Beiträge von Coach1976

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    Eine E1 mit den stärksten Spielern zu bilden finde ich gar nicht so verwerflich, sofern man im näheren Umkreis Gegner findet, die genauso agieren und dementsprechend Spiele auf Augenhöhe möglich sind und man nicht permanent alles abschießt.
    Ein 10er Kader ist aber tatsächlich sehr naiv, vor allem weil die Spieleranzahl ja auch einen 12er Kader, der auf alle Fälle ausgereicht hätte hergibt.

    Die Ansage des Trainerkollegen schreit ja förmlich danach stur zu bleiben.

    Meine Lösung wäre:
    "wir haben die Kader vor der Saison nach deinen Wünschen aufgeteilt. Hin- und Her-Geschiebe macht unter den Rahmenbedingungen keinen Sinn. d.h. wenn nicht ausreichend Spieler da sind, müssen die Spiele der E1 verlegt, abgesagt oder nach Vereinbarung mit dem Gegner mit weniger Spielern ausgetragen werden."

    Ersatzspieler benötigt man in dem Alter bei einer starken Truppe ja sowieso nicht, dementsprechend kann er ja bis zu drei Ausfälle locker verkraften.

    Sollte es doch zu einer Einigung kommen, dann nur unter der Bedingung, dass Du die Spieler definierst die aushelfen und diese dann auch garantiert mindestens 50% der Spielzeit auf dem Platz stehen.

    den Ball irgendwie nach vorne gedonnert hat

    Ich amüsiere mich über die Wortwahl und stelle mir die Situationen im echten Spielbetrieb vor.

    Meine ersten Kontakte mit Fußball hatte ich nicht wie die meisten Kinder heute die meisten mit Bundesliga oder Champions-League am Fernseher sondern live auf dem Dorfsportplatz mit Kreisklasse B und C.
    Da ging es Ender der 70er Anfang der 80er tatsächlich noch so zu wie oben beschrieben.
    "Kick-and-Rush at its best"

    Zum Thema: Absolut irre. Zwei (2!) Spieler rufen mit einstudierten Kommandos dem Torspieler zu, wohin er wie gefälligst den Ball zu spielen hat. Das wird doch nie und nimmer konsequent und fehlerfrei funktionieren. Der Trainer sollte lieber den Torspieler schulen, in welchen Situationen wie am effektivsten zu handeln ist.

    Torspieler Schulen ja, aber bitte nicht vergessen, dass Spieleröffnung genauso wie das Verteidigen nun mal Sache der ganzen Mannschaft ist.

    d.h. je mehr Optionen der TW zum anspielen hat, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er eine gute Entscheidung trifft.

    Meine fußballerischen Anfänge liegen ja noch in der Zeit, wo der Torwart beim Abstoß auf der Torlinie stand und der Verteidiger (Vorstopper oder Libero) mit dem stärksten Schuss den Ball irgendwie nach vorne gedonnert hat.

    Das gleiche Prinzip wurde dann natürlich auch im Nachwuchs vor- und nachgelebt.

    Der kurze Ball war da wirklich eher die Ausnahme bzw. wurde als listiger Trick genutzt:
    Verteidiger läuft zum Abstoß an, der Gegner orientiert sich in Richtung Mittellinie und erwartet das Langholz, genauso wie alle Spieler der eigenen Mannschaft. Dann verlässt der Verteidiger im Vollsprint den 16er und der Torwart spielt ihn schnell an, damit das Spiel aus dem Feld fortgesetzt werden kann. Im schlimmsten Fall wurde der Ball einfach wieder zum TW zurückgespielt, der ihn damals ja wieder in die Hände nehmen durfte und das Spiel dann per Abschlag fortgesetzt hat.
    Bei allem Gejammer über die Auswüchse des modernen Fußballs, stelle ich an diesem Beispiel wieder einmal fest wie viel besser und schöner unser Sport in den letzten Jahrzehnten doch geworden ist.

    Letztendlich entscheiden doch immer mehrere Personen wie der Ball gespielt wird.

    Der potentielle Passempfänger durch sein Freilaufverhalten und das entsprechende Angebot für einen langen oder kurzen Ball, und am Ende der ballführende Spieler indem es die Aktion dann auch ausführt.

    Im Idealfall hat der Torwart beim Abstoß immer mehrere Optionen zwischen denen er wählen kann.

    Dass generell der Torwart von Abwehrspielern vorgegeben bekommt wohin zu eröffnen ist habe ich so noch nicht erlebt, aber es ist sicher nicht unüblich, dass mal der Hinweis kommt einen langen Ball zu schlagen, um das gegnerische Pressing zu überspielen, an dem vorher die kurze Eröffnung z.B. mehrmals gescheitert ist.

    Ansonsten sollte es eigentlich so sein, dass die Mannschaft vorher eine grundsätzliche Idee hat, wie man aufbauen möchte und diese auch nach Möglichkeit umsetzt. Dass dann mal spontan davon abgewichen wird, sei es durch den Torwart selbst, weil er eine Option sieht, die sich kurzfristig ergibt, oder auch durch den Hinweis eines Mitspielers, kann immer mal vorkommen.

    Das aber jeder Abstoß erst auf Zuruf gestartet ist spricht weder für die Qualität der Mannschaft noch des Trainers.

    Danke für die Anregungen. Ich werde grundsätzlich mal versuchen früher zu beginnen aktuell ist Treffen am Spielort meist so 35 Minuten vor Anpfiff. Bis alle umgezogen sind hat man noch 25 Minuten. Bisher handhabe ich es auch so , dass die Aufstellung und meine Vorgaben erst direkt vor dem Anpfiff kommen. Mir fällt tatsächlich jetzt erst auf, dass ich den Kids dadurch die Möglichkeit nehme mal nachzufragen.

    Das spielt sicher mit rein aber trotzdem sollen die Kids einen verlorenen Ball ja nicht nur dann nachlaufen wenn kein Gegendruck mehr da ist. Das ist auch das was mich daran dann teilweise mächtig ärgert. Gewisse Grundlagen die wir eigentlich seit den Bambinis üben sind auf einmal wie weggeblasen. In dem besagten Spiel war z.B. so dass auf einmal von 7 Kindern auf dem Feld 6 Mann zum Ball gerannt sind. .. da bei uns schon ab der E Kleinfeld gespielt wird ist das natürlich tödlich da der Gegner eigentlich nur einen pass spielen muss und unbedrängt aufs Tor laufen kann.

    Du hast mit der E ja nur 2x25 Minuten Spielzeit.

    In meinen Augen solltest Du deshalb zum Aufwärmen mindestens 30 (wenn es das Zeitbudget hergibt 45) Minuten einplanen.

    In dem Alter ist Training (dazu zählt das aufwärmen ja auch) mindestens so wichtig wie das Spiel.

    Mit den oben schon beschriebenen Spielformen und Rondos bekommst Du die Kids auf Betriebstemperatur und erzeugst auch ausreichend Aufmerksamkeit bei ihnen.

    d.h. Treffpunkt 45-60 Minuten vor Anpfiff.
    15 Minuten umziehen und Besprechung (soo viel gibt es in dem Alter ja noch nicht zu sagen. Maximal wer spielt wo und alle geben Vollgas)

    Danach 30 - 45 Minuten intensives Aufwärmen
    z.B. zuerst passen in Kleingruppen (in der Bewegung), danach Spielform (2:2, 3:3, 4:4) Rondos
    Am Ende gerne noch Torschuss, weil es da i.d.R. auch wieder Verschnaufpausen gibt was kurz vor Anpfiff sinnvoll sein kann.
    Vorteil des längeren Aufwärmprogramms: sollte es dazu führen, dass der ein oder andere Spieler etwas kürzer zum Einsatz kommt, hat er zumindest vorher schon intensiv Fußball gespielt.
    Selbst in dem Alter ist es gut, wenn Du ein relativ fixes Aufwärmprogramm hast, das die Spieler irgendwann relativ selbständig abspulen können bzw. du nur noch kurz die jeweilige Übung ansagst und die Kids organisieren sich dann selbst.

    Zum einen hast Du vor dem Spiel einfach nicht die Zeit ausführlich zu erklären, was zu tun ist, zum anderen leistet auch das selbstständige Aufwärmen einen Beitrag zur Aktivierung vor dem Spiel.
          

    Für mich sind Stollen eigentlich auch noch die klassischen Schraubstollen.

    Hier sind aber vermutlich die "normalen" Fußballschuhe (früher noppen, heute FG-Sohle)

    Daneben gibt es noch die AG-Sohle mit kleineren Nocken, die oft für Kunstrasen verwendet wird.

    Unter Multinocken verstehe ich die TF-Sohle (früher Tausendfüßler)

    Wie es sich beim Knie verhält kann ich nicht direkt beurteilen, habe aber durch meinen Sohn Erfahrungen mit Wachstumsbedingten Schmerzen an der Ferse (Apophysitis Calcanei - Morbus Sever) gemacht.
    Nach einer längeren Sportpause (4 Wochen) mit Physiotherapie und Behandlung mit Eiskompressen trainiert er mittlerweile seit ca. 8-10 Wochen (in der Sommerpause etwas reduziert bzw. nur Bolzplatz) wieder mit voller Belastung.
    Normale Fußballschuhe hat er seitdem noch nicht wieder angezogen. Auf Kunstrasen wird er das nach Rücksprache mit Arzt und Physiotherapeut bis auf weiteres auch nicht tun und auch auf Naturrasen erst dann, wenn die Trockenperiode vorbei ist und aus Gründen der Standfestigkeit Multinocken nicht mehr funktionieren. Bei einem Spiel auf Rasen hat er mal versucht die Stollenschuhe anzuziehen, hat das aber nach dem Aufwärmen verworfen, weil er sich mit dem Druck auf die Ferse nicht wohlgefühlt hat.
    Er hat zusätzlich einen dünnen Silikonkeil im Schuh, der Druck von der Ferse nehmen soll.

    Knie und Ferse kann man natürlich nicht miteinander Vergleichen, aber grundsätzlich sind Morbus Sever und Morbus Schlatter beides Wachstumsbedingte Entzündungsphänomene, die in Zusammenhang mit dem Knochenwachstum und starker (Über-?)-Beanspruchung der Gelenke und Knochen durch Sport stehen.
    Ich gehe davon aus, dass Ihr schon eine ärztliche Diagnose habt, wenn nicht dringend nachholen, ich kenne Fälle, die wegen dem Knie bis zu 6 Monate nur Schwimmen, Radfahren und Stabilisationsübungen machen durften. Dementsprechend könnte eine längere Pause auf alle Fälle Sinn machen und in jedem Fall sollte klar sein, dass eine Pause einzulegen ist, sobald die Schmerzen auftreten.

    Auf Kunstrasen sind Multinocken in meinen Augen ohnehin die bessere Alternative. Sie bieten mehr Dämpfung für die Gelenke durch die Flächigere Auflage der Sohle auf dem Untergrund, was besonders bei Heranwachsenden hilfreich ist, gerade wenn sie eh schon Probleme haben. Außerdem bieten normale Fußballschuhe auf Kunstrasen keinen signifikanten Vorteil in Sachen Standfestigkeit und Antritt.

    Und am Ende hat das bessere und clevere Team gewonnen. Wobei sich ein weiteres Mal die Frage nach dem Sinn des Videoassisten stellt, wenn er das klare Hinspiel der Engländerinnen nach Ecke nicht ahndet.

    Bezogen auf die erste Halbzeit gebe ich Dir vollkommen recht.

    Ab Halbzeit 2 bis inkl. dem Moment in dem das 2:1 fiel, war ich guter Hoffnung, dass unsere Mädels das Ding gewinnen und es wäre auch absolut verdient gewesen.

    Alles in allem ein Spiel, das so ungerecht das dann immer erscheint ein Elfmeterschießen verdient gehabt hätte.

    Was etwas Schade war, dass die Engländerinnen das wofür das Turnier bisher so gelobt wurde (Fairness, wenig Gemecker und Theatralik) etwas relativiert haben....
    Vermutlich gehört Zeitspiel einfach dazu wenn man kurz vor dem Titelgewinn steht, aber die unschönen Provokationen hätte es nicht gebraucht.
    Bezüglich VAR erübrigt sich jeder Kommentar. Das war ein klarer Elfmeter in der ersten Halbzeit.
    Hinsichtlich der Schiedsrichterinnenleistung hatte ich vielleicht etwas die deutsche Brille auf, bin aber trotzdem der Meinung, dass sie sich in Summe etwas zu sehr von der Atmosphäre hat beeindrucken lassen und bei vielen Entscheidungen mehr in Richtung der Engländerinnen gekippt ist.

    Kann ich nur bestätigen, es ist deutlich entspannter auch in den höheren Ligen. Liegt aber vielleicht auch daran, dass es für die Mädels selbst in der Regionalliga (3. Liga) einfach nur ein Hobby ist ^^

    Hast Du schon mal ein Herren Kreisklassen-Spiel gesehen?
    Da ist mehr Show und Zinnober als bei der Frauen-EM.
    Das mit dem Hobby passt also nicht bzw. nur dahingehend, dass sich bei den Herren viele Provinzmessis fühlen wie Profis und ihren schlechten Vorbildern in den obersten Ligen nacheifern.

    vangaalsnase

    Danke für die perfekte Analyse des deutschen Frauenfußballs der letzten 20 Jahre.

    Das trifft das, was ich als gelegentlicher Beobachter (EM, WM, Olympia) wahrgenommen habe. Interessant ist auch, dass es die Entwicklung bei den Herren ab 2000 etwas zeitverzögert, und komprimiert widerspiegelt. Hoffentlich lernt man daraus und macht nicht die gleichen negativen Erfahrungen wie zum Ende der Löw-Ära.

    Zur Leistung bei der EM kann man schon sagen. dass das Frankreich-Spiel die Norm dessen was die deutschen Mädel bisher geleistet haben darstellt. Das Spanien-Spiel war bisher in meinen Augen leistungsmäßig der Höhepunkt. Dänemark war auch sehr gut aber mit einfacherem Gegner, Finnland unspektakulär, aber interessant weil mit „B-Elf“ souverän heruntergespielt, obwohl es um nichts ging.

    Gegen Österreich fielen sie etwas ab, haben sich aber durchgebissen. Frankreich würde ich irgendwo zwischen Dänemark und Spanien einordnen. Nach dem was ich bisher von den ebenfalls starken Engländerinnen gesehen habe, sehe ich Deutschland vorne, wenn man dem Druck der 90.000 auf den Rängen standhält.

    Zu Lena Oberdorf: unglaublich überragend!

    Ich würde mir wünschen Kimmich schaut da ganz genau hin und schneidet sich ne Scheibe ab.

    "Mach deinen Job auf der 6 seriös und zuverlässig und lass die kreativen in der Offensive sich ausleben."

    Da ist man selbst vielleicht weniger im Mittelpunkt, aber die Mannschaft gewinnt.

    Lena Oberdorf hätte in beiden KO-Spielen anstelle von Popp bzw. Bühl Spielerin des Spiels sein können.

    Das ist aber am Ende nicht wichtig, sondern nur der Mannschaftserfolg.

    Und die die sich wirklich auskennen erkennen ihren Wert ohnehin 😉

    9er-Feld finde ich auch den falschen Weg.

    Das Thema Bälle wäre zumindest mal eine Studie wert.

    Andererseits wird der "Standard"-Spielball bei den Jungs ab der U14 empfohlen. Dementsprechend sollte das auch für Frauen passen.
    Mir fiel bei den bisherigen Spielen besonders auf, dass die Torhüterinnen bei hohen Bällen (egal ob Flanken oder Torschüsse) eher unsicher wirkten und grundsätzlich in Sachen Fangtechnik und Strafraumbeherrschung nicht immer den sichersten Eindruck hinterlassen.
    Da spielen sicher anatomische Ursachen (Körpergröße, - masse) eine Rolle, die sich bei Weiterentwicklung des Sports etwas relativieren, weil dann vielleicht wieder ein größerer Pool an Spielerinnen zur Verfügung steht, aus dem dann eben die talentierten Spielerinnen ausgewählt werden, die zusätzlich die besten anatomischen Voraussetzungen für die Position mitbringen.
    Trotzdem soll es ja nicht das Ziel sein Spitzensport bei Frauen und Männern zu vergleichen. Fußball ist grundsätzlich ein attraktiver Sport und Frauenfußball auf Europäischem Spitzenniveau kann man sich definitiv gut ansehen.
    Da sind die Vorrundenspiele in der CL-, EL-, oder Conference League-Qualifikation z.T. deutlich langatmiger.

    Edit: Dagegenhalten natürlich nicht gegen den Beitrag von ruffy85 , sondern den beiden davor...

    Da muss ich mal dagegen halten.
    Ich schaue zwar ehrlicherweise nur die deutschen Spiele (Ausnahme: ENG-ESP), bin aber mit dem Turnier, natürlich auch durch das positive Abschneiden der deutschen Mädels bisher sehr zufrieden.

    Natürlich ist im Spiel eine andere Dynamik, als bei den Männern. Das ist aber bei anderen Sportarten (Leichtathletik, Tennis, Basketball, Handball, Volleyball, Skifahren, Schwimmen etc. ).

    Es gibt nun einmal biologische Voraussetzungen, die sich nicht wegdiskutieren lassen. Dementsprechend sind die Unterschiede auch in der Weltspitze zwischen Frauen - und Männersportlern eben gewaltig, so auch im Fußball. Das ständige Vergleichen ist aber doch auch gar nicht Sinn der Sache, sondern es geht um den Sport Fußball, der je nachdem welches Geschlecht ihn ausübt eben unterschiedlich aussieht, was auch vollkommen OK ist. (bin aus dem Grund auch überhaupt kein Freund davon, dass Frauen in Männerteams mitspielen).

    In Sachen Taktik und Spielfluss finde ich einiges was ich bisher gesehen habe deutlich ansehnlicher als Drittliga- oder Regionalligafußball. Dass es weniger körperlich zugeht, ist manchmal gar nicht so schlecht.

    Und was meiner Meinung nach niemand verleugnen kann, ist dass es deutlich weniger brutale Fouls, Showeinlagen, Schwalben und Diskussionen mit dem Schiedsrichter oder Rudelbildung gibt.

    Ich hoffe das bleibt auch dann noch erhalten, wenn die Spiele von Frauen vielleicht einmal mehr Aufmerksamkeit bekommt.

    Schön wäre es eine etwas längere Sequenz als das 11-Freunde Video zu sehen.

    Ich finde das tatsächlich ein nettes Gimmick für den ein oder anderen Fan, vorausgesetzt die Cam stellt für den Spieler kein wesentliches leistungsbeschränkendes Hindernis dar.

    z.T. ergeben sich damit auch noch bessere Möglichkeiten für die individuelle Analyse.

    Spannend wenn auch vermutlich nicht zu realisieren wäre eine Kamera, mit der auch noch die Blickrichtung der Spieler eingefangen werden kann.


    Wie gesagt, nette Geschichte, die aber noch ein bisschen reifen muss.

    Ist das nicht letztlich ein Techniktraining? ich dachte das geht alles automatisch in Spielformen und isolierte Technikübungen dürften nach neuesten Erkenntnissen gar nicht mehr trainiert werden.

    Die Gefahr, dass die Selbstoptimierung den Spaß verdrängt haben wir ja in ganz vielen Lebensbereichen, und mit Sicherheit auch im Fußball. Es ist unbestritten, dass Fußballtraining in Spielformen in der Regel am sinnvollsten und effizientesten ist, und meistens auch den größten Spaßfaktor bringt.

    Trotzdem spricht nichts dagegen auch mal Übungsformen wie die im Video einzustreuen (vermutlich tatsächlich erst ab U15 oder Leistungsstarken U13 Teams sinnvoll).

    Wenn man die kindliche Begeisterung der Profis dabei sieht, dann kann ich mir gut vorstellen, wie viel Freude das auch Kindern und Jugendlichen bringt. Da verzichte ich gerne auf etwas mehr Effizienz, die mir eine gut vorbereitete Spielform bringt.

    Der Spaß, den diese Übung bringt ist ja auch neue Motivation fürs den weiteren Trainingsbetrieb und fördert den Teamgeist.

    Wichtig: die Dosis machts. Wenn ich natürlich in jeder Trainingseinheit 30 Minuten darauf verwende, kehrt sich die Sinnhaftigkeit um...

    Abgesehen von den beiden Traumtoren, ist es genauso schön zu sehen, dass auch Profis noch Fußball pur erleben können und sich über solche Tore freuen können wie kleine Kinder auf dem Bolzplatz oder der Kreisklasse-Kicker, der mit Sicherheit nach dem Training eine Runde Freibier für diesen Geniestreich schmeißen würde.

    Hier werden mal wieder die extreme diskutiert und gegeneinander gestellt bzw. Trainingsmethoden in polarisierender Weise gegenübergestellt.

    Der Ansatz von Charles De Goal , mit 95% Spiel zu 5% Technik lässt ja ganz sicher das allseits zurecht verteufelte Gasse stehen und Pässe spielen gar nicht zu.
    Gegen grundsätzliche kurze Technikerklärungen spricht ja nichts. Ob man die voranstellt, oder die Spieler erst mal machen lässt und anschließend erklärt ist dabei meines Erachtens egal und sollte von jedem Trainer so gehandhabt werden, wie er es am liebsten macht.
    Auch vangaalsnase wird die Spieler nicht ausschließlich alleine spielen und ihrem Schicksal überlassen, sondern sie zum einen durch die Spielformen steuern und durch gezieltes Coaching und Korrekturen Verbesserungen erzielen.

    Wo sich vermutlich alle, die hier im Forum unterwegs sind einig sind, ist dass 2/3 und z.T. mehr der Trainingszeit für isolierte Übungen (alleine oder mit Partner) + Torschusstraining draufgeht, damit dann am Ende noch 15-20 Minuten der Kader in zwei Mannschaften zum Abschlussspiel aufgeteilt wird. Das gibt es leider noch viel zu oft, sollte hier aber kein Thema sein.

    Manches verlagert sich irgendwie auch vom Verein in die Freizeit und umgekehrt.

    Ich bin als Kind noch mit "klassischem" Training im Verein aufgewachsen.:
    - Iso-Übungen in Einzelform, Zweier- oder Dreiergruppen,

    - Torschuss und Pass- / Flankenübungen

    - Abschlussspiel

    In der Freizeit ging es dafür fast täglich auf den Bolzplatz, die Wiese, das Scheunentor oder auf die Straße. (auf den Straßen, auf denen ich früher mit Kumpels gekickt habe, wäre es heute vermutlich lebensgefährlich so sehr hat der Verkehr selbst auf dem Dorf in den letzten 35-40 Jahren zugenommen - echt verrückt)


    Mein Sohn trainiert im NLZ aktuell eigentlich ausschließlich in Spielformen und hat das von der U7 - U11 bei meinem Training bis auf wenige Ausnahmen auch schon weitestgehend so kennengelernt.

    In der Freizeit waren und sind die Möglichkeiten zu bolzen aus Zeitgründen, aber vor allem, weil oft einfach zu wenig Spielpartner da sind begrenzt.

    Die 2-4 Jungs, die sich dann treffen, üben dann gemeinsam Freistöße, machen Jonglierwettbewerbe, schauen sich auf Youtube Videos mit Übungen à la Coerver an und machen diese nach etc.
    Natürlich wird auch mal 2 gegen 2 gespielt, aber klare Aussage der Jungs: "immer 2gg2 oder 1gg1 gegen die gleichen ist irgendwann langweilig, da üben wir lieber Technik."

    Abends vor dem Schlafengehen bearbeitet er im Garten gerne nochmal den Rebounder bzw. macht bei schlechtem Wetter Coerverübungen mit dem Miniball in seinem Zimmer (Zitat: " das hilft mir zum runterkommen nach dem Lernen." und mir persönlich ist das lieber als Fernsehen, Youtube oder Playstation).

    Ich will das jetzt gar nicht bewerten ob richtig oder falsch. Für mich zeigt sich aber ganz klar, dass das "klassische Training früher vielleicht nicht immer optimal war, aber z.T. eine ganz gute Basis geschaffen wurde, die wir dann auf dem Bolzplatz mit Spielpraxis gefüttert und ausgebaut haben.

    Heute ist die mehrheitliche Konzentration auf Spielformen im Training absolut erforderlich, weil diese in der Freizeit zu kurz kommen.

    Gruppendynamisch würde ich mir wünschen, dass mein Sohn öfter mit 8-10 Jungs auf den Bolzplatz könnte (das kommt auch vor, die kleine Gruppe ist aber eher die Regel), weil das für die implizite Entwicklung persönlicher Fähigkeiten förderlich wäre.
    Sportlich gesehen glaube ich nicht, dass es ihm schadet statt zu Bolzen manchmal auch bewusst an technischen Dingen zu arbeiten, v.a. da es ja nicht vom Vereinstrainer oder mir vorgegeben wird, sondern es intrinsisch motiviert ist und die Jungs sich selbständig dafür entscheiden.

    Im Lauf der letzten Jahr hat sich meine Überzeugung auch immer weiter in Richtung der Spielformen verschoben. Ob ich jemals bei 100% ankommen werde weiß ich nicht, halte das aber für möglich.
    Ich habe aber so meine Schwierigkeiten ausschließlich auf das implizite Lernen zu vertrauen.
    Auch in Spielformen kann ich unterbrechen und coachen, sowohl im taktischen Verhalten als auch in der Technik.
    Und warum soll ich dem Spieler, der permanent versucht mit der Pike oder Vollspann zu flanken nicht mal den Tipp geben, dass er es auch mal mit der Innenseite versuchen könnte weil er damit seinen Mitspieler besser treffen würde und dieser nicht permanent Kopfschmerzen hätte. Oder warum sollte ich dem Spieler, der es nicht schafft einen Flugball zu spielen den Tipp geben wie er den Ball am Besten treffen sollte, damit er nach oben steigt.
    Das heißt ja nicht automatisch, dass ich isolierte Technikdrill-Übungen machen lasse, sondern mir etwas Zeit spare indem ich den Spielern Hilfestellungen gebe, wie die Dinge, die sie nicht autodidaktisch hinbekommen mit meiner Unterstützung erlernen können.
    Ich glaube der Lernerfolg ist nicht wesentlich geringer, wenn ein Spieler erkennt, dass er bei einer Technik erfolgreich war, nachdem er die Hilfestellung des Trainers in seiner Ausführung berücksichtigt hat.

    Scheint so als ist mir der Perspektivwechsel da nicht ganz gelungen.

    Unter dem Gesichtspunkt Grundlagenausdauer macht das Thema sicher sin.

    Was mir trotzdem nicht gefällt ist die Sauberkeit der Ausführung, die die Profis hier an den Tag legen.

    Auch wenn die Übung was anderes trainieren soll, ist es nicht zu viel verlangt, dass der 1. Kontakt nach einem leichten Zuspiel (1. Station) sauber ausgeführt wird.

    Ich hoffe das war eine Regenerationseinheit um den Spaßfaktor innerhalb der Mannschaft anzukurbeln (wobei es selbst dafür mit Sicherheit bessere Möglichkeiten gibt.)

    Mal ernsthaft, jeder Kreisliga-Trainer müsste sich fragen lassen, was er denn mit der Trainingseinheit bezwecken will.

    Ich hoffe nur, es waren keine Hospitanten vor Ort, die was von Nico Kovac lernen wollten.

    Wenn ich ganz ehrlich bin, fehlen mir immer noch die Worte und mich würde tatsächlich mal eine komplette Trainingswoche oder gerne auch ein ganzer Monat interessieren um einordnen zu können was in dem Video gerade passiert ist.