Schwarmintelligenz im Team

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  • träumen ist ja ok ............ich träume ja auch von ausreichend kindern im fussball und 'nem kunstrasenplatz;)


    aber ansonsten ist das thema 'si' eher was für die sportschulen, wo dann auch ganze jahrgänge über viele jahre hinweg zusammen trainieren und auch sehr viel zeit miteinander verbringen.

    und zwar schon in jungen Jahren, wenn die Ablage- und Abrufstrukturen des jungen Hirns noch formbar sind.
    Darum denke ich kann es sich - auch wenn es vorerst nur mal auf hypothetischen Füssen steht - trotzdem lohnen über die sturkturierte (Früh-)Entwicklung und Förderung der SI nachzudenken

    also ich wäre schon glücklich, wenn man den kids in der frühentwicklung/förderung grundkoordinative fähigkeiten mit auf den weg geben würde und sie zb mit 8 oder 9 jahren "unfallfrei rückwärts laufen" könnten und sich beim springen nicht die knochen brechen....................



    vielleicht bin ich einfach zu sehr realist ;)


    gruss

  • Es ist auch für mich klar, dass SI für die Wenigsten ein konkretes und aktuell umsetzbares Thema ist und vielleicht auch nie sein wird.
    Dennoch glaube ich, dass es diesem Forum gut tun könnte, auch mal was neues, hypothetisches zu wagen, statt sich nur immer wieder um die gleichen alten Themen zu winden.
    Veränderung beginnt im Kopf - vor allem dann wenn die Füsse noch im Sumpf stehen.
    Ich persönlich finde es schade wenn wir jetzt schon darüber diskutieren warum SI nicht funktioniert, bevor wir mal konkret wissen worum es bei SI denn jetzt konkret und praktisch umsetzbar gehen soll.

  • Dennoch glaube ich, dass es diesem Forum gut tun könnte, auch mal was neues, hypothetisches zu wagen, statt sich nur immer wieder um die gleichen alten Themen zu winden.

    stimmt schon..................mit dem "psychokram" ging das ja auch 'ne ganze weile und die wenigsten werden je in die verlegenheit kommen 'mentaltraining' einzusetzen.



    also wieder "ran an den schwarm" ;)

  • Hallo,


    was ich verstehe und auch gelesen habe ist das Buch von Horst Wein über das Trainieren der Spielintelligenz im Kinder-und Jugendfussball.
    Wenn mit Schwarmintelligenz gemeint ist, dass jeder Spieler seine Fähigkeiten intelligent zum Wohl der Mannschaft einsetzt, also Spielintelligenz besitzt,
    dann verstehe ich das, halte aber den Begriff für nicht glücklich gewählt. Wenn ich auf Wikipedia nach kollektiver Intelligenz suche und das lese,
    dann erschliesst sich mir nicht, was ein Ameisnenstaat, oder Heringsschwarm mit einer Fussballmannschaft zu tun hat.
    Fb hat geschrieben "keiner will nur Schaf sein", aber in einem Schwarm gibt es nur Schafe!
    Deswegen: Jeder Trainer sollte besrebt sein, die Spielintelligenz seiner Spieler zu entwickeln, damit diese ihr Können zuim Wohl der Mannschaft situationsbedingt korrekt einsetzen und das Spiel so auf eine höhere Stufe bringen.
    Ist das wieder so ein Modewort welches ein Journalist für den Fussball übertragen hat?
    Schon Cruyff wuste, dass Journalisten vom Fussball keine Ahnung haben, sonst wären sie nicht Journalisten geworden. Wenns von einem Wissenschaftler kommt- noch schlimmer!


    Grüsse
    TV

  • Brechstange & Talentfreier Vater


    Also ich finde es vollkommen O.K., wenn "FB" Ansätze aus anderen Bereichen des Lebens versucht auf den "grünen Rasen" zu übertragen. Denn meist ergibt sich erst durch die Kombination von Erkenntnissen eine Optimierungsmöglichkeit, deren endgültige Möglichkeiten einem noch gar nicht erschließen.


    Um es ein wenig praktischer auszudrücken: wenn ich neue Torleute bekomme, dann schaue ich mir zunächst an, wie sie ihr Handwerk verrichten. Hin und wieder kommt es vor, dass ich Ideen von Torleuten entdecke, wie sie bestimmte Aufgaben lösen. Meistens ist es nur Unsinn, jedoch in seltenen Fällen kommt auch mal etwas Neues dabei heraus. Dann versuche ich möglichst viele Details zu analysieren, um die Verbesserung trainierbar zu machen. Weil es jedoch mit den individuellen Fähigkeiten eng in Verbindung steht, gelingt dies jedoch zu meinem Bedauern längst nicht immer. So ist es schon eine Weile her, als ich als Variante zum passiven, gegnerorientierten 1 : 1 (TW verkürzt Distanz mit gleichbleibendem Tempo und reagiert auf Angreifer) das aktive, ballorientierten 1 : 1 (TW verkürzt Distanz durch unterschiedliche Tempophasen und agiert gegen den Ball) vorgestellt hatte. Weil beim aktiven, ballorientierten 1:1 die Aktionsgeschwindigkeit und -dauer verkürzt wird, gibt hierbei eigentlich nur 2 Lösungen: die TW-Aktion hat 100 %-ig funktioniert oder ist zu 100 % in die Hose gegangen. Denn je höhe die Niveau-Ansprüche, je präziser und umfangreicher werden die Anforderungen.


    "FB" möchte jedoch gerne in den Bereich zwischen Breiten- und Leistungsfussball wandern! Das möchten viele engagierte Trainer ebenfalls, weshalb ich seine Anregungen durchaus diskussionswürdig empfinde! Also ruhig mehr davon!

  • Brechstange & Talentfreier Vater


    Also ich finde es vollkommen O.K., wenn "FB" Ansätze aus anderen Bereichen des Lebens versucht auf den "grünen Rasen" zu übertragen. Denn meist ergibt sich erst durch die Kombination von Erkenntnissen eine Optimierungsmöglichkeit, deren endgültige Möglichkeiten einem noch gar nicht erschließen.


    Ich finde das nicht nur OK, sondern super. Damit hat mich die Diskussion ja anfangs begeistert. Ich habe nur das Gefühl, dass hier jeder seine eigene Idee davon hat, wovon wir eigentlich reden, weswegen die Beiträge auch oft nicht so recht passen. Auch Du scheinst mir wieder andere Dinge im Kopf zu haben, weil Du über neue oder alternative Wege schreibst, wie EIN Spieler eine 1:1 Situation löst (Spielintelligenz im 1:1) während es FB - nach meinem Verständnis - um die, sagen wir, Spielintelligenz des einzelnen Spielers im Kollektiv ging. Daher meine Frage nach einer Abgrenzung dessen, worum es eigentlich genau geht (jaja, Definitionen sind langweilig; damit stellen wir aber nun mal sicher, dass wir von der gleichen Sache reden).

  • Definitionen sind langweilig; damit stellen wir aber nun mal sicher, dass wir von der gleichen Sache reden


    Im Moment bin ich (noch) nicht in der Lage GENAU zu definieren was ich mit "Schwarmintelligenz" meine. Vielleicht passt auch der Name nicht weil er zwar mit der Sache die ich meine zu tun hat, aber nicht die Sache ist.
    Vielleicht ist auch alles nur Bullshit, nicht realisierbar, dauert zu lange, wird nicht akzeptiert oder nicht verstanden. Für Ideen gibt es 1000 Killer und es benötigt die richtigen Leute zur richtigen Zeit.
    Definitiv tot ist eine Idee, wenn man sie gar nicht bringt.
    Deshalb besteht immer noch Hoffnung ;-)
    Und ich schätze eure Ermutigung diese Idee weiterzuspinnen. Ich selber bin wohl am meisten gespannt ob sich daraus was Brauchbares entwickeln könnte. Wenn nicht - dann war's halt auch nur ein Spiel...
    Danke fürs mitspielen - und ja - bin erst beim Warmlaufen - not the end of the story ...

  • Denke mal, es geht eher um den Ersatz eines bestimmten Einzelskills ("Führungsspieler, Leitwolf") durch einen Teamskill. Das wird in der freien Wirtschaft ja auch seit Jahrzehnten versucht und dort über CMM-Level und Certifizierungen angegangen. Die Vierer-Abwehrkette ist ja eigentlich nix anderes. Ich löse die Abwehrstrategie von den direkten Skills zweier Spieler und führe einen Teamskill ein, der eine höhere Erfolgschance hat.


    Allerdings vernachlässigen diese Prozessmodelle, in denen Einzelnfähigkeiten über einen Kamm geschoren werden, gerne die besonderen Begabungen einzelner Teammitglieder, und wenn's mal schwierig wird, jammern alle rum, dass diese Gabe nicht mehr vorhanden ist. Hier ist höllisch darauf zu achten, das durch die entsprechenden Maßnahmen nicht das Mittelmaß als Ziel ausgewählt wird.

  • Hier ist höllisch darauf zu achten, das durch die entsprechenden Maßnahmen nicht das Mittelmaß als Ziel ausgewählt wird.


    Mittelmass wird wohl nie gewollte angestrebtes Ziel sein. Es wird immer Platz für Herausragendes geben - ja muss es geben - denn es braucht die Vielfalt um daran zu arbeiten und um vorwärtszukommen. Der Unterschied und die damit verbundene Schwierigkeit wird es wohl sein, diese Einzelstärken so in das Kollektiv zu integrieren, dass es als Ganzes besser funktioniert als die Summer seiner Teile.
    Der Mensch besteht ja auch nicht nur aus Füssen. Aber der Fuss allein ist nichts. Erst wenn alle Teile reflexartig und koordiniert auf Reize reagieren, erwacht der Organismus zum Leben.
    Will ein Spieler aber nur Fuss sein, resp, will oder kann er sich nicht ins Kollektiv integrieren, wird er je länger je weniger in den Leistungsfussball schaffen - und das ist heute schon Fakt.


    Im Endeffekt wird sich das durchsetzen was gewinnt. Wenn das Kollektiv nur mit massgefertigten Einheitssoldaten gewinnt, dann wird es dann in Spitzenfussball wohl so sein. Ob der Fussball dann noch interessant und damit vermarktbar wäre, ist wieder eine andere Frage.


  • Mittelmass wird wohl nie gewollte angestrebtes Ziel sein. Es wird immer Platz für Herausragendes geben - ja muss es geben - denn es braucht die Vielfalt um daran zu arbeiten und um vorwärtszukommen. Der Unterschied und die damit verbundene Schwierigkeit wird es wohl sein, diese Einzelstärken so in das Kollektiv zu integrieren, dass es als Ganzes besser funktioniert als die Summer seiner Teile.
    Der Mensch besteht ja auch nicht nur aus Füssen. Aber der Fuss allein ist nichts. Erst wenn alle Teile reflexartig und koordiniert auf Reize reagieren, erwacht der Organismus zum Leben.
    Will ein Spieler aber nur Fuss sein, resp, will oder kann er sich nicht ins Kollektiv integrieren, wird er je länger je weniger in den Leistungsfussball schaffen - und das ist heute schon Fakt.


    Im Endeffekt wird sich das durchsetzen was gewinnt. Wenn das Kollektiv nur mit massgefertigten Einheitssoldaten gewinnt, dann wird es dann in Spitzenfussball wohl so sein. Ob der Fussball dann noch interessant und damit vermarktbar wäre, ist wieder eine andere Frage.


    Solche Vergleiche (hier mit dem Fuss, sonst auch gerne mit Autos) finde ich immer suboptimal. Der Spieler wird als Individuum reagieren. jeder Mensch ist ein Individuum und nur begrenzt verformbar.. Dein Leitwolf hat bestimmte Fähigkeiten, wenn Du "Pech" hast, auch mehr als nur die eine, und er hat bestimmte Entfaltungswünsche. Den Klonsoldaten würde es im Spitzenfussball schon geben, aber gerade dort zeigt sich, dass es in der Spitze um individuelle Fähigkeiten geht. Vielleicht waren ja die alten Ostblockmannschaften damals so was, aber kaum konnten die Spieler selbst entscheiden, war's vorbei mit den Kaderschulen. Oder spielen die noch eine Rolle? Vielleicht nehm ichs ja nur nicht mehr wahr.

  • Der Spieler wird als Individuum reagieren


    Ja 100% Zustimmung zu diesem Satz.
    Die Frage ist dann nur noch worauf und wie ;-)
    Im klassischen Fussball genügt es, wenn der Spieler den taktischen Rahmen kennt um dann - Beispiel Viererkette - mehr oder weniger stereotyp gleich auf den Gegner reagieren zu können (ich male hier jetzt bewusst schwarz/weiss).
    Im SI gibt es zwar auch noch die Viererkette, aber nicht permanent, sondern lediglich als eine von vielen möglichen kollektiven Ideen, um auf eine bestimmte Konstellation des Spielgeschehens reagieren zu können, im Bewusstsein, dass eine Viererkette - rein von der Logik her - je nach Situation, Gegner und Spielverlauf gar nicht immer die richtige Antwort sein kann.
    Stellt sich die Frage: ja wer entscheidet denn jetzt über das organisiert kollektive Verhalten, wer gibt das Signal und wieso der und nicht ein anderer ? Die Antwort hier lautet: Niemand! Es ist allein die Situation die das kollektive Verhalten auslöst. Wenn Spieler zu weit weg sind um die Situation erkennen zu können, werden sie entweder durch die Reaktion ihrer näher stehenden Peers in eine gemeinsame kollektive Aktion eingebunden oder sie lösen sich als eigenständig/automomer Cluster aus dem Verbund, kreieren eine neue Situation (Ablenkung, Schwergewicht, etc.) auf die der Rest wiederum intuitiv reagieren wird.
    Tönt krass - ich weiss. Aber ich arbeite dran...

  • @FB


    Es gibt die von dir beschriebene Entwicklung bei fast jedem Spieler. Während er sich zunächst in einer nur mäßig homogenen Mannschaft in seinem Heimatverein entwickelt, findet im Verlauf seiner Entwicklung eine immer feinere Einstufung seines Leistungspotenzials zur jeweiligen Mannschaft statt. Selbst bei den Ausnahmetalenten ist es zunächst so, dass sie im Heimatverein Woche für Woche ihre Tore machen, nach dem Wechsel zum NLZ jedoch auf in etwa gleich talentierte Spieler treffen!


    Eine Form der Schwarmintelligenz, wo jeder von jedem lernt und wo jegliche Entwicklungsschritte Einzelner widerum Auswirkungen (positiv oder negativ) auf die Mitspieler haben, findet permanent statt. Nur ein absoluter Drill durch den Trainer, der keinerlei Freiraum für das Indiviuum läßt, kann diesen Prozess zeitweilig stoppen oder ihn zumindest verlangsamen, da er auf die willenlose Anpassung aller Teilnehmer beruht. Denn bei einem Lenken in nur eine Richtung durch Fremdbestimmung werden kreative Fähigkeiten der Inviduen nicht toleriert! Eine Weiterentwicklung ist deshalb zeitlich begrenzt (das haben bis auf Felix Magath auch alle anderen Profi-Trainer verstanden! Nur auf dem Dorfplatz hat es sich noch nicht herumgesprochen, weshalb der KIFU überall benötigt wird.)


    Wenn man den Kids jederzeit den Mut zum Risiko gibt, damit sie keine Angst davor bekommen, Fehler zu machen, dann hat man eine gute Basis gebildet für Schwarmintelligenz! Ein künstliches Klima zu schaffen, in der alle Spieler einer Mannschaft mental auf eine Stufe gestellt werden, wird schon deshalb nicht funktionieren, weil jedes Individuum die Welt mit anderen Augen sieht. Daran ändern auch die zwanghaften Versuchen, dies durch Definitionen zu überwinden, nichts! Die Menschen so sein zu lassen, sie ernst nehmen, aber auch mit ihnen laschen. Jedem auf seine Weise anzusprechen und durch geeignete Impulse neue Fähigkeiten zu vermitteln, sollte Inhalt eines Coaching sein. Welchen Leistungslevel der Nachwuchsspieler einmal erreichen wird, wissen wir nicht, denn es ist auch weitgehend seine Wahl, die wir nur akzeptieren können, wenn wir es bzw. ihn auch wirklich verstehen!

  • Ich lese hier ein gut umschriebenes altes Thema heraus. Im Prinzip ist das Thema - Gebrüll am Spielfeldrand - zu großen Teilen erfaßt.


    Ich finde es sehr intelligent, hier der Trainer.-und Vereinsmannschaft das Thema auf diesem Wege so zu präsentieren. Es liegt nämlich wie das trojanische Pferd oder eine gut gefüllte Ente im inneren des gut duftenden Bratens. Hier wird dieses sehr wichtige und große Thema den Leuten die damals den Sender fast erschlagen hätten nun so präsentiert, dass sie damit etwas auf dem großen Weg zum wichtigen Saisonergebnis damit anfangen können. Sie werden nun dazu gebracht darüber nachzudenken, wie wichtig die fast militärische Struktur im Team vom Trainer angefangen bis zum letzten Spieler im Rudel wirklich war und ist und wie groß das Potenzial ist, wenn es anders gemacht wird. Wer hier nun für sich erkennt, dass da ein großes Potenzial drin stecken könnte, wird nun vielleicht mal neugierig darauf, das..../was...neues auszuprobieren. Konkret bedeutet das für mich, seine eigene Philosphie...angefangen beim eigenen Verhalten zu überdenken (Geschrei am Spielfeldrand/Sanktionen oder auch...wen setze ich als Kapitän ein und was verlange ich von dem über dessen Verhalten ab etc....welchen Umgang wünsche ich als Trainer vom Team im Miteinander und Untereinander und was lebe ich hier aktiv vor/Vorbildfunktion).


    Sehr intelligent gemacht, finde ich prima.....

  • werden sie entweder durch die Reaktion ihrer näher stehenden Peers in eine gemeinsame kollektive Aktion eingebunden oder sie lösen sich als eigenständig/automomer Cluster aus dem Verbund, kreieren eine neue Situation


    Da Clustering bzgl. Mentalem Teamcoaching mal Thema war (vgl Thread): Hast du dazu eigene Quellen? Sie soll trainingsmethodisch in einer situativ freien Dezentralisierung Kreativität vom Individualsubjekt her erzeugen können, die sich dann im Team fortpflanzt: wie du es andeutest. Dazu nachzulesen interessant ist für dich vllt auch die Unterscheidung fluider vs kristalliner Intelligenz, wie R.Cattel sie zuerst vornahm. Danke vorab!

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

  • fluider vs kristalliner Intelligenz


    Bei der Schwarmintelligenz geht es wohl ausschliesslich um die gezielte Förderung, Optimierung und Erhalt eines Teilgebiets der fluiden Intelligenz bzw. Qf. Der grösste Unterschied zu Raymond Cattell (1943!) spielt dabei wohl die dominierende Rolle der primären Kognition, insbesondere das gezielte Filtern der Primäreindrücke und diesbezüglicher intuitive Mustererkennung.
    RC's "Uebungsanlage" ging davon aus, dass man aus relativ wenig Input, mit sehr viel Hirnleistung maximalen Output generiert. Ein Beispiel hierfür ist z.B. Schach. Das Schwergewicht liegt bei ihm auf der eigentlichen Denkarbeit NACH der Kognition. Zeit spielt bei RC eine untegeordnete Rolle. RealTime kannte er noch gar nicht.
    Im Fussball ist Zeit entscheidend. DENKEN spielt im Spiel eine untegeordnete Rolle. Wahrnehmung und davon abgeleitete Reflexe sind Alles.
    Klar wird bei der Erarbeitung von Uebungsszenarien viel Denkarbeit gefordert. Nur ist man mit der Lösung für ein gegebenes Problem (im Gegensatz zu RC) noch nicht fertig. Fertig ist dann wenn die einzelne Lösung soweit verankert und verdrahtet ist, dass sie in geeigneten Situationen in Burchteilen von Sekunden die dazu passenden resp. eintrainierten Reflexe auslöst.


    Beispiel:
    RC's Szenarien ist vergleichbar mit Fernsehzuschauern die zu Hause stundenlang über den taktischen Blödsinn ihrer Lieblingsmannschaften fachsimpeln.
    Bei Schwarmintelligenz geht es um das Verhaltensmuster des Livespielers der, anders als der Zuschauer der NACHdenkt, immer und jederzeit fast ausschliesslich VORAUSdenken muss.

  • nenene denken ist schon das besondere , das andere von dem du sprichst wäre rein konditioniertes verhalten, was aber mal rein garnix mit intelligenz im eigentlichen sinne zu tun hat.... das aktive schlussfolgern, also das Entscheidung treffen, basierend auf den reizen die man erfährt und darauf resultierend die optimalste variante auszuwählen, entspricht der Intelligenz.... aber einfach nur nach reflexen , also nach konditionierten verhaltensweisen, zu funktionieren ,entspricht net dem was man unter intelligenz zu verstehen hat, sondern stellt eine gemeinsam abgestimmte Strategie dar!!!!


    spielintelligenz ist erlernbar, schwarmintelligenz ist nix anderes als die Zusammenführung der individuellen Spektren an Intelligenz, es ist gleichbedeutend mit kollektiver Intelligenz welche auch auf der Zusammenführung der individuellen intelligenz basiert , schwarmintelligenz ist im grunde nur eine unnötige, nur eine andere Umschreibung der kollektiven Intelligenz. also das sinnvolle nutzen einer Strategie .....
    zu meinen weil man als team handelt, würde einzelne genauso schlau machen wie den klügsten ist falsch, ebenso wenn man meint man würde diese individuellen intelligenzen multiplizieren oder addieren ist auch falsch....


    ein spieler der am ball ist muss die entscheidung treffen , auch wenn er vorgaben bekommt , mögen sie noch so klug sein, ist der einzelne der enscheidende Faktor , denn er kann gehorchen und umsetzen , verstehen und umsetzen oder ignorrieren und seine eigene entscheidung umsetzen....


    eine gemeinsamme verbindende variante funktioniert nie zwangsläufig, sondern nur unter der berücksichtigung der entscheidungsgewalt des Entscheidungsträgers..... also ist man zwar ein Verbund aber immer mit individuellen Möglichkeiten .....
    der entscheidungsträger kann also dem kollektiven variante folgen, muss es aber net .....


    also schwarmintelligenz sollte nie als festgelegtes musster verstanden werden.... ein Schwarm kann ein muster sein, also eine gemeinsamme Strategie und Struktur umsetzen der alle folgen, diese entspricht aber net der Intelligenz, sondern der Konditionierung......


    intelligenz impliziert denken und handeln aufgrund von Schlussfolgerungen und net aufgrundlage von konditionierten mustern, welche als intelligent bezeichnet werden können.....

  • nenene denken ist schon das besondere


    IM resp. WAEHREND dem SPIEL - im Sinne von Wettkampf und Ball ist in Bewegung - denkt kein Spieler im Sinne von Cattell. Das lässt sich relativ leicht an Hand der Augenbewegungen belegen. IM Spiel nimmt der Spieler wahr und entscheidet auf Grund eingeprägter Muster reflexartig. Während dem Spiel findet in der Regel kein kollektives Lernen statt.
    Erst in Spielpausen findet der Spieler wieder Zeit um zu Denken und Gedachtes so zu kommunizieren, dass es ins kollektive Bewusstsein aufgenommen wird.


    Darum, behaupte ich, dass DENKEN im Schwarm, und die damit verbundene KOLLEKTIVE Exploration und GEMEINSAMES Lernen neuer Lösungen und Verhaltensmuster immer im Team im oder nach dem Training erfolgt.


    Denkt ein einzelnen Spieler im Wettkampf Neues ausserhalb des kollektiven Erfahrungsschatzes, bewegt er sich zwangsläufig ausserhalb des momentan abrufbaren Schwarmintelligenz.
    Nicht das das verboten oder grundsätzlich schlecht wäre, aber er handelt dann wie bereits gehabt als Individuum auf den alle anderen, wieder wie gehabt, verschieden und verzögert reagieren werden. Das Verhalten als Team ist dann reine Glückssache und hat mit Schwarmintelligenz nichts zu tun


    Des weiteren ist Schwarmintelligenz eine besondere Form der kollektiven Intelligenz, ist aber nicht DIE kollektive Intelligenz.

  • was glückssache?
    kollektiver Erfahrungsschatz?


    nenene eindeutig fernab der Realität ....
    glück gibt es net, nur richtige und falsche Entscheidungen.....
    und das jemand auf das wissen eines anderen zugreifen könnte ohne diese selbst zu besitzen, die erfahrung selbst gemacht hat und aufgrund dieser schlussfolgern kann oder es vorgesagt bekommt, ist Schwachsinn oder willst du ernsthaft behaupten man kann einfach mal so auf dem erfahrungsschatz eines anderen zugreifen ohne auch mit diesem bewusst zu kommunizieren ?


    du behauptest das dadurch , das du von kollektivem erfahrungsschatz sprichst.....


    es gibt sicherlich ein kollektiv was aber noch lange net bedeutet, das jeder auf des anderen wissen zugreift..... welches sich dann auch nur auf das team begrenz und net auf alle menschen die es gibt....


    eingegrenzter kollektiver erfahrungsschatz ist purer Nonsens !!!!
    sorry meine das net persönlich aber das widerspricht einfach jeder Logik !!!!
    entweder alles was bewusstsein hat, stellt ein kollektives bewusstsein oder unterbewusstsein dar aber sicher niemals ein in teamzugerhörigkeit begrenztes/eingeteiltes....


    ein team kann sich nur auf bestimmte gemeinsamme konditionierte muster oder startegien abstimmen aber sicher net in ein auf das team begrenztes kollektives erfahrungschatz gesteurtes schwarmdingsbums..... da wird ja ordentlich phantasiert .....


    ein spieler kann in jedenfall bewusst steuern was er tut und muss net nur stumpfsinnig reflexen folgen oder ist des Denkens unmächtig, wer behauptet solchen Nonsens bitte?

  • Gringo


    Natürlich führen FB`s Anmerkungen in Richtung des ewigen Wettstreits zwischen der Natur- und der Geisteswissenschaft. Selbstverständlich spricht jeder erst einmal dem anderen seine Kompetenz ab. Dennoch wäre nicht nur Skesis, sondern auch ein gewisser Grad an Neugierde angebracht, sich zunächst einmal mit den "neuen, alten Gedankengängen" vertraut zu machen, anstatt sie wie Andre als einen "Wolf im Schafspelz" zu entlarven, der den Brüllaffen, die im Training die Spieler nach bestimmten Verfahren "züchten", um sie vom Spielfeldrand aus per konditionierter Verhaltensweisen mit einfachsten Mitteln zu dirigieren.
    Denn all das würde ausschließen, dass Kinder sich als Individuen in der Gruppe ausprobieren wollen! Durch die sich stetig ändernden Situationen werden Egoismus, Kompromißbereichschaft und auch das Nachgeben fallweise studiert. Dabei ist der gute Trainer der, der im Hintergrund bleibt und nur dann in Erscheinung tritt, wenn es mal hakt!


    Ein gänzlich falscher Ansatz ist es jedoch, im unteren Jugendbereich gezielt Leistungssportaspekte einzusetzen, die konträer zum kindlichen Willen nach Erlebnissen stehen und nur das Ziel haben, den Willen des Trainers nach sofortigem sportlichen Erfolg Rechnung zu tragen. Denn in jedem Fall würden die Kinder die Folgen tragen. Manchem würde bereits schon früh die Welt des Fussballs verschlossen bleiben! Der Dropout würde früher oder später einsetzen!


    Weil sich jedoch der Fussball ständig wandelt und die Sicht darauf ebenfalls, sollten auch Gedanken in die eine, wie in die andere Richtung erlaubt sein.

  • @FB: Danke. Mich hätte interessiert, wie unten deine Rede vom "Cluster" (als Art ko-agierender 'Inseln' im Team?) gemeint war, oder eben neuere Quellen (die ich nicht kenne). Da deuten sich ja bereichshafte Brüche der SI an, die Schwärme sich individualisieren, einen 'genius loci' (Geist durch Nähe) integrieren ließen, oder? Hat sich Idee-Initiator Schätzing eigentlich je selbst zu SI-Auslegungen geäußert?

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....