Erfahrungen mit Zurückstellen von Spieler/-in

  • Hallo zusammen,


    da es sich in meinem Fall um eine Spielerin handelt hab ich das Thema hier platziert. Betrifft aber wohl auch Spieler.


    Kurz zu meinem Problem:
    Ich habe in meiner U9-Truppe aktuell eine Spielerin welche sowohl motorisch als auch in Sachen Verständnis und Auffassung den anderen um Welten hinterher ist. Nicht nur beim Fußball. So wurde dieses Mädchen auch bereits später als üblich eingeschult und steht nun in der zweiten Klasse vor der Überlegung diese zu wiederholen. Zusätzlich hat das Mädchen vor gerade einmal einem halben Jahr mit dem Fußball begonnen.
    Ich persönlich finde das Sie zwar natürlich den anderen Hinterher ist, aber gerade in den letzten 6 Wochen motorisch und auch in Sachen Fußball deutliche Fortschritte gemacht hat. Ob das nun am Training oder anderen Faktoren liegt kann ich nicht beurteilen.


    Nun hat irgend jemand den Eltern der Spielerin eingeredet das diese in der E2 nächstes Jahr sowieso nichts erreichen kann und es viel besser wäre das Kind zurückstellen zu lassen. Woher das kommt weißt ich nicht. Aber die Mutter bat mich gestern um Informationen was es dazu benötigt und ob ich denn das machen könnte? Aus den BFV Anträgen lese ich nun heraus das es scheinbar ein ärztliches Attest braucht und in erster Linie aufgrund von Behinderung ermöglicht wird ein Kind zurückzustellen. Möglicherweise hat sich damit das Thema ja schon erledigt. Mich würde aber trotzdem Interessieren ob es hier zu diesem Thema bereits Erfahrungen gibt? Wie haben sich diese Kinder weiter entwickelt? Es bleibt ja dann wieder nur ein Jahr E-Jugend und dann steht der nächste Wechsel an (selbes Thema?). Vielleicht gibt es aber auch vom Verband diese Genehmigungen nur in extrem fällen, oder, oder, oder.


    Persönlich finde ich zwar das die Spielerin, auch aufgrund der Fortschritte in den letzten Wochen, durchaus im Haufen meine Spieler mitlaufen kann. Bin aber dennoch unschlüssig ob ein weiteres Jahr F Jugend (rudimentäres lernen der Techniken) nicht noch bessere Erfolge verspricht als ein Jahr E-Jugend (Hinführen zur Feinform der Techniken in der D-Jugend). Innerlich bin ich gespalten und möchte einfach das Beste für die Spielerin.


    Grüße
    Torsten

    "Im KiFu gillt: Nicht das Training ist die Vorbereitung auf das Spiel, sondern das Spiel ist die Fortführung des Trainings."

    - (Quelle: unbekannt)

  • Ich hatte hierzu gestern ein Gespräch mit unserem Jugendleiter und einem sehr erfahrenen Trainerkollegen.


    Bisher scheint es so zu sein das diese Zurückstellung von Seiten des Verbandes durchaus auch ohne "bescheinigte Behinderung" gegeben wird. Allerdings gab es hier in unserem Bereich in den letzten Jahren auch nur sehr wenige Anträge. Generell stehen wir alle dem Wunsch der Eltern eher skeptisch gegenüber. Natürlich wird das Training in der E-Jugend etwas "ernster" und Techniklastiger. Aber wir denken das es auch hier Möglichkeiten gibt diese Kinder einzubinden.


    Im Falle einer Rückstellung sehen wir eher die Gefahr das der Sprung nächstes Jahr ja eigentlich noch größer wäre. Dann kommt Sie ja aus der F eigentlich direkt in die E1 (vom alter). Somit ist ja bereits hier wieder zu überlegen wie es sich dann mit dem Wechsel in die D verhält. In meinen Augen würde hier der Wechsel in die E viel mehr Sinn machen. Vor allen da Sie heute ja auch bereits in der Jahrgangs-Mannschaft der F1 spielt. Klar ist Sie hier nicht die beste. Sie hat aber durchaus auch ihre Aktionen im Spiel und eine Entwicklung lässt sich ja auch nicht abstreiten. Ich verstehe also die Angst der Eltern nicht so recht. - Oder unterschätze ich den Sprung aus der F1 in eine E2 hier? (Sind bei uns alles Jahrgangs-Mannschaften).


    Gruß
    Torsten

    "Im KiFu gillt: Nicht das Training ist die Vorbereitung auf das Spiel, sondern das Spiel ist die Fortführung des Trainings."

    - (Quelle: unbekannt)

  • Das war mein Verständnis. Sonst kann ja auch ein Kind 5Jahre F spielen ohne das der Verband eine Möglichkeit der Prüfung hat. Ich meine daher das dies jedes Jahr neu beantragt werden muss.


    Gruß
    Torsten

    "Im KiFu gillt: Nicht das Training ist die Vorbereitung auf das Spiel, sondern das Spiel ist die Fortführung des Trainings."

    - (Quelle: unbekannt)

  • @totog


    Ich glaub, da wird etwas durcheinander gebracht. Bei der Zurückstellung handelt es sich um Jungs in Jungenteams oder Mädchen in Mädchenteams. In fast allen Verbänden dürfen Mädchen 1 Jahr länger in Jungenteams spielen. Erkundige dich einfach mal bei eurem Staffelleiter!


    Nun generell zum Thema des unterschiedlichen Starts in den Fussball. Bei den Jungen beginnt der Start sehr häufig im Bambini-Alter. Bei den Mädchen ist der Eintritt häufig später. 'Dabei kommt es häufiger vor, das zunächst gar kein großes Interesse am Fussball vorhanden war, jedoch die Freundin bereits im Verein spielt und man gern gemeinsame Freizeit miteinander verbringen möchte.


    Es kommt auch häufiger als im Jungenbereich vor, dass Mädchen im Jugendbereich die Sportart wechseln. Sei es aus Frust oder Desinteresse an der zuerst erlernten Sportart. Meist aber spielt auch hier der (neue) Freundeskreis eine Rolle.


    Mädchen beginnen das Spiel anders als Jungen, weshalb man nicht schon nach den ersten Aktionen sein Urteil fällen sollten. Denn während die Jungs wie die Feuerwehr loslegen, fixieren die Mädchen zunächst einmal den Gegner und ihre eigenen Mäglichkeiten. Wenn die Jungs schon fast platt sind, fangen die Mädchen überhaupt erst an ihr Konnen zu zeigen.


    Entsprechend der bioligischen Entwicklung gibt es abweichende Entwicklungsverläufe. Durch die früher einsetzende Pubertät gibt es einen Zeitkorridor, in denen sie häufig körperlich und geistig mehr leisten können als gleichaltrige Jungen.


    Es ist lediglich eine sehr grobe Beschreibung. Denn es gibt noch eine ganze Reihe von unterschiedlichen Merkmalen. Aber vielleicht hilft sie all denen, die Mädchen in ihrer Mannschaft haben, es zwar gant toll finden, jedoch keine Argumente für die Eltern finden, warum genau diese Mädchen weiterhin im Team bleiben sollten!

  • Ich glaub, da wird etwas durcheinander gebracht. Bei der Zurückstellung handelt es sich um Jungs in Jungenteams oder Mädchen in Mädchenteams. In fast allen Verbänden dürfen Mädchen 1 Jahr länger in Jungenteams spielen. Erkundige dich einfach mal bei eurem Staffelleiter!

    Danke für deine Überlegungen,


    Da es im Mädchenfußball bei uns erst ab der D-Jugend Mannschaften und Spielbetrieb gibt sollte das Thema in den Altersklassen darunter auch für gemischte Teams gelten. Sehe zumindest keinen Grund das hier getrennt zu halten.


    Zum Thema "Mädchen dürfen ein Jahr länger in der Altersklasse eingesetzt werden" kocht der BFV wohl seine eigene Suppe. Obwohl auch die Nachbarverbände wie Österreich dies gleich handhaben. Mir werden z.B. im DFBnet alle Mädchen des höheren Jahrgangs angezeigt. Auf Nachfrage hieß es jedoch dies ist in Bayern nicht so gehandhabt. Auch im Rahmen eines "runden Tisches" zum Thema Mädchenfußball habe ich dies angesprochen. Für mich war der Wunsch naheliegend. Die Damen vom BFV waren hierzu ganz erstaunt über den Vorschlag und nahmen ihn begeistert in Ihre Liste auf. Auf Rückmeldung warte ich noch immer. Denke also nicht das es diese Regelung im BFV bereits gibt.


    Zur Entwicklung kann ich dir nur Recht geben. Da wir im Bereich Mädchenmannschaften mittlerweile ziemlich gut besetzt sind (alle Mannschaften ab D-Junioren im Spielbetrieb) nehmen wir auch in den jüngeren Jahren natürlich auch viel Mädchen auf. Bzw. Kommen viele zu uns da die Freundin oder Schwester schon spielt. Generell ist zu beobachten das Jungs eher ins Training kommen weil Sie im Kindergarten oder zu hause ständig spielen und dies nun eben in der Mannschaft machen wollen. Mädchen kommen eher, wie schon schreibst, aus anderen Gründen wie Freundin oder Schwester. Das bedeutet aber auch das diese Mädchen meist vorher kaum einen Ball mit dem Fuß gespielt haben und dem entsprechend auf einem anderen Stand beginnen.


    In meinem Fall kommt nun eine generelle Entwicklungsschwäche hinzu weshalb ich die Eltern durchaus verstehen kann. Dennoch würde ich einen "ärztlichen Antrag" nicht befürworten. Gerade weil es sich um ein Mädchen handelt und hier viele auch erst im D-Alter beginnen. In den nächsten Jahren wird auch diese Spielerin eine Entwicklung beschreiten welche Sie zu einem vollen Mitglied der Mannschaft macht. Sie ist ja auch in meiner Truppe volles Mitglied und bei allen akzeptiert. Daran möchte ich ungern was ändern.


    Gruß
    Torsten

    "Im KiFu gillt: Nicht das Training ist die Vorbereitung auf das Spiel, sondern das Spiel ist die Fortführung des Trainings."

    - (Quelle: unbekannt)

  • In meinem Fall kommt nun eine generelle Entwicklungsschwäche hinzu weshalb ich die Eltern durchaus verstehen kann. Dennoch würde ich einen "ärztlichen Antrag" nicht befürworten. Gerade weil es sich um ein Mädchen handelt und hier viele auch erst im D-Alter beginnen. In den nächsten Jahren wird auch diese Spielerin eine Entwicklung beschreiten welche Sie zu einem vollen Mitglied der Mannschaft macht. Sie ist ja auch in meiner Truppe volles Mitglied und bei allen akzeptiert. Daran möchte ich ungern was ändern.

    Ich würde genauso handeln! Auch fände ich es schlimm, wenn Fussballlaien (das sind Eltern im Regelfall) darüber bestimmen dürfen, wer in welcher Mannschaft spielt! Als nächstes bestimmen die noch deine Mannschaftsaufstellung und wenn du dir diesen "Affen aufgebunden hast", wann du wo den Wassserhahn reparieren, den Rasen mähen oder den Hund ausführen darfst.


    Alles hat seine Grenzen! Hier gehts darum, dass der Verein dir die Kompetenz übertragen hat, eine Mannschaft zu führen. Es ist also bis auf Widerruf durch die Verantwortlichen deine Aufgabe, alle relevanten Entscheidungen zu treffen. Ob und inwieweit du die Eltern darin einbindest, dass ist ebenfalls deine Entscheidung.


    Als seinerzeit im Rahmen der Einführung der FairPlayLiga u.a. ein Mindestabstand der Eltern vom Spielfeld als neue Regel vorgetragen wurde, hagelte es Proteste. Man meinte dazu ein Recht zu haben, um den Trainer zu kontrollieren. Andernfalls würde man das Kind vom Verein abmelden. Die gelegentlichen Randalen im unteren Jugendbereich sprechen ihre eigene Sprache!


    Wenn man den Eltern erklärt, dass sie ihre Kinder zum Training und Spiel in deine Obhut abgeben können und sie danach wieder heil zurück bekommen, sollte eine klare Abgrenzung der Kompetenzen damit verbunden werden.


    Verbände verfolgen nicht immer gleiche Interessen. Letzendlich geht es jedoch darum, im Verdrängungswettbewerb um die Freizeitgestaltung "Gewinne" in Form von Mitgliedsbeiträgen zu erzielen. Je nach dem aus welchem Stall die Führungsspitze kommt und welche Lobby dort der Mädchen- und Frauenbereich hat, werden Entscheidungen so oder so getroffen. Der NFV ist stark VW-lastig. Die Wolfsburger machen sich jedoch auch sehr für den Mädchen- und Frauenbereich stark. Beim Bayrischen Fussballverband werden andere die Lederhosen anhaben und dort die Geschicke nach ihren Vorstellungen lenken. Die Uneinigkeit in den Vereinen macht es ihnen leicht, ihre Ziele auch ohne gute Argumente zu verfolgen!

  • @TW-Trainer


    Sehr schönes Statement. Das Problem mit den Eltern sehe ich (in diesem Fall zumindest) nicht so dramatisch. Das Verhältnis ist eigentlich mit allen sehr gut und ich fühle mich auch in diesem Fall nicht bevormundet. Ich bin gefragt worden und hatte im ersten Moment hierzu keine richtige Antwort. Dann neige ich dazu mich zu informieren und und versuche das beste für den Spieler auszuloten. Deshalb die Frage nach Erfahrungen.
    Mit den Eltern hatte ich in der Zwischenzeit noch zwei Gespräche beim letzten Spiel und im Training. Auch Sie sehen mittlerweile nicht mehr nur Vorteile und müssen auch einsehen das Ihre Tochter in unserem Mannschaftsverband dieses Jahr deutliche Fortschritte gemacht hat und keinesfalls geschnitten wurde. Auf die Frage warum das in vier Wochen in der E anders sein sollte haben Sie auch keine Antwort.


    Zum Thema Verband gebe ich dir zu 100% recht. Ohne Erfahrungen in anderen Verbänden zu haben drängt sich oft der Eindruck auf das gerade der Mädchenfußball in Bayern gerne etwas mehr darstellen möchte als es wirklich ist. Wenn z.B. Verbands Mädchen Beauftragte nicht einmal in den Unterschieden zu den Junioren Regelfest sind sagt das einiges. Da scheinst du mit der Lederhosen Vermutung richtig zu liegen.


    Gruß
    Torsten

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    - (Quelle: unbekannt)

  • Das eine ist Mädchen/Jungs Thema das andere Zurückstufung allgemein.
    Also ich kann Euch ganz genau sagen wie es im FV Rheinland läuft: Nämlich sehr korrekt!
    Ich habe einen Spieler den ich jetzt schon zum zweiten Mal aufgrund einer körperlichen Beeinträchtigung zurückstellen lasse. Heißt , obwohl er eigentlich als 2003er Jahrgang nächste Saison in die C-Jugend wechseln müsste, darf er weiter in der D-Jugend spielen.
    1. Formloser Antrag beim Fußballverband stellen mit Beschreibung der Thematik (z.B. Behinderung, soziale Komponenten etc.) und ärztlichem Attest. Am besten über den Stafellleiter, oder direkt an den Jugendbeauftragten im FV.
    2. Dann meldet sich jemand vom Verband und kommt sich das Kind vor Ort bei Training und/oder Spiel anschauen, unterhält sich mit dem Trainer und/oder Eltern/Kind und gibt eine Empfehlung ab.
    3. Diese Empfehlung wird im Verbandsjugendausschuß besprochen und dem Antrag wird stattgegeben bzw. auch nicht (Könnte ja jeder kommen)
    4. Der Staffelleiter informiert alle Vereine der Staffel in der die Mannschaft des Kindes spielt. Diese müssen zustimmen, dass ein ein Jahr älteres Kind mitspielt.
    5. -> Offizielle Genehmigung des FV mit Stempel und Siegel.
    Das wärs auch schon. Bei Freundschaftsspielen sag ich immer dem anderen Trainer Bescheid. Gab noch nie ein Problem.

  • @Kicknrush


    Danke für die Antwort. Der Ablauf hört sich nach längerer Bearbeitung an. Wie lange in Voraus stellst du einen solchen Antrag?


    Gruß
    Torsten

    "Im KiFu gillt: Nicht das Training ist die Vorbereitung auf das Spiel, sondern das Spiel ist die Fortführung des Trainings."

    - (Quelle: unbekannt)

  • @totog
    @Kicknrush
    Das klingt wirklich nach einem aufwendigen Prozess. Sehr aufschlussreicher Beitrag. Danke.
    Interessant finde ich den Punkt, dass man die anderen Mannschaften der Staffel informieren muss. Dadurch kann man das ja kaum vor Saisonbeginn machen: der Spielplan muss stehen und in der Sommerpause erreicht man niemanden. Also eigentlich ein Unfug.

  • @Ersatzbank


    Das war auch mein Eindruck von dem Prozedere das Kicknrush beschrieben hat.


    Ich habe gestern auch endlich eine Richtige Antwort vom BFV zum Thema "Mädchen ein Jahr länger" erhalten. Dies scheint in zwei Landesverbänden in Deutschland so zu sein. Im BFV und allen anderen aber nicht. Damit ist das bei uns auch keine Option.
    Ich hatte abends dann auch nochmal ein Gespräch mit den Eltern. Mittlerweile scheinen auch Sie der Überzeugung zu sein das die ganze Sache Unfug wäre und wollen ihre Tochter mit mir in die E-Jugend schicken. Hoffe das sich das Thema damit erledigt hat.


    Dennoch finde ich es klasse wie einem hier geholfen wird und auf welchen Erfahrungsschatz man damit zugreifen kann.
    Herzlichen Dank an euch!
    @Ersatzbank, @TW-Trainer, @Kicknrush


    Gruß
    Torsten

    "Im KiFu gillt: Nicht das Training ist die Vorbereitung auf das Spiel, sondern das Spiel ist die Fortführung des Trainings."

    - (Quelle: unbekannt)

  • Das Procedere ist ggf. auch je nach Landesverband anders. Aber letztendlich hört es sich aufwendiger an als es ist. Ein paar Mails und einen Vor-Ort Termin. Engpass war der Sitzungstermin des Verbandsjugendausschusses in dem das letztendlich entschieden wird. DIe tagen ja nicht jede Woche...


    Ich kann in meinem Fall nur sagen, das wir dem Kind mit der Rückstufung einen Riesengefallen getan haben. Er ist jetzt seit vier Jahren in unserer Mannschaft und hat sich - im Rahmen seiner Möglichkeiten - sehr gut entwickelt. Anfangs mussten die Eltern am Rand stehen, er hat immer mir "am Bändel" gehangen, oft geweint etc.... Inzwischen ist er vollkommen selbstständig. Das erste Tor von ihm - aus 25 Meter unter die Kugel getreten und ab in den Winkel- war eines meines schönsten Trainererlebnisse!


    Aber um es gleich zu sagen: Mein Versuch über diesen Weg ein Kind mit Geburtstag 31.12., und sozialen Gründen (Freunde in der Mannschaft, ohnehin sehr klein etc.) zurückzustufen, ist direkt in erster Instanz gescheitert!! ;-)
    Letztendlich ist es sehr gut wie das gehandhabt wird. Ansonsten wird das ja ein komplettes Durcheinander wenn man anfängt jede Ausnahme zu genehmigen.

  • @Ersatzbank


    Ich habe gestern auch endlich eine Richtige Antwort vom BFV zum Thema "Mädchen ein Jahr länger" erhalten. Dies scheint in zwei Landesverbänden in Deutschland so zu sein. Im BFV und allen anderen aber nicht. Damit ist das bei uns auch keine Option.

    Dann muss Brandenburg der zweite Verband sein, in dem Mädchen ein Jahr älter sein dürfen...


    Wobei das erst seit dieser Saison so ist. Vorher durften ide Mädchen in gemischten Mannschaften bis zu zwei Jahre älter sein...

  • @Kicknrush
    Ich denke auch das der Ablauf wie du ihn beschrieben hast gut ist. Auch weil es einem Durcheinander den Riegel vor schiebt. Ich denke die Zurückstellung sollte das letzte Mittel sein und war daher von Beginn an ziemlich überrascht von der Idee der Eltern.


    @Nottrainer
    Ich finde die Lösung mit einem Jahr länger eigentlich gut. Gerade weil, wie oben schon geschrieben, die Voraussetzungen für Beginnen oft bei Mädchen ganz anders sind als bei Jungen. Kann mir aber auch vorstellen das gute Mädchen (und die gibt es sehr wohl) die Jungs auch ganz schön "herkloppen" können wenn Sie dann noch ein Jahr älter sind. Wie alles also zwei Seiten. Bei einem Verband wir die eine in den Vordergrund gedreht, beim anderen eben die Rückseite nach vorne.
    Die Antwort mit den Verbänden habe ich auch mehr auf die Frage erhalten warum ich diese Mädchen in meinem DFBnet Spielerpool sehe wenn ich Sie nicht einsetzen darf. Antwort war eben das es bundesweites System ist und machen den Einsatz erlauben.


    Gruß
    Torsten

    "Im KiFu gillt: Nicht das Training ist die Vorbereitung auf das Spiel, sondern das Spiel ist die Fortführung des Trainings."

    - (Quelle: unbekannt)

  • Hallo ,


    bei uns in Brandenburg war es ohne Probleme möglich das ein 07 Mädchen bei den 08/09 Jungs F spielt . Wobei die 09 keine " gleichwertigen " Gegner sind . Der Unterschied ist , das der Wechsel nicht aus Körperlichen oder fußballerischen Gründen Erfolg ist, sondern damit Sie überhaupt in einer Mannschaft spielen kann , da der 07 Trainer Sie als " nicht gut genug " eingestuft hat. Das Mädchen könnte in der nächsten Saison technisch locker in der E1 mitspielen . Es bleibt aber in ihrer F da diese Mannschaft ihr sehr gute Voraussetzungen bietet.


    In vielen Köpfen von Eltern Trainern und sogar Kindern ist immer noch die Vorstellung , Mädchen sollten kein Fußball spielen. Selbst einige schwache Spieler sind der Meinung , Sie könnten besser spielen weil Sie ein Junge sind.


    Gehört nicht zum Thema wollte es nur erwähnen.

  • Leider scheint hier auch wieder keine EInheitlichkeit zu geben...sehr schade. Ich bin froh, das es im Niedersächischen Fußball Verband möglich ist, ältere Mädels einzusetzen.
    Es wird Zeit, das es im DFB eine klare Regelung dafür gibt wie auch zu einigen weiteren Themen