Torwart - eine Position wie jede andere?

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  • Du hast natürlich recht TW-Trainer. Allerdings muss man sich auch Gedanken über die Möglichkeiten machen. Ich bin überzeugt davon, dass ein Fußballlehrer, welcher sich auf Kindertraining spezialisiert hat bessere "Arbeit" abliefert als ein 0815- Wald- und Wiesentrainer. Solch ein Topmann steht halt leider nur den wenigsten zur Verfügung.
    Genausowenig wie mir ein professioneller TW-Trainer zur Verfügung steht.
    Ich würde meinen TWs wirklich gerne ein "gutes" und kindgerechtes TW-Training ermöglichen. Allerdings habe ich null Erfahrung und höchstens theoretisches Halbwissen. Vielleicht kannst du ja ensprechende Literatur empfehlen.
    Wirklich cool wäre eine Broschüre mit absoluten Fundamentals, wie man Kindern das TW-Spiel vernünftig näher bringen kann. Diesbezüglich fand ich die Beiträge im ft-Junior eher schwach. Da wurde mit T-Shirts und so herumgeworfen.

    I've missed more than 9000 shots in my career. I've lost almost 300 games. 26 times, I've been trusted to take the game winning shot and missed. I've failed over and over and over again in my life. And that is why I succeed. (Michael Jordan)

  • Da es aber schon schwer genug ist im KiFu überhaupt einen Trainer für ein Team zu finden, geschweige denn einen ausgebildeten, halte ich es für total illusorisch für jedes team einen tw-trainer zu haben, der sich im modernen tw-spiel in der jeweiligen Altersklasse auskennt - oder gar ausgebildet ist.
    @TW-Trainer
    Wäre es denn sinnvoll als Schritt auf dem Weg dahin zumindest einen TW-Trainer pro Verein zu haben, der 1 mal pro Woche mit allen Torspielern aller Altersklassen ein Training anbietet? Denn an allen Trainingseinheiten mitzumachen kann man von einem Ehrenamtler nicht verlangen.

    @TW-Trainer
    Ich sehe es wie @Strznievski. Deswegen zitiere ich mich mal selbst: hatte schwer gehofft du würdest auf meine Frage eingehen.

  • Ich würde meinen TWs wirklich gerne ein "gutes" und kindgerechtes TW-Training ermöglichen. Allerdings habe ich null Erfahrung und höchstens theoretisches Halbwissen. Vielleicht kannst du ja ensprechende Literatur empfehlen.

    Ja, so wie euch geht es wohl den meisten Trainern. Man würde gern etwas mit den Torleuten machen. Aber entweder fehlt die Zeit oder man hat "Berühungsängste", weil man nicht weiß, was man wie mit den Keepern machen sollte?


    Da erscheint es ein sinnvoller Kompromiß zu sein, wenigstens einen Torwarttrainer im Verein zu haben, der sich um diese Aufgaben kümmert. Doch wie bereits erwähnt, interessiert die Verantwortlichen die Ausbildung von Nachwuchs-Torleuten nicht. Es genügt, wenn die 1. Seniorenmannschaft einen Torwarttrainer hat!"


    So bleibt dann doch wieder nur die Möglichkeit, sich selbst mit dem Thema zu beschäftigen.


    Natürlich kann man sich manches aus guten Büchern, Zeitschriften und Videos heraus suchen.


    Das Problem ist jedoch, dass es kaum kompetente Ansprechpartner im eigenen Umfeld gibt, mit denen man seine Beobachtungen beim Training und Spiel diskutieren kann. Auf diese Weise erscheint es außerordentlich schwierig und ein zeitraubender Prozeß, sich autodidaktisch gesicherte Fähigkeiten beizubringen.


    Wenn ihr wollt, dann können wir uns gern mit den Themen: Torwart-Anfänger, Fortgeschrittene, TW-Talente, Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen im Tor, usw. beschäftigen.


    Nur Mut!

  • Zitat von TW-Trainer

    Was würdet ihr eurer Tochter oder eurem Sohn, die nicht dem typischen Denkmuster (faul, träge, dumm) entspricht an Trainingsunterstützung raten, wenn sie/er sich auf der Torwartposition ausprobieren möchte?

    Mein Kleiner ist eine auffällige Erscheinung im Tor (wenn ich Talent sage, bekomme ich wieder haue weil er noch so klein ist). Wir nehmen es wie es kommt und unterstützen ihn. Eine Spezialisierung wäre aber noch viel zu früh. In sofern stellt sich die Frage nicht.


    Die TW-Position ist gefährlich, keine Frage. Er hat auch schon einen Abschluss (Kopf) hinter sich mit und einmal Finger röntgen. Nach dem Abschluss wollte einige Wochen nicht ins Tor, jetzt ist es wieder vergessen.
    Schon mein Bruder war TW beim Eishockey, insofern bin ich Kummer gewohnt.


    Wir kennen ein TW-Mädchen, da hat die Auswahltrainerin ganz klar gesagt, dass sie raus ist wenn sie in ihrem Verein keinen TW-Trainer hat. Sie müsse sich sonst halt nen anderen Verein suchen.

  • Mich würde das Thema schützen aktuell am meisten interessieren.
    Was kenne ist die Fingerhaltung und das abfedern des Balles. Auffällig ist jedoch das Wegdrehen der Kinder vor dem Ball. Ich nehme an, das kommt vom sinnlosen auf den TW bolzen aus nächster Nähe (lässt dich im Spiel nicht/kaum vermeiden) und/oder von zu harten Schüssen großer Brüder und Väter zu Hause. Ich nehme an das ist grundsätzlich ein Problem im Stellungsspiel der Torhüter? Bekommt man das wieder weg, wenn es erst mal da ist?

  • Das Problem ist jedoch, dass es kaum kompetente Ansprechpartner im eigenen Umfeld gibt, mit denen man seine Beobachtungen beim Training und Spiel diskutieren kann. Auf diese Weise erscheint es außerordentlich schwierig und ein zeitraubender Prozeß, sich autodidaktisch gesicherte Fähigkeiten beizubringen.


    Wenn ihr wollt, dann können wir uns gern mit den Themen: Torwart-Anfänger, Fortgeschrittene, TW-Talente, Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen im Tor, usw. beschäftigen.


    Nur Mut!

    Na dann bin ich mal mutig und eröffne einen neuen Tread in dem ich meine Ausgangslage und Wünsche poste. Danke schon mal im Voraus :thumbsup:

    I've missed more than 9000 shots in my career. I've lost almost 300 games. 26 times, I've been trusted to take the game winning shot and missed. I've failed over and over and over again in my life. And that is why I succeed. (Michael Jordan)

  • Was würde ich meinem Kind raten? Es ist eines der Kinder die gern ins Tor gehen. In seinem Alter war ich selbst im Tor, ab der C Jugend nur noch in der Halle, da hatte ich auf dem Feld kein Spaß mehr daran.


    Da mein Beitrag ja so oft zitiert wurde, ich habe vier rotierende Kinder im Tor die es gerne machen, da komme ich noch gut mit weg.


    Nahezu jeder war schonmal drin, aber manche weigern sich strikt und ich zwinge keinen ins Tor. Vielleicht kommt einer von denen mal von sich aus.


    Meckern ist bei uns ist Tabu, allerdings steht der Torwart nochmal unter bedonderem Schutz. Wir gewinnen als Team, wir verlieren als Team.


    Würde also sagen bei uns kannst du völlig angstfrei ins Tor gehen.


    Gesondertes Training biete ich auch nicht an, den Eltern der interessierten Kinder habe ich den Videokanal von Steffen Reichel mit seiner blauen Wand empfohlen.


    Dem eifern sie teilweise nach.


    Ich gehe lieber in Richtung Funino usw und versuche die Kinder bestmöglich am Ball, übertrieben gesagt, zumindest so gut ich kann, zu machen.


    Torwartspiel muss ich aufgrund von Zeitmangel da nach hinten schieben.

  • Wir kennen ein TW-Mädchen, da hat die Auswahltrainerin ganz klar gesagt, dass sie raus ist wenn sie in ihrem Verein keinen TW-Trainer hat. Sie müsse sich sonst halt nen anderen Verein suchen.

    Na, dann ist sie wohl bald ohne Torleute! Ich halte diesen Kommentar für eine Schnapsidee, denn in den meisten Stützpunkten findet mangels geeigneten Personals entweder gar kein TW-Training statt oder ist wird so trainiert, wie es die Trainer selbst aus ihrer Aktivenzeit in Erinnerung haben.


    Die Talentförderung der Mädchen hat zwar in den letzten 5 Jahren enorm aufgeholt, aber in einigen Teilen (wie hier) noch ein wenig rückständig. Denn TW-Trainer, die besondere Fähikgkeiten in der Ausbildung von weilblichen Torleuten besitzen, gelten als Exoten. Woher also nehmen wenn nicht stehlen? Der DFB würde sich über eine größere Dichte an weiblichen Torleuten sehr freuen. Realität ist jedoch, dass sie zu seperaten Lehrgängen eingeladen werden (müssen), um diesem Wunsch ein wenig näher zu kommen.


    Recht gebe ich ihr allerdings, dass auch Mädchen ein TW-Training verdient haben und sofort sie das große Glück haben, deutlich an Leistung zunehmen.


    Dazu sollte man wissen, dass ca. ab der C-Jugend ein gemeinsames TW-Training von Mädchen und Jungen meist wenig Sinn macht, weil die unterschiedliche körperliche Entwicklung eine andere Steuerung der Trainingsintensität und -schwerpunkte im TW-Training erfordern.


    Jedoch sollte sich m.E. gerade ein Auswahltrainer gegenüber den Vereinen generell neutral verhalten, wenn er/sie für die Talente alle Vereine ihres Gebietes gleichermaßen zuständig fühlt. Sie sollte der Spielerin und den Eltern die Karriereplanung überlassen und allenfalls dann einen Rat geben, wenn sie danach gefragt wird.


    Gerade solche ungebetenen Ratschläge (in den befreundeten oder eigenen Verein zu wechseln) haben die Auswahlförderung in früheren Zeiten großen Schaden zugefügt, sodass manche kleineren Vereine aus Angst vor Abwerbung die Einladungen zu Talentsichtungen bewußt ignorieren. So kommt man dem gewünschten Ziel, möglichst allen Kindern eine faire Chance bei der Präsentation seiner Fähigkeiten zu geben, leider nicht näher. Denn jeder Verein sollte das Recht haben eigene Ziele und Planungen zu gestalten.

  • Ich nehme mal die Überschrift um euch auf eine gute Reportage aufmerksam zu machen.

    Die Nummer Eins - Deutschlands große Torhüter


    Und deshalb würde ich die Frage auch mit "nein" beantworten.

    Der Beantwortung der Frage mit "Nein" stimme ich vollumfänglich zu. Torwart ist, ohne die Position zu sehr auf oder abwerten zu wollen definitiv die, die sich am meisten von den anderen Unterscheidet (liegt ja eigentlich auf der Hand), bei der aber auch die spezifischen Anforderungen (physisch, wie psychisch) spezieller sind als zwischen den einzelnen Feldspielern.
    Zur Doku: hat mir gut gefallen, wobei es an der ein oder anderen Stelle gerne etwas mehr Tiefe hätte sein können.

  • Die Doku ist leider nicht mehr im Netz. Ich vermute mal, dass es sich (wie häufig) um die Spezialisierung dreht?


    Für mich ist ein Torwart einer, der alles das mit dem Ball genauso schnell und technischer perfekt kann und dann auch noch ein paar Bälle hält.

    Das hört sich für den ersten Moment ziemlich bescheuert an, das gebe ich gerne zu. Aber ich habe es ausprobiert und es klappte überall da, wo die Trainingsteilnehmer Spaß daran hatten, sich auf allen Positionen auszuprobieren.


    Zwar hatte ich besonders große Erfolge, wenn Torhüter*innen sich auf Angreifer-Positionen ausprobieren konnten, weshalb ich vermute, dass sie den sonst fehlenden Teil an Fähigkeiten im Spielverständnis dadurch holten, als dass sie die torgefährlichen Situationen aus einer anderen Perspektive erleben konnten. Das half ihnen dabei, Distanzen besser einzuschätzen. So auch, dass beim gegnerischen Pass der Ball mit der doppelten Geschwindigkeit auf sie zukommt, während der Gegner nur hinter dem Ball her rennend kaum noch an Tempo zu liegen kann. Wer aber zuerst am Ball ist, der entscheidet darüber, wie es weiter geht.


    Im vergangenen Jahr gab es ein Novum, worüber ich mich besonders gefreut habe. Weil ich die beiden U 17 Bundesliga-Keeperinnen von meiner Auswahl her kannte (davon eine bereits mit Einsätzen in der Nationalmannschaft) kam ein drittes Mädchen aus unserer Torwartschule hinzu. So konnte ich den Trainer überzeugen, dass die Dritte auch Einsätze als Feldspielerin bekam, weil sie ihre Mannschaft dabei nicht schwächte.


    Irgendwo hab ich hier gelesen, dass bei einem Stammtorwart die anderen gar keine Chance haben! Liegt das nicht auch an uns, ob und wie wir das Team führen? Wenn es schon in der Bundesliga funktioniert, dass jede/r auch Erfahrungen auf dem Spielfeld sammeln kann, wenn ein/e andere/r im Tor steht, dann ist das doch viel besser, als auf der Reservebank zu sitzen oder?

  • Vielen Dank für die Reaktivierung zur Reportage.


    Weil die befragten Keeper schon eine Reihe von Jahren nicht mehr aktiv sind, sollte man die zwischenzeitlichen Veränderungen:


    1. "Kontakt-Knie" wurde verboten, wenn TW mit hohem Knie in den Gegner hinein springt

    2. Torwart darf im Luftkampf vom Gegner regelkonform attackiert werden

    3. Video-Beweis entlarvt vermeintliches Abseits und auch versteckte Fouls des Keepers

    4. TW wird sehr viel mehr defensiv wie offensiv ins Spiel eingebunden wie früher

    5. Bei Eckbällen stehen keine eigenen Spieler mehr am vorderen und/oder hinteren Pfosten


    berücksichtigen.


    Es gab aber auch während der Zeit zwischen den aktiven Zeiten von Toni Schumacher und Oli Kahn Veränderungen. Während der Ära Schumacher wurde noch mit Libero gespielt. Bei Kahn gab es zum Ende seiner Karriere bereits taktische Veränderungen in Richtung Spiel mit Kette, was zur Folge hatte, dass der TW einige Aufgaben des Libero mit übernehmen sollte. Weil Oli Kahn nicht viel mit dem Ball am Fuß (außer weit weg dreschen) anfangen konnte, wurde Jens Lehmann (war bis 16 Jahren noch Angreifer) von Klinsmann in die Nationalmannschaft geholt.


    Zu ihrer Zeit waren sie Weltklasse-Torhüter.


    Aber es macht wenig Sinn, sie mit dem heutigen Torwartspiel aufgrund der Zunahme der Aufgaben und einer anderen Gewichtung zwischen defensiven und offensiven Aufgaben miteinander zu vergleichen.


    Ein wesentlicher Vorteil besteht aber auch darin, dass die heutigen Profi-Keeper Mental-Trainer haben, die ihnen helfen besser mit dem Leistungsdruck umzugehen. Denn beim Torwart ist es nun mal so wie bei einem Boxer im Ring: wenn der sich falsch, zu spät oder gar nicht entscheidet, dann kanns beim Boxer schon mal weh tun; der Torwart muß dann meist den Ball aus dem Netz holen!