es scheint mir so, als wenn außer Lippenbekenntnissen nicht viel bleibt. Ich habe jedenfalls noch nie gesehen, dass der Topstürmer eines leistungsorientierten Vereins bei einem Leistungsvergleich plötzlich als Abwehrspieler aufgelaufen wäre. Das passiert scheinbar schlicht und ergreifend nicht. Entschieden wird das aber doch einzig und allein durch die Trainer.Führen wir also am Ende eine Diskussion in einer intellektuellen Fußball Bubble, die mit der handfesten Realität nur wenig zu tun hat?

    Das beobachte ich auch häufig. Aus meiner Sicht könnte man gerade wenn, man über einen sehr guten Kader wie die leistungsorientierten Vereine verfügt, die Positionen gut tauschen. Denn der Top-Stürmer wird in der Abwehr nicht völlig versagen. Meine Beobachtung ist, dass gerade die guten Spieler eigentlich auf allen Posituionen eine gute Figur abgeben. Natürlich gibt es Fähigkeiten die auf bestimmten Positionen mehr zur Geltung kommen aber im Großen und Ganzen können sie sich auf jede Position einstellen.


    Ich versuche in meiner Mannschaft die Positionen möglichst zu wechseln. Dabei achte ich darauf, dass die Spieler nicht völlig überfordert werden. Gegen einen etwas schwächeren Gegenen nutze ich die Gelegenheit und tausche etwas mehr, gegen stärkere Gegener tausche ich weniger oder nur vereinzelt.


  • Sehr interessanter Beitrag der auch klarstellt, dass die meisten Vereine gar nicht ausbilden, sondern einfach nur spielen.


    Heutige Profis entwickeln sich weniger auf Basis einer "intensiven Freizeitbeschäftigung" sondern durch frühzeitige Professionalisierung - NLZ und DFB Stützpunkt sind die Anlaufstellen für Gleichgesinnte.

    Im Umfeld wird es madig geredet, die statistische Unwahrscheinlichkeit der Professionalisierung hervorgehoben.

    Dabei sollte klar sein, dass in entwickelten Ländern, Professionalität kein Zufall mehr ist, sondern Fokussierung in jungen Jahren, eine Fokussierung, bei der das nahe Umfeld meist störend einwirkt - früher war schließlich alles besser.....

  • Dirk Coerverfan eigentlich wäre das von dir skizzierte Szenario mit Wirtz gar nicht nötig. Der Grundlagenvertrag zwischen DFB und DFL aus 2001 legte fest, dass 3% aller Einnahmen wie Werbung, TV Gelder, Tickets der 1. und 2. Bundesliga gehen an den DFB zur Unterstützung auch des Breitensports. Das wären 2001 ca. 60 Mio€ pro Jahr gewesen, heute sicherlich deutlich mehr. Intern wurde dann dieser Vertrag geändert, Deckelung auf 26 Mio€ und davon nochmal Abzug von 20 Mio€ für Abgabe an die Vereine der Nationalspieler. Am Ende bleiben also 6 Mio€ die irgendwo beim DFB versanden. Selbst wenn man die 6 Mio€ für Infrastruktur nutzen würde könnte man eine Turnhalle und einen Platz von Asche/Naturrasen auf Kunstrasen umbauen. In ganz D pro Jahr.

    Bei einem Jahresumsatz der DFL-Vereine von insgesamt 6 Milliarden Euro in 2025 sind 6 Millionen vor allem eins: Eine Schande.

  • Jahresumsatz ist das eine - Gewinn ist das andere:

    "Demnach erwirtschafteten die 36 Vereine und Kapitalgesellschaften der Bundesliga und der 2. Bundesliga insgesamt Umsätze von 6,33 Milliarden Euro, und damit 461,2 Millionen Euro mehr als in der Saison 2023/24. Der operative Gesamtgewinn für die beiden deutschen Top-Ligen wurde mit 271,5 Millionen angegeben."

    Quelle: sportschau.de


    Das die Profivereine etwas abgeben, kann man hier nachlesen: z.B.

    - Bayerischer Fußball-Verband: Spielabgaben der Profivereine (Minus ca. 1.000.000 Euro) zu Corona-Zeiten - 2025: 1,2 Mio. Euro (siehe Spielmacher/in Verbandstag 2022 | vmm wirtschaftsverlag Kiosk) - auch bei Zuschüssen ist der DFB mit dabei: alle Verbände zusammen 4,8 Mio.

    - Berliner Fußball-Verband: Spielabgaben 355.000 Euro - Pokalfinale 126.000-4.000=122.000 Euro


    Zum Thema Sportinfrastruktur:

    Bereitgestellt werden 1 Milliarde bis 2029

    „über 3.600 Interessenbekundungen aus Kommunen und Landkreisen eingereicht. Die beantragte Gesamtfördersumme beträgt über 7,5 Milliarden Euro.“

    Quelle: demo-online.de

    Nur mal um Größenordnungen zu bekommen.

  • Es gab einen Grundlagenvertrag der einseitig verändert wurde, so dass nur noch 6 Mio€ verbleiben. Egal wie sich das Geschäft der DFL verändert. Da sparen sich die Vereine der 1. und 2. BL sehr viel Geld.

  • Also wenn ich das richtig verstehe, kommt die Milliarde wohl vom Bund und nicht aus dem Fussball. Harry Kanes Jahresgehalt beträgt 25 Millionen Euro und für die Jugendförderung fliessen ganze 6 Millionen an die Vereine, die die Grundlage dafür sind, daß sich überhaupt irgendjemand für Profifußball interessiert? Ich nenne das Ausbeutung.

  • Jahresumsatz ist das eine - Gewinn ist das andere:

    "Demnach erwirtschafteten die 36 Vereine und Kapitalgesellschaften der Bundesliga und der 2. Bundesliga insgesamt Umsätze von 6,33 Milliarden Euro, und damit 461,2 Millionen Euro mehr als in der Saison 2023/24. Der operative Gesamtgewinn für die beiden deutschen Top-Ligen wurde mit 271,5 Millionen angegeben."

    Quelle: sportschau.de

    1,121 Mrd Euro durch TV Gelder.

    Warum verzichtet der DFB auf seinen Kuchen? Es sind DFB Wettbewerbe...die DFL vermarktet die....


    Zitat

    Das die Profivereine etwas abgeben, kann man hier nachlesen: z.B.

    - Bayerischer Fußball-Verband: Spielabgaben der Profivereine (Minus ca. 1.000.000 Euro) zu Corona-Zeiten - 2025: 1,2 Mio. Euro (siehe Spielmacher/in Verbandstag 2022 | vmm wirtschaftsverlag Kiosk) - auch bei Zuschüssen ist der DFB mit dabei: alle Verbände zusammen 4,8 Mio.

    - Berliner Fußball-Verband: Spielabgaben 355.000 Euro - Pokalfinale 126.000-4.000=122.000 Euro

    Was genau waren und sind denn diese "Spielabgaben von Profivereinen"?


    Zitat

    Zum Thema Sportinfrastruktur:

    Bereitgestellt werden 1 Milliarde bis 2029

    „über 3.600 Interessenbekundungen aus Kommunen und Landkreisen eingereicht. Die beantragte Gesamtfördersumme beträgt über 7,5 Milliarden Euro.“

    Quelle: demo-online.de

    Nur mal um Größenordnungen zu bekommen.

    Hat nichts mit Größenordnung zu tun, wenn der DFB sich da die Infrastruktur vom Steuerzahler hinstellen lässt.

  • wolfensk

    "Klugscheißermodus an":

    1% von 6 Milliarden sind 60 Millionen. Hört sich schon gut an... oder?

    3% von 6 Milliarden sind 180 Millionen . Hört sich noch besser an... oder?

    "Klugscheißermodus aus"


    Ich weiß nicht woher die 6 Millarden (mir fehlt die Quelle) kommen aber wenn es stimmt, dann könnten wir den Kinder u. Jugendfußball in ungeahnte Höhen katapultieren. Niemanden würde das Fehlen 1% bis 3% bemerken und alle, vor Allem die Profivereine, würden davon profitieren. Wir hätten eine sensationelle Aufwärtsspirale in Gang gesetzt.

    Ein Kind trainieren heißt nicht, eine Vase zu füllen, das heißt, ein Feuer anzuzünden

  • an welcher Stelle habe ich 6 Mrd. geschrieben?

    In einem früheren Post schrieb ich 3% der Einnahmen ( Tickets, TV, Sponsoring).

  • Die DFL selber hatte einen Finanzbericht herausgegeben, dass in 24/25 die Profiligen ca. 6 Milliarden Umsatz generiert haben.
    Also Werbe-Vermarktung, Ticketing, Transfererlöse etc.

  • CoachT

    Wenn es denn so ist, gehen wir nicht vom Umsatz aus. Eintritt, Merchandise Artikel, usw. sollten auch weiterhin zu 100% dem Verein gehören. Der Umsatz sagt auch nichts über den Gewinn aus.

    Da die 1% bis 3% (von der Ablöse und dem Jahresgehalt) direkt mit der Ausbildung der Spieler in Zusammenhang stehen, wäre es schon eine charmante Abgabe, die niemanden weh tun würde.

    Mit diesen Geld könnten wir eine Ausbildungsoffensive beginnen, die eine Aufwärtsspirale in Gang setzt, wie wir es noch nie im Bereich des Fußballs gesehen haben.

    Ein Kind trainieren heißt nicht, eine Vase zu füllen, das heißt, ein Feuer anzuzünden