Aufsichtspflicht, Disziplin, ADHS

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  • Erstes Training der F2. Ein ziemlich wilder, undisziplinierter Haufen von 18 Kindern. 2 Trainer, beide neu, kennen weder Kinder noch Eltern. Beides aber sehr besonnene ruhige und bestimmte Zeitgenossen, einer auch mit ausreichend Erfahrung in dieser Altersklasse. Folgendes passiert. Ein Kind wird an den Rand gesetzt, weil es das Training stört. Das Kind haut von da aus ab und rennt auf dem Gelände herum, weil da angeblich seine Mutter sei, wie es dem Trainer sagt. Die Mutter des Kindes beobachtet das von außerhalb des Geländes. Was passiert? Anstatt sich ihr Kind zu packen und ihm die Meinung zu geigen, weil es a) das Training stört, b) nicht auf den Trainer hört und c) diesen auch noch kackfrech anlügt, geht sie auf den Trainer los und wirft ihm Verletzung der Aufsichtspflicht vor. Es kommt (natürlich) zum Streit. Im einem späteren Gespräch mit mir sagt sie, ihr Sohn "sei halt so". Ich liebe solche Aussagen. Dem Trainer sagt man so etwas natürlich vorher nicht, das könnte ja helfen...


    Ich habe das selbst auch schon erlebt. Man setzt ein Kind kurz raus und 1 Minute später befindet es sich hinter dem 4m hohen Zaun und man weiß nicht, wie zum Teufel es dahin gekommen ist. Ich habe der Mutter erklärt, dass ein Kind das bei mir nur einmal machen würde und beim zweiten mal nicht mehr wieder zu kommen bräuchte, worauf sie ganz empört meinte, dass das ein Trainer überhaupt nicht dürfe, immerhin würde sie Beitrag bezahlen. Grandios, solche Leute, die meinen für 6 Euro im Monat dürfen ihre Kinder erwachsene Männer verarschen. Ich freu mich schon, wenn sie damit an unseren Vorstand geht. ;o)


    Aber das generelle Problem bleibt und nimmt eher zu als ab. Wenn insbesondere kleine Kinder einfach abhauen, kann man ihnen nicht nachlaufen, da man sonst die anderen Kinder allein läßt. Festhalten darf man sie im Grunde auch nicht, sonst hat man als nächstes die Eltern am Hals wegen Körperverletzung usw.


    Wie geht man generell als Verein mit verhaltensauffälligen Kindern oder Kindern, die nachgewiesenermaßen ADHS haben, um? Kann man Eltern solcher Kinder dazu verpflichten beim Training dabei zu sein? Sollte man im Aufnahmeantrag entsprechende Felder vorsehen, damit der Verein und die Trainer wissen, wenn Kinder Probleme haben usw.? Wer hat Erfahrung mit dem Thema? Wo kann man sich dazu schlau machen?

  • Weil ich nicht klar komm mit zitieren,mach ich es auf meine Art :S


    Zitat

    Ein Kind wird an den Rand gesetzt, weil es das Training stört.

    Klasse,erstes Training und Ihr habt bestimmt ein Lehrgang gemacht,das man Kinder gleich an Rand setzt,schade das es kein Hallentraining war,dann kann man es in die Ecke stellen :thumbup:




    Zitat

    Das Kind haut von da aus ab und rennt auf dem Gelände herum, weil da angeblich seine Mutter sei, wie es dem Trainer sagt.


    Ach da hört der Trainer auf dem Kinde und lässt es los rennen,nun mal ne Frage,das Kind ist gewiss nicht alleine gekommen zum ersten Training,ist ja jetzt egal ob mit Mutti oder Vati :rolleyes:


    Zitat

    Die Mutter des Kindes beobachtet das von außerhalb des Geländes. Was
    passiert? Anstatt sich ihr Kind zu packen und ihm die Meinung zu geigen,
    weil es a) das Training stört, b) nicht auf den Trainer hört und c)
    diesen auch noch kackfrech anlügt, geht sie auf den Trainer los und
    wirft ihm Verletzung der Aufsichtspflicht vor.


    Oho die "angebliche Mutti" ist da und soll jetzt den Sohnemann belehren,das er doch sitzen zu bleiben hat,wenn es der Herr Trainer sagt :D obwohl sie ja gewiss nicht am "Tatort" war.Naja zum ersten Training mit 2 Trainern,die natürlich ne gewisse Ausbildung haben,ist das ja nicht zu viel verlangt :D


    Zitat

    Im einem späteren Gespräch mit mir sagt sie, ihr Sohn "sei halt so".
    Ich liebe solche Aussagen. Dem Trainer sagt man so etwas natürlich
    vorher nicht, das könnte ja helfen..


    Der Brüller,die Mutti ,wo der Trainer garnicht dachte,das sie anwesend ist,sollte doch den Trainer vorher aufklären,naja warum auch nicht :rolleyes: :rolleyes: :thumbdown: Daumen runter für die Mutti.


    Zitat

    Ich habe das selbst auch schon erlebt. Man setzt ein Kind kurz raus und 1
    Minute später befindet es sich hinter dem 4m hohen Zaun und man weiß
    nicht, wie zum Teufel es dahin gekommen ist.


    Jo,das halte ich für ein Gerücht,so sind die Bayern entstanden,da hätten die Vogtländer Ihre Nachgeburten übern Zaun gehauen,ich bezweifle allerdings das der so hoch war :DHätten die sonst nie geschafft,jetzt frag nicht wie die Westfalen entstanden sind,kleiner Tipp,wir Sachsen haben bisl Mumm und können verdammt weit werfen :thumbup:



    Es tut mir echt leid das ich das hier ins lächerliche ziehe,aber es ging um eine F Jugend und meine Frau macht Bambinis nebenbei,aber so ein Schwachsinn,wie Du es schreibst,gibt es doch nicht wirklich,oder 8o
    Aber der Schreibstil ist Spitze,da kannst andre is pfötel reichen :D

    Einmal editiert, zuletzt von manne44 ()

  • Hinten raus hat es mit den zitieren nicht mehr geklappt,aber sonst bin ich ganz zufrieden mit meinem Schriebskram ;)
    Kann ich jetzt andre zu Dir schreiben :thumbup:

  • Ich selbst trainiere eine E Junioren. Ich habe nun im 2ten Jahr einen Jungen mit ADHS.Am anfang wollten die Eltern nicht so recht mit der sprache raus. Durch sein auffälliges verhalten (sich zum Affen machen,tod lachen über ganz normale dinge usw) kam mir der gedanke mal die Mutter zu einem Gespräch zu bitten. Es war ihr sichtlich peinlich mit mir darüber zu reden da es ja auch Menschen gibt die es nicht entprechend behandeln.
    Dadurch erfuhr ich das es auf die Medikation des Kindes ankommt (zu welcher Zeit welch Dosis) Sie ist kurzer Hand mit dem Kind zum Arzt usw.Es wurde empfohlen in einer Klinik die Medikation neu einzustellen,dies bedeutete für den Jungen 4 Monate nicht zu seinem Fussballtraining zu können da es Zeitlich nicht ging.In dieser Zeit habe ich mich mehrfach bei ihm telefonisch gemeldet und ihn auch 2x Zuhause besucht. Als er dann wieder zum Training erschien wusste ich worauf ich achten muss und habe mit den Eltern vereinbart das wenn mir etwas auffallen würde ich mich bei denen melde. Da ab dieser Saison unser Training statt 17 Uhr erst um 17.30 beginnt und statt18.30 um 19 uhr endet ist es genau die letzte halbe stunde in der er auffällig wird. Die Eltern wissen bescheid und werden wenn es mehrfach so sein wird mit den Ärzten in kontakt treten.
    Mein Tipp für dich wäre:
    Versuche den Jungen mehr zu beobachten und binde ihn öfter in den Übungs beginn mit ein in einzel Gesprächen besonders loben. stelle ihn niemals vor den anderen bloss(das macht man mit keinem Kind) Versuche vertrauen zu den Eltern zu bekommen um ihnen zu zeigen das du dir gedanken um das Wohlergehen ihres Kindes machst.
    Das ist natürlich ein etwas schwierigerer Weg der sich am ende aber für alle beteiligten lohnen wird.
    Der einfache Weg ist gebe ihn in eine andere Mannschaft oder sage den Eltern das du auf so einen keinen Bock hast.
    PS.
    Der Junge von dem ich hier rede ist kein begnadeter Fussballer,den man unbedingt in seinen Spielen einsetzten muss,weil er so gut ist!!! Nein er ist ein Spieler der kaum den Ball stoppen ,einen gescheiten pass spielen geschweige noch dribbel kann.Am Anfang konnte er noch weniger.
    Vor 1 Jahr konnte er Überhaupt nichts und in diesem Jahr ist es mir gelungen das überhaupt nichts in nicht viel zu bekommen. Er ist in den ersten 5 Freundschaftsspielen der Mannschaftkäpitän gewesen und er ist voll Happy. Die Eltern fragen mich so oft warum ich das alles mache und verständnis habe? Na warum mach ich das wohl ? Weil ich als Trainer eine Vorbildfunktion habe und eine Fürsorgepflicht.
    Kannst dir die Sache ja mal durch den Kopf gehen lassen.
    Zu meinem Vorredner ist vllt zu sagen das es für alles ein WARUM gibt und nicht nur WEIL :rolleyes: :!: :!: :!:
    Du darfst kein Kind vom Training ausschliessen. Binde dieses Kind /Kinder die ihr eigenes Ding machen stärker ins Training ein.
    Vor allem aber sage den Eltern klipp und klar worauf du Wert legst.Wenn jemand besonders auffällig ist sage ihm das du seine Eltern anrufen wirst damit diese iHn vom Training abholen.Was auch ein gutes Mittel ist lass ihn im nächsten Spiel erst einmal drausen schmoren.
    Bei meinen Trainings einheiten bekommt nach jeder Übung die besten 3 (1-2-3) Punkte. Ein Punktesystem in dem jeder der 15 Punkte erreicht hat ein Getränk oder ähnliches was man so für 1-2 Euronen bekommen kann.
    Das funzt richtig gut die Kid´s haben riesen spass und eifrig bei der Sache . Die wissen übrigens jeder genau wieviel Punkte sie oder der andere bereits hat.
    schönen Tag noch

    Alles kann aber nichts muß

    Einmal editiert, zuletzt von ajax ()

  • Ja Manne, wir wissen ja welche toller Hecht Du bist und dass wir anderen sowieso alle unfähig sind und alles falsch machen. Deine Kommentare helfen echt nicht weiter. Wenn Du nicht auf meine Frage antwortest kannst oder willst, dann schreib doch lieber was in Dein Poesie-Album.


    ajax: Zum einen geht es nicht um meine Mannschaft, ich bin nicht der Trainer, sondern der Jugendleiter und der Fall wurde mir zugetragen. Ich habe sowohl mit der Mutter als auch mit dem Trainer und auch mit Anwesenden gesprochen und ich kenne den Jungen, weil ich ihn 2 Tage vorher vertretungsweise trainiert habe. Es geht auch nicht wirklich darum, ob und wer sich da falsch und richtig verhalten hat, sondern es brachte mich nur auf die Frage, wie man generell mit verhaltensauffälligen Kindern umgeht. Für Manne ist das alles kein Problem, für normale Menschen wie mich und andere ist es aber nicht so einfach.


    Wenn die Eltern der betreffenden Kinder mitspielen, dann wird es etwas einfacher, oft ist das aber nicht der Fall. Bei uns im Verein sind die Eltern dieser Kinder eher die, die sich um nichts kümmern oder selbst mit ihren Kindern nicht klar kommen und mit denen man kaum ein vernünftiges Gespräch führen kann. Daher läuft es selten so wie von Dir geschildert, Ajax.


    Hast Du genau ein auffälliges Kind in der Mannschaft kannst Du Dir vielleicht die Zeit nehmen besonders darauf einzugehen, sind es zwei oder mehr ist das kaum noch möglich. In der offenen Ganztagsbetreuung der Grundschule hier am Ort müssen die Eltern erklären, wenn ihre Kinder ADHS haben, im Fußballverein offenbar nicht. Warum eigentlich nicht? Woher sollen Trainer wissen, ob da nur gerade einer über die Stränge schlägt oder die Wirkung seiner Pille nachläßt? Und wie soll man mit solchen Kindern umgehen? Verantwortungsvolle Eltern gehen von sich aus auf den Trainer zu und sprechen darüber. Das passiert aber in der Regel nicht. Die Kinder werden, wie in meinem Fall, abgesetzt und der Trainer soll dann mal damit klar kommen. Das finde ich unzumutbar und zwar für den Trainer und das Kind. Die Frage ist, wie man als Verein Vorsorge treffen kann, um beide zu schützen.


    Zum Abschluß möchte ich noch mal sagen, dass bei uns keine Kinder bloß gestellt werden. Wer aber wiederholt und nach Ermahnung das Training stört, darf auch schon mal ein paar Minuten Pause machen. Wen daran jemand pädagogisch Anstoß nimmt, dem kann ich nur viel Glück wünschen...

  • Hallo Ranwie,


    ich sehe die Sache ähnlich wie Du. Das was "ajax" schreibt, ehrt ihn, wenn es so funktioniert. Aber ich selbst bin weder Arzt noch Psychologe, so dass ich nicht einschätzen kann, ob ein Kind eine "Störung" hat oder einfach aus einem "gestörten Eltenhaus" kommt. Da ich selbst mal eine Mannschaft ( 5-9) Jahre übernahm, wo nicht nur ein Kind verhaltensauffällig war, weiß ich, was ein Training mit ca 20 Kindern und solchen "Problemfällen" bedeutet, wenn man als Trainer allein ist. Mittlerweile bin ich der Meinung, dass ich in erster Linie dafür zuständig bin, den Kindern fußballerische Fertigkeiten zu vermitteln. Natürlich alersgerecht und mit viel Spaß verbunden. - Und dass für die Erziehung der Kinder zuerst die Eltern zuständig sind. Bei "Problemfällen" erwarte ich einfach, dass ein Elternteil vor Ort bleibt, da ich mehrere Kinder zu betreuen habe und nicht permanent einem einzelnen Kind hinterherlaufen kann. Eltern, die dies nicht gewährleisten können und ihre Sprößlinge einfach nur absetzen, können sich einen anderen Verein suchen. Ich selbst bin nicht bereit, hier die Verantwortung zu tragen. Und da ich ehrenamtlich tätig bin, muß mein Verein dies hier entweder akzeptieren oder sich einen anderen Trainer suchen.


    Mit "Problemfall" meine ich kein Kind, dass einfach nur öfter mal über die Stränge schlägt., sondern wirklich Kinder, die permanent extrem auffällig sind und den ganzen Trainingsbetrieb stören. Sei es durch extrem aggressives Verhalten den anderen Kindern gegenüber, oder dadurch, dass man immer Gefahr läuft, dass diese Kinder plötzlich verschwunden sind.


    Vor Trainern, die die Gabe und die Geduld haben, mehrere solcher Kinder in ihrer Trainingsgruppe allein zu betreuen und ich evtl auch noch außerhalb des Trainings mit diesen Kindern zu befassen, ziehe ich den Hut, Ich schaffe dies nicht und stehe dazu. Wie ich schon schrieb: Dort wo Eltern offen auf mich zugehen und auch präsent sind, läßt sich vieles machen und ich bin der Letzte, der ein Kind fortschicken möchte. Aber in Fällen, wo die Eltern das Kind einfach mal "abschieben", sind sie bei mir falsch.

  • Bei ADHS ist eigentlich nur das Problem das man den Burschen ständig beschäftigen muß,ansonsten sucht er sich Beschäftigung.


    Ein solch ein Kind hat das Gefühl das es in der gleichen Zeit wie normale Kinder viel mehr machen kann (was es aber nicht kann), so ist ihm bei der eigentlichen zu erwartenden Tätigkeit langweilig (obwohl es diese kaum schafft) und es sucht sich Nebenbeschäftigungen.


    Ich hatte letzte Saison auch so ein Kind, mit entsprechenden (nicht überfordernden Training,von der komplexität her) kam ich eigentlich toll mit Ihm aus.


    Wobei mein Training zu 90% so ist das die Kinder sich auf die kleinen Pausen freuen, was die Jungs brauchen ist Bewegung mit dem Ball und das tut auch den ADHS Kindern gut.

  • vor Empfehlungen über den Umgang mit ADHS-Kindern kann ich nur dringednd waqren, es sei denn es ist jemand#Kinderpsychologe.


    es gibt zig-Arten von ADHS, zig-Ursachen und zig-Behandlungen.


    alleine die Ursachenforschung nimmt bei einem Kinderpsychologen viel Zeit in Anspruch, erst danch wird die
    entsprechende Behandlung d.h. Umgang mit dem Kin angesetzt.



    die soziale einstellung von Trainern in allen Ehren, aber lasst die Finger davon, ihr macht mehr falsch als gut.


    wer sagt denn dass ein Kind ADHS hat, oder einfach nur bisher keine Konsequenzen kenngelernt hat,
    die Symptome sind fast identisch.


    bei dem einen ADHSler muss das Kind auch einfach mal in den Arm genommen werden (auch bei Ausbrüchen
    festgehalten werden), bei dem anderen ist Distanz zu wahren.


    wir haben einen in der Familie, da ist die Zusammenarbeit von Psychologen, einem Therapeuten, einer erzierischen
    Fachkraft, den Eltern und den Lehrern erforderlich.


    den hab iach auch schon ins Training mitgenommen. 30 Minuten ging das, dann war er einfach überfordert,
    wie man dann damit umgeht muss einem schon eine Fachkraft mitgeben.



    geradezu schizophren ist es, wenn ein Kind per Tabletten für die Trainingszeit ruhig gestellt wird.
    da sträuben sich jedem, der damit zu tun hat die Haare, eine Sünde am Kind.



    meine positive Erfahrung generell:


    ich habe in den ersten 4 Trainingseinheiten immer verlangt, dass bei einem Neuankömmling ein elternteil anwesend sein muss, bis man als Trainer das Kind kennt. bei leichteren ADHS fällen, hat sich dann ein gewissen Vertrauen zwischen
    Trainer und Kind aufgebaut, und man kann damit umgehren.


    Ohne Zusammenarbeit mit den Eltern geht es nicht.
    So wie Eingangs geschildert, muss man dann dem Kind die Trainingsteilnahme verweigern.
    Und zwar im Interesse der anderen und auch zum Schutz des Trainers.



    also haltet euch zurück, mit Vorschlägen, wie man mit ADHS -Kindern als Trainer umgehen soll.
    bei dem 'Thema können wir alle mehr falsch als gut machen.


    Günter



    Und da wollt ihr Trainer was erreichen??

  • Günter Grafe: Dein Rat ist also, wir sollten a.) besser nicht darüber diskutieren und b.) verhaltensauffällige Kinder wegschicken, weil wir sowieso nichts richtig machen können? Eine ziemlich fatalistische Einstellung. Letzteres ist sicher im Einzelfall notwendig, ich würde es aber ungern als generelle Marschrichtung sehen. Sicherlich muss man unterscheiden, ob ADHS, anderweitig verhaltensauffällig oder komplett unerzogen.

  • ich denke der kern von @günthers aussage ist eher :


    1. eltern sollen zumindest am anfang immer beim training dabei sein


    2. auch wenn man diskutiert (was ich ok finde) , kann man sich nicht sicher sein wie man sich am besten gegenüber einem ADHS-kind verhalten sollte - deswegen siehe punkt 1


    ich hoffe ich lege dem @günther hier keine falschen worte in den mund ;)


    mfg

  • Eh man die Kinder an Rand setzt oder ganz ausschließt,das ist ja wohl dann nicht mehr die Frage.Erst 6 € Beitrag einkassieren. :evil: Ich finde es aber immer noch amüsant,das man beim ersten Training einer F-Jugend mit 2 Trainern soviel Respekt ausstrahlt,das dieser Haufen halt gleich als wilder undisziplinierter Haufen eingeschätzt wird.Nochmal beim ERSTEN TRAINING.
    Da kannst mich 1000 mal provozieren und toller Hecht schimpfen.
    Aber da mußte schon total nix auf dem Kasten haben,wenn das eintritt oder halt Deine 2 Trainer. :rolleyes:

  • Heutzutage hat ein Kind schnell mal Lese-/Rechtschreibschwäche, Dyskalkulie oder ADHS - vor allem wenn die Eltern nicht mit der Erziehung der Kinder zurecht kommen und/oder überfordert sind.


    Hat ein Kind aber tatsächlich ADHS (ich hatte mal einen Fall in nem Training - das war krass) dann bin ich froh, wenn die Eltern von sich aus sagen: Ich nehm' den erst mal raus. Ich bin ehrenamtlicher Trainer, Sportler, Vater ... evtl. noch vieles mehr. Ich bin aber sicher nicht qualifiziert mit einem echten ADHS Kind umzugehen.

  • Moin Manne, ich habe irgendwo meinen Namen gelesen, ...du wolltest mich sprechen? Ich werde in meinem Sekretariat einen Temin klarmachen ;) ;( ,....aber mal ernsthaft, ....du schätzt Ranwie gänzlich falsch ein, ...sicher! Auch wenn ich in den Grundsatzfragen fast nie mit dir überein stimme, ...so kannst du doch hier vermutlich einen guten Rat aussprechen, weil deine Erfahrung im Zwischenmenschlichen doch wohl etwas anderes ergeben wird, als das...was du hier gepostet hast. Also, hau rein. Und erzähl mir dabei mal, wie du die Osnabrücker siehst. ;) ^^


    Ranwie, ....hört sich ein bischen dämlich an, aber ich hatte mal einen solchen Jungen in der Mannschaft, der von seiner Mama die Tablette so bekam, dass er beim Training und beim Spiel auf dem Punkt gelandet ist. Das führte dazu, das der Kreisauswahltrainer mich mal ansprach und echte Begeisterung aussprach, weil der Terrier jeden auf einem Eineurostück ausspielte, ...aber wehe die Wirkung ließ nach, ....oh, hach, ....da hatte ich zwei Spieler in einem, dat war sehr interessant.


    Ich denke -denken, wie schade, ist ja leider kein Wissen- das es viele Formen dieser "Krankheit" gibt. Ich würde den offenen Umgang mit den Eltern pflegen und diesen von meinen Bedenken berichten. Entsprechend könnte eine Lösung sein, dass der Erziehungsberechtigte tatsächlich in Sichtnähe bleibt. Ferner war das mit der zeitlich angepaßten Einnahme des Medikaments auch ernst gemeint, ...es war eine Lösung, ...die ich nicht zu vertreten hatte.


    Ferner hätte ich immer ein Handy dabei, um Notfalls den Elternteil erreichen zu können.


    Und im letzten Schluß, ...würde ich es bei extremsten Fällen ablehnen, hier die Verantwortung zu tragen, wobei ich im Rahmen meiner Möglichkeiten hier bis zu einer bestimmten Grenze, alles geben würde. Man darf ja nicht vergessen, der Bursche macht das nicht extra.

  • Man muss sich halt klar sein, dass es nicht die Aufgabe des Trainers ist, das Kind zu therapieren.
    Ich kenne einige Kinder, bei denen ADHS diagnostiziert wurde. Und bei jedem dieser Kinder äußert sich das anders.
    Normalerweise bekommen die Eltern Verhaltenstipps vom Therapeuten. Da ist es natürlich hilfreich, wenn die Eltern diese Tipps weitergeben.
    Was die Medikamente angeht: Ich hätte früher auch gesagt, dass Psychopharmaka bei Kindern gar nicht gehen. Inzwischen habe ich gesehen, dass die Kinder, wenn sie mit Medikamenten behandelt werden, einen ausgeglicheneren und zufriedeneren Eindruck machen.


    Ich befürchte aber auch, dass Extremfälle in einem Mannschaftssport nicht gut aufgehoben sind.

  • manne: Mit erstes Training war das erste Training in dieser Trainer/Mannschaft-Konstellation gemeint, nicht das erste Training dieser Kinder, die alle schon länger dabei sind. Rund 20 Kinder, ein Trainer, der eine einjährige Pause hinter sich hat und einer, der zum zweiten mal als solcher auf dem Platz stand. In der Gruppe sind eine ganze Handvoll auffälliger Kinder, denen man zuvor bei den Bambini und zuhause offensichtlich nicht beigebracht hat, dass es Regeln gibt, an die man sich zu halten hat. Das habe ich zwei Tage vorher selbst erfahren müssen, als ich mit der Gruppe alleine war. Und nein, ich habe keine Kinder an den Rand gesetzt, aber es war bei einem ganz kurz davor.


    Du sprichst von Respekt und ich sage Dir, dass es Kinder gibt, die einfach kaum noch Respekt vor Erwachsenen gelernt haben, u.a. weil die Eltern sich so verhalten wie im vorliegenden Fall. Die Botschaft an das Kind ist, "Du kannst machen, was Du willst, der Trainer ist schuld". Wir haben Kinder in der E-Jugend, die ihre Eltern mit A***loch und W*chser titulieren, ohne dass es Konsequenzen hat. Bei solchen Kindern musst Du Dir als Trainer den Respekt erst mal verdienen. Dies kann auf die ein oder andere Weise geschehen. Nicht jeder ist 2 m groß und 140 Kilo schwer und schüchtert die Kinder durch seine bloße Anwesenheit ein. ;o) Ich finde es daher extrem unfair, wie Du die Sache darstellst. Du bläst damit in das Horn genau der Eltern, die selber zu bequem sind sich um die Erziehung ihrer Kinder zu kümmern und die Fehler konsequent bei anderen (Lehrer, Trainer etc.) suchen. Auf sowas bin ich extrem allergisch, zumal es wesentlich leichter ist ein schlecht erzogenes Kind zu finden, als einen motivierten Trainer...

  • Hallo Ranwie


    du hast mich missverstanden.


    ich finde es ausgesprochen gut, dass dieses Thema diskutiert wird, schliesslich haben wohl alle damit mal Erfahrung gemacht.


    ich warnte nur davor Tips abzugeben, wie man mit diesen Kindern umgeht.


    ADHS ist so breit gefächert, jeder Fall liegt praktisch anders, ohne Details, ohne das Kind zu kennen, kann man hier keinem Trainer Empfehlung im Umgang
    geben.


    allein die Beurteilung ob ADHS vorliegt, oder ein Kind einfach nicht erzogen wurde und keine Grenzen kennengelernt hat,
    kann ein Trainer nicht so ohne weiteres feststellen. dementsprechned ist auch mit dem Kinders ganz anders umzugehen.-


    was man geben kann sind Verhaltensweisen.


    so wie es Andre anspricht: offener Umgang mit Eltern.


    aber da liegt das Problem:


    nur über die Schiene Eltern-Therapeut-Schule kannst du zusätzlich als Trainer erfolgreich mitwirken.


    nur scheitert das bereits in den meisten Fällen an den Eltern, die ihr Kind oft einfach nur abgeben, und der Trainer soll es 2 Stunden betreuen.


    klare Aussage:


    stehen Eltern voll hinter ihrem Kind, ist es in Therapie, dann soll sich jeder Trainer mit engagiern


    ist das nicht der Fall sollte er schnellstmöglich das Kind nach Hause schicken, 15 Kinder sind wichtiger als 1.


    vorsicht jedoch: nicht jedes Kind das etwas rumzappelt nicht immer konzentriert ist hat ADHS, wird aber schnell abgestempelt.


    den Unterschied hat man aber schnell raus.


    Medikament wurde noch angesprochen.


    richtig, die medikamentöse Behandlung ist heute als Ergänzung sehr weit fortgeschritten und in vielen Fällen auch erfolgreich.


    nur Medikament, die ein Kind für kurze Zeit ruhig stellen sollen (damit es mal am Training teilnehmen kann) lehne ich vollkommen ab.



    normalerweise bringe ich ja gerne eigene Erlebnnisse, da ich aber unter meinem eigenen Namen hier stehe, halte ich mich zurück, da es sonst
    richtigerweise Probleme geben könnte.


    Günter

  • Das ist auch so eine Sache.


    Es gibt einen Autor, den Namen kriege ich nicht mehr auf die Reihe. Der schrieb in einem Buch, ....dass die Medikamentenindustrie auf dem Weg ein Medikament für eine bestimmte Krankheit zu entwickeln, manchmal auch Produkte erschafft, für die es keine Krankheit gibt. Da gibt es Beispiele für, die ich leider ebenfalls nicht konkret nennen kann, ...aber der Begriff "Zappelphilippkrankheit" ist wohl ein offizieller -habe ich jedenfalls so in Erinnerung-. Also Kinder -so der Autor- die besonders unruhig sind, sind Zappelphilippe und das Medikament ist nun besonders gut geeignet, solche "kranken" anstrengenden Kinder ruhig zu stellen. Wie schön für die gestressten Eltern, ...dachte ich noch so. Fand ich jedenfalls interessant bis traurig, ...soweit der Autor recht hat.

  • Hallo Günter, ich wollte eigentlich gar nicht so sehr auf ADHS, sondern generell auf verhaltensauffällige Kinder abzielen. Wahrscheinlich war der Titel meines Beitrags nicht so ganz glücklich gewählt. Ich weiß, dass ADHS eine komplexe Sache ist und Deinen letzten Ausführungen hier stimme ich absolut zu, insbesondere dass Kinder allzu schnell mit dem Stempel ADHS versehen werden.


    Nachtrag zur einleitenden "Geschichte": Wie sich jetzt herausgestellt hat, ist das betreffende Kind nicht einmal im Verein angemeldet, obwohl es in der vergangenen Saison schon Monate bei den Bambini mit trainiert hat. Zudem haben wir die Vermutung, dass es altersmäßig noch gar nicht in die F-Jugend gehört. Soviel zu den Ausführungen der Mutter bzgl. Ihrer durch Beitragszahlungen erworbenen Rechte, der Pflichten des Trainers usw. Aber auch das kann man sicherlich so drehen, dass es ein Versäumnis des Vereins und der Trainer ist... ;o)

  • Medikamente


    Ich möchte noch eine kleine Lanze für die Eltern von ADHS Kindern brechen. Respekt vor dem, was dort geleistet wird. Der abgesprochenen Unterstützung sollte Trainer sich nicht grundsätzlich entziehen und auch keine Angst davor haben, ....es ist eine Sache der Info und Absprache, ...des Vertrauens -Eltern/Trainer-. Wie Günter bereits beschrieb, gibt es viele verschiedene Formen von ADHS. Es ist immer ADHS -so verstehe ich es- aber....diese Behinderung/Verhaltensauffälligkeit -Krankheit will ich es mal nicht nennen- äussert sich auf verschiedenste Art und Intensivität.


    Gestern Nacht habe ich mit einem Kollegen darüber gesprochen. Er hat drei Kinder (1, 3 und 9 Jahre alt). Der Neunjährige hat ADHS. Ich kenne den Sohnemann. Bist du dort zu Besuch, schlawenzelt einer ständig um dich herum, will ständig Aufmerksamkeit, hat Fragen ohne Ende, ist Neugierig, lenkt das Augenmerk ständig auf sich, koste was es wolle, kann nicht eine Sekunde mal die Klappe halten oder still sitzen.


    Der Kollege berichtete mir, dass man von Arzt zu Arzt, von Phsychologe zu Phsychologe rannte. Es folgten Therapien die nichts meßbares brachten. Nun ist der Langlauf zu ende, denn es gibt ein Medikament. Man ist dabei, den Jungen darauf einzustellen. Die Dosis wird/soll so stark sein, dass es mehr als 8 Stunden seine Wirkung tut. In der ersten Zeit gab es eine geringere Dosis, die hielt 4 Stunden an und danach ging es ab, weil der Junge dann noch aktiver war, als ohne Medikamente. Dafür gab es auch einen Fachbegriff, ...hab ich aber vergessen.


    Die Ehefrau -Mutter von 3 Kindern, davon zwei Kleinstkinder- geht/ging am Krückstock und war fast ein Fall für die Psychiatrie. Dann wurde die Notbremse gezogen, der Junge geht zur Ganztagsschule. Nur so war ein familienerträgliches Leben möglich. Nun kommen die Tabletten hinzu, von denen man lange Zeit absehen wollte. Wichtig sei -so mein Kollege-, ...das man die Dosis so wählt, das es was bringt, aber auch so, das es nicht überdosiert ist, denn das verändert die Persönlichkeit, so er.


    Um so wichtiger, dass der Trainer um die Dinge weiss. Er sollte -wie Günter es auch schrieb- ein gelegentliches Feedback an die Eltern geben, damit die Wissen, wie der Junge in der Gruppe "funktioniert". Vor dieser Verantwortung sollte kein Trainer Angst haben, es ist -Ausnahmen bestätigen die Regel- eine Kleinigkeit. Wichtig für mich, ...Trainer weiss bescheid, ...weiss ungefähr um was es sich handelt....und....für mich ganz wichtig....das Kind ist auf Medikamente eingestellt. Ohne Medikamente wird es vermutlich zu den Trainerproblemen kommen, die Trainer nicht mehr zu lösen in der Lage ist und das muß er auch nicht. Übrigens gibt es -laut meines "Informanten" auch die umgekehrte ADHS, ...den "Schläfer", ...er sprach davon, ...dass man ein solches Kind im Extremfall auf eine Mauer setzen kann, um es unverändert nach 3 Stunden wieder abzuholen. ?(


    Ich selber hatte mal einen Jungen aus schwierigsten Verhältnissen, der hier in einer Pflegefamilie wohnte. Auch der Pflegevater unterrichtete mir von den Dingen. Ich wußte, das der Junge auf eine neues Medikament eingestellt wurde. Für mich war der Junge allerdings -auch ohne Medikamente- nicht auffällig, deshalb wundere ich mich eigentlich bis heute. Dann kam die Medikamentenumstellung und ich hatte den Eindruck, dass der Bursche stehend einschlief. Das berichtete ich dem Vater sowohl mal telefonisch und auch via Mail. Ich bettelte gerade darum, mir meinen kleinen Kumpel zurück zu geben, denn die Person die die Medikamentendosierung da produzierte, kannt ich nicht mehr. Umso wichtiger war vermutlich das Feedback an den Pflegevater, ...denke ich jedenfalls. Gruß Andre

    Einmal editiert, zuletzt von Andre ()