Verein will leistungsschwache Kinder ausschliessen (F-Jugend und hoeher)

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  • Unser Vorstand hat letzte Woche per Mail bekanntgegeben, dass ab Sommer die Kadergroessen stark verkleinert werden (11+1bzw. 12+2). Dies soll den Erfolg des Vereins foerden und ihn wieder in hoehere Spielklassen bringen. Allein in der kuenftigen F2 haben wir 18 Kids mit Spielerpass. Aussortiert werden soll nach Leistung, morgen findet das 1. Auswahltraining statt. Der Witz an der Sache ist, dass es aus angeblichen Kapazitaetzgruenden keine 'Auffangmannschaften' geben wird. Von 18 Kindern, die zum Teil seit 2 Jahren im Verein gemeldet sind, Beitraege zahlen und jeden Samstag auf dem Platz standen werden 6 aussortiert und tschuess. Die bisherigen 'Vater-Trainer' gleich mit, da sie mit dieser Linie nicht konform gingen.


    Und das nicht nur in der angehenden F2, sondern in allen Jugendmannschaften. Und nach Willen des Vorstands alle halbe Jahre wieder, es koennten ja neue Kinder dazukommen die noch besser spielen als der auserwaehlte Kader.


    Duerfen die das ueberhaupt? Hat jemand aehnliche Erfahrungswerte? Gibt es eine rechtliche Handhabe, ein Kontrollmedium beim Verband? Oder bleibt nur der Vereinswechsel?


    Wir Eltern sind entsetzt. Aber letztendlich traut sich kaum jemand den Mund aufzumachen, denn waere nicht das Kind des Querulanten das erste, das gehen muss?


    Was tun?

  • Du kannst ein Mitglied in einem e.V. nicht einfach so ausschließen.


    Das "Problem" haben auch alle NLZs, da zumindest die jüngeren Jahrgänge dem e.V. angehören und nur U17 oder U19 und höher der KG angehören.


    ABER, der Verein muss dem Spieler ja nur ermöglichen am Trainingsbetrieb teilzunehmen, wahrscheinlich auch nur einmal in der Woche, nicht am Spielbetrieb. Außerdem ist der Verein nicht verplichtet das Kind da mittrainieren zu lassen, wo er alters- und/oder leistungsmäßig hingehört.
    Ganz überspitzt formuliert: Notfalls kann der Verein einen Trainer bereitstellen (auch im permanenten Wechsel), der einmal in der Woche mit allen "Aussortierten" aller Altersklassen reines Rundenlaufen anbietet. So lange, bis die alle aus eigenem Antrieb doch fernbleiben.


    Kurz: Wenn der Verein das so durchziehen will, macht es für das Kind gar keinen Sinn, auf das Recht zu pochen. Im Sinne des Kindes ist ein Vereinsaustritt/-wechsel in meinen Augen die einzige Option.



    Ich habe nur die rechtliche Grundlage geschildert. Die moralische Bewertung steht auf einem anderen Blatt.

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill

  • Klingt doof, aber so ist das leider.


    Bei manchen/vielen Vereinen steht der Leistungsgedanke im Vordergrund. Da bleibt euch eigentlich nichts anderes übrig, als nach einem anderen Verein Ausschau zu halten.


    Zum Glück gibt es auch Vereine, bei denen alle Kinder Fußball spielen dürfen ... egal ob mit Talent oder ohne Talent. Bei uns machen wir das zum Beispiel so. Der Nachbarverein schickt die Kinder weg, die Eltern sind entsetzt, bei uns werden sie dann glücklich. Wir schicken niemanden weg. Natürlich hat der Leistungsgedanke auch seine Berechtigung, ich konnte mich aber schon immer mehr damit anfreunden, dass jedes Kind, das Fußballspielen möchte, auch die Chance dazu bekommt.

  • Dinge gibst, die selbst für mich bisher nicht denkbar waren. und im Fussball halte ich vieles für möglich.


    ab D kenne ich sowas auch, aber schon in der F?


    Auch wenn mein Kind zu den Auserwählten gehören würde, diesen Verein würde ich sofort fluchtartig verlassen und dafür sorgen dass das puplik würde, und zwar überall wo ich die Möglichkeit dazu hätte.


    Und ich bin überzeugt, dass wenn einer so geht, auch andere folgen werden.


    Natürlich nicht alle, aber mit denen möchte ich dann auch nichts mehr zu tun haben. weder meinem Kind noch uns Eltern zumuten.


    versteh auch die Trainer in diesem Bereich nicht. Entweder ist ihr Honorar derart entsprechend oder abhängig vom Verein.
    für mich auf jeden Fall charakterlos. .


    meine Fussballwelt ist das zum Glück nicht.


    gib doch mal den Link von der Homepage des Vereins.


    Zivilcourage ist hier angesagt, eigendlich für alle, aber viele werden sie leider wie so oft nicht haben.

    Einmal editiert, zuletzt von guenter ()

  • Da kann man sich ruhig drüber aufregen. Ich sehe es aber wie @SirAlex. Wenn sie das so durchziehen wollen, wird es so kommen und gezwungen wird ja wohl niemand da mitzuspielen. Die haben sich für diese Richtung entschieden und wenn dies alles in einem sinnvollen Konzept eingebunden ist, ist mir dies mittlerweile allemal lieber, als wenn jeder sein eigenes Süppchen kochen darf. Warum man jedoch die Mannschaften F3-X, E3--X usw. gänzlich abschaffen möchte, erschließt sich mir so noch nicht. Vielleicht gab es da aber in der Vergangenheit auch Vorkommnisse, die zu diesem Entschluss führten. Ist mir insgesamt zu wenig Input über die Umstände.

    Wir Eltern sind entsetzt. Aber letztendlich traut sich kaum jemand den Mund aufzumachen, denn waere nicht das Kind des Querulanten das erste, das gehen muss?


    Moin Schorsch
    Erstmal Herzlich Willkommen hier.
    Bei solchen Themen bin ich kein Freund von "behutsam Problematik ansprechen". Oder bloßes Mitleid aussprechen, wie schrecklich doch alles/alle sind. Bringt Dir wahrscheinlich auch in Eurer Situation wenig. Ich hoffe Du weißt mit klaren Worten entsprechend umzugehen.


    Aber das was Du hier ansprichst ist so typisch für die heutige Zeit. Eier haben einfach nur noch die Wenigsten ! Motzen und Meckern wenn der "Gegner" weit weg ist... Kein Thema. Aber wehe es kommt drauf an, öffentlich Position zu beziehen...
    Deswegen will ich Dich aufgrund langer langer Erfahrungszeit im Mikrokosmos eines Vereines nur darauf vorbereiten bzw. darauf hinweisen, dass es eben Kämpfe gibt wo die Niederlage vorprogrammiert ist. Bevor es los geht, sind alle natürlich bereit Dich voll und ganz zu unterstützen. Alle für Einen, Einer für Alle. Auf sie mit Gebrüll. Du stehst in voller Rüstung in vorderster Front und zückst Dein Schwert. Drehst Dich kurz um, um Deiner Armee den Angriffsbefehl zu geben...
    Ups. Gähnende Leere. Die haben sich alle auf die Tribüne verzogen und hoffen nun, dass Du das Beste für sie raus holst. Ihre Gedanken sind bei Dir. Mehr aber auch nicht. Naja, es bleibt Dir ja noch der Heldentod. Hinterher in der Laudatio werden sie Dich für Deinen Heldenmut loben.. Und haben das Ganze relativ schnell wieder vergessen. Eltern können gnadenlose Oppurtunisten und Egoisten sein. Sei Dir dessen bewusst.


    Ich hab jetzt noch nicht so ganz heraus lesen können, warum Du bzw. Dein Kind unbedingt im Verein bleiben möchtest/möchte. Vermutung habe ich. Ein wenig mehr Beschreibung der Umstände wäre aber sehr hilfreich, damit Du hier möglichst viele Tipps bekommst, aus denen Du dann das für Dich Passende heraus suchen kannst !


    versteh auch die Trainer in diesem Bereich nicht. Entweder ist ihr Honorar derart entsprechend oder abhängig vom Verein.
    für mich auf jeden Fall charakterlos. .


    Hierzu wollt ich aber unbedingt was loswerden. Mir rennt nur jetzt leider die Zeit davon.

  • Ich würde darüber nachdenken...mich schlau machen


    1. Habe ich ein stellvertretendes Recht/Elternrecht, meinen Filius als Mitglied stimmlich zu vertreten....dürfte in den Statuten stehen.


    2. Diese Frage wäre für mich -aus taktischen Gründen- im Stillschweigen zu prüfen, ...wenn nicht....würde ich Mitglied und zwar möglichst mit den anderen Eltern die interessiert sind.


    3. Würde ich vor der Maßnahme Mitglied zu werden prüfen, ob


    -die Abänderung dieser Maßnahmen wie der Verein sie vornimmt über eine z.B. ausserordentliche Mitgliederversammlung abzuändern wäre.


    -wenn ja...würde ich diese dann als Mitglied einberufen, ...das Problem dort erklären...abstimmen....


    Das Ergebnis wäre Auftrag für den Vorstand!!!???? Wer kennt sich aus...wäre das so möglich? Wenn ja, wäre das mein Weg.


    HIERBEI hätte ich größten Spass diesen Geiern das Handwerk zu legen! Da gings mir um`s Prinzip.


    Zudem...würde ich ebenso aus taktischen Gründen...das ganze Theme fett in die Zeitung bringen "Verein xy setzt Kinder vor die Tür"...usw. oder so ähnlich.


    Ferner die Sache mit dem EV....das würde ich z.B. bei der Gemeindeverwaltung prüfen lassen. Hier ist es so, dass man Gelder in die Verein pumpt. Das was die da vorhaben ist kein EV mehr, sondern der Weg zum Profitum....Fließen die Gelder nicht mehr, geht denen schnell die Kohle aus...oder wollen diejenigen Eltern deren Kinder nun bleiben dürfen und immer in Gefahr laufen, die nächsten zu sein die gehen dürfen den Mitgliedsbeitrag von 50 Euro zu zahlen. Das wären so die Aufhänger die ich nutzen würde, um diese Leute auf meine Seite zu holen.


    Davon ab muß ich aber sagen, dass ich mir diese Geschichte so nicht vorstellen kann. Wenn ich verspreche, den Namen nicht zu posten...keinen Kontakt zu irgendwem zu tätigen, wäre ich im Rahmen der Glaubhaftigkeit daran interessiert, den Namen des Vereins kennen zu dürfen. Schicke mir doch mal eine PN...ich garantiere Verschwiegenheit! Danke.

  • die Abänderung dieser Maßnahmen wie der Verein sie vornimmt über eine z.B. ausserordentliche Mitgliederversammlung abzuändern wäre.


    Andre


    dazu benötigst du üblicherweise 10 % aller Mitglieder, wenn die Vereinssatzung, was höchst selten ist, nichts anderes vorgibt.


    diese 10 % werden im vorliegenden Fall zu erreichen sein, dagegen stehen zuviele Eigenintersse und fehlende Zivilcourage.


    höchstens eine ganz starke Person mit viel Hinterhalt bei den Mitgliedern (Alteingessener mit viel Einfluss) könnte hier was bewegen.



    was spricht eigendlich dagegen das Schorch mal eine interessante Homepage eines Vereins hier zum lesen mitteilt.
    doch wohl nichts.


    für an die Zeitung zu gehen, in diesem Fall sehe ich das auch mal so, müssen natürlich alle Punkte hieb und stichfest sein, und andere Personen mitziehen.

  • Da setzen sich ein paar alte Herren, die sich - dank minimaler HV-Beteiligung o. auch Ausschluss von Jugendvertreter von den Wahlen im verschworenen Klüngel - selbst ins natürlich offiziell stets ganz selbstlos gemeinnützige/soziale Ehren-Amt hievten, in den Kopf, nun einen auf Leistungsverein zu machen und sortieren, selektieren die, um die es im Kinderfußball gehen sollte, einfach aus - dies geschieht durchaus im Sog einer systematischen Verbands-Politik von ganz oben, auch wenn es niemals zugegeben würde, da dies System am Tropf der öffentlichen Mittel für "gemeinnützig tätige Vereine" hängt. Hier haben wir aber wieder mal einen klaren Fall, wo private Interessen gemeinnützige deutlich überlagern und aushebeln, wo Verein in Wahrheit ein bloßes Pseudos, ein Etikettenschwindel ist. Doch sicher: wer würde im Vorfeld der Umsetzung dagegen aufbegehren, die Kinderinteressen verteidigen, ihr Wohl betonen, wenn er bei solch Strukuren befürchten muss, dass er damit als vermeintlicher "Querulant" samt Kind zuallererst rausgemobbt wird: denn zum Sich-abmelden kann "der Verein" in seiner Spitze Mitglieder natürlich nicht zwingen, nur Fakten verkündend erschaffen: wen wir nicht auswählen, der wird nie mehr aufgestellt, darf nicht mehr mitspielen. Inwiefern die Satzung solch politisches Verhalten gestattet, ist zwar höchst zweifelhaft, aber wer wollte auf dem Rücken seines Kindes - allein auf sich gestellt - die Probe aufs Exempel wagen? Also hofft bzw. geht man dann: Weg des geringsten Widerstands, nervenschonend, aber zum Erfüllungsgehilfen sich machend...


    Was könnte man konkret unternehmen? Ich kann nur Ideen liefern, denn der Praxistest steht aus: oder wo hätten Eltern schon mal gemeinsam den Aufstand gegen Vereinsobere geprobt? Mir ist leider kein Fall bekannt - und ich selbst stand stets schnell allein da, wo ich als Trainer bzw. Vater mal authentisch im Gemeinnutz die Kleinsten, Schwachen, auch Kranken/Behinderten statt mobbend voranstellend vereinende Führung zugunsten eines KiFu, der diesen Namen verdiente, einforderte. Als Trainer bin ich so 3mal im Nu abgesägt worden (als ich Verhältnisse kritisierte, wo die Schwächeren nur auf der Bank schmorten, ausbildungs- bzw. von Fußball ahnungslose Kollegen sich auf Kosten der Kleinsten produzierten, etwa in halbstündigen Vorträgen, wie 8-jährige spielen sollten, sich nachher wundernd, dass dies wg. Aufsässigkeit schon im Dozieren wg. re-aktivem Störverhalten misslang: daher rigide Strafen verordnend u. rumbrüllend...) Also 1.Tipp: nicht ins offene Messer laufen, sich organisieren. Nur: ob die Eltern der als stark u. gut auserwählten Kinder sich solidarisieren mit den zu schwachen, zu schlechten, die ihre tollen Kids ja mutmaßlich (entgegen anderen pädagogischen Modelle) im Lernen u. Leisten nur ausbremsen. Wozu Inklusion, sollen die das doch in Schulen probieren, wir wollen unsere Kids als Elite inszeniert sehen - und mit stolz geschwellter Brust uns auf ihrem Rücken profilieren können!*


    Ob es hilft, solch Mitläufern pädagog. Literatur an die Hand zu geben, die belegt, dass Kinder viel profitieren, wenn sie Schwächeren zeigen, wie sie sich verbessern können, da sie dabei gemeinsam heranwachsen, weil das stets Lernen früh durch Lehren ergänzt wird, dieser Rollentausch bereichert, Spaß bereitet etc.? Die örtliche Tageszeitung ist zwar meist mehr hofberichterstattend statt journalistisch kritisch tätig, aber hier könnte man evtl. zu objektiveren Berichten motivieren, insbesondere, falls Kinder von Werbekunden betroffen wären... Finanzbehörden könnten angeschrieben werden, so der Vereinsstatus einer Prüfung ausgesetzt werden. Letztlich aber scheint mir dies Problem beim Gesetzgeber verortet: solange er jeden Zusammenschluss von mehreren Personen als Verein all die steuerlichen Vorteile wie Subventionen im Prinzip zugestetht (Man kennt zB die Lobby-Verbände o. Kulturvereine, die eher private 'Spielhöllen' sind), gilt es für die Altvorderen einzig, die zu lästigem Ballast aussortierten Kinder raus zu bekommen, dank Machtmissbrauch leicht zu bewerkstelligend (die eigene Freiheit verantwortungslos nutzen, so Verantwortungsfunktion gegen die Schützlinge wendend, den Vereinsgeist verratend).


    *Hier etwa der Trends zu sog. JFV: gefördert werden in Wahrheit vor allem Erwachseneninteressen, die Jugend wird nach ihrer für diese nützlicher Leistungserbrinung selektiert, also ausgenutzt! Gegründet oft von Sponsorengeld im Kurzschluss mit Vereinsoberen, die so mehr Aufmerksamkeitsfänger schaffen wollen: für sich, nicht die Kinder! Alles ne Mogelpackung, nur: wo kein öffentlicher Kläger, da muss auch kein Richter (Gesetzgeber/Politik) sich bemüßigt fühlen, etwas neu zu bedenken - das ist Kernproblem.... Doch gilt: wer sich gegen Unrecht nicht wehrt, da ja "nur" (von den Oberen gemäß derem Nutzen selektiv aus-einander dividierte) Basis, der lebt verkehrt! Was wer tut, entscheidet aber jeder selbst - und da fühlt man sich schnell allein, überfordert, ohnmächtig, und resigniert... Fang hier an, schaffe Gegen-Öffentlichkeit, poste den Vereinsnamen! Unsere User könnten schon mal den Vorstand mit kritischen Anfragen quälen ;)


    PS: Ich selbst hab es zumindest grad geschafft, dass unsere Tageszeitung nun endlich mal kritisch zum hiesigen "Profi"-JFV berichten will - ganz allein, indem ich den Journalisten auch öffentlich Hofberichterstattung vorwarf, nächstes Jahr ein Vhs-Seminare dazu (Titel "Die massenmediale Diktatur der Öffentlichkeit") anbiete u.ä. Man kann mehr bewegen, als man erstmal denkt: muss dies aber echt wollen, seinen Kopf dafür hinhalten, aus dem Schatten treten! Es gibt nichts Gutes: außer man tut es...

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

    3 Mal editiert, zuletzt von Keller-Kicker ()

  • Die rechtliche Seite hat Sir Alex ja schon dargestellt. Den Weg druch die Instanzen, den Andre vorschlägt, halte ich für kaum gangbar, ich glaube nicht daran, dass das funktioniert. Habe mal interessehalber in unserer Satzung geschaut. Da steht nichts davon drin, dass Mitglieder dem Vorstand oder der Jugendleitung irgendwelche verbindliche Vorgaben machen können. Da muss man also schon selbst die Posten übernehmen. Das wird ein langer, steiniger Weg...


    Aber ich besetze jetzt mal ganz bewusst die Gegenposition: Dieser Verein macht das, was viele leistungsorientierte Vereine auch so machen. Ziel ist es, pro Jahrgang eine Mannschaft zu haben, in die nur ausgewählte (also starke) Kinder reinkommen, die dann auf sportlichen Erfolg getrimmt werden, also in möglichst hoher Spielklassen zu spielen. Genau das machen alle NLZ (in die ja viele versuchen, mit ihren Kindern reinzukommen) und auch viele kleinere Vereine, die den Fokus auf den sportlichen Erfolg legen. Ob das in F2 (also U9) anfangen muss, ist ein anderes Thema. Oft startet das erst in U10 oder U11. Per se finde ich das nicht verwerflich, wenn man bei Eintritt in den Verein weiss, auf was man sich da einlässt. Und da sind wir am kritischen Punkt: Problematisch ist aus meiner Sicht, dass der Verein offenbar anders gestartet ist, d.h. jetzt viele Kinder hat, die es nie auf diese Leistungsorientierung abgesehen hatten. Das kann nicht gehen, ohne viele vor den Kopf zu stoßen (sieht man ja an dem Thread hier). Und ich habe große Zweifel, ob das überhaupt funktionieren kann. Denn damit ein Verein sich die Selektion der Spieler überhaupt leisten kann, muss er attraktiv sein. Und das ist er für leistungsorientierte Spieler dann, wenn er Mannschaften in höheren Spielklassen hat. Hat er das denn? Wenn nicht, wird das ein Rohrkrepierer...


    Im alten Verein meines Sohnes kam auch ein Vorstand auf die Idee, ein neues Ausbildungskonzept zu etablieren. Witzigerweise ohne Kenntnis des Jugendleiters, aber das nur am Rande. Dass es ein Konzept geben sollte, fand ich prima. Aber als ich den Entwurf gelesen habe, war ich doch sehr erstaunt, denn das sah aus, wie das Konzept vom Ajax Amsterdam oder so. Das hatte keinerlei Bezug zum Status Quo unseres kleinen Stadtteilvereins. So ähnlich kommt mir das hier vor.


    Aber mein pessimistisches Fazit: Eigentlich bleibt Euch nur der Vereinswechsel.


    Grüße
    Oliver

  • Genau das machen alle NLZ


    Dito, der Fisch stinkt zuerst vom Kopf! Doch steter Tropfen höhlt den Stein, es könnten irgendwann mehr DFB-kritische Leute werden, daher: gib niemals auf, diesen Sportsgeist von uns verdienen insbesondere die Kinder! Die Gutwilligen sollten also endlich ihre Köpfe nicht mehr in den Sand stecken, sondern sich wechselseitig ermutigen, mobil zu machen gegen einen KiFu, der diesen Namen nicht mehr als gemeinnützig verdient: Zieht man ihn ohne öffentliche Mittel als GmbH statt eV auf, ok, sonst ist dies für mich Sozialbetrug von oben! Diesen Begriff versuche ich seit Jahren durchzusetzen, denn breit diskutiert werden darf stets nur Sozialbetrug von unten, da man gesellschaftlich ganz unten befindliche Hartz-4-Empfänger, Migranten, Arbeitslose etc. so viel leichter als soziale Aggressoren darstellen kann, so absurd dies auch sei, da sie diese Gesellschaft eben gar nicht bestimmen, sich bestenfalls gegen sie von oben verursacht treffende Armutsverhältnisse zu wehren versuchen... Kinder aber stehen bzgl. Öffentlichlkeit noch unter diesen Opfern der allgemeinen Wahrnehmungsverordnung, daher ist Widerstand noch schwerer, aber nicht für unmöglich zu erklären, um sich daraufhin unsolidarisch aus dem Staub zu machen: Sie be-nötigen unsere Stimme u. politische Aktion gegen dies sie in der Breite, nur auf renditeträchtige Spitze zielend missbrauchende F-System, gegen seine wahren dunklen Hintermänner - vor Ort wie im Land!!! All die Profi-Clubs waren ja mal echte Vereine, bevor ihre Besetzung durch Geldadel ua anfing...


    PS: Schorsch, hier bewegst du ja auch schon sofort viel - also bleibt unzufrieden, mach weiter!

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  • Wenn sie das bei uns machen würden, würde es wahrscheinlich nicht einmal für eine Mannschaft in der F reichen.
    Es gehen 10 von uns hoch, davon können vielleicht vier in Ansätzen Fussball spielen.
    So ein Konzept funktioniert wohl auch nur da, wo genug Kinder da sind. Hier ist es eher so, dass Jugenspielgemeinschaften gebildet werden, weil es für die einzelnen Vereine nicht reicht.

  • Schorsch


    Auch, wenn ich deine Entrüstung durchaus verstehen kann, "die" vom Vorstand dürfen das, weil sie per Wahl die Interessen ihrer Vereinsmitglieder vertreten. Aufhebende Wirkung gibt es lediglich bei Dingen, die geltende Gesetze verletzen.


    Was aber kann man machen, wenn man das Gefühl hat, die Mehrheit der Mitglieder will das so gar nicht. Aber niemand will sich persönlich ins Rampenlicht stellen und gegen den Vorstand aufbegehren. Was kann man da als Einzelner machen?


    Einen Leserbrief in die Zeitung setzen? Zettel für ein Informationstreffen im Vereinsheim verteilen? Daraus eine Interessensgruppe gründen und Plakate im Einflußbereich eures Vereins aufhängen? Das Gespräch mit dem Vereinsvorstand suchen? Es gibt viele Möglichkeiten, seinen Unmut zu kommunizeren!


    Will man jedoch eine Veränderung erreichen, so bedarf es zunächst einer "Welle". Dazu genügt zunächst nur ein kleines Lüftchen: D.h. den Verantwortlichen wird ein Widerstand gegen ihre Maßnahmen bewußt. Um einen Sturm (der Entrüstung) daraus werden zu lassen, braucht es die gemeinsame Kraft von Gleichgesinnten. D.h. es regt sich zunehmender Widerstand im Umfeld des Vereins. Die anberaumten Maßnahmen werden nicht mehr ausschließlich positiv beurteilt.


    Je nach dem, wer hinter den Veränderungen (z.B. Vorstandsmitglieder sind gleichzeitig Sponsoren) steckt, kann die Härte der Konfrontation zunehmen. D.h. es braucht neue Vorstandskandidaten, die für eine Rückkehr des Breitensports im Verein zuverlässig eintreten.


    Wer bereit ist, dafür zu kämpfen, der sollte sich daran gewöhnen, dass mindestens seine Freizeit dafür draufgeht, wenn nicht noch mehr! Sonst war das Ganze nicht mir wie ein "Sturm im Wasserglas"!


    Prüfe, was dir diese Sache wert ist und handle danach. Denn sich beklagen ist immer nur ein Anfang, der durch Engagement auf dem Weg zur Besserung geführt werden kann!

  • Schorsch, mach die Fliege..
    Es ist doch so,auch wenn du dich gegen die Aktion auflehnst,und es vielleicht klappt dass die Mannschaften erhalten bleiben,würdest du aber der Typ bleiben der sich gegen den Vorstand behauptet hat. Das könnte schlecht für deine Kinder sein.
    Ich würde einfach bei den Mannschaften fragen ob man nicht komplett wechseln möchte,dann beim Nachbarverein anrufen,fragen ob das für die was wäre und noch Trainingsanzüge o.ä. herausschlagen damit die Kinder sich gleich mit dem neuen Verein indetifizieren.
    ...traurig,dass es sowas gibt!
    Ich wünsche dir viel Erfolg,bloß nicht aufgeben-höchstens einen Ausweg suchen.

  • also in möglichst hoher Spielklassen zu spielen.

    offenbar anders gestartet ist, d.h. jetzt viele Kinder hat,


    überhaupt in Richtung NZL, oder deren dortiges Vorgehen zu denken, verbietet sich hier eigendlich


    der Verein will mit seine Jugendmannschaften in höhere Klassen kommen, für mich heisst das, dass sei derzeit noch in unteren
    Klassen spielen.


    Wenn ich die gringe Anzahl der jetztigen G-Spieler, die in die F hochrücken könnten betrachte, kann man wohl nicht von einem grösseren Verein ausgehen.


    Für mich ein typischer Breitensportverein, dessen Vorstand sich auf einer höheren Ebene schwebt.


    und wenn ein Breitensportverein im G-Jugendalter (und zur Zeit des Aussondieren sind sie noch G-Jugend, also höchstens 7 Jahre alt) dann widerspricht das jedem normalen Denken, nicht nur aus sozialen sondern auch aus sportlichen Gründen heraus.



    leider wird Schorch nicht allzuviele Mitstreiter finden, dafür würden die Eltern, deren Jungs bleiben dürfen, das auch noch für gut befinden.


    Welche Eltern fühlen sich nicht gepinselt wenn ihr Kind zu den Besseren erdacht ist und zu den Auserwählten gehört.


    Die Quitunng werden die meisten noch bekommen, vermutlich auch der Verein, und dann geht die Jammerei los.


    vorsichtshalber kann Schorch ja schon mal aufs Forum verweisen.

  • wer hinter den Veränderungen (z.B. Vorstandsmitglieder sind gleichzeitig Sponsoren) steckt

    Eben sie in ihren Interessen (wirtschaftliche Vorteile per Schleichwerbung u. Aufmerksamkeitsfänger, private Profilneurosen ua) sind vs den faktisch von ihren a-sozialen bzw. im Grunde für mich geisteskranken (wengleich heute zumeist als normal erachteten) Plänen betroffenen Opfern öffentlich zu outen: um endlich mehr Zweifel am Gemeinnützigen zu wecken! Es schreiben sich noch alle Vereine meist völlig unwidersprochen auf ihre Fahnen, obwohl die Praxis oft wie von Schorsch berichtet ist... Dies sollte sich verändern, zumindest, wo es Kinder in Alibifunktion per Förder-Lüge negativ betrifft: auch die als nützlich ausselektierten "Talente" verlieren uU ihre besten Freunde, mit denen ihnen ihr Spiel soviel Spaß bereitete: und 2 Jahre später sind dann auch sie Verlierer ihrer Lust auf Fußball, was jene meist ja alten Betonköpfe (selbst nicht mehr o. nie aktiv, sich über Andere:vorzugsweise die Kleinsten: wg deren Wehrlosigkeit wie der Erfolglosigkeit bei den eigenen Herrenteams) aber nie bedenken in ihren ichbezüglichen Plänen - oder? Schorsch: Nur bequem wegzulaufen gilt m.E. nicht, wäre "unsportlich" wie unsolidarisch....

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....