Schwarmintelligenz im Team

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  • wird im Buch von Horst Wein, beispielhaft als ein Spieler mit hoher Spielintelligenz genannt.
    Warum? Weil er durch seine hervorragenden visuellen Fähigkeiten, Situationen blitzschnell erkennt und anhand SEINES REICHEN ERFAHRUNGSSCHATZES, den er sich mithilfe hervorragender Trainer, die seine Spielintelligenz stimuliert haben, seit seiner Jugend erworben hat, in der lage ist, blitzschnelle
    Lösungen zu finden, die er dann motorisch einwandfrei umsetzt.
    Nach wie vor kann ich mit der Schwarmintelluigenz im Fussball nichts anfangen. Wenn Fischschwärme angegriffen werden, schwimmen sie im Kreis, entweder bis die Angreifer satt sind, oder keine Fische mehr da sind. Oder Ameisen. Da sind reine Verhaltensmuster, die bei ameisen "intelligent" aussehen.
    Die einzige Schwarmintelligenz im Fussballstadion ist die LaOla-Welle. Und je mehr "Fachbegriffe" und Fremdwörter in der Diskussion verwendet werden, umso suspekter wird mir das Ganz:
    Oder wie Trainer Ludwig sagt: "Fussball isch so oifach!"


    Gruss
    DTV

  • Nach wie vor kann ich mit der Schwarmintelluigenz im Fussball nichts anfangen. Wenn Fischschwärme angegriffen werden, schwimmen sie im Kreis, entweder bis die Angreifer satt sind, oder keine Fische mehr da sind. Oder Ameisen. Da sind reine Verhaltensmuster, die bei ameisen "intelligent" aussehen.
    Die einzige Schwarmintelligenz im Fussballstadion ist die LaOla-Welle. Und je mehr "Fachbegriffe" und Fremdwörter in der Diskussion verwendet werden, umso suspekter wird mir das Ganz:
    Oder wie Trainer Ludwig sagt: "Fussball isch so oifach!"


    Kann ich hundertprozentig unterschreiben. Was im Fußball wie Schwarmintelligenz aussieht, ist nichts anderes als eine perfekte Zuordnung und Abstimmung aller Mannschaftsteile und Spieler aufeinander, die auf jede Spielsituation durch trainierte Verhaltensmuster vorbereitet sind und eine entsprechende Reaktion parat haben. Intuitiv geschieht da sicherlich eher wenig.

  • Wenn Fischschwärme angegriffen werden, schwimmen sie im Kreis


    nicht alle ;-) und wenn Leser nicht alle Posts lesen, gilt das mit dem Kreis auch für Diskussionen ;-)
    Wie schon gesagt: "Schwarmintelligenz" ist vielleicht nicht der treffendeste Name für das was ich meine. Aber besser als "QiBloQ" oder so. Ein Zitronenfalter faltet ja auch keine Zitronen und heisst trotzdem so.
    Neues braucht neue Namen. Solange das Neue aber noch nicht ganz genau umrissen ist, braucht es einen Arbeitstitel. Meiner heisst "Schwarmintelligenz". Geht das ?

  • Das Wort Schwarm ist verwirrend, war von Schätzing auch anders benutzt (die Fische greifen uns verderblich egozentrische Menschen an "wie ein Schwarm"...), als dann adaptiert wurde. Schwarmverhalten kann Individual-Intelligenz als menscheigene u. im Verstand produktiv gegen sich selbst verkehrbare Fehlerquelle (Unsicherheit etwa per Nervösität des Einzelnen als Methode) aufheben helfen, kurzfristig in einem Ruck, der durchs Team geht. Aber kann es sie im genialisch entscheidenden Momentum ersetzen o. super-kompensieren, wie hinein interpretiert (vgl. Link oben: die "Knack-Forscher")? Seine kollektiven Intelligenzformen funktionieren ja wie blind... Unsere Biografie ist irreversibel, die Gehirnbasis materiell begrenzend, veraltet o. man verirrt sich eben im Abwegigen, Fehlerhaften, Illusionären. Also bedeutet Team-Intelligenz formal eine ab- wie aufgestufte Intelligenzebene, die inspirativ mit Leben erfüllt werden kann: vom Trainer, "Leitwolf", Coach o. sogar einem überpersönlich erscheinenden "Cluster" im genius loci: wie du oben andeutetest, o. per "Team/Verein im Team/Verein", was zwar i.d.R. negativ ausgelegt wird, aber - wie alles - auch eine positive Seite (sie eben ist das Motiv dafür) hat? Auf jeden Fall ein Thema, das in der Praxis mental von vielen Profivereinen umgesetzt wird, z.T. auch schon in der Jugend der NLZ, soweit kolportiert wird... Falls jemand dazu noch mehr Infos o. Details hätte (auch spekulativ o. gerüchteweise), wäre das super!

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

  • Team-Intelligenz oder Kollektiv-Intelligenz ist mir zu umfassend, weil diese Begriffe - auf den Menschen bezogen - einen Kontext meinen, der weit über den Fussball hinausgeht und deshalb für mein Anliegen weder treffend noch hilfreich ist.
    "Schwarmintelligenz" beschränke ich allein AUF DAS LAUFENDE (im Sinne von Ball ist in Bewegung) bezogene intuitive Kollektiv-Verhalten einer Fussball-Mannschaft.
    "Schwarmintelligenz" - es geht hier ja ausschliesslich um Fussballer - hat in diesem Kontext auch nichts mit Tieren zu tun. Auch formal wissenschaftlich wurde der Begriff - meines Wissens - noch nie im Kontext des Fussball-Spiels verwendet, taucht aber immer öfters in fussballbezogenen Diskussionen und Publikationen auf.
    Vergleiche mit Vögeln, Fischen etc. sowie Analogien zur Psycho-, Sozi- oder Philosophie sind zwar interessant und können helfen.
    Aber eine Debatte darüber oder sogar einen Zwang, die allein auf das Fussballspiel bezogene "Schwarmintelligenz" im selben kontextlichen Rahmen wie Team-Intelligenz behandeln und abstimmen zu müssen. bringt uns nicht weiter. Im Gegenteil, diese bringt eine unnötige Komplexität ins Spiel, die am Ende keiner mehr versteht.
    Im Endeffekt muss das, was wir hier machen auf den Platz.
    Es muss umsetzbar, und darum einfach sein.
    Am Ende sind es die daraus resultierenden konkreten Uebungen und die an die Spieler zu stellende Anforderungen und Aufgaben welche die Mannschaft vorwärts bringen.
    Wie dieser Trainingsansatz resp. -Ziel nun heisst, ist eigentlich sekundär.

  • FB,


    der Satz mit dem Fischschwarm kommt nicht von mir, sondern war wie der ganze erste Absatz ein Zitat aus dem Beitrag über meinem (Beitrag 61). Ich habe wohl die Zitierfunktion nicht richtig bedient, dafür sorry. Eine Zitat sollte natürlich auch als solches erkennbar sein, sonst geht die Übersicht verloren, werde künftig genauer drauf achten.


    Auch mir geht es nicht um den Begriff Schwarmintelligenz. Der Begriff ist egal.


    Vereinfacht gesagt geht es hier doch um die Frage, sind entprechend spielintelligent ausgebildetete Spieler in der Lage, aufgrund ihrer Basis aus der Ausbildung ohne größere Abstimmung aufeinander ein funktionierendes Kollektiv auf dem Platz zu bilden (da sie ja alle intuitiv die richtigen Entscheidungen treffen). Oder ist auch bei bestmöglicher Einzelausbildung aller Spieler eine mit allen trainierte Abstimmung notwendig, damit alle Rädchen ineinander greifen ?


    Ich bleibe dabei, meiner Meinung nach ist eine Abstimmung der Spieler und Mannschaftsteile erforderlich. Sieht man ja gerade beim großen FCB. Neuer Trainer, neues System und deutliche Defizite in der Defensive nach Ballverlusten. Und den Spielern kann man sicherlich unterstellen, eine entsprechende Ausbildung durchlaufen zu haben und jede Menge Spielintelligenz zu besitzen.


    Eine an die Entwicklung der Spielintelligenz orientierte Ausbildung z.B. mit kleinen Fußballspielen nach Horst Wein ist sicherlich von Vorteil, um später in einem intelligenten Spielsystem fernab vom Positionsspiel früherer Tage mitmachen zu können. Das sollte das Ziel jeder Fußballausbildung zu sein. Aber eine Mannschaftsabstimmung der später gemeinsam auflaufenden Spieler ersetzt diese Ausbildung nicht. Diese kann sich natürlich auch von selbst bilden durch das gemeinsame Spiel ohne große Einwirkung von außen. Aber jeder neue Spieler wird das vorhandene System vorerst wieder instabil machen, bis er sich 'eingearbeitet' hat.

  • dann beschreib doch mal wie eine "einfache" Übung aussieht oder auszusehen hat, welche das von dir gedachte verhalten fördert oder verbessert


    Es macht wenig Sinn jetzt schon Uebungen im Detail zu erklären, wenn Sinn und Zweck nicht klar sind.
    Aber soweit ist eins klar: Wer neue Ergebnisse will der braucht auch neue Uebungen. Diese neuen Uebungen können nur in einem neuen Kontext begriffen werden. Ich möchte jetzt nicht dass diese - für den Fussball - "neuen" Uebungen von Leuten zerrissen werden, die immer noch die alte Brille aufhaben und mit Vehemenz daran arbeiten, dass alles so bleibt wie gehabt !
    Mag mich noch erinnern als wir vor 6 Jahren mit Ballhandling anfingen. Da hiess es schnell mal: gehen die jetzt zum Zirkus oder was ?
    Zudem sind wir erst mal nur mit einer Mannschaft in der Probe. So quasi in der Betaphase. Es reicht wenn einer Unordnung schafft ;-)
    Sollten sich aber positive Resultate einstellen, werdet ihr es erfahren.

  • Zitat

    Ich möchte jetzt nicht dass diese - für den Fussball - "neuen" Uebungen
    von Leuten zerrissen werden, die immer noch die alte Brille aufhaben
    und mit Vehemenz daran arbeiten, dass alles so bleibt wie gehabt !

    ...ja, lasst uns doch einfach auf diesem fiktiven Trip bleiben. Ist doch spannend. Wenn´s kein Ergebnis gibt ist auch nicht schlimm. Wenn doch ist´s um so schöner.
    Da passt der Spruch aus Raumschiff Enterprise: "...stößt dabei in Galaxien vor, die noch kein menschliches Auge je gesehen.....(oder so ähnlich...).


    Also nochmal Fakten sammeln:


    Was wir versuchen, ist nüchtern ausgedrückt, das Streben zur Optimierung von Gruppenleistungen.
    Synergieeffekte oder positive Gruppeneffekte werden dabei idealerweise erwartet, müßten aber erst bewiesen werden (ist das Ganze wirklich mehr als die Summe seiner Teile?).
    Oder geht es eher darum "Prozessverluste" (Differenzen o.ä.) bei der Entstehung der Teamleistung zu minimieren.


    Auf alle Fälle meine ich, daß wir mehr vom Tierreich weg müßen. Was uns interessiert ist der Mensch als Individuum und als Mitglied in der Gruppe.


    Da gibt es die sog. Kleingruppenforschung Antworten -->http://opus.uni-lueneburg.de/o…te/2005/322/pdf/Kap_4.pdf
    Selbst da ist man sich uneins.


    Jedes Ding hat drei Seiten: Eine die du siehst, eine die ich sehe und eine die wir beide nicht sehen.

  • Nein, was wir brauchen sind keine Schafe, sondern Schwarmindividuen mit Schwarmintelligenz.


    Ich habe mir das nochmals durch den Kopf gehen lassen und mir kommen die Gedanken, dass es das so doch bereits gibt und wenige setzen es halt so um.


    Ich gliedere diese angesprochene und gewünschte Verhalten in


    inidiviales taktisches Verhalten,
    gruppentaktisches Verhalten und mannschaftstaktisches Verhalten


    Hier hinein "spinne" ich das Verhalten des Einzelnen (F/E) in der Gruppe (D/C) und der Mannschaft (B, A)


    Die Frage die bleibt ist das "Wie". Wie setzen wir das in der Praxis um.


    Wenige setzen das um....verstehen den Vorteil...kapieren was NACH der Ausbildung halt heraus kommt/kommen sollte...soweit alle von der G bis zur A sich an die Ausbildungsthemen gehalten hätten....ihnen bekannt gewesen wäre was diese Themen warum beinhalten.


    Das....das ist nichts anderes als die Ausbildungsphilosophie des Dfb! Oder verstehe ich da was falsch.


    Schwarmverhalten wie es FB beschreibt ist doch das Verhalten der Mannschaft auf dem Platz beim z.B. Verschieben...


    UND


    Das individuelle Verhalten der Spieler ist doch das, was Spieler tun, wenn ein Trainer sie nicht zu früh in eine Zwangsjacke steckt, sondern den Mut fördert (siehe das bereits erwähnte Buch von Horst Wein..."Förderung der Spielintelligenz", aber auch gem. der Ausbildungsphilosphie des Dfb, wonach in bestimmten Altersgruppen die ROTATION zum kennenlernen der Positionen für den Einzelnen ein wichtiges Grundelement auf dem Weg weg vom Spezialisten, hin zum Allrounder, aber auch....zum spezialisierten Einzelspieler der sich in die Position des Gegenüber (sei es der Gegenspieler oder der anzuspielende Mitspieler) einzudenken in der Lage ist.


    Ferner auch der benannte Gedanke dass das Team keinen Leader braucht, den ich noch heute in der Sendung "Doppelpass" behandelt sah, weil man gleich mehrere Leader forderte. Dort meinte man, dass es mehrere Leute waren damals in der Weltmeistermannschaft die ein Spiel zu drehen wußten und andere mitrissen durch eigenes mutiges Vorangehen (benannt war u.a. ich glaube....Sammer).


    Es ist diesbezüglich die Frage, ob Leader sein mit Stinkstiefel und runtermachen anderer Leute einhergehend sein muß oder ob ein Leader ein besonders angesehener weil sozial kompetenter und guter Fußballer als Vorbild für andere Spieler sein sollte. Um so einen zu erzeugen...benötigt es gebildeten Charakter und Stirn und wenn der dann im Fischschwarm die absolute Mitte bildet....dürfte ein solcher Typ nur von Vorteil sein. Solche Typen "züchte" ich aber nicht, wenn Trainer alles vorgeben....Dinge abverlangen die noch nicht für die zu bedienende Alters.-und Leistungsgruppe machbar sind...ich sie anschreie und nur vorgebe und abverlange und einfach nur rum magathe....all das findet sich auch im Ausbildungskonzept wieder.


    Über das Wie -was ja auch die Frage war (siehe Zitat aus dem Eingangsstatement)...gibts Vorgänge und Abläufe die bekannt sind mit den Vor.-und Nachteilen....


    -Stützpunkte
    -Geld an Vereine für jeden ausgebildeten aktiven Trainer
    -Dfb-Mobil
    -Ausbildungsabende für Vereinstrainer vom Stützpunkt gegeben
    und und und...


    Und nicht zu vergessen die vielen Themen die hier im Trainertalk entstanden sind, wo es darum ging, wie man den Verein unten...die Trainer und und und...dazu bekommen könnte, sie daran zu halten....(Konzept....Mitgliedsbeitragserhöhung zur Zahlung von Trainergelder um diese an das Konzept via "Arbeitsvertrag" zu binden...das Ehrenamt attraktiver zu machen, etc....).

  • SI wird als Wort zZ teils inflationär gebraucht (zB Arte-Film Ameisenplanet), für mich etwa per (uU durchaus interaktiver) Brandrede zur HZ evoziert: wenn man nicht nur im Ergebnis zurückliegt, sondern als Team stark neben sich stand, etwa per Provokationsstrategie: ein Funke, der überspringt, zB individuelles Aufrechnen von Schuld unterbindet u. alle wie in "Panik" an einem Strang ziehen lässt. Also hier Feuer, Hitze, Nähe, dort Kühle, Starre, (innere) Distanz zueinander (bis zu völliger Weltfremde/Autismen). Doch Menschen 'sind' keine Tiere: instinktreduziert, sie funktionieren folglich nie einfach wie ein Schwarm, daher wirbelt eine aufgeregte HZ-Ansprache zwar zB viel durcheinander, bringt erstmal Action, aber nicht immer zum Guten, oft produziert sie vom Trainerkopf her in den kopflosen Beinen der Spieler nur wirre Bewegungswirbel o. gar Ängste....Die wesentlichen Fragen, was Schwarmverhalten qua Intelligenz vs Instinkt ausmacht, bleiben demnach eher offen, oder?
    Psychologie unterscheidet hier im anthropogenen Mengenbezug Gruppe (die strukturell Individualpole in selbstbestimmten Maßen zulässt) vs Masse (die menschtypisch ohne inneren Plan jedem Signal blind-panisch, angstgetrieben folgt...). Die Rede vom Schwarm scheint mir auf Menschen bezogen eher bloß Modeerscheinung (vgl. eben die Knackforscher in "Der Hering im Menschen": Menschen knacken nur auf Kommando von der Bühne, können SI nur simulieren, nicht aktivieren....) Einen möglichen Ansatz bietet der Buddhismus etwa des Reinen Landes (wogegen wir dann im völlig unreinen Land angekommen wären): sich im Selbst erneut öffnen fürs Ganze per Eingeständnis seiner "eusozialen" Grenzen, des radikalen Nicht-Wissens über alle anderen (also mangels Selbst eines politischen Super-Organismus...) Dies bedeutet im Fußball mit seinem entgegen aller anderslautenden Bekenntnisse (wie "Die Mannschaft ist der Star") üblichen u. käuflich in persona erwerbbaren Kultstatus individueller Fertigkeiten qua Trainer- wie Leader-Kopf oder -Leib eine echte Revolution des Denkens, oder? Trotzdem bleibt das konkrete Wie simulativer SI-Erzielung im Team, seinem Heranbilden von Spielstrukturen für mich äußerst rätselvoll, oder? Nur scheint mir: Kinder in ihrer 'Naivität' könnten vorbildhaft wegweisend sein, indem wir gesellschaftlich ihren Status aufwerten, sie nicht nur belehren, auch selbst von ihnen manches (wieder) erlernen wollten: Öffnung für den mittleren Weg... (Eine 'goldene Mitte' als das, was qua SI leitet: vom Verstand nie fassbar?)

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

    3 Mal editiert, zuletzt von Keller-Kicker ()

  • @kicker,


    ich habe es so verstanden, dass FB u.a. es so meinte, dass es keinen Leader mehr gibt, sondern alle Spieler als gleichberechtigte Einzelpersonen einen Gruppe....er nannte es wohl Schwarzm....bilden und so aggieren.


    Ferner....möchte ich dir sagen, dass ich Situationen unter totalem Stress, restlosem Stress sowohl bei Übungen, als auch in Echtzeit erlebte, wo ich weder Angst...noch Respekt verspürte, sondern unter Abschaltung von allem nur noch das abspulte, was ich jahrelang geübt habt und zwar wiederkehrend intensivst und immer gleich. Genau darauf griff mein kleines Hirn zurück....so mein Eindruck...und so auch Ausbilder in meinem Job, die uns Übungsmuffeln das so wärmstens ans Herz legten und ich habe es erlebt...sie haben recht.


    Es gibt Situationen, die spulst du ab und andere....die du nie geübt hast...so tiefgründig langanhaltend bis zu sie -wie man sagt- im Schlaf kannst...führen zu einem Blackout (gefühlt). Ich habe Menschen in einer plötzlichen gefahrvollen Situation sehr überrascht gesehen, den rief jemand der etwas gefaßter war etwas knackiges einfaches bekanntes zu z.B....."LAUF....RENN...usw."....die taten genau das und nix anderes mehr.


    Ich möchte dir das mal so schildern, vielleicht ist es ja interessant für dich...aus der Praxis für die Praxis...hier vielleicht für die Theorie;-)).


    Ich kann bezüglichs FB`s Gedanken und Ausführungen mehrere Seiten erkennen.


    Nach meiner Auffassung im Prinzip das Dfb-Konzept etwas anders erklärt....


    ....aber auch...um einen "Schwarm" ans schwimmen zu kriegen....ruhige Trainer?....die etwas zulassen...geradezu fördern?...wenn ich es richtig verstanden habe. Das würde sich mit Auszügen des Dfb-Konzeptes decken...bis zum Gedanken, dass jeder auf jeder Position spielen können müßte, um im Schwarm zu funktionieren....Rotation.


    Andersherum....gibts halt Menschen die zurückhaltender sind, sich gern leiten lassen und wiederum gibts andere, die gern das Ruder übernehmen....was aus meiner Sicht die sind, die den anderen die unter Stress stehen Handlungsfähigkeit vermitteln...eine Stütze sein können etc..


    Was ist sinnvoller. Ich denke hier an die Mischung die sich für mich daraus ergibt, den Einzelnen in seinen Stärken zu stärken und in seinen Schwächen zu fördern....im Prinzip macht ein guter Trainer das so.

  • Schwarmintelligenz hat viel mit den Mechanismen eines Blogs zu tun. Ein Thema ist vorgegeben - Teilnehmer, Annäherungswege, Lösungsräume etc. hingegen nicht. Wenigstens nicht im Sinne einer Vorgabe. Was geht und was nicht, impliziert lediglich ein kollektiv intuitives Verständnis darüber, was erfahrungsgemäss passen könnte und was eben nicht. Extreme werden zurechtgestutzt, oder einfach auf der Strecke stehen gelassen. Tut sich lange nichts, wird mal spontan wieder mit dem Flügel geschlagen - und wenn's nur ist, um mal zu sehen was als nächstes passiert.
    Mit der Zeit kristallisieren sich aber gewisse, oft nicht vorhersehbare Muster und Sequenzen heraus, welche im gegebenen Kontext wohl am meisten Sinn machen könnten - welche aber noch lange nicht als "Wahrheit" bewiesen sind, und deshalb auch in Zukunft fortwährend neuen Prüfungen standhalten muss.
    So gibt es in der Schwarmintelligenz weder Dogmen noch Führer über's Ganze, sondern lediglich partielle "best practice" und temporäer Schwarmführer zu bestimmten Situationen, Positioneb, Herausforderung, Risiken oder Tageszeiten ;-)

  • @FB


    Ich gewinne immer mehr das Gefühl, dass du Schwarmintelligenz mit der besonderen Fähigkeit verbindest, dass Kinder sehr viel einfacher voneinander lernen, als dies durch eine ihnen noch fremde Sprache, Mimik und Gestik von Erwachsenen (möglich) ist?


    Natürlich lernen Kinder im Rahmen ihrer "Verschulung" auch, haben nicht unbedingt immer freiwillig und nicht gerne! Das hängt sowohl von der Sympathie wie auch vom Feedback ihres Pädagogen ab!


    Beim (freien) Fussball kann ein freier Geist entstehen, sodass der Funke der Begeisterung dann auf Mitspieler überspringt, wenn sie sowohl mit der gleichen Erwartung und Eigenmotivation wie auch vergleichbaren Fähigkeitsanlagen ihre Spiel interaktiv gestalten. Eine besondere Intelligenz setzt jedoch erst mit der Kreativität ein, denn bis dahin folgen alle Teilnehmer der Trainingsgruppe noch den Anweisungen und Hinweisen ihres Trainers!
    Es gibt während der Jugendzeit besonders günstige Altersstufen, um Impulse zur Entwicklung von Kreativität zu setzen und es gibt Phasen, in der nicht nur grobe Hinweise, sondern sehr präzise Informationen erwartet werden.
    Das bedeutet auch, dass es fortwährend einen Impuls der Gruppe zum Einzelnen gibt, sodass widerum die Summe dieser Kreativität mehr als das erwartete Gruppenergebnis ausmacht und somit ein Fortschritt (egal wie groß) erzielt wurde. Nunmehr stellt sich die Frage, inwieweit der Trainer daran Einfluß hatte. Diese Frage ist sehr einfach zu beantworten: so gut wie gar keinen! Denn der gute Trainer ist der, von dem man kaum etwas hört, den man selten sieht! (Ich hoffe, jetzt nicht gerade das Trainerweltbild einiger Forumteilnehmer zerstört zu haben, die ihre Rolle als besonders bedeutend erachtet hattten.) Denn nur in einer Freiwilligkeit lassen sich Lernfortschritte erzielen. Über diese Freiwilligkeit entscheidet ganz allein das Kind! Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, das es mit dieser Einstellung den Platz betritt, größer, wenn es einen netten und kompetenten Trainer hat.


    Für mich erübrigt sich die Frage nach dem Huhn oder Ei schon allein deshalb, weil eine zweckgebundene zeitweilige Freizeitgestaltung kaum seriöse Erfolgsprognosen möglich macht und es deshalb schwerlich möglich sein sollte, eine Schwarmintelligenz erzeugen und am "Leben erhalten" zu können! Denn wäre das so, so würde fast jede Mannschaft so in "Sportrente" gehen, wie sie gegründet wurde! Dazu sind jedoch die heutigen, äußerlichen Einflüsse fast unüberwindbar!

  • Ich möchte mich einmal ganz herzlich bei allen Mitschreibern und Mitdenkern zu diesem Thema bedanken. Es ist nicht selbstverständlich, dass bei einem solchen Thema aus der Retorte jemand mitgeht. Und es ist nicht selbstverständlich dass andere, diejenigen, die hier mitgehen, nicht gleich in die Klinik verweisen.
    Mir geben all diese Gedanken wichtige Impulse und eine ziemlich gute Orientierung wie und wo man mit dem Erklären, Zeigen und Uebungen ansetzen könnte.

  • Aus meinen ersten Schritten habe ich gelernt, dass Spieler zuerst einmal INDIVIDUELL auf einen höheren kognitiven Level gebracht werden müssen um auch im Kollektiv erste Schritte zu tun. Die Kids müssen wach werden für gleichzeitig Ablaufendes wie Räumliches, Emotionales, Situatives in verschiedenen Kombinationen persönlicher Grundkonfigurationen wie Druck vs. Erholung, Müde vs. Wach, Bedrängt vs. Frei, Leader vs. Follower etc.
    Hier kann Vieles dem Mentaltraining entnommen werden, resp. bin ich je länger je mehr davon überzeugt, dass gewisse Formen des individuellen und kollektiven Mentaltrainings Einstieg und Voraussetzung sind und sein werden, damit sich Schwarmintelligenz bewusst und kontrolliert entfalten und weiter entwickeln kann.

  • @FB: Wenn es in naturgemäßen Schwärmen Intelligenz gibt, verdankt sie sich keinen Trainern. Denn Schwärme haben keine, nur meist (potentiell) ihren Fressfeind. Sie verhalten sich als solche von sich aus dank einer goldenen "Mitte", für die in jedem Einzeltier eine völlige Leere vorherrscht, so dass äußerliche Mechanismen sich zu (Super-)Organismen verdichten, verinnerlichen. Wir können diese Mitte kaum erfassen, sind zu sehr darauf fixiert, als Individuum zu denken. Ihre Selbst-Organisation als Schwarm folgt einem intuitiv einfachen learning by doing. Dagegen will übliches Mentaltraining Individuen vermitteln, sich in ihrem Verhalten fokussieren, ihre Motive erforschen und mobilisierend berücksichtigen oder situations- wie ichadäquate Ziele zu erfinden bzw. zu erreichen: sich aufzusteigern. Es zielt so eher o. gerade nicht auf Schwarmverhalten, sondern ein individuell besseres Sich-hervorheben ab, und zwar vom Training bzw. Trainer her, oder? Daher müsste es neu verstanden werden: darin, was nicht vom einzelnen Selbst her zu verstehen ist, oft als das Unbegreifliche paradox benannt wird, da es anders nicht aufzuzeigen ist. Man kann es nur im Ereignis als eine Art Erwachen (eines puren, tierhaften Lebens an sich: interaktiv wie -generativ) erfahren, sei es, dass man wie in HZ-Ansprachen (nur meist unbewusst) einen gefährlichen Fressfeind simuliert, da dies am einfachsten zu funktionieren scheint, wenn auch nur in in sich passiver Kurzfristreaktion, die auf Dauer sogar kontraproduktiv bzgl. Teamgeist wirken kann (sofern der Aggressor nicht im kollektiven Gegenangriff ausgekontert werden kann/darf). Ein liebevoll-fürsorglicher SI-Geburtshelfer als Freund aller aber müsste nicht nur jederzeit sich selbst als Person "zurückzunehmen" in der Lage sein (vs zwanghafter Selbst-Darstellung, die Gesetzen des Unbewussten gehorcht), sondern uU allen Spielern völlig neuartige Denk- u. Handlungssysteme vermitteln, oder? Dann dürfte solch individuelle Person jemand als mentalen Coach benötigen, der immer wieder rekursiv fürs Team in dessen Play u. Geist sensibilisiert....

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

  • Lieber K.K. - wie ich schon WIEDERHOLT geschrieben habe ist "Schwarmintelligenz" ein Arbeitstitel für etwas ist, was lediglich aus der Ferne betrachtet einem Vogelschwarm ähnlich ist. Was ich meine IST aber kein Vogelschwarm.
    Deshalb - deine Bemühungen in Ehren immer wieder die Natur zu bemühen - aber es geht mir wirklich nicht darum, die Natur zu imitieren oder ihr möglichst nahe zu kommen.
    Aehnlichkeiten zur Natur sind nicht das Ziel, sondern vermutlich einfach die Konsequenzen daraus, dass wenn mir mit Menschen arbeiten und dabei auf das natürlich Vorhandene setzen, oft auch was rauskommt was wie Natur aussieht.
    Ich gehe aber jetzt nicht raus und beobachte VogelSchwärme. Das haben andere schon getan.
    Ich bin aber viel an Juniorenturnieren aller Altersklassen und versuche rauszufinden was Teams jenseits von Physis und Kampfeswillen erfolgreich macht und noch erfolgreicher machen könnte. Nicht nur im Fussball, sondern auch besser in Schule nd späterem Berufsleben.
    Denn davon bin ich überzeugt: Die Essenz der Schwarmintelligenz beschränkt sich nicht auf Fussball, sondern ist ein genereller Gewinn wo immer Menschen unter Druck kollektive Höchstleistungen erbringen müssen.

  • @FB

    Zitat

    sondern ist ein genereller Gewinn wo immer Menschen unter Druck kollektive Höchstleistungen erbringen müssen.

    evtl. müßen wir auch noch die Physik bemühen.
    Leistung = die in einer Zeitspanne (z.B. Spiel) umgesetzte Energie.
    Je mehr umgesetzte Energie, desto höher die Leistung.
    Daraus ergibt sich die Frage, wie gehen Teams und Spieler mit der zu Verfügung stehenden Energie um (Ressourcenmanagement).


    Ich glaube langsam, daß unser Arbeitstitel "Schwarmintelligenz" die Summe aller richtig gemachten Faktoren ist (oder daraus entsteht), welche auf eine optimale Gruppenleistung Einfluß nehmen. Da gibt es harte und weiche Faktoren im Überfluß.


    z.B. ist FC Bayern und Dortmund im "Bundesligaschwarm" derzeit überlegen, weil sie viele Dinge (bestimmt nicht alle) beachten und besser umsetzen als andere.


    Jedes Ding hat drei Seiten: Eine die du siehst, eine die ich sehe und eine die wir beide nicht sehen.

  • Im Grunde halte ich von Schwarmintelligenzen wenig, da sie grad von Teamintelligenz zu trennen wäre. Die Verdichtung findet hier aber mental vorgängig statt: die Haufenbildung ist Folge, nicht Ursache. Daher dreht sich Schwarmintelligenz quasi um sich selbst: "man" folgt nicht geistlos Schwarmimpulsen, vielmehr diese dem Geist des Teams als Zielgröße, oder?


    @FB: Ich hatte mich ja - s.o. - im Thread zum Mentalen Teamcoaching von SI abgesetzt, klar. Dies (Kunst-)Wort für ein Phänomen (einer Natur, die sich - wie in einem 'Blitzkrieg' - intelligent zur Wehr zu setzen versteht - statt nur aggressiv zu sein wie "Die Vögel" bei Hitchcock) hatte Urheber Schätzing ausdrücklich nur in Analogie erfunden. Ich meine zu Recht. Auf den Zug sprangen viele wie 'die Knackforscher' in "Der Hering im Menschen" (Bremer Straßenexperiment) auf, aber positive Ergebnisse auf den Menschen in seiner Praxis (statt bloß Computersimulationen) bezogen gab's dabei nicht: oder? Als Titel zur Arbeit im Begreifen unserer selbst in unserer Welt wollte Schätzing, glaube ich, nur erkenntnistheoretisch Denkanstöße geben. Erfolgsdenken, Erzielen von Höchstleistungen oä war grad nicht sein Motiv, sondern im Gegenteil: sich wieder ins Schöpferische Ganze zurückzunehmen statt als Individualsubjekt zu produzieren, dh Grund von Welt sein zu wollen. Ob das geht, gut o. zielführend für Menschen ist: ? Daher sehe ich SI mit Schätzing so skeptisch bzw. reaktiv, oder ich habe noch nicht richtig verstanden, worauf du letztlich hinaus willst? Aber dafür diskutieren wir ja... ;-)

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....