In welcher Jugend/in welchem Alter hören die Spieler/deine Spieler im Verein auf und warum gingen sie?

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  • einige Fehler von mir, da du konkrete Dinge wiisen willst:


    - Wie erwähnt, habe ich vor 8-10 Jahren viel Coever trainiert.
    - Ich ließ meine U9, U10 oder U11 vor einigen Jahren viel Passen, und den Ball laufen. Zusammenspiel war mir wichtig. (Mittlerweile mnache das extrem in die andere Richtung, sie dürfen und sollen dribbeln, auch wenn es immer wieder Eltern und Trainer gibt, die meinen meine Jungs sollten mehr zusammenspielen. Ich habe aber jetzt bei zwei verschiedenen Mannschaften diesen schwierigen Weg durchgezogen.)
    - ich habe früher versucht, Kinder mit extrem schwierigen Eltern (vorsichtig formuliert) trotzdem zu fördern, da ja die Kinder nicht dafür können. (Mittlerweile mache ich das nicht mehr, da ich damit die Entwicklung ALLER anderen behindern).
    - diverse (aus heutiger Sicht) Fehler in Inhalt und Methodik der Trainigsarbeit.
    früher habe ich mit 2 Abwehr gespielt, kommt heute nur noch höchst selten vor.


    - ich war mal der Überzeigung, dass Ergebnisse egal sind. Das stimmt so aber nicht. Sicherlich ist das Gewinnen nicht alles, aber gewinnt man nie, haben erstens die Kinder wenig Spaß (wer jede Woche verliert hat weniger Spaß, Gewinnen macht Spaß, ist nun mal so) und zweitens schafft man dann Unruhe in der Elernschaft und kann so nicht so gut inhaltlich mit den Kindern arbeiten, wie es sein sollte.


    - ich habe auch mal (vor ca 6-7) Jahren wirklich alle zu gleichen Teilen spielen lassen, das sehe ich mittlerweile als falsch an. Natürlich soll keiner zu kurz kommen, aber wer mehr Einsatz bringt spielt auch mehr, als einer der sich kaum bewegt. (ich will ja den Ehrgeiz und Einsatzwillen der Kinder nicht bekämpfen). Und wer einen besonderen Sahnetag erwischt hat spielt an diesem auch mehr, als einer bei dem wenig zusammenläuft.Allerdings verändert sich das von Woche zu Woche.
    Außerdem sollte man auch die Konstitution der Kinder berücksichtigen. Ich fordere ein extrem hohes Tempo ein, und manche Spieler können dieses Tempo länger gehen als andere, warum sollte ich dies nicht berücksichtigen?



    Das ein paar Beispiele, und ich weiß, dass du die beiden letzten Punkte anders siehst, und ich versichere dir, vor ca 6 Jahren war ich ganz bei dir. Aber aus genannten Gründen nicht mehr.



    Edit:
    Habe erst jetzt gesehen, dass du den Umgang mit Spielern ansprichst.


    Das mag jetzt arrogant rüberkommen, aber ich denke hier habe ich in der Tat doch einige Talente, schon immer gehabt. Kinder und Jugentliche haben stets einen guten Draht zu mir. Habe auf diesem Gebiet allerdings auch einen sensationellen Lehrmeister gehabt, mit dem ich nun seit Jahren zusammenarbeite. Kommt es mal vor, dass einer von uns beiden zu einem Kind wenig Draht hat, so achten wir darauf, dass der andere das auffängt.
    Von außen betrachtet (d.h. wenn man nur von außen und eventuell selten zusieht, mag es auch Situationen geben, die nicht gut wirken, aber das Feedbeck der Kinder, Eltern und Betreuer in bezig uf den Umgang mit Kindern ist nahezu ausnahmslos gut. Oft sogar auch bei Spielern/Eltern, die es nicht in den Kader der neuen Saison schaffen.
    Trotzdem gibt es sicherlich immer wieder, Situationen, in denen ich nicht optimal handel. Aber da habe ich jetzt nichts passendes vor Augen, und außerdem geht es hierbei auch um das Gesamtpaket, kein noch so guter Pädagoge handelt in jeder Situation mit jedem x-beliebigen Kind stets richtig.

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill

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  • Andre, ich werde den Verdacht nicht los, Du lebst in einem großen Missverständnis der Theorie- und Konzeptwelt des DFB Ausbildungskonzeptes.


    Zunächst hat das DFB Ausbildungskonzept und der flankierende Talentförderungs/-sichtungsprozess das Ziel Spieler für die A-Nationalmannschaft hervorzubringen. Es ist nicht das schlußendliche(!) Ziel des Konzeptes die Kinder altersgemäß auszubilden - zum Selbstzwecke der Ausbildung.


    Die altersgemäße Ausbildung ist eine Prämisse (Voraussetzung) für max. Quantität (Achtung: nicht Qualität!) an Spielern im - das Konzept begleitenden - Talentsichtungsprozess.


    Also hier nicht Voraussetzung und Ziel verwechseln!


    Der Talentsichtungsprozess hat als Input die Menge an Spielern, prüft die Qualität(!) und entlässt als Output eine kleinere Menge an Spielern in die nächste Förderungsstufe.


    Bildet jemand inhaltlich nicht altersgemäß (nach Vorstellungen des DFB wohlgemerkt) aus, ist das KEIN "Verbrechen an den Kindern" wie Du das gerne darstellst, sondern höchstens ein Verbrechen am DFB, weil man ihm möglicherweise (den Beweis kann der DFB nicht erbringen) einen Teil der Quantität und damit möglicherweise auch der darin verborgenen Qualität für den Input (und damit möglicherweise auch Qualität für den Output) in den Talentsichtungsprozess nimmt.


    Diese Strategie fährt der DFB aber nur, weil er den Trainern an der Basis nicht traut die Qualität der Spieler zur erkennen. Das theoretische Idealszenario wäre für den DFB natürlich, dass er aus den Vereinen nur die zukünftigen Nationalspieler bekommt. Wie auch immer: Möglichst früh sollen die Kinder zum Stützpunkt, in die Nachwuchsleistungszentren und den Honorartrainern. Damit ja kein Talent verloren geht. Denn der DFB weiß wie man es macht (denkt er - wird wohl auch so sein, dass kann ich nicht wirklich beurteilen).


    Wenn Du im Sinne des DFB handeln möchtest Andre, dann lehre den Kindern um Himmels willen gruppen- und mannschaftstaktische Verhaltensweisen und sorge dafür, dass die das im ersten Sichtungszyklus (Übergang E->D) können. Ich zitiere aus dem Beurteilsungs-/Kriterienkataolg eines solchen Sichtungstages für Beurteilungsübung 4:4



    Andre, kein Mensch redet von den pädagogischen Vollpfosten, die rumschreien und den Kindern jegliches Selbstbewustsein und Selbstvertrauen nehmen. Hier bin ich bei Dir. Die Frage ist nicht: "Entweder rumschreien in der E oder kein mannschaftstaktisches Verhalten lehren." Man kann beides machen!


    Andre, ich habe das Gefühl, dass Du ein guter KiFu-Trainer bist/wärst. Du hast Rückrat und stehst zu Deinen Prinzipien, Du wärst bestimmt ein Vorbild für die Kinder.


    Wenn Du für den Verein Kinder in die Erste bringen willst, dann mach wieder was, arbeite im KiFu. Wenn Du allerdings im Sinne des DFB Basisarbeit für spätere A-Nationalspieler leisten willst, dann überdenke Deinen Ansatz doch noch mal.


    Sympathisch ist mir der erste Ansatz für den Verein aber schon.


    Was hat das mit dem Threadthema zu tun? Nun: Je nach Ansatz, gehen entweder dem Verein Mitglieder verloren oder dem DFB Talente.



    Sir Alex: Gute Beiträge!

  • Sir Alex,


    das hört sich doch alles schon prima an, ich denke du dürftest meinen Sohn trainieren, obwohl ich deine Meinung nicht in allen Punkten teile. Wichtig wäre mir der Umgang mit den Kindern. Hier kotzt mich am meisten an, das teilweise -aber eben nicht selten- Trainer auftauchen, die im "normalen" Leben ganz normale Tätigkeiten ohne Führungshintergrund praktizieren, ....was ja ganz normal und o.k. ist. Nur kommen sie auf den Fußballplatz, wächst plötzlich die ansonsten normale bis mickrige Brust um das Dreifache, ...da wird dann sinnbildlich die große Maske aufgesetzt und vergessen, dass Kinder die gleichen Rechte haben wie Erwachsene. Erwachsene lassen sich auch nicht anschreien und auch nicht beleidigen und auch die ständigen Launen des Generals brauch man nicht ertragen. Das ist eigentlich mein Hauptaufhänger, darüber ärgere ich mich am meisten.


    Was das Thema Verschieben angeht, da sagt der Dfb etwas eindeutiges....(Mannschaftstaktik, ...gehört nicht in die E). Deine Ausführungen in einem anderen Thread hierzu brachten mich hier doch zum Überlegen, wobei ich in dieser Frage unsicher bin, ob es richtig ist, zu sagen, dass es -trotz mannschafttaktischem Hintergrund- in der E falsch ist, es den Kindern klar zu machen, ....weil ohne trainerische Einwirkung verschieben sie ja in dem Sinne bereits seit den Minis -sozusagen von selbst-...nur es wird vom Trainer abtrainiert "bleib bei deinem Mann" heißt es da immer so schön laut und bedrohlich.


    Womit ich nicht einhergehe -was ja nicht schlimm ist- und wo ich denke, dass du es früher besser gemacht hast ist,


    -das dir früher die Ergebnisse egal waren -und heute in diesem Sinne- nicht mehr.


    Es kommt hier halt auf die Frage an, wie du das umsetzt. Hierzu sagst du in der Folge, dass du im Gegensatz zu früher auch nicht mehr gleich spielen läßt und beziehst dich auf die Trainingsbeteiligung und das, was dort geleistet wird.


    Wenn es einem nicht auf das Ergebnis ankommt, heißt das doch noch lange nicht, dass man ständig verliert, das wäre doch quatsch!


    Ferner, ...wer "Vollgas" gibt, aber eine andere Leistung bringt als der, der vielleicht sogar weniger Vollgas gibt, aber trotzdem besser ist, den läßt du weniger spielen? Das ist für mich unhaltbar, ..siehe anderer Thread. Es spielte bei mir nur derjenige weniger, der z.B. die Trainings versäumt.


    Vom auf der Bank sitzen wird es nicht besser, oder....und ferner wäre mir ja das Ergebnis egal, ....also könnte er spielen, das wäre fair. Was kann der Junge dafür, dass er vielleicht nicht in der richtigen Leistungsgruppe spielt.


    Du bedienst die Ausbildung und auf der Bank findet keine Ausbildung statt ;) . Ausbildung endet nicht nach der E oder D, sondern nach der A. Diese Sätze kann man natürlich zerlegen, vor allem bei einer anderen Meinung, ...ist nunmal meine. Für mich hätten nur erzieherische Gründe in dieser Frage platz!


    So gesehen machst du dich aus meiner Sicht "schuldig", sorry, ....du bist im Jugendbereich viel zu sehr auf Ergebnisse und Erfolg ausgerichtet und hast es früher eher "besser" im Sinne von gerechter gemacht, ...schade.


    Ich habe nicht das Recht darüber zu urteilen, ich gebe hier meine Meinung wieder, ich hoffe das kommt nicht arrogant rüber. Danke nochmals für deine Ehrlichkeit im Bezug auf deine "Fehlerliste", ....und glaube mir, ...meine war noch viel länger. Gruß Andre

  • Andre:
    Ich weiß nicht warum, aber ich rechtfertige mich mal. Ich bin Trainer in einem Bereich, wo man hin und herwechseln darf. Davon mache ich reichlich gebrauch. Wenn ich sage, dass ein Spieler weniger spielt, dann heißt es ja nicht, das er (fast) gar nicht spielt. Wir spielen 2 mal 30 min und bei mir hat jeder SPieler bereits in der ersten Hälfte Einsatzzeit. Aber manche spielen an diesem Tag eben 50 oder eventuell mal 60 min und manche nur 30. Je nach Laufbereitschaft und Tagesform. Eventuell spielt auch mal einer nur 15 min, wenn gar nichts geht, das ist aber erstens nicht die Regel und zweitens tue ich dem Jungen wirklich einen Gefallen, wenn bei ihm gar nichts geht und er nachher eventuell für die Niederlage verantwortlich ist? Tut das dann seinem Selbstvertrauen gut?
    Und das einer wenig Gas gibt und viel spielt, kommt bei mir nicht vor, Vollgas, also 100% Einsatzbereitschaft, ist bei mir eine Grundbedingung.
    Dies und Zweikämpfe bestreitet, muss ein Spieler bringen, dann bekommt er ausreichend Einsatzzeit und dann bin ich grundsätzlich zufrieden, auch wenn vieles andere schlecht läuft (was ich dann aber trotzdem kritisiere, die Kinder wollen und sollen ja besser werden). Das vermittle ich auch den Kindern so, und das ziehe ich auch so durch, da bin ich transparent.


    Ach Andre, eins noch, die Ausbildung endet ganz sicher nicht nach der A-Jugend. Diesen Fehler machen viele Spieler, die beim Übertritt in die Männer glauben, sie wären schon gut, sich von älteren Spielern und dem Trainer nichts sagen lassen, nicht bereit sind dazuzulernen, und sich wundern bzw. aufregen, dass sie nicht spielen. Dies gilt zumindest in dem Bereich ab Verbansliga oder Landesliga. Ich habe die meiste Zeit meiner Aktivenkarriere in der Verbandliga gespielt und bin an solchen Spielern verzweifelt, die zwar Potential hatten, aber Määnerfussball und Jugendfussball sind zwei Paar verschiedene Schuhe.
    Und selbst Messi sagt, das er stets weiter lernt.



    @Paul:
    Das Lob kann ich zurückgeben. Ich lese deine Beitrage stets gerne und sorgfältig. Wärst du in meiner Nähe wohnhaft, würde ich versuche dich in mein Netzwerk von einigen wenigen Trainern einzupflegen, mit denen ich mich gerne über Fussball und Fussballausbildung unterhalte, um neue SIchtweisen und Inhalte zu erfahren, die meine Trainertätigkeit optimieren.
    Solche Gespräche haben mir in meiner Entwicklung als Trainer, mehr gebracht als die Ausbildung oder irgendwelche Literatur etc. . Selbst bei der Trainerausbildung habe ich an den Abenden in der Kommunikation meist mehr herausgezogen, als im Lehrgang selbst.

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  • @PaulB. und SirAlex


    Tja, dann wirst du meine Beiträge eben nur ungern mit wenig Lerneffekt gelesen haben, ...macht auch nichts. Fachlich wollte ich dich/euch eh nicht ins Gehege kommen, dazu fehlt mir das Wissen. Jedenfalls stelle ich für mich fest, das ich bei dir SirAlex und auch bei Paul und Günter und Chris und Dirk und einigen anderen rein fußballerisch eine Menge zu dem lernen könnte, was ich schon gelernt habe, ganz klar und deutlich denke ich das so, ...unangefochten.


    Das einzige was ich -teilweise auch Euch- als ....sagen wir mal als einigermaßen akzeptierter Vater mit ein bischen Trainingserfahrung und Schnupperkurs im Jugendvorstand...vorwerfe, ist die Einstellung speziell im Kinderfußball. Konkret: Ihr seid zu Leistungs.-und Ergebnisdenkend ...auch wenn ihr keine Schreihälse sei, ...will ich hoffen!


    Ich stelle ferner fest, dass wir hier wohl sehr unterschiedlich ticken, was das Leistungs.-und Ergebnisdenken angeht, jedoch gleicher Ansicht sind, was die Schreihälse und Proleten angeht. Meine Meinung ist immer ein Iststand von dem, was ich derzeit an fachlichem Wissen und sozialer Kompetenz aufweise. Hier ist bei mir immer ein Wellengang in aktion.


    In Sachen Verschieben z.B. ....bin ich am wanken, ....was es für mich wiederum sehr interessant macht.


    Nach jetzigem Wissenstand und sozialer Kompetenz gehe ich davon aus, dass ich selbst bei Erreichen Eures fußballerischen Fachwissens immer noch so sehen würde wie jetzt auch, ...sprich....die Ergebnisse wären mir im F und E Alter und eigentlich auch darüber völlig egal. Ich würde mich hier diebisch über gute Spiele und auch über einen guten Tabellenplatz freuen, ....aber ich würde mich damit abfinden, eben drei Plätze tiefer zu stehen, weil ich auch die "schlappen Säcke" einsetzen würde, ..zu gleichen Zeiten....rotierend...soweit sie zum Training kamen und Vollgas gaben! Die Nummer steht und ist für mich unumwerflich...bezogen auf den Breitensport.


    Dazu kommt der allgemeine Umgang vieler Trainer (eben nicht weniger) mit den Kindern, ...wo ich -was den Ton angeht-...bei Euch keine Defizite vermute und aus der Ferne erkenne.


    Was den Dfb angeht, ...so habe ich auch schon woanders mehrfach gepostet, das ich nicht überall damit konform gehe. Ferner interessiert mich die Eliteförderung des Dfb überhaupt nicht. Dennoch habe ich für mich erkannt, dass die "Ausbildungsrichtlinien", ...die Vorschläge von dort (Traineronlinebank) eine tolle Sache sind und Sinn machen und logisch sind (Altersziele laufen ineinander über usw.). Bei dieser Vorgehensweise macht man eigentlich keine Fehler und es rennt nichts weg.


    Wenn der Dfb hier ein System aufbaut, was es ihm ermöglicht, die Talente zu fördern und zu erkennen, ...dann vertraue ich darauf, dass das System das dieses Ziel erreichen soll, das bestmögliche ist, um es aktiv umsetzen zu können! Das nutze ich als Breitensportler, ...natürlich. Diese diesbezügliche Ansicht ist der Motor, der mich den Dfb so oft erwähnen läßt! Einfach und gut, tut keinem weh und ist meiner Ansicht entsprechend logisch, schlüssig und unter dem Strich kindgerecht. Was spricht dagegen?

  • Andre:


    Zunächst mal, finde ich es gut, wenn du dich nach dem DFB-Konzept richtest. Da ist sicherlich viel gutes dabei und es ist sicherlich unter dem Strich besser sich komplett danach zu richten, als sich komplett dagegen zu entscheiden.


    Um aber seine Ausbildungsarbeit zu optimieren, muss man über den Tellerrand eines Konzeptes hinaus schauen, und im besten Fall dahinkommen, dass herauszuziehen, was gut und richtig ist, aber an Schwachstellen individuelle Änderungen vornehmen.
    Und war aus zwei Gründen:
    1) Kein Konzept ist optimal und allgemeingültig.Es gibt bessere und schlechtere Konzepte, die Kunst ist hierbei das richtige zu wählen bzw. an den richtigen Stellen zu variieren.
    Das Konzept unterscheidet z.B. überhaupt nicht zwischen Entwicklungsstadien und Leistungsstärke. U11 ist U11, dabei sind Kinder in diesem Alter in ihrer biologischen Entwicklung teilweise Jahre auseinander. In der Großstadt entwickeln sich Kinder z.B. meist schneller.
    Das kalendarische Alter ist nicht gleich dem biologischen Alter.
    2) Der Fussball und damit auch die Ausbildung ist schnelllebig. D.h. was heute gut, richtig und perfekt ist, kann in 3-5 Jahren schon überholt sein (in der Sportwissenschaft z.B. Dehnen oder nicht dehnen, statisch oder dynamisch, hier ändert selbst die Wissenschaft gefühlt alle 3 Jahre ihre Meinung).
    Daraus folgt. das ein Konzept (erst recht wenn schon einige Jahre alt) im Fussball eigentlich nie alle aktuellen Entwicklungen berücksichtigt.


    Ich bin, woanders schon erwähnt, der Meinung, dass das DFB-Konzept sich eher an durchschnittlich talentierten und höchstens durchschnittlich entwickelten Kindern orientiert. Für meine talentierte und physiologisch und psychologisch eher weiter entwickelte Mannschaft (Ballungsgebiet) ist das Konzept 1-2 Jahre zurück. Ich würde dem Entwicklungsstand meiner Kinder nicht gerecht werden, wenn ich streng danach vorgehen würde. (Ausnahmen habe ich auch, aber auch Rausreißer in die andere Richtung).


    Ist doch in der Schule genauso, erstrecht durch die neue Flexible Eingangsstufe. Geistig weiter entwickelte oder besser begabte werden doch auch nicht mit dem Stoff konfrontiert, der zu ihrem kalendarischen Alter passen würde.



    Ach und Andre, die schlechtesten Trainer sind in meinen Augen die, die denken die wissen alles, und die anderen haben eh keine Ahnung. Die die nicht dazu lernen wollen, und bei anderen immer danach suchen, was dies falsch machen, anstatt die Dinge zu filtern, die selbiger Trainer ganz hervorragend macht, um diese dann in die eigene Arbeit einzubinden.
    Solche Trainer kenne ich zu hauf. Und selbst wenn sie für den heutigen Tag wirklich perfekt wären, so nehmen sie die Entwicklungen des Sports ja nicht wahr, und ihre Arbeit wird gemessen an der Arbeit anderer und der ENtwicklung des SPorts von Jahr zu Jahr schlechter.
    Insofern bist du doch auf dem richtigem Pfad.


    Ich kenne einen Trainer, den hielt ich vor ca 10 Jahren für wirklich gut und kompetent. In dieser Zeit fing ich richtig mt dem Trainersein an, und fühlte mich ihm fachlich deutlich unterlegen, habe ein paar Wochen bei ihm hospitiert. Dieser Trainer hat sich überhaupt nicht weiter entwickelt, er macht nahezu genau das gleiche Training etc. wie damals. Inhaltlich heißt das Coerver, Coerver, Coerver, keine Spielformen (außer Abschlußspiel ohne besondere Regeln), und kein Gegner- oder Zeitdruck im Training. Taktisch noch nicht mal Individualtaktik (als D-Jugendtrainer eines sehr leistungsorientierten Vereins).
    Egal über welchen Trainer und welche Mannschaft man spricht, er kritisiert immer deren Arbeit.
    Wenn er Spiele verliert, liegt das nie an der Klasse des Gegners (oder eines Spielers) oder des gegnerischen Trainers, sondern stets an der mangelnden Chancenverwertung seines Teams, an katasrophalen Fehlern seiner Spieler, an den Umständen (Platz, Wetter) oder an der Spielweise des Gegners.
    Er erkennt nicht, das sich seine Spieler nicht mehr in dem Maße weiterentwickeln, wie teilweise in anderen Vereinen. Er profitiert überwiegend nur noch davon, dass er die Mannschaft stets von einem überragenden Trainer übernimmt, aber nicht mal dessen Klasse erkennt er, im Gegenteil. Jedes Jahr höre ich mir von ihm an, die neuen Spieler sind schlecht ausgebildet. In meinen Augen ist es genau das Gegenteil, für mich gehört dieser Vorgängertrainer zur absoluten Elite. Über Fussball mag ich mich mit ihm mittlerweile eigentlich nicht mehr unterhalten, gerne jedoch mit seinem Kollegen, dessen Mannschaften er stets übernimmt, da lerne ich stets dazu.
    Naja ich schweife ab, aber du erkennst hoffentlich, was ich sagen wollte.

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  • Sir Alex


    Super Beitrag, so sehe ich das auch :thumbup:


    Der DFB oder auch unser Schulsystem gibt allgemein gültige "Richtlinien" die aber oft wenig mit den tatsächlichen Anforderungen/Begebenheiten in der Praxis zu tun haben...


    Es wird gerede beim Fußball weder der Leistungsstand noch der Entwicklungsstand der Kinder berücksichtigt...


    Mal ein Beispiel von mir;
    Letzte Saison (bis zum Sommer) hatte ich 16 Kinder, davon 7 mit denen wir Kreisliga spielten, (Bei uns in der F die höchste Klasse) und mitspielen konnten.
    Mit diesen machte ich und mein Kollege entgegen den Richtlinien des DFB ein wenig Taktik (ganz einfach 1 gg 1, bzw. was im Kleinfeld
    oft vorkommt 2 gg1 / nur so die Laufwege usw.). Das Ganze haben wir in jedem Training ca. 10 Min. wie eine Schulstunde abgehalten;
    Wer wollte durfte es vormachen, dann wurde gefragt was falsch/richtig war, es wurde verbessert usw...
    Was soll man sagen, die Kinder waren begeistert, einige konnten dies auf dem Platz sofort umsetzen.
    Na ja, jetzt kommt natürlich der DFB und sagt Ausbildungsziel in der F- Tribbling/Zweikampf usw. , ist ja von mir aus OK.
    Nur ich kenne auch die Kinder (Dorf) aus der Schule bzw. Nachbarschaft, und die spielen den Ganzen Tag Fußball. In jeder Schulpause auf jedem Kindergeburtstag oder jeden Mittag auf dem Bolzplatz. Hier machen sie was der DFB will, Fußball ohne Regeln, jeder gg jeden, Tribbling/Zweikampf ohne ende...
    Wenn ich dann in meinem Training 10 Min. opfere bin ich ein "schlechter" Trainer, OK dann von mir aus :]


    Übrigens damit die Anderen 9 auch zum Einsatz kamen (die nicht gerade viel "Lust/Laune/Talent" hatten/haben) haben wir eine 2 te in der niedersten Klasse gemeldet :)
    Was kam raus; nach 20 Min. stand es im ersten Spiel 0 : 14 (obwohle der Gegner seine "Schwächsten" spielen lies/vorher abgesprochen).
    Natürlich haben wir auch probiert zu mischen, also (wie es der DFB will) "Schwächere" zu den "Guten" bzw. umgekehrt. Nur was kam raus, alle Ballkontakte hatten die "Guten", wie sollten einige "Schwächere" auch einen Ball bekommen sie liefen ja teilweise vor dem Ball davon :(



    Gruß

  • Ach so noch ganz vergessen!


    Laut DFB sind/soolen Ergebnisse ja egal sein :!:
    (Sind sie für mich auch, wenn schön gespielt wurde)


    Nur die Kinder kannten die Vorgabe des DFB nicht, bei dem 0:14 hat in der Halbzeit hat der Tormann geweint, wollte nie mehr ins Tor, einige wolten gar nicht mehr mitspielen usw.
    (Wir haben 3 von den Besseren eingeweckselt, die vorher gespielt hatten, Ergebnis war 2: 14)


    Gruß

  • Man sollte immer hinterfragen, was der Sinn von Aussagen und in diesem Fall der Inhalte des DFB Konzeptes sind. Oft sind die nicht so wie sie scheinen.


    Gerade im DFB Konzept - und das zeigt die gelebte Praxis der Talentsichtung im Verband - ist das m. E. nicht 1:1 so, dass die Leitlinien des DFB dazu da sind um den Kindern bestmöglich Fußball spielen zu lernen, sie sind m.M.n. dazu da den Schaden den Vereinstrainer anrichten auf ein Mindestmaß zu begrenzen. Zudem sind es keine Anweisungen sondern Leitlinien. Es gibt eine Varianz darin.


    Was denkt ihr, würde abgehen, wenn in den Vereinen nur DFB Honorartrainer geben würde? Denkt ihr, die würden nur "Leibchenjagd mit Ball" spielen?


    Andre: Es ist ok, dass Dich das Fördersystem des DFB nicht interessiert. Klar ist aber auch: Es ist halt schlicht Teil des Gesamtsystems und wegen des Outputs dieses Systems wird der ganze Zirkus überhaupt erst veranstaltet. Und ich meine, Du solltest Dir klar machen, dass, wenn man Teile eines Gesamtkonzeptes entfernt und die außerhalb des Gesamtkonzeptes anwendet, es nicht gesichert ist, dass diese Teile für sich alleine zielführend sind. Mindestens nicht bzgl. des selben Ziels, das vom Gesamtkonzept verfolgt wird oft aber sogar generell nicht.


    Beispiel (aus einem anderen, technsichen Bereich) wo eine losgelöste Wiederverwendung auch nicht funktioniert hat: Die Ariane 4 hatte ein Bahnstabilisierungssystem. Völlig abgeschlossen und funktional - oft erprobt und ausreichend getestet. Der Job dieses Systems ist es, die Rakete während den ersten Zeit nach dem Abheben zu stabilisieren, da sie zunächst noch zu langsam ist um aus aerodynamischen Gründen stabil zu fliegen. Man hat dieses System genommen und in die Ariane 5 eingebaut, weil man sich sicher war, dass System ist funktional, abgeschlossen und wiederverwendbar. Was mit der Ariane 5 kurz nach dem Start passiert ist, weißt Du oder siehst Du hier: http://www.youtube.com/watch?v=kYUrqdUyEpI


    Die Ursache lag darin, dass das Bahnstabilisierungssystem (Teilkonzept) der Ariane 4 (Gesamtkonzept) eben so losgelöst in einem anderen Gesamtkonzept (Ariane 5) nicht funktioniert hat. Der Selbstzerstörungsmechanismus der Rakete hat sie deshalb gesprengt um Schäden für Menschen am Boden zu vermeiden.


    Bevor jetzt das Geschrei los geht: Mir ist schon klar, dass der Vergleich Technik/KiFu nicht soooo super ist. Mir fällt gerade aber nix anderes ein. Und er soll auch nur sensibilisieren, dass es durchaus Probleme bei der Loslösung von Teilkonzepten geben kann.

  • Ich denke, hier sind sich alle einig, dass der DFB mit seinem Konzept zumindest in die richtige Richtung fährt. Dass nicht alles 1:1 übertragbar ist auf jeden Verein bzw. jede Mannschaft ist ja auch völlig klar. Man nimmt sich halt das beste für sich raus und passt es ggf. auf die eigenen Strukturen an.


    Aber das muss ich auch von einem Trainer erwarten. Zu viele stellen sich hin und fordern Inhalte und Übungen, die sie so 1:1 übernehmen können, ohne mal selbst ein bisschen nachzudenken (trifft natürlich auf die meisten hier im Forum nicht zu ;) ).


    Der DFB sagt selber, dass man die Ziele und Inhalte dem Entwicklungsstand der Kinder anpassen soll. Kalendarisches und biologisches Alter ist nicht das gleiche, wie hier schon erwähnt wurde. Daher nehme ich den DFB in der Hinsicht mal ein bisschen in Schutz. Nach DFB-Konzept ist es nicht verwerflich, Inhalte einer D schon in einer weit entwickelten E umzusetzen. Die Empfehlungen richten sich an Durchschnittswerten.


    Wobei ich zugeben muss, dass bei Trainerlehrgängen, Zeitschriften, trainingonline etc. immer vom Optimalfall ausgegangen wird. Da werden Einheiten mit einem Kader von 16 Leuten abgehalten, wovon viele Vereinstrainer nur träumen können. Und dann steht man da und schimpft, dass der DFB sich nur an die Elite richtet. Ich mag das auch nicht ganz abstreiten, aber in so einem Fall muss ich als Trainer dann halt mal in der Lage sein, die positiven Dinge für mich rauszunehmen und nicht erwarten, dass man mir alles 1:1 vorgibt.

  • Moin,


    Sir Alex, Paul, ....in einer Sache bleibe ich dabei -wobei ich das nicht böse meine- ...ihr seid mir zu ehrgeizig und gewinndenkend, obgleich ich speziell bei Euch den Eindruck habe, ...das ihr dabei menschlich recht gerecht und nicht wie die Trainer auftretet, die mir so dermaßen auf die Nerven gehen.


    Ich habe manchmal -wie neulich beim E Pokalturnier, wo die Kreisauswahltrainer sichteten den Eindruck, nur von ungeeigneten Leuten umgeben zu sein. Ungeeignet, weil sie so dermaßen laut am Spielfeldrand sind und dabei den "Joystick" auspacken. Wenn das nicht wäre, ...würde ich mich überhaupt nicht so aufregen und heissquaseln :)


    Ich lasse mir Eure Worte nochmals durch den Kopf gehen, ....ich konnte Euch gedanklich Folgen und Eure Botschaft in den Zeilen verstehen. Ich gewinne den Eindruck, das Euer Denken und Handeln Sinn macht.


    Umgekehrt sehe ich in der Botschaft aber eine Gefahr -für die ihr nichts könnt-, denn diejenigen Mitleser die hier regelmäßig sind, ....könnten -wenn sie nicht selbstkritisch genug sind- ihre Fehler die sie täglich machen (in Bezug auf ihre Trainings) dann nicht bearbeiten, weil sie sich ihre Ausnahmen (Abweichen von den Alterszielen) dann als legitim ansehen und intensivieren.


    Vielleicht sollte ich einsehen, dass ich die Welt nicht verbessern kann. Hier und da habe ich das ja auch schon mal von mir gegeben. Mich ermutigen dann aber die gelegentlichen Stimmen von Leuten, die die notwendige Selbstkritik und den Geist mitbringen und mir später -oft nach Monaten- sagen, dass sie duch meine angriffslustigen Texte zu einem Umdenken kamen.


    Wie gesagt, ....es geht mir eigentlich um die Einstellung gewisser Trainer, ....die nicht kindgerecht ist. Wenn die Einstellung stimmt, kommt vieles andere dann automatisch ins Lot. Ich danke Euch für Eure Statements. Gruß Andre

  • Hallo Leute
    Das grösste Problem das wir Trainer haben ist, dass wir einen Spieler der Aufhören will, nicht mehr retten können. Wenn ich als Trainer zu viele Spieler verliere, so sehe ich meine Saisonleistung als schlecht. Wenn ich dann tatsächlich 8 - 10 Spieler verliere (nota bene; ist eine halbe Mannschaft)... dann höre ich zumindest für eine Saison auf. So viele Spieler verlieren ist oft auch Versagen des Trainers... möchte hier jetzt niemand kritisieren oder angreiffen... aber zumindest hinterfragen sollte man sich als Trainer in so einem Fall eben schon.


    Die Wahrheit tut weh
    Ohne zu bluffen kann ich behaupten, dass ich "immer" eine sehr gerine Drop Out Quote hatte. Wenn ich dann andere Trainer wie zB. meine letzten B - Trainer - Kollegen ankucke die seit 5 Jahren ständig 6 - 10 Spieler/ Saison verlieren, frage ich mich ernsthaft was für "Pappenheimer" da stehen. Solche Trainer suchen wie hier, immer nach Alibis. Zb. Junior hat nicht mehr gleiches Interesse, Junior hat Freundin, Junior hat Auto, Junior hat Lehre... und kann nicht so früh trainieren (an Verschiebung der Trainingszeit denkt man dabei nicht mal), Junior hat andere Freunde, Junior hat zu viele Aufgaben... man hört nie; ICH kann Junior nicht die richtige Freude vermitteln.
    Tja liebe Trainerkollegen; Ob Ihr wollt oder nicht; Wir können da einiges bewegen. Wenn bei mir max. 1 - 2 Spieler/ Saison aufhören... warum schaffen es andere wie unsere damaligen Super - B - Trainer nicht? Meine Junioren hatten auch schon; eine Freundin, ein Auto, eine Lehre, viel Aufgaben, eine Play Station etc. Trotzdem kamen diese... dabei verlangte ich regelmässiges Trainingsbesuch etc., ich war nicht so locker sondern eher ziemlich konsequent... dafür aber korrekt. Kleine Dorp Out Quote aber.


    Also liebe Trainer (gilt natürlich nicht für alle), hört auf Alibis zu suchen, hört auf rum zu jammern und die Schuld den Junioren, dem Schicksal, den Eltern oder Gott zu verschieben. Blickt die Wahrheit ins Gesicht und nimmt Eure Verantwortung war.


    Warum hören Spieler wegen Trainer auf? (Erlebte Beispiele)


    - Wenn zB. der C - Trainer sehr gut war, mit denn Kids immer fair war und dann in der B - Jugend, Trainer stehen die schlampig arbeiten, so muss man sich nicht wundern, wenn die "verwöhnte" Junioren aufhören.
    - B - Jugend; Junioren suchen nun den Partner und nicht mehr den Vater in der Trainerrolle. Was passiert wenns in dieser Kategorie Trainer hat, die eher kalt sind, dass Verhältnis mit dem Junior aus dem Weg gehen (Probleme nicht anhören wollen etc.), Erfolg zu weit nach Oben als Priorität setzen und entsprechend Druck ausüben etc. etc. etc? Bei solchen Trainern, hören bestimmt viele B - Junioren auf... auch solche Trainer suchen übrigens nach Alibis...
    - Spieler hören auch auf, wenn die Trainer einfach unfair mit diesen umgehen. Sehr oft bemerken es gewisse Trainer nicht mal, dass Sie unfair sind. Was ist echt so unfair daran, einen C- oder B - Junior, 90 min. auf die Bank zu lassen? Warum ist es echt unfair, wenn der Trainer Spieler aus dem C1 holt um zu gewinnen und seine eigene C2 - Spieler zu Hause lässt? Warum ist es echt unfair, seinen eigenen Sohnemann immer 90 min. laufen zu lassen und andere, bessere Spieler immer auf die Bank zu platzieren?
    - Spieler hören auf, wenn sie in jedem Training einfach spielen dürfen. In jedem Training Hälfte - Hälfte. Es gibt tatsächlich Trainer die behaupten, dass Ihre Spieler (ab C - Jugend oft zu hören) nicht mehr gefordert werden möchten und lieber nur spielen... meine Frage an diese Trainer: "Warum hören aber trotzdem 8 - 10 Spieler auf?" Meine Antwort: "Junioren wollen und müssen durch gezielte Ausbildung durch Spassbringende Uebungen, gefordert werden." Alles andere ist Larifari... da bleiben dann die Larifari - Spieler... die Willigen hören nämlich auf... wenn Larifari - Spieler aufhören ist es nicht so schlimm... diese hören früher oder später sowieso auf.
    - Auch schon erlebt; Unsere damalige C2 verlor ein Spiel 11:3. Die Kids waren am Ende... welche standen den Tränen sehr nahe. Was macht da der Trainer? Er sollte ja aufmuntern und mitgefühl zeigen... auch dann wenn man frustriert ist!!!! Aber nein... unser Trainer steht vor dem Team und: "Ihr seid alles Loosers... Ihr seid auf diese Welt, damit andere gewinnen können!" Danach wurde es lauter... dies war aber der Einstieg. Ich meine... ab solche Aussagen muss man ja keine Angst haben, wenn Spieler aufhören... NEIN... falls dann Jemand nicht mehr kommt, hat dieser einfach kein Interesse mehr. Der Trainer hat nichts zu verantworten.


    So Leute... könnte meine Erfahrungen zum Thema: "Darum hören die Spieler wegen dem Trainer auf!" noch beliebig weiter aufzählen. Dies reicht aber mal für den Anfang... hoffe, dass jetzt ALLE TRAINER Ihre eigene Leistung in Bezug zur Drop Out Quote in Frage stellen könnten... währe nämlich eine Weiterentwicklungschance für jeden Trainer.


    Grüsse
    TRPietro

  • Da ich bis jetzt nur alleine beide Mannschaften trainiere habe ich den Verein und die Eltern in einem Gespräch mitgeteilt wenn sich an der Einstellung nichts ändert,bzw.kein Elternteil sich bereiterklärt mir zu helfen höre ich mit sofortiger Wirkung auf.Dazu wäre noch zu sagen das von den Eltern 9 Väter mit Schein sind,welche immer bei den Einheiten zuschauen

    9 mit Schein? Was für ein brachliegendes mutmaßliches Potential! Und wenn sie immer zuschauen, sind sie offensichtlich auch nicht ganz uninteressiert. Ich habe einige Väter bei mir aktiv mit eingebunden und vielleicht wäre das ja auch was für Dich!? Grundgedanke bei mir war ein zweites Training in der Woche, was ich aus zeitlichen Gründen nicht (immer) selber machen kann. Ich habe eine Liste erstellt mit Tag und Datum. Jeder Montag bis zur Hallensaison. Viele haben auch Schichtdienst und können so besser planen, welcher Montag für sie davon in Frage kommt. Und jetzt kommt das Entscheidene. Ich habe sie nicht pauschal angesprochen sondern die Liste ganz bewusst einem bestimmten Vater zum Eintragen mitgegeben. Bei dem hatte ich den Eindruck, dass er wohl Lust dazu hatte und sich nur nicht getraut hat, von selbst zu sagen "Ich mache das". Gehe so ziemlich jede Wette, dass bei den 9 Vätern bei Dir auch mindestens einer so denkt. Und wenn sich erst einer in die Liste eingetragen hat, fühlen sich die anderen verpflichtet, auch etwas dazu beizutragen. Natürlich hatte bei uns aus beruflichen Gründen nicht jeder die Möglichkeit dazu. Kein Problem. Aber die die es konnten, haben es getan. In deinem Fall würde ich es so handhaben, dass der jeweilige Vater den Hauptteil des Trainings gestalten darf und macht und Du kannst Dich in Ruhe um Einzelne kümmern. Wäre ja mal ein Versuch wert :)


    Zum Aufhören von Spielern: Auch bei mir haben haben im Lauf der Jahre zwei Spieler aufgehört. Die Eltern haben mir nie mitgeteilt warum. Vielleicht verlange ich da zu viel, aber fand das unfair mir gegenüber, dass sie mir nicht die Gründe mitgeteilt haben. Es ist hier schon mal erwähnt worden und dem stimme ich voll und ganz zu bzw. ist mittlerweile auch meine Einstellung dazu. Es kann sein, dass das an mir gelegen hat. Es ist durchaus möglich, dass sie wegen mir aufgehört haben. Dann ist das so und Punkt. Natürlich hinterfragt man sich, aber ich sehe es nicht mehr ein, für alles und jeden Verantwortlich zu sein. Ich mache das mit bestem Wissen und Gewissen und aus reiner Spaß an der Freud. Deswegen orientiere ich mich jetzt hauptsächlich an den erfreulichen Dingen rund um die Mannschaft und das Traineramt :]

  • Steini


    Wie funktioniert das? Wie soll man das verstehen?


    Ist es etwas so, dass bei Euch in jedem Training einen anderen Trainer da steht? Resp. ist es so, dass sich die Trainer die Trainingstage austauschen?


    Gruss
    TRPietro

  • TRPietro
    Donnerstags mache ausschließlich ich das Training. Dann auch alleine.


    Montags bin ich ab und zu auch dabei, mache dann jedoch spezielles Training mit einzelnen Spielern ( Annahme und Mitnahme, Dribbling usw.) und den Hauptteil machen zwei Väter. Ein Vater ist immer da. Dies war derjenige, von dem ich den Eindruck hatte, dass er da wohl Lust zu hat. Mein Eindruck hatte mich nicht getäuscht ;) Und der zweite Vater wechselt halt von Woche zu Woche je nach Plan. Beim "Vatertraining" wird immer in zwei wechselnden Gruppen trainiert. In der Praxis sieht das so aus: Vater A hat seinen Trainingsschwerpunkt mehr auf Dribbling gelegt und Vater B auf Wettkampfspiele. Der eine Teil der Jungs trainiert zuerst bei A und wechselt dann zu B und umgekehrt. Und zum Schluss ist immer ein Spiel. Ich hatte vorher angesprochen, was ich nicht haben möchte,z.B. stupides Runden laufen, Kopfballtraining. Ich habe ihnen als Anregung Soccerdrills und DFB-Online empfohlen, lasse ihnen aber bei der Ausgestaltung ansonsten freien Raum. Und den besten Gradmesser habe ich zuhause. Meinen Sohn. Ich frage ihn natürlich, wie das Training war. Die Väter haben bisher von "Ganz gut" bis "super" bekommen. Wie ich finde eine spitzen Quote :D

  • Ok... wenn das gut geht, ist es ja gut. Dürfen die Spieler auch einmal am Montag oder Donnerstags kommen, oder erwartet Ihr da, regelmässige Präsenz?


    Eure Methode ist ja die gleiche Methode wie unsere damaligen B - Junioren Trainer die dann jährlich 6 - 10 Spieler verloren hatten, weil diese es nicht verstehen konnten, dass die Trainer "Larifari" betreiben konnten und sie als Spieler nicht.


    Mag wohl im KIFU funktionieren. Bezweifle aber dass dies bei C - Junioren Aufwärts funktionieren würde.
    Ich bin der Meinung, dass ein Trainer (Cheftrainer) immer aufm Platz stehen sollte.


    Gruss
    TRPietro

  • Mag wohl im KIFU funktionieren. Bezweifle aber dass dies bei C - Junioren Aufwärts funktionieren würde.
    Ich bin der Meinung, dass ein Trainer (Cheftrainer) immer aufm Platz stehen sollte.


    Volltreffer :thumbup: Sehe ich genauso.


    Und beide Termine haben selbe Wertigkeit. Die Trainingsbeteiligung ist aber von der Truppe aus gleich gut.


    Und ich wollte den Jungs nur ein zweites Training in der Woche ermöglichen. weil sie danach gefragt hatten und ich es aus bestimmten Gründen auch für wichtig halte, es aber aus zeitlichen Gründen nicht garantieren konnnte. Deine Skepsis kann ich voll und ganz nachvollziehen. Hatte ich auch und habe lange überlegt, ob ich es so mache/machen lasse. Letzendlich hat es funktioniert und die Truppe profitiert davon. Also auch ich. In vielen Bereichen.

    Einmal editiert, zuletzt von Steini ()


  • Eure Methode ist ja die gleiche Methode wie unsere damaligen B - Junioren Trainer die dann jährlich 6 - 10 Spieler verloren hatten, weil diese es nicht verstehen konnten, dass die Trainer "Larifari" betreiben konnten und sie als Spieler nicht.


    Das hatte ich ganz überlesen. Ich vermute jetzt mal, dass Du dies nur auf diesen speziellen Fall und diese B-Juniorentrainer bezogen hast. Die von mir beschriebenen Väter machen nämlich alles andere als "Larifari". Ich würde sofort einschreiten, wenn dies so wäre!! Und ich habe einen sehr kurzen Draht mit dem von mir beschriebenen Vater, der immer da ist. Da wird nichts gemacht, was nicht auch in meinem Sinne wäre. Den Jungs gefällt's; das ist die Hauptsache.


    Aber nochmal: Das alles ist nur bezogen auf meine E-Jugend jüngerer Jahrgang. Bei muecke1403 stehen 9 Väter am Rand und schauen zu. In seinem Fall wären die bestimmt eine gute Unterstützung für ihn, wenn sie aktiv mit eingebunden sein würden. Ein Versuch wäre es zumindest wert.

  • Steini


    Habe lediglich die Erfahrung der B - Trainer gesehen. Dem entsprechend kann ich nur skeptisch sein. Aber eben; E - Junioren und B - Junioren sind unterschiedlich.


    Mann muss wirklich halt aufpassen dass es kein Larifari wird. Dies merkt man dann am Verhalten der Spieler ziemlich schnell.


    Gruss
    TRPietro

  • Ich denke ab der C-Jugend beginnt die Drop-Out Problematik so richtig, sieht ja auch der DFB so. Stellt sich nur die Frage woran das liegt...


    Wie auch schon jemand geschrieben hat, wird der Grundstein wohl ziemlich früh gelegt. Als ich als Trainer angefangen hab, habe ich eine B-Jugend übernommen und ich war der 6. oder 7. Trainer von den meisten Spielern. Wenn die Fluktuation auf dem Trainerposten so hoch ist, darf man sich nicht wundern, dass Spieler aufhören. Die trainer wechseln wohl eher selten, weil die alle so gut sind.


    Um die Drop-Out Rate zu senken, muss man wohl zusehen, dass ein Trainer lange bei einer Mannschaft bleibt und vorallem die Eltern mit einbindet. Wenn diese oft dabei sind, fällt den Spielern das Wechseln offenbar schwerer. Dann ist es, denk ich wichtig gut ausgebildete Trainer zu haben. Entweder C-Lizenz oder zumindest mit langer Erfahrung als Fußballer. Wenn der Trainer dann noch in der Lage ist ein bißchen selber mit dem Ball umgehen zu können, wäre das schon ziemlich perfekt, denn dann wird er auch ernst genommen. JEtzt ist die Lizenz das eine und das Training das andere, natürlich muss auch ein ausgebildeter Trainer ein gutes, strukturiertes Trainingsprogramm, am Leistungsstand der Spieler orientiert abliefern.


    Selbst dann wird es aber immer noch Spieler geben die gehen. Das muss man dann auch mal akzeptieren, es handelt sich um Kinder, die sind ja nunmal in einer gewissen Findungsphase und vielleicht ist Fußball halt doch nicht das richtige. Wenn ein Spieler den Verein wechselt, dann ist das auch legitim. Jedenfalls wenn er zu einer höherklassigen Mannschaft geht. andererseits kann ein "Tapetenwechsel" manchmal echt gut tun und dann sollte man den Spieler lieber dabei unterstützen, als ihn dafür zu kritisieren. Vielleicht kommt er dann eines Tages mal wieder.