Nehmen Abwerbungen zu ? Ist das der Trend der Zeit ?

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  • Aus früheren Jahren kenne ich es schon, dass pro Jahrgang mal der ein oder andere Spieler von anderen Vereinen aus der Umgebung angesprochen wurde. Das ist deswegen nichts neues. In zwei Fällen habe ich meinen C-Jugendspielern ( sie ragten in ihrer Altersklasse schon deutlich heraus ) auch geraten zu wechseln, da die abwerbenden Vereine meiner Ansicht nach die besseren Voraussetzungen und Gegebenheiten hatten als mein Heimatverein. Gleichwertige Mitspieler, gleichwertige Gegner ( da wesentlich höherklassiger ), qualifizierte / kompetente Trainer ( einen davon kannte ich ) usw. Der Wechsel machte daher bezüglich der fussballerischen Weiterentwicklung der Jungs für mich absolut Sinn. Aber ob ich das heute auch noch so machen würde ??


    Jungs aus meiner Truppe wurden bereits angesprochen. Das weiß ich zum einen von den Eltern und zum anderen daher, dass bei uns zuhause bezüglich meines Sohnemannes das Telefon klingelte. Er wusste offensichtlich nicht, dass ich auch der Trainer bin. Das Gespräch war schnell beendet. Wir reden hier von 10 - 11jährigen aus dem Breitensport !!


    Zwei Spieler meiner Truppe sind nun Stützpunktspieler. Auf der Einladung dazu steht u.a. in Fettschrift, dass der JL des Vereins unbedingt darüber zu informieren ist, dass diese beiden in der Stützpunktauswahl sind. Auf Nachfrage, warum das dort so eindringlich erwähnt wird, schilderte er mir, dass Abwerbungsversuche gerade von Stützpunktspielern massiv zugenommen haben und man nun versucht gegen zu steuern.


    Ist das nur mein Eindruck oder hat diese Abwerbungspraxis überhand genommen ? Ist das eine negative Begleiterscheinung des Förderkonzeptes des DFB ?


    Was meine beiden o.a. Spieler angeht, schwant mir Böses. Wie ist das bei Euch ? Hat das zugenommen ? Ist das der Trend der Zeit ?

  • Mein Verein spielte in früheren Zeiten auf breiter Ebene sowohl in der Jugend, als auch die erste Mannschaft hoch. Bezirksliga bis...damals war es die Verbandsliga (damals einer unter der Bundesliga...soweit ich es noch weiss). Heute spielt die C und B noch hoch...die A ist letzte Saison abgestiegen...die Erste nun auch. Da war viel Unglück bei....aber dennoch hat das eine Aussage und seine Geschichte und seine Ursachen...langfristig gesehen...ist meine persönliche Meinung ohne Bosheit im Gedankengut.


    Wie es exakt dazu kam, dass man als kleiner Stadtverein so hoch schaffte, weiss ich auch nicht genau. Was ich meine zu wissen, möchte ich dennoch wiedergeben. Meiner Ansicht nach müssen hierzu einige Faktoren zusammentreffen:


    -Geldgeber
    -ein oder zwei gute Jahrgänge aus eigenen Leuten...die für einen Ligawechsel sorgen + gute Reserve (2te Mannschaft)
    -gutes Klima, Motivation, Wohlfühlen, Vereinsanbindung pur


    =Aufstieg


    Ist das geschafft, kommt es wiederum auf die Jugend an. Damit meine ich nicht die Frage, ob eine gute Jugendarbeit geleistet wird, sondern eher die Frage, wie ich dort in der breiten Masse aufgestellt bin. Also...welche Talente rücken nach und daraus resultierend...wieviele davon kriege ich aus eigenen Reihen zusammen?!


    Genau hier beginnt die Sache, - Abwerben -.


    So gut wie kein normaler Stadtverein -von unten kommend und örtlich so gelegen, dass großartige Mitgliedszahlen sonst nicht zu erwarten sind-, hat diese Talentzahlen, die Liga zu halten. Deswegen wird dann wohl viel telefoniert und versucht, abzuwerben.


    Wer also sucht...wird schnell auf die Idee kommen, Stützpunktmannschaften zu beschauen, weil der Vorteil liegt doch nahe. Ich brauche nicht soviel übers Land fahren, weil dort halt Spieler sind die


    a)offensichtlich bereit sind....auch mal weiter zu fahren
    und
    b)ich habe die Besten der Besten aus meinem direkten Umfeld (anderes kann ich mir als kleiner aufstrebender Verein auch nicht leisten) auf einen Schlag im Visier.


    Dann kommts auf den Stützpunkt an....die Verantwortlichen dort.


    Möchten die, das der Spieler bei XY spielt, weil ihr Spieler dort besser gefördert wird
    Ist der Stützpunkttrainer ein gewinndenkender Trainer oder ein Ausbilder und Förderer
    Läßt er seinen Spieler lieber in dessen alten Verein und sieht in zum dritten Training bei sich....damit er nach der C eventuell vermittelt wird
    Oder meint er gar, dass der Spieler dreimal bei einem höher spielenden Verein trainieren soll + Stützpunkttraining????


    HIer ist das auch ausgegoren, der hiesige Stützpunktleiter empfiehlt...erst nach der C über einen Wechsel nachzudenken, soweit das Talent das wirklich will und vor allem auch kann. Das finde ich so sehr verantwortlich und das scheint auch so zu klappen. Zudem gibt es eine Absprache mit den größeren hoch spielenden Vereinen....die genau diese Verfahrensweise beherzigen. Die lassen die Spieler in den Vereinen und vom Stützpunkt weiterhin ausbilden. Ausnahmen bestätigen die Regel....die absoluten seltenen voraussichtlichen Topspieler....gehen schon zur D zum höher spielenden Verein....so ein Fall hier der mir aktuell bekannt ist und den ich so ok fand...weil Spieler auch wirklich wollte und von den Eltern unterstützt wird und der Spieler nur 20 km fahren muß...Zug...10 MInuten zu fuß....Ankunft.


    Die Kehrseite für meinen Verein ist....das man einen großen Mannschaftsteil zum Erhalt der LIga aus "SÖLDNERN" bestehend hat/hatte. Diese Leute sind nicht wirklich mit dem Herzen beim Verein. Auf sie kann man bei Events -wo Hilfe ...Mithilfe durch persönlichen Einsatz.....erfragt ist.....nicht bauen. Ferner gilt das -soweit es sich um eine Jugendmannschaft handelt- auch für deren Anhang...die Eltern....Wie immer: Ausnahmen bestätigen die Regel.


    Normal ist...dass es dann auch mal schlecht läuft...und....man steigt ab. Dann sind die guten Söldner sofort weg und die MIttelstarken...ganz schnell auch. Dazu noch der ein oder andere gute aus eigenen Reihen....weg....abgeworben....und man blutet aus! Der "Rest"...damit will man dann wieder aufsteigen....und dazu kommen ein paar wenige aus eigenen Reihen...die hochgezogen werden...und....natürlich....Abwerbungen....was bei diesem Kreislauf dann immer schiwieriger wird.


    So wurde mir das mal erklärt, ...das ist das, was ich so mitbekomme...und mein Fazit daraus ist:


    besser langfristig auf die eigene Jugend bauen. Den Verein so strukturieren (siehe Thread..."Darf der Fußball was kosten")....das die Arbeit des Vereins in der Breite einen guten Ruf genießt. Das lockt Mitglieder, das bindet die MItglieder, so das Abwerbungen oftmals abblitzen. Ansonsten kann man da -meiner Ansicht nach nichts machen-....Reisende kann man nicht aufhalten..wie es so schön heisst.


    Das was ich schilderte gilt für kleine/stammt aus der Geschichte von mittelstädtischen Vereinen...an sich kleine Vereine.


    Wer hoch kommen will, kann tief falllen. Ich hätte als Verantwortlicher eines solchen Vereins -bei Feststellung dieser Problemkette- ein Umdenkungsprozess zu bearbeiten, nämlich


    -beste Vereinsstruktur schaffen
    -zur Mitgliedergewinnung
    -um so -mit wenigster Anzahl Fremdspielern- ein möglichst hohes Ziel zu verfolgen und zu erreichen....dieses ZIel/die Liga ist aber nur so hoch, dass ich sie mit diesen nicht zu verändernden MItteln auch halten kann....ansonsten....Ablehnung des Aufstiegs oder ich nehme den Abstieg nach dem Aufstieg halt in Kauf....statt die Mannschaft die Aufgestiegen ist....mit 70 Prozent Söldnern aufzufrischen!!!


    Das sorgt nämlich dafür, dass die eigenen vielen vielen normal talentierten Spielern....also denen...die den Verein jetzt und auch in 20 Jahren ausmachen...irgendwann keinen Bock mehr darauf haben...immer in der zweiten Garde zu spielen. Dann sind die nämlich bei den besagten Events...später auch nicht mehr zu finden. Diese Leute schicken später ihre Kinder dann auch zum Nachbarverein und so blutet man langsam aus. Da gegen zu Voten...kann nur das Ziel sein. Ich kann entsprechend kleine Verein bzw. die Verantwortlichen dieser Vereine nur davor warnen, so zu verfahren...das hat kurze Beine!


    Das einzige was ich gut finde....aber noch nie stattgefunden hat....was Verantwortliche auf Grund ihrer Vereinsmeierei und ihres eventuell vorhandenen beschissenen Stolzes nicht hinkriegen ist:


    Schafft vertraglich einen zusätzlichen Dachverein für alle deiner Umgebung. Dort gibt es ab der D bis zur Ersten....eine Zusammenkunft aus den besten Spielern aller Verein der Umgebung. In unserem Fall wäre das ein Dachverband bestückt aus Spielern aus 7 Stadtteilvereinen. Dort entsenden alle Vereine die talentiertesten Spieler...zur Förderung der Spieler selbst und


    WEIL ES SPASS MACHT....WEIL WIR ALS VERANTWORTLICHE ABER AUCH DIE BÜRGER DER STADT UND DER UMGEBUNG DAS STOLZ MACHT UND SPASS MACHT ...zu sehen, was aus UNSEREN JUNGS dann so wird. Die würden dann nämlich als Aushängeschild der insgesamt guten Jugendarbeit aller Vereine UNS alle nach aussen und vor allem überörtlich präsentieren. Das wäre für mich die Königsklasse des ländlichen oder kleinstädtischen Fußballs von der Jugend bis oben. Die Kohle dafür stammt von den Vereinen und was rauskommt....würde anteilig zurückfließen können. Vertraglich wäre das so gestaltet, dass niemand dieser Vereine einen der entsandten Spieler abwerben könnte. Die ersten Mannschaft in den Vereinen spielten ganz normal weiter im LIgabetrieb. Der Spieler der in diesem Dachverein spielt, kann extern wechseln oder in seinen alten Verein zurück....für eine Verweildauer von....xy....Monaten...so oder so ähnlich würde ich das gestalten.


    Es ist -und ich spreche als Trainer und als normaler Fußballinteressierter Bürger- einfach lächerlich und dumm, ständig in der Zeitung vom letztlichen Unvermögen der einzelnen Vereine zu lesen. Es ist langweilig und witzlos, sorry und das...obwohl es ja ganz anders sein könnte.


    Wenn dieses Beispiel so durchgezogen würde...wieviele Zuschauer hätte ein solches Team wohl. Wären die Spieler nicht geil drauf in dieser Elite zu spielen? Würde man sie vielleicht so an die eigenen Umgebung binden? Gibt es nicht viel mehr Talente, die ebend nicht weggehen wollen und so auch auf ihren Geschmack kommen....statt mit Bauchschmerzen weggehen, weil man halt auch mal höher spielen will. Ich fände das jedenfalls klasse, das wäre zukunftsträchtig und man würde wiederum viele Probleme gleichzeitig lösen und meiner Ansicht nach für die Region was tolles interessantes schaffen!!! statt sich ständig gegenseitig das Wasser abzugraben (Spielerabgänge durch Abwerben und auch freiwilliges Weggehen) und sich nicht den Schmutz unter den Fingernägeln zu gönnen...jedenfalls gilt dieser sehr unfreundliche Satz einigen Vereinsmeiern! Andere wiederum denken so modern, das weiss ich gesichert...nur werden die an den Füßen bei der Aussprache einer solchen Denke direkt von den Meinern unter Wasser gedrückt. Schade auch! :thumbdown::rolleyes::);)

    Einmal editiert, zuletzt von Andre ()

  • Ich meinem Text sprach ich nicht von einer Spielgemeinschaft, sondern von einem neu zu gründenden Dachverein, den es so meiner Ansicht nach nicht gibt. Da müßte man vertraglich verträglich was bilden.


    Ich habe mal gehört, dass es sowas vom Dfb geben soll/könnte, mir ist die Begrifflichkeit entfallen. Der Hinweis kam damals aus dem Forum. Danach fing ich an, darüber nachzudenken, ob ähnliches -abseits von Spielgemeinschaften- nicht was feines sein könnten. Wäre es klasse die Zeitung aufzuschlagen...und von so einem Team zu lesen! Gruß

  • Insgesamt ist das mit dem "Abwerben" so eine Sache... wobei das bei uns in der Gegend eher wenig ist, liegt aber im Münsterland auch daran, dass wir sehr wenig wirklich höherklassig spielende Vereine haben.
    Ein Drittligist und Gründungsmitglied der Bundesliga (schwer zu erraten ;) ) ist da schon der Vorreiter. Dieser Verein verhält sich aber vorbildlich, erst wird der Jugendvorstand kontaktiert, ob er ein Einverständnis gibt, dass Spieler XY zum Probetraining eingeladen wird. Seit meiner Amtszeit als Trainer und im Vorstand sind 4 Spieler dahin gegangen... ein Spieler hat sich mehr oder minder durchgesetzt, 3 sind zurück zu uns und waren nun mit der Grundstein, dass die erste Senioren seit 1971 wieder überkreislich spielt. Das Entscheidene, die legen den Spielern auf dem Weg zurück keine Steine in den Weg, bei der Wechseleinverständniserklärung gab es sogar eine Zusicherung das die Jungs immer zurück kommen können. Also kein sehr aggressives Werben.


    Dann gibt es noch 2-3 Vereine, die Ihre erste Mannschaft im Bereich Oberliga/Westfalenliga haben, aber sämtliche Jugendmannschaften in den jeweiligen zweithöchsten Spielklassen ab der C. Das sind wirkliche Ausbildungsvereine, halten sich beim "abwerben" genau so an alle Vorschriften und Absprachen. Das selbe machen sie dann auch wenn (häufig) Spieler von denen ins NLZ wechseln. Ich hatte um Ostern herum noch ein Gespräch mit einem Trainer, der sich für zwei unserer Spieler interessiert hat, alles ganz locker und fair... mit dem Ergebnis, das die Spieler nach dem Probetraining nicht wechseln wollte. Einer wäre sogar genommen worden, der andere nicht... aber XY wollte nicht alleine wechseln und ohne seine Freunde spielen. Zudem war ihm das Training wohl zu anstrengend :D
    Das wurde akzeptiert und es gab kein weiteres nachbohren. Auch nicht bei den Eltern.



    Mag sein, dass das in anderen Gebieten anders abläuft, gerade da, wo ein Verein den anderen praktisch mit im Einzugsgebiet hat. Hier ist alles eher dörflich, so ziemlich jede Stadt hat nur einen Verein, bis auf die 2-3 Platzhalter spielt keiner höherklassig, warum sollte man dann wechseln?



    Wobei ich auch nie einem Spieler Steine in den Wg legen würde, wenn es Sinn macht. Wenn er die Möglichkeit hat, höherklassig zu spielen, sich zu entwickeln, besseres Training zu haben ... sofern der Spieler und die Eltern wollen, wird dem immer zugestimmt- das solte auch eine Selbstverständlichkeit sein. (Wobei mir der Trainer des Oberligisten sagte, dass sich leider viele querstellen).

    "Ihr fünf spielt jetzt vier gegen drei."

  • aus meiner sicht nimmt eine ganz andere sache zu: die ablöse!


    sicher schaut man jedes jahr nach rechts und links und stellt sich die frage, wieviele kinder habe ich nächstes jahr.
    reicht das oder muss ich noch ewas tun? wenn, dann lasse ich über mine jungs verbreiten, dass ich noch spieler suche und warte dann ab.
    wenn ich höre, dass einer wechseln möchte, aber sich noch nicht entschieden hat, spreche ich ihn auch über seine eltern an.
    der verein erfährt dann meist durch die ausstellung einer trainingsbescheinigung von den wechselabsichten zu uns.
    ob das reicht, weiß ich nicht. aber da tu ich mich auch etwas schwer, da die jungs sich schon so oft umentschieden habe,
    dass ich da bis zur endgültigen anmeldung die füße still halte.


    dann alerdings passiert zumindest bei uns etwas recht kurioses:
    egal ob c-jugend oder a, egal ob der spieler in dem altn verein ünerwüscht, sprich aussortiert wurde,
    egal ob leistungsstark oder absolut schlecht ausgebildet, die wechslenden kinder werden gesperrt
    und man verlangt ablösesummen von bis zu 250 euro!
    dann steht man da, die jungs fragen, kann ich zu euch? ich will mit meinen kumpels spielen
    oder ich bin denen nicht gut genug, kann ich bei dir trainieren?
    und ich weiss genau was kommt. der verein lässt ihn ziehen, auf dem spielerpass steht dann der sperrvermerk
    und kohle soll fließen. ausbildungspauschale heißt das dann, auch wenn der junge nicht mal einen geraden pass spielen kann.
    was tun? unser verein kann die ablösen nicht bezahlen, die kinder dürfen im november frühestens spielen
    und verlieren möglicherweise die lust. habe ich schon erlebt.


    ist das üblich? habt ihr ähnliche erfahrungen?

  • Jupp, genauso.


    Man hat mir erzählt -weiss nicht ob das stimmt- dass man das Kreuzchen auf gesperrt setzt, damit der nächste -also neue Verein- nicht alleine verdient, falls der Spieler mal noch ganz woanders spielt. Zudem wird ausgehandelt, dass der Spieler in der Saisonunterbrechung zurückkommen kann, ohne Sperre. Dabei gehen wohl auch gefüllte Ballnetze über den Verhandlungstisch....wie gesagt...wurde mich so mal erzählt, ob das stimmt...?? ?(

  • Schafft vertraglich einen zusätzlichen Dachverein für alle deiner Umgebung. Dort gibt es ab der D bis zur Ersten....eine Zusammenkunft aus den besten Spielern aller Verein der Umgebung. In unserem Fall wäre das ein Dachverband bestückt aus Spielern aus 7 Stadtteilvereinen. Dort entsenden alle Vereine die talentiertesten Spieler...zur Förderung der Spieler selbst und

    Haben wir vor ca. 2 Jahren mal versucht anzuregen und sind damit an die Verantwortlichen heran getreten. Ist aber grandios im Ansatz gescheitert, weil


    Verantwortliche auf Grund ihrer Vereinsmeierei und ihres eventuell vorhandenen beschissenen Stolzes nicht hinkriegen


    Tenor war: Dann steht ja bald nirgens mehr unser Name drauf. Entscheidend scheint also zu sein was drauf steht und nicht was drinne steckt. Aber egal. Wenn es so weiter geht, hat es sich bald ohnehin erledigt.


    siebener


    Ganz genau. Der darauf folgende Auswuchs. Ablöse oder milder formuliert Ausbildungsentschädigung. Und wenn nicht gibt es 'ne Sperre. Wo soll das noch hinführen ?

  • 2 Spieler aus einem Verein unseres Kreises haben mich angesprochen, ob sie zu uns wechseln könnnen. Wir sind eine gute Leistungsklassenmannschaft und ihr jetzt Ex-Verein ist vergangene Saison aus dieser abgestiegen. Beide bringen uns sportlich auf jeden Fall vorran, spielen im Stützpunkt und auch andere Vereine kontaktierten die Spieler, als sie von den Wechselabsichten hörten. Jetzt kamen die beiden Pässe hier an und der abgebene Verein war nicht mit dem Wechsel einverstanden.
    Ich erfuhr von unserem Jugendleiter, dass das mittlerweile üblich sein und das Vereine eine Rückwechselvereinbarung fordern würden (Spieler dürfen im nächsten Winter ohne Entschädigung zum Heimatverein zurück.) Gut dachte ich, kein Thema stellen wir aus und gut ist. Doch siehe da, der Verein forderte zudem 500!!! € für beide Spieler zusammen.
    Unser Jugendleiter hat dem Geschäftsführer des Vereins jetzt noch einmal am Telefon ins Gewissen gesprochen, in 2 Wochen ist die erste Vorstandssitzung, da wird jetzt über die Freigabe gesprochen. Zahlen werden wir natürlich keinen Cent :!:

  • Wird die Ablöse eigentlich immer fällig, wenn ein Spieler den Verein wechseln möchte und der abgebende Verein nicht einverstanden ist? Oder nur, wenn das außerhalb der Wechselfrist passiert?

  • Ja, das nimmt zu. Unser Nachbarverein hat kürzlich 2001er aus unserer alten E2 zum "Sichtungstraining" eingeladen. Die Kinder hielten das zunächst für eine Auswahlsichtung und sind hingegangen. Dort versuchte man dann, sie damit zu locken, dass sie dort evtl. direkt in der D1 spielen können. Als den Kindern klar wurde, dass es um einen Vereinswechsel ging, hatte sich das Thema für sie erledigt =)
    Aber nicht jedem Vereinswechsel in dem Alter liegt eine Abwerbung zugrunde. Oft genug kommen die Spieler von selbst.

  • koeppchen


    Sehr schwieriges Thema. Ich habe mich wochenlang durch dieses Thema geklickt. Eine einheitliche Antwort darauf habe ich auch nicht gefunden. Aber die teilweise sehr hitzigen Diskussionen in verschiedenen Foren zu diesem Thema bzw. über Abwerben von Jugendspielern sind schon erstaunlich. Das deutet schon auf eine mittlerweile weit verbreitete Problematik hin.


    Vielleicht kann ja jemand hier über Erfahrungswerte bez. Ausbildungsentschädigung berichten.

  • Vermutlich ist das auch wieder in jedem Landesverband anders....


    Ich selbst kenne keinen Fall, bei dem für den Wechsel eines Jugendspielers auf Bezirksebene Ablöse gezahlt wurde.
    Aber es ist auch hier in der Diskussion. Ein Vorstand war der Meinung, wir könnten für einen Jugendspieler Ablöse fordern.


    Ich denke, während der Wechselfrist (bei uns bis zum 15.07.) sollte ein Jugendspieler auf Bezirksebene ohne Sperre oder Ablöse wechseln können.
    Nach der Wechselfrist ist es angemessen, den abgebenden Verein nach einer Zustimmung zu fragen.


    Ich habe noch nie bei einem Spieler die Zustimmung verweigert. Je nach Fall könnte ich mir aber vorstellen, das bei einem Wechsel während der Saison zu machen. Das kommt dann auch sehr auf das Verhalten des Spielers und des "abwerbenden" Vereins an.

  • habs schon mal geschrieben


    auf der DFB-Seiter nachschauen (weiss nicht mehr genau wo, bin im Moment zu faul zum nachschauen, also selbst tätig werden)


    dort gibt es eine Tabelle, aus der die einzelnen Aufwandentschädigungen aufgeführt sind.


    diese sind abhängig vom Alter des jungen Fussballers und der Klassenzugehörigkeit der 1. Mannschaft des neuen Vereins.
    eine klare bundeseinheitliche Regelung.


    erst ab Ende D- Jugend wird überhaupt erst eine Entschädigung fällig.


    deshalb versuchen viele Vereine vor diesem Stichtag die entsprechenden Spieler an sich heranzuziehen.


    war übrigens mein Eingangsthema in dieses Forum.


    nach 15 Jahre unentgeldlicher Trainertätigkeit wechselte mein Sohn in eine höhere C-Jugend, der Verein bestand auf Aufwandsentschädigung. Obwohl nur 300,€ stimmte ich dem aus Prinzip nicht zu, mein Sohn war bis 1, Nov. gesperrt.


    aus Erfahrung wird man klug.


    meine beiden Söhne haben inzwischen von ihrem jeweiligen Verein ein Schriftstück, aus dem hervorgeht, dass sie jederzeit,
    soweit sie sich nicht vereinschädigend verhalten, zur Winterpause und zu Saisonende ohne Ablösesumme wechseln können.
    bei meinem Ältesten, inzwischen Aktiv-Verbandsliga, hat dieses Stück Papier schon einen gewissen Wert.


    ich kann das jedem von euch, der einen einigermassen talentierten Jungen hat, nur empfehlen (z.B. als Ersatz für eine Aufwandsentschädigung)


    gg


    P.S


    übrigens, das vielgescholtene Hoffenheim geht andere Wege.


    bildet bis einschliesslich E-Jugend Spieler aus der Umgebung aus, lässt sie aber weiterhin in ihren Heimatvereinen spielen.

  • naja, es gibt ja auch einen moralischen apsekt an der geschichte:
    ein spieler, der aussortiert wurde, dem man sagt, geh, such dir einen anderen verein,
    trotzdem zu sperren um ablöse zu kassieren, das finde ich sehr unanständig.
    hier geht es um eitelkeiten von trainern und jugendleitern, die dem jugendlichen seine freizeit kaputt machen.
    dürfte nicht sein, sowas. reiner machtmissbrauch sowas.


    ich selbst hatte mal einen fall, da ist ein spieler mit seinem alten trainer aneinander geraten.
    versöhnungsversuche scheiterten und der trainer "wolle ihn nicht mehr sehn", wortwörtlich.
    was heißt das wohl für einen 13 jährigen in der stadtliga? geht er halt woanders hin, denn er liebt fußball.
    so, er kommt zu uns, auf dem pass steht die freigabeverweigerung.
    warum? der trainer wollte ihn nicht mehr und gab ihm trotzdem noch einen mit?
    ein erwachsener einem kind? nur weil er es kann?
    kontaktaufnahme scheiterte, der jungendleiter gab sich hilflos, (hahahaha...)
    wir hatten keine kohle zu diesem zeitpunkt.
    und das ende von lied: der recht gute spieler hat ein halbes jahr mit uns trainiert,
    wurde in allen testspielen über die komplette spielzeit erfolgreich eingesetzt
    und hat nach ablauf der sperre aufgehört mit fußball! bamm!


    ich kann es verstehen, wenn man talente ausbildet, die dann gehen, weil sie sich mehr erwarten.
    da ist ne ablöse sprich ausbildungspauschale drin, das verstehe ich.
    immer ausbluten und an den großen nachbarn kostenlos abgeben ist blöd und sollte sich dann wenigstens rechnen.
    aber wenn ich den spieler "nicht mehr sehen will" oder ihn aussortiere, wie es in höheren leistungsklassenteams oft üblich ist
    um ihn dann trotzdem zu sperren, da man kohle sehen will, schande und wut!


    ich glaube es sind üblicherweise 50 euro pro jahr, maximal aber 200 euro fällig.
    dann gibt es aber wohl auch noch ein btrag oben drauf, der sich nach der klasse der ersten mannschaft richtet.

  • siebener


    Aufwandsentschädigungen sind durchaus berechtigt.


    Trotzdem gibt es dann diese extremen Ausnahmefälle wie von dir und auch von mir geschildert, die einen am klaren
    Menschenverstand zweifeln lassen.


    deine Aussage zur Höhe der Aufwandsentschädigung ist nur teilweise richtig, die zu zählenden Jahre gelten nur ab einem bestimmten Alter.
    bestimmte Anfragen sollten wir hier schon ziemlich korrekt und nicht mit Halbwissen oder Vermutungen beantworten, deshalb nochmals
    Aufwandsentschädigungstabelle des DFB nachlesen.


    gg

  • Danke für die Links. Interessant wäre es aber zu erfahren, ob jemand konkrete Fälle kennt, in denen ein Verein Ablöse oberhalb dieser Tabellen gefordert und den Spieler gesperrt hat, weil der aufnehmende Verein sich geweigert hat, dies zu bezahlen. Und ob und wie der jeweilige Verband auf sowas reagiert !! Siebeners Beispiel zeigt ja, dass dies auch willkürlich passieren kann, ohne dass jemand einschreitet. Da nützen dir die besten Tabellen nichts.


    Es ging mir aber auch generell um eure Erfahrungen bezüglich Abwerbungen. Über einen besonders krassen Fall hat mir letztes Jahr ein bekannter Trainer ( der auch JL in seinem Verein ist ) berichtet. Drei C-Jugendspieler wurden aus dem benachbarten Landkreis abgeworben. Damit aber nicht genug: Der Trainer der Truppe gleich mit. Es sind vorher nie Probleme bei dieser Mannschaft an ihn heran getreten worden und es traf ihn aus heiterem Himmel. Man hatte dann große Probleme, den C-Jugendspielerbetrieb für dieses Jahr aufrecht zu erhalten. Sicherlich in der Dimension eine Ausnahme, aber Abwerbungen nehmen bei uns zu. Follkao und ich spielen im selben Kreis und seine Einschätzung deckt sich mit meiner. Wäre daher interessant zu wissen, ob das ein allgemeiner Trend ist oder eher ein regionaler bei uns.

  • Das Abwerben gab/gibt es schon immer. Persönlich halte ich das auch nicht für verwerflich, solange offen damit umgegangen wird und der Spieler seinen möglichkeiten entsprechend wechselt.


    Auch finde ich das Kreutz auf "Sperren" nicht für falsch. Stop, bevor hier jetzt ein Aufschrei kommt. In unserer gegend ist das normal. Es wird auch kein Geld verlangt, sondern lediglich erst eschaut, ob Mannschaftskasse bereinigt, Trainingsmaterial zurück gegeben und der Spieler nicht wegen Geld geht. Dann wird zeischen den Vereinen vereinbart, das der Spieler JEDERZEIT unendgeltlich zurück wchseln kann und bei einem "weiterverkauf" der erste Verein ggf mitverdienen kann. Das läft bei uns fast zu 90% problemlos ab. Die restlichen 10% sind dann härtefälle von Vereinen die sich an die Abmachungen nicht halten. Dann sry, auch wenn es auf dem rücken des Jungen ausgebadetr wird, wird gsperrt bis bezahlt wird

  • Das Abwerben gab/gibt es schon immer. Persönlich halte ich das auch nicht für verwerflich, solange offen damit umgegangen wird und der Spieler seinen möglichkeiten entsprechend wechselt.


    Auch finde ich das Kreutz auf "Sperren" nicht für falsch. Stop, bevor hier jetzt ein Aufschrei kommt. In unserer gegend ist das normal. Es wird auch kein Geld verlangt, sondern lediglich erst eschaut, ob Mannschaftskasse bereinigt, Trainingsmaterial zurück gegeben und der Spieler nicht wegen Geld geht. Dann wird zeischen den Vereinen vereinbart, das der Spieler JEDERZEIT unendgeltlich zurück wchseln kann und bei einem "weiterverkauf" der erste Verein ggf mitverdienen kann. Das läft bei uns fast zu 90% problemlos ab. Die restlichen 10% sind dann härtefälle von Vereinen die sich an die Abmachungen nicht halten. Dann sry, auch wenn es auf dem rücken des Jungen ausgebadetr wird, wird gsperrt bis bezahlt wird

    Ich kann mich dem eigentlich nur anschließen. Bei uns wird in der Regel auch niemand gesperrt. Zwar können es viele Vereine bei uns nicht verknusen, wenn jemand zu einem ohnehin stärkeren Konkurrenten wechselt, aber gesperrt wird normal nicht. Das könnte aber auch daran liegen, das die meisten Geschäftsführer für´s Passwesen eh alte Sportskameraden sind, und sich schon ewig kennen. Und bei dem ein oder anderen Ausreisser gibts dann noch andere Möglichkeiten. Als ich den Job mal für ein Jahr gemacht habe, habe ich abgebenden Vereinen, die eine Sperre verhängen wollten, gerne mal mitgeteilt, das sie wohl nicht begeistert wären, wenn wir Spieler an sie abgeben, und unsererseits auch das Kreuz machen würden. Da setzt dann meist auch die Vernunft ein.
    Man bekommt dann teils zu hören, "der Trainer wollte das so"... in gefühlt 90% der Fälle, wo eine Sperre angedacht war, steckt dann das verletzte Ego eines Trainers dahinter, der seinen Leistungsträger nicht abgeben will. Oder er steht auf Kriegsfuß mit den Eltern. Die restlichen 10% sind dann all jene, wo eine Sperre auch meist durchgezogen wird - eben jene, die wie bei Stefan67, ihren Vereinsbeitrag noch schuldig sind, noch Vereinseigentum wie Ball oder Trikot zuhause haben, und seit der Abmeldung aus dem Verein komischerweise scheinbar kein Telefon, keinen Strom für die Haustürklingel, und schon gar kein Internet zum beantworten von Mails mehr haben.


    Zu Ablösesummen kann ich nichts sagen. Ich habe noch nie mitbekommen, das in der Hinsicht überhaupt irgendwo Geld fließt. Unsere älteren Mannschaften spielen auch höherklassig, aber das da Ausbildungsentschädigungen gezahlt würden, wäre mir neu. Aber gut, vielleicht habe ich das eben noch nie so direkt mitbekommen, die Kassierer machen das untereinander aus, oder es gibt einen stillschweigenden Kodex, das man auf Geld verzichtet, who knows...


    Das Abwerben an sich hat wohl eher nicht zugenommen. Unser Jugendleiter sagte mir mal, das die meisten Gespräche mittlerweile wohl über Facebook etc. laufen. Dort wird er von fremden Spielern angeschrieben, die wechseln möchten. Unsererseits sprechen wir zumindest keine Kinder an.
    Allerdings räume ich ein, das wir das auch gar nicht müssen. Die meisten Zugänge kommen aus gleichstarken oder schwächeren Mannschaften. Da werden die Kids selbst gallig darauf, bei uns zu spielen, weil wir doch recht starke Mannschaften aufweisen können.
    Unsere B-Jugend hat z.b. auch Zulauf von stärkeren Vereinen (gibts aktuell nur 2 bei uns in der Stadt), die haben nun Neuzugänge aus der Westfalenliga.