Das Beispiel von konschi mit der U15 Regionalliga (lässt sich auch auf U19 und U17 Bundesligen übertragen) zeigt doch eigentlich schon ganz gut wo es krankt.
Selbstverständlich muss ein junger Sportler, der weiterkommen will sehr viel in seinen Sport investieren. Das gilt für Fußballer genauso wie für alle anderen Leistungssportler. Mit ca. 4 Einheiten pro Woche in der C-Jugend-Regionalliga + Spiel + Hausaufgaben für individuelles Athletik- oder Techniktraining investieren die Spieler aber wirklich immens viel und gehen ja nebenher auch noch ein bisschen zur Schule.
Die größte Entfernung zwischen zwei Mannschaften in der C-Jugend-Regionalliga Bayern beträgt über 400 km! d.h. man ist für ein Spiel über 12 Stunden unterwegs ggf. auch mit Übernachtung. Für mich ist es da nicht akzeptabel (egal ob U15 oder U19), dass Spieler dabei sind, die gar nicht zum Einsatz kommen.
Man versetze sich mal in die Spieler, die 90 Minuten auf der Bank saßen und jetzt die 4-5 Stündige Heimfahrt im Mannschaftsbus genießen dürfen... Klar wird das irgendwann im Profibereich zur Normalität. Aber solange es sich noch um Jugendliche in ihrer sowohl fußballerischen als auch schulischen Ausbildung handelt, gibt es bessere Methoden ihnen Motivation und "Wettkampfhärte" zu vermitteln, als sie in eine Pseudoprofiwelt zu pressen. Ich weiß nicht, wie sich die Spielzeiten in der englischen Academy League verteilen, aber es wird keiner bestreiten, dass die mindestens genauso viele und gute Talente hervorbringt wie unser System mit den Bundesligen.
Ich bin grundsätzlich ein Freund davon, dass junge Talente bestmöglich auf hohem Niveau ausgebildet werden, finde es auch richtig und wichtig, dass ihnen regelmäßig ein ehrliches Feedback über ihren Leistungsstand und ihre Entwicklung gegeben wird, und dass dieses Feedback jährlich oder alle 2 Jahre dazu führen kann, dass man sich trennt, weil andere besser sind oder die Entwicklung stagniert.
Aber das Verhältnis zwischen NLZ und Spieler sollte Unabhängig von der Alters- und Spielklasse für den Verlauf einer Saison beidseitig fair sein. Der Spieler sichert von Anfang bis Ende der Saison seinen vollen Einsatz, Disziplin, Loyalität, angemessenes Auftreten und Verhalten zu, und der Verein sorgt von Anfang bis Ende der Saison für hochwertiges entwicklungsförderndes Training, medizinische Versorgung, Unterstützung bei der Bewältigung der schulischen Aufgaben und genügend Einsatzzeiten im Spielbetrieb.
Im aktuellen Wettbewerbssystem ist das in meinen Augen nicht umsetzbar, deshalb benötigt es neue Ansätze.
Neue Ansätze garantieren natürlich nicht, dass plötzlich alle Spieler eines U19 Kaders Profis werden, trotzdem bin ich der vollen Überzeugung, dass mehr Spielzeit und weniger Druck sowohl in der Breite als auch in der Spitze bessere Quoten erzeugen werden.