GAG-Methode

  • Hallo Leute!


    Erstmal vorweg: Ich schätze dieses Forum sehr, hier herrscht eine sehr sachliche Diskussionskultur auf wirklich hohem Niveau. Es ist einfach ein tolles Forum, weiter so :thumbsup:


    Bisher war ich immer ein stiller Mitleser, das ändert sich aber mit diesem Zeitpunkt ^^


    Zum eigentlichen Thema:


    Habe mir hier einige sehr interessante Themen durchgelesen, bei dem auch immer wieder die Ansicht von Horst Wein ein Thema ist/war. Da es mich sehr interessiert, unser Training für die Kids noch interessanter (gar nicht so einfach bei 12 Kindern, die ALLE eine Trainingsbeteiligung von > 85 % 2011/2012 hatten, und DAS macht mich ein wenig stolz) oder aber besser, im Sinne einer effizienteren Ausbildung, zu machen, hab ich mir auch ein Buch von ihm gekauft und zwar DAS.


    Jahrgang ist bei uns übrigens 2003. Ist das ab 2012/2013 noch F-Jugend oder schon E-Jugend? Tu mich immer schwer mit den Begriffen, bei uns heißt das U10 und das ist für mich eindeutiger 8)


    Bisher hatten wir immer den klassischen Trainingsablauf:


    • Aufwärmen
    • Übungen, je nach Trainingsschwerpunkt
    • Abschlussspiel in kleinen Gruppen

    Nun beschreibt Horst Wein ja in diesem Buch, dass es eigentlich sinnvoller wäre, wenn man nach der genannten GAG-Methode vorgehen würde:

    • 2gegen2 oder 3gegen3 auf 4 (?) Hütchentore
    • Korrekturspiel, das auf die Probleme dieser Spielsituationen eingeht und sich von den Spielern durch geschickte Fragestellungen Lösungsansätze erarbeiten lassen.
    • wieder dasselbe Spiel 2gegen2 oder 3gegen3 mit den gleichen Mannschaften, damit die Jungs die vorher gelernten Lösungswege direkt im Spiel einsetzen können.

    Jetzt stellen sich mir aber Fragen:
    1. Ist es sinnvoll, zuerstmal mit den Kindern zu erarbeiten, wie freilaufen und der Deckungsschatten überhaupt funktioniert? Bisher Haben wir das nicht explizit erklärt.
    2. Wer trainiert für euch nach dieser Art bzw. merkt man eine Entwicklung?
    3. Macht ihr das wirklich jede Trainingseinheit so, oder streut man diese GAG-Methoden Einheiten immer mal wieder ein? Habe irgendwie das Gefühl, dass es den Kindern schnell langweilig werden könnte? Obwohl ich natürlich weiß, dass die eh NUR spielen wollen :D


    4. Wie sieht es mit dem Aufwärmen aus? Macht ihr da noch ein paar Fangspiele oder vielleicht ein paar Coerver-Übungen oder gehts direkt los mit dem 2gg2 oder 3gg3?
    LG

  • @ups, dann habe ich ja früher oft "GAG" trainiert. Hauptgrund: war allein mit 12 Spielern (daher Miniturniere 2 x 3 vs 3) Andere Trainer meinten, ich mache es mir ja einfach, nur spielen zu lassen (haha: sie waren auch zu zweit o. ließen einfach 10 beim Torschuss anstehen, weshalb bald jeder ins Tor wollte), plan Kritik schon mal ein. Und die Kinder, ja, die waren auch kaum begeistert: kleine Tore, gab nichts für die Sieger. Es artete oft in Quatsch au: Wasser auf die Mühle der Kritiker - und so ließ ich fauler Hund es dann wieder und ließ wie die anderen bolzen, musste da schließlich nichts aufbauen ;-) Nein, im Ernst: da es eine Zweite mit etlichen nicht so eigen-motivierten Fußballkids war, kam GAG nicht gut an, aber bei genug Trainingseifer o. Animationskunst etc. sowie erst 9-jährgen könnte es besser laufen. Was bekommt der Sieger denn, diese Frage kam bei mir oft von den Kindern: nichts war eine schlechte Antwort, ein Eis würde bei minimaler Aufwandsentschädigung ruinös u. frustriert die zweiten Sieger, aber was dann? Würde mich interessieren, wie es bei dir läuft...

  • Ehrlich gesagt habe ich mir noch keine Gedanken gemacht, was der Sieger bekommt. Deswegen hab ich ja auch diesen Thread gestartet, um eben in der Diskussion auf Schwierigkeiten/Probleme zu stoßen, die mir eben noch nicht bewusst sind, da ich ja noch praktisch gar keine Erfahrungen in der täglichen Trainingsarbeit mit dieser Methode habe.


    Aber warum sollte es auf einen Preis hinauslaufen? Bei den Abschlussspielen, die bei uns bisher gespielt wurden gab es ja auch Sieger und da hat NIE jemand nach einem Preis gefragt. Alle waren glücklich zu spielen, manchmal verliert man eben und beim nächsten mal läuft es wieder besser, sprich man gewinnt wieder.


    Den Einwand mit den Toren verstehe ich absolut, das war auch die sofort die Frage, als wir mal mit Hütchen/Stangentoren gespielt haben. Das hat sich aber mit der Zeit gelegt und sie wissen einfach, dass Tore auch mal aus Hütchen/Stangen bestehen können.


    Zumal es ja auch in Dorfvereinen die Situation gibt, dass alle Nachwuchstore schon in Verwendung sind und ich den Bambinis nicht unbedingt ein Tor klauen will :D

  • Hey Hall und Willkommen:=)


    ja, die liebe GAG Methode.


    Ist auch bei mir absolut so, dass ich schon immeer genau diese Methode gewählt habe, ohne von Anfang an an Horst W. zu denken, oder auch nur davon gehört zu haben.


    Ich mache zum Aufwärmen ein paar kleine Dinge mit Ball wie Passen im Dreieck in Bewegung oder ein paar Coerver Sachen.
    Dann gehts ins Spielfeld, dessen Maße ich immer verändere. Auf jeden Fall sind 4 Tore im Spiel, mal nach Horst oder an allen Vier Seiten.
    Ich habe im Training meistens zwischen 10 und 12 Spieler.
    Teile dann 3 oder 4 3er Teams ein und lasse Turniermäßig Spielen, entweder mit Besonderen Regeln( nur Links oder oder oder), oder mit 3:3 und Tschechenrolle.
    6:3 mit 2 Bällen ist auch ein Spaß.


    Meine Zeiteinteilung bei 1,5 Std Trainingszeit sie also mindestens 1 Std Spiel vor.


    Kann man das nachvollziehen? Wenn nicht dann korrigiert mich bitte....


    Ich sage Mal es braucht eine Menge Zeit , dass bei den Kids durchzusetzen, damit sie das ale "vollwertiges Training" ansehen.
    Ich habe auch schon Kids aus anderen Mannschaften bei mir mittrainieren lassen, die hinterher dann sagten: WOW, ihr macht ja nur Spiele und gar kein so richtiges Training.... Da sieht man meiner Meinung nach, was da schon in jungen Jahren angerichtet wurde, bzw. mit welchen Erwartungen die Kids ins Training kommen.


    Hat jemand ähnliche Erfahrungen?


    Ich bin damit noch ziemlich allein im Verein und andere Trainer rümpfen die Nase, ob dieser Methode. Der beste Tipp: Wenn du die Jungs nicht gleich zum Trainingsanfang 5 Runden laufen lässt, tanzen Sie dir auf der Nase rum.
    OK, im nächsten Leben werd ich auch ein Schleifer, passt schon:)



    Was man in jedem Fall beachten MUSS, wie ich schon oben erwähnt habe: die Kids sind am Anfang und auch noch einige Zeit sehr verwirrt, ob des fehlenden Drills von irgendwelchen Übungen.
    Habe das mit meinen "neuen" jetzt sofort am Elternabend besprochen, habe versucht mein Konzept rüberzubringen und die Eltern auf meine Seite zu ziehen. Bisher alles ganz positiv. Habe bisher keine Klagen gehört.
    Schaun mer mal, sagte der Kaiser.


    Eine Frage in die Runde:


    Also ich habe ja jetzt schon einige Mannschaften dieser Altersklasse trainiert. (im Moment 03er)


    Mir ist aufgefallen: Ich habe jetzt nach 8 Mal Training seit dem Elternabend nicht einen Elternteil wieder gesehen.


    Das hatte ich tatsächlich noch nie.Ist mir heute mal so in den Kopf gekommen.



    Normal?



    Grüsse Tobias

  • Also bei mir kommen die 2003er auch größtenteils alleine ins Training, die sind ja schon recht selbstständig. Und auch die Eltern, die die Kinder bringen, setzen sich nicht beim Training neben dran. Ehrlich gesagt, finde ich das besser als wenn Eltern und Geschwister das ganze Training neben dran sitzen. Alleine mit den Jungs kann man sich voll und ganz auf das Training konzentrieren ohne von außen abgelenkt zu werden.


    Grüße
    Oliver

  • warum sollte es auf einen Preis hinauslaufen?


    Alles im Leben hat seinen Preis ;-) Wenn man als Externer/Trainer den Kindern die "echten" Tore raubt, auf die sie so gern im Zuge des (von Erwachsenen-Vorgaben) freien Spielens bolzen (meine Söhne wollen im Garten immer nur das, nie auf extra gekaufte kleine Tore spielen, einen Hinderniparcours o.ä. - leider, obwohl alsbald alle 3 Bälle beim mitunter schon etwas erbosten Nachbarn im Garten liegen, damit das lustvolle Kicken . mit K! - sein rasches Ende findet) , fragten sie eben bei mir wohl, was ich als Ersatz für den Verlust anzubieten gedenke. Auch Kinder wollen ja immer "Sieger" sein, nur regen sie sich von sich her nicht so groß auf, falls das misslingt: sie spielen einfach weiter, denn nach dem Spiel ist vor dem Spiel, d.h. schon motiviert ein neues Glück. Irgendwann ist die Spiel-/Trainingszeit aber zu Ende, was die meisten Kinder schmerzt - vielleicht auch daher der Wunsch nach einem positiven Ergebnis, umso mehr, als Training auf Minitore sie um die max. selbstbestimmten Spaß freien Spiels brachte?

  • [...]
    6:3 mit 2 Bällen ist auch ein Spaß.


    [...]

    Was läuft denn 6:3 mit zwei Bällen ab?


    Zitat

    [...]
    Meine Zeiteinteilung bei 1,5 Std Trainingszeit sie also mindestens 1 Std Spiel vor.
    [...]

    Machst du keine Korrekturübungen/-spiele?




    Und weil es grade aufgekommen ist: Bekommen bei dir die Sieger einen Preis??



    Gruß

  • Zitat

    Was läuft denn 6:3 mit zwei Bällen ab?

    Ich lasse 6:3 auf ca 15 x20 mit Vier Mini.-Toren spielen. Ich Teile dabei immer 3x3er Teams ein. Also Rot spielt mit Gelb gegen Grün oder so. Wenn eine Farbe ein Tor schiesst ist sie danach alleine gegen die anderen 2.
    Wenns mal in Gang gekommen ist kann man einen 2ten Ball dazugeben. Fordert die Spieler noch mehr in ihrer Konzentration.
    Habe mir inzwischen einiges über Coerver angelesen und probiere das mal vom Anfang also Basic Ball Mastery etwas einfliessen zu lassen.



    Zitat

    Machst du keine Korrekturübungen/-spiele?

    Was meinst du damit exakt?


    Wir machen wie gesagt ca eine halbe bis max 3/4 Stunde Technikübungen. Der Rest ist Spiel, das dann allerdings meistens in dem von mir beschriebenen Rahmen..
    In diesem Rahmen korrigiere ich dann auch das ein oder andere.


    Meinst du das?


    Wir machen im Gegensatz zu allen anderen Trainern in meinem Verein JEDE Übung mit Ball.Wir machen weder sinnloses Laufen, noch das klassische Pumpen oder sonst irgendso einen Mist.
    Das hat meine Spieler überzeugt, sodass Sie ihre Ansprüche bezüglich regellosem Bolzen auf andere Zeiten verschieben. Es ist mir schon klar, dass freies Gebolze etwas anderes ist, nur meine Spieler würden auch noch 3:3 auf nem kompletten Platz mit großen Toren spielen :thumbup: .. Da seh ich keinen Sinn drinn!



    LG Tobias


    P.s. ach ja: Die Sieger bekommen keinen Preis, hab ich ehrlich gesagt das erste Mal hier gelesen.. auf die Idee kommen bei mir weder Spieler noch ich selber...

  • Ich lasse 6:3 auf ca 15 x20 mit Vier Mini.-Toren spielen. Ich Teile dabei immer 3x3er Teams ein. Also Rot spielt mit Gelb gegen Grün oder so. Wenn eine Farbe ein Tor schiesst ist sie danach alleine gegen die anderen 2.
    Wenns mal in Gang gekommen ist kann man einen 2ten Ball dazugeben. Fordert die Spieler noch mehr in ihrer Konzentration.

    Danke, find ich eine tolle Idee :thumbsup:

    Zitat


    Machst du keine Korrekturübungen/-spiele?
    Was meinst du damit exakt?

    Ein Beispiel aus dem Buch:


    Das erste Spiel wäre: 2:2 auf zwei gegenüberstehende breite ( 12m) Tore, wobei in einem Tor je ein Verteidiger steht. Die zwei Angreifer versuchen, abwechselnd eins der breiten Tore zu überdribbeln. Es ist also eine 2:1 Situation.



    Korrekturübung wäre:


    Das Zweierteam läuft mit von einem Tor zum nächsten und passt sich dabei den Ball immer wieder in den Lauf, Stichwort Ballan- und Mitnahme im Lauf. Abstand zwischen den beiden Spielern beachten ist auch wichtig. Eine Variante wäre, die Passwege vorzugeben, indem man einfach ein oder mehrere "Tore" mit zwei Hütchen markiert, durch die hindurch gepasst werden kann:


    Grafik dazu:


    A... Hütchen
    ---...Hilfslinie
    \ .....Passweg
    |......Weg der Spieler
    ---------A---|-----12m----|---A---------
    --------------|--------------|--------------
    --------------|------A------|-------------
    --------------|------\-------|-------------
    --------------|------A------|-------------
    --------------|--------------|-------------
    --------------|--------------|-------------
    --------------|------A------|-------------
    --------------|------\-------|-------------
    --------------|------A------|-------------
    --------------|--------------|-------------
    ---------A---|-----12m---|-----A---------



    Das hätte ich mit Korrekturübung gemeint

  • Zur GAG Methode hätte ich auch mal eine Frage. Gibt es jemand der sich schon längere Zeit mehr oder minder daran hält?


    Ich konzipiere mein Training seit einiger Zeit adaptiert für den Handball auf ähnlichen Prinzipien (zu Beginn ein paar kognitiv anspruchsvolle Übungen als "Warm Up", vereinfachtes Spiel, Korrektur, Abschlussspiel, (+ extra Konditionsteil (altersgerecht)).


    Nun ist es ja so, dass man hier immer nur "Flickwerk" betreibt. Schwächen nach und nach ausbessert. Ich weiß, dass ich mit dieser Methode "komplettere" Spieler forme die weniger Schwächen haben als der Großteil der Sportler. Bei mir kommt aber die Frage auf, ist das überhaupt notwendig? Ich habe die Befürchtung dass ich einen Allrounder schaffe, dem aber das nötige Extra (bestimmte Stärken) und damit die sportliche Perspektive fehlt? Ein Arjen Robben z.B. (ohne mich zu weit aus dem Fenster lehnen zu wollen :D) lebt von seinem individuellen Können, während es in den Bereichen Spielintelligenz, Entscheidungsfindung meiner Meinung nach fehlt. Dennoch ist er zurecht erfolgreich und kompensiert seine Schwächen darüber.


    Nun zu euch. Hat jemand eventuell langfristige Erfahrungen gemacht, dass derartig ausgebildete Sportler (GAG) später nicht konkurrenzfähig sind? Ich habe leider selbst noch keine Truppe komplett bis in den Seniorenbereich geleitet lediglich einige (jetzt-)U17-Spieler die sich bislang eigentlich ganz gut halten (obwohl sie jetzt seit einem Jahr eine etwas anders geartete Ausbildung erhalten als damals bei mir).

  • Es gibt noch keine Meldung von jemandem, der sich traut, ausschließlich nach der GAG Methode zu trainieren. Spricht glaube ich für sich. Ich will damit nicht sagen, dass einem ausschließlichen Weg nach der GAG-Methode zu mißtrauen wäre, vielleicht ganz im Gegenteil. Aber es wäre doch so ungewöhnlich, dass einem viel Argwohn entgegen schlagen würde (Motto: der läßt ja nur spielen, ist doch kein echtes Training).


    Kleine Fußballspiele (u.a. dem Buch von Horst Wein) gehören bei uns auch zum Training dazu, werden aber immer nur als ein Bestandteil eingebaut oder auch mal schwerpunktmäßig. Finde ich ideal, um den Kindern ein Verständnis von sinnvoller Raumaufteilung nahe zu bringen, insbesondere Spiele in die Breite zu ziehen durch vier Tore an den Seiten oder künstliche Überzahlsituationen herstellen s. z.B. das 2:1-Spiel im Beitrag 9.


    Vielleicht macht es tatsächlich Sinn, als Projekt mal ein halbes Jahr nur so zu trainieren und abzuwarten, wohin es die Mannschaft führt. Aber schon im eigenen Mini-'Trainerstab' gehen da die Meinungen weit auseinander. Ich würde mich daher auch um die Meldung von jemanden freuen, der ausschließlich nach dieser Methode trainiert oder Mannschaften/Vereine von Hörensagen kennt, wo dies praktiziert wird. Gibt es das irgendwo, weiß jemand was ?

  • ups, lese gerade noch einmal den Beitrag 4 von tobias.hameln.


    gibt offenbar doch jemanden, der konsequent und schon länger fast ausschließlich GAG trainiert. Daher noch mal ein paar Fragen an tobias.hameln:


    - trainierst Du eine 1. E oder D Jugend mit ausschließlich guten Kickern oder sind auch nicht so gute Fußballer dabei ?


    - ist eine großer Unterschied im Spielverständnis (im echten Samstags-Spielbetrieb, nicht im Training) im Vergleich zu vermutlich 'herkömmlich' trainierten Mannschaften oder mit den anders trainierten Mannschaften in eurem Verein zu sehen, fällt das ins Auge ?


    - ist die Entwicklung deiner Mannschaft auch technisch zufrieden stellend, kann man auf reine Technikübungen verzichten bzw. genügen Korrekturübungen als technisches Training (stelle mir schon lange die Frage, ob reine Technikübungen wirklich weiter bringen. Was nutzt die tollste Passübung im Dreieck mit Hinterherlaufen und im Spiel wird der Kopf nicht hochgenommen und der freie Mitspieler nicht gesehen. Kommt die Technik durch die entsprechend vielen Ballkontakte im Kleinspiel von ganz alleine oder hilfst Du bei einigen mit Extrag-Übungen nach ?)

  • Servus Leude
    Ich denke Technik Übungen sind genauso wichtig und gehören dazu, nur sollten sie ein Teil der Ausbildung ausmachen, in der Variation, von Technik - Koordination - Spielformen - Taktik haben sie ihren nutzen, solange sie vernünftig erklärt und Fehler korrigiert werden.

  • Ich habe über die Jahre die Erfahrung gemacht, dass wir als Trainer uns eher einbilden tatsächlich technische Aspekte im isolierten Techniktraining verändern/ausbilden zu können. In jedem Fall steht der erreichte Nutzen für mich in keinem Verhältnis zum teilweise immensen Zeitaufwand den einige Trainer dafür veranschlagen.


    Talentierte Spieler "fressen" die Techniken von ganz alleine und brauchen nur kleine "Live-Korrekturen" im Spiel, um diese in der nächsten Situation direkt anzuwenden. Dahingegen meistern die "Lernresistenten" meist auch nach der 100. Wiederholung die saubere Ausführung nicht.


    Kommt die Technik durch die entsprechend vielen Ballkontakte im Kleinspiel von ganz alleine


    Ich habe den Eindruck, dass genau das eher der Fall ist.

  • Also um eine Bewegung zu konditionieren bedarf es im Durchschnitt 1000 Wiederholungen und dann noch eine regelmässige Auffrischung....
    Das es net lernbar ist gibts net, nur eine frage des Zeitaufwandes ;)

  • Die eigentliche Frage ist ob es effektiver ist die Techniken über einen längeren Zeitraum beiläufig über das Spiel zu trainieren oder isoliert zu behandeln (kürzerer Zeitaufwand für die gleiche Wiederholungszahl).



    Das es net lernbar ist gibts net, nur eine frage des Zeitaufwandes ;)

    Das kann ich so nicht voll unterschreiben. DIe Bewegung in ihrem Ablauf ist (bis ins hohe Alter) gut erlernbar, ja.


    Die Effizienz der Bewegung (Genauigkeit und Kraft Output beim Schuss z.B.) ist aber nur bis zu einem bestimmten Punkt von außen beeinflussbar. Es gibt Kinder die auch nach Jahren des Trainings aufgrund körperlicher und kognitiver Limits (aus der frühkindlichen Entwicklung) hier nicht die gleichen Werte oder Bewegungsamplituden und -bilder wie andere erreichen.


    Das hier an irgendeinem Punkt entscheidende neuronale Fenster in der Entwicklung dieser Kinder nicht gut (oder sogar falsch) genutzt wurden ist ein anderer Punkt. Da meist aber andere Personen in diesen sensiblen Phasen größeren Einfluss auf die Entwicklung haben als wir Trainer (Stichwort Alltag der Kinder in Schule und Haushalt) liegt das nicht gänzlich in unserer Hand.


    Sind diese Phasen erstmal verpasst und ineffektiv genutzt, bin ich als Trainer häufig machtlos und muss mit dem arbeiten was vor mir steht. In diesem Fall ist es nur sinnvoll bis zu einem gewissen kritischen Punkt (an dem sich Aufwand und Fortschritt sinnvoll gegenüber stehen) zu arbeiten. Alles darüber hinaus bringt keinen
    entscheidenden Fortschritt mehr.


    EDIT:/ Meine Aussagen beziehen sich auf Kinder ab ca. 10 Jahren (vor allem Quereinsteiger) die entscheidene Lernphasen schon hinter sich haben. Darunter (altersmäßig) ist das etwas anderes. Da bin ich derjenige der die koordinativen, motorischen und kognitiven Limits entscheidend mitbestimmen kann.

  • Was bzw. in welchem Bereich trainiere ich im GAG hauptsächlich ? In der Spielform. Unterschied zur Trainingsmethodik in der Übungsform ist, dass diese Spielnah ist. Also werden Spielsituationen simuliert in denen die Spieler im Try and Error - Verfahren Erfahrungen sammeln und man mit ihnen Verbesserungen und/oder Handlungsalternativen erarbeitet. Entscheidend ist mMn bei der Spielform jedoch der Gegnerdruck. Die anzuwendende Technik ( Körpertäuschung, Annahme, Mitnahme usw. ) muss ( bestenfalls ) automatisiert abgerufen und angewandt werden. Die Frage die ich mir als Trainer stellen sollte wäre doch dann, sind meine Spieler schon so weit ?


    Ich glaube nicht, dass man die Frage pauschal nach Altersklassen ( abgesehen vom richtigen Einwand im letzten Absatz von petr ) beantworten kann. Tobias Posting zeigt ja, dass bei der richtigen Mischung der Lerneffekt eintreten kann. Das wäre mir aber wichtig, bei diesem Thema deutlich zu betonen: Die Technik als solches muss schon gefestigt sitzen, sonst muss ich mich in der Methodik der Spielform nicht wundern, wenn ich gar nicht an meinem Trainingsziel arbeiten kann. Ich glaube, dass viele zu schnell ihren Methodikschwerpunkt in die Spielform verlagern. Nach dem Motto: Brauchen wir ja auch im Spiel. Ich denke wie bei so vielen anderen Sachen auch, macht es hier der Übergang und die richtige Mischung. Auch in der Übungsform kann ich durch wettkampfgemäße Gestaltung leicht den "Druck" erhöhen. Hat jede Altersklasse Spaß dran und ich erhöhe durch Eigenmotivation den Lerneffekt, kann als Trainer jedoch jederzeit und vor allem Punktgenau in die Korrektur gehen. Sind die Grundtechniken gefestigt, kann ich dann nach und nach den Druck erhöhen. Mit Überzahlspielen 2:1, später 2:2, dann den Raum verengen usw.


    Die Mischung macht es also.