Bambini-Ecke

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  • stefan1977

    Deine "Wale Füttern" Spielform kam sehr gut bei den Minis (U5) an. Passte perfekte zu "Muschel-Kegeln" und "Fischfutter klauen". :thumbup:


    -Nils-

    Vorturnen lassen und dabei kurz knapp eine Geschichte erzählen hilft mir sehr, dass die Kinder U5 & U6 aufmerksamer sind und die Aufgabe selbstständig lösen.


    "Fischfutter klauen"

    Die Haie (Team A) wollen den Fischen (Team B) ihr Futter (Kegel, Hütchen, unterschiedliche Bälle) klauen. Die Fische holen es zurück.


    Das war die ganze Geschichte während es zwei Kinder vorgespielt haben für den Rest. Die beiden Teams hatten jeweils vier Kinder.


    Durch Ausprobieren lernen die Kinder am besten, danach folgt das visuelle Lernen. Die Geschichte hilft beim Fokussieren, nicht mehr, nicht weniger.

  • Natürlich mögen Kinder Phantasiegeschichten.

    Das habe ich nicht bezweifelt. Kinder mögen auch Schokolade ;)


    die Helden der Kinder (im Augenblick Paw Patrol, da kannste noch was lernen =) ), Shaun das Schaf, Feuerwehrmann Sam

    Ich bin zum Glück mit meinen Kindern da durch - und finden das alle Eltern pädagogisch wertvoll? Die Kinder werden nämlich nach Hause gehen und das im Fernsehen sehen wollen - alle Freunde dürfen das ja auch.

    Elefanten "und wie laufen die?" Stampfen

    Die Kreativen lassen Elefanten auch anders laufen (Stichwort: Benjamin Blümchen) - und dann ist alles wieder richtig :)


    Ich war heilfroh, als die Phase von Rolf Zuckowski endlich vorbei war...

    Es gibt ja auch andere - z.B. Rodscha aus Kambodscha und Tom mit Weltmeister oder Ich trau mir. Hoffte hier auf Libra , dass er evtl. etwas hat (erinnerte mich an die Goldene Ananas)

  • Meine Erfahrung von früher ist, dass die Kinder als Wale, Autos usw. viel motivierter an die Sache gehen.

    Die Kinder rennen dann teilweise schneller und länger, als wenn sie einfach nur Tore schießen müssen.

    Ganz kleine Kinder nehmen die Sache dann tatsächlich ernst, für die ist das Wale füttern schon fast real.


    Ich persönlich bin auch ganz weit Weg von einem Erzieher, aber einige Themen (Wale, Autos, usw.) konnte ich trotzdem gut mit Leben. Andere Themen (Zauberer, Märchen, usw.) waren überhaupt nichts für mich.



    Beispiel "Feuer, Wasser und Eis" (oder was auch immer...)

    Wenn ich kleinen Kindern sage, dass sie einen Wall hochlaufen sollen, werden sie den Wall hochlaufen.

    Wenn ich kleinen Kindern "Wasser" zurufe (bedeutet Überschwemmung), werden sie den Wall hochrennen ;)

  • stefan1977

    Der Unterschied jedoch liegt darin, dass bei "lauf den Wall hoch" die Lösung von dir vorgegeben wird. Und bei "Wasser" finden die Kinder selbstständig die Lösung.


    Ich setze darauf, dass die Kinder möglichst oft eigenständig Lösungen finden und umsetzen.

  • Vielen Dank für eure ganzen Ideen und das Input.


    Was mir einfach extrem schwer fällt, ist diese Kreativität bzw. Fantasie zu haben, Geschichten oder Symbole um die Übungen zu basteln, damit es für die Kinder noch mehr Spaß macht. Vielleicht sind die Kinder dadurch demotiviert oder überfordert, es geht ja auch jedes Kind anders damit um. Auch wenn es mal Streit gibt oder ein Kind nicht so mitzieht wie es soll oder wieder nur laut rumschreit oder weint (davon haben wir immer wieder ein paar vereinzelte die das zu jedem Turnier machen müssen) weiß ich manchmal nicht wie ich damit umgehen soll, da ich keine eigenen Kinder habe und deshalb null Erfahrungen in diesem Bereich besitze.


    Wir haben vom Jahrgang 2015 bis 2017 alles dabei, das heißt schon relativ große Unterschiede. Ich versuche die Trainingsgruppen nach Möglichkeit immer leistungsgerecht zu trennen, d.h. eine Gruppe "leistungsstarke" und eine Gruppe "leistungsschwächere" Kinder. Ist aber nicht immer möglich, da ich meistens allein zum Training bin mit 12 bis 18 Kindern.


    Von der Trainingsgestaltung an sich starte ich immer mit einem Fang-/Bewegungsspiel, i.d.R. ohne Ball für circa 15min. Danach gehen wir zu einer Übung mit dem Ball, meistens etwas mit dribbeln. Ich habe auch überlegt Passspielübungen einzubauen, aber da tue ich mich mit der Altersklasse wirklich schwer Übungen zu finden, an denen die Kinder Spaß haben. Viele sagen ja auch, wie auch hier im Forum, dass Bambinis viel zu sehr "Ich-fokussiert" sind und deshalb ein Zusammenspiel kaum trainiert werden kann.

    Im Anschluss an diese Dribbling-Übung (meistens eine oder zwei verschiedene falls ich einen Co-Trainer an der Seite haben sollte) gehen wir meistens zum 1gg1 Spiel über mit verschiedenen Feldformen bzw. Toranordnungen, ich will dadurch das die Kinder die Angst vor dem Gegenspieler verlieren und den Überblick für ein freies Tor haben und flexibel dribbeln können (d.h. auch seitlich und nicht nur geradeaus).

    Danach folgt dann meistens das "Abschlussspiel" natürlich wieder leistungsgerecht getrennt auf 2 Funino-Feldern.


    Die Kinder haben eigentlich am meisten Spaß am Tore schießen, für andere Übungen sind sie kaum zu begeistern, mein Eindruck ist auch, dass sie durch das Spiel an sich am meisten lernen. Deshalb lasse ich circa die Hälfte (45min) des Trainings in Spielformen trainieren (1gg1 oder Funino) und baue nur 20 bis 30min eine reine Trainingsübung ein (der Rest ist 15min Erwärmung mit einem Bewegungsspiel wie oben beschrieben). Wir veranstalten auch während unserer Trainingszeit regelmäßig kleinere Testspielturniere gegen andere Vereine, da nicht an jedem Wochenende ein Funino-Turnierfestival stattfindet.


    Das Thema ist auch, wie stelle ich Mannschaften für Turniere zusammen. Viele machen eine leistungsstarke und eine leistungsschwache Mannschaft, weil gleichstarke von gleichstarken Kindern lernen. Das mag auch für die starken Kinder Spaß machen, da sie die Möglichkeit haben Spiele zum Turnier zu gewinnen. Ich habe nur Bedenken, dass die schwächere Mannschaft nach 2 oder 3 Spielen die Lust verliert, wenn sie gar keine Chance gegen die Gegner hat, weil unter Umständen dauert es beim Funino-Turnierfestival bis zum vorletzten Spiel bis man annähernd das Spielfeld erreicht hat, auf welchem man sich leistungsmäßig auch befindet.


    Ich hoffe ihr könnt meine Probleme und Gedankengänge etwas nachvollziehen und verstehen.

  • fl_ix21

    Ich würde die drei Jahrgänge unterteilen. 2017 wäre noch Kindergarten mit Bewegungs- und Ballschule, möglichst ohne Aspekte des Fußballs.


    Übungen meiner bescheidenen Meinung nach nur in Spielform, nicht in Übungsform. Und hierbei sollte die kurze Konzentration der Kinder bedacht werden. Max. 5 Minuten je Spiel.


    Für das "Passen" könntest "Zimmer aufräumen" spielen lassen, hierzu zwei Felder aufbauen, die gut 5m bis 10m voneinander entfernt sind. Zwei Teams je 5 Kinder einteilen und je 5 Bälle in die Felder. Die Kinder haben die Aufgabe, ihr Zimmer aufzuräumen und das Zimmer der jeweils anderen Kinder unordentlich zu machen. Hierzu schießen sie die Bälle ins andere Feld.


    Zusammenspiel in Grundzügen bzw. das Wir-Gefühl lässt sich durch einfache Spiele verbessern, bspw. die "Dribbelkrake", 3 gg 3 gg 3 Handball mit zwei Bällen, Partner-Parcours, Handknoten lösen, Achterbahn oder Blindenhund.


    Ich nehme 15 bis 20 Kinder zu Festivals mit. Turniere nehme ich nur an, wenn sie den neuen Spielformen folgen und min. 12 Kinder teilnehmen können. Ich unterteile in stark, mittel und schwach und bilde 3 bis 5 Mannschaften - es braucht letztlich eine gerade Gesamtanzahl an Teams. Meist wird auf drei oder vier Kleinfeldern gespielt, manchmal mit vier Toren auf der Schußlinie, manchmal mit einem Tor statt zweien, usw.


    Die starken Kinder spielen gegeneinander, die mittleren und die schwachen. Meist im Championsleague-Modus, nach zwei oder Spielen treffen dann "gleichstarke" Gruppen aufeinander, so dass sowohl Niederlagen als auch Siege für jede Gruppe dabei sind ohne jedoch reine Sieger oder Looser zu produzieren. Ergebnisse sind egal, Tabellen gibt's auch nicht.

  • Was mir einfach extrem schwer fällt, ist diese Kreativität bzw. Fantasie zu haben, Geschichten oder Symbole um die Übungen zu basteln,

    Keine Angst vorm Feind! Das Geheimnis ist, dass das alles in sich nicht besonders logisch sein muss.


    Du willst, dass die Kinder mit dem Ball um ein Hütchen dribbeln und wieder zurückkommen? Dann fliegen die Kinder einmal um den Mond und kommen zurück auf die Erde.

    Nimm dir ein Thema und überlege was dir dazu einfällt:
    Weltraum: Sterne, Raumschiffe, Schwarze Löcher die die Bälle ansaugen, Außerirdische die die Bälle haben wollen...
    Gespenster: nachts schweben freundliche Geister durchs Treppenhaus und öffnen mit ihren Ballschlüsseln alle Türen. Da kommt der Hausherr, weil er ein Geräusch gehört hat, die Geister müssen sich schnell verstecken...
    Ich packe meinen Koffer: Schuhe (Ball um die Beine Rolle). Socken (Fuß auf den Ball stellen), Hose (Ball auf dem Knie balancieren), T-Shirt (Ball um den Bauch/Rücken kreisen). Wie gesagt: das muss keinen Sinn machen. Die Kinder nennen das Kleidungsstück und du sagtst: oh, richtig: ein Schal geht so (Ball hochwerfen, auffangen)
    Heißluftballon, Flugzeuge, Kirmes,
    Und der Klassiker: frag die Kinder.

    Zum generellen Ablauf: ich verzichte vollständig auf das was der Erwachsene warm machen nennt. Die Kinder rennen eh den ganzen Tag wild durch die Gegend. Stattdessen haben wir eine 5-10 minütige Tummelphase, in der die Kinder frei mit oder ohne Bälle spielen können. Dann Begrüßung und Vorstellung des Themas: "heute kaufen wir ein Auto. Welche Marken kennt ihr denn?" (bei mir kommt dann meist: "ein blaues!" oder "Polizeiauto") Dann laufen wir erstmal mit Ball los und suchen das Autohaus. (freies dribbeln) Dann prüfen wir das Auto, ob es was aushält (Torschuss), sucht sich jedes Kind eins aus und Probefahrt (irgendwas mit Hütchen) usw usf...


    guck mal beim DFB rein. Da sind die Rahmengeschichten zum Teil extrem bekloppt:

    Zitat

    Für viele Dribbelaktionen sorgen

    Spiel 1: Honig Spiel 2: Honigbär Spiel 3: Honigbrot Spiel 4: Honigglas Spiel 5: Honigladen


    "Passspiel bei den Kleinen" hat hier mal ein anderer User so bezeichnet: Zeitverschwendung. Du kannst wortreich versuchen, es den Kindern beizubringen aber du wirst viel Zeit darauf verwenden müssen. Diese Zeit fehlt dir, dich mit den altersangemessenen Dingen zu beschäftigen: Ballbehandlung, dribbeln, Tore schießen.
    Bis die Kinder Raum und Geschwindigkeit einschätzen können, dauert es. Daher müssen die Kinder auch erst mit 11 Jahre auf der Straße radeln... Erst dann hat sich ein gewisses räumliches Sehen entwickelt. Kindergartenkinder habe kaum Verständnis für den Raum, das merkst du daran, dass die meisten den Ball bis zum Tor bringen und ihn trotz freier Schussbahn meist nicht schießen. Außerdem ist der Blick noch auf den Ball gerichtet. Blicksprünge sind einfach noch nicht drin, sie haben in dem Alter noch nicht mal das volle Gesichtsfeld zur Verfügung. Entweder gucken oder dribbeln... (und ja, es gibt immer mal wieder einzelne die das schon können, etwa weil sie vielleicht vom älteren Bruder getrimmt werden, aber die die anderen 15 Kinder können es noch nicht)

    Du kannst aber jedes noch so zufällige Zuspiel feiern, so motivierst du deine Kinder, es weiter zu versuchen. Da spricht ja nix gegen.

    Und wenn es denn unbedingt eine Passübung sein muss, dann stelle zwischen zwei sich gegenüber stehenden Kindern ein Hütchentor hin und die Aufgabe ist, möglichst viele Tore zu schießen. Ich sag aber auch ganz ehrlich: Bis ich meine Kinder in eine solche Übung sortiert hätte (Zweierpärchen, nur durchs eigene Hütchentor schießen, immer hin und her), wären meine Nerven wohl schon durch.
    In der F, mit Eintritt in die Schule, erledigen sich solche Probleme dann quasi von selber, das Verständnis steigt, Ballspiele mit hin und her werfen/schießen kennen sie...

  • Ich finde deinen Trainingsaufbau so sehr gut.


    Fangspiele sind koordinativ sehr schön und erfordern schon einen Rundumblick, werden beim Fußball teilweise unterschätzt.


    Ich finde auch reine Dribbel-Übungen akzeptabel, nicht immer findet man Spielformen. Und ich bin mit meinen Jungs (Breitensport!) auch immer wieder mit dem Ball den Platz hoch und runtergelaufen. Dribbeln mit rechts/links, pendeln, usw. usw.

    Das ganze kann man auch immer weiter steigern, um so besser die Kinder sind. Also auch Sohle mitnehmen, Samba-Dribbling usw.

    Ist natürlich nicht spielnah, bringt aber unglaublich viele Ballkontakte pro Kind.


    Reine Passübungen sind schwierig, aber warum nicht schon leichte Überzahl-Spiele machen?

    Man kann auch bei kleinen Jungs schon 2:1 Übungen aufbauen und gucken, was passiert. Einfach einen Verteidiger (oder Trainer) auf einer Linie und zwei Jungs müssen die Linie überwinden. Einige werden schon Pässe spielen, andere nicht. Dahinter könnte man auch direkt einen Torschuss oder Pass-Tore stellen.

    Oder es gibt auch schöne Funino-Spiele als Vorbereitung zum Abschlussspiel.

    3:0, aber jeder Spieler muss den Ball gehabt haben.

    3:0 mit Gegenverkehr (gleichzeitig in beide Richtungen)

    Am Ende dann 3:0 zwei Teams auf Zeit gegeneinander, im gleichen Feld. Als Wettkampf funktioniert es noch besser, da ist die Motivation immer höher.

    Und dann kann man noch 3:1 und 3:2 spielen.


    Und am Ende ganz viel spielen in kleinen Teams, hier kann das geübte dann angewendet werden.

    Das ist schon sehr gut, wenn hier der Hauptteil des Trainings liegt.

    Aber immer in kleinen Teams, beim 7:7 oder so haben einige Jungs fast keine Ballkontakte.



    Die Trainingszeit ist mit 90 Minuten aus meiner Sicht aber schon sehr lang. Wenn die Jungs so lange aktiv dabei sind, alles gut. Aber wir haben damals, glaube ich, nur 60 Minuten trainiert.

  • stefan1977

    ich werde ab August auf 90 Minuten Training (Spielstunde) erhöhen, damit effektiv gut 60 Minuten bleiben ohne Pausen zu vernachlässigen und einen Puffer für Ablenkungen zu haben.


    Zu deiner Frage bzgl. Überzahl-Spiel. Wie wäre es mit diesem Einstieg in ein 3 gegen 3?:


    Zuerst läuft ein Kind von Team A ohne Gegner und versucht ein Tor zu erzielen (1gg0). Dann startet das erste Kind von Team B und muss sich im 1gg1 durchsetzen. Danach startet das zweite Kind von Team A und es kommt zum 2gg1. Das ganze abwechseln, bis ein 3gg3 aufgebaut ist, anschließend fünf Minuten mit üblicher Rotation spielen lassen.


    Es sollten die Kinder starten, die im 3gg3 eher selten zu Torerfolgen kommen.

  • ruffy85 : Die Spielform ist auch unter Torbellino bekannt - siehe youtube.com. Ich habe sie in der F-Jugend oft eingesetzt (sie ist meine Lieblings-Spielform). In unserem Trainingscamp setzen wir sie auch bei 6-12 jährigen Kindern ein - für die jüngeren Kinder ist sie schon sehr anspruchsvoll. Und hier steht ja Bambini-Ecke als Überschrift - je nach Definition von Bambini, ist die Spielform somit evtl. nicht geeignet - nicht das andere Trainer daran verzweifeln ;)

  • let1612

    Danke für deinen Hinweis. :saint: Probieren geht über Studieren.


    Meine 2016er kriegen "Torbellino" gut auf die Kette, die spielen aber auch schon gut anderthalb Jahre zusammen.


    Die Beispiele von mir habe ich mit meiner U6 allesamt erprobt. Mir fällt's jedoch schwer, daraus abzuleiten, ob die Spielformen sich im Allgemeinen für Bambinis eignen. Sorry dafür.

  • Es bleibt ja sicherlich auch immer Sache des Trainers, zu gucken, ob es passt oder nicht.


    Ich finde 2:1 Übungen, wie z.B. von Horst Wein, sehr gut. Wahrscheinlich sind damit aber vor allem die ganz kleinen überfordert.

    Aber probieren geht über studieren ;-)

    Vielleicht mal einfach x-Spielfelder mit 8-10 Meter breiten Dribbeltoren aufbauen und 2 Jungs immer wieder gegen einen Verteidiger anlaufen lassen. Nach ein paar Minuten Verteidiger wechseln, bis jeder mal Verteidiger war. Ich würde immer mehrere Durchgänge machen. Der erste ist noch ausprobieren und das Spiel verstehen. Vielleicht auch noch einen Wettkampf machen, welches 2er-Team macht die meisten Tore.

    Wenn es grundsätzlich funktioniert müsste man es mehrere Wochen ausprobieren/machen. Dann kann man vielleicht Fortschritte erkennen.


    Aber man kann auch einfach wieder eine 2:2 Champions-League spielen. Also viele Felder mit Auf- und Abstieg jeweils im 2:2.

    Entweder die Jungs passen sich hier die Bälle zu, oder nicht. Aber sie werden (teilweise) schon merken, dass ein Zusammenspiel von Vorteil ist.

    Das ist immer auch ein schöner Wettbewerb, sehr intensiv mit extrem vielen Zweikampf-Situationen und Pass-Möglichkeiten. Ziel ist es in die Champions-League zu kommen, aber bei Bambinis sollte jeder Sieg Punkte bringen oder gefeiert werden.

    Mit Dribbel-Toren (Linien) auch sehr schnell aufzubauen. Und man muss auch nicht jedes Feld betreuen.


    Aber beim Passen darf man einfach nicht zu viel erwarten:

    - Bei mir in der D-Jugend sind immer noch 2-3 Spieler so egoistisch, dass sie von 10x nur 1x abspielen und regelmäßig den Ball vertändeln. Ich verbiete ihnen das dribbeln nicht, gebe als Tipp aber seit Jahren den Hinweis auf den besser stehenden Mitspieler. Und wenn sie übertreiben meckere ich auch. Der Lerneffekt ist trotzdem recht überschaubar...

    - Viele Jungs haben irgendwann zwischen F-Jugend und E-Jugend verstärkt Pässe gespielt.

    - Andere 2 Jungs haben schon Ende Mini/Bambini Gassenpässe und Anfang der F-Jugend sogar Lupfer-Pässe auf freie Mitspieler gemacht. Die waren spielerisch und von der Entwicklung deutlich weiter.

  • Goodie

    Angesprochen in einem anderen Faden auf Spielformen für Spielintelligenz und Persönlichkeitsentwicklung bereits bei den Bambinis:


    Meine Gruppe hat sich einen festen Rahmen geschaffen:

    Wir begrüßen uns beim Betreten des Platzes mit einem "High Five", kommen zum Start im Kreis zusammen. Die Kinder führen die Übungsspiele abwechselnd vor. Zum Abschluss bilden wir immer einen Kreis und die Kinder brüllen ihren Schlachtruf aus vollem Hals. Die Kinder bauen mit ab.


    Bei den Trainings singen wir den Geburtstagskindern ein Lied, religiöse Festtage wie Fastenbrechen, Chanukka oder Nikolaus haben einen Platz bei uns, Eltern werden an manchen Tagen wie Muttertag aktiv eingebunden.


    Die Kinder geben sich eigene Regeln, bspw. kein Grätschen. Passiert es doch, entschuldigen sie sich. Selten muss mich um wiederholte Missachrung der Gruppenregeln kümmern.


    Regelmäßig kommen "Vertrauensspiele" zum Einsatz, damit der Zusammenhalt untereinander wächst. Beispiele hierfür: Blindenhund (1 Kind Augen zu, das andere führt), Achterbahn (3 Kinder, das vorderste macht vor), Dreibein (2 Kinder verbunden an den Beinen), Handknoten (max. 4 Kinder halten sich verknotet an den Händen und versuchen das ohne loszulassen zu entwirren), uvm.


    Spielformen im 3 gegen 3 (gegen 3) nutze ich am liebsten ohne viele Vorgaben. Mal spielen sie in drei Gruppen Handball mit zwei Bällen auf ein Tor oder sie spielen "Chinesische Mauer", hier verteidigt die eine Gruppe in einer Zone während die andere Gruppe versucht durchzukommen und ein Tor zu erzielen.


    Wenn mal eine Übungsform, dann stets als Wettbewerb mit max. 4 Kinder im Team, bspw. Drachenschatz, bei dem ich als Trainer der schlafende Drache bin, der geweckt wird, wenn der lauts Fuß ab 6m vor dem Tor verwendet wird.


    Als Trainer mache ich bei vielen Spielen mit, sei es als Störspieler oder als Klassenclown. Zusehen und Kommandieren kann ja jeder. Ich denke, dass die aktive Beteiligung, das ehrliche Interesse für die Kinder und ihre Geschichten und kindegerechte Kommunikation auf Augenhöhe (physisch und verbal!) das A und O sind für hoch motivierte Kinder, die mit Freude dabei sind und eine eigenständige Gruppe - in Abgrenzung zu Schule & Co. - bilden.

  • Wie oft und wie lange trainiert ihr mit euren G- und F-Junioren bei welcher Gruppengröße?


    In meiner Gruppe (aktuell U6) sind nun 26 Kinder, wir trainieren 1x 60 Minuten. Es kommt aktuell vor, dass arbeitsbedingt manchmal keine Co-Trainer dabei sind, dass ist enorm anstrengend und auch blöd für die Kinder. Ich bevorzuge Kleingruppen bis max. 12 Kinder je Trainer.


    Nun überlege ich, ob weiterhin 1x pro Woche Training für alle sinnvoll ist oder 2x pro Woche mit max. 18 Kinder sinnvoller wäre.


    Bei einem Termin würden wir zu zweit oder zu dritt mehrere Stationen aufbauen und jeder nimmt sich eine eigene Gruppe, die Stationen werden gewechselt.


    Bei zwei Terminen würde eine Trennung der Kinder erfolgen, das finde ich in dem Alter blöd. Dafür wäre es immer nur eine Gruppe und evtl. reicht ein Trainer aus.


    Mir schwebt auch vor, 1x Training und 1x freies Bolzen für Kinder mit großem Bewegungsdrang und viel Spaß am Fußball.

  • Hol dir, wenn möglich Eltern dazu. Das Elternteil soll die Gruppe mit dem freien Spiel beaufsichtigen während du mit der anderen Gruppe ein Training machst. Da brauchen die keine fußballerische Vorerfahrung. Hat bei mir nach etwas Überzeugungsarbeit auch funktioniert.

  • Kann Doofenheinz nur zustimmen. Es ist manchmal sogar besser, wenn die Eltern nicht selbst aktive Fußballer sind.

    Die versuchen nämlich gerne auch bei Bambinis auf Kombinationsspiel etc. hinzuwirken und verzweifeln dann schnell an der Möglichkeit der Umsetzung bzw. an den Kindern, die einfach nur einem Ball hinterherrennen möchten, obwohl er schon lange für uns Erwachsene "im Aus" ist.

  • Bei zwei Terminen würde eine Trennung der Kinder erfolgen, das finde ich in dem Alter blöd

    Ich finde das kaum einen Unterschied. Wenn du die Kinder aufteilst ohne durch die Freundeslinien zu grätschen, ist das den Kindern in dem Alter noch vollkommen wurscht, wer neben ihnen agiert. Das richtige Interagieren startet bei Jungs erst in ein paar Jahren. Achte mal drauf, dann siehst du, dass die Kinder nur nebeneinander spielen. (Ausnahme ist hier nur der beste Freund)
    Ich könnte derzeit ziemlich gut nach 2017 und 2018 aufteilen...

    Wenn du einen zweiten Termin anbieten möchtest/kannst, dann tust du den Eltern evtl. sogar einen Gefallen. Bei mir kollidiert mein Training mit einem Schwimmkurs. Würde ich einen weiteren Trainingstag anbieten hätte ich sofort ein paar Kinder dabei.


    Das Einbinden der Eltern klappt immer dann gut, wenn du kleine, klar umrissene Aufgaben definierst.

    Ich habe zum Beispiel kürzlich Staffelspiele eingeführt.
    Vier Gruppen à 3 Kinder, die mit ihrem Raumschiff (vier farbige Hütchen als Lenkrad) einmal um den Mond (Kegel mit den passenden Farben markiert) fliegen und zurückkommen sollten.

    War doch klar, dass wir in der Raumstation vier Commander benötigen, die den Abflug beaufsichtigen. Also vier Eltern an die jeweiligen Hütchen gebeten - was sie auch anstandslos übernommen hatten.

    War lustig zu sehen, wie anstrengend es bei einigen war, die Kinder um den richtigen Mond zu delegieren obwohl der Mond und das Lenkrad die gleiche Farbe hatten. (von wegen Wahrnehmung im Raum...) Natürlich habe ich dann geholfen...

  • Doofenheinz

    In diese Richtung denke ich derzeit am meisten. Mit drei Betreuern drei Gruppen bilden und drei Stationen für wechselnde Spiele aufbauen. Die Gruppen tauschen dann alle 20 Minuten. Ein Erwachsener fehlt mir dafür noch. Auf einer Station sollen dann zwei, drei Spielformen stattfinden. Alles in ein Rahmenthema, bspw. Piraten, eingebettet.


    Goodie

    Ein interessanter Punkt mit den Freundschaften, ich werde mal darauf achten bei den Zuteilungen. Es hat sich eine Kerntruppe von 12 Kindern gebildet, die auch allesamt mittel bis gut sind. Darum schwirren weitere 8 bis 10 Kinder, die eine Eigenmotivation aufweisen und langsam zu der Kerngruppe sozial und spielerisch aufschließen. 4, 5 Kinder betreuen wir intensiver, das Feuer ist noch nicht entfacht, abrr aufgeben wollen wir nicht.


    ScuBac

    Ich konnte die Eltern eines Kindes gewinnen. Deren älteres Kind spielt ebenfalls bei uns im Verein. Sie hatten Sorge, dass sie ohne Basisausbildung keine guten Trainer sein könnten. Nach einigen Gesprächen und Auszügen aus Fachbüchern, die die Anforderungen an Kindertrainer erläutern, sprangen sie ins kalte Wasser und vertraten mich im Urlaub. Nun sind wir 1,5 Trainer, da es zeitlich nicht immer bei ihnen passt.


    Hier suche ich auch noch nach guten Ansätzen, weitere Eltern zu begeistern, damit der Jahrgang gemeinsam trainieren kann ohne schon beim Training feste Mannschaften bilden zu müssen.

  • Hallo zusammen,


    Ich trainiere eine Mini Kicker Mannschaft und habe von Jahrgang 2018 bis 2015 alles dabei. Wir haben die Mannschaft letztes Jahr im September neu gegründet und zur Frühjahrsrunde neu zum Spielbetrieb angemeldet.

    Ich bin zwar seit 15 Jahren Trainerin, trainiere aber zum ersten Mal diese Altersklasse, hauptsächlich anfangs nur, weil ich keine vernünftige Mannschaft gefunden habe für meine Tochter (jg2017) bzw mir die Probetrainings bei den Vereinen in der Umgebung nicht so gefielen (unheimlich lange Warteschlangen, nicht pro Kind ein Ball, wenig Kontakte etc).

    Naja nun bin ich nach 5 Jahren wieder drin im Fussballgeschäft und nachdem ich zuletzt jahrelang kids aus leistungsvereinen bzw Kreisauswahl trainiert habe und mit hohen Engagement der Eltern verwöhnt wurde, stehe ich nun wieder vor altbekannten Problemen, die es früher schon beim Dorfverein gab:

    Gestern bin ich mit 6 Kindern losgezogen zur Spielrunde, gespielt wurde leider nach der alten Spielform, also 6+1. Es wurde teilweise entweder einen Abend vorher abgesagt und zwei sind einfach nicht erschienen. Die letzte Spielrunde musste ich absagen einen abend vorher, weil plötzlich soviele Absagen eintrudelten und ich kein Team stellen konnte. Als ich das mal bei den Eltern ansprach, kam als Antwort, "ja ist halt ein wundervolles Hobby, die Kids haben auch total Spaß bei dir aber ist ja auch keine Pflichtveranstaltung" 🤷🏼‍♀️.


    Sehen das bei euch die Eltern auch so? Ich finde, wenn man sich für einen Mannschssport entscheidet, dann muss man auch seine Termine dementsprechend koordinieren. Das man mal nicht kann oder kurzfristig krank wird, alles kein Ding, aber so grob sollte man das doch schon planen oder sehe ich das falsch? Es gibt Kinder, die waren noch nie dabei bei der Spielrunde, weil die Eltern dann immer Ausflüge oder so machen 🤔.


    Dann habe ich noch ein "Problem" mit mehreren Kindern. Ich mache gerne so Übungen an Stationen, Koordination und am Ende Torschuss. Zb laufen mit Ball in Hand über Flusssteine, über eine Hürde springen und dann aufs Tor schießen. Es sind immer höchstens drei Kinder an einer Station. Schon zu Beginn kriegen die es immer nur nach Aufforderung hin auch mal loszulegen. Das ist bei jeder Übung oder bei jedem Spiel so. Die stehen und gucken die ganze Zeit in der Gegend rum. Klar sind sie noch sehr jung, es sind hauptsächlich die 2016er, aber wie kann ich solche Kinder am besten abholen? Sie reagieren teilweise auch gar nicht auf meine Ansprachen. Man muss sie viermal auffordern 🙈


    Meine Tochter mag Fussball, sie ist aber das einzige Mädel und die jüngste und hat total Angst vor Zweikämpfen und auch vorm geschossenen Ball wenn er von den großen kommt (verständlich). Auf dem Feld dann totale Verweigerung, keine Lust etc. Beim Elfmeterschießen will sie dann plötzlich ins Tor 🤷🏼‍♀️. Ich frage sie immer wieder ob es ihr überhaupt Spaß macht, sie sagt ja, aber so ganz glauben kann ich das auch nicht. Ob sich diese Angst wohl noch ändert, wenn jetzt ab sommer die großen weg sind? Wie kann ich ihr die Angst nehmen? Generell würde ihr sowas mal gut tun. So raufen spielen etc kennt sie alles gar nicht, sie versucht immer diplomatische Wege zu finden und wenn sie damit nicht durchkommt, gibt sie lieber nach.


    Sorry für den langen Text, aber diese Altersklasse ist für mich in dem Bereich neu und eine große Umstellung gegenüber Leistungsbereich 😅

  • AK283

    Willkommen bei den Kleinsten. Ich darf einer 2016er Gruppe und aktuell noch 2017er & 2018er Minikicker betreuen.


    Die Minikicker absolvieren ausschließlich eine Ball- und Bewegungsschule mit unterschiedlichen Spielformen. Jede Woche gibt's ein neues, kindliches Thema als Rahmen. Dadurch sind sie bei mir aufmerksamer und entwicklen teilweise schon eigene Lösungen für Aufgaben.


    Ein Beispiel:

    Autofahren mit Ball als Lenkrad in der Hand. Bei "Stau" bleiben sie stehen, bei "Unfall" werfen sie den Ball in die Luft und fangen ihn weiter". "Autobahn" bedeutet schnelles Laufen, "Spielstraße" langsames Gehen.


    Die Kleinen freuen sich immer, wenn sie auch mal Kommandos geben und ich als Trainer mitspiele. Ich denke, dass das Vertrauen schafft.


    Die 2016er habe Anfang diesen Jahres als U6 abgetrennt. Die Unterschiede zu den 2018er waren zu groß. Inzwischen sind es 26 Kinder in dieser U6.


    Sie üben Ballschule und Koordination. Auch hier setze ich auf kindliche Rahmenthemen und Spielformen. Mit meinen seit kurzem vorhandenen Co-Trainern stellen wir auf Stationen um, die auch von Eltern beaufsichtigt werden können.


    Ein Beispiel:

    Station Zauberwald, es stehen 30cm Kegel unterschiedlicher Farben in einem 15m x 15m Feld, 10 Kinder bilden zwei Gruppen.


    Spiel 1 "Steinzauber", es gibt vier Stoffbälle, die Kinder der Teams werfen sich ab. Wer abgeworfen wurde, stellt sich so hin, dass ein anderes Kind seiner Mannschaft durch die Beine krabbeln kann. Nach 1:30 Min.zähle ich, wie viele Kinder jeweils versteinert sind .


    Spiel 2 "Bäume fällen", eine Gruppe schießt / wirft die Kegel mit dem Ball um, die andere Gruppe stellt sie wieder auf. Dabei je Durchgang eine andere "Technik", z.B. Schuss aus der Hand mit dem Stoffball oder nur Schuss mit linkem Fuß. Nach 1:00 Min. zähle ich wie viele Hütchen liegen. Nach zwei gleichen Durchgängen steht immer ein Sieger fest.


    Ich lasse die Kinder meist die Spielform vormachen / ausprobieren. Selten gibt es genau einen Ablauf, der "richtig" ist. Kinder, die etwas verstärkt stören, stehen beim Erklären direkt beim jeweiligen Trainer.


    Die U6 hat ein Ritual zum Ankommen, das Abklatschen und Aufrufen, und ein Ritual zum Abschluss, den Mannschaftskreis mit Schlachtruf. Ich habe den Eindruck, dass diese Rituale den Kindern helfen sich zu fokussieren.


    Hinsichtlich Terminen und Veranstaltungen nutzt meine U6 komplett die kostenfreie App Spond. Absagen zum Training klappen über Monate zuverlässig. Zusagen zu Spielfestivals passen auch, aktuell können nur 15 Kinder mit, da stören auch kurzfristige Absagen nicht. Bis jetzt gab's nur in Krankheitsfällen Absagen einen Tag vorher.


    Omas Geburtstag, Familienausflug, kein Bock, usw. gibt's bei einigen wenigen, meist den gleichen, Kindern immer wieder. Stört mich nicht weiter, da es genug andere gibt, die richtig brennen und jede Veranstaltung mitnehmen.


    Um den Zusammenhalt zu festigen, mache ich auch ein oder zwei Ausflüge mit den Kindern und meist eine Veranstaltung mit den Eltern. Auch hier zeigt sich, wer für den Sport brennt und wer ihn als eine von vielen Dienstleistungen für Kinder versteht. Ich habe mich damit abgefunden.