Frage zur Horst Wein Übung aus Spielintelligenz im Fussbal

  • Also, das mit den Bildern hat mich wohl zu der Formulierung hingerissen. Das Training nach Horst Wein lief wirklich gut und hilft auch mir ein besseres Verständnis für das Kindertraining zu entwickeln. Die Jungs mussten sich fett anstrengen, damit Sie die "leichte" Übung auf breite Tore verstehen. Im Anschluss haben wir Korrekturspiele gemacht und dann wieder die Spielform.
    Das man entweder dribbelt oder den Gegner rankommen lässt und dann abspielt.

    ich freue mich schon auf die neuen Einheiten nach Horst Wein. Soll man streng nach Buch vorgehen oder gut durchmischen vom ersten vereinfachten Spiel bis zur 4. Entwicklungstufe. Habt Ihr Empfehlungen für einen Trainingsplan?

  • Da versuche ich auch noch einen goldenen Weg zu finden. Momentan trainieren wir so:


    10 Min Koordination -> 12 Min Schwerpunkt Spielform + 12 Min Schwerpunkt Übungsform -> 45 Min Freie Spiele

    Den Schwerpunkt dann jeweils als Stationen, ein Teil der Mannschaft Spielform, ein Teil Übungsform und dann nach 12 Minuten wechseln.


    Beim zweiten Training in der Woche nehme ich mir während des Schwerpunktteils 6 Spieler raus, mit denen mache ich dann die vereinfachtes Spiel -> Korrekturübung -> vereinfachtes Spiel. Hier halte ich mich an die Reihenfolge im Buch. Ist halt ein Mix aus allem. Ganz verzichten auf die DFB Methodik möchte oder kann ich noch nicht. Mal schauen, wie das klappt.


    Trainierst du alleine? Was machst du, wenn du bspw. 9 oder 10 Spieler hast und ein vereinfachtes Spiel für 3er Teams machen möchtest?

  • Ja, ich trainiere leider alleine. Ab und zu hilft mir mal ein Papa. Habe 16 Kids. Ich baue die Felder auf und alle fangen gleichzeitig an. Auf dem ersten Feld wird es kurz demonstriert und worauf es ankommt erklärt. Fragen gestellt die die Kids beantworten müssen. Dann lass ich Sie machen ohne viel zu coachen. Im Anschluß gibt es Korrekturspiele und wieder die Spielform, ob Sie es auch umsetzen können. Zum Anschluß mache ich dann 2 Funino -Felder mit 4 Mannschaften und lass die Jungs kicken nach Herzenlust. Das ist mein Plan mich durch das Buch zu arbeiten derzeit. Torschüsse auf Jugendtore mit Netz wollen die natürlich auch. Habe es am Montag nach dem Funino-Turnier gemacht.

    Leider vergingen die 1,5 Std viel zu schnell. ich könnte glaub ich derzeit 2-2,5 Stunden trainieren. Da es sehr heiss ist, gibt es viele Pausen bei mir.

  • Ich hatte es einmal, ist schon einige Zeit her, versucht, alleine mit einer großen Gruppe nach Wein zu trainieren. Hat mich dann abgeschreckt. Auch wenn wenig im klassischen Sinne gecoacht wird, musst du ja trotzdem aufmerksam dabei sein, um die richtigen Fragen zu stellen und im Idealfall die Korrekturübung anhand eines aufgetreten Fehlers auszuwählen. Bei mehr als 2 Feldern halte ich dies alleine für unmöglich. Hatte damals glaube 3 Felder aufgebaut. Meinen Respekt, wenn du das hinbekommst. Das ganze ist mMn bei der Spieleranzahl sehr unflexibel. Bei 6 Spielern = 1 Feld, bei 12 Spielern 2, bei 18 Spielern 3 usw., was, wenn aber nur 11 oder 17 da sind?


    Ich bin in der glücklichen Situation, einmal in der Woche zu zweit und einmal zu sechst zu sein. Ist aber organisatorisch wieder eine ganz andere Herausforderung.

  • 1 Funino Feld ist mit 8 Spieler ( 3 + 1 Auswechselspieler) + 2 Felder kann ich 16 Spieler unterbringen.

    Bei 11 Spieler würde ich eine Mannschaft zuschauen lassen oder die spielen Fussballtennis oder Hochball
    1. Mannschaft 3+1 2. Mannschaft: 3+1 und dritte Mannschaft schaut zu. Das Spiel geht bei mir nicht länger als 5 Min. Wenn du 17 hast, dann hast du eben 1 Mannschaft mit 2 Auswechselspieler die nach jedem Tor reinkommen in fester Reihenfolge. Ich mach mir da nicht so den Kopf.

  • Beim Funino ist die Anzahl weniger das Problem. Das lässt sich prima steuern und einen Spieler als Rotationsspieler zu haben, macht Sinn. Mir ging es mehr um die vereinfachten Spiele, die haben ja eine festgeschriebene Anzahl an Spielern. Bei denen für Dreierteams bspw. meisten 6. Wenn mehr Spieler anwesend sind, ist der Spagat zwischen Ruhepause und Aktionen schwieriger zu meistern. So zumindest meine Erfahrung. Deswegen bin ich momentan froh, mir dann die benötigte Anzahl an Kids rausnehmen zu können. Bei einem Spiel mit 10 Wiederholungen und 4er anstatt 3er Teams hätte jedes Kind 1/5 weniger an Durchgängen.

    Ich weiß, ist vielleicht übertrieben und viele werden das für vernachlässigbar halten, und die Kids wird es vllt. weniger stören. Mich persönlich als Trainer stört es und ich empfinde es dann nicht mehr als optimal.


    Was erhoffst du dir durch die Umstellung auf Horst Wein?

  • Also, das mit den Bildern hat mich wohl zu der Formulierung hingerissen. Das Training nach Horst Wein lief wirklich gut und hilft auch mir ein besseres Verständnis für das Kindertraining zu entwickeln. Die Jungs mussten sich fett anstrengen, damit Sie die "leichte" Übung auf breite Tore verstehen. Im Anschluss haben wir Korrekturspiele gemacht und dann wieder die Spielform.
    Das man entweder dribbelt oder den Gegner rankommen lässt und dann abspielt.

    ich freue mich schon auf die neuen Einheiten nach Horst Wein. Soll man streng nach Buch vorgehen oder gut durchmischen vom ersten vereinfachten Spiel bis zur 4. Entwicklungstufe. Habt Ihr Empfehlungen für einen Trainingsplan?

    Also ich habe das vor über 3 Jahren (damals noch F) mit meinen Jungs erstmal Streng nach Buch gemacht. Auch weil es mir geholfen hat die Thematik und das Coaching zu verinnerlichen. So automatisiert sich mit der Zeit vieles. Später ist das ohnehin ein Prozeß der sich dynamisiert. Selbst jetzt sind in den Spielformen, z.b. Zum Umschaltspiel, neben dem -reinen- Funino, Formino, noch immer Wein Elemente drin, wenn die beiden Mini-Tore als Passtore zum Umschaltrecht aufs große Tor genutzt werden.

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Es ist meine zweite Saison als Trainer. Ich will mich weiter entwickeln und die Übungen helfen auch mir ein bessere Verständnis für das coachen im Kindertraining. Als Erwachsener macht man vieles automatisch und versteht manchmal nicht warum ein Kind nicht gerade das macht was mir als Trainer vorschwebt. ich werde jetzt erstmal streng nach Buch gehen bis zu den Herbstferien. Gern berichte ich hier zwischendurch.

  • Moin,


    eine weitere Frage zu HW. Kapitel Dreiecksbildung beim 3:0 und 3:1


    HW schreibt:

    Seite 207

    F.: Warum müsst ihr in einer Dreieckformation spielen?

    A.: Eine Aufstellung im Dreieck bietet mehr Passmöglichkeiten.

    Der Gegner hat weniger Möglichkeiten zum erfolgreichen Eingreifen.


    Seite 210

    F.: Worauf müssen die angreifenden Mitspieler achten?

    A.: Sie müssen sich weit genug vom Verteidiger entfernt anbieten. Außerdem sollten sie etwa auf Ballhöhe des Ballführenden sein, um den Ball außerhalb des Aktionsradius des Abwehr- spieler im Lauf in die gewünschte Spielrichtung mitnehmen zu können.


    Aus meiner Sicht mach die Aussage auf Seite 210 keinen Sinn. Diese passt zum 2:1. Dort sollten die Spieler etwa auf gleicher Höhe sein, weil der Gegenspieler es sonst einfach hat den Mitspieler und das eigene Dribbling zuzustellen. Greifen diese zu dritt an ist aber das Dreieck gefragt.


    Wie habt ihr die Aussage interpretiert?


    Viele Grüße

  • Die erste Frage bezieht sich auf das 3:0, also eine "Trockenübung". Daher fordert HW auch ein Verhalten welches im 3:3 sinnvoll wäre. Hier macht ein Dreieck logischerweise Sinn.


    Das 3:1 auf S.209/210 ist eine Überzahlsituation. Ähnlich wie im 3:2 bindet der ballführende Spieler den/einen Verteidiger durch Anlaufen und spielt dann einen Pass auf einen freiwerdenden Mitspieler. Dieser kann dann im Idealfall unbedrängt auf das Tor zu laufen.


    Stehen die Angreifer zu hoch (->Dreieck) kann der Verteidiger (mit etwas Glück) beide Spieler in den Deckungsschatten nehmen und so den Ballführenden in einen Zweikampf verwickeln. Ob eine Positionierung auf Höhe des Balles der Weisheit letzter Schluss ist, darf bezweifelt werden. Durch eine zu tiefe Positionierung steigt die Gefahr, dass der Verteidiger nach dem Pass noch eingreifen kann.

    Ideal ist aus meiner Sicht eine Positionierung auf Höhe des Verteidigers (->wer höher steht, ist dann irgendwann übrigens im Abseits).


    Das Prinzip "so breit wie nötig, so tief wie MÖGLICH" findet übrigens auch im 2:1 Anwendung. Hier sollte der 2. Angreifer so stehen, dass ein Pass in den Vorlauf gerade noch so möglich ist.

  • Danke für den Input. Wie du auch schreibst ist es vermutlich schwierig zwischen diesen beiden Situation zu unterscheiden. Wann bin ich 3:2 und wann 3:3. Vor allem für die jüngeren Kids (wir sprechen hier über Entwicklungsstufe II, ab 8 Jahre), auch wenn sich das Coaching bis in B und A Jugend fortsetzt.

    Wann versuchen die Kids ein Dreieck zu bilden und wann stehen sie auf einer Höhe. Im Zweifel reicht es den jüngeren vermutlich erstmal sich nicht hinter dem Verteidiger zu positionieren (Aus dem Schatten gehen) und das Spiel breit zu machen. Egal ob 3:1, 2:1, 3:3, etc.


    Hier scheint mir HW doch manchmal schon stark im Detail zu sein bei der Altersgruppe.