Spätzünder

  • Hallo!

    Was meint Ihr? Sind die Kinder, die in G/F/E Jugend anderen in Technik, Spielverständnis, Koordination und Schnelligkeit weit voraus sind, dies oft auch noch in der D und C Jugend?

    Oder habt ihr die Erfahrung gemacht, daß es durchaus auch Spätzünder gibt, die bis zur E Jugend deutlich schwächer waren und dann erst später einen Schub machen, bzw. geradezu explodiert sind ;)


    Bin auf eure Erfahrungen gespannt

  • Grundsätzlich sehe im jüngsten Bereich immer Spieler mit guter Athletik (Schnelligkeit) oder viel Physis gut aus, sofern sie fussballerisch und taktisch zumindest grundlegendes Können mitbringen. Die sind oftmals auch fussballerisch eigentlich besseren/talentierteren Spielern überlegen, dass ändert sich aber im Laufe der Jahre und vor allem mit größeren Feldern.


    Ich hatte schon Kinder die erst später angefangen haben (E-Jugend z.B.) und deswegen oftmals einen Mangel an Spielverständnis hatten, selbst wenn sie an sich sportlich waren/sind. Die konnten sich dann durchaus noch ans Teamniveau rankämpfen.


    Das aber Kids die in der F-Jugend ,,klar'' schwächer waren, dann in der D-Jugend zu den besseren gehörten habe ich persönlich nicht erlebt. Eher das Gegenteil, die sportliche Unterschiede werden noch größer. Wobei das nicht zwangsläufig bedeutet das die schwachen noch schwächer werden, eher das die guten sich schneller entwickeln - sind allerdings auch oftmals die, welche außerhalb des Trainings viel kicken, an Schul-AG's etc. mitmachen.


    Was vorkommt, das Kinder die in der F-Jugend sehr auffällig sind (weil sie über Physis kommen oder die klassischen ,,Strafraumstürmer'') später ziemlich runterfallen im Team-Niveau.


    Spätzunder sind aber eher selten aus meiner Sicht, will ich nicht ausschließen, aber mein Eindruck: Da spielt eher die Hoffnung von Eltern/Trainern/Jugendleitern mit, als das es sowas wirklich oft gibt. Gerade bei Kindern die motorisch große schwächen haben, wird haarig. Die haben dann am Ende eher andere Hobbys, was auch völlig in Ordnung ist!

  • Bezüglich Spielverständniss und anderem konte ich derart große Verschiebungen noch nicht beobachten. Was allerdings immer wieder zutrifft ist, dass Spieler welchen auch noch in der D Jugend deutlich zurück hängen mit der Körperlichen Entwicklung in der C bis B Jugend deutlich aufholen.


    Sei es nun da Gewichtsnachteile durch Längenwacjsetum plötzlich weniger werden oder auch nur das die Ideen im Kopf plötzlich umgesetzt werden können. Hier kann ich aus den letzten Jahren mehrere Spieler nennen welch vor 2-3 Jahren noch keiner von uns Trainern auf dem Schirm hatte.


    Allerdings bleibt es in diesen Fällen dabei das die Spieler den Abstand zwar verkürzen oder fast gänzlich schließen konnten, ein wirkliches "Überholen" ist es aber dann doch nicht. Vorrausgesetzt die "guten" bleiben am Ball und finden nicht plötzlich anderes viel spannender.


    Im Bezug auf die E-Jugend würde ich daher aber dennoch sagen das viele "schlechtere" noch den Weg zur Mannschaftsstütze machen können. Ob nun schon in der D-Jugend oder erst später, hier würde ich eher auf später setzen.



    Gruß

    Torsten

    "Im KiFu gillt: Nicht das Training ist die Vorbereitung auf das Spiel, sondern das Spiel ist die Fortführung des Trainings."

    - (Quelle: unbekannt)

  • Ich denke man muss zwei Arten von Spätzünder unterscheiden.


    Die, die oben beschrieben wurden: In der G/F/E Mitläufer, später Leistungsträger. Das kann ich nur eingeschränkt bestätigen. Ich habe zum Beispiel einen Spieler, der in der E ein "guter Mitläufer" war und bei mir jetzt "Leistungsträger" in der U14. Das hat aber eher damit zu tun, dass der aktuelle Trainer (ich) auf seine Qualitäten setzt und der vorherige vielleicht nicht so. Insofern ist das für einen Spieler auch immer ein wenig Glücksspiel.


    Oft erlebt habe ich auch, dass der "überragende Torschütze" der F/E-Jugend später nur Mittelmaß ist, weil andere Qualitäten dann wichtiger werden/er sich nicht weiterentwickelt.


    Die andere Art von Spätzünder ist der, der spät in die Pubertät kommt. Diese Spieler haben in der C-Jugend klare Nachteile, aber holen dann natürlich wieder massiv auf, wenn sie nachziehen. Schon sehr oft erlebt. Da muss man eben erkennen, wie diese Spieler vorher performt haben, als sie noch in der D waren und dann entsprechend auch in der C auf sie setzen. Ergebnistechnisch tut das weh und genau deshalb leisten sich das viele NLZs nicht, auch wenn sie es anders behaupten. Belohnt wirst du dafür später.

  • Bei Spielern die erst spät ihren Wachstumschub bekommen gleicht sich das aus. Bei meinem letzten Team auch so gesehen. Hatte mehrere kleinere Spieler in der damaligen C Jugend. Technisch gut entwickelt aber im Zweikampf gegen 2 Köpfe größere total unterlegen auch von der Schnelligkeit her. In der C Jugend kommt das häufig vor, das die Kraft die Technik schlägt

    Da muss man einen langen Atem haben als Trainer und auf seine Spieler vertrauen. Ab der B Jugend, spätestens in der A Jugend waren wir den körperbetonten Teams, die wahre Schränke waren, wieder überlegen.

  • Man sieht aber eigentlich schon im Kindesalter wer ein guter koordinativer Lerner und von der Veranlagung her schnell ist. Überraschungen gibt eigentlich nie in dem Sinne, dass Plötzlich einer durchstartet den man gar nicht auf dem Schirm hatte. Was halt sein kann ist, dass Spieler in der C/B Jugend körperlich unterlegen sind, aber ob sie vielleicht mal sehr gute Fußballer werden können (wenn sie sich reinhängen und andere Faktoren stimmen) sieht man eigentlich immer vorher schon. Ich habe noch nie einen Spieler gesehen der vor der Pubertät unkoordiniert und langsam war und das dann aufholen konnte. Ich habe aber Spieler erlebt bei denen es dann irgendwann erst später "klick" gemacht hat und die dann enorme Sprünge in der „kognitiven“ Entwicklung machten. (Übersicht, Spielverständnis, Aufnahmefähigkeit, Motivation, allg. Trainierbarkeit etc.)

  • Von null auf hundert geht es wohl kaum. Was manchmal auffällt, das körperlich weniger entwickelte Spieler, die aber viel Spielverständnis, Handlungsschnelligkeit, evtl. schon eine gewisse Vororientierung etc. haben, mit der zunehmenden Körperlichkeit dann -präsenter- im Spiel sind (Zweikampf, generell 1-1). Das sieht man aber m.e. schon in jungen Jahren. Nur fällt es da nicht jedem -Experten- am Spielfeldrand auf.

  • hier wurde schon vieles richtig geschrieben.


    Einen richtigen Spätzünder kenne ich eigentlich nicht.

    Körperlich anfangs unterlegene Spieler (Spielverständnis, Ehrgeiz usw. aber alles vorhanden) holen oftmals im Laufe der Zeit auf.


    Was ich allerdings recht häufig beobachte sind "Frühzünder".

    Diese sind bei den Bambinis und der F-Jugend allen überlegen, meist körperlich.

    Dieser Vorsprung wird in der E-Jugend schon kleiner und sobald es auf das große Feld geht ist vom Vorsprung nichts mehr vorhanden.

    Liegt nach meiner Beobachtung oftmals daran, dass Sie schon früh einen guten Schuß haben und keine Angst vor Gegenspielern.

    Des Weiteren hat wenig Aufwand immer für viel gereicht im Kleinfeldbereich, im Großfeld beginnt aber eine neue Zeitrechnung und die Karten werden neu gemischt.