Wachsender Druck für den Hobbytrainer von allen Seiten

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  • guenter


    Als Trainer wird man einfach pauschal von überall angemacht.


    Eltern möchten zum grössten Teil nur nehmen, nehmen und nehmen und diese Krankheit wird den Jugendlichen und Kindern (also nächste Generation) so weiter gegeben. Kein Wunder gibt's immer weniger Ehrenamtliche in diese verrottete Ich-Gesellschaft.
    Die meisten haben doch eher keine Zeit, Junioren zu trainieren, weil man lieber vor der Glotze hockt (sicher nicht wegen Arbeit usw. sondern eher wg. Faulheit).
    Anderseits möchte man mit den genannten Problemen nicht konfrontiert werden, wobei man diese erst während der Tätigkeit als Trainer erlebt... in so einem Fall rede ich dann eher von Drop Out des Trainers also von Faulheit.


    Die Vorstände verärgern einfach durch Ihre politische Entscheidungen und die Versprechen die sie nicht einhalten.
    Aber Einsatz verlangen diese dafür. Helfen bei Hallenturnieren, nebst Traineramt usw. Wenn man da nicht mitmacht wird man schief angekuckt.
    Also ist auch da eine grosse Erwartung vorhanden.


    Der Verband ist sowieso unflexibel und trifft einfach Entscheidungen ohne mehr als für 50 Cent zu überleben.


    Ich bin auch bald soweit, die Marmelade aus den Berlinernzu nehmen, stellt sich nur die Frage woher die Saarländer die Nutella her haben :thumbup:

  • Zitat guenter:

    Zitat

    @ Karl,

    deine Beiträge, die du zur Zeit bringst, finden meine volle Zustimmung.


    aber ist der bezahlte Trainer wirklich Dienstleister des einzelnen Kunden(Vereinsmitglied)?


    er ist Angestellter des Vereins, diesem weisungsgebunden. dieser Verein wird durch den Vorstand vertreten, gewählt durch die Mitglieder.
    Mehr Einfluss oder Ansprüche hat das einzelne Mitglied gegenüber dem Trainer jedoch nicht.


    der Traner hat die Vereinsinterssen zu vertreten und nicht die des einzelnen Mitgliedes.
    wäre wohl auch sehr lustig, wenn es anders wäre.






    guenter:



    genauso ist es. Er wäre dann Dienstleister des Vereins und diesem verpflichtet. Nicht dem einzelnen Mitglied.



    Ein Mitspracherecht der Eltern kann man meiner Meinung nach verankern, wenn man z.. den vollen vereinsbeitrag nimmt und dafür dieses Recht der Elternvertretung ( 1 Erwachsener pro kind) in der Satzung installiert.
    Das bedeutet immer noch nicht, dass dann derjenige in die Arbeit des Trainers hineinreden darf, aber er kann dann als Vertreter seines Kindes normale Mitgliedsrechte für dieses wahrnehmen, so z.B. auch das Wahlrecht.

  • zum ursprungspost von Pietro:


    hundertprozentige zustimmung, auch von einem "stadtverein" im ruhrgebiet. die zustände sind nahezu identisch!
    das geht sogar bis in den leistungsbereich der B und A-jugend. 23er kader bei beiden, 8 bis 10 beim training.
    der trainer ist "spielbetriebsgewärhleister" und organisiert eher als dass er trainiert.
    warum? es ist heutzutage einfach sich trotz regeln und absprachen kurz abzumelden.
    meistens online oder per SMS, oft erst eine stunde vor beginn. sind es genug, die sich abmelden,
    bleibt auch kein druck von wg. dann spielst du nicht. geht halt nicht anders.
    die gründe sind wie oben genannt, alle wichtig und unabenderlich!
    dabei ist hier nicht einmal ein anderer sport als konkurrent zu sehen...


    was die eltern betrifft, mitspracherecht und so weiter, sehe ich es etwas anders als die meisten,
    wenn auch mit gemischten gefühlen: wir brauchen die eltern dringend, aber nur bis zu einem gewissen punkt.
    und genau das geht nicht, das ist das problem.
    wir brauchen sie als fahrdienst, als dienstleister für schmutzige trikots und laibchen, als materialbesorger
    und unterstützer des fußballs, mental, motivierend, loyal aber unkritisch.
    heißt, wir suchen uns alle für uns nützlichen dinge raus, fordern sie ein und sind sauer, wenn die eltern es nicht tun.
    zb. fußballverbot, oder kein bock zu fahren sonntags morgens um 9.00 uhr, und und und...
    wollen sie dann aber umgekehrt mitspracherecht, nicht zuletzt für alles was sie so tun, brennt der baum.
    es gibt ja nur einen hier, der das sagen hat und das große ganze im blick behält. mitsprache gleich anarchie, ohne uns!
    es sieht ein blinder mit krückstock, dass genau das nicht funktionieren kann, es auch nicht fair ist.
    deshalb versucht man mindestens ab der B die eltern langsam aussen vor zu lassen.
    infos gehen direkt über die jungs, keine gemeinsamen elternaktivitäten mehr wie früher und so weiter.
    die jungs sind ja jetzt groß, vermeintlich hat man nun ein problem gelöst, ist aber nicht so.
    denn nun fehlt uns auch der unterstützer und die trainingsbeteiligung lässt nach.
    sind sie nicht mehr direkt beteiligt, achten sie auch auf trainingsfleiß nicht mehr so genau.
    vom fahrdienst, den man erbetteln muss, ganz zu schweigen.


    da kann der verein letztendlich gar nix dran machen. die B ist hier inzwischen absoluter killer,
    denn in der A sind wenigstens wieder jungs mit eigenem lappen.


    nach wie vor bin ich ja der meinung dass viele probleme sich mit der verknüpfung mit den schulen lösen lässt,
    inklusiver der abschaffung alter verkrusteter strukturen in den verbänden. aber damit stehe ich ja alleine... macht aber nix.

  • siebener: Du hast es begriffen, prima: Kinder als Material abliefern, niedere Dienste verrichten, Beiträge bezahlen u.ä., aber nie mitreden, gar was mit entscheiden dürfen, so fühlt man sich als Eltern. Umgekehrt bin ich ja auch Trainer, hab die Nöte in dieser Rolle auch vor Augen. Aber: Jammern, Selbstmitleid, sich als Opfer präsentieren - dies wäre mir als Trainer einfach fremd! Wie man in den Wald hinein schreit, so schallt es heraus, oder? Ich hab's ja stets freiwillig gemacht, wenn ich dagegen ans "Lohndumping" an den WM-Orten denke. Aber dies beschämende Elend haben Beckenbauer& Co vor Ort ja auch gar nicht gesehen, oh Wunder. Also existiert es gar nicht - für sie. Dabei gab es viele Tote. Muss man sich mal vorstellen, Bilder dazu gab's ja nie. Weg geredet, wie jede Kritik...? Die "Schicksalstage des U.Hoeneß" hingegen: als gäbe es Über- u. Untermenschen, oder? So ist alles ja ganz einfach, die im Schatten, die sieht man nicht (B.Brecht)! Nur: freie Rede, freien Wettbewerb um Wahrheit, Qualität, Leistung, freie Menschen, das blockiert man leider, indem man die unten gar nicht sieht, was ja System hat, oder? Ich sehe mir die Sache lieber von unten her an, kann nicht anders, aus Leidenschaft: leide mit denen, die keiner sehen, beachten will u. doch genauso dazugehören (sollten) ;):thumbdown:

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

    6 Mal editiert, zuletzt von Keller-Kicker ()

  • Ich bin Vater eines B-Jugendlichen.
    regelmässige Fahrten zum Spiel und Training.
    ausser mir und meiner Frau ist sogut wie jeder Spieler von mindestens einem Elternteil beim Spiel vertreten.
    da wird mal gemeckert, auch mal Entscheidungen des Trainers kritisch gesehen.


    Aber keiner kam da bisher auf die Idee, dem Trainer reinzureden, in irgendetwas mitreden zu wollen.


    Ich geniesse es richtig, einfach nur zuzuschauen, manchmal auch etwas aufzuregen oder einfach nur zufrieden mit dem Spiel zu sein.


    Hin und wieder würde ich anders vorgehen, wie der Trainer. aber der ist näher an der Mannschaft, in jedem Spiel, in jedem Training,
    macht sich sicherlich seine Gedanken. Opfert seine Freizeit, ist zuverlässig und pünktlich.


    Woher soll ich da das Recht nehmen, mitreden zu wollen? weil ich meinen Sohn zum Training fahre?, 2 mal die Saison von der Frau
    die Trikots gewaschen werden?


    wer mitreden will kann ganz einfach im Verein eine Funktion übernehmen, ist doch eigendlich recht einfach.


    gg

  • Zitat guenter:

    So sieht es aus. gewisse Sachen gehören dazu. Oder man zahlt einen entsprechend höheren Beitrag und die Trikots werden dann vom Verein gewaschen und die Kinder durch Vereinsbusse zu den Spielen gefahren. Wäre warscheinlich sogar gerechter, da den entsprechenden erhöhten Beitrag dann alle Eltern zahlen müssten.,auch die Faultiere, die Sonntag morgen grundsätzlich lieber im Bett bleiben und ihre Brut den anderen aufdrücken, oder sich so vor den Fahrtkosten drücken.

  • @TR Pietro


    Ich habe ein Problem damit, dir zu glauben, dass du dich unter Druck gesetzt fühlst.


    aufgrund deiner Beiträge, die ja einiges von Erfahrungen zeugen, hätte ich das nicht vermutet.


    Kannst du mal Beispiele aufzeigen, wo du dich persönlich unter Druck gesetzt fühlst, und von wem.



    ersetzt du das Wort "Druck" durch "Erwartungen" könnte ich dir wiederum folgen.



    Erwartungen an Andere ist aber sehr weit in unserer Gesellschaft verbreitet, auf allen Ebenen und gerade von denen, die selbst wenig tun.


    ich spreche gerne vom ständig wachsenden Anspruchsdenken an Andere.


    Aber muss man, gerade auch aals Trainer, diesem Anspruchsdenken gerecht werden? dann könnte man unter Druck geraten..


    Ich sehe dich aber durchaus in der Lage, dieses Anspruchsdenken abzuweisen und somit dem Druck nicht ausgesetzt zu sein.


    oder sehe ich das verkehrt?



    so wie das Anspruchsdenken früher wesentlich geringer war, ändern sich auch andere Zeiten:

    früher von Fetten Donnerstag bis Aschermittwoch nur zum Duschen, Essen und Umziehen nach Hause gekommen
    verbringe ich jetzt Fastnacht um irgendein Zeug zu schreiben.
    jetzt geh ich aber den Umzug gucken, gibst in unserem kleinen Dorf noch.
    aber auch da haben sich die Zeiten geändert. Heute nur Gucken, in den Zeiten als Jugendtrainer immer mit der Mannschaft mitgetappt.


    liegt das jetzt jedoch an veränderten Zeiten oder doch dem Alter entsprechend? Nichts bleibt wie es ist, ob persönlich oder beim Fussball.


    Allez Hopp (saarländisches Helau oder auch Alaaf)


    gg

  • ihre Brut den anderen aufdrücken


    Wenn ich so Worte u. den ganzen entlarvend 'aufgedrückten', negativen Grundton lese, mein ich zu erahnen, wie wer Kinder (als Tiere frei zur Abrichtung?) wahrnimmt, zu ihnen steht, sich verhält. Na ja, was soll man da sagen :(

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  • Günter


    Vermutlich habe ich einfach kein Bock mehr, mehr machen zu müssen als man müsste.
    Trotzdem kann man aber von Druck sprechen. Immerhin muss ich als Trainer den Spielbetrieb gewährleisten. Wie soll das aber gehen, wenn meine Junioren einmal wegen das und einmal wegen dem, fehlen? Es kann doch nur gewährleistet werden, wenn man einen riesen Aufwand betreibt (eben viele Telefonate).


    Weiss nicht wie es in DE ist.
    Bei uns ist es so, dass man Meisterschaftsspiele, bei nicht antreten, forfait verliert. Eine Forfait Niederlage bedeutet eine Busse in Höhe von CHF 300.-
    Das ist viel Geld. Also haben die Vereine kein Interesse daran, forfait zu verlieren. Wer vertritt diese Interessen und muss gegensteuern?
    ... genau... der Trainer.


    Der Druck der Eltern?
    Glaub mir, wenn ein Papa, genügend im Verein als Sponsor investiert, so hat dessen Wort auch mehr Gewicht als die eines Trainers.
    Da kann schon Druck kommen. Und da die meisten Junioren Obmänner mit der Zeit, Politiker werden und Ihren Fach- und Sozialverstand abstellen um durch Politik, jegliche Moral begraben zu können, kann es durchaus passieren, dass man als Trainer genau wegen einer bösen E-Mail eines solchen Vaters, liquidiert werden kann.
    Habe es auf meine eigene Haut erfahren. Bin seit da, sehr vorsichtig mit der Wahl von Juniorenteams. Ich übernehmen konsequent keine Teams mehr, wo Eltern auch Vorstandsmitglieder oder Sponsoren sind.


    Da siehst Du es; es gibt schon Situationen die Druck verursachen können.
    Bei mir ist klar, dass die negativen Erfahrungen, die Freude am Fussball "IN VEREINE" weck genommen haben.


    Gruss
    TRPietro

  • Hier in Hessen ist auch eine Strafe fällig, wenn man zu einem Spiel nicht antritt. Wie hoch sie ist, weiß ich aber nicht. Ich verstehe schon ein Stück weit deinen Frust, TRPietro, andererseits sollte man als Trainer, wie ich finde, nicht den Fehler machen, davon auszugehen, dass allen Spielern der Fußball genauso viel bedeutet wie einem selbst. Speziell die leidenschaftlichsten und ambitioniertesten Trainer können schon mal dazu neigen, ihrer Mannschaft allzu viele Termine auszumachen, was dann durchaus auch mal Stress bei den Familien verursachen kann. Man sollte nicht vergessen, dass die meisten Leute auch noch ein Leben neben dem Fußball haben und auch da immer mal wieder Termine anfallen. Außerdem möchte ich zumindest den heutigen Kindern und Jugendlichen, die gefühlt fünf mal so viele Termine haben wie wir damals in den späten Siebzigern und Achtzigern, es durchaus auch mal gönnen, gar nichts vorzuhaben, und zwar nicht nur mal zwei Stunden zwischendrin.


    Ich weiß nicht, wie der Spielbetrieb bei Euch so ausgeführt ist, aber bei uns ist schon die D-Juniorengruppenliga 14 Mannschaften stark, was bereits bei der U13 zu 26 Pflichtspielen in der Saison führt. Ich habe eben mal nachgeschaut, sogar in der E-Juniorenkreisliga ballen sich schon so viele Mannschaften. Wir reden hier von U11! Ich kann ja glauben, dass viele Kinder gerne Fußball spielen, aber so viele Pflichttermine sind mir persönlich zu viele. In unserer B-Junioren-Kreisklasse wird es übrigens noch heftiger, sie ist 17 Mannschaften stark, das ist also fast schon Bundesliga.


    Ich finde es eigentlich gut, dass Ihr kleine Mannschaften bildet und so jeder Spieler auf eine hohe Einsatzquote kommt. Aber ich persönlich finde, dass zumindest der hierzulande übliche Spielbetrieb zu viele Pflichttermine verursacht. Mir wäre es als Trainer lieber, wenn man weniger Pflichttermine hätte und stattdessen individuell mehr Freundschaftsspiele ausmachen könnte. Da kommt ja noch dazu, dass viele Jugendtrainer diese sog. Test- und Vorbereitungsspiele noch zusätzlich ausmachen. Bei uns war es kürzlich so, dass noch vor Beginn der Rückrunde noch sechs Vorbereitungsspiele hinzu kamen, vier davon an aufeinanderfolgenden Samstagen und Sonntagen, es waren also zwei Wochenenden komplett für Fußball vorgesehen. Daneben gab es in der selben Zeit noch zwei Hallenturniere. Bei aller Liebe zum Sport, aber irgendwann ist auch mal genug.


    Ich weiß nicht, ob du es auch so treibst, ich verstehe auch, dass zu als Trainer zwischen dem Verband und den Spielern hängst und es von beiden Seiten abbekommst. Ich weiß aber nicht, ob es sinnvoll ist, nur auf die Spieler und die Eltern zu schimpfen und ihnen eine mangelnde Einstellung zu unterstellen. Man sollte auch mal überlegen, ob die eigenen Ansprüche oder die Ansprüche des Verbands nicht vielleicht ein wenig übertrieben sind.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • tobn


    Eigentlich betreibe ich hier einen rundum Angriff.
    Im ersten Post kritisieren ich auch die Verbände scharf, weil diese Pflichtspiele in der Ferienzeit rein jagen.


    Das mache ich hier ja zum Dilemma; Einer Seits möchten die Junioren zwar spielen, aber am Besten einfach dann wenn es Ihnen passt (und zwar nicht als Mannschaft passt sondern als Individuum). Auf der anderen Seite ist der Verband komplett unflexibel.


    Ich bin der Meinung, dass man auch Spiele halt in den Ferien rein setzten kann, wenn es Kalendertechnisch nicht anders geht.
    Jedoch dürfen Forfaits nichts kosten. Wie gesagt CHF 300.- ... das ist viel.
    Somit kann ich im Falle, dass ich zu wenig Spieler habe, einfach dem Verband am Vortag anrufen oder schreiben und benachrichtigen, dass wir nicht antreten und 3:0 forfait geben.
    Somit gewinnen die Teams mit den willigeren Spielern mehr und Larifari Teams verlieren halt mehr, schon alleine weil die Spieler nicht verfügbar sind, resp. nicht antretten.
    So kann man auch Abstiege in Kauf nehmen. Wie lange die Junioren dann Larifari machen weiss ich auch nicht, wenn das Team plötzlich unterm Strich ist.


    Wir haben hier max. 12er Gruppen und spielen in Herbst- und Frühlingsrunde.
    Dh. dass Du pro Jahr, zwei Saisons spielst.


    Viele Grüsse
    TRPietro

  • 300 Schweizer Franken sind in der Tat ziemlich happig. Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Spielabsage bei uns in der Jugend ähnlich hart bestraft wird. Ich selbst halte es für ungeschickt, Spieltermine in die Ferien zu legen. Als Trainer würde ich mir, wie gesagt, weniger Pflichtspiele wünschen, ich könnte ja immer noch entsprechend viele Freundschaftsspiele vereinbaren, wenn mir meine Spieler zu wenig auf dem Platz sind. Ich würde allerdings den Unwillen, an dreißig bis vierzig Spielen im Jahr, bzw. in der Zeit von September bis Juni, denn das entspricht ja der Saison, teilzunehmen, nicht als Larifari.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Jedoch dürfen Forfaits nichts kosten. Wie gesagt CHF 300.- ... das ist viel.


    Das ist krass, so ist's bei uns im Tennis, daher tut man sich auch allzu schwer, neue Teams zu melden, blockiert untere z.B., wo nur 1, 2 Ergänzungsspieler da wären, aus Angst vor Kosten komplett, fügt Schwächere nur oben hinten an, wo sie nie zum Einsatz kommen. - Wer muss die dann tragen: du als Trainer o. der Verein?


    Mir passierte das 1mal, berichtet für ein wenig Trost: wir spielten jahrgangsjünger als aus 3 Jahrgängen zusammengewürfelte "Zweite" in der untersten Klasse bei nem Gegner, der komplett jahrgangsälter u. zudem sehr robust u. technisch stark war. HZ-Ergebnis 0:14. Ich ging zum Gegnertrainer u. fragte mal, wieso sein Team denn in der Staffel spiele. Wir wollen auch mal Meister werden, meinte er. Dann bat ich ihn, in der 2. HZ doch seine schwächeren Spieler mal ran zu lassen, denn einige hatten bisher nur auf der Bank gesessen. Ja, das hättest du gern, was? Ne, wir schlagen euch noch 30:0, wirst schon sehen... Da war ich leider emotional angefressen, ging in die Kabine u. verkündete unserem Team, dass wir uns die 2. HZ nicht mehr antun müssten u. (aus Selbstschutz für die Kids) nach Hause fahren, wo ich dann an der Verband ne Beschwerde schrieb. Für mich erstaunliches Ergebnis: wir erhielten ne deftige Strafzahlung (aber weit unter 100 Euro), die am Ende ich - wg. grob unsportlichem Verhaltens - zu bezahlen hatte.


    Ein kleiner neuer Mosaikstein in meinem Bild vom KiFu hatte sich in meinen Hirnwindungen festgesetzt, führte später dann zum Rücktritt, als der Verein mein Team (zwecks dessen Zerschlagung, da man einst aussortierte, nun verbesserte Spieler wieder in ihre Jahrgänge aufteilen wollte: wg. deren Aufstocken auf 9er Teams, was wir damals nicht verstehen wollten) in eine deutlich zu hohe Klasse meldete, wo es dann reihenweise 2stellige Niederlagen setzte, mein Kollege aber natürlich nie zum Schutz des Teams vom Platz ging. Bereits in der Saison kamen viele Spieler nicht mehr u. das Team war tot, wieder Strafzahlungen: für den Verein. Ich schrieb natürlich besserwisserisch nochmals an den Verband, schilderte beide mein Ex-Team betreffenden Vorgänge, damit man dies in Zukunft evtl. verhindern, an die Kids mehr denken u. zumindest von solch drastischen Strafzahlungen in gewissen Fällen absehen könne: auf lange Sicht betrachtet wäre dies ja konstruktiver. Antwort erhielt ich bis heute nicht, also alles weiter beim alten, obwohl der, der nicht antreten kann o. auch will, ja immer schon gestraft genug ist, man müsste das nur sehen wollen, denk ich...


    Strafen aber demonstrieren ja immer auch Macht: ich oben bestrafe, du unten musst zahlen, Runden laufen, tun, was ich will u. sage - und geht es nicht stets vor allem darum? Daher lehne ich sie per se ab: wer überzeugend u. gut ist, der bewirkt von selbst, dass sie unnötig werden. Sonst läuft oft etwas falsch, obwohl mitunter auch einfach die Umstände zu schlecht sind - dies muss dann jeder selbstkritisch für sich abklären u. abzustellen versuchen, was zumindest in ersterem Fall meist möglich ist. Strafen aber entspringen negativem Denken, blockieren (Selbst-/An-)Erkenntnis oft eher, als sie zu fördern, oder?

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  • Eine Frage an Pietro: Würdest du sagen dass die Vereine generell Trainermangel haben? Wenn ja worauf würdest du das zurückführen? In meinem Umfeld habe ich Vereine erlebt wo ein einziger Trainer Zwei oder Drei Mannschaften auf einmal betreute.


    - machen im Vergleich zu früher heute weniger Menschen Ehrenamt oder ist das Ehrenamt nicht mehr so attraktiv, oder kann man sagen dass das Ehrenamt und die Trainertätigkeit in Konkurrenz steht zu anderen privaten Dingen der Menschen (die sie ebenso Reizen, also nennen wir Freizeitaktivitäten oder das stundenlange Fernsehen) ich meine es ist ja gemütlicher auf der Couch zu sitzen, - überspitzt formuliert - anstatt draußen eine Horde von Kids zu betreuen?


    Wie siehst du das ?


    Sorry für diese späte Antwort. Habe in der Flut der Postings, deine Frage so übersehen.


    Fakt; Die Vereine haben riesen Probleme mit der Trainersuche.
    Ich betreibe ja die Website xxxxxxxxxxx (Adresse wird aus fehlerhafte Werbegründe nicht angegeben) und helfe damit Vereine, neue Trainer zu finden. Kann Dir garantieren, dass ich mehr Vereinsvakanzen als Bewerber habe.


    Das Ehrenamt per se könnte schon attraktiv sein. Die Voraussetzung ist, dass es Spass macht. Es soll ein Hobby sein.
    Solche Art von Ehrenamt steht in meinen Augen wirklich in Konkurrenz mit anderen privaten Dingen die man auch sonst tun könnte.
    Ich persönlich habe in meiner Karriere lediglich von 6 Monate Pause genossen... aber wirklich genossen.


    Im Normalfall wird dann das Angebot verbessert um mit der Konkurrenz mithalten zu können. Dies geschieht in den Fussballvereinen und im Verband offensichtlich nicht oder zu wenig. Die Voraussetzungen und das Angebot für den Trainer ist immer noch wie vor 15 - 20 Jahren. Ich persönlich sehe keine Verbesserung und Vereinfachung sondern nur mehr Aufwand für gleich wenig Ertrag (Ertrag deckt meistens gerade noch die Spesen ab - bevor man denkt, man würde ja gut verdienen).


    Wenn man das Angebot für die Trainer, verbessern würde, so hätte man auch mehr Trainer (übliches Angebot und Nachfrage Spiel). Dabei spreche ich nicht nur von Geld, denn das Problem liegt im Aufwand. Aktuell ist die Nachfrage nach dem aktuellen Angebot das man als Trainer kriegt, offensichtlich zu wenig lukrativ.


    Wenn ich es mir so überlege, dann bin ich überrascht, wie wenig die Vereine nach Lösungen suchen... dabei ist es wirklich fünf vor zwölf. Immerhin ist man schon so weit, dass Einzelne, mehrere Teams trainieren. Noch viel schlimmer ist es aber, dass man für potentielle Lösungen, nicht mal zuhört. Die meisten Vorstandsleute sind zum grossen Teil, Erneuerungs- und Kritikresistent. Ich persönlich habe resigniert und sage nichts mehr... motze lieber hier im Forum und rufe laut im Wald aus... bringt gleich viel :D:D


    Fazit; Die Eltern und Junioren aber auch die Trainer sind in einer Phase wo man zwar Fussball betreiben möchten, jedoch aber nicht mehr den selben Bedarf wie früher haben.
    Dabei verpassen Vereine und Verbände, die Anpassung resp. Veränderung des Angebots. Die Begründung der verpassten Anpassung liegt vielleicht einfach in der Bequemlichkeit, etwas neues zu machen. Evtl. scheitert es bereits da. Evtl. liegt es aber auch daran, dass man vor Änderungen, Angst hat. Die Gründe könnten viele sein. Der Trainer steht aber vor wachsendem Aufwand da und läuft davon (er wechselt nicht Verein... er hört auf). Immerhin ist der Trainer an vorderster Front, hat aber leider nichts zu melden. Im Gegenteil; wenn man sich zu oft meldet, wird man irgendwie entfernt.


    Gruss
    TRPietro

  • Wenn ich es mir so überlege, dann bin ich überrascht, wie wenig die Vereine nach Lösungen suchen... dabei ist es wirklich fünf vor zwölf. Immerhin ist man schon so weit, dass Einzelne, mehrere Teams trainieren. Noch viel schlimmer ist es aber, dass man für potentielle Lösungen, nicht mal zuhört. Die meisten Vorstandsleute sind zum grossen Teil, Erneuerungs- und Kritikresistent. Ich persönlich habe resigniert und sage nichts mehr... motze lieber hier im Forum und rufe laut im Wald aus... bringt gleich viel


    Mensch, völlig richtig, obwohl ich anfügen würde: die Hoffnung stirbt zuletzt, nämlich erst mit ihrem Träger. Aber dies Sterben ist durchaus vielfältig, wie Rede von Rufmord, Totschweigen, Mundtotmachen zeigt. Mancher wirkt im Körper qicklebendig, verstellt sich, ist in Kopf und/oder Seele/Herz aber längst gestorben o. im Koma, was ich für mich in Anspruch nähme. Klar, bin auch nur aus purer Not noch Trainer, da bei uns Bunte Ligen absterben: in 3 Jahren von 18 aus 12 Teams, immer mehr Chaos, Personalnot überall... und ich es für meine Jungs noch gern hätte, diese Alternative zum System mit 16 mal erleben zu können. Ansonsten: auch für Geld würd ich den Job nie mehr machen WOLLEN, höchstens aus Mitleid mit jungen Spielern in innermoralischer Pflichterfüllung MÜSSEN o.ä.


    PS: Eltern in ihrer breiten Gleichgültigkeit seh auch ich durchaus kritisch, nur aus meinen Erfahrungen als Fußballvater anders kritisch wie viele Trainer eben...

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  • Mensch, völlig richtig, obwohl ich anfügen würde: die Hoffnung stirbt zuletzt, nämlich erst mit ihrem Träger. Aber dies Sterben ist durchaus vielfältig, wie Rede von Rufmord, Totschweigen, Mundtotmachen zeigt. Mancher wirkt im Körper, in Kopf und/oder Seele/Herz aber längst gestorben o. im Koma, was ich für mich in Anspruch nähme. Klar, bin auch nur aus purer Not noch Trainer, da bei uns Bunte Ligen absterben: in 3 Jahren von 18 aus 12 Teams, immer mehr Chaos, Personalnot überall... und ich es für meine Jungs noch gern hätte, diese Alternative zum System mit 16 mal erleben zu können. Ansonsten: auch für Geld würde ich den Job nie mehr machen WOLLEN, höchstens aus Mitleid mit jungen Spielern in innermoralischer Pflichterfüllung MÜSSEN o.ä.


    PS: Eltern in ihrer breiten Gleichgültigkeit sehe auch ich durchaus kritisch, nur aus meinen Erfahrungen als Fußballvater anders kritisch, wie viele Trainer eben...


    Ja, Du hast es geschrieben. Aus MITLEID noch als Trainer tätig.
    Eigentlich wollte ich ja im letzten Sommer aufhören. Als dann 3 Tage vor Sommerferien der Juniorenobmann auf mich zukam, wurde ich wohl wieder weich...
    Muss aber unterstreichen; ich habe sehr liebe Junioren. Zwar Larifari und Mühsam, aber alle mit sehr grossem Herz. So als Freizeitteam ohne Spielbetrieb könnte ich es mir mit diesem Team, durchaus vorstellen.


    Gruss
    TRPietro

  • Klar, bin auch nur aus purer Not noch Trainer


    ... und damit Teil des Problems!
    Aus eigener, mehrfacher Erfahrung kann ich nur sagen dass beim Aufbau neuer, durch Gemeinden initiierter Sportmöglichkeiten genau diese alten, sterbenden Vereine die allergrössten Bremser sind. Jahrzente des Stillstands und des immergleichen Blöden hat diesen Vereinsmenschen irgendwo die fixe Idee ins Hirn gebrannt, dass Fussball nur GENAUSO funktionieren kann, wie es jahrlang (erfolglos) gemacht wurde.
    Ausserdem will man ja umsverrecken nicht Platz für neues Blut machen, denn immerhin hat man sich ja diese Position mit Jahren harter Arbeit verdient und man ist ja auch guter Kollege vom Hauptsponsor....
    Einen mussten wir sogar mit Platzverbot belegen damit er den Neuanfang nicht sabbotiert.
    Und alle Neufanfänge waren bis jetzt ziemlch erfolgreich. Auch in Dörfern mit weniger als 1000 Einwohnern. Wir haben dort zwar nicht mehr überall Erwachsenenfussball, aber der KiFu und Juniorenfussball läuft super und lässt entsprechend hoffen.

  • @fussballbaron


    Vielleicht lassen die alte Strukturen resp. die alten Vorstände nicht locker, weil man trotzdem noch 2. Liga oder so spielen kann.
    Eine 2. Liga verlieren um einen Neuaufbau zu starten empfindet man in den Vereinen als Verlust.
    In den Augen solcher die das Ganze so aufgebaut haben, ist es ein Affront so qausi: "Wir haben so viel gemacht um dahin zu kommen und nun möchtet Ihr alles ändern?". Darum sind diese Vereine resp. Vorstände so allergisch gegen Vorschläge zu Erneuerungen, denke ich mal. Diese haben Angst vor Verlust und vor Aenderung.


    Gruss
    TRPietro

  • ... und damit Teil des Problems!


    Da muss ich wiedersprechen, sorry: nicht im Verein, in Bunter Liga, wo jeder (auch viele Vereinsspieler) kommt u. geht, wie er lustig ist. Freiheit pur - für Spieler, zulasten der Trainer. Er muss also 100% überzeugen - oder das Team ist ganz schnell kaputt, tot, wie etliche in den letzten Jahren, auch meine Ex-KK. Alles verursacht Trainern dabei nur Kosten, Null "Honorar" also. Eigentlich nen Höllenritt, den sich keiner antun sollte (daher jammern auch alle Trainer, die sich sonst Team-Chefs nennen, was nen kleines Teilhonorar andeutet: ich bin hier mal lt. Titel nen Chef, obwohl faktisch eher Diener aller). Daher wohl auch meine Ansprüche gegen Trainer in Vereinen.... ;)

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

  • Da muss ich wiedersprechen, sorry: nicht im Verein, in Bunter Liga, wo jeder (auch viele Vereinsspieler) kommt u. geht, wie er lustig ist. Freiheit pur - für Spieler, zulasten der Trainer. Er muss also 100% überzeugen - oder das Team ist ganz schnell kaputt, tot, wie etliche in den letzten Jahren, auch meine Ex-KK. Alles verursacht Trainern dabei nur Kosten, Null "Honorar" also. Eigentlich nen Höllenritt, den sich keiner antun sollte (daher jammern auch alle Trainer, die sich sonst Team-Chefs nennen, was nen kleines Teilhonorar andeutet: ich bin hier mal lt. Titel nen Chef, obwohl faktisch eher Diener aller). Daher wohl auch meine Ansprüche gegen Trainer in Vereinen.... ;)


    Das mit der "alle kommen einfach wenn sie Lust haben" ist mit den aktuellen Strukturen nicht machbar.
    Spiele - angewiesen auf Teilnahme an Spiele - Forfaits usw. alles schon erklärt.


    Wäre aber sicher ein Angebot das fehlt. Aber auch das würde ich nicht Gratis anbieten. Nichts ist Gratis und auch das nicht.


    Viele Grüsse
    TRPietro