Motivation

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  • Zitat keller-Kicker:

    Zitat

    Aber in Deutschland gibt es wg. des Gewaltmonopol des staatsgleichen DFB keine rechten Alternativen zu deren "System". Nirgends könnten "fußballverrückte" Eltern regulär auf Frühförderung setzen, diese buchen, natürlich wie in anderen Bereichen, etwa Kunst, Tennis, Musik, bezahlt statt: quasi-kostenfrei.

    Dem widerspreche ich. Es steht jedem frei, sein Kind zur Förderung z.B. in eine Fussballschule zu bringen und ihn zusätzlich oder allein gegen Cash ausbilden und fördern zu lassen.Dazu muss man vielleicht mal eine Strecke fahren,weil die FS nicht gleich in unmittelbarer Nachbarschaft ist, aber das ist z.B. beim Tennis auch nicht anders.

  • @FB


    mir geht es nicht um die grundsätzliche Motivation. verstehe darunter auch etwas anderes als die Diskussion hier hervorbringt.


    ich kritsiere die tiefgehende Diskussion, die aus meiner Sicht über die , die im im Kinderfussball erforderlich ist, geht,
    die einen zu hohen Anspruch an die Trainer, die in diesem Bereich tätig sind erwecken, der nicht von ihnen erfüllbar ist.


    eine zu stark betriebene Motivation ist auch gefährlich.


    dann, wenn die von aussen kommende Motivation nicht in der Eigenmotivation des Kindes bzw. Jugendlichen endet.
    die zwangsläufig nachlassende Motivation von Aussen führt dann nämlich zum Aufhören.


    und die Aussenmotivation lässt nach, dann wenn beim Äterwerden ihrer Kinder die verhätschelnde Fürsorge der Eltern zum Fussballspiel aufhört,
    die Trainer, nicht mehr wie die Kindertrainer, auf jeden Scheiss und jede Gefühlsbewegung des Kindes reagieren
    und die Spieler immer mehr auf Eigeninitiative angewiesen sind. und das ist spätestens ab B-Alter der Fall.


    Klar kann man jetzt sagen, dass es darum geht die Eigenmotivation des Kindes zu fördern. und da sind aber die allermeisten Kindertrainer übefordert,
    da dieser Anspruch auch viel zu hoch ist.



    ich bin einen anderen Weg gegangen, einen einfachen, einen unkomplizierten, nicht immer ohne Konflikte, aber über 15 Jahre erfolgreich.
    erfolgreich auch in dem Sinne, welche Anzahl heute noch, auch im aktiven Bereich immer noch Fussball spielt.
    und das ohne tiefergehende psychologische Hintergrundserforschung, ohne mentale Betreuung, ohne den Begriff Resilienz überhaupt gekannt zu haben.


    Im Gegensatz zu meinem Vorgehen wurde hier ja schon das ständige Scheitern eines Trainers beschrieben, der sich dieser Thematik intensiv befasst hat, und dieses
    Wissen an die Kids rüberbringen wollte.


    Diskussionsmässig ist das ja alle in Ordnung, mir geht es aber darum den Fussball einfach zu halten, vor allem aber auch für die Jung- und Neutrainer
    so einfach wie möglich zu halten, sonst wird der Mangel derer noch grösser, er ist schon gross genug.


    wohlgemerkt, wir reden hier vom Breitensport, im Spitzensport sieht das wieder ganz anders aus.

  • Karl, etwas off Topic, da zu persönlich: Widersprechen kann man dem, aber stimmt die Antithese auch? Wo gibt es Fußballschulen, wo Fußball als Teamsport kontinuierlich angeboten würde, gar mit Spielbetrieb? Würde solch Team, wenn es es denn irgendwo gäbe, nicht vom DFB-eigenen monopolistischem Spielbetrieb per se (notfalls gewaltsam, hab ich mit meinen "Coolen Kidz" erlebt: per Platzverbot vom durch den "Konkurrenzverein vor Ort" mobilisierten Vorstand, obwohl der Trainer des Gegnerteams gegen sie mal spielen wollte..) ausgeschlossen bzw. müsste sich ihm als vorab gültigen System 1:1 unterwerfen, also zB auch als Verein im Sinne organisieren u. aufstellen? Die sog. Fußballferienschulen wirtschaften hingegen "außer Konkurrenz" neben dem DFB, bedrohen ihn also nicht als System, sondern ergänzen ihn, meist von Vereinstrainern, Ex-Profis, NLZ etc nebenbei in Leerzeiten gegen Bares betrieben, aber ohne lebenseigene sportliche Teams... Aber ich lasse mich gern aufklären, wo es solche gibt. Dass man auch im Tennis (wir haben 2 Tennisvereine, in Luftlinie unter nem Kilometer von uns entfernt, half aber nichts: wenn alle Kids in der GS zum Fußball laufen, kann man dem eigenen nicht individuell vorschreiben, zum Tennis zu müssen, wäre unmenschlich, oder?) bestenfalls ein paar, nicht evtl. hunderte Kilometer fahren, da stimmen wir wohl überein. Nein, was mir vorschwebte: mit den gemeinde-eigenen Sportplatz nutzen zu dürfen, ohne den Riesenaufwand ner in Blick auf Freiheitssinn ungewollten Vereinsgründung betreiben zu müssen, damit nen paar Kinder (erstmal neben dem Vereinsfußball, wo sie ja auch schon spielten) etwas anders Fußball kennenlernen dürfen. Da fürchtete 'der Verein' offenbar so Konkurrenz sehr, machte gemeindepolitisch mobil, wie, kann sich jeder denken: Rufmord bzgl. Initiative u. Initiator, Unterstellung nur schlechter Absichten, Druck gegen Eltern: wenn euer Kind da hin darf, braucht es bei mir nicht mehr anzukommen, spielt nie mehr...


    Und da ich keinerlei regulären Spielbetrieb bieten konnte, erstmal isoliert dastand, war klar, dass Eltern folgsam waren, Kids die Teilnahme verboten. So kann ein monopolistisches System eben jede (übrigens 100% kostenfreie) Alternative kaputtmachen, was mich noch heute sehr schmerzt: da ich an diese mit viel Herzblut u. Leidenschaft gestartete Initiative: ihre stets beobachtbare hohe Motivationskraft für 'das Andere' (ohne es nun en Detail auszuführen) sichtbar begeistert aufsaugende, ihnen aber nicht vergönnte Kids eben glaubte, noch immer glaube... Allein dass es eine 2.Welt neben der "normalen" gibt, geben kann, beflügelt schon kindliche Fantasie! So wollten u. rannten sie bei den wenigen Spielen bzw. Turnieren viel mehr, schlugen gar Leistungsteams, deren Trainer dann leider entsprechend reagierten, uns vor den Kids als zusammengewürfelten Haufen u. Schlimmeres beschimpften: statt gegen die Besseren fair verlieren u. so evtl. etwas Neues erlernen zu können. Einzige Ausnahme war da Werder, eben echt professionell: die luden uns sogar zu nem exklusiven, internen Weihnachtsturnier ein, sahen ohne Neid die Effekte, fanden die Initiative super u. diskutierten rege über den mentalen Hintergrund pro Kreativität, Spielintelligenz, Eigenmotivation o. wohl auch die heute sog. Resilienz, die ich damals nur psychosoziale Binnen-Stabilisierung von Individuum wie Team (in einer Art freiheitlichem Gleichklang: prästabile Harmonie, wie schon im Mittelalter von Kirchenphilosophen entdeckt, konfessionell beschworen) nannte. Doch auch dies überzeugte o.g. Eltern am Ende nicht.* :(


    *So trage ich noch heute resignativ Trauer bzgl. diesem Projekt, das mal aus Klassenspielen u. Schulpokal für 1.- u. 2.-Klässler erwuchs. Was auch nur auf Vereinsinitiative von deren Trainern hin verboten wurde: angeblich zum Schutz gegen Schüren bösen Konkurrenzdenkens. Das aber die Kids nie zeigten, wohl aber projizierend jene Erwachsenen in ihrem Revierkampf gegen das Kindeswohl, oder? Tja, es gäbe so vieles, was man produktiv zur Stimulation von Kids machen könnte, aber de facto war alles völlig vergebens wg. jenen destruktiven Reflexen. Daher bitte ich dich zu verstehen, wieso ich gegen jenes Monopol wettere, heute gar nicht mehr anders kann, da zu viel Negatives passierte...

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

  • Schade, dass die Diskussion ein wenig abgeflacht ist!


    @open minded


    Wenn du deinen Kommentar ernst gemeint hättest, dann hätte ich erwiedert: Natürlich möchte sich jeder täglich verbessern. Mit diesem Spruch: "Ich mache euch jeden Tag ein Stückchen besser", hatte sich Klinsi seinerzeit auf den Trainerstuhl von Bayern München gesetzt. Nenne es Unzufriedenheit oder die Gier nach dem Erreichen neuer Ziele. Obgleich es nur ein Weg ist, den man geht, hat man doch das Gefühl einzelne Punkte erreichen zu wollen. Sie selbst in den Mittelpunkt von allem zu stellen und dabei die Endlichkeit, den Zeitpunkt der Geburt und des sicheren Todes zu vergessen. Das gilt nicht nur für den Sport, das gilt sicherlich für viele Dinge mit Leben.


    Günter
    Schön, dass du auch die längeren Beiträge mitgelesen hast. Das war an manchen Stellen für dich als "geborener Praktiker" sicherlich nicht leicht?


    In den Beiträgen wurde der Versuch unternommen, die Erkenntnisse aus anderen Bereichen, natürlich hauptsächlich aus dem Sport, in kritischer Analyse auf den Jugendfussball zu übertragen.


    So, wie Roland Loy im Seniorenbereich schon vor Jahren anhand von Videoanalysen belegen konnte, das aus Gedankenlosigkeit Zusammenhänge nachgeplappert werden, wo die Praxis zu ganz anderen Ergebnissen kommt.


    Es gibt bereits eine Reihe von wissenschaftlichen Arbeiten, die sich mit der Theorie und Praxis im Jugendfussball beschäftigen. Doch werden dabei Elemente, die auf den ersten Blick keine Wirkung auf den Fussball zu haben scheinen, meist ausgeklammert. Dazu stehen die sich wiederholenden Aussagen von Profis über ihren Karriereweg in der Jugend im Widerspruch zum gezeichneten Bild (durch den DFB und die Verbände). Hier werden Ergebnisse, die nicht ins Bild passen, lediglich als "Spätentwickler" abgetan! Jedoch geht es darum, dass die vermeintlich Hochtalentierten deshalb scheitern, weil man zuviel Druck ausgeübt hat, weshalb sie meist schon beim ersten Leistungsknick (z.B. Verletzung, Veränderungen im sozialen Umfeld) scheitern.


    Es gilt belastbare Erkenntnisse vom Werdegang der Spitzenfussballer zu gewinnen, um daraus bessere Ausbildungsmöglichkeiten für die die Basis zu schaffen. Vielleicht liest ja gerade ein interessierter Student oder Doktorand mit, der noch auf der Suche nach einem interessanten Diplom- oder Dissertationsthema ist und keine Lust hat, immer nur abzuschreiben :thumbup: ?

  • guenter: Was ist der Zweck Deiner posts hier - eine Diskussion abwürgen, die Dich gar nicht interessiert?


    Eine schönes Beispiel für eine Gesellschaft, die bei jedem Wissenspartikel sofort nach "Nützlichkeit", "Anwendbarkeit in der Praxis", oder noch besser "Gefährlich!" schreit. Ich erfreue mich hier an kontroverser Diskussion mit unterschiedlichen Perspektiven und Einsichten. Niemand muss dem folgen, was irgendwer hier schreibt, und eine Diskussion kann manchem etwas bringen, ohne dass er am nächsten Tag etwas anders macht.


    Einzig bei Dani2 muss man sich entschuldigen, weil die von ihm gewünschte Diskussion in diesem thread eine vollkommen andere war.

  • Brechstange: Vllt meint Günter nur "übermotivierte" Trainer, die übers Ziel hinaus preschen, indem sie IHRE aktiv gar nicht auslebbaren Motive per deren Projektion 1:1 auf Kids zu übertragen versuchen, sich dabei aber vor allem selbst befriedigen wollen? Was anderes ist der finanzielle Notstand des KiFu: wo keiner qualitativ hohe Leistung bezahlen mag, da darf sie keiner erwarten: obwohl sie noch so sehr fürs Wohl der Kids zu erhoffen wäre!? Da frag ich gern nach: was können die Kids dafür, dass man ihnen in der Breite (vs Spitze) einfachhalber kompetentere Trainer als IHR Recht (als einstmals sozial schutzbefohlene) abspricht? Da hatte ich schon desöfteren hier meinen Disput mit denen, die das über die Kinderrechte gern komplett hinweggehend vertreten: klar, zahlungs- wie interesseunwillige Eltern hätten für ihre Kids nichts Großartiges verdient, die Kinder aber schon: sie sind eigene Individuen, kein Material für Trainer, Rentenkassen, die Wirtschaft o. Politik. Aber allzu oft werden sie genau so behandelt u. dies soll in völliger Werteverwirrung der meisten ebenso wie der (mangels Motiv/-ation zum Kind, zum Leben u. seiner Fortpflanzung: pro selbstobsessive Lust um der Lust willen, pro wütendem Ehrgeiz im Konsumieren, Besitzen etc) dramatisch ruinöse Kindermangel im Land nur als "normal" gelten: bloß nie (an)erkennen, was wirklich los ist, dann wird's schon nicht so schlimm kommen, wie es im Grunde (dh der Motivlage im allg.) ist?! ?(

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

  • Zitat Keller-Kicker:

    Zitat

    Karl, etwas off Topic, da zu persönlich: Widersprechen kann man dem, aber stimmt die Antithese auch? Wo gibt es Fußballschulen, wo Fußball als Teamsport kontinuierlich angeboten würde, gar mit Spielbetrieb? Würde solch Team, wenn es es denn irgendwo gäbe, nicht vom DFB-eigenen monopolistischem Spielbetrieb per se (notfalls gewaltsam, hab ich mit meinen "Coolen Kidz" erlebt: per Platzverbot vom durch den "Konkurrenzverein vor Ort" mobilisierten Vorstand, obwohl der Trainer des Gegnerteams gegen sie mal spielen wollte..) ausgeschlossen bzw. müsste sich ihm als vorab gültigen System 1:1 unterwerfen, also zB auch als Verein im Sinne organisieren u. aufstellen?

    Ja, es gibt diese Schulen. Möchte mich aber nicht outen. Kann man selbst im Netz recherchieren, mit ein wenig Aufwand. Es gibt sogar Schulen, die am regelmässigen Spielbetrieb teilnehmen. Dazu wurden sicherlich entsprechende Vereine gegründet, was aber nur der Form dient. Es gibt auch Schulen, die regelmässiges wöchentliches Training anbieten. Fussballferienschulen schliesse ich hier mal aus. Einige Schulen trainieren die Kinder und fahren dann als Fu?ballschule zu Turnieren. Kinder können dann bei diesen Turnieren teilnehmen, müssen aber nicht.
    Sogar einige Bundesligavereine haben Fußballschulen gegründet, wo jeder gegen Bezahlung sein Kind trainieren lassen kann. Auch einige Trainer von "Coerver-Coaching" bieten wohl wöchentliches Training an.

  • Da frag ich gern nach: was können die Kids dafür, dass man ihnen in der Breite (vs Spitze) einfachhalber kompetentere Trainer als IHR Recht (als einstmals sozial schutzbefohlene) abspricht?


    Dagegen gefragt: gibt es denn ein Grund-(Menschen-, Kinder-)recht auf qualitativ gutes Fussballtraining? Wünschenswert ist es, aber wenig realistisch ... und ich denke, die Sportverbände versuchen da schon etwas zu bewegen ... im Einzelnen natürlich nicht ausschliesslich erfolgreich und zielführend. Aus privaten und vereinsmässig organisierten Alternativen in Sport, Musik und Kunst muss am Ende jeder etwas für sich passendes finden ... und/oder am Ende den (Deinen) steinigen Weg gehen, selbst etwas aufzubauen ...

  • Karl: sorry, hab mich auch ungenau ausgedrückt. Man muss sich aber eben zweierlei unterwerfen: dem Vereinswesen wie den Dogmen des Spielbetriebs, allem voran: primär zählen Siege! Für eigene Team könnte man diesen Anspruch zwar entmachten, aber auf Gegner, Schiri hätte man keinen Einfluss, zB bei den in unserer Gegend oft vorkommenden groben Fouls, die dann stets bestenfalls nen Freistoß ergeben: Kind/Opfer vom Platz tragen, gut ist, keine problematisierende Diskussion, also normal, oft von Trainern als Hintermännern, also Ersttätern (die Kindern grobes Spiel erst einimpfen) so gefordert: geht die ersten 10 min richtig hart drauf, verschafft euch "Respekt" beim Stürmer, sein Schmerz ist euer Sieg etc.- oft genau so vernommen. Die Form prädestiniert dabei viel an Inhalt. Ist hier aber müßig: die Coole-Kidz-Initiative jedenfalls wurde platt gemacht, meine Philosophie dahinter pro Kindeswohl, -förderung o. -Motivation kaum jemals (nur eben von Werder u. einem ihrer Partnervereine in der Nähe) von wem wirklich verständig o. willig angehört, alles war nur "Konkurrenz", musste weg. Hilfsersuchen beim DOSB o. DFB - zwecklos, es kam nicht mal ne Antwort. So engagiert ist man da in Wirklichkeit, wenn es um echte Alternativen zu ihren Vorstellungen o. Plänen geht. Sieh mir bitte nach, dass mich dies wenig glücklich zurückließ. Vielleicht hätte ich mit skalierbar instrumentellen Nutzeffekten prahlen sollen: bringt 20% mehr Leistungsmotivation. Dan wäre man evtl. interessierter geworden: konnte u. wollte ich aber nie...


    Brechstange: Für mich sollte es solch Kinderrecht absolut geben, aber es steht natürlich relational unter Finanzierungsvorbehalt - will kaum einer solch Leistung gratis geben, keiner den Qualitäts- o. Kompetenzschub bezahlen, dann bleibt er unmöglich. Das Relationale ist heute eben stärker als das Absolute, die (Finanz-)Mittel dominieren u. "domestizieren" Zweck o. Werte meist für sich. Auch die Kirchen bleiben eben meist gähnend leer, obwohl viele wie im Ablasshandel noch der Form halber Kirchensteuer zahlen... Oder?

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

  • Ihr diskutiert auf recht hohem Niveau -Respekt dafür! Das Thema finde ich sehr interessant.
    Habt ihr gute,brauchbare Lektüre für mich als blutigen Anfänger ?

  • dass die vermeintlich Hochtalentierten deshalb scheitern, weil man zuviel Druck ausgeübt hat, weshalb sie meist schon beim ersten Leistungsknick (z.B. Verletzung, Veränderungen im sozialen Umfeld) scheitern.


    ... aber nicht wegen dem Druck, sondern weil man ihnen nicht schon im Vorfeld Werkzeuge an die Hand gegeben hat um mit diesem Druck besser umgehen zu können.
    Ein zweiter, mindestens in der Schweiz noch weit relevanterer Faktor ist der, dass Junioren, sollte es nicht grad auf Anhieb klappen, dann lieber noch eine berufliche Ausbildung machen.
    Wenn's schon im Fussball nicht klappt, sollte wenigstens die berufliche Karriere nicht auch noch den Bach runtergehen.
    In diesem Kontext wird jegliche Form von vermittelter "Selbstkompetenz" zum Argument, bei einem Unterbruch, trotzdem noch etwas länger beim Fussball zu bleiben, weil man im Fussball nicht nur Fussball lernt, sondern eben auch sehr viel anderes, was sich dann auch in einem anderen Beruf umsetzen und einbringen lässt.

  • Habt ihr gute,brauchbare Lektüre für mich als blutigen Anfänger ?


    Habe viel Lektüre ;)
    Was interessiert dich denn GENAU ? Motivation ist ein RIESENGEBIET und hat ganz viele Facetten. Man muss da irgendwie reinwachsen finde ich.
    Es gib meiner Meinung nach weder einen Kurs noch ein Lehrbuch mit dem man mehr erhält als einzelne Anhaltspunkte.
    Grundsätzlich denke ich aber, dass das beste Zeugs zum Thema Motivation ausserhalb des Fussballs zu finden ist. Themen wie Erziehung, Lernen, Neue Schule, etc.
    Bez. Kinderfussball und Motivation finde ich dieses Buch von Alain Sutter (Ex CH-National und FC Bayernspieler, zur Zeit Juniorentrainer und Mentalcoach) ganz toll: "Stressfrei glücklichsein".

  • Fb, meinte damit die Resilienz bei Kindern ... und,da du zwei weitere Gebiete erwähnt hast.. Lernen und Pädagogik.
    Suche also (für Anfänger geeignet ) Bücher zu :
    Resilienz
    Lernen ( Was genau läuft ab? )
    Und zur Pädagogik ( War schon auf die Idee gekommen hier bei der AWO Kurse zu belegen,allerdings richtet sich das stärker an das Kindergartenalter)


    ... kann gerne auch Theorie pur sein !
    Dani,sorry dass ich jetzt auch noch den Thread für anderes benutze :D

  • @FB


    ... aber nicht wegen dem Druck, sondern weil man ihnen nicht schon im Vorfeld Werkzeuge an die Hand gegeben hat um mit diesem Druck besser umgehen zu können.



    Soll das die Antwort darauf sein:Alain Sutter (Ex CH-National und FC Bayernspieler, zur Zeit Juniorentrainer und Mentalcoach) ganz toll: "Stressfrei glücklichsein".


    Wir Erwachsene können uns "auf Augenhöhe" unterhalten. Ein Kind ist einem Erwachsenen in vielfacher Hinsicht nicht gewachsen und ist ihm deshalb ziemlich schutzlos ausgeliefert. Ohnehin möchte es am liebsten den Willen des Trainers perfekt erfüllen, weil es sich ein positives Feedback wünscht. Ohne es selbst zu spüren, bewegt sich der hochtalentierte Spieler in großen Schritten weiter. Wird es nicht permanent mit der Realität konfrontiert, besteht die große Gefahr, dass es in eine Scheinwelt abdriftet, in der nur noch eines: der Fussball zählt! Genau solche Menschen wollen die Trainer, weil junge Menschen, die zum perfekten Funktionieren gebracht wurden, am leichtesten zu führen und zu manipulieren sind. Während seine Trainer mit stoischer Professionalität ihre Litanei von wegen Anstrengen, Siegergen und Alles Haben Wollen herunterbeten, wächst ein Vertrauensverhältnis der Kinder zu ihrem Trainer. Sie hängen mehr und mehr an seinen Lippen! Er ist ihr Guru, dem sie alles glauben wollen!


    Was aber fängt sie auf, wenn die Leistung nicht mehr stimmt, wenn das positive Feedback plötzlich ausbleibt? Mit welchem Werkzeug im Jugendfussball sollten sie darauf vorbereitet werden?


    In Deutschland ist es übrigens ebenfalls so, dass ein Tel von Talenten eine Berufsausbildung vorzieht. Die Motivation dazu ist jedoch vielfältig. Meist sind des die Eltern, die sich wünschen, dass das Kind auch einen "ordentlichen Beruf" ergreifen soll. Einige BuLi-Vereine stellen ihre Jungtalente vor die Wahl: Ausbildung oder Fussballprofi? Denn Beides gleichzeitig kann kaum jemand schaffen. Etwas anderes ist es mit der Schule (Fall: Julian Drachsler), wo auch die Profivereine zum Schulabschluß raten.


    Auch in Deutschland greift die Erkenntnis, dass der Berufsfussballer ein Tagesgeschäft betreibt! Was schon morgen (z.B. Sportinvalide) beendet sein kann, das braucht auch ein vernünftiges Übermorgen.


    Zu Zeiten eines jungen Uli Höneß war es übrigens normal, dass man zuerst einen Beruf erlernte und dann erst die Profi-Fussballer-Karriere anstreben durfte. Klinski durfte zunächst als Bäckerlehrling nur kleine Brötchen backen, bevor er die Weltbühne des Fussballs betrat.


    Jedoch sollen die heutigen Spieler nach dem Ende der U 19 bereits fertig ausgebildet sein. Die U 23 wird mitlerweile von den Profi- wie von den Leistungsvereinen infrage gestellt, da kaum noch jemand aus der U 23 den Sprung ins erste Team schafft. Dementsprechend haben bereits Jugendliche mit guten Perspektiven Spielerberater. Statt eines Probetrainngs werden Video`s verschickt. Ich will das Ganze gar nicht bewerten, aber kurios ist es schon!


    Fristeten in Zeiten, wo man lieber preiswerte, fertige Spieler aus Südamerika holte, deutsche Talente noch ein Schattendasein, ist im Übergang zwischen Junioren- und Seniorenbereich derzeit viel in Bewegung.


    Bewegungen, die motivieren aber auch verunsichern und deshalb leicht kippen können für die Zielgruppe der Jugendlichen! Aber, wo viel Geld im Spiel ist, da gibt es eben nicht für alle Sicherheit!

    Einmal editiert, zuletzt von TW-Trainer ()

  • Soll das die Antwort darauf sein


    Nicht DIE Antwort, aber das Buch hilft Fussball aus einem breiteren Blickwinkel zu betrachten. Die Frage lautet nicht mehr: "Was will ich vom Fussball", sondern "Was will ich vom Leben". Leben ist alles und in diesem umfassenden Kontext sollte Fussball gesehen werden.
    Stress bekommt man nicht allein durch Fussball sondern meist durch das Leben drum rum. Deshalb heisst Resilienz mehr als nur über Fussball nachzudenken. Resilienz heisst übers LEBEN nachzudenken und was ich darin erreichen will.

  • @FB


    O.K. auch, wenns jetzt ein wenig ab vom eigentlichen Thema geht! Stressbewältigung gehört auch zu jeder Managerausbildung. Soweit kann ich dir noch folgen! Leider wird dabei lediglich die Einzelperson in seinem beruflichen Umfeld in Betracht gezogen. Das Privatleben findet eigentlich nicht statt, weil er sein Leben dem Beruf widmen soll. Wenn aber der Manager noch eine Familie hat, die er nicht enttäuschen möchte, dann sind wir wieder genau an dem Punkt angelangt, dass man sein Leben nicht isoliert getrachten kann, sondern das es immer auch Wechselwirkungen im sozialen Umfeld gibt.


    Je höher ihre Macht, je einsamer sind diese Menschen! Nur noch Arbeit kann sie glücklich machen und nur noch damit identifizieren sie sich in ihrer Freizeit. Die wenigsten Topmanager werden alt. Ein ordentlicher Herzinfakt mit 50 sollte es schon gewesen sein, sonst ist man nicht an sein Leistungslimit gegangen.


    Für andere Leser, die jetzt selbst kurz vor einem Herzinfakt stehen: ja, es gibt einen Ausweg - und da hat "FB" hier absolut recht! Aber diesen Ausweg, seine Person nicht aufs Serviertablett der Verantwortlichen tagtäglich verfrühstücken zu lassen, den schaffen die Wenigsten.


    Rezepte bieten Gurus an, wie wäre es mit ein bißchen mehr Ehrlichkeit und Bodenständigkeit? Auch Fussball kann zu einer gefährlichen Religion und Ersatz-Droge werden, denen gerade für junge Menschen leicht verfallen können. Warum sonst erholen sich viele Hoffnungsträger nicht aus einem Leistungstal! Wer interessiert sich für sie, wenn Schule oder Elternhaus Stress machen? Warum werden sie einfach weggeworfen, ihre erfolgreiche Vergangenheit gelöscht und einfach ausgetauscht?


    Es wäre dcoh gut, einen Schlüssel zu haben, um in jeder Phase des Lebens glücklich zu sein?

  • Warum werden sie einfach weggeworfen, ihre erfolgreiche Vergangenheit gelöscht und einfach ausgetauscht?
    Es wäre dcoh gut, einen Schlüssel zu haben, um in jeder Phase des Lebens glücklich zu sein?


    Haben wir doch - und gerade deshalb empfehle ich dir wirklich mal Sutters Buch zu lesen: Mit der Erkenntnis dass nur DU und nur DU allein für dein Leben verantwortlich bist und niemand dir diese Verantwortung nehmen kann. Bei einem Kind übernehmen das - stellvertretend - die Eltern. Aber NIEMALS ein Trainer !!
    Der Haken an der Sache ist aber der, dass die Eltern welche sich soweit gebildet haben und über entsprechende Erfahrungen und Wahlmöglichkeiten verfügen, um wirkliche Verantwortung übernehmen zu können, sich gerade im Fussball noch in einer unglaublichen Minderzahl befinden.
    Es ist damit auch kein Zufall dass sich die meisten "Talente" aus niedrigen Einkommensschichten rekrutieren und damit den Vereinen die einfache Manövriermasse stellen, mit der sie nach Belieben rummachen und bei Nichtgebraucht wieder entsorgen können. Einfache Leute motzen nicht. Stehen ja auch nicht vor der Wahl zwischen Studium und Fussball. Gelegenheitsjob geht immer. Man war jetzt schon zwei Generationen Putze. Kann der Sohn auch putzen wenn er nicht mal für Fussball taugt ;)
    Kein Wunder also, haben wir kaum "intellektuelle" Spieler sondern dumpfe Fusssoldaten. Nicht weil es sie nicht gäbe, sondern weil der organisierte Fussball primär mit SelfMade Coaches und Nichtakademikern besetzt ist, die keine Ahnung haben wie sie mit selbstbestimmten, selbstmotivierten, Ansprüche stellenden, intelligenten jungen Menschen umgehen sollen.
    Diesbezüglich hat vor allem der Schweizer Nachwuchs - angesichts den sich intelligenten jungen Menschen sich hier bietenden Alternativen - ein riesiges Motivationsproblem.

  • Zitat


    Einzig bei Dani2 muss man sich entschuldigen, weil die von ihm gewünschte Diskussion in diesem thread eine vollkommen andere war.


    Gar kein Problem, ich lese ja auch fleißig mit und versuche mir von anderen Auffassungen der Motivation ein Bild zu machen.


    Um jedoch dem ganzen ein wenig zu widersprechen, was so mancher hier predigt und auch um das ursprüngliche Thema nicht ganz zu vergessen, will ich kurz von unserem Spiel gestern Abend erzählen.


    Ein paar Hintergrundinfos: Wir (D-Juniorinnen) stehen derzeit nicht ganz so gut, aber auch nicht ganz so schlecht in der Tabelle da. Wir haben viele sehr junge Spielerinnen, ein Großteil der Mannschaft ist noch für die E-Jugend spielberechtigt. Auch deshalb bin ich keiner, der ständig Druck macht sondern sich lieber an Fortschritten festmacht, als an Ergebnissen. Am Freitagabend kam dann das erste Punktspiel, gleich gegen den Tabellenführer. Ich hatte mir ja, wie im ersten Post hier erklärt, vorgenommen, ein wenig Dampf zu machen. Ich hab mir dann einen Plan zusammengeschustert und ein paar unserer normalen Rituale gebrochen. Normalerweise treffen wir uns eine Dreiviertelstunde vor Spiebeginn, die meisten schon fertig umgezogen, blödeln noch ein bisschen rum, gehen dann die Aufstellung durch und gehen raus. Aufstellung heißt, ich schreibe drinnen an eine feste Taktiktafel, wer wo im 1-3-2 System spielt, damit jede die Formation immer und immer wieder vor Augen hat. Draußen wird warm gemacht, das heißt ein wenig gelaufen, danach 5 gegen 5 plus 1 auf Ballbesitz gespielt. Dann gehts auch schon los.


    Nun diesmal haben wir uns eine Stunde vor dem Anpfiff getroffen, ich hab dann erst die Trikots ausgegeben. Dazu gabs Musik, haben die Mädchen sich selbst ausgesucht. Eine Dreiviertelstunde vor Anpfiff sind wir raus. Ein bisschen warmspielen zu dritt, dann kurz warmlaufen und schließlich wieder 5 gegen 5 plus 1. Diesmal habe ich dann alle in einen Kreis zusammengeholt und eine kurze Rede gehalten, etwa eine Minute lang. Ich habe vom letzten Spiel angefangen, sie daran erinnert wie blöd wir uns da angestellt haben. Dann erklärt, dass das ein halbes Jahr her ist, in dem wir den ganzen Winter durchtrainiert haben, zweimal die Woche ohne eine einzige Einheit ausfallen zu lassen. Dann voller Überzeugung erzählt, dass die Gegner den ganzen Winter lang nichts getan hätten, sondern ihren Allerwertesten schon zu Hause im warmen gehalten hätten. Das waren etwa 30-45 Sekunden, danach die Aufstellung schnell runter und einmal alle Hände in der Mitte zusammen, allerdings ohne blödes Rumgeschrei, sondern nur einmal alle nach oben, nach unten und dann raus aus dem Kreis und klatschen.


    Das Ergebnis war aus meiner Sicht eines der besten Spiele, die wir bisher gemacht haben. Von der ersten Minute an Vollgas, sehr hohes Pressing (so wie immer), aber diesmal auch mit der richtigen Intensivität. Wir hatten Chancen ohne Ende, viel Ballbesitz, sind sogar zweimal alleine aufs Tor zugelaufen. Zur Halbzeit herrschte dann volle Euphorie, die Eltern waren begeistert und haben das leider auch gleich ihren Töchtern mitgeteilt. In der zweiten Hälfte wurde es dann etwas unkonzentrierter, die Gegner kamen öfter aus der eigenen Hälfte und dann wird es logischerweise gegen eine Verteidigerin fast immer gefährlich. Unsere Keeperin hat noch 1-2 Mal richtig gut gerettet, danach haben wir leider das 1:0 kassiert. Ich hatte dann kurz die Befürchtung, die Mannschaft würde jetzt zusammenklappen. Aber sie haben sich nochmal zusammengerissen und wir hatten am Ende sogar noch die ein oder andere Chance auf den Ausgleich, einmal wurden wir dann leider böse gefoult, einmal hat die gegnerische Torhüterin toll eingegriffen. Damit blieb es beim 0:1, aber ich war richtig stolz.


    Die Stimmung war danach gar nicht so geknickt, wie ich es eigentlich erwartet hatte. Die Eltern waren stolz (dann auch zum richtigen Zeitpunkt), die etwas Älteren aus der Mannschaft haben erkannt, dass das ein tolles Spiel von uns war und die Jüngeren etwas aufgebaut. Nach ein bisschen Musik sind sie dann alle geschlossen aus der Kabine und heim.


    Dementsprechend hätte ich jetzt dank einer ordentlichen Pre-Match-Motivation ein gutes Spiel ausgelöst. Und das ohne mich während des Spiels groß einzumischen. Abgesehen von einige kleineren Korrekturen (Mittelfeld höher, tiefer), Standards und Spieleröffnung sowie Auswechslungen habe ich nicht viel getan, sondern einfach beobachtet und spielen gelassen. Jedoch, das ist mir auch klar, wird das beim nächsten Mal nicht mehr so funktionieren, ich habe praktisch mein Pulver verschossen.


    Jetzt frage ich mich aber, zu der Theorie von Fussballbaron: Glaubst du, ich würde das gleiche erreichen, würde ich deine Methode anwenden? Das sind E/D-Juniorinnen, die sicherlich viel Spaß am Fußball haben und gerne kommen. Aber sich selbst motivieren? Würde ich bezweifeln, dafür fehlt ihnen der Ehrgeiz zu sehr. Vielleicht ist das bei Jungen anders.


    Zitat von Brechstange


    Ich denke eher, dass in den Breitensportteams der Anteil an "Resilienztalenten" höher ist. Vielleicht ist das Thema gerade deshalb auch für die Leistungssportvereine interessant. Warum? Weil die "Hochveranlagten" viel weniger Gelegenheiten haben, Resilienz zu entwickeln. Der Hochveranlagte macht ja ständig nur positive Erfahrungen. Der mittelmässig Begabte hingegen lernt früh den Misserfolg kennen ... und mancher wird vielleicht erst dadurch richtig angestachelt (Während Andere den Kopf in den Sand stecken). TW-Trainer spricht ja mit Recht die vielen Beispiele von Spielern an, die nach dem ersten Rückschlag nie mehr zurückkommen.


    Besonders im Breitensport gibt es für mich zwei Möglichkeiten bei ständigem Misserfolg: a) die Mannschaft fällt auseinander b) die Mannschaft nimmt sich selbstironisch und das Fußballspielen wird irgendwann zur Farce. Ich denke, du brauchst um dann eine Resilienz zu entwickeln, auch die nötigen Voraussetzungen aus Erziehung und ganz früher Kindheit. Allerdings, das muss ich auch zugeben, habe ich auch noch nie in einer "richtig schlechten" Mannschaft gespielt, ich stand am Ende einer Saison noch nie in der unteren Tabellenhälfte, sondern hatte immer das Glück, hervorragende Mitspieler an meiner Seite zu haben. Jedoch beobachte ich die beiden Punkte oben bei Mannschaften von Bekannten.


    Beispiele: Die Mannschaft meiner Freundin ist seit diesem Jahr in der Damenwelt angekommen, einige sind noch zu jung dafür und dementsprechend schaut es auch aus. Sie sind momentan die Schießbude der Liga, nacheinander haben immer mehr aufgehört, bis die Mannschaft schließlich zur Rückrunde ins Kleinfeld gegangen ist. Auf der anderen Seite unsere eigene vierte Herrenmannschaft, gegen die wir ab und zu mal ein Testspiel im Training austragen. Die haben einen riesigen Kader, eine hohe Trainingsbeteiligung und trainieren zum Teil 2 bis 2,5 Stunden am Abend. Wie effektiv das Training ist, sei mal dahingestellt. Aber die meisten spielen eben schon ewig in der B-Klasse, es geht nichts voran, immer eher nach unten. Das Ergebnis ist zwar ein lustiger Haufen, die sicher viel Spaß haben, aber auch Spiel für Spiel verliert. Da wird schon mal vor dem Spiel nur über die Kneipe nach dem Spiel geredet, weil man "ja ohnehin verliert."

  • Ich habe vom letzten Spiel angefangen, sie daran erinnert wie blöd wir uns da angestellt haben. Dann erklärt, dass das ein halbes Jahr her ist, in dem wir den ganzen Winter durchtrainiert haben, zweimal die Woche ohne eine einzige Einheit ausfallen zu lassen. Dann voller Überzeugung erzählt, dass die Gegner den ganzen Winter lang nichts getan hätten, sondern ihren Allerwertesten schon zu Hause im warmen gehalten hätten. Das waren etwa 30-45 Sekunden, danach die Aufstellung schnell runter und einmal alle Hände in der Mitte zusammen, allerdings ohne blödes Rumgeschrei, sondern nur einmal alle nach oben, nach unten und dann raus aus dem Kreis und klatschen.


    Ich finde das was Du zur über Eure Vorbereitung geschrieben hast, gut. Zwei Dinge die ich vor dem Spiel nicht machen würde: 1. Über "schlechte" Spiele der Vergangenheit reden, 2. Über den Gegner sprechen.


    Die Stimmung war danach gar nicht so geknickt, wie ich es eigentlich erwartet hatte. Die Eltern waren stolz (dann auch zum richtigen Zeitpunkt), die etwas Älteren aus der Mannschaft haben erkannt, dass das ein tolles Spiel von uns war und die Jüngeren etwas aufgebaut. Nach ein bisschen Musik sind sie dann alle geschlossen aus der Kabine und heim.


    Für mich wäre wichtiger als die ganze Vorbereitung, dass man nach dem Spiel heraushebt, dass sie sich toll gewehrt haben, dass sie nicht die Köpfe hängen lassen haben, und dass sie den Ausgleich verdient gehabt hätten.


    Jetzt frage ich mich aber, zu der Theorie von Fussballbaron: Glaubst du, ich würde das gleiche erreichen, würde ich deine Methode anwenden? Das sind E/D-Juniorinnen, die sicherlich viel Spaß am Fußball haben und gerne kommen. Aber sich selbst motivieren? Würde ich bezweifeln, dafür fehlt ihnen der Ehrgeiz zu sehr. Vielleicht ist das bei Jungen anders.


    Mische mich da mal ein - ich habe ja schon anderswo geschrieben, dass ich glaube, dass die gar nicht wüssten, was Du von Ihnen willst. - Kurze Anekdote aus dem Hockey meiner Jungs - meine beiden D-/E-Jungs hatten am Wochenende ein Spiel, über das sie schon am Montag zuvor gesprochen hatten - sehr ungewöhnlich, das ist ein ganz ruhiger Trainer, der das nicht von sich aus aufbringt, muss aus der Mannschaft gekommen sein. Aus irgendeinem Grund haben die Jungs beschlossen, dass sie das jetzt gewinnen wollen - war ein bischen nervig die Woche über beim Abendessen ;) Im Spiel dann gestartet wie die Feuerwehr, viele Chancen und Torschüsse - und nach den beiden ersten Gegenangriffen stand es 0:2. Dann aber dagegen gehalten, am Ende deutlich gewonnen. Der Trainer, ein ganz ruhiger Typ sagt nur: Toll dass ihr drangeblieben seid, man hat auch nach dem Rückstand gemerkt, dass Ihr unbedingt gewinnen wolltet und nicht die Köpfe hängen lassen habt. Für mich ist das genau die richtige Bestärkung zum richtigen Zeitpunkt. Vor einem zukünftigen Spiel kannst Du die Spieler einfach an diese Situation erinnern. Der Rest geschieht im Kopf der Spieler - oder eben nicht. Die tiefere Analyse und Selbstfindung würde ich - auch im Leistungsbereich - in die spätere Pubertätshälfte verlagern.

    Besonders im Breitensport gibt es für mich zwei Möglichkeiten bei ständigem Misserfolg: a) die Mannschaft fällt auseinander b) die Mannschaft nimmt sich selbstironisch und das Fußballspielen wird irgendwann zur Farce. Ich denke, du brauchst um dann eine Resilienz zu entwickeln, auch die nötigen Voraussetzungen aus Erziehung und ganz früher Kindheit. Allerdings, das muss ich auch zugeben, habe ich auch noch nie in einer "richtig schlechten" Mannschaft gespielt, ich stand am Ende einer Saison noch nie in der unteren Tabellenhälfte, sondern hatte immer das Glück, hervorragende Mitspieler an meiner Seite zu haben. Jedoch beobachte ich die beiden Punkte oben bei Mannschaften von Bekannten.
    Beispiele: Die Mannschaft meiner Freundin ist seit diesem Jahr in der Damenwelt angekommen, einige sind noch zu jung dafür und dementsprechend schaut es auch aus. Sie sind momentan die Schießbude der Liga, nacheinander haben immer mehr aufgehört, bis die Mannschaft schließlich zur Rückrunde ins Kleinfeld gegangen ist. Auf der anderen Seite unsere eigene vierte Herrenmannschaft, gegen die wir ab und zu mal ein Testspiel im Training austragen. Die haben einen riesigen Kader, eine hohe Trainingsbeteiligung und trainieren zum Teil 2 bis 2,5 Stunden am Abend. Wie effektiv das Training ist, sei mal dahingestellt. Aber die meisten spielen eben schon ewig in der B-Klasse, es geht nichts voran, immer eher nach unten. Das Ergebnis ist zwar ein lustiger Haufen, die sicher viel Spaß haben, aber auch Spiel für Spiel verliert. Da wird schon mal vor dem Spiel nur über die Kneipe nach dem Spiel geredet, weil man "ja ohnehin verliert."


    Bei der Damenmannschaft finde ich es schade - gerade im Damenbereich gibt es ja viele, die ein paar Jahre lang "Schiessbude" sind, aber dran bleiben und später alles aufmischen - tolle Erfahrung, finde ich! Bei der "Vierten Herren" hört es sich einfach an, als hätten die eine nette Einstellung für sich selbst gefunden - Ehrgeizige spielen halt woanders :)

  • Im Tennis kenne ich 11-, 12-jährige, die haben schon erlernen dürfen, sich selbst zu motivieren. Auch, weil sie es wollen! Das gehört dazu: in sich für die Sache ein Feuer haben, dass man dann amlassbezogen "anfeuern" o. auch herunterkühlen (cool down) kann. Im Teamsport/-play ist dies natürlich schwieriger, komplexer...


    Daher installieren viele Trainer gern einen festen "Spielführer": 1. indem sie eine schon bestehende Hierarchie unter den Kids benutzen u. verfestigen, 2. indem dieser vom Charakter her eher stark o. auch "laut" zu sein vermag, 3. indem er für seinen Sport innerlich brennt, woran der Trainer dann anknüpfen kann u.ä. Drei Gefahren: andere stellen sich so schnell unter den Scheffel, da dieser "Führer" zu dominant erscheint o. wird. Laut Resilienz-Forschung kann er im Charakter so bestens weiter heranwachsen, wogegen all die anderen eher unter ihm zusammenschrumpfen, als sich an ihm als Vorbild aufzubauen. Grund: es sind Kinder, keine Erwachsenen, also ohne die nötige kritisch-reflexive Distanz als Chance, sich selbst in der eigenen Integrität 1:1 zu bewahren! Sie mutieren schnell zu bloßen "Anhängern", funktionieren dann nur, wenn der Spielführer den entsprechenden Ton angibt. Was aber, wenn der mal fehlt, woanderhin wechselt, da er allzu stark fürs Team u. so unterfordert wurde etc.? Und auch er bleibt immer noch ein Kind mit vielfältigen Probleme, Formschwankungen usw., das folglich auch überfordert werden, ausbrennen kann. Daher plädiere ich zB stets für wechselnde Spielführer, indem zB der mannschaftsdienlichste Spieler des Letzten Spiels fürs kommende mit der Kapitänsbinde belohnt wird. Man sieht dann förmlich von außen, wie dieser Spieler mit der Binde am Arm wächst, aufrechter u. willentlich voran geht. Müsste er dies aber immer, könnte es zu viel werden, seine Motivation in sich (intrinsisch) leiden, ausbrennen...


    So schön der Effekt sein kann, dass der feste Spielführer das Team in Rückständen o.ä. als verlängerter Arm des Trainerkopfes aufm Platz mitreisst, die Gefahren solch auf Erfolg, Ergebnisse schielender Instrumentalisierung sollte keiner verkennen, sich so besser erstmal individueller Motivationskontrolle aller Spieler widmen, auch wenn dies natürlich viel umfangreicher, schwieriger zu bewältigen ist...

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....