Mädchenmannschaft in einer Jungen-Kreisliga

  • Haltet ihr es für sinnvoll, mit einer talentierten Mädchen-Mannschaft (U12-Juniorinnen; 5 davon sind in der U12-Mädchen-Kreisauswahl, eins spielt in der Westfalenauswahl!) in einer Jungen-Spielklasse mitzuspielen?
    Wir haben das Gefühl, dass ansonsten dem Verein das eine oder mehrere Mädchen verloren geht, da die Mädchen ja nicht alle (noch nicht einmal ein einziges Mädchen!!!!) in der Jungen-Mannschaft mitspielen dürfen!!!! Talentierte Mädchen sollten ja in einer Jungenmannschaft mittrainieren u. -spielen, damit sie besser gefördert werden u. "Wettkampfhärte" bekommen.
    Eure Meinungen dazu sind gefragt!

  • Haltet ihr es für sinnvoll, mit einer talentierten Mädchen-Mannschaft (U12-Juniorinnen; 5 davon sind in der U12-Mädchen-Kreisauswahl, eins spielt in der Westfalenauswahl!) in einer Jungen-Spielklasse mitzuspielen?
    Wir haben das Gefühl, dass ansonsten dem Verein das eine oder mehrere Mädchen verloren geht, da die Mädchen ja nicht alle (noch nicht einmal ein einziges Mädchen!!!!) in der Jungen-Mannschaft mitspielen dürfen!!!! Talentierte Mädchen sollten ja in einer Jungenmannschaft mittrainieren u. -spielen, damit sie besser gefördert werden u. "Wettkampfhärte" bekommen.
    Eure Meinungen dazu sind gefragt!

    Wenn es sich um einen Ausnahmejahrgang handelt (auch in der Breite) und die Torposition (die große Schwäche vieler Mädchenmannschaften) auch bei Rotation mehrfach gut besetzt werden kann, könnte das klappen. Die Mannschaft sollte dann aber z.B. als unterste D gemeldet werden. In den meisten Verbänden gibt es auch die Möglichkeit, eine Mädchenmannschaft in einer Jungsliga einen Jahrgang drunter spielen zu lassen (wäre bei dem Jahrgang in der kommenden Saison dann E); dann wird es einfacher. Soweit bekannt ist, dass ihr eine reine Mädchenmannschaft seid, müsst ihr aber damit rechnen, dass es Vereine geben wird, die ihre Mannschaften bei Spielen gegen euch entweder mit Spielern höherer Mannschaft verstärken oder gleich mit der 1.E bzw. 1.D antreten, um sich die Blamage einer Niederlage gegen eine Mädchenmannschaft zu ersparen.


    Eine weitere Alternative wäre eine gemischte Mannschaft, das scheint aber nach deinen Worten in eurem Verein leider nicht gewünscht zu sein. Die beste Lösung ist aus meiner Sicht ein Zweitspielrecht für die spielstarken Mädchen, die dann sowohl in einer Jungs- wie auch in einer Mädchenmannschaft trainieren und spielen könnten. Damit könnten dann Unterforderungen bei Spielen vermieden werden. Das Problem ist eben, dass im Mädchenfußball häufig sehr unterschiedlich starke Mannschaften gegeneinander antreten müssen und Ergebnisse wie ein 20:0 keine Seltenheit darstellen. Würde man in den fraglichen Altersklassen aber ganz auf Mädchenmannschaften verzichten und versuchen, konsequent alle Mädchen bis inkl. der D in Jungsmannschaften zu integrieren, hätte das zur Folge, dass viele Mädchen entweder auf den Fußball verzichten oder zum nächsten Verein weiterziehen, weil sie (oder aber ihre Eltern) eine reine Mädchenmannschaft wünschen.


    Grüße

  • Gute Frage.


    Die Frage ist auch, ob da alle Mädchen mitziehen würden oder ob die andere Hälfte der Mannschaft das vielleicht gar nicht will. Wenn ich mir unsere Mädchen-Kreisauswahl anschaue, dann ist das kein allzu hohes Niveau (aber vielleicht ist das bei euch ja anders).


    Es gibt Beispiele, da spielen reine Mädchenmannschaften von der F-Jugend bis zur D-Jugend in Jungen-Gruppen und wechseln erst mit der C-Jugend in den Mädchenbereich und geben dann den Ton an.


    Beim Nachwuchs der Bundesligavereine ist es normal, dass die Mädchen bei den Jungs spielen. Als Beispiel kann ich hier die U13 von Borussia Mönchengladbach nennen, die gegen D1- und D2-Teams spielt. Im letzten Jahr Platz 7 (von 10, 5 Siege, 4 Unentschieden, 9 Niederlagen, 30:41 Tore). Ein Spiel habe ich mir angeschaut (gegen den Vorletzten). Da haben sich die Fohlen sehr schwer getan und nur knapp mit 1:0 gewonnen. Die U13 von SG Essen-Schönebeck erreichte in ihrer D2-Gruppe den 1. Platz mit 20 Siegen und 99:21 Toren). Die U13 vom MSV Duisburg ist im vorderen Mittelfeld (D1/D2-Gruppe) gelandet.


    Ich habe auf fussball.de gesehen, dass es in Westfalen noch keine höheren Klassen im Mädchenbereich gibt. Ist das richtig? Bei uns gibt es ab U15 die Kreisleistungsklassen. Das wäre dann zumindest ein Ansporn. Zwei Jahre gegen D-Jungs "quälen" und dann im U15-Bereich angreifen.


    Ich würde an deiner Stelle mit den Mädchen und Eltern sprechen und ihnen die Vor- und Nachteile aufzeigen. Ansonsten könntet ihr ja auch mal ein Freundschaftsspiel gegen eine Jungen-Mannschaft austragen, vielleicht gegen die D2 eures Vereins.

  • Mal zur Einordnung: Bei uns im Kreis spielt die U13 des MSV Duisburg (ehemals FCR 2001 Duisburg, deutscher Meister, Pokalsieger und derzeitiger Erstligaaufsteiger) bei den Jungs mit. Also definitiv die talentiertesten Mädels aus der Region und auch darüber hinaus (so viel Erstligakonkurrenz wie im Herrenbereich gibt es hier ja nicht).


    Die D-Junioren staffeln sich bei uns im Kreis in acht Gruppen, davon eine Leistungsklasse, wo die stärksten Mannschaften des Kreises spielen. Vier von den sieben Kreisklassen darunter berechtigten zum Aufstieg in die Leistungsklasse und in den restlichen drei Gruppen spielt der "Rest". Die U13 vom MSV ist in einer der aufstiegsberechtigten Gruppe im Mittelfeld gelandet.


    Gegen die stärkste U13 "unterhalb" des MSV haben wir (als U 11) mal ein Freundschaftsspiel gemacht. Die haben ihre Mädelsgruppe souverän gewonnen. Ich fand sie von der Spielanlage besser als einige Jungenmannschaften, aber in Sachen defensive Stabilität und Zweikampfführung deutlich unerfahrener und naiver. Ihnen hätte ich - mit einer gewissen (defensiven) Wettkampfanpassung - zugetraut, in einer der drei leichteren Jungengruppen nicht unterzugehen (also unteres Drittel).


    Hier ist noch ein Video von den MSV-Mädchen aus dieser Saison (allerdings gegen den stärksten Gegner und späteren Gruppensieger):

  • Eine komplette Mädchenmannschaft in der Jungenklasse.... Nein...
    Warum geht ihr dann in den Mädchenklassen nicht eine Jahrgangsstufe höher????

    Begründung?


    Ich hatte selbst eine Mädchenmannschaft, die gleichaltrig gespielt hat und dabei gut mitgehalten hat. In manchen Bundesländern geht es garnicht anders, weil du auf Landeseben nur 4-5 Mannschaften hast und kein Spielbetrieb möglich ist. Möglich ist es definitiv, am Anfang wird es natürlich auch mal Haue geben. In Sachsen-Anhalt darf bei einer reinen Mädchenmannschaft zudem der gesamte ältere Jahrgang noch mitspielen

  • @cucharrero


    Wenn ihr so ein gut besetztes Mädchenteam habt, dann würde ich in einer Jungenstaffel melden. Schon allein deshalb, damit eure Mädchen auf Gegner treffen, von denen auch sie manchmal noch etwas lernen können. Welche Staffel eurer Spielstärke entspricht, dass weiß der zuständige Staffelleiter am besten. Sollte es wider Erwarten nicht klappen, unbedingt Freundschaftsspiele gegen Jungenteams einplanen.



    die Torposition (die große Schwäche vieler Mädchenmannschaften)

    Es sind nicht die Torhüterinnen, sondern häufig die unzureichende Positionsausbildung. Denn wie im Video von Schimansky üder die U 13 von MSV Duisburg zu sehen, hat die Keeperin zwar hervorragende Reflexe, jedoch auch große Schwächen im Stellungsspiel (steht meist an der Torlinie) und im 1 vs 1 (steht aufrecht). Ein wenig gutes TW-Training und die Keeperin hätte die gleichen Fähigkeiten wie ihre männlichen Kollegen. Hab da schon einige Keeperinnen Jg. 2006 gesehen, die es aufgrund von regelmäßigem TW-Training auf Leistungsniveau schon deutlich besser konnten als hier im Video zu sehen.


    Beim Unterbau des Frauen-Profi-Fussballs gibt es noch viel Potenzial nach oben. So gibt es z.B. erst seit ein paar Jahren eine B-Juniorinnen-Bundesliga. Darunter gibt es lediglich hier und dort ein gezieltes Scouting und gute Trainer/innen. TW-Training wird meist von ehemaligen Keepern gemacht, die lediglich ihr Wissen von früher (im Video gut zu sehen, dass der TW-Trainer selbst noch hinter einem Libero gespielt hat und diese Erfahrung so weitergab) weitergeben. Aber schon allein das ist viel mehr als nichts, denn häufig gibt es ein bißchen Torschußtraining und das wars!


    Aufgrund der unzureichenden Förderung in den Vereinen, ist man dazu übergegangen besonders hochtalentierte Mädchen (spielen meist Verbandsauswahl) in der Kreisauswahl oder dem DFB-Stützpunkt bei den Jungen zu fördern. Gerade dort, wo der Weg zum nächsten Verein mit Lesitungsfussball für Mädchen weit weg ist.


    Das Niveau der Mädchenteams schwankt von Jahr zu Jahr sehr stark. Das liegt vornehmlich an der geringen Leistungsdichte, weil deutlich weniger Mädchen spielen bzw. meist auch später mit dem Vereinsfussball starten als die Jungen. Auch nimmt ihre Leistungsentwicklung durch die etwas früher einsetzende Pubertät einen anderen Verlauf wie bei den Jungen.


    Ein talentiertes Mädchen kann sich unter den heutigen Rahmenbedingungen nur im Fussball mit oder/und Jungen sportlich weiterentwickeln.

  • Es sind nicht die Torhüterinnen, sondern häufig die unzureichende Positionsausbildung.

    Ja sicher - eine entsprechende Basis-Positionsausbildung (richtige Grundstellung, aktives Spiel, nicht auf der Linie kleben, Beherrschung der Spieleröffnung etc.) setzt aber eben voraus, dass bei der Spielerin auch Interesse an der Position vorhanden ist. Dieses Interesse ist aber - so mein Eindruck - bei Mädchen schwieriger zu erreichen als bei Jungs. Vor Jahren gab es übrigens dazu hier schon einmal einen Thread zum Aspekt der "Angst vor dem Ball" bei Torhüterinnen, siehe auch Torhüterin mit Angst vor dem Ball


    Bei Schulfußballturnieren wird dieses Problem noch viel deutlicher als im Vereinsfußball: Dort dominieren mehr oder weniger ins Tor gezwungene "Not-Torhüterinnen" ohne positionsspezifische Kenntnisse; deshalb ist fast jeder Ball, der aufs Tor kommt, auch drin. Hat dagegen eine Mannschaft eine einigermaßen gut ausgebildete Torhüterin, ist diese Mannschaft kaum zu schlagen.


    Grüße

  • @Alter_Sack


    Stimme dir da voll uns ganz zu.


    Bei den Mädels ist eine gute Keeperin schon die halbe Miete für die laufende Saison. Das zieht sich bis nicht den Profibereich des Frauenfussballs hinein, wo es noch ein große Streuung in der Qualiätät der Torleute gibt. Weil es dort wenig Geld und Ehre zu verdienen gilt, gibt es auch viel zu wenig TW-Trainer für Keeperinnen.


    Selbst bei den Verbands-Auswahlteam ist die Qualität des TW-Trainings nicht immer gesichert. Im Talent-Unterbau der Kreis- und Stützpunktauswahl ist es noch schlimmer! Hier fehlt es fast immer an qualifizierten TW-Trainern, wesahlb man sich fragen muß, warum die überhaupt auf der TW-Position sichten, wenn dann doch anschließend eine fachgerechte Unterstützung durch geeigente TW-Trainer fehlt?


    Dass sich Mädchen über Schulmannschaften sporltich sehr weit entwickeln können, hat ebenfalls eine sehr lange Tradition. Nur fehlt auch ihr häufig geeignetes Personal für die Positionsausbildung des Torwartes.


    Die Angst der Torhüterinnen ohne Ausbildung ist auch nicht unbegründet. Leider ist es im oberen Jugend- und Frauenbereich auch nicht ungefährlich, sich ohne entsprechende TW-Ausbildung ins 1 vs 1 zu werfen. Denn ohne entsprechende Fachkenntnis und Erfahrung kann es hier zu sehr schmerzhaften Prellungen, Sehnenverletzungen und Knochenbrüchen kommen.


    Hier ist noch sehr viel Arbeit zu leisten!


    Doch hat die Torwartfrage nur sekundär etwas mit der Entscheidung zu tun, ob man in einem Jungenteam startet. Denn man sagt: ein Torwart ist nur so gut wie seine Abwehr. Gilt dies nicht auch für die Mädchen?

  • Selbst bei den Verbands-Auswahlteam ist die Qualität des TW-Trainings nicht immer gesichert. Im Talent-Unterbau der Kreis- und Stützpunktauswahl ist es noch schlimmer! Hier fehlt es fast immer an qualifizierten TW-Trainern, wesahlb man sich fragen muß, warum die überhaupt auf der TW-Position sichten, wenn dann doch anschließend eine fachgerechte Unterstützung durch geeigente TW-Trainer fehlt?


    Das mag vielleicht der Grund sein, warum es in unserer Kreisauswahl keine Torhüterin gibt. ;) 
    Da wird bei Sichtungsturnieren immer bei anderen Kreisen die 2. Torhüterin ausgeliehen.


    Ich glaube, bei den Jungs wäre das ein Ding der Unmöglichkeit (nicht das Leihen, sondern das Fehlen von Torhütern).

  • @Radagast


    Natürlich kann das sein, muß es aber nicht! Selbst bei den unteren Jungen-Jahrgängen kann es vorkommen, dass da zufällig kein überdurchschnittlich guter Keeper dabei ist. Dann wird einfach gefragt, wer gern auch mal ins Tor geht und fertig ist die Sache.


    Denn wie schon erwähnt: modernes TW-Training wird meist eh nicht gemacht! Deshalb ist es auch gar nicht so selten, dass bereits gesichtete Keeper sich von der Auswahl abmelden, weil sie dort lediglich eine Statistenrolle erwartet und sich der Kommentar des Auswahltrainers auf einen Satz beschränkt: "Jetzt kannst du aber mal ruhig wieder einen Ball halten!" Weil ansonsten auch die Rolle des Torwarts unbedeutend ist, wird der Torabschluß ans Ende einer Übung gestellt, obwohl doch eigentlich bekannt sein sollte, dass ein guter Keeper die meisten Bälle hält und die Übung mit einer guten Spieleröffnung in eine Endlos-Schleife gehen könnte, bei der jedes Detail gleich wichtig ist.


    Ich denke mal, egal ob Mädchen oder Junge, es haben alle einen Anspruch darauf, aufgrund ihrer Talentsichtung auch eine angemessene Unterstützung zu erwarten. Hier ist man uns teilweise im Ausland schon ein gutes Stück voraus und auch flexibler in der Ausbildung guter TW-Trainer. Hierzulande scheint man nicht einmal die Klientel der TW-Trainer ausreichend zu kennen und meint in 40 Lehreinheiten Mannschaftstrainern ohne spezifische Torwartkenntnisse das vermitteln zu können, wofür gute TW-Trainer im Leistungs- und Profibereich Jahre brauchen! Das das so Mist ist und die TW-Trainerausbildung sowie die TW-Nachwuchsausbildung in der Breite so nicht funktioniert, hat man mitlerweile erkannt. Aber man kann sich noch nicht durchringen, von einer Kopie des Lizenzsystems für Mannschaftstrainer Abstand zu nehmen.
    Doch solange die Verantwortlichen nicht begreifen, dass ein Torwarttrainer gar keine Mannschaft trainieren möchte und deshalb gar keine Lust hat, eine Mannschaftstrainer-Lizenz zu erwerben, werden sich die Torwarttrainer nicht auf die Schulbank setzen. Auch müssen sie kein ärztliches Attest haben, weil sie gar keinen Ball aus dem Winkel fischen wollen. Es genügt vollkommen zu wissen, wie es geht und das methodisch gut vermitteln zu können. Würden die Vereine auf die Leute, die nach der heutigen Ansicht des DFB dafür ungeeignet wären, weil sie ihre Bedingungen nicht erfüllen, verzichten, so dürfte man wohl kaum noch mit Torleuten auf Weltklasseniveau rechnen.


    Doch leider gibt es viel zu wenig gute Torleute, weil es im Eliteförderkonzept des DFB beim Thema Torwartausbildung noch nach Mottenkugeln riecht! Gut, dass die Vereine weiterhin ihre eigenen TW-Trainer ausbilden und wer will, im nahegelegenen Ausland auch eine TW-Trainer-Lizenz erwerben kann.

  • Urlaubsbedingt etwas später hier noch meine Meinung zu der Frage.


    Ja - ihr könnt mit einer wirklich guten und leistungsbereiten Mädchenmannschaft in der Junioren-Kreisklasse bis einschließlich C-Jugend mitspielen. Das macht der Verein meiner Tochter seit Jahren und wir sind da auch schon Staffelsieger geworden. Ganz hinten waren wir noch nie. Viele der Spielerinnen spielen aber zusätzlich trotzdem noch in Jungenteams.
    Es gibt dabei sogar einen Vorteil. Laut den Trainern ist man nämlich nicht unter Erfolgsdruck und muss immer punkten und kann deshalb viel mehr experimentieren und durchwechseln. Ein Aufstieg wird ausdrücklich nicht angestrebt.
    Erfolge strebt man dagegen bei den mittlerweile doch recht zahlreichen überregionalen Juniorinnen-Turnieren gegen die Nachwuchsmannschaften anderer guter Leistungsvereine (vielfach auch aus dem Ausland) an.


    Und ja - es ist wirklich schwierig, gute Torfrauen bei den Juniorinnen zu finden und ggf. auch zu halten.

  • Es gibt dabei sogar einen Vorteil. Laut den Trainern ist man nämlich nicht unter Erfolgsdruck und muss immer punkten und kann deshalb viel mehr experimentieren und durchwechseln. Ein Aufstieg wird ausdrücklich nicht angestrebt.

    Da kenne ich durchaus andere "Modelle", in der die Mädchen und ihre Trainer sehr wohl unter hohem Erfolgsdruck stehen und Aufstiege in der Jungenstaffel angestrebt werden. Diese Mädchen und ihre Eltern nehmen teilweise sehr große finanzielle und zeitliche Aufwendungen auf sich. ( Andre , ja das machen sie sogar gerne!) Wenn die Mädchen jedoch nicht die nächsthöhere Stufe in die B-Juniorinnen (meist Bundesliga) schaffen, fallen häufig zunächst in ein sehr tiefes Leistungsloch. Manche hängen die Fussballschuhe ganz an den Nagel oder kicken nur noch zum Spaß ein wenig in den untersten Ligen ihrer Heimatvereine, weil sie den Ertrag ihrer Mühen aus den Augen verloren haben! Ähnlich wie bei den Toptalenten im Jungenbereich kommen häufig die weiter, die nicht zu früh dorthin gewechselt sind. Gibt hier ähnliche Probleme wie bei den Jungen, weil eine entsprechende Betreuung nach dem Ausscheiden fehlt und die früheren Freundschaften am Zeitmangel zu Bruch gegangen sind.


    M.E. ist es nicht das Thema gute Torleute bei den Juniorinnen zu finden, sondern sie müssen zunächst einmal dahingehend durch qualifiziertes Trainerpersonal ausgebildet werden. Diese Mädchen bringen genau soviel Eigenmotivation und Ehrgeiz wie die Jungen mit. Bis ins zweite C-Jugend-Jahr gibt es auch so gut wie keine Unterschiede bei den Trainingsinhalten und der Trainingssteuerung zwischen den Jungen und Mädchen auf der Torwartposition. Danach verändern sich Trainingsintensität und -inhaltsschwrpunkte ein wenig. Doch wie ich bereits sagte, unterhalb des sehr gut arbeitenden DFB-TW-Trainer-Teams um Silke Rottenberg gibt es große Schwankungen in der Ausbildung der Torhüterinnen.