Mit 6 Jahren schon in eine U7 Mannschaft (NLZ) wechseln?

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  • Kann schon sein, dass der Ausdruck "Ausschuss" bei euch normal ist.
    Bei uns aber käme es niemanden in den Sinn, Spieler die sich zum grössten Teil SELBER zu Gunsten einer guten, beruflichen Ausbildung entschieden haben auf Leistungssport zu verzichten, als "Ausschuss" zu bezeichnen.
    Sollten das ein rein kulturell/sprachlich bedingter Unterschiede sein, würde ich mich gern für meinen "Ausraster" entschuldigen.


    Was ich hier als Ausschuss bezeichne sind nicht die Spieler die sich nach langen Jahren im Sport selbst für einen anderen Weg entscheiden. Sondern hier rede ich von Jugendlichen in sensiblen Phasen und Kindern, denen man die Tür im Leistungsverein vor der Nase zu knallt, weil Leistung oder Entwicklung dem Trainer nicht angemessen erscheint.


    Grüße
    Zodiak

    „Erfolg ist ein Geschenk – eingepackt in harte Arbeit." (Ernst Ferstl)

  • Es ist eine unbestrittene Tatsache, das leistungsbezogene Vereine auch unterhalb der NLZs hier im Münchner Raum massiv Spieler an- und abwerben,


    Das ist leider tatsächlich ein trauriges Faktum welches ich aus eigenen Spielen bestätigen kann. Und dabei hat es nicht mal viel gebracht - im Gegenteil.
    Zum Glück wurden mittlerweile auch diesbezügliche Verantwortliche ausgewechselt. Somit werden die kommenden Turniere zeigen ob den Wollen und Versprechen auch Taten folgen werden. Was mich im süddeutschen Raum vor allem wundert ist die Tatsache dass es hier ein relativ dichtes Netz hochqualifizierter Vereine gibt die nach meinem Empfinden ebenbürtig ausbilden. Warum hier trotzdem Kids von einem zum anderen Verein weitergereicht werden ist und bleibt mir ein Rätsel - oder vielleicht ist ja gerade die Nähe des nächsten und auch noch übernächsten Vereins der Grund dafür.
    Aber wie gesagt: ich würde mal behaupten - aus meiner Perspektive, resp. an Hand der Turniere welche wir in Deutschland besuchen - ein lokal "bayrisches" Phänomen.

  • laika wendet sich anuns uns mit einer Frage, was schliessen lässt, dass er sich im betreffenden Metier wenig auskennt.


    es entwickelt sich eine Diskussion mit unterschiedlichen Sichtweisen.


    geht es nun darum, wer recht hat? Für mich nicht.


    Darum sehe ich diese Diskussion hier als sehr nutzbringend für laika. hat jetzt viele Sichtweisen, viele Verhältnisse, die vor Ort auftreten können, jedoch auch nicht müssen, hat die positive und negative Darstellungen gelesen, kennt jetzt Gefahren und auch Chancen, die auftreten können.


    Fazit: Hat jetzt mehr Einblicke als zuvor, kann sich in etwa ein Bild machen, kann entscheiden ob Risiken oder Chancen für sein Kind wichtiger sind, und jetzt muss das Elternhaus abwägen und entscheiden, und zwar es ganz allein.


    was bei mir jedoch auf vollkommenen Widerstand stösst, ist das was FB u.a. auflistet, mitentscheidend sein soll, was der Junge mit 6 Jahren will. der kann nämlich absolut nicht die Tragweite seines Willens abschätzen, und wird immer das wollen, wovon er ausgeht, dass es der Wunsch der Eltern ist, die meist gar nicht verbal ausgedrückt, sondern als heimliche Botschaft beim Kind ankommen.


    Wer hier nicht für sein Kind die Entscheidung trifft, sondern sich nach den Wünschen des 6jährigen richtet, handelt als Eltern verantwortungslos.

  • Was ich hier als Ausschuss bezeichne sind nicht die Spieler die sich nach langen Jahren im Sport selbst für einen anderen Weg entscheiden. Sondern hier rede ich von Jugendlichen in sensiblen Phasen und Kindern, denen man die Tür im Leistungsverein vor der Nase zu knallt, weil Leistung oder Entwicklung dem Trainer nicht angemessen erscheint.


    Hmm, dann habe ich dich in dem Fall schon richtig verstanden.
    Ich denke man muss mit solchen Worten vorsichtig sein. Wenn man diese Spieler als "Ausschuss" bezeichnet muss man sich nicht wundern, wenn sie sich dann auch als "Ausschuss" fühlen.
    Der Abgang per se ist ja nicht weiter schlimm - WENN man ihnen die Zeit beim Labelverein eben auch richtig "verkauft".
    Bei uns z.B. steht in der gemeinsam unterschriebenen Ausbildungsvereinbarung klipp und klar dass sich unser Verein dazu verpflichtet dem Spieler ein nach bestem Wissen und Gewissen INDIVIDUELL optimales und ganzheitliches Training und Spielzeit zu bieten ohne aber eine Verpflichtung bezüglich Weiterausbildung einzugehen. Im Prinzip unterschreiben Eltern und Spieler ihre Akzeptanz dass sie für genau die vereinbarten zwei Jahre eine tolle Ausbildung erhalten und alles weitere nicht mal in den Sternen steht.
    Wenn "Vereine" da was falsches versprechen, dann sind es - meine Erfahrung - nicht die Vereine sondern überambitionierte Trainer welche ihre Resultate (und das schleckt keine Gais weg, dass bezahlte Trainer AUCH an den Resultaten gemessen werden) mit entsprechenden Zugängen aufmotzen wollen.
    Bei uns wird solches Gebaren verhindert, indem wir
    a) die maximale Anzahl Spieler pro Mannschaft und Jahrgang limitieren
    b) Spieler nur in absoluten Ausnahmefällen vor der U12 wieder abgeben
    c) Einzig und allein der Chef Kinderfussball in Absprache mit den Partnervereinen Mannschaften ergänzen kann.
    Das liegt alles für alle 100% transparent auf und schafft so von der U8 bis zur U12 absolute Ruhe in der man sich wirklich auf eine umfassende Grund-Ausbildung konzentrieren kann, bei der es nicht primär um Resultate geht, sondern darum, das Ausbildungskonzept im geforderten Zeitrahmen in der maximal möglichen Qualität und unter Berücksichtigung der individuellen Fähigkeiten optimal umzusetzen (und laufend an die neusten Erkenntnisse und Erfordernisse anzupassen).


    P.S.
    Ich wüsste nicht wo ich dich als "inkompetent" bezeichnet hätte. Sollte es so rübergekommen sein, tut mir das leid.
    Bei UWE ist das was anderes ;)


  • Nachdem ich Kinder und Mannschaften vergewaltige - spiele ich das Gedankenspiel einen Schritt weiter. Du magst recht haben - aber ein "krasser" Umstand benötigt auch ein "krasses" Wort. Bei mir persönlich fällt nämlich kein "Ausschuss" an - natürlich verlassen Spieler mangels Leistung auch meine Teams - die Art wie ich dieses Thema angehe ist jedoch behutsamer und nicht mit dem Hammer vor vollendete Tatsachen zu stellen. Ich bezweifle das ich es immer richtig und gut gemacht habe - es gab und gibt und wir immer Kritiker an der eigenen Arbeit geben.
    Was du schreibst hört sich in der Theorie gut an - wird sich hier auch auf die Fahne geschrieben - die Praxis - also "auf dem Platz" wo es sich dann sprichwörtlich ja entscheidet, ist das nach meinen Beobachtungen selten bis gar nicht der Fall - und diesen Eindruck habe ich ganz am Anfang der Diskussion (irgendwo auf Seite 1 oder 2) geschildert.


    Grüße
    Zodiak

    „Erfolg ist ein Geschenk – eingepackt in harte Arbeit." (Ernst Ferstl)

  • was bei mir jedoch auf vollkommenen Widerstand stösst, ist das was FB u.a. auflistet, mitentscheidend sein soll, was der Junge mit 6 Jahren will. der kann nämlich absolut nicht die Tragweite seines Willens abschätzen, und wird immer das wollen, wovon er ausgeht, dass es der Wunsch der Eltern ist, die meist gar nicht verbal ausgedrückt, sondern als heimliche Botschaft beim Kind ankommen.


    Wenn das ein Junge nicht kann, dann wäre er bei uns definitiv auch kein U7 Kandidat.
    Bei uns führt z.B. der Chef Kinderfussball zusammen mit dem Trainer ein mindestens 30 minütiges Interview mit Kind und einem Elternteil. Diese reden primär mit dem Kind nach einem ausgearbeiteten Leitfaden (Vergleichbarkeit, Qualitätssicherung). Wenn da der Elternteil meint, er müsse permanent für das Kind antworten, bist du weg. Wenn das Kind nicht fähig sein sollte, selber einen differenzierten Satz zu sagen, bist du weg. Wenn das Kind selber nicht sagen kann, was es gern hat, was es glaubt bei uns erleben zu wollen, etc. bist du weg.
    Wir wollen keine technisch frühgeförderten Primaballerinas, sondern sozialkompetente, mental fitte, selbstbewusste und selbstkritische "Persönlichkeiten" von denen wir glauben dass sie überdurchschnittlich aufnahme- und umsetzungsfähig sind, egal wo sie im Moment rein technisch stehen.


    Klar, ein Knirps kann die TRAGWEITE seines Willens nicht abschätzen. Aber er kann einen Willen haben und diesen auch klar kommunizieren. Genauso klar kann ein Knirps schildern was er gerade so macht und machen will um noch "besser" zu werden. Bei uns kannst du einen Reporter in die U8 schicken und jeder unserer Knirpse wird dem Antworten geben dass es eine Freude ist. SOLCHE Kids brauchen wir. Solche die einfach "NUR" gut mit den Ball können gibt es Tausende.
    Darum - sollten rein nur die TECHNISCHEN Fähigkeiten ausschlaggebend für die Aufnahme sein, wäre ich persönlich, sehr, sehr skeptisch - weil dann gebe ich Zodiak 100% recht: DANN kannst du dich vermutlich drauf verlassen, dass der Kleine innert 1-2 Jahren wieder aussortiert sein wird.

  • Was du schreibst hört sich in der Theorie gut an - wird sich hier auch auf die Fahne geschrieben - die Praxis - also "auf dem Platz" wo es sich dann sprichwörtlich ja entscheidet, ist das nach meinen Beobachtungen selten bis gar nicht der Fall - und diesen Eindruck habe ich ganz am Anfang der Diskussion (irgendwo auf Seite 1 oder 2) geschildert.


    Bei uns kam der "Durchbruch" mit dem umfassenden Ausbildungskonzept in welchem auch festgehalten wird, dass "Personalentscheide" und SAEMTLICHE diebezügliche Kommunikation mit Spieler und Eltern alleinige Sache des speziell hierfür geschulten Chef Kinderfussballs ist.
    Vor ein paar Jahren noch war das Sache der einzelnen Trainer mit dem ganzen Spektrum entsprechender Probleme.

  • Tip an die Eltern:
    Sich unbedingt Ausbildungskonzept, Codizes, Hausordnung etc. zeigen und erklären lassen. Fehlen sie, Finger weg ! Wird ein Geheimnis darum gemacht, Finger weg ! (einzig ausgehändigt werden sie in der Regel nicht).
    Aufschlussreich sind auch Beurteilungsbögen, resp. die Form mit welcher der Spieler nach einem Jahr beurteilt wird.
    Klar muss man da etwas Feingefühl entiwicklen und nicht gleich auf jedem Detail rumreiten. Aber ein diesbezügliches Bauchgefühl ist - meine Meinung - oft besser als jegliche Versprechungen und pokaliges BlingBling in der Schmuckbude des Leistungszentrums.

  • Erausbilsung@Gustl
    Fast immer werden die Themen hier sachlich diskutiert, damit Jeder viel fuer sich mitnehmen kann.


    Hier wird jedoch ein typisches Abwerbeargument "Wir sind besser als der Heimatverein" in den Raum gestellt. Das. Stimmt aber gar nicht immer und ganz gewiss ist es fuer einen 6-JAEHRIGEN noch kein geegnetes Wechselalter.


    Vielleicht fehlt es auch FB an Vergleichsmoeglichkeiten, weshalb er den Quatsch , den er da erzaehlt, selber glaubt.? In jedem Fall zeigt es, das wir mit der Aufklaerungsarbeit nicht nachlassen duerfen.


    Eine Antwort ueber seine Trainerausbildung ist er uns ja auch noch schuldig.

  • @FB


    ich gebe hier meine Meinung kund, ohne den Anspruch auf Allgemeingültigkeit zu haben, oder Überzeugungswillen zu haben.


    dasselbe sehe ich auch so bei jedem anderen.


    deinen l Beitrag 105 kann ich aber so nicht als Meinung stehenlassen, sondern als gefährliches Unterfangen.


    aufgrund dieser Aussage würde ich dir keinen 6jährigen meiner Kinder, oder der uns im Haus anvertrauten in die Hände geben.


    einen 6jährigen einem 30 minütigen Interview unterziehen, mit einem angeblichen Leitfaden? da hakst bei mir aus.


    habt ihr einen speziell ausgebildeten Kinderpsychologen im Verein? wohl kaum.


    Fragen, die eine Auslese treffen, welche Kinder für euren Verein gut sind.


    ob da auch die entsprechenden Fragen zum Wohle des Kindes drin sind, die aber dann wohl eher an die Eltern zu stellen wären? , die aber nicht im Interesse des Vereines sind.?


    fussballerisch mag ich möglicherweise minderbemittel sein, mag das selbst nicht beurteilen, aber was Kinder betrifft bin ich dir garantiert ein gutes Stück im voraus, und das mit notwendigem Hintergrundwissen und praktischer Erfahrung.

  • Ach Guenter, unser FB ist scheinbar ein hoffnungsloser Fall und es ist zu wuenschen, das sein Engagement irgendwann in die richtigen Bahnen gelenkt wird?


    Selbst gestandene Profis schicken ihre Spielerberater, damit sie nicht vom Verein ueber den Tisch gezogen werden. Und bei den Jugendlichen, die noch keinen Berater haben, sind die Eltern dabei.


    Das Fuehren von Einzelgespraechen ist aber erst ab der U 14 Standard im Leistungsbereich. Im Regelfall sind die Eltern aktiv daran beteiligt, weil das Talent die Tragweite der Wertung und Entscheidung noch nicht versteht. Die Risikoabschaetzung und Suche nach Alternativen ist hierbei ein interaktiver Prozess, in der sich die Serioesitaet eines Vereins zeigt.


    Hierbei darf man nicht vergessen, das es sich um ein Wirtschaftsunternegmen handelt, dessen Entscheidungstraeger keine "barmherzigen Samariter" sind. D.h. die Intransparenz ihrer Aussagen ist gewuenschtes Kalkuel!

  • einen 6jährigen einem 30 minütigen Interview unterziehen, mit einem angeblichen Leitfaden? da hakst bei mir aus.


    Aber kein Problem wenn der Knirps 2 mal die Woche 90 Minuten trainiert und einen ganzen Tag mit dem Trainer an Turnieren unterwegs ist ?
    Immerhin handelt es sich bei unserem KifuChef um einen aktiven Lehrer der selber 3 Kinder hat und auch sonst noch Ehrenamtlich einiges tut.
    Wenn jeder selbsternannte Vatertrainer sich mit Kids beliebig lang unterhalten kann, soll das ein anerkannter Pädagoge nicht dürfen ? Wo ist da die Logik ?

  • Ach Guenter, unser FB ist scheinbar ein hoffnungsloser Fall


    Sehe ich auch so :)
    Aber zum Glück ist es irrelevant wer und was ich bin. Was zählt ist das ganze Spektrum. Wenn schon gegen ambitionierte Vereine geschossen wird, ist es nur recht und billig, wenn man das nicht nur denen überlässt, die da noch nie waren und nie sein werden, geschweige denn selber mitgestalten und Dinge prägen.
    Logo ist auch in den Label-Vereinen nichts perfekt und wird es nie sein. Viel Falsches wurde getan. Und Veränderung ist die einzige Konstante.
    Aber die aktuellen Ansätze sind richtig, die ersten Schritte wurden getan und zeigen Positives. Die Richtung stimmt und ich werde alles daran tun, dass das noch junge Kind zum wackeren Marschierer in die Zukunft wird ;)
    Leaders don't flock - und schon mal daran gedacht, dass das, was Verbände an die breite Masse verteilen einen Prozess von 4-6 Jahren durchlaufen hat, ergo, diejenigen die am wirklich Neuen forschen und arbeiten ein paar Jahre voraus sein könnten ?

  • Mittlerweile ist selbst mir als gutgläubigem Mensch aufgefallen, dass Du, @FB, nicht von einem wirklich existierenden Verein redest, sondern von etwas, was Du Dir als Utopie vorstellst. Zu eklatant sind die Widersprüche zwischen Deinen Aussagen und dem, was man draußen tatsächlich vorfindet, Leadership hin oder her. Und ja, ich kenne als Spielerpapa ein paar der internationalen Turniere und kriege auch ein bisschen mit, wie die diversen Leistungs-Vereine so ticken und welchen Stellenwert die Kindermannschaften kleiner U12 da genießen :)


    Nochmal meine Meinung zum eigentlichen Threadthema: Der noch nichtmal 6-jährige bekommt in einem gut geführten Breitensportverein (ja, die gibt es) eine ebenso gute Ausbildung wie im Leistungsverein. Gratis on top bekommt man hier noch die soziale Bindung (kicken mit den Schulfreunden usw.) Wenn der Bundesligist um die Ecke ist, kann man auch diesen mit in die Auswahl einbeziehen, aber nur dann. Und wenn man das tut, darf man damit als Eltern keine Hoffnung auf die Profikarriere verbinden. Und schon gar nicht darf man dem Kind in diesem Alter irgendwelchen Druck machen. Zudem sollte man den Aufwand dabei nicht unterschätzen (Trainingsfahrten, bundesweite Turniere). Welchen Fahrtaufwand man in Kauf nimmt, muss jeder für sich beantworten, aber irgendwo bei spätestens 30 min hört der Spaß sicher auf. Und die 120km von Deinem D-Spieler, Andre, sind volllkommener Wahnsinn, das wird nicht dauerhaft funktionieren.


    Ansonsten schwebt über allem ja die Frage, ab wann für ein talentiertes Kind ein Wechsel in einen leistungsorientierten Verein aus sportlichen Gründen sinnvoll ist. Das haben wir ja schon mehrfach diskutiert (und sind uns nicht einig geworden :) ). Die Daten der aktuellen Profis/Nationalspieler legen nahe, dass fast alle ab U11 bis U13 in einem Leistungsverein gelandet sind. Ein paar auch früher (Neuer, Marin, Hummels), aber das sind aus meiner Sicht Ausnahmen. Aber später kommt da auch niemand mehr vom "Dorf". Daraus schließe ich, dass ein Spieler sein Leistungsvermögen nur dann ausschöpfen kann, wenn er bis dahin irgendwo im Leistungsverein gelandet ist. Dass nicht alle diese Spieler Profis werden, ist ebenso klar. Leistungsverein heisst hier nicht zwingend Bundesligist, sondern im Jugendbereich sind ja viele "kleinere" Vereine sportlich voll konkurrenzfähig (Mannheim, Zehlendorf, Ulm oder Rosenheim fallen mir da als Beispiele ein :)). Zodiak hat ja beschrieben, welch reger Austausch zu den bayrischen Profiteams es da gibt. Spätestens ab U12 gibt es auch unterschiedlichen Spielklassen (zumindest in den Gegenden die ich kenne). Auch das ist ein Anreiz für ambitionierte Spieler, spätestens in diesem Alter in einen Verein dieser höheren Spielklasse zu wechseln. Das ist der sportliche Aspekt.


    Den sozialen zu diskutieren, ist aus meiner Sicht sehr schwierig, weil da die Unterschiede extrem groß sind. Mein Sohn spielt in der U11 im NLZ und im Team gibt es ganz nornale Freundschaften, die Spieler treffen sich auch außerhalb des Trainings, sie laden sich gegenseitig zu Geburtstagen ein, alles prima soweit, für meinen Sohn ist das nicht viel anders als vorher auf dem Dorf. Ich kenne aber NLZ-Teams der gleichen Altersstufe, wo Hauen und Stechen herrscht. Da passt Spieler A nicht mehr zu Spieler B, weil der Papa von B beim Trainer schleicht über Spieler A geredet hat. Da herrscht offener Konkurrenzkampf, da gibt's im Training schonmal gegenseitig auf die Socken. Manche Dinge hält man nicht für möglich, wenn man sie nicht mal gesehen hat. Insofern kann ich hier nur den Rat geben, auch diese Aspekte sorgfältig im Auge zu haben. Nur in Ausnahmefällen wird man die vor dem Vereinswechsel valide abschätzen können, aber wenn man sich falsch entschieden hat, muss man halt reagieren.


    Insgesamt bin ich zuversichtlich, dass der Threadersteller ausreichend Argumente genannt bekommen hat - wenn er es schafft, sich durch den ganzen Thread zu llesen :D


    Grüße
    Oliver

  • Mittlerweile ist selbst mir als gutgläubigem Mensch aufgefallen, dass Du, @FB, nicht von einem wirklich existierenden Verein redest, sondern von etwas, was Du Dir als Utopie vorstellst.


    Utopie wäre das falsche Wort. Noch nicht überall zu vollen 100% erreichte und damit faktisch als "machbar" mit Zahlen belegbare Ziele würde es besser treffen.
    Ansonsten gehe ich 100% einig mit deinem Post. Finde ihn sehr ausgewogen, objektiv und fair. Jemand bei dem man - im Gegensatz zu manch anderem hier - spürt, dass er weiss wovon er spricht wenn es um Fördervereine geht.

  • @FB


    gebe dir recht, vom Inneren her kenne ich keinen Föderverein, die sich nicht nur die Förderung an die Brust schreiben, sondern und dies auch tatsächlich sind. die 3 Vereine, die ich vom Inneren her kenne, nehmen zwar für sich in Anspruch dem Ausbildungsgedanken Rechnung zu tragen, in Wirklichkeit jedoch total leistungsorientiert sind, Zusammenstellung einer bestmöglichen Mannschaft und ihre Jugendarbeit nach Klassenzugehörigkeit und Tabellenstand bewerten.


    einer dieser Vereine war auf dem richtigen Weg zu dem von dir angesprochenen Föderverein.


    gutes durchgehendes Konzept, sehr gute Jugendtrainer. nach 4 Jahren, fehlte das Geld, der sehr gute Koordinator war weg,in den folgenden 3 Jahren gab es es 3 Jugendkoordinatoren und von den guten Trainern ist auch keiner mehr da.


    für mich als Elternteil stellt sich doch dann die entscheidende Frage:


    wie erkenne ich einen Verein mit guter Jugendarbeit? wie lande ich bei einem Verein wie ihn @Don vorfindet, wie lande ich bei einem Trainer, wie es offensichtlich Zodiak ist? wie kann ich einschätzen, ob die derzeitig gute Darstellung auch dauerhaft gegeben ist?

    ich, der sicherlich etwas Einblick hat, habe da schon grössere Probleme.


    wie sollen das jedoch erst Eltern beurteilen können, die bis dato wenig mit Fussball am Hut haben, sich bisher mit dieser Ebene überhaupt nicht befasst haben?


    deshalb sind nicht die Fragen nach einem Leitfaden die der Verein an ein Kind hat von Bedeutung, sondern die Fragen, die Eltern an den Verein haben von immenser Bedeutung. Klar muss der Verein einiges über Kind und Elternhaus wissen, aber wesentlicher wichtiger sind meine Fragen, die ich an den Verein habe. Ich frage vorrangig, nicht der Verein.

    Ich treffe doch für mein Kind die wichtigen Entscheidungen, trage die Folgen, nicht der Verein. Scheitert das Kind, ist es halt weg, kommt dann halt das nächste.


    Habt ihr eigendlich einen Fragekatalog, mit allen möglichen Fragen, die Eltern stellen könnten, gerade dann wenn sie sich nicht im Fussball auskennen? Habt ihr da auch einen Leitfaden, den ihr Eltern an die Hand gibt.?


    das wäre für mich Verantwortungsvoll.


    Ich bin kein Gegner des Wechselns zu höherklassigen Vereinen, als Spieler und mit meinen Söhnen selbst durchgezogen.


    Ich bin aber absolut dagegen aus Vereinsinteresse Eltern mit ihrem Kind ins offene Messer laufen zu lassen.


    Und deshalb sollten nicht nur die positven Darstellungen der Vereinsseite, sondern, und das noch wichtiger, die negative Seite und die möglichen negativen Folgen, die dann nicht der Verein sondern die Eltern und das Kind ausbaden müssen, ganz besonders hier in einem Jugendforum sehr deutlich angesprochen werden.


    Scheinheiligkeit, Blauäugigkeit und das Vorgaukeln einer heilen Welt, die bei vielen sogenannten Ausbildungsvereinen vorgegeben werden,sind schädlich für jedes Kind.

  • Warum ?
    Weil du folgenden absolut beleidigenden, respektlosen und falschen Statements stehen lässt, dafür aber keine Gelegenheit auslässt mein Angaben mangels "Beweisen" als Lügen hinzustellen. Darum !


    FB...ich lese das gerade erst und die entsprechenden Zitat die du bringst, sind aus dem Zusammenhang -was meine Person angeht- gerissen. Ich habe -wenn du dir meine Statements mal genauer ansiehst- von einem Verein gesprochen. ICH sprach von der Jugendabteilung des BVB Dortmund (die 12jährige abwerben...die dann bis zu 1000 km wöchentlich auf der Autobahn hängen...und wo du sinngem. meintest, das die ja gut im Zug lernen könnten) und habe dazu weiter gesagt, dass ich nicht weiss wie es andere Profivereine handhaben. Zudem mal die Frage, ...fühlst du dich tatsächlich angegriffen, wenn ich das Vorgehen eines Profivereins im Bezug auf uns Landeier anprangere angegriffen?


    Zudem möchte ich nochmals darauf deutlichst hinweisen, dass FB hier über die gefühlten 3 Prozent spricht. Für Vereine mit diesem Konzept/dieser Philosophie sind gefühlte 97 Prozent der anderen Spieler selbstverständlich Ausschuss, ...was denn sonst bei dieser Zielstellung.


    ZIELE....das ist doch das Thema wenn man darüber spricht. Auf der einen Seite bedient ein Verein wie der in dem FB dient ein Angebot für die 3 Prozent. Ich frage mich immer nach dem WARUM...warum ist das so,...was ist die Motivation...mal so ganz off Topic gefragt?


    Ist es ein Zuspielen nach oben...und der Spass daran...ist es Geldverdienen/Mitverdienen....oder ist es das Gefühl wichtig zu sein, ...was tolles zu leisten wenn man die Besten der vermeidlich Besten direkt in den Topf bekommt? Das sind so Fragen, die mich bewegen 8)


    Ferner auch...wenn man z.B. den Begriff "Ausschuss" mal auf die Goldwaage legt....wie denken diese Leute wohl über die Vereine darunter wirklich...also über die "97 Prozent +++ Vereine". Da gibts doch Konflikte, denn mal abgesehen von meiner persönlichen Meinung strebt doch der "letzte" Verein auch nach Leistung und Aufstieg und Aufstreben


    nur


    die Verantwortlichen dort tun das halt


    a) mit einer Masse an Spielern, wo man meistens nicht und wenn doch, mal eine Saison (bis zum nächsten Abstieg) "oben" mitspielen darf (da wird ein Brotkrümmelchen tagelang gekaut und mal Oberluft geschnuppert)


    b) meistens restlos unkonzeptioniert ohne erkennbare Philosophie ohne finanzielles gutes Fundament und


    damit restlos unprofessionell.


    Und deswegen ist man -im Gegensatz zu den vermeidlich tollen LZ`s und LV`s dort wo man ist....Fußmatte halt...und genau das denke ich, das viele dort im vermeidlichen "oben" genau das denken. Die reichen ein Stück Brotkrümmel rüber und einige von uns da "unten" picken den dankbar auf und meinen auch noch, das man nun angesehen ist, weil man ach so guten Kontakt nach "oben" hat. Ich spreche selbstverständlich nicht von allen da "oben", aber mindestens von denen, die über "Ausschuss" reden....wenn ihr versteht was ich meine.


    Und weil ich das so meine, komme ich auch aus diesen Gedanken heraus dazu, dass es sowas von richtig wäre und fatal dämlich ist,


    keinen z.B. Jugendförderverein/JFV gem. § 7c Jugendordnung DFB.


    Genau das wäre auch aus dieser Sicht (es gab dazu noch andere Sichtweisen..z.B. aus Rtg. der Eltern, der Kinder...der Vereine unten....des Stützpunktes...des Fußballkreises...des Fußballs allgemein...bis dazu, das selbst Profivereine die abwarten können, das vermutlich sehr löblich finden würden)


    das geeignete Mittel den Spieler hier -also unsere "Talente des Rübenackers"- hier zu behalten um sie schonend langsam in ihrem Umfeld zu behalten.


    Wie woanders gesagt,...interessiert mich das nicht als Ausbilder, sondern eher als Fan und aus Gründen meiner sozialen Verantwortung. Ich finde, dass es ein Weg wäre, der alle Meinungen bedient und vor Fehlern schützen würde.


    Aus diesem Grund fand ich den nachfolgenden als Zitat eingesetzten Satz auch gut:


    Scheinheiligkeit, Blauäugigkeit und das Vorgaukeln einer heilen Welt, die bei vielen sogenannten Ausbildungsvereinen vorgegeben werden,sind schädlich für jedes Kind.

  • @FB


    gebe dir recht, vom Inneren her kenne ich keinen Föderverein, die sich nicht nur die Förderung an die Brust schreiben, sondern und dies auch tatsächlich sind. die 3 Vereine, die ich vom Inneren her kenne, nehmen zwar für sich in Anspruch dem Ausbildungsgedanken Rechnung zu tragen, in Wirklichkeit jedoch total leistungsorientiert sind, Zusammenstellung einer bestmöglichen Mannschaft und ihre Jugendarbeit nach Klassenzugehörigkeit und Tabellenstand bewerten.


    Jepp, das sehe ich auch so...jedoch hätte ich für meine Person hier einen anderen Antriebsmotor.


    Ist aber auch egal...wichtig wäre, dass kein Spieler 200 km im Auto sitzen müßte, so ländliche Vereine über solch eine Vereinskonstruktion (JFV) verfügen würden.


    Das ist hier auf dem Lande das Thema. (bzw....sollte es sein) ;)

  • Guten Abend liebe Soccerdrills-Gemeinde,


    ich muss ehrlich gestehen, dass ich ein wenig erschlagen bin von den vielen Antworten. Nachdem ich mir alle Antworten durchgelesen haben, möchte ich mich
    zunächst bei allen für die qualifizierten Antworten bedanken.


    Es hat sich in den letzten Tagen einiges getan und das hat in erster Linie mit euren Ratschlägen zu tun. Also:


    Wir haben mit dem betreffenden NLZ Kontakt aufgenommen und uns paralell zwei Trainingseinheiten der jetzigen U7 und U8 angeschaut. Auch wenn es
    sich nur um Trainingseinheiten gehandelt hat, konnten wir ein wenig Kontakt zu den Eltern aufnehmen und uns einige Ratschläge holen. Des
    weiteren wurden wir beim NLZ ein weiteres mal vorstellig. Wir waren wirklich angetan von dem Jugendkonzept und sind anschließend frohen
    Mutes nach Hause gefahren.


    Als wir uns anschließend in der Familie besprochen haben, sind wir trotzdem zum Entschluss gekommen, dass wir unseren Sohn in seiner jetzigen Mannschaft lassen. Es war zwar eine schwere, aber hoffentliche gute Entscheidung. Dies teilte ich dem Jugendleiter am nächsten Tag via Telefon mit. Dieser war schon ein wenig
    irritiert, aber nahm unsere Entscheidung natürlich zur Kenntnis. Ich erklärte ihm, warum wir uns dagegen entschieden hätten. Am nächsten Tag
    erhielt ich einen Anruf vom zukünftigen Trainer der U7. Es war auch hier ein homogenes und nettes Gespräch. Er war zwar auch ein wenig enttäuscht, aber wir vereinbarten, dass mein Sohn zweimal im Monat (ab August 2014) in der zukünftigen U7 mittrainieren soll und wir uns nach einigen Monaten noch einmal zusammen setzen werden. Außerdem schlug er vor, dass mein Sohn mit einer Gastspielgenehmigung hin und wieder mitspielen sollte.


    Unsere Gründe:
    - Trainingsplatz nur 10 Minuten von unserer Wohnung entfernt
    - qualifizierte Trainer in seinem jetzigen Verein
    - homogene Mannschaft


    Das wir uns zum jetzigen Zeitpunkt dagegen entschieden haben, ist aber keine endgültige Entscheidung. Im kommenden Sommer (2015) kann unsere Entscheidung auch anders ausfallen. Ich bin aber kein Vater, der seinen Sohn mit aller Macht "pushen" möchte. Ich möchte lediglich, dass er mit vollem Elan und Spaß seinem Hobbynachgehen kann.


    Vielen Dank für eure Unterstützung! Seid aber in Zukunft bitte so freundlich und greift euch nicht immer in einigen Posts persönlich an. Es geht hier nur um die schönste Nebensache der Welt.


    Danke.


    Vg


    Laika


    P.S.: Wenn ihr noch Fragen habt, immer raus damit.