was können und sollen trainer heute wirklich noch alles leisten????

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  • Zitat

    ............................ und manche Eltern schicken
    die Kinder sogar nur deswegen zum Verein, damit sie überhaupt nicht dazu kommen, solche Mittel zu konsumieren. Damit ihre Schützlinge ein gesünderes Leben haben.

    moin, moin


    der satz aus dem "alkohol in der b-jugend thema" ( B- Jugend, Alkohol nach Training und Spiel )
    hat bei mir die frage aufgeworfen,


    WAS SOLLEN TRAINER/BETREUER/ÜBUNGSLEITER DENN NOCH ALLES LEISTEN und vor allem was können sie überhaupt leisten???????



    ist es nicht von oben angeführten eltern völlig weltfremd zu glauben, das die mitgliedschaft in einem verein die kids von allem unheil dieser welt fernhält?


    wenn ich mir die einzelnen themen so vor augen führe, die hier im forum in den letzten jahren so erörtert wurden, was doch alles von einem trainer bzw von einem fussballverein, verlangt wird (oder wenigstens von einigen gerne gesehen werden würde) so wird mir fast schwindelig. 8| :wacko:


    - gesundheitsförderung der kids
    - kindgerechter umgang
    - kampf gegen alkohol und andere rauschmittel
    - kampf gegen rechts
    - altersgerechtes training
    - kampf gegen diskreminierung
    - einfühlsame und gleichberechtigte betreuung der kids und jugendlichen
    - vernünftiger umgang mit 'randgruppen'
    - organisationstalent
    - kifu-thesen einhalten
    - regelkundlich sicher sein
    - integration aller möglichen zu integrirender mitmenschen
    - nach möglichkeit kenntnisse haben im umgang mit kids mit sonderpädagogischem handlungsbedarf
    - stärkung der demokratie in der gesellschaft und im sport
    - weltoffen sein
    - finanzmanger und sponsorengeldbeschaffer
    - fahrer und betreuer bei spielen und veranstaltungen
    - seelentröster, ansprechpartner, freund
    - sanitäter
    - beteiligung an der lösungssuche für die herausforderungen im demographischen wandel
    - talentförderung
    - erzieher für kinder UND ELTERN
    - zeichen setzen gegen homophobie
    - vorbild sein bei toleranz und lebensführung
    - konfliktmanager/berater
    - positive aussendarstellung von mannschaft und verein




    .................................................achso, wenn er ahnung vom fussball hat, wäre es wohl auch nicht das schlechteste----aber hauptsache ist, er kostet nichts



    sicherlich ist die auflistung weder erfüllend noch hegt sie anspruch darauf bei allen und jedem so einzutreffen, aber ich glaube, sie würde sich wohl noch durch einige punkte erweitern lassen.


    sind diese offenen und auch zum teil verdeckten anforderungen denn überhaupt realistisch???? wir sind doch alle echt nur laien!
    ich glaube andere absolvieren dafür mehrere studiengänge und 'üben' das über viele jahre........... ;) vielleicht sollte man auch einfach mal wieder die kirche etwas mehr im dorf lassen und wieder etwas mehr von dem machen, was wir eigentlich am meisten lieben..........FUSSBALLTRAINING/FUSSBALLSPIELEN

    gruss

  • Hi,
    soll ich die Liste vervollständigen?
    Gruß,
    Uzunbacak :P

    zum einen vervollständigen, zum andern gehts mir mehr darum, wie DU/IHR das seht, ob man das überhaupt erreichen kann, was da so alles gefordert wird. hier wird ja zum teil auch um details gestritten die man ja bei der fülle der anforderungen als überzogen abtuen könnte...............


    verlieren wir bei der menge der wünsche an das traineramt und die möglichkeiten die das trainerdasein bietet das machbare aus den augen?????????

  • Hi,



    es ist nicht einfach, was wir hier tun
    (wollen). Die Einstellung wird bei jedem Jugendtrainer anders sein. Es kommt
    darauf an, was für eine Motivation der/diejenige hat. Das hier ist der Startpunkt.
    Was ist meine Motivation?



    Persönlich: Meine Motivation war am Anfang ganz
    einfach: Ich wollte mit meinem Sohn (mehr) Zeit verbringen. Step by Step kamen
    andere Motivationen dazu. Zum Beispiel: Die anderen Kinder sind mir ans Herz
    gewachsen. Sportlicher Ehrgeiz kam dazu. Freude am Fußball wurde immer größer.
    Anerkennung war dann die größere Motivation. So hat sich alles entwickelt.



    Was sollen wir noch werden/taugen:



    Ich glaube, ich habe während meiner Tätigkeit
    (5 Jahre) mindestens 30-40 Seminare, Fachtagungen, etc. besucht und mich immer
    weitergebildet. Ich habe immer im Hinterkopf behalten, dass man mir Kinder
    zugetraut hat, die definitiv in der Lage sind, meine Launen, Interesse, Bewegungen,
    Gefühle sofort mit ihren feinen Sensoren/Fühlern aufnehmen. So ich musste mich
    praktisch weiterentwickeln, da ich ja ein Vorbild bin. Dieser Punkt ist einer
    der Wichtigsten. Vorbild sein. Während der Weiterbildungsmaßnahmen, habe ich
    immer mehr über Fußball, Kinder und natürlcih über mich gelernt. Dieser Hunger
    war schwer zu stillen, so dass ich immer mehr darüber gelesen und Seminare
    besucht habe. Ich kannte aber auch Trainer, die NIE eine
    Weiterbildungsmöglichkeit genutzt haben. Deswegen kann ich nicht sagen, ob ich
    es richtig gemacht habe, oder die anderen. Meiner Meinung nach habe ich es
    richtig gemacht.(Wahrscheins werden die anderen auch sagen, dass sie es richtig
    gemacht haben).








    Natürlich reicht es nicht aus, wenn wir NUR kicken können.
    Natürlich andere Qualifikationen müssen wir haben. Mit Kindern umgehen, mit
    Eltern umgehen, mit Gegnern umgehen, und dabei cool bleiben. Ich bleibe cool,
    wenn ich selbstbewusst bin. Wie werde ich selbstbewusster? In dem ich
    Erfahrungen sammle, in der praktischen und theoretischen Welt. So kann ich
    sagen, dass ich das Rechtliche an der Sache sehr interessant gefunden habe. Z.
    B. Was macht man, wenn ein Kind jede Woche mit mit einem blauen Arm, Bein, Auge
    zum Training kommt. Ruft man die Polizei? Ruft man die Eltern an? Spricht man
    das Kind an? Oder unternimmt man nichts?



    Was macht man, wenn ein Kind einem Erzählt, dass es sexuell
    misbraucht wird. Was macht man da?



    Also neben den Punkten ganz oben, muss man sich auch darum
    kümmern.



    Oder viele andere Punkte: Wie ADHS. Sollen wir diese Kinder
    aussortieren, da sie stören?



    Wir geht man mit so einem Kind um. Nach Hause schicken wäre
    süper einfach, findet ihr nicht? Aber was ist, wenn er ständig stört?



    Oder das Kind kommt auf einmal tagelang nicht zum Training,
    und dann doch aber benimmt sich ganz anders, wie geht man damit um?



    Wie geht man mit Aggressionen um, von den Kindern, Eltern
    Gegnern?






    Für mich ist es keine Einfache Sache, wo ich sage, ich kicke
    ein wenig mit den Kids, dann war es des.






    Gruß,



    Uzunbacak

  • Ich glaube, dass man das gar nicht alles so erfüllen muss. Es kommt doch auch einfach immer auf das Ziel darauf an, dass wir uns setzen. Ich kann ein menschlich sehr distanzierter Trainer sein, für den der Platz, das Spiel und das Training zählt. Dann fallen einige Punkte weg. Ich kann ein Trainer sein, der sich viel um die Jungs/Mädels kümmern will, der ihnen auch irgendwo ein Freund sein will, dann fallen andere Dinge weg.


    Ich kenne Trainer, bei denen ich bis heute nicht wüsste, ob sie verheiratet sind, ob sie Alkohol trinken, wie alt sie sind, sogar wo sie früher gespielt haben, weiß ich nicht. Für diese war es wichtig, dass wir pünktlich da sind, danach diszipliniert sind und pünktlich wieder gehen können. Dann kann ich gut die Hälfte deiner genannten Punkte streichen.


    Allerdings will jeder von uns irgendwie perfekt sein. Aber das kann man nur sehr schwer. Deswegen gibt es Co-Trainer, Eltern, Kapitäne und Führungsspieler, Jugendleiter. Vielleicht müssen manche von uns auch einfach lernen, Dinge aus der Hand zu geben.


    Deswegen würde meine Liste aus den Grundsätzen Fachwissen, angebrachtes Sozialverhalten, Selbstkritik, gute (Selbst-)Organisation sowie einigen selbst gesteckten Zielen bestehen.


    Ich habe mir beispielsweise vorgenommen, aus meiner Mannschaft auch neben dem Platz ein Team zu machen. Sie sollen sich nicht nur zum Training sehen, sondern Freunde werden, die zusammen viel durchmachen. Dazu kommt ein Mindestmaß an sportlichem Erfolg, der in dem Fall am Fortschritt gemessen wird.


    - kampf gegen alkohol und andere rauschmittel
    - kampf gegen rechts- kampf gegen diskreminierung
    - stärkung der demokratie in der gesellschaft und im sport
    - weltoffen sein
    - beteiligung an der lösungssuche für die herausforderungen im demographischen wandel
    - erzieher für kinder UND ELTERN


    Diese Punkte fallen dagegen ganz weg. Bei allem Respekt, aber das sind doch Dinge, um die wir uns wirklich nicht kümmern müssen. Wir gehen als gutes Beispiel voran, den Rest müssen die Eltern erledigen.

  • Andre
    Ludwig macht wenigstens kein Hehl daraus, dass er Narzisst ist 8) Herrlich, der Kerl.


    Dani2
    Schließ mich Deinen Worten an. Wer an sich den Anspruch hat, alle Punkte erfüllen und es auch jedem recht machen zu müssen, der wird in ein tiefes Loch fallen.
    Und zudem hat jede Altersstufe ihre unterschiedlichen Anforderungen.

  • Wir sind Fußballtrainer und keine Sozialarbeiter oder Erzeiher.


    Ich meine, wir sollten nicht so viele unserer Energie den Randthemen widmen. Das sind gesellschaftliche Probleme, die, wenn man sich da rein steigert, nur die Arbeit blockieren. Vor allem sind das Probleme, mit denen wir jeden Tag und überall konfrontiert werden, also auch beim Fußball.

    • Was muss ein Trainer leisten? Er muss das unbedingte Ziel haben, möglichst altersgerecht zu trainieren.
    • Worüber muss sich ein Trainer bewusst sein? Er ist Vorbild!

    Sollte jetzt ein Trainer noch guten Fußballsachverstand haben, ist das ein gute Sache, aber kein MUSS. Dank dieses Forums und der digitalen Welt gibt es viele Weiterbildungsmöglichkeiten, die jeder nutzen kann, wenn es seine Zeit zulässt. Was man auf gar keinen Fall machen darf, ist, dass man sich unter Druck setzen lässt und zuviel von sich selbst verlangt. Wenn das der Fall ist, ist der Spaß schnell weg. Wenn eines der im Eingang des Themas beschriebenen Probleme auftaucht, kann man sich Gedanken darüber machen, muss sich trauen es zu kommunizieren und wenn man überfordert ist, darf man sich nicht zu schade sein und muss sich externe Hilfe holen/suchen. Also, ran an den Vorstand und den Jugendleiter, dafür sind die da.


    Übrigens, fragt mal Kinder, wie das mit dem Druck und dem Spaß ist, die können euch ein Lied davon singen!

    Wie wir mit den Kindern von heute umgehen, das wird die Welt von morgen prägen (Hans Jonas 1903-1993)

  • Zitat

    Wir sind Fußballtrainer und keine Sozialarbeiter oder Erzieher.


    Das ist nicht ganz richtig. Egal auf welchen niveau man eine Mannschaft trainiert, mann ist immer mit diversen "randthemen" konfrontiert.


    Die Frage ist, ob man sich ihnen stellt oder sie ignoriert.
    Stellt man sich Problemen wie - gesundheitsförderung der kids- "kind"gerechter umgang- kampf gegen alkohol und andere rauschmittel- kampf gegen rechts
    kann es schonmal unangenehm werden.
    Ignoriert man sie, kann es einen unter umständen die Mannschaft zerstören. Der Affe der nichts hört-sieht-sagt hat meiner Meinung nach die Falsche intention Trainer zu sein und ist äusserst schädlich für das Teamgeflecht.

    Versuche im jeden Training 1 Spieler gezielt besser zu machen und du hast in einem Jahr/einer saison, VIEL geschafft!

  • DSV


    Wer sich für einen Trainerjob entscheidet, sollte sich von Anfang an mit den Trainerkollegen und Jugendleister austauschen und keine "Alleingänge" probieren. Denn auf diese Weise bekommt man rasch viele Informationen! Damit hat man für sich ein Fundament geschaffen, auf das sich aufbauen läßt. Die Vertiefung der Kenntnisse für das altersgerechte Training findet fortwährend statt. Wer offen für Neues ist, der wird nach ein paar Jahren feststellen, dass ihm der Job sehr viel mehr Spaß macht!


    Man sollte sich jedoch keineswegs unter Druck setzen lassen. Nicht von den Kindern (die machens am allerwenigsten), nicht von den Eltern und erst recht nicht von den Vereinsverantwortlichen.


    Fussball ist auch euer Hobby und so sollte der Spaß an dieser Aufgabe überwiegen.

  • Zitat


    Wir sind Fußballtrainer und keine Sozialarbeiter oder Erzieher.

    Ich sehe es nicht wie Du. Natürlich sind wir nicht nur ein Fußballtrainer. Ich kenne Leute, die nie, kein Sprachfehler, NIE Fußball gespielt haben und trotzdem eine Jugendfußballmannschaft trainieren. Natürlich die Punkte, die man oben genannt hat, teilweise überhaupt nicht direkt mit unserer Arbeit verbunden, aber trotzdem betreffen sie uns. Teilweise sind wir Sozialarbeiter, wenn ein Türkenbub zu uns kommt und sagt, ich werde von den anderen gemobbt, müssen wir in der Lage sein diese Konflikte zu schlichten. Es muss nicht ein Türkenbub sein, ein dickerer Bub oder ein Mädchen kann zu uns aus ähnlichen Gründen kommen. Erzieher sind wir natürlich nicht, trotzdem erziehen wir diese Kinder, in dem wir Ihnen sagen: Wenn du zum Training kommst, sagst u servus, wenn du gehst, sagst du servus. (Tschüss). Das ist Erziehung ersten Grades.



    Ich kenne Trainer, bei denen ich bis heute nicht wüsste, ob sie verheiratet sind, ob sie Alkohol trinken, wie alt sie sind, sogar wo sie früher gespielt haben, weiß ich nicht. Für diese war es wichtig, dass wir pünktlich da sind, danach diszipliniert sind und pünktlich wieder gehen können. Dann kann ich gut die Hälfte deiner genannten Punkte streichen.

    Das sind die Trainer, die "wahrscheins" gedacht haben, ich muss nur trainieren und der Rest interessiert mich nicht.


    Allerdings will jeder von uns irgendwie perfekt sein. Aber das kann man nur sehr schwer. Deswegen gibt es Co-Trainer, Eltern, Kapitäne und Führungsspieler, Jugendleiter. Vielleicht müssen manche von uns auch einfach lernen, Dinge aus der Hand zu geben.

    Ich wollte nie perfekt sein, da es nicht realistisch ist. Ich war aber imm er in der Lage so zu denken: Diese Kinder brauchen mich, menschlich wie fußballerisch erwarten sie etwas von mir, sodass ich mich entwickeln muss.


    Deswegen würde meine Liste aus den Grundsätzen Fachwissen, angebrachtes Sozialverhalten, Selbstkritik, gute (Selbst-)Organisation sowie einigen selbst gesteckten Zielen bestehen.

    Ich bitte Dich um Deine Liste, ich möchte Deine Punkte mal lesen.

    Ich habe mir beispielsweise vorgenommen, aus meiner Mannschaft auch neben dem Platz ein Team zu machen. Sie sollen sich nicht nur zum Training sehen, sondern Freunde werden, die zusammen viel durchmachen. Dazu kommt ein Mindestmaß an sportlichem Erfolg, der in dem Fall am Fortschritt gemessen wird.

    Wenn einer gemobbt wird, wenn einer nicht so gut ist wie die anderen, (kommt oft vor), wenn einer ein Alkoholproblem hat, hast Du vielleicht keine Freunde in der Mannschaft sondern Gegner mehr.
    Was ist Dein Mindestmaß am Erfolg?

    - kampf gegen alkohol und andere rauschmittel
    - kampf gegen rechts- kampf gegen diskreminierung
    - stärkung der demokratie in der gesellschaft und im sport
    - weltoffen sein
    - beteiligung an der lösungssuche für die herausforderungen im demographischen wandel
    - erzieher für kinder UND ELTERN

    Wenn Die Leute ständig bei Dir ins Spiel reinrufen, wenn sie Dir gar nicht helfen wollen, nicht fahren wollen, das Kind zum Platz schicken bei den Spielen, damit jemand es mitnimmt, dass musst Du die Eltern evtl. doch !erziehen!. Weltoffen sollte man sein, damit man neue Techniken und Taktiken im sozialen und sportlichen Bereichen umsetzen kann, natürlich sollte man gegen Rechtsextremismus kämpfen, gegen Diskriminierung, natürlich. Oder Warum fällt dieser Punkt weg, bist Du selbst ein Rechter? Wenn einer vo der Seite zu deinem Spieler ruft: Du brauner Drecksack, machst Du dann Deine Ohren zu ?


    Diese Punkte fallen dagegen ganz weg. Bei allem Respekt, aber das sind doch Dinge, um die wir uns wirklich nicht kümmern müssen. Wir gehen als gutes Beispiel voran, den Rest müssen die Eltern erledigen

    siehe oben.


    Das ist nicht ganz richtig. Egal auf welchen niveau man eine Mannschaft trainiert, mann ist immer mit diversen "randthemen" konfrontiert.


    genauso ist es. Ich danke für dieses einfache und richtige Kommentar.

    Die Frage ist, ob man sich ihnen stellt oder sie ignoriert.
    Stellt man sich Problemen wie - gesundheitsförderung der kids- "kind"gerechter umgang- kampf gegen alkohol und andere rauschmittel- kampf gegen rechts
    kann es schonmal unangenehm werden.
    Ignoriert man sie, kann es einen unter umständen die Mannschaft zerstören. Der Affe der nichts hört-sieht-sagt hat meiner Meinung nach die Falsche intention Trainer zu sein und ist äusserst schädlich für das Teamgeflecht.

    Super Worte!



    Natürlich sind wir nicht in der Lage alles zu wissen und zu erledigen. Aber wir müssen (ich sage müssen bewusst) mit vielen Themen b eschäftigen. So einfach ist unsere Tätigkeit nicht.
    Wenn wir gute Vorbilder sein wollen, sollen wir etwas mehr darauf haben als "ich kann Fußball trainieren".


    Gruß,
    Uzunbacak

    Einmal editiert, zuletzt von uzunbacak ()

  • Die anfangs aufgestellte Liste wird niemand von uns in allen Punkten (und schon gar nicht allumfassend) erfüllen können. Das kann und sollte auch nicht das Ziel sein. Wo sollen denn auch zehntausende solcher "Musterknaben" herkommen?


    Ich denke aber, dass wir schon auch eine Aufgabe abseits des Platzes bzw. unabhängig von der reinen Fußball-Materie haben. Vieles machen wir dabei aber unbewusst bzw. nebenher. Ich halte es für erstrebenswert, wenn man sich auch um Dinge kümmert, die nicht in allererster Linie mit Fußball zu tun haben und finde gerade solche Trainer bewundernswert. Man muss ja den Kampf gegen Süchte, gegen Extremismus, gegen sexuellen Missbrauch etc. nicht in den Vordergrund rücken und darauf sein gesamtes Augenmerk legen. Ich halte es aber schon für vernünftig, alleine durch sein Handeln zu zeigen, dass für Rassismus, für abwertendes Verhalten, für Ausgrenzung, für Gewalt, für Süchte u.a. kein Platz ist.


    In diesem Sinne hat Ralf durchaus Recht: Der Fußball steht im Vordergrund. Er steht im Zentrum, ist aber gleichzeitig auch Mittel, um andere Zwecke (mit)zu erfüllen.


    Sind wir für die Erziehung der uns anvertrauten Kids (allein) verantwortlich? Nein! Aber es gibt genügend Fälle, wo man als Trainer mehr oder einen besseren Zugang hat als Eltern, Lehrer, Geschwister.

    "Es gibt nur einen Ball. Wenn der Gegner den Ball hat, muss man sich fragen: Warum hat er den Ball? Ja, warum? Und was muss man tun? Ihn sich wieder holen!" (Giovanni Trappatoni)

  • Das sind die Trainer, die "wahrscheins" gedacht haben, ich muss nur trainieren und der Rest interessiert mich nicht.

    Bei diesen Trainern habe ich aber genauso gerne Fußball gespielt, wie bei den Anderen. Erfolgreich waren wir mit diesen (zwei) deutlich öfter. Ich bin davon auch kein Säufer, Rechter oder Gemobbter geworden, darauf nimmt der Trainer auch keinen oder zumindest nur sehr kleinen Einfluss.

    Ich wollte nie perfekt sein, da es nicht realistisch ist. Ich war aber imm er in der Lage so zu denken: Diese Kinder brauchen mich, menschlich wie fußballerisch erwarten sie etwas von mir, sodass ich mich entwickeln muss.

    Es hört sich aber etwas danach an. Die Kinder brauchen dich als Trainer, als Vorbild, als Freund, als starke Schulter, als Elternersatz...? Natürlich muss man sich entwickeln und kann auch über das Training/Spiel hinausgehen, aber man ist als Trainer doch kein Rumdumpaket.

    Zitat von »Dani2«


    Ich bitte Dich um Deine Liste, ich möchte Deine Punkte mal lesen.

    Na steht doch da. :) Grundsätze sind: Fußballerisches Fachwissen, angebrachtes Sozialverhalten, ein gesundes Maß an Selbstkritik, eine gute (Selbst-)Organisation. Dazu habe ich mir vorgenommen, dass alle meine Mädels, trotz durchaus vorhandenem Erfolgsdruch durch Eltern/Verein immer mit einem Lachen auf den Trainingsplatz kommen, neue (echte) Freundinnen finden und körperlich auch fit oder zumindest gesund sind und bleiben.

    Wenn einer gemobbt wird, wenn einer nicht so gut ist wie die anderen, (kommt oft vor), wenn einer ein Alkoholproblem hat, hast Du vielleicht keine Freunde in der Mannschaft sondern Gegner mehr.
    Was ist Dein Mindestmaß am Erfolg?

    Kinder sind im Herzen alle super lieb und haben für solches Verhalten ihre Gründe. Du musst dann nur das offene Gespräch suchen und alles auf einer Ebene belassen, die noch mit dem Fußball zu tun hat. Ich hatte genau das Problem, das du ansprichst. Eine Spielerin war ganz neu, sie spielte sehr schlecht. Es gab das Team und es gab sie. Ich habe mir eine Gelegenheit gesucht, in der sie nicht da war, habe mit der Mannschaft gesprochen und ihnen gezeigt, wie hart sie arbeitet und dass sie so viel Spaß am Fußball hat. Inzwischen gehört sie genauso dazu, wie alle anderen auch. Das gehört für mich zum ganz normalen Sozialverhalten und zur Vorbildfunktion.
    Mein Mindestmaß an Erfolg hängt von der Mannschaft ab. Für mich selbst ist es immer das Maximum, das ich mit meinen Mitteln erreichen kann. Aber das betrifft nicht die Mannschaft, das sollte man trennen.

    Wenn Die Leute ständig bei Dir ins Spiel reinrufen, wenn sie Dir gar nicht helfen wollen, nicht fahren wollen, das Kind zum Platz schicken bei den Spielen, damit jemand es mitnimmt, dass musst Du die Eltern evtl. doch !erziehen!. Weltoffen sollte man sein, damit man neue Techniken und Taktiken im sozialen und sportlichen Bereichen umsetzen kann, natürlich sollte man gegen Rechtsextremismus kämpfen, gegen Diskriminierung, natürlich. Oder Warum fällt dieser Punkt weg, bist Du selbst ein Rechter? Wenn einer vo der Seite zu deinem Spieler ruft: Du brauner Drecksack, machst Du dann Deine Ohren zu ?

    Obwohl ich als Trainer noch relativ jung und damit vielleicht auch nicht die Autoritätsperson schlechthin bin, wurde ich erst ein einziges Mal von einem Vater angegangen. Er meinte, seine Tochter müsse trotz Verletzung wieder ins Spiel. Er hat sie angeschrien, er hat mich angeschrien und ist vom Platz geflogen. Ich nehme mir als 18-Jähriger nicht heraus, Erwachsene zu kritisieren, aber wenn sie in einen Bereich eingreifen, der sie nichts angeht, dann haben sie zu gehen.
    Ich verstehe deine Argumentation schon, alle diese Situationen können einen mal eiskalt erwischen. Aber es sind keine Hauptaufgaben, sondern Dinge, die passieren können und die wir als Trainer dann genauso lösen müssen, wie jeder andere Mensch es auch tun würde. Verstehst du was ich meine?

    Zitat von »Christof1984«


    Das ist nicht ganz richtig. Egal auf welchen niveau man eine Mannschaft trainiert, mann ist immer mit diversen "randthemen" konfrontiert.

    Die Frage ist, ob man sich ihnen stellt oder sie ignoriert.
    Stellt man sich Problemen wie - gesundheitsförderung der kids- "kind"gerechter umgang- kampf gegen alkohol und andere rauschmittel- kampf gegen rechts
    kann es schonmal unangenehm werden.
    Ignoriert man sie, kann es einen unter umständen die Mannschaft zerstören. Der Affe der nichts hört-sieht-sagt hat meiner Meinung nach die Falsche intention Trainer zu sein und ist äusserst schädlich für das Teamgeflecht.

    Ich glaube es gibt auch einen Mittelweg. So drastisch würde ich das nicht formulieren, stimme dir aber zu, ab einem bestimmten Zeitpunkt musst du eingreifen. Aber dann nur soweit, dass es auch noch deinen Zuständigkeitsbereich und deine Möglichkeiten miteinschließt. Nehmen wir mal den Alkohol. Wenn einer meiner Spieler ein Problem damit hat, dann kann ich als Trainer vorbildlich vorangehen, ihn vielleicht ein oder zwei mal darauf ansprechen. Mehr nicht. Dafür gibt es Eltern, Freunde, Verwandte oder höhere Instanzen. Wir sind "nur" Trainer, keine Allzweckwaffen.



    Ich gehe da zu 100% mit Ballgewinski

  • nabend

    DSV


    Wer sich für einen Trainerjob entscheidet, sollte sich von Anfang an mit den Trainerkollegen und Jugendleister austauschen und keine "Alleingänge" probieren. Denn auf diese Weise bekommt man rasch viele Informationen! Damit hat man für sich ein Fundament geschaffen, auf das sich aufbauen läßt.

    ich denke weit mehr als 50% der trainer im kinder- und jugendbereich "rutschen" als väter in den job als trainer und entscheiden sich oft erst im nachgang dazu auch noch einen schein zu machen...............wer nicht schnell genug nein sagt ist trainer der kids *fg*;)



    da gebe ich dir durchaus recht, aber schau dir nur mal die themen der dfb-kampagnen der letzten jahre an!!!!!!! (mit den plakaten die bei mir noch überall rumliegen, könnte ich ganze wohungen tapezieren ;) )
    wenn du dann noch die kampagnen der landes- und kreissportbünde, der jugendsportbünde und und und.............. dazunimmst, so ist das nicht ganz ohne.


    und alle haben mehr oder weniger gesellschaftlich themen zum inhalt, die ja halt ÜBER DIE TRAINER bis zu den kids durchdringen sollen.


    in dem moment, wo du vielleicht auch noch von einer dieser organisationen etwas geld benötigst, bist ohne umwege direkt in diesen massnahmen involviert, weil das meiste geld einfach nur noch über solche kampagnen verteilt wird.


    gruss

    Einmal editiert, zuletzt von DSV ()

  • Hi nochmals,


    ich bin in mancher Hinsicht sehr kompromissbereit, in mancher nicht.


    Natürlich möchte ich gegen vernünftige Gegner spielen, die mit Gegnern, Gegnerkindern, Gegnertrainern vernünftig umzugehen wissen. Wenn Du nur "ich trainiere Fußball" darauf hast, was ich nicht denke hier, von vielen hier nicht, dann kann es passieren, dass es unangenehm wird.


    Ich habe oft Unangenehmes erlebt. Beispiele: Wenn der Gegnertrainer seinen Kindern sagt: Ihr taugt nix, oder persönlicher "micha, du taugst nix, deswegen spielst du heute 10 Minuten nicht mehr", oder "ich töte dich Dominic, wenn dus noch mal tust!", oder "haut ihn um", oder oder oder.


    Oder den GegnerKindern sagen manche was, oder Gegnereltern, dass sie die Gosche halten sollen gefälligst, oder dem Gegnerkindern, dass sie überfordert sind und nix taugen, oder den Schiris ständig angehen, ohne Rücksicht auf Kinder, die gerade zuhören. Oder gar die Kinder und die Trainer beleidigen, mit sehr hässlichen Wörtern, sogar ab und an mal, auch rassistisch. Na ja, die Eltern hören mit, tun aber nix bei den meisten Fällen, also da ist auch kein Kontrolgremium da. Was passiert bei solchen Spielen mit diesen Trainern: Ihre eigenen Kinder sind teilweise sehr traumatisiert, da sie etliche Kraftausdrücke hören und am nexten Tag in der Schule verwenden, die Eltern sind in meisten Fällen machtlos, wer möchte sich schon mit solchen Typen anlegen...


    Meiner Meinung nach liegt fast nur an Trainern, da sie "das" mitbringen, was sie kennen. Wir sind alle Menschen und es gibt von uns sehr viele und verscheidene. Wenn die Jungs und Mädels sich nicht mit den obigen (ganz oben) Themen beschäftigen, entwickeln sie sich als Kinderbetreuer gar nicht mehr. Alle Beispiele, die ich oben genannt habe, haben keine Ahnung von den Kindern gehabt. So etwas passiert eben, da man sich nur als Trainer sieht und nur Fußball "lehrt". Das Soziale kommt bei manchen viel zu kurz. Deswegen immer der Appel von mir: Wir können unser "kennen" und "können" weiterentwickeln.


    Natürlich erwartet man von uns nicht, dass wir uns Monatelang -in unserer Freizeit- damit beschäftigen, dass wir uns stetig weiterbilden. Aber - leider schreibe ichs noch mal: Nur mit der Einstellung," ich kann super Fußball lehren", läuft das Ganze nicht. Ich denke definitiv nicht, dass hier viele nur diese Einstellung haben.


    Es ist auch kein Wunder, dass DFB oder BFV oder andere Verbände mittlerweile das Soziale in den Vordergrund stellen. Ein mal denken an Rassismus, ein mal denken an den toten Schiri in Holland, ein mal denken an viele Beispiele, wo es zwischen den Trainern gekracht hat, wo die Polizei gerufen werden musste. Das alles passiert manchmal eben aus Sozial-IN-kompetenz. Natürlich auch aus Ignoranz, Rücksichtslosigkeit, -ganz provakatív von mir jetzt- wegen Alkohol am Sportplatz.


    Es sollte unser Ziel sein, dass wir uns als Betreuer weiterentwickeln. Ich glaube, viele, die hier schreiben, schreiben deswegen, da sie nicht nur ein Fußballtrainer sind, sondern auch Kinderbetreuer. Ich bin in der Hinsicht sehr zuversichtlich, dass alles besser wird.


    Letztes Wort: Natürlich steht der Ball im Mittelpunkt, für uns und für die Kinder, aber wie im Fußballfeld, gibt es Grenzen im Leben. Was in Jenseits der Grenzen ist, sollen wir kennen, aber unsere Grenzen und die Grenzen unserer Kinder "müssen" wir kennen. Fußball endet nirgend in der Welt an der Seitenauslinie.


    Gruß,


    und schöne Feiertage


    Uzunbacak

  • Hi nochmals,


    ich bin in mancher Hinsicht sehr kompromissbereit, in mancher nicht.


    Natürlich möchte ich gegen vernünftige Gegner spielen, die mit Gegnern, Gegnerkindern, Gegnertrainern vernünftig umzugehen wissen. Wenn Du nur "ich trainiere Fußball" darauf hast, was ich nicht denke hier, von vielen hier nicht, dann kann es passieren, dass es unangenehm wird.


    Ich habe oft Unangenehmes erlebt. Beispiele: Wenn der Gegnertrainer seinen Kindern sagt: Ihr taugt nix, oder persönlicher "micha, du taugst nix, deswegen spielst du heute 10 Minuten nicht mehr", oder "ich töte dich Dominic, wenn dus noch mal tust!", oder "haut ihn um", oder oder oder.


    Oder den GegnerKindern sagen manche was, oder Gegnereltern, dass sie die Gosche halten sollen gefälligst, oder dem Gegnerkindern, dass sie überfordert sind und nix taugen, oder den Schiris ständig angehen, ohne Rücksicht auf Kinder, die gerade zuhören. Oder gar die Kinder und die Trainer beleidigen, mit sehr hässlichen Wörtern, sogar ab und an mal, auch rassistisch. Na ja, die Eltern hören mit, tun aber nix bei den meisten Fällen, also da ist auch kein Kontrolgremium da. Was passiert bei solchen Spielen mit diesen Trainern: Ihre eigenen Kinder sind teilweise sehr traumatisiert, da sie etliche Kraftausdrücke hören und am nexten Tag in der Schule verwenden, die Eltern sind in meisten Fällen machtlos, wer möchte sich schon mit solchen Typen anlegen...


    Meiner Meinung nach liegt fast nur an Trainern, da sie "das" mitbringen, was sie kennen. Wir sind alle Menschen und es gibt von uns sehr viele und verscheidene. Wenn die Jungs und Mädels sich nicht mit den obigen (ganz oben) Themen beschäftigen, entwickeln sie sich als Kinderbetreuer gar nicht mehr. Alle Beispiele, die ich oben genannt habe, haben keine Ahnung von den Kindern gehabt. So etwas passiert eben, da man sich nur als Trainer sieht und nur Fußball "lehrt". Das Soziale kommt bei manchen viel zu kurz. Deswegen immer der Appel von mir: Wir können unser "kennen" und "können" weiterentwickeln.


    Natürlich erwartet man von uns nicht, dass wir uns Monatelang -in unserer Freizeit- damit beschäftigen, dass wir uns stetig weiterbilden. Aber - leider schreibe ichs noch mal: Nur mit der Einstellung," ich kann super Fußball lehren", läuft das Ganze nicht. Ich denke definitiv nicht, dass hier viele nur diese Einstellung haben.


    Es ist auch kein Wunder, dass DFB oder BFV oder andere Verbände mittlerweile das Soziale in den Vordergrund stellen. Ein mal denken an Rassismus, ein mal denken an den toten Schiri in Holland, ein mal denken an viele Beispiele, wo es zwischen den Trainern gekracht hat, wo die Polizei gerufen werden musste. Das alles passiert manchmal eben aus Sozial-IN-kompetenz. Natürlich auch aus Ignoranz, Rücksichtslosigkeit, -ganz provakatív von mir jetzt- wegen Alkohol am Sportplatz.


    Es sollte unser Ziel sein, dass wir uns als Betreuer weiterentwickeln. Ich glaube, viele, die hier schreiben, schreiben deswegen, da sie nicht nur ein Fußballtrainer sind, sondern auch Kinderbetreuer. Ich bin in der Hinsicht sehr zuversichtlich, dass alles besser wird.


    Letztes Wort: Natürlich steht der Ball im Mittelpunkt, für uns und für die Kinder, aber wie im Fußballfeld, gibt es Grenzen im Leben. Was in Jenseits der Grenzen ist, sollen wir kennen, aber unsere Grenzen und die Grenzen unserer Kinder "müssen" wir kennen. Fußball endet nirgend in der Welt an der Seitenauslinie.


    Gruß,


    und schöne Feiertage


    Uzunbacak