Konditionstraining und Vorbereitung, in welcher Form`?

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  • Hallo,


    ich bin trainer einer B-Jugend, wir sind eine recht gute mannschaft, aber nur in der kreisliga, und ich hab einen neuen trainerkollegen als cheftrainer bekommen der viele ansichten hat, die ich nicht nach voll ziehe... Zum beispiel will er nun 5 wochen harte sommervorbereitung mache. Finde ich zu viel....
    In diesen 5 machen sind im schnitt 4 Einheiten pro Wochen...



    und dazu meine Hauptfrage, ich hab einen artikel im internet letzten tage gefunden, wo ich gerne hören würde, was ihr davon haltet.


    Danke für antworten.



    http://www.spox.com/de/sport/f…t-oliver-schmidtlein.html

  • Zitat

    Zum beispiel will er nun 5 wochen harte sommervorbereitung mache

    Kommt darauf an, was er unter harte Vorbereitung versteht. Bspw. ein Spielchen 5:5 kann auch hart sein, wenn schnell gespielt wird und alle in Bewegung sein sollen.
    Dann noch 30 Grad Hitzte usw...


    Grundsätzlich ist es auch m.M., dass Lauftraining (planloses Rundenlaufen) nichts mit Fussballtraining zu tun hat.
    Einen Waldlauf zur Abwechslung in der Vorbereitung finde ich aber nicht schlimm...


    Einen Vorteil hat aber das "knallharte (Lauf-)Training": in der Sportlerkneipe am Stammtisch kann man dann angeben, was man für ein harter Hund ist... :thumbup:

  • Wie viele Einheiten hat die Mannschaft bisher so gemacht. Von Null auf vier Einheiten pro Woche muss nicht gut gehen, kann in dem Alter aber ...

  • Wie viele Einheiten hat die Mannschaft bisher so gemacht. Von Null auf vier Einheiten pro Woche muss nicht gut gehen, kann in dem Alter aber ...

    Die älteren aus der Mannschaft hatte seit Anfang Juni kein Training mehr und die jüngeren seit ende Juni, und alle fangen dann ab nächsten samstag mit 4 einheiten in der woche immer an.

  • Deine Frage zielt auf die Gesamtbelastung ab so wie ich sie verstehe. So ne Gesamtbelastung setzt sich zusammen aus Trainingsintensität, Trainingsumfang und Trainignshäufigkeit.


    Beispiel: 4xlocker ne Stunde Joggen pro Woche sollte für nen jungen Fußballer ja nahezu an der Grenze der Reizunwirksamkeit sien ;)


    Wenn ich den aber 4x pro Woche 90min voll über die WK Distanz gehen lasse, dann sieht die Welt anders aus.


    Insofern müsstest Du mal sagen, was der Typ als "hart" bezeichnet!? Oft blubbern solche Heinis mehr heisse Luft als wirklich dahinter steht und dem sein hart ist evlt. "mit Zug" aber mehr schon nicht.

  • Die Staffelung des Trainings würde mich auch interessieren!


    Laut solcher Aussagen , wie hoch die Intensität auch sein mag, ist die Motivation wohl eher gering.


    Viele Trainer lassen sich oft blenden von Wort und Bild, ohne in die Mannschaft reinzuhören.
    Das nötige Feingefühl finden, um ein kontinuierliche Leistungssteigerung zu ermöglichen.
    Die Brechstange ist der falsche Weg.


    beste Grüße

  • Was ist gemeint mit Staffelung?


    Naja, ich und mein trainerkollege mit dem ich letzte saison schon zusammen war, wir machen kein lasches training, lieber ne einheit weniger, als lasches training, ne runde durch wald locker laufen machen wir mit sicherheit nicht....

  • Paul schrieb es schon!
    Trainingsintensität, Umfang und Häufigkeit.


    Kennt ihr den genauen Leistungsstand, mit Sicherheit?
    Wisst ihr, um die Steigerung dieser Kriterien, gerade in der Vorbereitung?


    beste Grüße


  • Ich werde hierzu mal einen eigenen Thread eröffnen.


    Darin geht es mir dann, woran ein Trainer - im Breitensport - überhaupt erkennt bzw. es fest macht, was viel, zu viel, wenig, nichts ist...im Bezug auf Trainingsintensität.


    Hier sehe ich deutliche Unterschiede auf den Plätzen...einige lassen rumstehen, das Training ist von der Intensitiät im Bezug auch auf Kondition einfach eine Lachnummer und andere übertreiben es hier und stehen da -sorry- dickbäuchig- daneben.


    Wenn dieser Trainer -ohne ihm zu nahe treten zu wollen- weder belesen, noch in Jugendtagen mal selber an seine sportlichen Grenzen gegangen ist...und dazu auch keine Antenne hat, die Qualen oder die Langeweile der Jungs zu begreifen, ...zu fühlen...mitzufühlen...zu erkennen....


    ....dann ist das eine scheiss Mischung und ich glaube, diese Mischung ist nicht so selten!

  • Ich denke auch, dass dieses komplexe Sache ein ganz schwieriges und heikles Thema darstellt.


    Das Ganze ist so von individuellen Kleinigkeiten abhängig, sodass man eigentlich für jeden Spieler ein eigenes Training konzeptieren könnte.
    Leistungszustand, Regenerationsfähigkeit, Nebenbelastungen, Ernährung, Belastbarkeit und und und..


    Daher eigentlich kaum eine Pauschalisierung notwendig;


    Ich selbst beginne jetzt gerade so mit dem Trainier-dasein;
    dabei stütze ich allerdings mein Training jetzt sicherliich nicht groß auf den Erfahrungen, die ich als Spieler selber gemacht habe,
    sondern wohl eher aus dem Wissen aus meinem Studium als Sportwissenschaftler, sowie Literatur.


    Außerdem denke ich, wenn man z.b. bereits in der Vorbereitung zur Grundlagenschulung auf verschiedene Spielvarianten, Parcours setzt,
    die Intensität jeder Spieler für sich selber reguliert. Zur Überlastung wird es dabei kaum kommen, und die Spieler, die sich durchmogeln wollen, müssen halt
    ständig angetrieben werden.


    Ich sehe daher 4 Einheiten pro Woche nicht als Problem an, sofern man sich an gewisse Grundprinzipien hält.
    Außerdem sollte man jawohl als guter Trainer ständig in der Kommunikation mit seinen Spielern stehen und so schnell bemerken, wenn es jemanden eher zuviel oder zu wenig ist.
    Und ich denke auch, dass ein guter Trainer eben genau diese Dinge erkennt.
    Allerdings wird man im Breitensport mit Sicherheit nie ein Optimum für die ganze Mannschaft finden können.

  • Ich sehe daher 4 Einheiten pro Woche nicht als Problem an


    Heureka - endlich mal einer, der das auch so sieht. Manchmal möchte man meinen als wäre jeder der 3x die Woche Sport macht, kurz vor der Berufung in den A-Nationalkader.


    Schwierig wird es an dem Punkt, wenn das verschieben einer Einheit die Durchführung der anderen Einheiten unmöglich oder ineffizient macht, weil z. B. Belastung/Erholungsprinzipien sonst nicht mehr greifen oder die Folgeeinheit ineffektiv wird.

  • Da stimme ich mal mit ein: Wir haben zurzeit inklusive Spiele pro Woche 6-9 Einheiten über 4 Wochen. Dann fangen die wieder mit dieser Schule an, die das Fußballtraining dauernd unterbricht =) Das ist auch mit Jugend- und Amateurteams gar kein Problem, wenn man die Schwerpunkte richtig setzt, wie Paul schon sagte.


    Beispiel: Wenn ich um 17 oder 18 Uhr ein Testspiel habe abends, was spricht dagegen, vormittags eine Einheit durchzuführen, in der ich noch mal das Verschieben übe oder mich mit Standards beschäftige oder ein spezifisches Torschuss oder Technik- oder Koordinationstraining durchführe?

  • Da stimme ich mal mit ein: Wir haben zurzeit inklusive Spiele pro Woche 6-9 Einheiten über 4 Wochen. Dann fangen die wieder mit dieser Schule an, die das Fußballtraining dauernd unterbricht =) Das ist auch mit Jugend- und Amateurteams gar kein Problem, wenn man die Schwerpunkte richtig setzt, wie Paul schon sagte.


    Beispiel: Wenn ich um 17 oder 18 Uhr ein Testspiel habe abends, was spricht dagegen, vormittags eine Einheit durchzuführen, in der ich noch mal das Verschieben übe oder mich mit Standards beschäftige oder ein spezifisches Torschuss oder Technik- oder Koordinationstraining durchführe?

    Dagegen spricht gar nichts, wenn man die notwendige Zeit u. die Spieler zur Verfügung hat :P . Ich beneide dich um deine Trainingsbediengungen.....

    Wenn sie begriffen haben, daß zum Fußball auch Arbeit gehört, ist es zu spät. Dann werden sie Trainer. (Luis Aragonés)

  • Heureka - endlich mal einer, der das auch so sieht. Manchmal möchte man meinen als wäre jeder der 3x die Woche Sport macht, kurz vor der Berufung in den A-Nationalkader.


    Schwierig wird es an dem Punkt, wenn das verschieben einer Einheit die Durchführung der anderen Einheiten unmöglich oder ineffizient macht, weil z. B. Belastung/Erholungsprinzipien sonst nicht mehr greifen oder die Folgeeinheit ineffektiv wird.

    Tja - bei uns stehen leider der Verein und einge Eltern im Weg - die Kinder/Jugendlichen selbst haben nichts gegen 3 oder 4x die Woche Sport.
    Das muss zum ersten ja nicht immer Fußball sein, sondern kann mal schwimmen oder Rad fahren sein.


    Leider habe ich die Erfahrung gemacht, das zu viele Jugendliche heute von Ihren Eltern dazu genötigt werden mehrere Dinge zu tun, so habe ich viele Spieler die neben Fußball noch in mehreren anderen Vereinen und Organisationen tätig sind und/oder ein Instrument lernen.


    Einer meinter ambitnioniertesten Spieler ist bei:


    - Feuerwehr
    - Junge Union
    - Minsteranten
    - Fußballverein
    - Trachtenverein
    - Burschenverein
    - spielt ein Instrument


    und macht derzeit seine Ausbildung ... in meinen Augen viel zu viel für einen Jugendlichen ... ist zwar eine krasse Ausnahme aber es geht immer mehr in diese Richtung ...


    Grüße
    Zodiak

    „Erfolg ist ein Geschenk – eingepackt in harte Arbeit." (Ernst Ferstl)

  • Sieh's halt so: Je weniger sie Fußball spielen umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie mit gesunden Knien sterben.

    Ob mich das jetzt beruhigt ...

    „Erfolg ist ein Geschenk – eingepackt in harte Arbeit." (Ernst Ferstl)

  • Kurze Zusammenfassung:
    Die Jungs trainieren also seit 4 Wochen nicht mehr, was ziemlich sicher auch die verschiedenen Konditionsfaktoren, negativ beeinflussen. Nun möchte man per sofort 4x/ Woche, harte Trainings anbieten? Dies vermutlich sogar nur an Werktagen, da man am Sonntag evtl. Freundschaftsspiele haben möchte.


    Fazit:
    In meinen Augen unvorstellbar. Man kann nicht 4 harte Trainingsmachen nachdem man 4 Wochen Ferien hatte. Ich würde in den ersten zwei Wochen die Grundlagenausdauer verbessern wollen. Da reichen 3 Trainings a 60 minuten (dabei keine Rundenläufe aber evtl. ein kurzer Waldlauf innerhalb von diesen zwei Wochen als Abwechslung zum Sportplatz.) Die 4. Einheit 90 Minuten aber extrem locker mit Dehnen und Technikübungen... wenn nicht sogar Taktik.
    Danach weiss man vermutlich mehr über den Stand der Truppe und kann eher planen.


    Eine Vorbereitung kann man nur planen, wenn man überhaupt weiss, wie der Stand der einzelnen Spieler ist. Dies kann man nach 4 Wochen Ferien kaum wissen. Kurz: Man kann am Anfang nichts planen sondern eher den Stand ausloten.


    Grüsse
    TRPietro

  • Ich seh das genauso wie TRPietro ...
    wenn ich meine Mannschaft vier Wochen nicht gesehen habe bringt mir die Planung kaum etwas. Ich handhabe es immer so: Ich mache mir natürlich Gedanken und lege grob einen Schlachtplan fest. Die ersten ein oder zwei Einheiten der Vorbereitung dienen aber hauptsächlich der Reaktivierung der erschlafften Muckis und der Feststellung des Leistungsstands. Danach lege ich mir erst einen Vorbereitungsplan zurecht, den ich dann so auslegen kann wie er zum Leistungstand passt. Fertig!


    Ich weiß ja nicht ob meine Spielerinnen in ihrer Pause trotzdem Lauftraining gemacht haben oder täglich 2 Tüten Chips gefuttert haben.