Erfahrungen mit Futsal Ball in F-Jugend Hallentraining ( ohne Futsal Regeln..)

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  • Zwar ist die Hallensaison vorbei, aber dazu muss ich einfach meine Meinung kundtun.


    Ab E-Jugend (spätestens) bin ich gegen eine übermäßige Benutzung des Futsal, auf Kosten des normalen Fussballs. Als Abwechslung kann man den Futsal zwar regelmäßig einstreuen, aber Tennisball, Gummiball etc. benutze ich auch gelegentlich z.B. beim Aufwärmen (Koordinationsschulung: DIfferenzierungsfähigkeit)


    Nun zu meinem Argument gegen die permanente Benutzung des Futsalballes:


    Die Ballan- und Mitnahme ist die Technik (außer dem Kopfballspiel, was man aus bestimmten Gründen in jungen Jahren nicht wirklich ins Training einbauen sollte) die von den meisten Trainern in der Ausbildung stark vernachlässigt wird. Und dabei ist sie doch so wichtig, sie ist die Grundlage für alles andere.(da One-Touch-Fussball in der F-,E- oder auch D-Jugend nicht verloren hat)
    Torschuß, Dribbling und Passspiel finden aussreichend Beachtung im Training von jedem mittelmäßigen Trainer.
    Aber wer von euch gibt der Ballan- und mitnahme mindestens die gleiche Zeit im Training.?
    Allein das Verarbeiten von flachen Bällen (der ball sollte nicht 2 Meter wegspringen, den Ball in die Bewegung verarbeiten, etc.) ist schwierig genug und sollte in meinen Augen schon deutlich mehr trainiert werden.
    Beim Futsalball fällt nun der Aspekt des Verarbeitens von Bällen fast weg, da es deutlich einfacher ist. Der Ball verzeiht viele Fehler, Ungenauhigkeiten und Unkonzentriertheiten. Arbeitet man nun stets mit dem Futsalball, wird der Bereich der Ballan- und mitnahme praktisch ein halbes Jahr nicht trainiert. Die Folgen treten dann in späteren Jahren, ab D-Jugund (je nach Gegnerniveau) zum Vorschein, wenn der Gegner- und Zeitdruck im Wettkampf höher wird, und ein schlecht verarbeiteter Ball keine gute Anschlußmöglichkeit (Torschuß, Dribbling, Pass) mehr zuläßt.
    Ballverarbeitung von hohen Bällen (so ab E-Jugend fange ich an das Stück für Stück zu trainieren, je nach Leistingstand) habe ich bei meiner Argumentation noch außen vor gelassen, hier wird das ganze noch drastischer, da der Ball eben nicht springt.


    Bei isolierten Dribblingübungen, oder gelegentlich auch im Trainingsspiel oder auch Wettkampf, kann man den Ball verwenden, aber aus meiner Sicht, sehr maßvoll damit umgehen.

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill

  • Oha, so hatte ich das noch gar nicht betrachtet. Deine Argumentation ist aber absolut nachvollziehbar und ergibt absoluten Sinn. Ich hatte überlegt die kommende Hallensaison mit dem Futsalball zu spielen und trainieren.

    "Der Geist des Balles verbindet die Herzen der Spieler"

  • Sir Alex,


    richtige Argumentation - aber das Pferd von hinten aufgezäumt.


    Die Ballan- und -mitnahme ist mit das Wichtigste beim Fußball, da gehen wir d'accord. Nur: Wann wird sie trainiert?
    Wenn ein Ball hoch abspringt oder wenn er weniger hoch abspringt?
    Wenn man wenige Ballkontakte hat, weil der Ball weniger verspringt und im Aus ist, oder wenn man mehr hat?
    Wenn ein Kind Selbstvertrauen hat bzw. sich traut den Ball zu verarbeiten, weil es schnelle Erfolgserlebnisse hat, oder wenn das nicht der Fall ist?


    Denk nochmal darüber nach.

  • Sir Alex,


    Ich kann Dir hier nur insofern Recht geben, daß teilweise schon in der F - Jugend Passspiel gefordert ! wird, obwohl die Grundlagen dafür nicht annähernd ausreichend geschult wurden und werden.


    Bezüglich dem Futsalball muß ich Dir aber widersprechen. Zur Vermittlung der richtigen Technik ist es nicht nötig, dass der Ball aus 5 Metern Höhe kommt. Brusthöhe reicht anfänlich völlig aus. Für die Kinder ist es mit dem Futsalball durch das reduzierte Sprungverhalten einfacher, den Ball schnell zu kontrollieren. Die Kinder, die ich so trainiert habe, hatten später keine Probleme mit der Umstellung auf den "normalen" Ball. Indem ich zuerst den sprungreduzierten Ball verwende, folge ich einfach dem Grundsatz: "vom Einfachen zum Schweren." Ich bin mittlerweile auch davon überzeugt, daß ich den Kindern die Technik damit schneller vermittle und damit kostbare Trainingszeit spare, die ich noch nutzen kann.


    Zum Spielen in der Halle benutze ich grundsätzlich nur noch den Futsalball. Damit konnte ich innerhalb kürzester Zeit das "sinnlose Rumbolzen" abstellen, was sonst immer dauerte und viel Nerven kostete. Auch Trainerkollegen, denen ich den Ball "mal zum Probieren" überließ, lassen mittlerweile mit einem solchen Ball trainieren.

  • Zum Spielen in der Halle benutze ich grundsätzlich nur noch den Futsalball. Damit konnte ich innerhalb kürzester Zeit das "sinnlose Rumbolzen" abstellen, was sonst immer dauerte und viel Nerven kostete.


    Vollkommen richtig !!!




    Ich habe zwischendurch mal einen normalen Ball in der Halle benutzt, und schon ging das Gebolze wieder los. Mit dem Futsalball machen die Kinder enorme Fortschritte. Ich habe die Kinder einfach nur spielen lassen. Es gab viele Zweikämpfe und alle hatten viel Spaß. Das ist das wichtigste in einer F- oder E-Jugend.




    Außerdem sind solche Winter wie der letzte eine Ausnahme. Normalerweise kann man auch im Winter zumindest zeitweise aufs Feld und die Ballan- und mitnahme üben.

  • Ich habe auch, und vor allem von der Ballan- und mitnahme von flachen Bällen gesprochen. Als Zusatz habe ich dann erwähnt, dass dies bei hohen oder halbhohen Bällen noch extremer wird.


    Aber auch bei der Verarbeitung eines flachen Balles verzeiht der Futsal Ungenauigkeiten und schlampige Technik. Das liegt einfach an der Beschaffenheit des Balles, der der nicht wegtrumpft und auch von der Innenseite des Fußes (der die Ballannahme ausführt) nicht wirklich wegspringt oder rollt.
    Mach doch mal den Test und spiele einen scharfen Pass (bzw. lass ihn spielen) mit beiden Bällen in deinen Innenfuß (den du nur hinhälst, ohne aktive Ballverarbeitung). Unterschiede sind deutlich zu erkennen, und das bei einer Ballannahme im Stand. Da man aber stets die Bälle in die Bewegung verarbeiten sollte, wird das hierbei noch extremer.


    Wie gesagt, es gibt auch Situationen und Trainingsinhalte, die der Futsal unterstützt (Dribbling, Koordination) aber man sollte ihn maßvoll, d.h. nicht ausschließlich einsetzten, aus benannten Gründen.
    Abgesehen davon bin ich bei allem stets der Meinung, vielseitig auszubilden. Einseitigkeit schadet meist und engt mitunter die Kreativität ein.
    Ich will z.B. auch nicht, dass meine Spieler den Ball unkontolliert nach vorne bolzen. Wenn ich aber einen Spieler in E-Jugend habe, der einen weiten Flugball gezielt und technisch sauber zum Mitspieler spielt, werde ich ihm diese Option nicht nehmen, indem ich nur flache Bälle erlaube. Dieses hohe,weite und planvolle Zuspiel ist doch nicht nur eine gute Variante, sondern auch technisch deutlich schwieriger. Warum jemanden in seinen Möglichkeiten und seiner Kreativität einschränken. (Natürlich kritisiere ich planlosen bozen).


    Und Willi, die Ballan- und mitnahme trainiere ich, z.B. indem ich in relativ großem Spielfeld mindestens 3 Kontakte zur Pflicht mache. Großes Spielfeld, da dadurch weniger Zeit- und Gegnerdruck, bei höherem Niveau wird das Spielfeld verkleinert.

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill

    Einmal editiert, zuletzt von Sir Alex ()

  • Ich bin sprachlos ob der Eingangsthese: Der Ball ERLEICHTERT das Fussballspiel allgemein, weil er eben besagte Eigenschaften mit sich bringt. Dass die Kinder daraufhin bestimmte Bereiche nicht entsprechend erlernen, entschuldige aber das halte ich für absoluten Quatsch. Die Fehler, die gemacht werden, wirken sich weiterhin aus, es klingt bei Dir ja so, als ob man mit dem Ball quasi von alleine Fussball spielen kann. Wenn Du als Trainer die Fehlerkorrektur beherrscht (und das ist das wichtigste für das Erlernen bestimmter Techniken, Fehler erkennen und korrigieren), dann wirst Du es auch weiterhin tun können, denn Fehlerlosigkeit wird sich aufgrund des Balles nicht einstellen. Sie wirken sich vielleicht nicht so gravierend aus, aber es gibt dennoch "Verbesserungspotential". Ein Schwimmanfänger muss auch nicht jedesmal kurz vor dem Ertrinken sein, ich kann bei ihm auch mit Schwimmflügeln noch eine Verbesserung der Technik erreichen. Wenn die Kinder die "normalen" Techniken drauf haben, werden sie mit dem Ball noch technischer spielen, wie schon ein Vorredner schrieb, das Gebolze fällt weg.

    "Sag es mir - und ich werde es vergessen. Zeige es mir - und ich werde mich erinnern. Beteilige mich - und ich werde es verstehen."
    Lao-Tse (chinesischer Philosoph)

  • holler:


    Natürlich kann ich mit gutem Coaching entgegenwirken. Aber erstens coachen die meisten Trainer zu wenig, und außerdem erkennen viele Trainer die unsaubere Technik dann auch nicht, wenn es nicht offensichtlich wird.


    beim Passspiel ist es doch genauso. In meiner Region wird nahezu ausschlie0lich auf Kunstrasen trainiert und gespielt. Das bessere Rollverhalten auf diesem Belag, sowie in der Hallensaison, führt regelmäßig, bei nahezu allen Vereinen dazu, dass die Spieler ein bescheidenes Passspiel haben. Die Passschärfe ist einfach mangelhaft, die Passtechnik und genauigkeit kaum besser da auf Kunstrasen und Hallenbelag der Ball trotzdem ankommt.
    Selbst extrem talentierte (und auch gut ausgebildete) Spieler, die in der C.Jugend nun Großfeld und auf Rasen spielen, haben nun extreme Mängel im Passspiel, die nicht in kurzer Zeit zu beheben sind.


    Genauso ist es mit dem Futsalball und der Ballan- und mitnahme.

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  • Das alle Brasilianer bis zum 14 Lebensjahr ausschließlich Futsal spielen halte ich für ein Gerücht. Dafür hätte ich gerne eine Quelle. Klar Ronaldinho hat Futsal gespielt, das weiß man. Aber du willst mir doch nicht erzählen, dass kein anderer auf Sand oder auf Rasen ausgebildet wurde?!?!?!


    Und deine Arbeit, die du verlinkt hast:
    Wo ist da die empirische Langzeitstudie????
    In der Testreihe ging es um FÜNF Einheiten!!!!
    Wir reden nicht von bestmöglichen kurzfristigen Verbesserungen der Technik, das Ziel von uns als Trainer ist doch wohl ein langfristiges, oder?
    Dazu aus dem Fazit deiner Studie: "... bezüglich des Lernerfolgs im Rahmen einer mehrwöchigen Unterrichtseinheit lassen sich im Vergleich zu Fuß oder Filzbällen keine klaren Aussagen treffen."


    Eine der drei Testfragen bezieht sich auf die Motivationsverbesserung des Thema Fussball bei den Schülern. Also diese Gruppe ist ja wohl mit einer Vereinsmannschaft, unabhängig vom Talent, nicht zu vergleichen, denn hier haben eigentlich alle genug Motivation.
    Es wurde eine Gruppe untersucht, die mit einer Fussballmannschaft kaum zu vergleichen ist. Zumindest nicht mit der Relevanz zur Langzeitstudie, da sportunbegeisterte Spieler langfristig sicher nicht im Verein Fussball spielen, aber in deiner Studie eine Rolle spielen.
    Es geht um schulischen Sport, von mir aus vergleichbar mit G- eventuell F-Jugendfussball, den regelmäßigen Einsatz von Futsalbällen in dieser Alterstufe, bzw. bei Anfängern will ich mich auch nicht völlig, verstellen, hier mag es noch Argumente geben.



    Und natürlich, fällt den Schülern die Ballan- und mitnahme des Futsals
    leichter. Das habe ich ja auch gesagt. Es ist ja auch logisch, da es mit
    dem Futsal einfacher ist. .


    Als Fazit bleibt, dass deine Studie eigentlich keine Aussagekraft bezüglich unserer Diskussion hat.

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    6 Mal editiert, zuletzt von Sir Alex ()

  • Ein F-Spieler spielt auf dem Rasen seinen Mitspieler an, hierbei kommt es zu einem flachen Anspiel. Was passiert denn da mit dem Ball`?


    Der Ball verläßt den Fuß des Passgebers mit der Anfangsgeschwindigkeit. Danach rollt der Ball über den Rasen und ....ja und....wird langsamer. Nun kommt der Ball zum Empfänger, welcher ihn zunächst vielleicht stoppt oder wenn er schon in der Ausbildung weiter ist, mitnimmt. Hierbei kommt es auch zu Situationen, wo der Ball sogar vorgelegt werden könnte, ...er trumpft ab...will ich es mal nennen.


    Im Gegensatz hierzu wird der normale Ball in der Halle gespielt. Der Ball rollt mit annähernd der gleichen Geschwindigkeit auf den Adressaten zu. Nun muß der Adressat im Gegensatz zum Draussenspiel (auf Rasen) mit einer fiel höheren Geschwindigkeit des Balles fertig werden. Es kommt hier meist zum PingPongspiel. Das ist die Realität. Dieses PingPongSpiel ist unnütz und bringt nichts, ausser dumme Hecktick. Der Spieler echtet dem Ball einfach nur hinterher und es kommt meist zu einem unkontrollierten Spiel ...wie immer...Ausnahmen bestätigen die Regel.


    Der Futsallball sorgt dafür, dass das geliebte Draussenspiel auf Rasen fast simuliert werden kann. Die Umstellung Halle/Draussen wird "abgeschmälert".Das ist das eine, was mir auffiel.


    Ein zweiter Aspekt ist auch, ...das sich selbst Erwachsene fiel weniger verletzen, gerade weil der Ball nicht immer verspringt und der ein oder andere "Antikicker" -welcher aber trotzdem Spass am Fußball hat- hinterher hechtet und sich hierbei verletzt (Dehnungen, Zerrungen usw.).


    Darüber hinaus fangen technich versierte Spieler auf die sonstigen Tricks noch einen draufzusetzen und technisch schwächere Spieler fangen oft Dinge an zu üben, die sie sonst nicht geübt hätten. Hierauf kann man doch aufbauen, weil wenn sie später mit dem normalen Ball in der Halle oder besser noch draussen spielen, können sie den Trick oder was auch immer und müssen sich dann auf die neue Geschwindigkeit einstellen, was so herum wohl einfacher sein dürfte, weil die Grundlage schon da ist, wohin gehend sonst nicht mal das der Fall gewesen wäre. ;)


    Ferner...fällt mir so auf...dass ich glaube, ...nein sogar eigentlich fest glaube...dass es Dinge gibt, die wird ein Trainer nicht beeinflussen. Ich habe festgestellt, dass Spieler der F oder E, von denen ich immer dachte, ...die sind ganz nett, aber kicken werden die nur max. im Mittelmaß. So ab zweites Jahr in der D und erst recht und ganz ganz deutlich im zweiten Jahr der C fangen sie plötzlich an, miteinander zu spielen. Sie sehen sich auf dem Platz und binden sich richtig klug miteinander ein. Sie denken teilweise plötzlich in Schachzügen. Ich habe hierbei wahrlich nicht den Eindruck, ...das das eine Trainerleistung ist, sondern eher, dass es einfach durch die körperliche Entwicklung stattfindet. Warum rennt ein 15jähriger nicht einfach auf die Straße, wenn ein Auto kommt und ein 6jähriger schaut den Autfahrer an und läuft trotzdem plötzlich los.


    So ist es für mich auch beim Fußball in der Halle mit dem normalen Ball. Da laufen Ballgeschwindigkeiten ab, mit denen so ein Knirps nichts mehr anfangen kann. Ich finde es -ohne jemanden angreifen zu wollen- es gerade zu dumm, da eine vernünftige Ballannahme zu erwarten oder gar abzufordern, ...sie können das nämlich garnicht leisten --wie immer, Ausnahmen bestätigen die Regel.


    Es ist für mich so wie beim Passspiel einfordern in der F. Sie können -wissenschaftlich belegt- nicht räumlich sehen -Ausnahmen best.....die Regel-, hier ein Passkombinationsspiel zu fordern, obwohl sie den Neben,-und MItspieler räumlich beim Dribbeln nicht erkennen können, ....ist so gesehen genauso dumm.


    Deshalb bin ich der Meinung, dass man beim Hallentraining im F und E Bereich möglichst für jeden Spieler einen solchen Ball zur Verfügung gestellt bekommen sollte. Dazu dann auch einige Kombinationsübungen, die man besonders gut und intensiv mit diesem Ball praktizieren kann. Darüber hinaus, ....wäre ich kommende Saison mit der E Trainer geworden -was ja nun leider nicht mehr der Fall ist- hätte ich dafür gesorgt, dass jedes Fußballturnier das wir in der Halle ausgerichtet hätten, mit dem Futsalball hätten Spielen lassen. Ich sehe hier nur Vorteile und überhaupt keine Nachteile. Gruß Andre

    2 Mal editiert, zuletzt von Andre ()

  • Andre recht gebe ich dir, das in der F-Jugend Zusammenspiel keine Rolle spielen sollte. Habe nie etwas anderes gesagt. Auch in der E.Jugend kritisiere ich nie, wenn jemand, den freien Mann übersehen hat, und ein Dribbling ansetzt, oder selbst abschließt. Aber irgendwie werden hier meine Postings ungenau gelesen oder teilweise etwas falsches hineininterpretiert.


    Aber...
    1.)Trotzdem trainiere ich auch das Passspiel. Die technische Grundfertigkeit des Passes. Dieses sollte auch trainiert werden, ist eine der vier technischen Grundfertigkeiten die zu schulen sind (Kopfballspiel als 5. wie gesagt erst später) Auf Zusammenspiel verzichte ich dabei völlig, da auch ich weiß, das die physilogischen Vorraussetzung des Kindes (das räumliche Sehen) noch nicht ausgeprägt ist. (abgesehen davon gibt es für mich noch andere Gründe, die gegen zu frühes Zusammenspiel sprechen, aber das ist Off-Topik)


    2.) Und, um noch etwas zu klären: Ballan- und mitnahme erfolgt doch nicht nur nach einem Pass des Mitspielers. Wie oft liegt/rollt/springt/hüpft der Ball irgendwo rum, und der Spieler muss ihn verarbeiten.
    eigentlich bei JEDEM Ballkontakt der Spieler erfolgt eine Ballan- und mitnahme, nur beim direkten Torschuß nicht (wenn man sich an die Ausbildungsziele hält, und den One-Touch-Pass nicht fördert).
    Es ist also die HÄUFIGSTE Aktion der Spieler. Dies gilt im Herrenbereich wahrscheinlich immernoch, auch wenn der direkte Pass die Quote ein wenig senkt. Wie kann man dann diese Komponente außer Acht lassen???


    Aber genau das war ja eigentlich mein Ausgangsstatement. Die Ballan- und mitnahme wird nicht aussreichend Beachtung beigemessen und zu wenig und kaum zielorientiert trainiert und gecoacht.

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  • Im Gegensatz hierzu wird der normale Ball in der Halle gespielt. Der Ball rollt mit annähernd der gleichen Geschwindigkeit auf den Adressaten zu. Nun muß der Adressat im Gegensatz zum Draussenspiel (auf Rasen) mit einer fiel höheren Geschwindigkeit des Balles fertig werden. Es kommt hier meist zum PingPongspiel. Das ist die Realität. Dieses PingPongSpiel ist unnütz und bringt nichts, ausser dumme Hecktick. Der Spieler echtet dem Ball einfach nur hinterher und es kommt meist zu einem unkontrollierten Spiel ...wie immer...Ausnahmen bestätigen die Regel.

    Also erstmal viel in diesem Gebrauch mit f tut wirklich weh. :D



    Zum Thema, PingPongspiel eben, Ursache ist genau die ungenügende Ballan- und mitnahme der Spieler. Deshalb muss sie ausgiebig trainiert werden.


    Und auch auf Rasen, sollen meine Spieler (99er Jahrgang) den Ball, wenn sie sich für einen Pass entscheiden, die Passschärfe beachten. D.h. der Rasen sollte die Geschwindigkeit des
    Balles nicht so vermindern, dass der Ball quasi nicht verarbeitet werden muss. Da wären wir beim anderen bereits sufgezeigten Kunstrasen/Hallenproblem des schlechten Passspiels.


    Um etwas nochmal klarzustellen, in der jüngeren F-Jugend, bei niedrigem Fertigkeitsniveau eventuell auch ein bißchen länger mag die Argumentation für den Futsalball stimmig sein. Danach plädiere ich nur
    noch für eine unregelmäßige Benutzung dieses Balles.

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  • Wenn ich das Wörtchen -viel- selbständig richtig schreiben könnte, dann müßte ich nicht so viel Nachtschicht machen und mich dabei mit Professoren bis hin zum vollgekotzten Obdachlosen rumschlagen, aber danke für den Hinweis 8)


    Zudem ...ich habe nicht gegen das Erlernen oder besser gesagt, gegen die Wichtigkeit der Ballan.- und Mitnahme gesprochen. Ich wollte herausstellen, dass man u.a. das eben mit dem Ball für die "Slowmotion" genauso wenn nicht besser lernen kann, ...wenn man in der Halle trainiert. Ist jedenfalls mein Eindruck.


    Meinen Eindruck habe ich übrigens durch eigene Praxis bekommen. Ich habe neben einem selber ausgerichteten Futsalturnier im Bereich der C Jugend, mit einer Mixedfreizeitgruppe mit einem Futsalball einen Winter lang gekickt. Ich glaube sagen zu dürfen, dass ich mit dem normalen Ball durchaus umgehen kann, aber mit dem Futsallball fanden es alle ausnahmslos besser. Die Gruppe bestand aus bis zu cirka 25 Leuten in der Altersgruppe 7 bis 50 Jahre vom Antikicker bis zum ehemaligen Bezirksligaspieler, von der F 6 bis zur C 1, alle "Leistungsgruppenvertreter" anwesend und alle waren wir uns einig, ...der Ball war spitze. Da wurden sogar freche Heber gespielt, ...was ich vorher so noch nicht erlebt habe.


    Aber genau das war ja eigentlich mein Ausgangsstatement. Die Ballan- und mitnahme wird nicht aussreichend Beachtung beigemessen und zu wenig und kaum zielorientiert trainiert und gecoacht.


    Das mag ja sein, ...nur darfst du das für meinen Geschmack nicht verallgemeinern. Du kannst hier nur für dein Umfeld sprechen, ....denke ich...hier gibt es Leute im Forum, die beispielsweise die Coervermethode schulen und auch das Futsaltraining selbst, also das richtige Futsaltraining spricht gerade dieses Thema sehr sehr intensiv an.

  • O.k. lassen wir diese Diskussion, wir drehen uns im Kreis.


    Ich hatte gesagt, dass der Futsalball die PRAXISNAHE Ballan- und mitnahme nicht ausreichend gut trainiert.


    Jetzt kommst du mit Coerver. Selbst die haben mittlerweile (neueste Überarbeitung,Quelle: Vorstellung in der aktuellen Fussballtrainig) erkannt, dass Coerver eben nicht praxisnah ist und erhebliche Mängek aufweist, eben weil Zeit- und Gegnerdruck fehlen.
    Von Coerver halte ich so viel, wie von dem konsequenten Einsatz von Futsalbällen bis hin zur D-Jugend. (Gelegentlicher einsatz o.k., sollte aber bei weitem nicht den Hauptteil des Trainings einnehmen. Vor 10 Jahren habe ich sehr viel Schreiner und Coerver trainiert, mittlerweile eher wenig). Ich will darüber aber in diesem Thread nicht auch noch diskutieren, es schweift doch erheblich vom eigenen Thema ab.



    Da du aber mein Umfeld ansprichst. Ich rede hier über Probleme, die scheinbar weit über meine Stadtgrenzen hinaus gelten. Ich bin zwar Kleinfeldtrainer (also F- D-Jugend) und werde das wohl noch ein paar Jahre bleiben, aber ich versuche mich stetig zu verbessern, und sehe als mein Ausbildungsziel, möglichst viele meiner sehr talentierten Spieler in höchstklassige C-Jugendteams zu bekommen. Ich will ihen also die Fertigkeiten vermitteln, dass sie auf dem Großfeld Leistungsfussball betreiben können.
    Deshalb unterhalte ich mich auch regelmäßig mit Jugendtrainern von Bundesligisten (habe da glücklicherweise sehr viele Kontakte) und einem Verbandstrainer sowie Stützpunktkoordinator, um zu erfahren, welche Schwächen Spieler( auch ehemalige von mir) in dieser Altersklasse aufweisen, damit ich sie in diesem Gebiet zukünftig besser schulen kann.
    DIe größten technischen Mankos haben die Spieler beim Eintritt in den 11er Fussball (egal ob ab d-Jugend oder C-Jugend, je nach Bundesland) mit unzureichendem Passspiel (nicht Zusammenspiel), Ballan- und mitnahme, Flanken (o.k. ist im Kleinfeldfussball eine schwer umzusetztende Komponente) und häufig auch Torschuß.
    Im Dribbling und Fintieren haben die Spieler heutzutage selten Mängel, sind hier meist sehr gut gesschult also ist die Ausbildung in Deutschland diesbezüglich für den Moment ausreichend gut.
    Zumindest was die reine Technik anbelangt, Individualtaktisch ist noch viel Potential der Verbesserung, vor allem Individualtaktik defensiv.


    Zusätzlich (und das propagiert Sammer ebenfalls) fehlt im Vergleich zu anderen Ländern mentale eigenschaften wie Siegeswille, Durchsetzungsvermögen und Kritikfähigkeit, weshalb ich mittlerweile auch nicht mehr alle gleich einsetze und nie sage, dass mir das Ergebnis egal ist (Ja ich habe ein paar Jahre wirklich auch so ausgebildet), der richtige Umgang mit dem ergebnis ist wie woanders erwähnt der Schlüssel.
    Lange Rede kurzer Sinn, ich habe aufgrund glücklicher Umstände ein großes fussballspezifisches Umfeld, und kann deshalb schon ein wenig verallgemeinern. Zumindest was die Ballungsgebiete betrifft. In ländliche Regionen habe ich in der Tat weniger Einblicke, hier mag das ganz anders aussehen. Meine persönliche erfahrung sagt mir, dass hier Dribbling eher icht so gut geschult ist, aber Passspiel und vor allemTorschuß dafür besser sind.



    Falls ich durch mein Statement oberlehrerhaft rüberkomme, dann ist das nicht beabsichtigt. Ich habe ja selbst vor kurzem viele der angesprochenen Probleme nicht erkannt, oder mit dem jetzigen Kenntnisstand unzureichend oder verbesserungwürdig trainiert. Der Fussball und die dazugehörigen Trainingsmethoden entwickeln sich so schnell, dass man sich als Trainer permanent weiterentwickeln muss. Trainigsinhalte und Methoden von vor 10 Jahren sind doch in vielen Teilen schon wieder überholt. wenn ich an meine Arbeit von vor 10 Jahren denke, manmanman...vieles mache ich mittlerweile ganz anders, und in 5 Jahren wiederum anders.

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill

    4 Mal editiert, zuletzt von Sir Alex ()

  • Hallo nochmals,


    ich finde deine Ansichten im Grunde sehr gut, ...soweit du das so wie du schreibst auch auf dem Platz umsetzt.


    Hinsichtlich der Coervermethode, ....sie war nur benannt, weil ich ein paar Übungen vor meinem geistigen Auge hatte, die man zur Ballan.-und Mitnahme gut praktizieren könnte. Grundsätzlich habe ich mich vor längerer Zeit von Coerver eher distanziert, weil mir die Übungen -die mir bekannt waren- zu stupide vorkamen. Diesbezüglich hat man mich ein Stück weit "belehrt", so dass ich die Coervermethoden nicht grundsätzlich verteufeln möchte, ...im Gegenteil.


    Ich habe die Meinung entwickelt, dass man als "guter" Trainer hier zunächst mal die Merkmale der zu bedienenden Altersgruppe kennen sollte. Danach trainiere ich auf verschiedene Weisen, um diese Ziele erreichen zu können. Von allem ein bischen, sagte hier mal ein Trainerkollege und dabei entlang am roten Faden, ...das ist für ich eine gute Philosophie, sie ist flexibel und anlassbezogen zu händeln und man macht eigentlich alles richtig. Hierbei steht für mich die Ausbildung im Fordergrund und nicht der schnelle Erfolg. Hier auf dem Land bilde ich aber nicht für die BL oder sonstige Träume aus, sondern für unsere 1. Mannschaft. Die anderen Ziele sollte der Spieler selber -durch seinen eigenen Willen- verfolgen, ...dabei kann und möchte ich max. einen guten ehrlichen Rat geben, ansonsten interessiert mich soetwas überhaupt nicht mehr. Warum? Weil diese Gedanken oftmals zu zuviel Leistungsdruck führen und dadurch hauen uns die Spieler hier meist reihenweise ab, ...so ab der C und das möchte ich nicht.


    Mir geht es um eine solide Ausbildung und Fun. Darauf können andere aufbauen.


    Wo du bei mir offene Türen einrennst ist, dass ich immer wieder feststellen, dass Kinder überhaupt nicht Kritikfähig sind. Viele kennen kein Lob und möchten nicht kritisiert werden, weil sonst Krieg ist. Besonders heben sich hier manchmal Eltern hervor. Kindern wird suggeriert, dass sie nur toll sind, wenn sie Einsen schreiben, ...sie dürfen keine Fehler machen, Fehler sind was schlimmes, Perfektion ist gut, alles andere ....ist nichts,.


    Ich lebe so, das es für mich ein fester Bestandteil ist, vor Leuten über mich sagen zu können, dass ich Fehler habe, Fehler machen darf, Fehler gemacht habe. Das billige ich auch anderen zu. Hierbei sollte auch mal ein Lob kommen oder auch ein Schulterklopfer. Wer dieses Gefühl "lebt" und versucht, auch den Kindern zu vermitteln, eckt schnell mit den Erwachsenen und bezogen auf den Fußball, mit den Eltern an.


    Konkret habe ich mich erdreistet, Kinder in einen Kreis zu setzen. Jeder sagte, was er am Trainingstag oder nach Spielen oder Turnieren besonders gut fand und was nicht. Hierbei ging es vornehmlich um seine eigene Person, also ...was habe ich gut und weniger gut gemacht. Hierbei stellte ich mich aber auch und die Spieler durften auch an mir kritisieren und mal was loben. So wird Kritik zu einem "Normalum" und hätte ich diese Kinder weiter trainiert, wären diese Kinder für einen A-Trainer wohl in diesem Bezug nicht so schwierig zu händeln. Ich denke, dass wäre auch eine gesunde Sache für`s Leben. Man wird Kritikfähig und das ist gut so. Jedenfalls hatte ich damals großen Ärger deswegen, sehe das aber bis heute nicht ein, anders zu handhaben, weil die Kinder hatten damit überhaupt kein Problem.

  • Konkret habe ich mich erdreistet, Kinder in einen Kreis zu setzen. Jeder sagte, was er am Trainingstag oder nach Spielen oder Turnieren besonders gut fand und was nicht. Hierbei ging es vornehmlich um seine eigene Person, also ...was habe ich gut und weniger gut gemacht. Hierbei stellte ich mich aber auch und die Spieler durften auch an mir kritisieren und mal was loben. So wird Kritik zu einem "Normalum" und hätte ich diese Kinder weiter trainiert, wären diese Kinder für einen A-Trainer wohl in diesem Bezug nicht so schwierig zu händeln. Ich denke, dass wäre auch eine gesunde Sache für`s Leben. Man wird Kritikfähig und das ist gut so. Jedenfalls hatte ich damals großen Ärger deswegen, sehe das aber bis heute nicht ein, anders zu handhaben, weil die Kinder hatten damit überhaupt kein Problem.


    Ich möchte hierzu noch etwas ergänzen. Die Möglichkeit zur Selbstkritik hat mich dazu geführt, das geschriebene nochmals zu ergänzen. Mir ist es wichtig Euch zu sagen, das ich damals viel zu viele Dinge in dieser Runde besprochen habe. Grundsätzlich halte ich daran fest, aber....es wurde zuviel geredet, vor allem über Dinge, über die man in diesem Alter entweder kein Wort oder nur sehr wenige Worte reden sollte.


    Ein Beispiel war z.B. das Abspiel. Es wurde u.a. besprochen, das man den Ball öfter abspielen sollte. Hierüber würde ich heute in diesem Altersbereich nicht mehr sprechen wollen, weil ich sie ja einfach spielen lassen würde und viele von den Spielern von ihrem Entwicklungsstand überhaupt nicht in der Lage sind, diese Dinge umzusetzen und das brauchen sie meiner Ansicht nach auch nicht. So gesehen, ...ist weniger mehr.

  • Falls ich durch mein Statement oberlehrerhaft rüberkomme, dann ist das nicht beabsichtigt. Ich habe ja selbst vor kurzem viele der angesprochenen Probleme nicht erkannt, oder mit dem jetzigen Kenntnisstand unzureichend oder verbesserungwürdig trainiert. Der Fussball und die dazugehörigen Trainingsmethoden entwickeln sich so schnell, dass man sich als Trainer permanent weiterentwickeln muss. Trainigsinhalte und Methoden von vor 10 Jahren sind doch in vielen Teilen schon wieder überholt. wenn ich an meine Arbeit von vor 10 Jahren denke, manmanman...vieles mache ich mittlerweile ganz anders, und in 5 Jahren wiederum anders.


    Die Diskussion mit dir möchte ich abschließen. Ich sehe, man kommt dir mit Argumenten momentan noch nicht bei.
    Der zitierte Schluss-Satz deines Postings macht mir aber Hoffnung. Vielleicht sind deine Ansichten zum Futsal in fünf Jahren ja schon ganz anders.


    P.S.: Gehört nicht zu unserem eigentlichen Diskussionsthema, daher etwas off-topic, aber:
    Übrigens finde ich , dass die Verknappung des Vergleichs Futsall - Hallenfußball auf Ballan- und -mitnahme nicht zulässig ist bzw. nicht als Entscheidungskriterium für die Frage "Futsal ja oder nein" dienen kann. Futsal hat gegenüber dem normalen Hallenfußball noch viele andere Vorteile:
    - technische Ausbildung bei höherer Spielgeschwindigkeit
    - mehr Ballkontakte (übrigens der Grund für viele Reformvorhaben Sammers im Kinderfußball)
    - kaum Verletzungen --> insbesondere bei älteren Jahrgängen


    Des weiteren: Stell dich mal ins Tor und lass einen schussstarken 16jährigen zuerst einen normalen Ball in Richtung deines Körpers abfeuern und dann einen Futsalball...

  • Die Diskussion mit dir möchte ich abschließen. Ich sehe, man kommt dir mit Argumenten momentan noch nicht bei.

    Man kann ja verschiedene Meinungen haben, aber nur weil ich deine Argumentationen widerlege, zu behaupten ich sei resistent gegen Argumente, ist wirklich schwach. Deine Studie als Argumentation taugt nichts, das habe ich dir dargelegt.
    Und zu behaupten alle Brasilianer spielen bis zum 14 Lebensjahr nur Futsal, ist einfach nur erfunden. Warauf stützt du deine These, die Frage habe ich dir gestellt, aber antworten konnets du darauf nicht.
    Ich behaupte ja auch nicht, dass alle Spanier nur mit Gummibällen spielen, und sie daher ihre Technik haben.



    Und wenn du nun deine Argumentation nicht mehr durch Fakten und Belege stützen kannst, dem anderen vorzuwerfen, dass er Argumente nicht anehmen will. Damit disqualifizierst du dich selbst für fachliche und sachliche
    DIskussionen.



    Und das Futsal gewisse Vorteile hat, habe ich ja selber eingeräumt. Dass Dribbling und Fintieren ist leichter zu erlernen, da beim Futsal die Ballkontrolle deutlich einfacher wird, und so die Anschlußhandlung Dribbling besser ausgeführt werden kann, habe ich bereits geschrieben.
    Auch zur Schulung gewisser koordinativer Fähigkeiten macht der Futsal Sinn.


    Mehr Ballkontakt kann ich aber z.B. auch anders erreichen, da gibt es viele Möglichkeiten.
    Und Verletzungen spielen in der F-und E-Jugend ja nun wirklich eh kaum eine Rolle. Weniger Angst vor Ball und Zweikampf mag ja für den Futsal sprechen, aber deutlich weniger Verletzungen?



    Man sollte nie alles was neu und "in" ist vorbehaltlos zum Allheilmittel machen, egal ob nun Coerver/Schreiner vor 10 Jahren (den Fehler habe ich, wie erwähnt selbst gemacht) odetr nun der Futsal (ich habe übriegens schon vor 12 Jahren selbst regelmäßig Futsal gespielt, und es macht Spaß ohne Frage). Man muss versuchen, aus allen Trainingskonzepten die guten Dinge herauszufiltern (aber auch Gefahren/Risiken und
    Probleme erkennen) und sollte stets Einseitigkeit (egal in welcher Form) bei der Ausbildung verhindern.


    Noch ein Satz zur Ausbildung im allgemeinen:


    Ich bin der festen Überzeugeung, dass man möglichst wettkampfnah trainieren sollte, ob nun Dribbling, Torschuß, Individualtaktik oder was auch immer. Gegner- und Zeitdruck sind hier die Schlüsselworte. Mit welcher Übungsauswahl etc. man dieses nun erreicht, da bleibt jedem selbst überlassen und da gibt es sicherlich viele Lösungen. Man sollte aber stets das Ziel, nähmlich den Wettkampf und damit das Einsetzten aller Trainigsinhalte in den Wettkampfsport nie aus den Augen verlieren. (Wie viele Ballartisten gibt es, die mit dem Ball im Jongleiren alles anstellen können, aber über Bezirksliga nie hinausgekommen sind, weil sie im Wettkampf mit dem Gegnerdruck den Ball nicht vernünftig verarbeiten können. Beim Coervertraining denkst du aber der spielt Profifussball. Der seinerzeit beste Futsalspieler FALCAO hat es im Profifussball versucht (2005 erste brasilianische Liga), ist aber gescheitert. Nach deiner Argumentation hätte er die Selecao als Kapitän zum WM-Titel führen müssen und beim FC Barcelona oder ManUnited aufdibbeln müssen).

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill

    2 Mal editiert, zuletzt von Sir Alex ()

  • Zusätzlich (und das propagiert Sammer ebenfalls) fehlt im Vergleich zu anderen Ländern mentale eigenschaften wie Siegeswille, Durchsetzungsvermögen und Kritikfähigkeit, weshalb ich mittlerweile auch nicht mehr alle gleich einsetze und nie sage, dass mir das Ergebnis egal ist (Ja ich habe ein paar Jahre wirklich auch so ausgebildet), der richtige Umgang mit dem ergebnis ist wie woanders erwähnt der Schlüssel



    vieles von dem was Sir Alex von sich gibt, kann ich auch mit meiner Einstellung in Bezug bringen.


    und in dem oben zitierten Punkt unterscheide ich mich ganz Eindeutung von Andre.


    vorrausschicken muss ich, dass ich eine Dorfmannschaft, D-Jugend Leistungsklasse, mit guten und schwächeren Spielern besetzt, trainiere
    vorrausschicken muss ich auch, dass ich die Erfahrung gemacht habe, dass die guten Fussballer in einer Mannschaft, die schwächeren absolut akzeptieren, wenn diese sich anstrengen. im umgekehrten Falle aber die Flatter machen.


    aus diesem Grund gehört es für mich seit Jahren im unteren Jugendbereich, neben der Technik vor allem die richtige Einstellung zu
    vermitteln.


    und dazu gehört für mich Leistungs und Siegeswille. und zwar von jedem, wer das nicht bringt, bekommt weniger Spielzeiten.


    das hat nichts mit Leistungsdruck zu tun.


    Leistungsdruck entsteht, wenn ich trotz Wille kein entsprechendes Ergebnis habe, und mit Konsequenzen rechnen muss.
    das darf natürlich nicht sein.


    ich muss das als Trainer natürlich vorleben. das hat nichts mit Gewinnen müssen um jeden Preis zu tun.


    Meine Ansage vor jedem Spiel: Jungs, jeder gibt sein Bestes, damit wir das Spiel gewinnen, reicht das dann nicht, werden wir das akzeptieren.
    und keiner brauch sich was vorzuwerfen.


    das verlange ich von allen, unabhängig ob ich mit der vermeintliche besten Mannschaft oder auch nicht auflaufe, das interessiert mich übrigens nicht besonders. die Jungs, die Spielen sind wichtig, nicht die, die vielleicht vermeintlich besser gewesen wären.


    Mit dieser Einstellung komme ich übrigens bei meinen Spielern voll an. da hat in 8 Jahren keiner aufgehört, weil er mal kritisiert wurde,
    lediglich 3, die erkannt haben, dass sie mit Fussball nichts am Hut haben.


    Sie geht inzwischen in jedes Spiel mit absolutem Siegeswillen, aber auf faire Art (in 8 Jahren haben wir nicht eine einzige gelbe Karte gesehen)
    ist enttäuscht, wenn verloren wurde, akzeptiert aber die Niederlage.


    Fussballspielen auf Larifariart ist mir zuwider, das können sie auf dem Bollplatz.



    nochwas zum Futsal.


    in der Halle spiele ich der Abwechselung wegen mit allen Bällen, vonvom Tennisball bis zum Medizinball.
    also auch mit Futsal. Hier habe ich die Erfahrung gemacht, dass gerade die schwächeren Jungs hier sehr viel lernen.
    Ihnen fällt es einfacher den Ball zu verarbeiten und sich in das Kombinatiosspiel sinnvoll einzubringen, das hat vielen weitergeholfen.


    Günter








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