Schwarmintelligenz im Team

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  • @ open -minded


    es stimmt aber meiner meinung nach net was da der gute mann da sagt....
    ich zitiere mal eine kleine aussage .... " .....die aber in keiner Weise auch ein interagie- rendes Ganzes bilden müssen, das dann mehr als die Summe der Einzel- individuen wäre."


    doch tun die bewusstseine automatisch, weil eben alles eins ist , am ende des Tages oder am Anfang oder einfacher gesagt immer.....
    denn wir senden und empfangen immer, ob wir das bewusst wollen oder net, wir tun es immer, somit sind wir auch immer ein grosses ganzes haben aber individuelle Möglichkeiten innerhalb unsere spektrums.....


    fazit wir bilden immer ein interargierenden ganzes haben aber die möglichkeit uns als einheit über die information hinwegzusetzen, stellen aber immer noch ein interagierendes ganzes da, in dem der einzelne aber auch sein recht hat ignorrant den informationen der anderen gegenüber aufzutreten.... :)

  • aber genau das ist MANNSCHAFTSTAKTIK.


    ich würde mal sagen Schwarmintelligenz ist die Intelligenz - und damit eine antrainierte Fähigkeit - bei der alle Spieler in bestimmten Situationen reflexartig die intuitiv vielversprechendeste Taktik wählen und umsetzen.
    Taktik dagegen ist für mich etwas, was in der Regel von aussen aufoktruiert wird. Taktik wird befohlen. Schwarmintelligenz dagegen ist eine Eigenschaft oder ein Zustand - was man von der Taktik nicht behaupten kann.


    Natürlich ist es wiederum ein TAKTISCHER Entscheid, schwarmintelligent spielen zu wollen oder zu lassen.

  • Sorry - aber genau das ist MANNSCHAFTSTAKTIK.

    Sehe ich ebenso, "Schwarmintelligenz" ist erstmal ein hipper, moderner Name für etwas, was es schon lange im Fussball gab und gibt. Aber das ist ja nichts schlechtes, denn dass das Wort Intelligenz drin vorkommt macht deutlich, dass Taktik eben mehr ist, als auf Kommando ohne Nachdenken die eingeübten Laufwege und Bewegungsmuster abzuspulen. Sondern dass man beim Fussball permanent auf die Aktionen des Gegners und der Mitspieler achten muss, um die richtige, die intelligente Antwort zu finden. Und auch dass vom Schwarm statt vom Führungsspieler gesprochen wird, ist mir sympathisch. Denn damit wird klar, dass an den Entscheidungen alle beteiligt sind (und damit auch alle Verantwortung tragen), jeder eben so viel, wie er kann. Insofern halte ich das auch für nichts revolutionär Neues, aber wenn der neue Begriff hilft, die Sache voran zu bringen, finde ich das prima.


    Intelligentes Spiel zu trainieren ist sicher wesentlich schwieriger als den Spielern feste Abläufe vorzugeben. Ein wesentlicher Schritt besteht in meinen Augen darin, den Kindern Fehler zu erlauben.


    Grüße
    Oliver

  • Klammer auf
    Wie schwarmintelligent sind eigentlich die FIFA 13,14, ... schlag mit tot, programmiert ?
    Klammer zu

  • Ich würde sagen, Taktik ist mehr das Grobe für Herden und Intelligenz halt was für Schwärme:

    Schwarm ist ein selbstregulierendes Kollektiv mit dezentraler Taktik


    Jedes Ding hat drei Seiten: Eine die du siehst, eine die ich sehe und eine die wir beide nicht sehen.

  • Ich finde den Artikel jetzt nicht mehr wieder, aber ich habe kürzlich etwas darüber gelesen, dass die Mannschaft des BVB es von der Reaktion auf Spielsituationen und -verläufe auf eine neue Ebene geschafft hätte und völlig unabhängig von außen reagieren kann. Damit hätte sie fast ein Alleinstellungsmerkmal.


    Trotzdem sehe ich es wie Brechstange, es handelt sich um eine -wenn auch perfekte- Form der Mannschaftstaktik.


    Ich habe am Freitag BVB-Bremen geschaut. Wären die 11 BVB-Spieler in der Lage, ohne vorheriges längeres gemeinsames Training, nur weil sie viel Spielintelligenz besitzen und die richtigen Typen (= bedingungslos arbeitend fürs Kollektiv) dafür sind, sich derartig perfekt aufeinander abgestimmt zu bewegen ? Ich glaube nicht. Wenn man elf noch so hoch veranlagte Spieler einfach zusammen würfelt und ohne Training auf den Platz stellt, wird sich nie so eine perfekte Abstimmung ergeben. Das braucht Zeit und Training und ja, auch die Laufwege müssen bekannt sein bzw. der eine muss wissen wie sich die anderen verhalten, wenn dies und jenes auf dem Platz passiert. Schwarmintelligenz -wenn man es denn so nennen will weil es bildlich so perfekt passt- ist nicht einfach da, sondern ist eingeübt und damit eine Form der Mannschaftstaktik.


    Jeder Spieler ist immer noch ein Individuum, und wenn er noch so mannschaftsdienlich und spielintelligent geschult ist. Daher kann jeder Spieler auf jede Spielsituation etwas anders reagieren, als ein ähnlich trainierter und veranlagter Spieler. Die Spieler sind ja keine Schachcomputer und die eine perfekte Reaktion auf eine Spielsituation gibt es auch nicht. Also ist Abstimmung durch Training immer notwendig = Mannschaftstaktik.

  • @FB


    Zunächst habe ich gedacht, dass du mit deinem Vortrag eine bestimmte Situation in der Mannschaft deines Jungen beschreiben möchtest, die ihn, aber auch die gesaamte Mannschaft daran hindert, sich bestmöglich weiter zu entwickeln. Auch gab es für mich in diesem Zusammenhang irritierende Begriffe, wie ... Schwarmintelligenz züchten ...., die du zum Glück aber aufgeklärt hast.


    Wir sind gerade Augenzeuge, wie ein neuer, relativ unerfahrener 42. jähriger Trainer (Pep Guardiola) versucht, das von seinem Vorgänger an Leitwölfe (mit Siegermentaliät) gekoppelte Spiel der Bayern in eine Spiel mit Schwarmintelligenz (ala Barca) umzukrempeln. Dabei müssen wir feststellen, dass das so einfach nicht funktioniert. Denn es treten dabei eine ganze Reihe von "Baustellen" auf und vermutlich hat Pep auch nicht gedacht, dass die deutsche Bundesliga mit ihrem ausgeglicheneren Niveau doch sehr von der spanischen Liga mit ein paar Topclubs und vielen Statisten abwechselt. Wir dürfen gespannt sein, wie weiit die der beiden für sich jeweils sehr gut funktionierenden Systeme miteinander kombiniert werden und ob sie insgesamt einen neuen Qualitätslevel erreichen werden.


    Natürlich möchte man als Trainer keine "selbsternannten Stars" in der Mannschaft, die das soziale Gefüge im Team durcheinander bringen. Allerdings wird man die Mentalitätsveranlagung der Kinder (still oder laut, zurückhaltend oder frech, abwartend oder dominant) nicht dadurch sehr beeinflussen können, dass man dem stillen Kind sagt, es ab sofort laut herum brüllen!


    Gerade, weil es noch sehr viel mehr als Fussball im Leben gibt, sollte man nicht versuchen, jedes Individum zu einem beliebig austauschbaren Mitglied in einem Team zu verändern!


    Leider finden solche "Vereinheitlichungsprozesse" schon sehr früh in Krippen und Kindergärten statt. Spätestens mit der Einschulung bekommt das Kind einen "Stacheldrahtzaun um seine kleine Seele", weil es ab da Schwarmintelligenz erlernen soll und gefälligt in jeder Unterrichtsstunde und Klassenarbeit dei gewünschte Leistung abrufen soll.


    Man sollte deshalb nicht versuchen, die Anzahl der Individuen in einer Gruppe als Summe einer bestimmten Qualität (z.B. Leistungslevel) zu beschreiben. Dies ist nach meiner Meinung ein falscher, theoretischer Ansatz. Vielmehr ist es ein latenter, interaktiver Prozess mit sehr vielen Determinaten. Er kann aufgrund sehr kleiner Veränderungen zu schlagartigen Auswirkungen führen. Ihn möglichst im Gleichgewicht zu halten, kann die Aufgabe eines Trainers sein. Jedoch nicht in Form eines Zirkusdomteurs, der seine Peitsche schwingt oder ein Stückchen Zucker verteilt, sondern auf Basis gegenseitiger Achtung!


    Wenn die menschliche Entwicklung allein auf Schwarmintelligenz beruhen würde, hätte sie vermutlich erst vor ein paar Jahren das Rad erfunden! Denn in der Schwarmintelligenz gibt es kaum Neugierde, dafür sehr viel Anpassung. Aber gerade die Neugier und die Unzufriedenheit mit dem Bestehenden treibt Menschen dazu, sich in immer neue Abenteuer zu wagen. Mit einem guten Schutzengel an der Seite klappt es meistens. Manchmal gehts aber auch in die Hose. Dann braucht es besonders viel Energie! Weil nicht das Hinfallen (oder vermeintliche Versagen) von Bedeutung ist, sondern lediglich die Geschwindigkeit wieder aufzustehen (sich davon zu erholen), aus dem Fehler zu lernen und es besser zu machen.


    Aber wir müssen immer auf der Hut sein und damit klarkommen, wenn eines Tages mal ein Stein nicht von selbst auf den Boden fallen will! Denn im Laufe der Zeit haben schon zu viele "Naturgesetze" keinen dauerhaften Beweis geliefert! Weil wir aber auch kaum etwas über den Fussball wissen, macht es besonders viel Spaß, jeden Tag ein Stückchen mehr darüber in Erfahrung zu bringen!

  • Wenn die menschliche Entwicklung allein auf Schwarmintelligenz beruhen würde, hätte sie vermutlich erst vor ein paar Jahren das Rad erfunden! Denn in der Schwarmintelligenz gibt es kaum Neugierde, dafür sehr viel Anpassung.


    DIESER AUSSGAGE muss ich VEHEMENT widersprechen, weil sie vermutlich Schwarmintelligenz in den selben Topf preussischen Drilldenkens wirft, den wir schon hatten, und von dem wir uns - so wie es scheint - nur schwer lösen können. Wer glaubt Schwarmintelligenz sei nur neuer Wein in alten Schläuchen ist auf dem Holzweg. Scharmintelligenz ist kein Manöverdenken, keine Truppenverlagerung und was sonst noch Carl von Klauswitzes Gedankengut enspringt. EBEN GERADE NICHT!


    Bei Schwarmintelligenz geht es ganz und gar nicht um passive Anpassung.
    Es geht primär auch nicht um den Schwarm oder die Herde, sondern um die Intelligenz des Kollektives - das heisst dann eben gerade nicht, dass man seine Kreativität auf den kleinsten gemeinsamen Nenner runterschraubt, sondern im Gegenteil, jeder einzelne Spieler auf- und gefordert ist, möglichst viel und jederzeit Kreativität, Neugierde und Experimentierfreude in die GRUPPE einzubringen. Es geht ums freie Spielen und nicht ums abrufen vorgefertigter Lösungen.


    Bei der Schwarmintelligenz macht der Unterschied vor allem die ART der Kreativität. Sie hat eine ganz andere Qulität. Sie ist nicht mehr länger rein ICH-bezogen, sondern impliziert immer die ganze Gruppe, so wie sie momentan gerade ist und was sie kann, und nicht was sie dann mal können sollte. Schwarmintelligenz entwickelt sich - im Gegensatz zu jeglichen anderen Formen der Taktik - immer spontan von innen heraus ohne Vorgaben von aussen genauso wenig wei durch Anweisungen eines dazu bestimmten Leaders.
    Schwarmintelligenz ist immer genau mit dem was ist, was man hat und wie die Umwelt sich gibt. Schwarmintelligenz bedingt eben gerade nicht, dass man die Mannschaft ZUERST auf ein bestimmtes Niveau und in ein bestimmtes Raster zwingen muss, welches je nach Umweltbedingungen, Form und Mannschaftsaufgebot dann doch niemals optimal ist.


    Schwarmintelligent ist nie ein in Detail ausgeklügelter Spielzug, sondern lediglich ausgeklügelte Rahmenbedingung um eine Gruppe von Situationen zu simulieren für die sich gesamte Mannschaft intuitiv möglichst verschiedene, aber dennoch passende Antworten erarbeitet. Erst DANACH werden die besten Lösungen notiert, um sie später im Rahmen der konventionellen taktischen Arbeit wieder abrufen zu können.

  • 1. Schwarmintelligenz ist vielleicht weniger die Art und Weise wie Fussball dann effektiv gespielt wird sonder vor allem die Art und Weise wie der taktische Handlungsraum des Fussballs erlernt werden wird. Schwarmintelligenz ist deshalb weniger das Thema der Erwachsenen sondern sollte deshalb vor allem im Kontext des Juniorenfussballs, resp. dessen Ausbildung betrachtet werden.


    2. Schwarmintelligenz ist einfach einmal ein Name, der zwar BEGRIFFLICH bei den Schwärmen der Natur anlehnt, aber im Detail nicht allzuviel mit diesen zu tun hat.


    3. Schwarmintelligenz steht zur Taktik in etwa so wie Fitness, Ausdauer, Zweikampfstärke. SI ist ein FAKTOR welcher die Taktik beeinflusst, ist damit eine taktische Komponente, aber sie nicht die Taktik !


    4. Grundlage für die Entwicklung der Schwarmintelligenz sind vor allem Kognition, Kommunikation, kooperative Einstellung, Räumliches Vorstellungsvermögen, Phantasie, Klarheit, Beurteilungsvermögen, Entscheidungskompetenz, Intuition, gedankliche Flexibilität, etc. welche in frühsten Jahren entwickelt werden müssen weil sie später nicht einfach übergestülpt werden können (dies ist der Grund weshalb PEP die Bayern nicht einfach so hopp, hopp, zack, zack auf Barca-Modus umpolen kann).

  • Erst DANACH werden die besten Lösungen notiert, um sie später im Rahmen der konventionellen taktischen Arbeit wieder abrufen zu können.


    Du meinst das sinnbildlich, also das der Spieler je nach Situation intuitiv handelt, oder?


    3. Schwarmintelligenz steht zur Taktik in etwa so wie Fitness, Ausdauer, Zweikampfstärke. SI ist ein FAKTOR welcher die Taktik beeinflusst, ist damit eine taktische Komponente, aber sie nicht die Taktik !


    Stimme dir in diesem Punkt zu, das verschiedene Faktoren die Taktik ausmachen. Das Wort Taktik wird eh oft falsch eingesetzt. Taktische Aufstellung ist auch so ein Ding. Für mich ist das ein Spielsystem aber keine Taktik. Das aber nur mal am Rande.


    Die Schwarmintelligenz hat auch was mit Intuition zu tun, finde ich. "Ahnendes Erfassen" steht bei Wiki. Das finde ich passend.
    Doch wie schon einige schrieben, braucht man dafür auch den Spielertyp der das versteht bzw. verstehen will.


    mfg
    sb

  • Taktik und Schwarmintelligenz können parallel existieren.Dabei gibt´s auch kein besser oder schlechter.
    Es gibt immer eine Taktik. Taktik ist ja schon die Aussage
    : "Wir wollen siegen" oder "Wir wollen Gegentreffer vermeiden...."
    Die Taktik ist der äußere nötige Rahmen innerhalb dessen sich verschiedene Stile verwirklichen lassen, je nach Vorgaben der Taktik.
    Wenn nun die Taktik genug Freiräume läßt und damit die individuelle Intelligenz/Kreativität jedes einzelnen Spielers nicht einengt oder untersagt, dann ist Schwarmintelligenz möglich.
    Z.B. könnte die Taktik lauten: " Wir wollen heute gegen den übermächtigen Gegner ein Unentschieden erreichen. Dazu betonen wir das "Pressing" um zu zeigen, daß wir nicht klein bei geben. Ansonsten reagiert das Team flexibel, wie in den Trainings geübt."


    Jedes Ding hat drei Seiten: Eine die du siehst, eine die ich sehe und eine die wir beide nicht sehen.

  • @FB


    O.K. nun verstehen wir uns ein bißchen besser! Du glaubst, dass man die kindlichen Erwartungen auf einen Level bringen sollte, so dass sie als Schwarm interaktiv ihre persönliche Kreativität austauschen.


    Diesen theoretischen Ansatz bedient sich die Wissenschaft ebenfalls, in dem sich auf den aus individueller Kreativität geschaffenen Erkenntnissen aufbaut und diese versucht zu verfeinern bzw. zu erweitern!


    Dennoch gelingt dies immer nur zu einem gewissen Grad. Sei es der von dir kürzlich beschriebene F-Jugendliche, der seinen Gegenspieler per Karatesprung brutal niedertrat, weil er keinen Freistoß aufgrund eines Fouls an ihm zugesprochen bekam, sei es durch die Vortäuschung von Wissen (Plagiate) oder sogar die Manipulation von Wissen, um Ruhm zu erlangen.


    Ein mehr oder weniger großes Konfliktpotenzial beruhend auf egoistische Interessen stecken in uns. Allerdings gehören zur Durchsetzung dieser Machtinteressen immer mindestens Zwei. Einer, der etwas will, was ihm eigentlich nicht erlaubt ist und einer, der sich etwas gefallen läßt, was er sich nicht gefallen lassen muß!


    Das der Fussball eine Brücke dazu bilden kann, zumindest kurzfristig diese Interessen etwas in den Schatten zu stellen, indem jeder einzelne Spieler seine Interessen in den Hintergrund stellt, mag noch angehen. Aber er macht keinen anderen Menschen aus uns!


  • Diesen theoretischen Ansatz bedient sich die Wissenschaft ebenfalls, in dem sich auf den aus individueller Kreativität geschaffenen Erkenntnissen aufbaut und diese versucht zu verfeinern bzw. zu erweitern!


    Das Neue daran ist eben, dass man diese in der Wissenschaft, Pädagogik und anderen Gebieten bereits erprobten Prozesse nun auch auf den Mannschaftssport überträgt. Ich persönlich kenne diese Ansätze aus dem Mentaltraining und Kreativitätsschmiden im Umfeld von StartUps.
    Ich selber habe da nichts "erfunden" sondern versuche nur diese Erkenntnisse auf den Fussball zu übertragen und von denen zu lernen die diesbezüglich schon Schritte tun. BVB ist nur ein Beispiel. In Japan, Australien und den USA gibt es Entwicklungen die stark in diese Richtung gehen.

  • Zitat

    Das der Fussball eine Brücke dazu bilden kann, zumindest kurzfristig
    diese Interessen etwas in den Schatten zu stellen, indem jeder einzelne
    Spieler seine Interessen in den Hintergrund stellt, mag noch angehen.
    Aber er macht keinen anderen Menschen aus uns!

    Sehe ich anders:
    durch Fußball lernen die Kinder und Jugendlichen doch gerade mit anderen klar zu kommen, also sich weiterzuentwickeln.
    Hab mal gelesen, daß Fußball sogar im Strafvollzug eingesetzt wird als Therapieform, also die Bösewichte verändern.
    Also doch anderer Mensch?!


    Jedes Ding hat drei Seiten: Eine die du siehst, eine die ich sehe und eine die wir beide nicht sehen.

  • Durch Fussball wird wohl keiner ein "anderer Mensch".
    Ich denke aber, dass es sich durchaus lohnen kann, sich zu überlegen, ob eine frühere, verstärkere Fokussierung auf kognitive, soziale und mentale Fähigkeiten nicht nur den Fussball als Sport weiterberingt, sondern vor allem dessen gesellschaftlichen Stellenwert und Relevanz erhöht.
    Wenn wir im Fussball vermehrt allgemeingültige, d.h. auch im beruflichen Fortkommen relevante Werte, vermitteln könnten, wäre die Oeffentlichkeit auch eher bereit, mehr in diesen Sport zu investieren. Mentaltraining für Kdis boomt. Warum das nicht in den Fussball einbauen ?
    Klar die Ausbildung diesbezüglich befähigter Trainer kostet. Gesellschaftlich gesehen würde sich das mit Bestimmtheit auszahlen.

  • open-minded


    Ein positiver Einfluß des Einzelnen durch den Fussball ist sicherlich vorhanden. Er ist nicht nur der Gesundheit zuträglich, sondern steigert durch stetige Übung die Konzentrationsfähigkeit. Schließlich übt es auch das Sozialverhalten in der Gruppe, sofern dies auch positiv vom Trainer gesteuert wird.


    Sofern sich der Knast nicht mitten in der Stadt befindet, gibt es schon seit Jahrzehnten Turnhallen und auch Sportplätze für die Knackies auf dem Gefängnisgelände. Es gibt sogar Knastmannschaften, die im normalen Ligabetrieb um Punkte und Meisterschaften kicken. Das ist nicht nur für die Aktiven, sondern auch für die Zuschauer eine schöne Abwechselung, weil sonst doch eher tristes Allerlei herrscht. Vor einigen Jahrzehnten durfte man sich sogar über die Ballkünste eines Schalker Spieler (Namen habe ich leider vergessen), der am Juwelenraub beteiligt war, freuen. Nur Auswärtsspiele gibts nicht, weil sonst die erhöhte Gefahr besteht, das nicht die komplette Mannschaft zurück kehrt!


    Man kann dort auch ganz normal als Zuschauer daran teilnehmen. Das ist in jedem Falle eine lohnendwerte Abwechselung. Denn wann sieht man schon mal einen Spieler, der nach einem Foul auf allen Vieren vom Platz kriecht, als hätte ihn eine Kugel ins Bein getroffen. Oder wer hat schon mal im Seniorenbereich beobachtet, dass ein Spieler nach einer viertel Stunde den Platz verläßt, weil er darüber gekränkt ist, dass man ihn trotz ständigen Rufens noch keinen Ball zugespielt hat? Auch die Anfeuerungsrufe der heimischen Zuschauer sind interessant. Die möchte ich jedoch nicht hineinstellen, weil auch Kinder hier mitlesen können.


    Sicherlich trägt der Sport zur Resozialisierung im Knast bei! Jedoch läßt die hohe Rückfallquote vermuten, dass auch der Fussball nur begrenzte "Heilungskraft" verfügt!

  • moin



    also ich möchte meine ein-zwei "leitwölfe" nicht missen!!!!!!!


    grade in den "niederungen der fußballkunst", in denen wir uns bewegen machen genau diese, meist charackterstarken, spieler den unterschied aus. da kann man noch so gute mannschaftstaktische dinge parat haben und von mir auch noch so harmonisch als mannschaft/mannschaftsteil funktionieren, wenn es drauf ankommt, dann bilden genau die typen den ausschlag für sieg oder niederlage, die sich in der hirarchie an der spitze bewegen.


    wir haben doch viel zu unterschiedliche "typen" in den mannschaften und selten soviel trainingsmöglichkeiten um diese art von "schwarmintelligenz" herausbilden zu können.


    ich für meinen teil bin für jeden richtigen führungsspieler dankbar.


    gruss

  • wir haben doch viel zu unterschiedliche "typen" in den mannschaften und selten soviel trainingsmöglichkeiten um diese art von "schwarmintelligenz" herausbilden zu können


    Da bin ich mit dir schon einig.
    Aber man sollte ja auch mal träumen dürfen und daran glauben können, dass es tatsächlich Vereine und Mannschaften gibt, welche die Voraussetzungen erfüllen, sich Richtung Schwarmintelligenz entwickeln zu können.
    Illusorisch hingegen ist zu glauben, dass man nur die richtigen Jungs suchen muss, damit sich SI irgendwie automatisch einstellt. SI muss IMMER entwickelt werden, und zwar schon in jungen Jahren, wenn die Ablage- und Abrufstrukturen des jungen Hirns noch formbar sind.
    Darum denke ich kann es sich - auch wenn es vorerst nur mal auf hypothetischen Füssen steht - trotzdem lohnen über die sturkturierte (Früh-)Entwicklung und Förderung der SI nachzudenken, da oft auch was in einen suboptimalen Kontext übernommen werden kann.

  • Mich hat die Diskussion jetzt nachhaltig verwirrt (und ich entschuldige mich, wenn ich da meinen Teil zu beigetragen habe). Deswegen wäre ich jetzt für eine genauere Klärung dessen, was da entdeckt, entwickelt, trainiert und gefördert werden soll schon dankbar. FB, Du hast ja damit begonnen, dass Du SI von der "Leitwolfkultur" abgrenzen wolltest und das hatte ich vielleicht zu sehr im Kopf. Irgendwie hat glaube ich hier jeder seine eigene Idee von SI, und mir scheint das kein sehr hilfreicher Begriff zu sein (und die Analogien zu crowd sourcing und dezentralen Organisationsformen in der Wirtschaft scheinen mir so gar nicht zum Fussball zu passen). Wie auch immer. worum geht's nochmal? ?(