Freiheitsstrafe auf Bewährung nach Attacke auf den Schiedsrichter

  • Wir hatten den Fall auch hier angesprochen, aber ich finde den Thread nicht. Im Kreis Dieburg hatte eine Herren-Spieler die gelb-rote Karte gesehen und daraufhin den Schiri bewusstlos geschlagen.Der Angreifer wurde jetzt zu einer Haftstrafe von einem Jahr und 3 Monate auf Bewährung verurteilt: https://www.spiegel.de/sport/f…b6-4ba8-8e22-d06ea9d0cfec

  • Die Gefängnisstrafe ist hier ja nichtmal die Hauptsache. 200 Stunden Arbeit zusätzlich zum Job ist nicht wenig und dass er zum Antiaggressionstraining muss finde ich sehr löblich. Das bringt mehr als Leute in den Knast zu schicken


    200 Sozialstunden ist nicht gerade viel, da muss man nur ein paar Tage in der Schule fehlen und schon ist man auch dort....


    Das deutsche Strafsystem ist halt schlicht ein Witz. Nirgendswo auf der Welt kommt man mit Gewaltdelikten so einfach davon wie in Deutschland. Ich behaupte in 95% aller anderen Länder, würde der Typ einige Zeit im Knast schmorren. Als Opfer und Angehörige des Opfers würde ich mir verarscht vorkommen. Mich wundert es seit Jahren, warum es in Deutschland kaum Selbstjustiz gibt, eine wirkliche Strafe droht einem ja nicht!


    Das schlimmste was man hier machen kann, ist Steuerhinterziehung. Da sitzt man länger im Knast (solange man nicht Uli Hoeneß heißt) wie ein Vergewaltiger!


    Die Verhältnismäßigkeit von Urteilen in Gewaltdelikten zu Dingen in Zivildelikten passt in Deutschland absolut nicht. Für so eine Aktion sollte der Typ mindestens 5 Jahre in den Knast. Das würde wirklich mal abschreckend wirken! Über ein Anti-Agressionstraining lachen sich doch solche Leute nur kaputt. Und bei den Sozialstunden wird im am Ende sowieso 1/3 einfach erlassen, weil die Maßnahmen-Standorte überhaupt nicht wissen, was sie mit den Leuten anfangen sollen!

  • @HansMcHans hat es eigentlich sehr gut beschrieben .

    In Deutschland geht halt massiv Täterschutz vor Opferschutz ...

    Ein Hohn für alle Opfer und deren Angehörigen .

    Wie man diese lächerlich geringe Strafe auch noch gut heissen kann - sorry , da habe ich kein Verständnis für .


    mfg


    PS: die ... 5 Jahre ... sind natürlich übertrieben .

  • Schaut in die USA, wo das Strafrecht deutlich schärfer ist als in unserem Rechtskreis. Da gibt es Todesstrafen sowie three-strikes-laws und trotzdem lassen sich empirisch keine Abschreckungseffekte nachweisen.


    Im Gegensatz dazu dominiert in Deutschland der Resozialierungs- und Erziehungsgedanke, nicht die Vergeltung. Wenn der oben genannte Spieler zum ersten Mal so etwas getan hat, wäre es maßlos überzogen, ihn wegen dieses Vorfalls gleich für 5 Jahre ins Gefängnis zu stecken. Ihm die Auflage mit dem Aggressionsbewältigungstraining zu erteilen, halte ich für sinnvoll. Kommt er dieser Auflage nicht nach, wird die Freiheitsstrafe vollstreckt.

  • Schaut in die USA, wo das Strafrecht deutlich schärfer ist als in unserem Rechtskreis. Da gibt es Todesstrafen sowie three-strikes-laws und trotzdem lassen sich empirisch keine Abschreckungseffekte nachweisen.

    Dafür hast du aber 0 Beweise ...

    Aber ok , ich denke wir sollten das nicht in eine Diskussion über das deutsche Rechte und Werte Systhem ausweiten ... :)


    mfg

  • Gibt ja vielleicht noch etwas zwischen Todesstrafe und Bewährungsstrafe...

    Manchmal habe ich das Gefühl, dass die Bewährungsstrafe wie ein halber Freispruch gewertet wird.

    Ich bin gegen massives Wegsperren. Das bringt meiner Ansicht nix.

    Vielfach geht das Leben des Täters dann noch weiter in die Brüche (Job, Beziehung, Kinder etc.)

    Aber so ganz ohne Einschränkung als Strafe hab ich irgendwie Bauchschmerzen.

    Für mich wäre eine Bewährungsstrafe als offener Vollzug sinnvoll.

    Die Freiheit wird spürbar eingeschränkt aber man erhält die Möglichkeit sein normales Leben aufrecht zu erhalten.

    Zugleich ist es auch ein Zeichen an die Opfer.

    Bewährung wirkt immer wie ein "du-du-du"!

    Offener Vollzug eher wie eine tatsächliche Strafe...

    Aber das ist jetzt schon weit weg vom Fußball;)

  • Es ging mir darum, Gegenargumente vorzubringen, dass harte Strafen eine abschreckende Wirkung hätten. Da die Todesstrafe die schwerste Strafe darstellt und es dazu reichlich Daten gibt, erschien mir das passend.


    Kleiner Nachtrag: Den Täter-Opfer-Ausgleich über das Strafrecht erreichen zu wollen, halte ich für antiquiert. Was hat das Opfer davon, wenn der Täter hart bestraft wird? Der Schaden (körperlich, seelisch) ist bereits angerichtet. Das kann das Strafrecht nicht heilen. Ob und wenn ja, welche Maßnahmen getroffen werden, um dem Opfer zu helfen, geht aus dem Artikel zudem gar nicht hervor. Woher wissen wir denn, dass das Opfer keinerlei Hilfe/Unterstützung erhalten hat? Vielleicht hat der Täter bereits selbst ein gewisse Wiedergutmachung geleistet. Aus Erfahrung weiß ich, dass das oft passiert, aber so gut wie nie an die Öffentlichkeit gelangt.

  • Hat zwar mit Fußball nix zu tun, aber das kann einfach nicht so stehen lassen.

    Der Täter war 28. Der geht nicht zur Schule. Und selbst wenn. Die Sozialstunden sind kein Schulersatz, sondern die werden in der Freitzeit abgeleistet. Für den heisst es wahrscheinlich ein halbes Jahr lang kein freien Samstag.Norwegen kennt z.B. keine lebenslange Haft. Für Täter ist es wesentlich schwerer sich mit den eigenen Taten auseinanderzusetzen statt im Knast die Zeit abzusitzen. Warum die Selbstjustiz nicht höher ist? Weil scheinbar unser Rechtssystem sehr funktioniert auch wenn es dir nicht passt.

    Und bei deiner Behauptung, dass die erlassen werden hätte ich bitte gerne eine Quelle, da ich dazu nix gefunden habe.

    Übrigens werden 2/3 aller Teilnehmer eines Anti-Aggressions Trainings nicht mehr straffällig. Das ist eine hervorragende Quote bei Straftätern.
    Und um die Brücke zum Fußball zu schlagen noch ein Zitat des brasilianischen Torhüters der WM 1950:

    "Die höchste Strafe in Brasilien sind 30 Jahre Haft. Aber ich büße nun schon 50 Jahre für etwas, das ich nicht einmal begangen habe"

  • Hat zwar mit Fußball nix zu tun, aber das kann einfach nicht so stehen lassen.

    Der Täter war 28. Der geht nicht zur Schule. Und selbst wenn. Die Sozialstunden sind kein Schulersatz, sondern die werden in der Freitzeit abgeleistet. Für den heisst es wahrscheinlich ein halbes Jahr lang kein freien Samstag.Norwegen kennt z.B. keine lebenslange Haft. Für Täter ist es wesentlich schwerer sich mit den eigenen Taten auseinanderzusetzen statt im Knast die Zeit abzusitzen. Warum die Selbstjustiz nicht höher ist? Weil scheinbar unser Rechtssystem sehr funktioniert auch wenn es dir nicht passt.

    Und bei deiner Behauptung, dass die erlassen werden hätte ich bitte gerne eine Quelle, da ich dazu nix gefunden habe.

    Übrigens werden 2/3 aller Teilnehmer eines Anti-Aggressions Trainings nicht mehr straffällig. Das ist eine hervorragende Quote bei Straftätern.

    Der arme Täter hat keine freien Samstage mehr ...

    Das Rechtssysthem in Deutschland funktioniert also gut , ich empfehle mal mit Mitarbeitern von Opferverbänden zu reden ...

    2/3 - Hör bitte auf mit der Märchenstunde . Das ist der typische Unterschied zwichen Theorie - Praxis .

    Empfehlung: Unterhalte dich mal mit Leuten aus der Praxis (Polizei , Rettungsdienste , Justizbeamte , Security , Opfer , ...) . :)


    PS: Ich bin trotzdem erstmal raus aus dem Thread .


    mfg