Wie bekomme ich meinen Spieler zum Rennen ?

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  • Hay Zusammen,


    Ich bin derzeit Trainer einer E-Jugend älteren Jahrgangs. Wir haben insgesamt eine extrem spielstarke und spielfreudige Truppe.


    Derzeit beschäftigt mich besonders ein Spieler unseres Teams. Er ist seit Anfang an einer der Leistungsträger der Mannschaft. Er ist für sein Alter technisch stark, hat einen ordentlichen Schuss und hat vorallem das Auge für den "genialen Pass". Für mich ein klassischer Zentrumspieler ( ZDM , ZM ; ZOM )


    Mein Problem, das ich mit dem Burschen hab ist, dass er einfach extrem lauffaul ist. War er schon immer, nun fällt es aber immer mehr auf, weil die anderen sich in der Hinsicht eben immer weiter entwickeln und wie es für das Alter so üblich ist rennen , rennen , rennen. Er ist nur stark, wenn er im Ballbesitz ist und fängt erst an zu kämpfen, wenn er ein paar Mal gefoult wurde.


    Meine eigentliche Frage nun: Habt ihr Ideen, wie ich diesen Spieler zum Rennen, zum Ackern bekomme ? Kann ich das Ganze irgendwie provozieren? VIelleicht hat ja einer schon das selbe Problem gehabt und kann aus eigenen Erfahrungen berichten.



    Bin um jede Antwort dankbar,


    Danke und Gruß Patrick

  • Ich hatte genau das gleiche Problem :)


    Also ich habe meinen Jungs, wohlgemerkt allen, immer gesagt, dass man vorne und hinten helfen muss. Dem einzelnen Kind habe ich nicht so oft etwas gesagt. Wenn er dann mal gerant ist, habe ich ihn gelobt und jetzt holt er sich hinten die Bälle ab und macht vorne leider keine Tore mehr. Die machen jetzt andere aber er legt Sie auf.

    FCK

  • Ein Bauer, der wie wild am Ackern ist, hat meist nicht nebenbei einen Doktortitel erworben, so wie der kopflastige Stratege oft in innerer Distanz wie neben dem Schlachtfeld steht, statt sich mitten ins Getümmel zu werfen... Fußball braucht mehr als Rennpferde, ist kein 5- o. 10-Km-Lauf - schon mal überlegt? Daher gilt: in der Ruhe wohnt die Kraft und wer immer nur am Rennen ist, kann sicher keinen Überblick übers Spiel gewinnen! Mach deinen Spieler also nicht mit deinen für ihn ganz falschen Ansprüchen kaputt, knete ihn dir nicht nach deinem Bild zurecht, sondern nimm ihn so, wie er ist: Ein Mensch muss nicht müssen! Abgesehen davon ist er Kind.

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....


  • Derzeit beschäftigt mich besonders ein Spieler unseres Teams. Er ist seit Anfang an einer der Leistungsträger der Mannschaft. Er ist für sein Alter technisch stark, hat einen ordentlichen Schuss und hat vorallem das Auge für den "genialen Pass". Für mich ein klassischer Zentrumspieler ( ZDM , ZM ; ZOM )

    Zunächsteinmal finde ich es immer faszinierend, wenn Kinder in diesem Alter das "alte-Herren-Spiel" schon beherrschen. Grundsätzlich hat dieser Junge aber gelernt, dass er mit dieser Spielweise seiner Mannschaft hilft. Ist auf der einen Seite nicht schlecht; auf der anderen Seite hast Du natürlich Recht: Die Günther-Netzer-Spielweise verschwindet mehr und mehr aus Fußball. Wo setzt Du diesen Jungen ein? Vornehmlich zentral? Ich würde ihn auf jeden Fall auch auf beiden Außenbahnen einsetzen und die gesamte Schiene zu seinem Einsatzgebiet erklären.
    Du findest hier im Forum zahlreiche Spielformen, die die Laufbereitschaft fördern.

  • @Kicker


    absolut ener Meinung mt dir, wollte ihn durch meine vielen Fragezeichen aber selbst mal zum überlegen bringen.


    Follkao


    Nein! er hat nicht Recht, es kann nicht Ziel in einer E sein, einen Spieler zum ackern und rennen zu bringen.


    dagegen finde ich deinen Hinweis bezüglich Aussenbahn und Spielformen natürlich wiederum richtig.


    aber wenn er sich nur ein klein wenig mit den Zielen des Kinderfussballes befasst, müsste er das eh machen, aber nicht unter dem Ziel
    des Rennen und Ackern.


    Auch hier, Fragezeichen sollten mal zum Selbstnachdenken führen.


    Was wir bei Kindern einfordern, selbst Lösungsansätze im Spiel zu finden, muss doch erst recht auch für Trainer gelten.


    gg


  • Follkao


    Nein! er hat nicht Recht, es kann nicht Ziel in einer E sein, einen Spieler zum ackern und rennen zu bringen.

    Ziel einer E ist "gemeinsam Tore schießen und gemeinsam Tore verhindern". Jeder hilft vorne mit und jeder hilft hinten mit. Und das geht nur mit Laufbereitschaft. Förderung der Laufbereitschaft ist demzufolge also ein zentrales Ziel im Kinderfußball.

  • Follkao


    sind in deinen Augen Laufbereitschaft und Ackern dasselbe? für mich nicht.


    als Fussballer versteht man unter Ackern doch eine ganz spezielle Art des Spielens, garantiert nicht das Ziel einer E.


    gg.

  • An den Einführungsabenden der Eltern haben wir immer auch eine Folie aufgelegt, die darstellt, dass Fussball primär ein LAUFSPORT ist und mindestens 90% der Bewegung im Spiel OHNE BALL erfolgt.
    Wir betonen dabei auch, dass erfahrungsgemäss viele F- und E-Spieler welche sich vor allem durch ihre Stärke am Ball in den Vordergrund spielen konnten, sich spätestens in der C oft in der Situation finden wo sie von den Laufstarken überflügelt werden und deshalb dann oft auch die Lust am Fussball verlieren. Erstens weil sie plötzlich nicht mehr zu den Besten der Mannschaft zählen und zweitens weil sie einfach keinen Spass am Laufen haben oder ihre Konzentration unter läuferischer Belastung leidet.
    Wir wollen damit einerseits den überhöhten Erwartungen entgegenwirken und andererseits Eltern motivieren nicht nur 100% auf Fussball zu setzen, sondern ihr Kind auch selber noch polyvalent zu fördern in dem sie es zum Radfahren, Wandern, Joggen etc. animieren und auf eine gesunde Ernährung achten (Thema Uebergewicht).
    Wir machen bis zur "C" weder isoliertes Konditions- noch Lauftraining, achten aber darauf, dass die Kids auch in der E schon auch mal über ihre Komfortzone hinausgehen. Ab "F" arbeiten wir wöchentlich mit der Koordinationsleiter und arbeiten am Laufstil (mit Videounterstützung). Ich selber weise an Turnieren meine Jungs auch immer mal wieder auf gute Läufer (Haltung, Laufstil, etc.) hin.
    Damit wird bis zur "C" zwar kein Lauftraining gemacht, aber Laufen ist ab der "F" doch immer permanentes Thema welches den Kids so den Hinterkopf eingeimpft bekommen: So im Sinne: wenn ich wirklch mal Profi werden muss komme ich ums Laufen nicht drum rum.

  • Wir wollen damit einerseits den überhöhten Erwartungen entgegenwirken und andererseits Eltern motivieren nicht nur 100% auf Fussball zu setzen, sondern ihr Kind auch selber noch polyvalent zu fördern in dem sie es zum Radfahren, Wandern, Joggen etc. animieren und auf eine gesunde Ernährung achten (Thema Uebergewicht).
    Wir machen bis zur "C" weder isoliertes Konditions- noch Lauftraining, achten aber darauf, dass die Kids auch in der E schon auch mal über ihre Komfortzone hinausgehen. Ab "F" arbeiten wir wöchentlich mit der Koordinationsleiter und arbeiten am Laufstil (mit Videounterstützung). Ich selber weise an Turnieren meine Jungs auch immer mal wieder auf gute Läufer (Haltung, Laufstil, etc.) hin.
    Damit wird bis zur "C" zwar kein Lauftraining gemacht, aber Laufen ist ab der "F" doch immer permanentes Thema welches den Kids so den Hinterkopf eingeimpft bekommen: So im Sinne: wenn ich wirklch mal Profi werden muss komme ich ums Laufen nicht drum rum.



    @FB


    damit rennst du bei mir offene Türen ein. jedoch nicht nur für die, die Prof werden wollen, sondern gerade für den Dorfkicker aus meiner Sicht enorm wichtig. enseitige Förderung war nie mein Ding. Gerade bei den Kindern, die auf dem Dorf auch zum Fussball kommen,
    war das ganz wichtg, wenn auch etwas im Anspruch abgestuft zu deinen Vorstellungen.


    gerade auch in dem Zusammenhang hat mich immer interessiert welche Schulnote in Sport die Kids hatten.
    da konnte man schon einige Schlüsse ziehen.


    gute Allgemeinsportler entwicklenl sich auch beim Fussball posiver, oder anders herum: gute Fussballer sind auch in anderen Sportarten
    gut.


    aber ob das Patrick vor Augen auch so hat.


    Rennen und Ackern, hat ja mit deiner Beschreibung wenig zu tun.


    Kann natürlich sein, dass er nur falsche Worte gewählt hat.


    Aber eigendlich kann man ja nur auf das geschriebene antworten, nicht auf das was er vielleicht gemeint haben könnte.


    gg

  • Ich bezog mich mehr auf´s Rennen und weniger auf´s Ackern. Ackern ist für mich eher eine fußballerische Charaktereigenschaft. Insofern sind wir da schon auf einer Linie.

  • Habe bei mir das selbe Problem... Wohlbemerkt macht er das nur wenn er merkt das er spielerisch überlegen ist.
    Solche Spieler haben schnell erkannt wo die eigenen stärken liegen, und spielen nach dem Motto"warum rennen um jeden Preis, wenn es auch so geht"....setz ihn ab und zu mal bei älteren ein , ein Jahrgang höher, da wird er schnell wieder auf den Teppich geholt, denn gegen ältere geht ohne Laufbereitschaft gar nichts, und da Spielstarke Spieler gewohnt sind das es nach ihren Vorstellungen läuft, wird er wesentlich mehr laufen wie bisher....

  • Das hat er wahrscheinlich in den letzten Jahren ab F oder sogar G gelernt, die Position ZM/ZOM oder ST nie verlassen, konnte er immer schon besser als die Anderen, wurde so getrimmt, reichte ja.
    Wir hatten den selben Fall, guter Stürmer, wurde immer bedient, das Team war gut, Ballannahme und schneller Abschluss reichte. Über E und D wurde das Spiel laufbetonter, die Spieler des eigenen Teams konnten den Ball eben so gut verarbeiten, die Gegner auch--------- Rutsch in die 2. Mannschaft. War ein langer Weg zur Laufbereitschaft, dauerte 2 Jahre, heute haut er sich richtig rein, hoffe, hier geht es schneller.
    Wurde schon so oft beschrieben, Positionswechsel für alle, mal vorne, mal hinten......., noch nicht zu spät!

  • @Patrik12795


    Natürlich ist deine Beschreibung deines "lauffaulen Leistungsträgers" sehr wage. Auch sind Phasen im unteren Jugendalter keineswegs geeignet, um sich ein abschließendes Bild für den Charakter eines Fussballspielers zu bilden.
    Allerdings beobachtet man bei Leistungsträgern sehr häufig, dass sie ihren Einsatz sehr wohl einschätzen können und sich nicht mehr anstrengen, als es nach ihrer Meinung erforderlich ist. Denn kommen nun diese Leistungsträger in Auswahlteams zusammen, so dauert es meist ein paar Minuten, bis sie sich auf höheren Anforderungen eingestellt haben und dort durchaus höheren Anforderungen genügen können.


    Selbstverständlich hat "FB" recht in seiner Feststellung, dass Fussball ein Laufsport ist und natürlich haben die Anderen in ihrer Ergänzung, das auch geistige Fähigkeiten die Entwicklung fördern. Doch die Frage war ja, wie man Laufbereitschaft fördern kann.


    Das ist ganz einfach: mal keine Übungen und Spielformen, bei denen deine Spieler Herumstehen, bis sie irgendwann mal gegen den Ball treten dürfen. Also kein langes "Schlangestehen" vor den Übungsaufgaben, also auch sämtliche Pass- und Dribblingsspiele aus dynamischen Bewegungen heraus.


    Hier mal eine lustige Aufgabe:
    Mach ein Trainingsspiel, bei der jeder in Bewegung sein muß! Wer länger als 2 Sekunden steht (und auf "Zuschauermodus" umgeschaltet hat), wird vom Trainer aufgefordert, bis zum Torabschluß des Gegners auf seiner Position zu verharren.


    Offtopic
    Es gibt auch Spieler, die ihre Mannschaftskameraden und natürlich auch Trainer damit nerven, dass sie ständig den Ball fordern, um ihn danach leichtfertig im unnötigen Dribbling wieder zu verlieren.
    Beim Trainingsspiel "Salzsäule" wird der Spieler, der mit erhobenen Finger und "Hier, hier ... " o.ä. den Ball fordert, vom Trainer aufgefordert, in dieser Position als "Salzsäule" erstarrt zu verharren, bis die Szene mit Torabschluß beendet wurde.


    Hin und wieder können solche "Eselsbrücken" helfen, gewünschtes Mannschaftsverhalten einzelner Spieler zu erzeugen. Beide Trainingsspiele sollten jedoch nur in lockerer Athmosphäre durchgeführt und nicht als Machtdemonstration des Trainers interpretierbar sein.

  • Hallo,
    Danke erst einmal für die Antworten, aber gleichzeitig muss ich auch etwas richtigstellen bzw. korrigieren.
    @ guenter,
    du hast natürlich Recht, dass es nicht das Trainingszel einer E-Jugend ist zu "Ackern" , ich hab da das falsche Wort gewählt. Was ich damit sagen wil ist, dass der Spieler, der absolut mein Spielmacher ist und top ist, WENN ER DEN BALL HAT und in der Defensive rennt er einfach 0, wenn sein Gegenspieler frei steht, dann läuft er locker flockig dort hn und entweder er kommt noch rechtzeitig oder eben nicht:D und wenn es dan einmal in einen Zweikampf geht dann geht er Alibimäßig dort hin , das meinete ich mit Ackern, dass er die Zweikämpfe annimmt und seine Gegenspieler ordentlich zudeckt im Defensivverhalten. Und dann kommt eben noch die mangelnde Laufbereitschaft von ihm dazu.
    Ich wil absolut keine aggressiven Tiere auf dem Spielfeld haben ! Da hast du mich missverstanden, bzw. ich mich falsch ausgedrückt. Ich will dem Jungen nur helfen, dass er sich auch am* Defensivverhalten beteiligt! Denn irgendwann reicht es dann für diesen fußballerisch guten Jungen nicht mehr und wenn es dann in die D-Jugend geht. Mit 70 x 50m, dann geht er mMn komplett baden und ich will nicht, dass er die Lust verliert bzw. die anderen an ihm! Hab schon so vieles versucht... Es hilft immer nur ( ein wenig ),, wenn er vom Gegner auf die Socken bekommt, denn dann packt ihn seinen Zorn und dann rennt er auch :DD


    Patrick