Fußball-Daten - Lieblingsgrafiken und Geheimtipps

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  • Was sind eure Lieblingsgrafiken zum Thema Fußball?

    Meine ist die "Goldene Zone" - Artikel unter dfb-akademie.de


    Was sind eure Geheimtipps zu dem Thema?

    Meiner Marius Fischer bei twitter.com (@Gegenpressing91) - z.B. Lewandowski-Tore in dieser Saison; Tore von Karim Benzema in der Champions League; Assists von Messi beim FC Barcelona oder Modric bei Real


    Was nehmt ihr daraus für euer Training im Jugendbereich mit?

    Torschusstraining sollte mehr im 16er stattfinden als außerhalb. Auch die Assists dürfen/sollen ruhig im 16er sein oder aus der Mitte des Spielfeldes kommen.

  • Was nehmt ihr daraus für euer Training im Jugendbereich mit?

    Torschusstraining sollte mehr im 16er stattfinden als außerhalb. Auch die Assists dürfen/sollen ruhig im 16er sein oder aus der Mitte des Spielfeldes kommen.

    Ehrlich gesagt kann ich mit sowas gar nichts anfangen, da die Wahrscheinlichkeit hoch ist, das ich falsche Rückschlüsse ziehen würde. Die Einzelgrafiken sagen m.e. gar nichts aus, da zu einer validen Beurteilung gehören würde WIE das Team spielt, welche Inselfähigkeiten der Einzelne hat, auf den sich die Statistik bezieht. um nur einige zu nennen. Dazu kommen noch Faktoren wie :

    -wieviele Chancen denn gebraucht wurden, wie die Tore erzielt wurden(Kopf, Fuß, nach Pass, Flanke etc.), sowie aus welchen Situationen (nach erfolgreichem GG-Pressing im 1gg1) etc...

    Ansonsten könnte man bei Beckham oder Roberto Carlos Statistiken mal ganz falsche Schlüsse für sich ziehen.

    Wie komplex das Thema der Daten, und deren Deutung, als solches ist, kann man erahnen wenn man Biermann liest. die Fußballmatrix, oder Matchplan: die neue Fußballmatrix als Nachfolgebuch, finde ich wirklich interessant und empfehlenswert.

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

    2 Mal editiert, zuletzt von Trainer E ()

  • Trainer E : Die Tore von Roberto Carlos bei Real Madrid (gelb sind Freistöße) - aus dem Spiel heraus ca. 50% im 16er und 50% außerhalb. Die Vorlagen von David Beckham bei ManU - auch diese werden meistens im 16er verwertet. Bei den Assists sieht das anders aus, da gebe ich dir Recht.

    Und ja, das Datenthema ist ein sehr komplexes im Fußball, aber auch interessantes (sonst hätte Biermann wahrscheinlich auch nicht die Fußballmatrix geschrieben). Und ich denke schon, dass man Rückschlüsse daraus ziehen kann, was man öfters und was man weniger oft trainieren sollte oder wie die Felder im Training aussehen können (ein Spiel auf doppelten 16er mit seitlicher 16er Begrenzung raubt wahrscheinlich Sosa seine Stärken und Wiederholungszahlen im Training).

  • Was nehmt ihr daraus für euer Training im Jugendbereich mit?

    Torschusstraining sollte mehr im 16er stattfinden als außerhalb. Auch die Assists dürfen/sollen ruhig im 16er sein oder aus der Mitte des Spielfeldes kommen.

    Das war ja Deine Frage.

    Und ich verstehe immer noch nicht, warum diese Einzelstatistiken Einfluß auf mein Training im Jugendbereich haben sollten?

    Es nützt mir ja relativ wenig, wenn ich weiß, wo statistisch am meisten Tore fallen, wenn ich keine Torchancen erspiele.

    Oder zu wenig, oder qualitativ zu schlechte, oder oder oder.

    Also hängt z.b. mein Spielfelddesign doch an dem Wissen der Schwächen meiner Mannschaft unter Berücksichtigung unserer Spielidee und Prinzipien.

    Wenn ich generell weiß, wieviele Tore aus Flanken fallen und warum und in welcher Leitungsklasse und aus welchem Grund, dann kann ich z.b. entscheiden auf Flanken in unserem Spiel weitestgehend zu verzichten und andere Prinzipien für die Mannschaft und somit die außen in verschiedenen Spielphasen schaffen.

    Das würde dann bedingen das ich vllt. entgegen irgendeiner anderen Statistik sehr erfolgreich bin.

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

    Einmal editiert, zuletzt von Trainer E ()

  • Ich frage mal ganz provokativ. Was sollten Statistiken von Profis für die eigene Mannschaft bringen?


    Ich führe meine eigene Statistik für eine D-Jugend. Dazu benutzte ich eine App während dem Spiel um die wichtigsten Daten zu dokumentieren. Die App ist eigentlich noch viel Umfangreicher, aber dazu habe ich während dem Match keine Zeit. Für mich sind die wichtigsten Daten Tore, Assist und Gegentore. Diese markiere ich auf dem Spielfeld, zudem notiere ich noch Ecken, Torschüsse aufs Tor und daneben, sowie die Einwechslungen.


    Dann kann ich für mich eigentlich schon Schlüsse daraus ziehen. Die Tore ausserhalb vom 16er macht hauptsächlich unser ZM. Alle anderen erzielen die Tore nur von innerhalb. Im Training nutze ich das Wissen und weise meiner Spieler an es nicht ausserhalb zu versuchen, ausser die Schussstarken.


    Bei den 2 Assists aus dem eigenen 16er ist es auch Taktik. Der starke ZM macht einen langen Pass nach vorne. Der stärkste Stürmer startet in dem Moment kurz vor der Mittellinie und kann dann alleine auf den Torwart zugehen.


  • maverick944 : ich habe den Ansatz, dass ich in der Jugend Spieler ausbilde. Mein Ziel ist dabei, dass die Spieler mal Bundesliga spielen. Und dann schaue ich, auf was es da ankommt (auch wenn ich davon ausgehe, dass keiner meiner Spieler das erreichen wird).

    Und in Bezug auf deine D-Jugend Grafiken sind meine Schlüsse von den Profis (Torschusstraining sollte mehr im 16er stattfinden als außerhalb. Auch die Assists dürfen/sollen ruhig im 16er sein oder aus der Mitte des Spielfeldes kommen) aus meiner Sicht auch anwendbar.

  • Davon ab, das ich während eines Spieles schaue, wie gut der Transfer vom Training geklappt hat, bzw. was zu trainieren ist, möchte ich immer noch gern wissen, welche Rückschlüsse aus Einzelstatistiken oder Gesamtstatistiken, ohne umfassenden Kontext der Spielsituation und den allgemeinen Gegebenheiten ,auf ein Jugendtraining zu

    ziehen sind und wie man die anwendet.

    Mal ganz ab von Feldgröße, Entwicklungsstand, trainingshäufigkeit, etc. etc. oder warum ich Spieler ausbilde.

    Vielleicht verstehe ich das einfach nicht.

    Was hat die Prozentzahl von wo Tore innerhalb des Strafraumes erzielt werden, für konkrete Auswirkung auf Dein Jugendtraining, bzw. was stellst Du deswegen um?

    Sind die Statistiken der Torerzielung in den NLZ der Bundesligisten ähnlich? Werden die Tore nach Flanken erzielt? Nach Pässen?

    aus welchen Situationen entstehen denn die Tore?

    Mir fehlt die Phantasie aus solchen Statistiken Handlungsweisen abzuleiten. und wenn ja welche?

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • maverick944 : ich habe den Ansatz, dass ich in der Jugend Spieler ausbilde. Mein Ziel ist dabei, dass die Spieler mal Bundesliga spielen.

    Okay, da habe ich nicht bedacht, dass du schon soweit im vorraus schaust. Aber ich finde das gut mit den Statistiken, dass wird meiner Meinung noch viel zu selten angewendet. Weil man daraus gute Rückschlüsse ziehen kann was effizient ist.

    Was hat die Prozentzahl von wo Tore innerhalb des Strafraumes erzielt werden, für konkrete Auswirkung auf Dein Jugendtraining, bzw. was stellst Du deswegen um?

    Ich nutze das Wissen und stelle Übungen um. Z.B. sollen die schussschwachen nicht von ausserhalb vom 16er schiessen. Lässt man die zwei Eckentore weg sind es nur noch 5 Tore von ausserhalb, alle vom gleichen Spieler. Würde ich den Fokus auf Fernschüsse legen und die Effizienz um 100% erhöhen, wären das 5 Tore mehr. Lege ich den Fokus aber auf Torabschluss innerhalb des 16er und erreiche nur eine Verbesserung um 30% ergibt das 19 Tore mehr. Was sollte ich demnach trainieren Weitschüsse oder Dribbling und Abschluss?


    Ich kann es leider nicht während dem Match noch genauer dokumentieren, ich zähle nur die Fehlschüsse, aber nicht den Standort wo sie entstanden sind. Also lege ich den Fokus auf Torschuss innerhalb vom Strafraum. Mittlerweile wissen das auch alle Spieler, Sie haben das verinnerlicht, was effizient ist und was nicht.

    So konnte ich die Torschussquote von 5 Schüsse/Tor auf 3 Schüsse/Tor reduzieren innerhalb von ein paar Wochen. Die Statistik macht es halt greifbarer, als wenn man sich auf das Gefühl verlässt.

  • Ich nutze das Wissen und stelle Übungen um. Z.B. sollen die schussschwachen nicht von ausserhalb vom 16er schiessen. Lässt man die zwei Eckentore weg sind es nur noch 5 Tore von ausserhalb, alle vom gleichen Spieler. Würde ich den Fokus auf Fernschüsse legen und die Effizienz um 100% erhöhen, wären das 5 Tore mehr. Lege ich den Fokus aber auf Torabschluss innerhalb des 16er und erreiche nur eine Verbesserung um 30% ergibt das 19 Tore mehr. Was sollte ich demnach trainieren Weitschüsse oder Dribbling und Abschluss?

    Beides nicht gezielt und schon gar keine Verbote für die vermeintlich schwachen.

    Optimale Raumbesetzung und mehr Chancen zu schaffen zu trainieren würde zum gleichen Ergebnis, wenn nicht zu einem besseren führen. Vllt. einfach die spielerische Qualität erhöhen.

    Das ist leider genau das Problem bei solchen Statistiken, das eine -höhere- Effizienz schon um Jugendbereich gesucht wird und darauf sogar hingearbeitet wird.

    Obwohl weder das herausspielen, noch die Stärke des Gegners etc. etc. etc. berücksichtigt wird.

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Es geht ja nicht um Effizienz , sondern darum den Spieler gut auszubilden. Für einen Stürmer gehört da insbesondere das dynamische Besetzen der richtigen Zonen im Strafraum dazu und die wichtigsten Zonen werden ja durch solche Statistiken abgebildet. Wenn ich ihn dahingegen coache, steigere ich nicht nur die Effizienz der Mannschaft sondern bilde bessere Stürmer aus und erhöhe somit die individuelle spielerische Qualität.


    Zum herausspielen von Torchancen eignet sich vor allem Zone 14.(zentral vor dem 16er) Die besten Teams sind diejenigen, die viele Ballkontakte in dieser Zone haben und vertikal Richtung Tor aus ihr herausspielen.

    Wenn ich meine Spieler dazu bringe sich dort immer wieder anzubieten und Tore aus dieser Zone vorzubereiten wird wieder nicht nur die Effizienz meiner Mannschaft besser, sondern auch die Qualität der einzelnen Entscheidungen in der Offensive, also erhöhe ich die spielerische Qualität.

  • Wie komplex das Thema der Daten, und deren Deutung, als solches ist, kann man erahnen wenn man Biermann liest. die Fußballmatrix, oder Matchplan: die neue Fußballmatrix als Nachfolgebuch, finde ich wirklich interessant und empfehlenswert.

    Welche Erkenntnisse und Schlüsse für deine eigene Arbeit nimmst du aus den Büchern heraus?

    Es nützt mir ja relativ wenig, wenn ich weiß, wo statistisch am meisten Tore fallen, wenn ich keine Torchancen erspiele.

    Ich sprach nur vom Torabschluss und nicht vom Chancen kreieren. Allerdings schreibt darauf

    So konnte ich die Torschussquote von 5 Schüsse/Tor auf 3 Schüsse/Tor reduzieren innerhalb von ein paar Wochen.

    Darauf bekommt er

    Das ist leider genau das Problem bei solchen Statistiken, das eine -höhere- Effizienz schon um Jugendbereich gesucht wird und darauf sogar hingearbeitet wird.

    Vielleicht haben sich die Jungs auch einfach nur verbessert und schieben den Ball jetzt im 16er mit der Innenseite in die Ecke anstatt ihn mit dem Spann über das Tor zu ballern oder sie bewegen sich besser zum Ball vor dem Torabschluss, weil sie eine besseres Raumverständnis sich erarbeitet haben (dein Stichwort: optimale Raumbesetzung - sofern ich es nicht völlig falsch verstehe, aber dann könnte man mir es erklären).


    Verbesserungen bzw. Ausbildung führt automatisch zu höherer Effizienz, weil sich die Spieler verbessern.


    Skriwer : Zone 14 ist auch ein schönes Beispiel. Danke.

  • Für meine eigene Arbeit zuerst einmal die Erkenntnis das Fussball nunmal komplex ist und nurbeherrschbarer aber nicht vollends vorhersehbar ist. Daraus leitet sich auch die trainingsphilosophie und das trainingssetting ab.

    Bedingt auch das solche eindimensionalen Statistiken, die vorgaukeln über 1,2 stellschrauben die spielerische Qualität steigern könnten und damit die langfristige Entwicklung, nicht mein fall sind.

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Mein Credo ist nicht zu gewinnen sondern jeder Spieler besser zu machen, dann kommen die Siege automatisch.


    Wenn Ich etwas im Match sehe und auch mir die Daten der Statistik aufzeigen, dass Schüsse von ausserhalb sehr wenig bringen, dann versuche ich das zu verbessern. Ich habe sogar dadurch die Möglichkeit es den Spieler zu zeigen. Verboten ist es nicht, von weit zu Schiessen, es zeigt den Spielern auf, was aus den Situation heraus kommt. Ein schnell ausgeführter haltbarer Schuss, der auch oft daneben geht oder doch ein Dribbling in den Strafraum ausführen mit der Möglichkeit einer guten Torchance. Dann trainieren wir das auch so und passen die Übungen entsprechend an.

    Aber da gibt es keinen Königsweg. Fussball ist zu komplex dafür und es gibt zu viele Faktoren mit Einfluss. Mich unterstützen die Daten und zeigen Veränderungen auf. Auf dieser Basis kann kann ich auch neue Ziele setzten.

    Das wichtigste für mich ist auch das die Spieler besser werden. Bis jetzt funktioniert das auch ganz gut.

  • Solange die Spieler besser werden und nicht -nur- mehr Tore schießen ist das ja gut. Nur sollte man keinem Wahrnehmungsfehler unterliegen und eine Statistik mit einer weiteren, passenden Statistik, für sich bestätigen.

    Nur mal ein, schwer übertriebenes und vereinfachtes , Beispiel. Wenn ich wiederholt zentral Chancen schaffe und die Räume optimal besetzt sind, ich aber von 4 mal 3 mal den Pfosten treffe, erziele ich aus diesem Raum 1 Tor. Von, wegen mir außerhalb, erziele ich aus 2 chancen 2 tore. Stelle ich nun mein Training entsprechend um, werde ich definitiv ein besseres Ergebnis bekommen. Ganz einfach weil die Räume vermehrt angespielt werden. Das bedeutet aber nicht, das die Spieler bessere Entscheidungen treffen.

    Möglicherweise sogar im Gegenteil. Trotzdem kann ich die Umstellung als effektiv bezeichnen.

    Genauso würde es sich um einen Bestätigungsfehler handeln, die -schwachen- nicht mehr von außerhalb schießen zu lassen.

    Warum, wenn es die situativ richtige entscheidung war? Sie hat eben nur nicht zu einem Tor geführt.

    In 3 Jahren wenn der Entwicklungsschub da war, werden nun diese Spieler die situativ richtige Entscheidung bei freier Schußbahn nun nicht mehr treffen, weil es sich verfestigt hat.

    Generell unterliegt der Mensch schnell dem Verlangen, vergangenes erklärbar zu machen und -biegt- sich Ereignisse zurecht.

    Macht also Ergebnisse für sich erklärbar.

    Kann man wunderbar verfolgen, wenn Mannschaften trotz hoher Überlegenheit, vllt. 0-1 zurückliegen. Warum sollte man das Spielsytem umstellen? Es wird aber oft genug aus genau diesem Denken gemacht.

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

    Einmal editiert, zuletzt von Trainer E ()

  • Ich habe den Eindruck bei der Diskussion hier entstehen unterschiedliche Meinungen aufgrund unterschiedlicher Betrachtungshorizonte.
    let1612 bezieht sich auf langfristige Statistiken, die aufzeigen, aus welchen Positionen im Profifußball die meisten Tore erzielt werden. Die "goldene Zone" wird ja so oder ähnlich auch bei Biermann erwähnt und wenn man sich die Positionen mit den höchsten Expected-Goals-Faktoren ansieht, liegen diese ja auch in dem Bereich.
    let1612 leitet daraus etwas für sein Training ab, um die Spieler dahin zu entwickeln, dass sie versuchen Torabschlüsse in dieser Zone zu erzeugen. Zusätzlich leitet er ab, dass Torschusstraining von innerhalb des 16er sinnvoller ist.
    Das macht auch Sinn, weil es statistisch mehr bringt, wenn man sauber und sicher in der Lage den Ball aus dynamischen Situationen mit Raum- und Gegnerdruck im Tor unterzubringen, weil man durch hohe Wiederholungszahl entsprechend gefestigt ist, als wenn man regelmäßig aus 20m versucht Traumtore zu erzielen. (es ist natürlich nicht verboten trotzdem auch Weitschüsse zu trainieren, aber bitte nicht in jedem Training 15 Minuten lang).
    Ich hatte vor ein paar Jahren mal das Glück ein Training bei den Bayern aus nächster Nähe verfolgen zu können. Als die meisten anderen schon in die Kabine unterwegs waren, hat sich Robert Lewandowski die vier Nachwuchsspieler und Sven Ulreich geschnappt. Einer der Jungen durfte ihn teilaktiv verteidigen, die anderen haben ihn von den Außenbahnen und aus dem Halbfeld Bälle zugespielt. Vom flachen Rückpass über halbhoher Flugball bis zur Flanke war da alles dabei.
    Das Ganze hat ca. 10 Minuten gedauert.
    Ich habe daraus gelernt:

    1. Wer richtig gut werden möchte muss immer etwas mehr tun als die anderen.

    2. Die vermeintlich einfachen Abschlüsse müssen immer und immer wieder trainiert werden, damit man Sicherheit und Routine

    hat, denn die bekommt man im Spiel am häufigsten.

    3. Obwohl Training war und da Lewandowski stand ist es keine Selbstverständlichkeit, dass man jeden Ball aus 9m locker

    versenkt. => immer weiter trainieren...

  • Aber ich finde das gut mit den Statistiken, dass wird meiner Meinung noch viel zu selten angewendet. Weil man daraus gute Rückschlüsse ziehen kann was effizient ist.

    hm... "effizient" beim Kinderfußball. Irgendwie löst das bei mir Widerstand aus.


    maverick944 du schreibst ja, dass du datengestützt die effizienteste Lösung anstrebst und das deinen Spielern vermitteln möchtest.

    Ich nutze das Wissen und stelle Übungen um. Z.B. sollen die schussschwachen nicht von ausserhalb vom 16er schiessen. Lässt man die zwei Eckentore weg sind es nur noch 5 Tore von ausserhalb, alle vom gleichen Spieler. Würde ich den Fokus auf Fernschüsse legen und die Effizienz um 100% erhöhen, wären das 5 Tore mehr. Lege ich den Fokus aber auf Torabschluss innerhalb des 16er und erreiche nur eine Verbesserung um 30% ergibt das 19 Tore mehr. Was sollte ich demnach trainieren Weitschüsse oder Dribbling und Abschluss?

    Würdest du jedoch durch gezieltes Training nicht nur einen sondern 5 Spieler befähigen, Fernschüsse zu versenken, hättest du 20 Tore mehr... Jede Statistik hinkt so gut wie ihr Ersteller!

    Was mir dabei aber auf der Strecke zu scheinen bleibt ist Kreativität, Spontanität und Spielwitz. Thomas Müller als bestes Beispiel... passt in kein System, rennt immer irgendwo rum und macht am Ende die Dinger rein.


    Mir geben statistische Auswertungen nix. Weil jeder Ballsport für mich immer situativ ist. Und gerade im Kinderbereich darf man nicht vergessen, das die Wahrnehmung von außen und die auf dem Spielfeld signifikant von einander abweichen können.

    Abspiel oder Dribbling? Das hängt doch zum Beispiel auch von der Art des Gegenspielers ab. Gerade in der D-/C-Jugend, wenn die körperlichen Unterschiede sehr groß sein können. Gehe ich also ins Dribbling, weil es ja effizient ist oder erkenne ich an, dass der Gegenspieler einen Kopf größer und 15 kg schwerer ist und suche eine angepasste Lösung?


    Also meine konkrete Frage: wenn du den Kindern beibringst, was nach deiner Ansicht effizient ist, wie hältst du Kreativität im Spiel?

  • hm... "effizient" beim Kinderfußball. Irgendwie löst das bei mir Widerstand aus.

    Also wenn man es schafft innerhalb von 6 Monaten als absoluter Trainerneuling ein Team was zuvor immer verloren hat in ein Team zu verwandeln das die Tabelle anführt. 2 von den Spielern, die vorher schon gut, aber nicht überragend, es vielleicht ab Sommer in eine U-Mannschaft schaffen dann hat man wahrscheinlich nicht so viel verkehrt gemacht, oder? Der Trainer war jetzt auch nicht ein sogenannter Brülltrainer, sondern hat schon gute Arbeit geleistet, aber nie das volle Potential rausgeholt und dazu noch im Oktober 2 Wochen vor Saisonende von heute auf Morgen hingeschmissen.

    Also meine konkrete Frage: wenn du den Kindern beibringst, was nach deiner Ansicht effizient ist, wie hältst du Kreativität im Spiel?

    Meine Spieler haben soweit alle Freiheiten. Einige Spieler dürfen die Position untereinander während dem Spiel tauschen. Meine Vorgabe ist nur, dass sie dann auch auf der neuen Postion bleiben und nicht plötzlich alle vorne spielen. Das geht natürlich nicht für alle auf einmal. Die meisten Ideen kommen mittlerweile von den Spieler selber, weil sie viel selbstbewusster geworden sind. Zum Beispiel führen eine Ecke kurz aus und der Spieler hämmert den Ball von Strafraum Ecke ins Tor. Oder direkt verwandelte Ecken, oder den schnellen Stürmer mit einem langen Ball vom eigenen Strafraum steil schicken, der grosse Verteidiger geht von alleine nach vorne beim Eckball , usw.


    Aber man merkt trotzdem das Sie gewisse Vorgaben benötigen wie zum Beispiel die Aufstellung, Taktik, während dem Match Hilfestellungen, wenn der OM wiederholt von der Mittellinie versucht gegen 3 Gegenspieler zu dribbeln und nicht durch kommt.

    Irgendwann kommt er vielleicht auch alleine darauf, ich finde für eine 2009er D-Jugend ist das schon nicht so schlecht. Und es kommt auch noch die sogenannten "Wasserträger" die gerne auf ihrer Position bleiben und ein Gefühl von Sicherheit brauchen was sie wann in welcher Situation machen müssen.


    Wir haben in unseren beiden D-Jugend Teams 25 Spieler, davon schafft es gerade mal einer aufgrund seiner Grösse, Technik und Kraft präzise Weitschüsse erfolgreich abzuschliessen. Da zu versuchen zu trainieren, dass die Mehrheit das auch können macht für mich keinen Sinn. Und dazu kommt noch im Spielverlauf, dass meistens nur der ZM in die perfekte Position für einen Weitschuss kommt.

    Dann setze ich lieber den Fokus auf anderes was Erfolg bringt.


    Der Nebeneffekt ist noch, das die Leistungsbereiten sehr wohl auf diese Statistiken schauen. Seitdem ich ihnen immer wieder gesagt habe das ich auch Vorlagen notiere und vieles mehr, spielt selbst der Eigensinnigste Spieler zu seinem Nebenmann ab für einen Torschuss.


    Es gibt auch eine Art Trainingseffizienz und die 80 - 20 Regel

    • Trainingszeit optimal und effektiv nutzen. Viele Ballkontakte anbieten und lange Wartezeiten vermeiden. Überblick behalten, kindgerecht coachen, schnell und präzise ohne lange Ansprachen.
    • Versuche nicht noch das letzte Kind zu erreichen. Du wirst nie alle erreichen, kümmere dich um die 80%. Wenn du versuchst die 20% zu erreichen, verlierst du auch noch die anderen 80%.


  • Der Nebeneffekt ist noch, das die Leistungsbereiten sehr wohl auf diese Statistiken schauen. Seitdem ich ihnen immer wieder gesagt habe das ich auch Vorlagen notiere und vieles mehr, spielt selbst der Eigensinnigste Spieler zu seinem Nebenmann ab für einen Torschuss.

    Ich glaube Goodie meinte nicht diese Art von -Kreativität-, die darauf beruht aufgrund von externer Vorgabe eine Aktion auszuführen, sondern eher die situative Lösungsfindung in einer Spielsituation.


    Zum Rest der Ausführungen kommt mir, ohne Dich oder Dein Team auch nur ansatzweise bewerten zu wollen, der Story Bias in den Sinn. Allein bei der Einteilung in -Leistungsbereite- und -Wasserträger-, deren Rollen und Motivationen, gepaart mit dem -Ergebnisbeweis-.

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Was sind eure Lieblingsgrafiken zum Thema Fußball?

    Meine ist die "Goldene Zone" - Artikel unter dfb-akademie.de

    Ist natürlich klar, dass der Profifußball nicht mit Kinder-, Jugend- und Amateurfußball vergleichbar ist. Aber da die Regeln und die Bedingungen gleich sind, kann man aus dieser Grafik schon interessante Dinge ableiten. Im Prinzip sagt uns diese Grafik, dass kaum Tore von der Eckfahne aus fallen, dass zentral die beste Position ist und je näher dran, desto besser. Ich bin mir sicher, dass dem niemand widersprechen wird. Es gibt Ausnahmen, aber im Durchschnitt habe ich in 25 Jahren Fußball das erlebt.


    Wenn ich nun Kindern oder Jugendlichen suggerieren kann, von wo beim Fußball die meisten Tore fallen, bringe ich sie vielleicht dazu, diese Bereiche eher zu suchen als die, die "ungefährlich" sind. Das Ganze untermauert mit der Grafik wird mit Sicherheit für eine "Effektivere" Spielweise sorgen.


    Mit "effektiv" meine ich übrigens nicht, dass Tore über alles entscheiden. Aber Fußball wird nun mal mit dem Ziel Tore zu schießen gespielt. Sie sind nicht der alleinige Indikator für gut oder schlecht, aber ich habe lieber im Hinterkopf "Wenn wir zentral in den 16er kommen, ist die Wahrscheinlichkeit am größten" als "irgendwann schießt mal einer von irgendwo". Das eine hat einen Plan und ein Ziel, das andere ist planlos - niemand weiß, was man eigentlich will oder wie man es will. Ziel sollte es sein, eben diese Räume vermehrt im Angriff zu suchen.

    Wer gut zielt, macht viele Tore - Wer gut spielt, hat viel Spaß - Wer beides macht, hat Erfolg

  • Beim Threadersteller ging es auch um die Fussballdaten.

    Die anderen trainieren vermutlich auch nicht schlechter und ich bin sicher nicht der Trainergott. Aber irgendwo muss der Unterschied der Leistungsverbesserung herkommen. Da die anderen Trainer keine solche Statistik führen, gehe ich davon aus, das die Statistik und die Schlussfolgerungen daraus, dazu beiträgt.

    Wenn ich mir die die Grafik der goldenen Zone anschaue ist das ziemlich deckungsgleich mit meiner Statistik. 87% der Tore werden innerhalb des Strafraums erzielt.


    Also ich muss sagen, dass ich ein Verfechter der Statistik bin.

    Ich führe sogar Statistik über meine Spieler in ihren Fähigkeiten und vergebe Punkte. Dort gibt es verschiedene 25 Kriterien (Passen, Technik, Kopfball, Arbeitsleistung, Ausdauer, usw.). Immer wieder zwischendurch schaue ich die Werte an und vergebe sie neu, je nach Verbesserung/Verschlechterung. Ich notiere mir alle 2 Monate die Gesamtpunkte. So kann ich grafisch darstellen wie die Entwicklung ist. Wenn jemand sagt: "Oh der ist aber gut geworden". Dann kann ich sogar wie gut er im Vergleich zu anderen geworden ist. Dabei sieht man auch die Schwachpunkte und kann sie individuell angehen und verbessern.


    Vor 2 Wochen gab es ein Auswahltraining. Der Trainer hat die Spieler gerade mal 1,5h beobachtet. Danach wählt er aus, wer geeignet ist und wer nicht. Er hat die Spieler zuvor noch nie gesehen. Wie soll er sich da ein Urteil bilden können? Ich habe ihn dann meine Statistik in die Hand gedrückt und erklärt, warum ich diesen Spieler vorgeschlagen habe. Der Grund ist, dass dieser Spieler sich von allen anderen aufgrund seiner Leistungssteigerung besonders abhebt. Er ist jetzt nicht der Beste, aber wenn er so weiter macht überholt er die anderen in 6 Monaten locker.

    Was der Auswahltrainer daraus macht liegt nicht in meiner Hand.


    Allein bei der Einteilung in -Leistungsbereite- und -Wasserträger-, deren Rollen und Motivationen, gepaart mit dem -Ergebnisbeweis-.

    Ich verstehe leider nicht, was mit "Story Bias" gemeint ist. Gerne mir einen Link schicken oder den Thread.

    Das mit der Einteilung habe ich von der DFB Seite. Die hat mir auch sehr geholfen. Es gibt diese bestimmten Spielertypen mit ihren Eigenschaften, mit dem Wissen wie umgehen, hilft ungemein bei der individuellen Förderung. Die Spielertypen bleiben nicht gleich, sie können sich auch ändern. Mein OM ist der Anführer aufgrund seines Alters, seiner Position als Stammspieler und Leistung. Vor einem Jahr war er als E-Jungendlicher in einer D-Jugend der kleinste und eher einer der schwächeren, Aufgrund der Gruppendynamik war nur der "Wasserträger".


    Verschiedene Spielertypen: So bilden Sie ein echtes Team! :: DFB - Deutscher Fußball-Bund e.V.