Coaching von Spielformen G- / F-Jugend

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  • Bei meiner C-Lizenz in Hamburg nach dem neueren blended learning Ansatz wurde vom gruppentaktischen Coaching vor der D-Jugend abgeraten.


    Führen durch offene Fragen wurde in meinem Kurs betont. Ziel ist es, dass die Kids begleitet eigene Erkenntnisse erlangen und sich so ein Verständnis bildet.


    Außer Grundprinzipien wie "alle greifen an und alle verteidigen" ließen mein Trainerteam und ich die Finger davon. Viel mehr versuchten wir die Wahrnehmung und somit die Handlungsschnelligkeit in divergenten Spielformen zu fördern. Wissentlich, dass peripheres Sehen und andere kognitive Fähigkeiten noch eingeschränkt sind.


    In der F kamen bei uns Spielformen zu den Themen Passspiel und Torschuss hinzu. Weiter sehr spielerisch und phantasiereich aufbereitet.


    Am Spielfeldrand feuerten wir an uns feierten gelungene Aktionen. Wir coachten nie das Kind mit Ball, sondern Mitspieler*innen. Meist fragend, selten mit Hinweisen, was Gegner gerade machen. Nie Playstation.


    Zwischen zwei Spielen gabs kurz Feedback von den Kids zu ihrem Spiel und von uns sowie eine Sache, die die Kids im nächsten Spiel besser / anders machen wollen.

  • ruffy85

    Perfekt, die neue DFB Ausbildungsphilosophie ist an der Basis der Trainerausbildung angekommen.


    Was mich am meisten freut, dass sie wissenschaftlichen Fakten (periphers Sehen) untermauert wurde.


    Allerdings würde ich in der F-Jugend zwischen den Spielen niemals etwas sagen. Wir wollen die kreativen Straßenfußballer zurück. Kinder haben meiner Meinung nach das Recht eigene Erfahrungen zu sammeln. Kinder erleben in der F-Jugend nur den Augenblick und sehen kaum die Vergangenheit, geschweige denn, dass sie daraus lernen können. Das kommt erst einige Jahre später.

    Ein verstehender Kindertrainer füllt keine Vase.

    Er eröffnet Möglichkeiten und entfacht die Freude am lebenslangen Lernen.

  • Bevor wir über Deckungsschatten sprechen, müssen wir beide wissen, über welche Alterstufe wir hier reden.
    Der Treaderöffner sprach vom jungen Jahrgang F-Jugend.

    Ah...das hatte ich aus den Augen verloren. Hatte mich auf das Einfrieren im Generellen bezogen.


    Ja, wenn wir hier von F und sogar G Jugend sprechen, dann würde ich auch weder einfrieren, noch den Deckungsschatten erklären.

  • Ah o.k. Also beim Einspielen in das Funinofeld stehen alle Kinder des eigenen Teams jeweils direkt hinter einem Gegenspieler oder sogar hinter einem Spieler der eigenen Mannschaft.

    Dann ich erkläre das schon. Muss den Begriff Deckungsschatten nicht unbedingt benutzen. Aber das nicht zu erklären, dass das der Grund ist, warum der Ball beim Gegner landet, finde ich schon strange.

  • Fechter

    Ja, so ginge es mir vor ca. 25 Jahren auch. Ich habe mit meine F-Jugend-Kinder auch Positionfußball gespielt. Als ich zum ersten Mal das positionslose Fußballspielen (Idee des DFB, der Straßenfußball 1 gegen 1 und 2 gegen 2 ) ausprobierte war ich auch am Anfang sehr skeptisch. Doch nach einiger Zeit (ca. 5 Wochen) wurden alle Spieler sehr viel kreativer uvm.

    Ein verstehender Kindertrainer füllt keine Vase.

    Er eröffnet Möglichkeiten und entfacht die Freude am lebenslangen Lernen.

  • Ich rege mich nicht auf, ich amüsiere mich =) . Das kenne ich als Kindertrainer. Ausgeteilt wird leicht, aber einstecken ist schwieriger.

    Gut, ich wollte dich auch sicher nicht persönlich angreifen oder sonstiges. Der Karl Lagerfeld Spruch war auch überhaupt nicht an dich gerichtet, mir ist nicht bewussst warum du ihn auf dich gemünzt hast. Ich hatte da eher den Ex-Trainer meiner Tochter im Sinn mit seinem 10 Mal enfrieren in 12 Minuten Spielzeit.

  • Wer spielt denn "auch" Positionsfußball? Und was hat das damit zu tun, dass Kinder im Deckungsschatten stehen? Ich werde es den Kindern weiterhin und immer mal wieder erklären und ernte die Freude, wenn die dann merken, wie sie auch mal einen Pass bekommen können.

    Sicherlich werden Deine Kinder dadurch, dass Du Ihnen nichts erklärst, wahnsinnig kreativ. Meine entwickeln sich im Fußball.

    Es ist doch toll, dass Du so gut bist. Aber es gibt hier tatsächlich auch Trainer, die von dem von Dir definierten einzig wahren Erfolgsmodell abweichen und trotzdem (oder vielleicht sogar deswegen) Kinder weiter entwickeln können.

    Du berichtest hier in einem Tonfall, als würdest Du über den Stein der Weisen verfügen und uns gratis von Deiner Lehrmeinung kosten lassen.

    Für mich geht es um einen Austausch und die Akzeptanz unterschiedlicher Erfahrungen und Denkansätze. Wenn ich einfach nur noch den einzig richtigen Weg einschlagen möchte, buche ich bei Dir (vielleicht noch bei let, da bin ich noch nicht sicher, wer da wirklich der Allerbeste ist) einen Kurs oder besuche Dein G Jungendtraining.

  • Ich finde coachen während des Spielt wichtig. Aber nur motivierend - nicht inhaltlich.

    "Super Rückwärtslauf Tobi" oder "Trau dich doch Benny" finde ich ok.


    Gestern erst habe ich den Kindern vor dem Spiel mitgeteilt, dass mein CO-Trainer und ich uns dieses mal komplett raushalten. Nicht weil wir sie im Stich lassen wollten, sondern wir haben gesagt, dass wir viel geübt haben und ihnen vertrauen und wir sicher sind, dass sie eigene Lösungen finden. Dann haben wir 3x15 Minuten Kleinfeld (angehende U10) nur zugesehen. Es war grauenhaft zum ansehen und grauenhaft, nichts zu sagen. Ich musste mir echt auf die Zunge beissen. Aber irgendwie hat es mir auch gezeigt, dass ich scheinbar zu viel gesagt habe in den letzten Spielen. Weil die einfachsten Dinge wurden nicht mehr umgesetzt. Der Gegner schleicht sich hinterm Verteidiger in den Torraum, die Kinder kreuzen sich beim laufen und nehmen das Tempo aus dem Angriff. Zwischen den 3 Verteidigern und den 3 Angreifern waren im Angriff 30 Meter. Einfach schrecklich zum ansehen. In der Halbzeit habe ich dann eine Ansprache gemacht und Dinge die gut und Dinge die schlecht waren aufgezählt und was sie besser machen sollen. Und siehe da: Es wurde noch grauenhafter und wir haben mit 4 Toren unterschied verloren. ABER! Ich glaube man muss das wirklich regelmäßig machen. Beobachten – notieren -mitteilen und üben im Training. Erst dann wird es besser.


    Was ein cooler „aha“ effekt war: meine spielintelligenteren Spieler hab sich teilweise genau die Tipps gegeben, die ich gegeben hätte.



    Fazit: Nicht coachen, was Kinder selbst entscheiden müssen.

  • Fechter

    mir ging es hier absolut nicht darum, den „Stein der Weisen“ zu predigen, sondern lediglich meine eigenen Erfahrungen zu teilen. Ich war vor Jahren selbst skeptisch und weiß genau, wie sich das anfühlt.

    Es geht mir auch nicht darum, den Kindern nichts zu erklären. Der Unterschied liegt eher darin, wann und wie wir erklären. Beim positionslosen Spiel lernen Kinder das Fußballspielen oft intuitiv durch viele Ballkontakte im 1-gegen-1 oder 2-gegen-2, anstatt durch theoretische Vorgaben.

    Jedes Team und jeder Trainer ist anders, und Vielfalt im Training ist wichtig. Mein Beitrag sollte nur ein Impuls sein, was sich bei uns positiv ausgewirkt hat – kein Angriff auf deine Arbeit. Lass uns gerne sachlich über die verschiedenen Ansätze austauschen.

    Ein verstehender Kindertrainer füllt keine Vase.

    Er eröffnet Möglichkeiten und entfacht die Freude am lebenslangen Lernen.

  • Dass es verschiedene Wege gibt und man mit unterschiedlichen Herangehensweisen erfolgreich sein kann, ist doch das Schöne am Fußball und auch einer der Hauptgründe, warum er weltweit so beliebt ist.


    Im Halbfinale der Weltmeisterschaft standen mit Spanien, Argentinien, Frankreich und England vier Teams, die sowohl in der Ausbildung ihrer Spieler als auch in ihrer taktischen und spielerischen Ausrichtung sehr unterschiedliche Philosophien verfolgen.


    Wir sollten deshalb nicht zwangsläufig nur einem einzigen Weg folgen.
    Unterschiedliche Konzepte in den Nachwuchsleistungszentren können dazu beitragen, vielfältigere Spielertypen auszubilden und ein breiteres Spektrum an Fähigkeiten zu fördern.


    Gerade im deutschen Fußball zeigt sich, dass wir über viele Jahre einer ähnlichen Denkweise gefolgt sind. Uns fehlt heute vor allem Vielfalt. Bestimmte Spielertypen bringen wir mit den aktuellen Methoden kaum noch hervor.


    Deshalb wäre ich dafür, nicht nur eine einzige Philosophie zu verfolgen und alle anderen Sichtweisen zu verteufeln.


    Vielmehr würde der DFB gut daran tun, mehrere bewährte Konzepte und Methodiken anzubieten, die sich idealerweise an erfolgreichen internationalen Vorbildern orientieren. Die Nachwuchsleistungszentren und Vereine könnten dann selbst entscheiden, welche Ausrichtung sie für ihre Arbeit als die richtige ansehen.

    Bei den Nationalteams selber sollte man dann natürlich schon einer Idee folgen, die aber mit unterschiedlichen Spielertypen viel besser gefüttert werden kann. Auch wenn Plan A nicht funktioniert und man für Plan B noch andere Spielertypen im Kader hat, kann das sehr helfen.

  • Im Halbfinale der Weltmeisterschaft standen mit Spanien, Argentinien, Frankreich und England vier Teams, die sowohl in der Ausbildung ihrer Spieler

    wie unterscheiden sich diese Länder in der G- und F-Jugend (vielleicht sogar auf das Coaching)? Gerne auch in der Jugend bzw. dem Übergang zu den Herren.


    Vielmehr würde der DFB gut daran tun, mehrere bewährte Konzepte und Methodiken anzubieten, die sich idealerweise an erfolgreichen internationalen Vorbildern orientieren.

    An was denkst du da? Kannst du mir Beispiele nennen? (evtl. sogar in Bezug auf Kinderfußball)


    Ich sehe auch nicht, wo der DFB irgendjemanden im Kinderfußball bzw. Jugendfußball bevormundet bzw. einschränkt. Auch die eine Philosophie ist mir nicht bekannt. Das bemängeln z.B. andere (ich denke da an die Denkfabrik Jugendfußball).