Führungsstil

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung
  • über Trainingsinhalte, Gestaltung, Planung gibt es unzählich Möglichkeiten sich zu informieren.
    die heutige Trainergeneration ist da auch wesentlich besser informiert und in der Trainingsgestaltung weiter als zu früheren Zeiten.
    eine sehr postive Entwicklung, auch wenn noch vieles zu verbessern ist.


    Seit Jahren und immer noch gibt es dagegen einen nicht unbedeutenden negativen Trend: der Umgang, besser gesagt das
    Verhältnis Trainer, Kinder und Eltern untereindander.


    Hier hapert es für mich eindeutig an der Aus- und Weiterbildung. verstärkt und ganz natürlich haben da gerade jüngere Trainer ihre Probleme.


    hier zu lesen: Rotation schwierig, da Spieler nur auf ihrer Lieblingsposition spielen wollen, Eltern, die Einfluss nehmen wollen auf Aufstellung, Positionen und Spielweise ihrer Kinder. wär im Forum blättert findet viele weitere Beispiele.


    Nun haben wir auf der einen Seite den Trainer, der autoritär reagiert, und nach der Ich bin Trainer, ich entscheide - Methode vorgeht,
    auf der anderen Seite den Trainer, der auf alle Bedürfnisse von Eltern und Spielern eingeht.


    Beides führt zwangsläufig zu Problemen, wird ja hier auch immer geschildert.


    Beide Seiten kenne ich auch aus meinen Anfahngsjahren.


    Irgendwann, und ich habe das ja schon öfters geschrieben, hatte ich diese Probleme nicht mehr, weder mit Eltern noch mit den Kids.
    Einzelfälle ja, die waren dann aber auch schnell aus der Welt.


    Ich habe einen Erziehungsstil gegenüber Kinder umgesetzt auf meine Traineraktivität, und bin damit verdammt gut gefahren.
    da ich es auch immer so gesehen habe, dass ich meine Elternschaft in Richtung Fussball erziehen muss, hab ich ihn auch dort
    angewendet.


    Ich spreche vom autoritativen Erziehungsstil


    ganz grob gesagt geht es darum, den Willen und Interesse der Kinder und Eltern zu berücksichtigen, ihnen viel Empathie
    rüberbringen,bei Kindern kann man auch sagen liebevoll sein, jedoch der Wunsch und die Vorstellungen des Trainers durch
    Argumente durchgesetzt werden, wozu natürlich dann Kontrolle und Konsequenzen eine grosse Rolle spielen.


    Mit dieser Methode habe ich die Kids und auch die Eltern hinter mich gebracht, wodurch ich in Ruhe trainerisch arbeiten konnte.


    Ich kann jedem nur dringendst empfehlen, sich hierüber mal etwas mehr kundig zu machen. Gerade im Kinderfussball sehe ich das genauso bedeutend, wie die richtige Trainingsgestaltung.


    etwas googlen unter autoritativer Erziehungsstil ergibt durchaus ein ausreichendes Grundwissen und erspart die Fachlektüre.


    dies ist kein Rat aufgrund theoretischer Basis , sondern praktischer Erfahrung aus der Vergangenheit.


  • Hi Guenter,


    ich denke, das ist ein wichtiger Bereich, der oft unterschätzt wird. Am wichtigsten sind für mich, wie du schon sagst, Empathie und Know-How.


    Ohne jetzt hier zu ausführlich zu werden, kann man sich auch mal über den Begriff "Reaktanz" informieren. Vor allem für den Umgang mit Kindern.
    Das Gespräch mit den Eltern ist natürlich ebenso wichtig, aber wird auch davon beeinflusst, wie die Kinder zuhause über das Training und den Trainer sprechen. Desweiteren spielt es hier eine Rolle, wie die Organisation wahrgenommen wird (klare Terminplanung, Pünktlichkeit, Disziplin).


    Alles in allem schwierig. Ich kenne Eltern, die ihr Kind abgemeldet haben, weil ihnen zu wenig "Ergebnisfußball" gespielt wurde! Was tut man in solchen Fällen...


    Ich halte es für wichtig, sich nicht großartig zu verstellen, aber sich über die Folgen seines Handelns im Klaren zu sein.

    "Fussball ist kein Menschenrecht, aber ein Grundnahrungsmittel." Marcel Reif

    Einmal editiert, zuletzt von Thomekz ()

  • lles in allem schwierig. Ich kenne Eltern, die ihr Kind abgemeldet haben, weil ihnen zu wenig "Ergebnisfußball" gespielt wurde! Was tut man in solchen Fällen...


    Thomekz


    natürlich hast du vollkommen recht wenn du erwähnst, dass da auch andere Dinge reinspielen, hängt einfach vieles zusammen.


    zu deiner obenen Farge, eine ganz einfache Antwort: Gehen lassen, auch wenns schwerfällt.


    ein wichtiger Bestandteil ist ja die Konsequenz. Da muss auch der Trainer bereit sein, dass die Konsequenz auch ihn treffen kann.


    Beispiel.


    Mutter kommt mit 5jährigenm zum G-Training. ich stelle mich vor, begrüsse liebevoll (wie man das soch macht) den Jungen und teile ihm mit, dass es mich freut, dass er zu uns kommt.
    bei mir gabs die Regelung, dass in den ersten Trainingsbesuchen ein Elternteil, oder auch grösserer Bruder beim Training dableiben müssen.


    Nach der Vorstellung fragte die Mutter" Wann ist denn Trainingsschluss?" 18:oo Uhr "O.K. ich komm ihn dann wieder abholen"
    Ich erjklärte dann der Mutter, dass sie dableiben muss, erklärte ihr aus dem Kindesintersse heraus, warum das sein muss.
    "Dafür habe ich keine Zeit, komm!" nam ihren sohn war weg und nimmermehr gesehen.


    Wenn ich als Trainer eine Richtung habe und will dich allgemeingültig umsetzten, dann muss ich als Trainer auch selbst die
    Konsequenz in kauf nehmen, dass einer sich verabschiedet, der sich mit dieser Richtung nicht identifizieren kann.


    Oder willst du jetzt, wie in deinem Fall, dein Vorgehen ändern, diesem einem Elternteil wegen seiner Einstellung nachgeben, nur damit das eine Kind bleibt? Wohl kaum.


    Ähnlich gelagerte Fälle gibt es aber, und der Trainer wundert sich irgendwann dass er nur eine Chaostruppe hat, bei Kinder und Elternschaft.

  • Ich weiß nicht inwieweit hier der Blick für dich auf eine NLZ Mannschaft interessant ist guenter. Ich denke das ich mit meinem/unserem Vorgehen hier in einem sehr KiFu geprägten Fußball - empörte Reaktionen ernten werde ;)


    Sofern das aber von Interesse ist, gebe ich hier gern ein bis zwei Sätze dazu ab - den ich habe in meinem ersten NLZ Jahr in diesem Bereich erhebliche Fehler gemacht und habe die Mannschaft und die Eltern wie eine Breitensporttruppe geführt - mit der dazugehörigen Bruchlandung ;)


    Grüße
    Zodiak

    „Erfolg ist ein Geschenk – eingepackt in harte Arbeit." (Ernst Ferstl)

  • Zodiak - mich würde deine Erfahrung interessieren (wie ich auch dann dein leider abgebrochenes Trainingstagebuch klasse fand).


    Generell gebe ich Günter recht. Es wird bei Trainerlehrgängen viel zu wenig auf den Umgang mit Eltern und die Mannschaftsführung allgemein eingegangen. Dabei lauern dort die größten Konflikte. Teamorganisation und -führung sollte mindestens 1/3 der Lehrgangszeit einnehmen.

  • Ich bin eigentlich ein Trainertyp der sehr nah an der Mannschaft ist - was sicher auch durch mein junges Alter kommt - erstaunlicher Weise hat das bei meinem Herrenteam (ich war 25 - kein Spielertrainer bei Übernahme) besser funktioniert als bei den Jugendteams - alles bezogen auf den Bereich außerhalb des Nachwuchsleistungszentrums.
    In meinem ersten Jahr als U16 Trainer habe ich eben auch diesen Stil gepflegt - dabei bin ich nett, freundlich fair und habe immer ein offenes Ohr - aber und das war ein Unterschied - ich habe sehr leistungsorientiert aufgestellt, gewechselt aber vor allem gecoacht. Ich habe dabei eine sehr offene, direkte - ehrliche Kommunikation mit Spielern und Eltern betrieben. Ich habe mich dabei zu sehr auf Diskussionen eingelassen und wurde schlussendlich gandenlos manipuliert - als ich das gemerkt habe war es schon zu spät den durch meine eingängliche Kompromissbereitschaft habe ich falsche Entscheidungen getroffen - beispielsweise habe ich einen Spieler der es definitiv verdient hatte nicht aus dem NLZ geworfen. Er war aber der Unruheherd im gesamten Team und hat das Mannschaftsgefüge zerstört und meine Arbeit immer weiter untergraben - seine Eltern haben das nötige dazu beigetragen. Auch habe ich zu viel mit den Eltern kommuniziert, nach dem Training, beim Spiel bzw. danach und dadurch meine Sicht trüben lassen.


    Das also zu dem wie ich es versucht habe und kläglich gescheitert bin. Jetzt agiere ich relativ strikt und klar. Jetzt gibt es sehr strenge klare Regeln und davon auch keine Ausnahmen. Die Kommunikation beschränkt sich auf 3 Ampelgespräche die wir im Trainerteam mit Eltern und Spieler führen. Nach dem Training werden allgemeine Organisatorische Themen natürlich besprochen aber weder Leistung noch Engagement werden eingeordnet und bewertet. Am Spieltag selbst wird zu keiner Zeit mit den Eltern kommuniziert - abgesehen der üblichen Höfflchkeitsfloskeln bei Begrüßung und Verabschiedung.


    Dazu kommen pro Spielzeit 4 Elternabende in denen generelle Informationen verteilt werden.


    Gemecker und Gejammer über Aufstellung, Einsatzzeiten etc. werden abgesehen von den Ampelgesprächen nicht mehr thematisiert und gänzlich geblockt. Gespräche werden protokolliert und nur noch im Team geführt.


    Auch gibt es keine großen "Entscheidungsmöglichkeiten" für die Eltern. Das was ich/wir sagen wird exakt so und ohne Abweichung umgesetzt - wem das nicht passt, der spielt nicht bzw. kann sein Kind am Saisonende zu einem neuen Verein bringen. Abmeldungen wegen Schule/Lernen akzeptiere ich bedingt - soll heißen, wer absagt weil er lernen muss kann am Wochenende nicht spielen - egal bei welchem Spieler - auch wenn die Schule vorrang hat ist die Bewertung sehr einfach - ich habe einen 20 Mann Kader im Großfeld - ein Spieler fehlt eine von drei oder vier einheiten und min. 16 Spieler sind bei allen Einheiten anwesend - es wäre also unfair gegenüber den Spieler, die immer da waren, jemanden einzusetzen der weniger trainiert hat. Fehlt ein Spieler im Abschlusstraining wird er generell nicht für den Kader berücksichtigt - alles sehr streng - aber die Eltern akzeptieren es - oder verlassen den Verein. Eine klare Linie ist schwer einzuführen erleichtert die Arbeit auf Dauer ungemein - gerade wenn sich diese gerade, faire Linie rumspricht - den egal ob Stammtorwart, Kapitän oder Ersatzspieler diese Regeln gelten für alle gleichermaßen.


    Grüße
    Zodiak

    „Erfolg ist ein Geschenk – eingepackt in harte Arbeit." (Ernst Ferstl)

  • Zodiak


    dein Beitrag hier passt wie die Faust aufs Auge.


    mein beschriebener Führungsstil hat in deinem Bereich wenig zu suchen, so wie deiner im Breitensport-Kinderfussball kaum durchführbar sein wird.


    an diesen beiden unterschiedlichen Beispielen wird nämlich serh deutlich, dass wir einmal wissen von welchem Bereich wir hier reden bei den einzelnen Beiträgen und noch bedeutungsvoller für den jeweiligen Trainer zu erkennen, wo er sich bewegt.


    es ist ein Unterschied ob der Trainer sich im Kinderfussball bewegt, in B oder A-Breitensport und noch gravierender bei einem Leistungsverein oder gar bei einem NZL. mit einem für alle verbindlichen Kodex.


    Ich habe nicht immer den Eindruck, dass jedem Trainer bewusst ist welchen Verein bzw. Mannschaft er vor sich hat.


    Erstrebenswertes wie euer Vorgehen kann man einfach nicht überall durchsetzen, einige glauben jedoch auch bei einem Dorfverein so vorgehen zu könen. Ist zumindest mein Eindruck und Vermutung, und wundern sich dann über die Resonanz.


    Deshalb gut, dass hier 2 total konträre Vorgehensweise geschildert wurden:


    Deine in einem Leistungsverein bei Jugendlichen


    Ich im Kinderfussfall bei einem Dorfverein


    würde das als erfolgreichen Kombinationsfussbal bezeichnen, wer jetzt Passgeber und wer Torschütze ist, lassen wir mal offen. :D

  • Ich war früher im Sturm und immer der Beste Verteidiger des Gegners ... daher wird das wirklich schwer zu definieren ;)

    „Erfolg ist ein Geschenk – eingepackt in harte Arbeit." (Ernst Ferstl)

  • Zodiak


    wenn du schon früher redest.


    da hätte ich keinen Kombinationspartner gebraucht, wir waren doch früher eh viel besser wie heute.


    da hab ich die Flanke präszise geschlagen, in die Sturmmitte gelaufen und dann die eigene Flanke reingeköpft.
    Kriegen die doch heute gar nicht mehr hin, obwohl ichs im Training mit den Jungs doch so oft trainiert habe :love:

  • da hab ich die Flanke präszise geschlagen, in die Sturmmitte gelaufen und dann die eigene Flanke reingeköpft.
    Kriegen die doch heute gar nicht mehr hin, obwohl ichs im Training mit den Jungs doch so oft trainiert habe :love:

    du wirst lachen - beim großen FC Bayern habe ich eine ähnliche Übung allen ernstens mal gesehen nur das es keine Flanke sondern eher ein Befreiungsschlag war ... der Trainer der damaligen U16 hatte sogar einen sehr bekannten Namen ...


    ... nein das ist kein Witz ...

    „Erfolg ist ein Geschenk – eingepackt in harte Arbeit." (Ernst Ferstl)

  • Ich finde man sollte den Führungstil wählen, der selbst zu einem passt. Alles andere wirkt albern und nicht authentisch.


    Meiner Meinung nach gibt es nicht DEN richtigen Führungsstil, bei dem man dann auch bleiben MUSS. Es wird Situationen geben, wo hartes durchgreifen von nöten ist, Situationen wo man mit allen zusammen einen Witz macht und sie frägt welches Spiel wir zum Schluss spielen wollen, oder auch Situationen wo man auch mal wegschauen kann, weil ein eingreifen nicht nötig ist, da es sich von selber regelt.
    Es ist von Team zu Team unterschiedlich. Man sollte sich aber mal mit jeder Facette der Führungsstile befasst haben um zu wissen, welche zu einem passt.



    Ich persönlich halte NICHTS vom "Kumpelhaften - ich bin der Freund der Kinder" Typ - Meisst bei Jüngeren Trainern zu sehen, sie haben oft angst durch durchgreifen nichtmehr "beliebt" zu sein.
    Ich halte auch nichts von Autokraten Führungsstil wo des Trainers Wort oberstes Gesetz ist und jedlicher wiederspruch oder wiederholt falscher Ausführung der Übung zu kollektivstrafen führt (oft im leistungsbereich zu beobachten).


    Ansonsten wie schon oben geschrieben, die Mischung machts und vor allem Authentisch dabei bleiben! Sei nicht irgendwer der du nicht bist. 8)

    Versuche im jeden Training 1 Spieler gezielt besser zu machen und du hast in einem Jahr/einer saison, VIEL geschafft!

  • Ich finde man sollte den Führungstil wählen, der selbst zu einem passt. Alles andere wirkt albern und nicht authentisch.

    Man sollte sich aber mal mit jeder Facette der Führungsstile befasst haben um zu wissen, welche zu einem passt.

    !!!!!!!!!!!!!!!!


    aber so was von richtig, dass ein Kommentar dazu überflüssig. lediglich zu ergänzen, dass er auch zur jeweiligen Mannschaft
    passen sollte.

  • Der Führungsstil hat sich ja inzwischen wirklich zu einem sehr heiß diskutierten Thema gemacht. Wenn ich mal an meine alten Trainer zurückdenke, was auch nicht lange her ist, die waren alle komplett autoritär. Keine Widerrede, kein Meckern, sonst Liegestützen oder Ausschluss. Inzwischen hat sich da viel getan, was wohl auch daran liegt, dass die Trainer immer jünger werden (habe ich so zumindest das Gefühl).


    Ich glaube allerdings, dass es kein richtig oder falsch gibt, was den Führungsstil angeht. Man muss sich nur ein paar Fragen stellen. Dazu zählen für mich Leistungsstand, Erwartungshaltung, Alter der Spieler/innen, Geschlecht der Mannschaft, das eigene Bild, das Auftreten, das eigene Alter... Eben das insgesamte Bild der Mannschaft, des Trainers, des Vereins und vielleicht auch noch der Eltern. Wenn ein Trainer da nicht die richtige Mischung findet, fliegt er schnell auf die Schnauze.


    Allerdings und da würde ich Christof1984 widersprechen, ist es nicht situationsabhängig. Ich ziehe meine Linie durch, immer und überall. Das was du beschreibst, ist ja wieder ein Führungsstil.


    Bei Zodiak ist die Wahl wohl nur schweren Willens gefallen auf den autoritären Stil. Das soll beim besten Willen keine Kritik sein, aber ich glaube, dass es auch anders geht. Allerdings bin ich auch kein NLZ-Trainer. ;)


    Bei mir selbst ist es allerdings gar nicht so weit weg von Zodiak, obwohl wir durchaus im Breitensport unterwegs sind (noch). Ich blocke die Eltern komplett ab, da gibt es nur den nötigen Informationsfluss. Es gibt keine Gespräche, keine Beurteilungen, nichts verlässt die Mannschaft über mich. Anders ist es bei den Spielerinnen. Die Autorität liegt ganz klar bei mir, ich bestimme und gehe voraus. Allerdings ist dafür die Voraussetzung, dass ich alles, was ich fordere selbst umsetze. Ich höre allerdings auf jeden, probiere viel aus, was gewünscht oder vorgeschlagen wird.


    Ganz wichtig sind mir Einzelgespräche. Keine zwanghaften, sondern vor/nach dem Training. Vielleicht auf dem Weg zum Spiel im Auto, vielleicht beim Bälle aufpumpen. Immer mal wieder reinhören, bei jeder/m allerdings. Auch ein bisschen zwischen den Zeilen lesen. Ebenso wichtig finde ich es, die Gespräche innerhalb der Mannschaft zu hören. Das ist als Trainer schwer, wenn man aufpasst, bekommt man es allerdings mit und kann so vielem vorbeugen oder noch rechtzeitig reagieren.


    Geht man diesen Weg, habe ich festgestellt, werden die Eltern "miterzogen." Die Mädels machen selbst zu Hause Druck, sie wollen ins Training gehen und nicht der Familie zum Essen. Sie wollen pünktlich sein und meckern eben solange, bis die Eltern auch pünktlich losfahren.


    Das Ganze nennt sich dann im DFB-Jargon Kooperativ-Leistungsorientiert denke ich. Natürlich mit kleinen Anpassungen und in meinem Fall mit leichter Tendenz zum autoritäten-erfolgsorientierten Stil. Ist wohl auch nahe dran an deinem Prinzip, guenter. Auch wenn ich solche Einteilungen in Kategorien immer eher meiden würde, am besten ist es wohl, wenn man überall sammelt und das beste behält.

  • Das gleiche ist bei meinem Nebentrainer und Mir zu sehen ( Und ja, Nebentrainer nicht Co-Trainer ... wir kennen uns seit der C-Jugend und waren uns die letzten 2 Jahre immer einig. Jetzt werden wir uns auch trennen aber aus zeitlichen Gründen und nicht aufgrund der Gleichstellung der Trainer )
    Mein Nebentrainer pflegt ein eher distanziertes Verhalten zu Spielern und Kindern.
    Ich hingegen Christian,bin der Freund der Kinder.
    Wieso nicht ein wenig mehr autoritär? Ich bin der Meinung,dass die Kinder sich nur entwickeln können wenn sie sich wohl fühlen,keine Angst haben Sachen auszuprobieren.
    Mit Sachen meine ich Trainingsinhalte (also beim Training einen Trick oder sonst etwas) aber auch mal zu meckern, sie dürfen sich beschweren,dürfen ihre eigene Meinung haben und diese auch verbreiten.
    Später in der Schule und Beruf ist es wichtig,dass sie ihre eigene Meinung haben und diese auch vertreten können - haben sie schon im Kindesalter schlechte Erfahrungen gemacht,werden sie es wahrscheinlich nicht können.
    Ein Beispiel -eins meiner Kind wird nächstes Jahr in die E1 gehen und war gestern und heute schon auf einem Tunier der E1, gestern bin ich just 4 fun hingefahren und der Junge nach dem Tunier :
    "Bist du morgen auch dabei?" - "Ich weiß es noch nicht-möchtest du das denn" - "JA AUF JEDEN FALL, du bist nächste Saison ja leider nicht mehr mein Trainer,aber ich will soviel Zeit mit dir wie möglich verbringen-wenn du dabei bist fühle ich mich auch sicherer als ohne dich"
    ... und natürlich fahre ich jetzt gleich zu dem Tunier!
    Auch gestern spielte ich mit den Kids fangen,oder hielt den Ball hoch wenn wir mal ne längere Pause hatten. Bei mir sollen die Kinder schlicht und einfach Spaß haben.
    Auch die Eltern bei uns, sprechen zunächst immer mit mir, weil ich näher an ihnen dran bin. Natürlich dürfen die Eltern nicht soviel wie die Kinder, wenn mir einer etwas vorschreiben will (Mein Junge ist da besser/wieso spielt er denn nicht E1 ?? ) begründe ich die Entscheidung die Ich und die anderen Trainer getroffen haben .Seit der C-Lizenz ( Ich war vor dem Prüfungswochenende der gleiche Trainer,nur nicht für die Eltern) wird meine Meinung auch aktzeptiert aber ich versuche natürlich dem Wunsch der Eltern nach zu gehen.
    Ich bin der Meinung, als Trainer im Kinderbereich ist man viel mehr Pädagoge und Betreuer als Trainer, auch für die Eltern.
    Ich schaffte es einen Jungen , der mit dem Fußball aufhören wollte wieder den Spaß am Fußball zurück zu geben. Er hat das Problem,dass er der "jüngere" von Zwilligen ist,und sein Bruder ehrlich gesagt immer der bessere ist-sei es Schule oder Fußball. Und hier, hatte ich das einzige Mal eine feste Position, er war meine linke seite. Ich hab ihm das vertrauen gegeben,dass er da spielen kann, das er da der Beste aus der Mannschaft ist. Und irgendwann begann ich dann bei ihm auch zu rotieren, was er aber gar nicht gemerkt hat hehe. Ich habe also Pädagogik vor Training gestellt.
    Auch die zwei Jungen sind es,die sehr fixiert auf mich sind. Die Eltern leben getrennt und der Vater ist der größte Ar*** den ich je gesehen hab, also habe ich zwei Kinder hier,für die Ich ein kleiner Vaterersatz bin, die zu mir kommen und fragen ob sie mir ihren neuen Trick zeigen können.
    Ich glaube man merkt auch ,dass ich authentisch bin-das ist meine Art auch wenn viele sagen würden,dass meine emotionale Bindung zu groß ist,das bin Ich,so trainiere ICH Kinder, bei einer anderen Altersgruppe mag es anders aussehen


    Bei meiner neuen position als Koordinator des Kinderbereiches kann ich nicht der Freund sein,hier muss ich objektiv entscheiden können - dies werde ich trennen müssen,bin gespannt ob ich das schaffe :thumbup:


    Anmerkung : Bei uns am Stützpunkt werden die Trainer gesietzt (huch,schreibt man das so ?( ) ... beim Hopsitieren fragte der Trainer mich wieso sie das wohl so machen-ich dachte zunächst aufgrund der Disziplin,dem ist aber nicht so. "Ich bin hier um Talente zu selektieren und muss einem Spieler auch mal sagen,dass es nicht mehr reicht ,ich schütze die Kinder und mich dadurch- ich baue keine große emotionale Bindung zu den Spielern auf" - für mich schlüssig.

  • Anmerkung : Bei uns am Stützpunkt werden die Trainer gesietzt (huch,schreibt man das so ?( ) ... beim Hopsitieren fragte der Trainer mich wieso sie das wohl so machen-ich dachte zunächst aufgrund der Disziplin,dem ist aber nicht so. "Ich bin hier um Talente zu selektieren und muss einem Spieler auch mal sagen,dass es nicht mehr reicht ,ich schütze die Kinder und mich dadurch- ich baue keine große emotionale Bindung zu den Spielern auf" - für mich schlüssig.

    Exakt so ist es eben im NLZ Bereich auch - im ersten Jahr habe ich mich duzen lassen - jetzt ist es wie bei allen anderen Trainern auch ein "Sie". Die Kinder fühlen sich trotz autoritärem Führungsstil wohl und können sich entwickeln, denn es wird niemand angeschrienm, niedergemacht oder in seiner kreativen Freiheit eingeschränkt - hier geht es nur um den Rahmen den wir den Kindern bieten und der ist klar abgesteckt. Den sportlichen Bereich betrifft das nicht im geringsten. Das Training ist ebenso spaßig wie lehr- und abwechslungsreich für die Kinder - nur das Coaching ist bei Fehlern im Vergleich zu meinen Breitensporterfahrungen detailierter - was aber durchaus auch nur mit einem "mehr" an Erfahrung zu tun hat.


    Grüße
    Zodiak

    „Erfolg ist ein Geschenk – eingepackt in harte Arbeit." (Ernst Ferstl)

  • Hallo,


    ich habe jetzt vier Jahre Breitensport Kinderfussball (Bambini bis F) hinter mir. Sie waren wechselhaft. Am Anfang war ich sehr auf Gleichberechtigung, Diplomatie und Kuschelatmosphäre bedacht. Irgendwann nach ca. 2 Jahren kam der große Knall. Das Gerede und die Einflußnahme waren nicht mehr zu ertragen.


    Ich habe eine Distanz (vor allem zu den Eltern) aufgebaut. Jetzt - nach weiteren zwei Jahre - denke ich, dass da in dem einen oder anderen Fall zu viel Distanz war. Einige Eltern haben den Kontakt fast völlig abgebrochen und sind nur noch zu den Elternabenden erschienen. Ihre Kinder haben sich nach meiner Einschätzung am schlechtesten entwickelt. Zum einen, weil die Eltern nicht mehr hinter dem Trainer standen (und es die Kinder irgendwie auch mitbekommen), zum anderen weil man über den regelmäßigen Elternaustausch einen besseren Zugang/Einfluß auf die Kinder hat (Erwartungen, Schwierigkeiten, Potentiale, etc.).


    Also komme ich zu dem Schluß, dass die Distanz zu Lasten der Kinder gegangen ist. Das ist schade und kann nicht in meinem Sinne sein. Trotzdem denke ich, dass der zweite Weg generell der richtige ist. Der Trainer/Verein bestimmt den Weg und die Regeln. Wer nicht mitgeht, soll woanders schauen. Konsequenz ist unabdingbar. Wichtig ist aber eine regelmäßige Kommunikation. Da muss man als Trainer auch mal über seinen Schatten springen und den ersten Schritt machen. Niedrige Instinkte wie Sturrköpfigkeit, falscher Stolz und Trotz sind nicht zielführend...


    Gruß, Christoph

    C 1 Viktoria Buchholz


    Auf jede Mannschaft, die in Schönheit stirbt, kommen hundert, die in Hässlichkeit sterben – kein Grund also, sich auf Hässlichkeit zu fokussieren.
    Martin Rafelt

  • gute Beiträge mit bemerkenswerten Sätzen

    Ich bin der Meinung, als Trainer im Kinderbereich ist man viel mehr Pädagoge und Betreuer als Trainer, auch für die Eltern.

    ohne Kommentar

    Ich glaube man merkt auch ,dass ich authentisch bin-das ist meine Art auch

    alles andere macht keinen Sinn

    das bin Ich,so trainiere ICH Kinder, bei einer anderen Altersgruppe mag es anders aussehen

    absolute Zustimmung, da Ausrichtung auch nach der Zielgruppe entscheidend ist


    jetzt ist es wie bei allen anderen Trainern auch ein "Sie".

    hängt aber auch von der Altersstufe ab, das Du oder Sie sagt wenig über den Umgang miteinander aus.

    Der Trainer/Verein bestimmt den Weg und die Regeln. Wer nicht mitgeht, soll woanders schauen. Konsequenz ist unabdingbar. Wichtig ist aber eine regelmäßige Kommunikation. Da muss man als Trainer auch mal über seinen Schatten springen und den ersten Schritt machen.

    wer sich diesen Satz nicht merken kann, sollte ihn auswendig lernen, ich unterstreiche da jedes einzelne Wort.
    wer so vorgeht hat eindeutig weniger Probleme




    Die Diskussion hier nimmt einen besseren Verlauf als ich mir bei der Eröffnung erhofft habe. sehr sachlich geführt zeigt sie auf dass unterchiedliche Führungsstile zum Erfolg führen kennen, abhängig von der eigenen Person und der jeweiligen Zielgruppe.
    Jeder muss seinen eigenen Weg finden, wobei aber bestimmte Eckpunkte , wie aus allen Beiträgen hervorgeht, unbedingt zu beachten sind.

  • Naja guenter - es ist in einer U13 Leistungsmannschaft eben doch angebracht zu "Siezen" auch aus dem Eigenschutz, den das Kinder den Verein aus Leistungsgründen verlassen müssen macht eine persönliche Beziehung ungleich schwierieger.


    Lehrer werden auch in jedem Alter gesiezt weil es Respektspersonen sind, als Trainer die das Fußballspielen "lehren" sind wir das also auch. Wir können aber eine wesentlich lockere Art an den Tag legen - den Kindern ist es bekannt, dass man in der Regel bei uns ab U13 aufwärts die Trainer siezt. Ebenso die Trainer aller anderen Mannschaften.


    Und wenn die Jungs "Sie" sagen ist mein persönlicher Eindruck das Worte wie "Danke" und "Bitte" deutlich häufiger im Satz vorkommen und nicht "eingefordert" werden müssen.


    Und wie Thomas Tuchel in seinem Rulebreaker Video sagt - ich möchte nicht der Kritiker sondern der Helfer/Unterstützer meine Spieler sein - auch im Bereich der sozialen Erziehung die mir obliegt sehe ich das so.


    Grüße
    Zodiak

    „Erfolg ist ein Geschenk – eingepackt in harte Arbeit." (Ernst Ferstl)