nein, ich sehe keine notwendigkeit
Fein. Was aber, siehst du von den FPL-Regeln andererseits bedroht? Will sagen: bloß weil du meinst, man bräuchte die FPL nicht, was sind deine Argumente gegen ihre Einführung?
hält sich bei uns im 'normalen rahmen' und hat wenn dann eher mit schule/lehre/studium und dem 'erwachsenwerden' zu tun.............
In der D-Jugend dürften Lehre und Studium noch keine Rolle spielen. Schule evtl. schon, aber meiner Meinung nach kriegen alle motivierten Spieler es hin, die Schule und zwei Trainingseinheiten in der Woche unter einen Hut zu bekommen. In Ausnahmefällen lässt man, wenn eine Arbeit ansteht, mal das Training ausfallen, solange das nicht zur Gewohnheit wird, ist das ja kein Problem. Ich beobachte in meinem eigenen Umfeld einen Zusammenhang von Drop-Out und fragwürdigen Prioritäten und Vorstellungen von Trainings- und Spielbetrieb. Ich kenne einen Verein sehr gut, der aufgrund des bereits im Kinderbereich stark ausgeprägten Erfolgsdenkens zwar stets gut bei Turnieren abschneidet und regelmäßig in den hier noch vorhandenen F- und E-Hallenkreismeisterschaften vertreten ist, der aber gleichzeitig bis zum Ende der E-Jugend gut und gerne 50% Schwund hat, teilweise noch mehr.
Interessant für einige der Leser mag auch sein, dass eben der Punkt der Hallenkreismeisterschaften (HKM) und der Hallenrunde, in der man sich für die Teilnahme daran qualifiziert, konkret angesprochen wurde, weil sie sich mit den Grundgedanken des KiFu sowie der FPL nicht verträgt: um an der HKM teilzunehmen, muss man praktisch alle Hallenrundenturniere, an denen man teilnimmt, gewinnen, ein zweiter Platz ist noch OK, ab zwei oder einem dritten wird es schon sehr eng. Der Referent bei unserer Schulung hat die Meinung einiger Teilnehmer geteilt, dass dieser Modus nicht passt. Ich bin mal gespannt, wie der anwesende und direkt angesprochene Kreisjugendwart reagieren wird.
Aber zurück zum Drop-Out. Wie gesagt, ich teile aufgrund meiner Beobachtungen in meinem Umfeld die Behauptung, dass der Drop-Out sich in Richtung jüngerer Jahrgänge verschiebt. Und ich sehe die Hauptursache darin, dass der aktuell am häufigsten anzutreffende Trainings- und Spielbetrieb daran die größte Schuld trägt -- er wird einfach den Bedürfnissen vieler Kinder und Jugendlicher nicht gerecht.
Dieses Thema möchte ich aber eigentlich nicht weiter vertiefen, ich habe das Gefühl, dass du da eine andere Meinung hast und wir da nicht zueinander finden werden. Was ist aber mit meiner Frage an dich zu den Situationen, die auf den FPL-Karikaturen abgebildet sind? Darauf hast du nicht geantwortet.
aber in dem zusammenhang interessiert mich doch mal, ob du wirklich denkst, das die einführung der fpl das ausscheiden von jungs ab der c-jugend verhindert? hast du dafür irgendwelche belastbaren zahlen?
Schaue doch mal hier nach. Aber, wie gesagt, der Drop-Out ist nur einer der Punkte, und dabei nicht der wichtigste. Hauptpunkt ist der, dass die Kinder wieder so spielen können sollen, wie es ihren Bedürfnissen entspricht, und nicht so, wie es den Erwachsenen am besten passt.
dazu möchte ich anmerken, das 'farir play' schon immer auch teil des fußballsports war/ist ..........[...] weil das so ist, benötige ich da auch keine extra liga für ein 'fairplay'.
Ich verweise auf meine Frage nach den Karikaturen.
wenn das in einigen gegenden so gesehen wird, das man so ein 'hilfmittel' wie eine extra liga dafür benötigt, so musst du an die ursachen der 'auswüchse' auf dem platz ran und die liegen nicht im 'gewinndenken', sondern viel mehr in unserer gesellschaft verankert.
Mag ja sein, auch wenn mir das zu platt und verallgemeinert daher kommt, aber: "Die Gesellschaft" können wir, die wir den Kinder- und Jugendfußball zu verantworten haben, nicht verändern, aber eben in unserem Verantwortungsbereich können wir sehr wohl etwas tun. Und eben deshalb wird die FPL eingeführt, um in dem Bereich, den wir beeinflussen können, etwas zu tun.
So mal ganz nebenbei: Meine Spieler brauchten die FPL nie. Und viele Mannschaften, auf die wir getroffen sind, auch nicht. Aber einige schon, und zwar mehr als genug. Mir erscheint, Ihr lebt im KiFu-Paradies, wenn es bei Euch nicht bei der Zusammenkunft von Trainern, Jugendleitern oder Eltern auch immer wieder darum geht, welche Mannschaften denn wo und wann wieder Probleme gemacht haben, unmöglich sind, fast einen Spielabbruch verursacht haben, etc. Von sechs von mir persönlich bekannten Jugendleitern konnte ausnahmslos jeder eine ganze Reihe von Geschichten erzählen... Und wir befinden uns hier beileibe nicht in einem sozialen Brennpunkt, unser Kreis befindet sich bezüglich der Kaufkraft seiner Bewohner unter den Top 5.
gewinndenkend sein und von mir auch anweisungen am spielfeldraand geben kann sich sehr wohl mit einer äußerst faieren einstellung zum 'gegner' und zu seinen schützlingen einhergehen und macht es doch auch bei der großzahl der beteiligten.
Ich befürchte, du hast die FPL und die Gründe für ihre Einführung noch nicht verstanden... Also noch mal:
- Die Kinder dürfen und sollen ihre Spiele gewinnen wollen. Trainer und Eltern dürfen sich mit den Kindern über ihre Siege freuen. Trainer und Eltern sollten aber weniger den Sieg ihrer Kinder anstreben als ein tolles, faires und kindgerechtes Fußballspiel.
- Trainer sollten sich im Kinderfußball mit Anweisungen zurückhalten, Eltern sie ganz unterlassen. Die Kids sollen spielen, sie sollen sich auf dem Platz selbst überlegen, was sie machen sollen und wollen. Wir möchten Spieler formen, die selbstständig Entscheidungen treffen können, anstatt über eine Herde von Robotern zu gebieten.
- Ja, die 'Großzahl der Beteiligten' ist fair. Aber die Quote an unfairen Mannschaften und solchen, die beim Pflichtspiel nahezu ausschließlich auf den eigenen Vorteil aus sind, für die wenn vielleicht zwar nicht alle, so doch zumindest viele Mittel recht sind, ist doch recht hoch. Meiner Erfahrung nach hat man typischerweise pro Staffel ein bis drei faule Eier. Ich finde, das ist eine nicht unerhebliche Zahl.
du gibst doch mit der angestrebten fpl-lösung genau den trainern/betreuern die sich vorher schon nicht so recht beherrschen konnten das heft in die hand ein spiel zu ihren gunsten zu lenken-zu leiten-zu kippen.
Bisher ist es Sache des Schiedsrichters, sie im Zaum zu halten. Oder des Platzvereins. Beides passiert aber äußerst selten, es muss schon extrem werden und fast oder sogar bis in den strafrechtlich relevanten Bereich eskalieren, bis eingeschritten wird. gerade Jungschiedsrichter sind mit solchen Trainern/Betreuern hoffnungslos überfordert. Und dann gibt es noch Schiedsrichter, die eine der beiden Parteien stellt und die teilweise alles andere als unparteiisch sind.. Das ist nun zwar glücklicherweise nicht bei der Mehrzahl der Spiele so, wenn es so schlimm wäre, gäbe es wohl in Deutschland auch schon lange keinen Kinderfußball mehr. Aber, wie gesagt, schildere diese Situation einer x-beliebigen Stichprobe an Kindertrainern und es werden dir alle bestätigen, dass die solche Vorkommnisse bereits mehrfach erlebt haben.
Die FPL zwingt nun die Trainer zur Kooperation. Macht da ein Trainer partout nicht mit, so mache ich das zur (allergrößten) Not auch nicht und lasse meine Spieler sich alle an der Seitenauslinie hin setzen, bis die Spielzeit abgelaufen ist, und beschwere mich anschließend beim Kreis. Wie bisher auch, nur, dass da die Beschwerde den Weg über den Schiedsrichter nahm. Ich gehe übrigens davon aus, dass diese Verweigerung der Mitwirkung auf großes Erstaunen stoßen dürfte und durchaus wirksam sein könnte. Sicher wird es da eine Verzögerung geben, bis man sich ausgetauscht und wieder geeinigt hat. Wenn es dann aber dazu führt, dass es einen Lerneffekt gibt und die Kids dann noch eine Viertelstunde mit Spaß kicken können, ist es mir das wert.
