Ja - aber das Kind macht doch trotzdem zweimal die Woche Training. Es trainiert also genau so viel wie die anderen Spieler. Du erweckst immer den Eindruck, der Spieler mache weniger.
Es macht in Training im Verein weniger. Darum geht es. Das Stützpunkttraining interessiert mich nicht. Ist nicht mein Bier.
Hierzu zwei Dinge:
Erstens sehe ich hier Kirchturmdenken. "My team is my castle." Du hast ein talentiertes Kind - das kann sich am Stützpunkt weiterentwickeln. Warum willst du ihm diese Chance verwehren?
Ich hoffe Du meinst das nicht so wei Du es schreibst: Ich will ihm nix verwehren. Im Gegenteil. Ich will das möglichst viele Kinder eine gute Ausbildung erhalten. Aber ein bisschen Schwanger geht halt nicht.
Zweitens kann man doch auch nach den von dir genannten Kriterien aufstellen, wenn man weiß, dass das Kind zweimal die Woche trainiert und bei dem einen Mal, bei dem es bei mir trainiert, sauber mitarbeitet. Am Stützpunkt wird es sich wohl auch nicht hängen lassen.
Nein. Es spielt in einer Mannschaft X also muss es auch mit Mannschaft X trainieren und es gelten die Regeln der Mannschaft X. Punkt. Irgendwann landen wir dann beim Outsourcing von Training oder was? Für mich ist das völlig inakzeptabel.
Genau das meinte ich mit schwarz und weiß.
Wenn ich sauber und nachvollziehbar argumentiere und hinter meinen Entscheidungen stehe, aber trotzdem für sachliche klärende Gespräche zur Verfügung stehe, bekomme ich als Trainer erfahrungsgemäß keine Probleme.
Gerade wir, die wir eher im "Breitensport" tätig sind - keines unserer zu betreuenden Kinder wird später sein Geld mit Fußball verdienen - sollten uns immer wieder vor Augen halten, dass unsere Hauptaufgabe letztendlich in Vermittlung von sozialer Kompetenz liegt. Hört das Kind wegen dir auf und treibt dann keinen Mannschaftssport mehr - wo soll es die dann lernen?
Wer ist jetzt da schwarz/weiß: Wenn das Kind nicht 1+1 Einheiten machen kann, hört es mit dem Fußball auf und kriegt dann keine soziale Kompetenz? Hör doch auf! Die soziale Kompetenz sieht exakt so aus, dass ich 100% zu dem stehe was ich mache. Und nicht irgendwelche Aufweichungen fordere - im Nachhinein. Man nennt das Rückrat haben und Verantwortung für das eigene Tun übernehmen.
Interessant wäre für mich, wenn du kurz auf meine These eingehst, dass der Verein mit der Meldung zur Sichtung eine Entscheidung getroffen hat und der Trainer die Folgen damit implizit zu tragen hat. Wie siehst du das?
Sollte der Verein OHNE(!) Rücksprache mit den Eltern getroffen zu haben, das Kind zur Sichtung angemeldet haben, wäre das eine bodenlose Frechheit! Das kannst Du drehen wie Du willst: Die Mutter hat genau gewusst was ihr Filius da macht und hat aber nicht überrissen, dass man halt 2x die Woche im Verein auch noch trainieren muss. Setz der Guten das Messer auf die Brust und der Junge macht drei Einheiten pro Woche, genau so wie es vorgesehen ist.
Im schlimmsten Fall wechselt der Knabe den Verein und trainiert dort dreimal. Aufhalten kann man Talente eh nicht.
Oder sie lässt das Auswahltraining sausen. Ginge auch. Mit allen Varianten wäre ich zufrieden.
