Beiträge von Coach1976

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    Das trifft dann zu, wenn Du davon ausgehst, dass der wichtigste Aspekt in den älteren NLZ-Jahrgängen nur noch daraus besteht die psychologische Komponente des internen Konkurrenzkampfes bzw. des Wettkampfdrucks zu vermitteln.

    Damit liegst Du in meinen Augen aber völlig daneben.

    Es wäre weit besser, dafür zu sorgen, dass die Jungs, die jahrelang den Deal mit den NLZ eingegangen sind bis zum Ende der Ausbildung ein Recht auf adäquate Praxiserfahrung haben. Dazu bieten sich alternative Spiele für die Ergänzungsspieler an, oder, was mir auch gut gefällt, die 4 Viertel, die let1612 vorgeschlagen hat.

    Das Problem in diesen Ligen ist nach wie vor, dass der Wettbewerb bzw. das Titelsammeln und Klassehalten alles andere überlagert.

    Ich halte es für ein Gebot der Fairness den Spielern gegenüber, dass sie für den Verlauf Ihrer Ausbildung bestmöglich ausgebildet werden, und dazu gehört auch jede Woche ein Spiel zu haben. Dass die Freundschaftsspiele dann auch tatsächlich in Wettkampfintensität durchgeführt werden ist natürlich Sache der Spieler und Trainer. Ich sehe da aber bei NLZ-Spielern mit entsprechenden Zielen und Träumen keine Gefahr, dass es jemand schleifen lässt. Und wenn doch, kann der Weg im NLZ am Jahresende ja ggf. zu Ende sein. Das wäre auch legitim, nicht aber mitten in der Saison Spielpraxis zu verweigern, weil es nicht reicht.
    Ein Beispiel aus der Wirtschaft:
    Azubis, von denen man weiß, dass sie nach der Ausbildung nicht übernommen werden, setzen Unternehmen auch ganz normal als Arbeitskräfte ein bis diese beendet ist und nicht auf irgendeine unternehmensinterne Auswechselbank oder Tribüne.


    Neben dem Fairnessgedanken bin ich überzeugt davon, dass die Chance mehr Spieler erfolgreich durch das System zu schleusen wesentlich größer ist, wenn man allen ausreichend Spielpraxis gewährt.

    Das Trainingsniveau wird besser, wenn die Spieler regelmäßiger spielen.

    Nachzügler oder Jungs, die gerade eine Delle durchlaufen bleiben trotzdem dran oder holen schneller und
    leichter wieder auf, wenn sie regelmäßig spielen.

    Die NLZ-Bankdrücker landen am Ende ja gerne in der Regional- oder Oberliga und tun sich selbst da oft schwer. Kein Wunder, wenn sie teilweise 2-3 Jahre kaum spielen konnten. d.h. mehr Spielpraxis für alle Spieler in U17 und U19 NLZ-Teams hebt auch das Niveau im gehobenen Amateurfußball und eröffnet die Chance, dass Nachzügler für die 3. oder 2. Liga möglich sind.

    Aber dass du einen potentiellen Sponsor bei den Bambinieltern findest, der bereit wäre, auch die B-Jugend auszustatten, glaube ich nicht. das dürfte wohl eher nix werden.

    Man müsste die Bambinieltern halt überzeugen, dass ihr Kind irgendwann auch mal B-Jugend spielen wird und sich freuen würde, wenn einer der 4-5 potentiellen Bambinisponsoren bereit ist auch in den älteren Nachwuchs zu investieren.

    Oft kommen die Sponsoren von Trikots ja aus dem Elternbereich.

    Das Problem in vielen Vereinen ist ja, dass die meisten Trainer, Eltern und Sponsoren nur die Mannschaft ihrer eigenen Schützlinge mit Trikots ausstatten möchte.

    Da das Interesse der Eltern i.d.R. in von den Bambini bis max. inkl. U11 am größten ist, schauen die Teams ab der D-Jugend oft in die Röhre.

    Die kleinen Mannschaften haben dann alles von personalisierten Trikots (jährlich ein neues, weil das alte behalten werdne darf), Trainingsanzug, Sommer-Präsentations-Set, Sportasche, Regenjacke, ggf. sogar einheitliches Outfit für die Trainingseinheiten etc.

    Später wird es schwer Trikots für die älteren Mannschaften zu stellen und im Worst Case wird da sogar an den Bällen fürs Training gespart. Von weiterer Ausstattung will ich gar nicht reden.

    Die zu Beginn verwöhnten Kids werden älter und stellen dann in den höheren Jahrgängen fest, dass die "fetten Jahre" vorbei sind. Das kann auch (nicht der ausschlaggebende) ein Grund für den Drop-Out sein.


    Deshalb finde ich den Ansatz von Goodie die Ressourcen gerecht über den Jugendbereich zu verteilen sehr sinnvoll.

    Die, die sich bisher engagiert haben dürfen und sollen es gerne weiter tun. Die Trikots gehen aber eben in einen Pool, aus dem sich der Jugendbereich bedient und nicht jährlich an die Minis.

    Wenn ein Spieler also sich das Spiel 90 Minuten von der Tribüne aus anschaut, wann soll er dann Spielersatztraining machen?

    Er schaut sich das Spiel natürlich nicht an und macht irgendwann Ersatztraining, sondern während der Partie, wenn er nicht im Kader steht.

    Damit beschreibst Du aber lediglich wie es Deiner Meinung (und auch meiner und der von let1612 ) nach sein sollte.

    In der Realität ist das definitiv nicht der Fall.

    Ersatzspieler einer NLZ U19 nicht gemeinsam mit einem Co-Trainer auf dem Nebenplatz

    Der Kader einer NLZ U19 ist ja größer als die erlaubte Spielerzahl beim Spiel. Diejenigen, die nicht im Kader sind, haben Spielersatztraining. Die Auswechselspieler halt nicht.

    Die Spieler einer NLZ U19 befinden sich i.d.R. auf dem Weg zum Schulabschluss oder mitten in Ihrer Ausbildung.

    Das zeitliche Pensum, dass sie mit Trainings-/ Spielbetrieb leisten ist vermutlich deutlich größer und fordernder als das was die meisten Profis haben. Wenn ein Spieler also sich das Spiel 90 Minuten von der Tribüne aus anschaut, wann soll er dann Spielersatztraining machen? Deshalb ist der Vorschlag von let1612 das Spielersatztraining z.B. mit dem Co-Trainer parallel zum Spiel laufen zu lassen vollkommen richtig. Wenn beide Mannschaften genügend nicht eingesetzte Spieler haben könnte man ja auch ein B-Spiel parallel austragen, zur Not mir reduzierter Spielerzahl.

    Ich bin grundsätzlich dem Thema NLZ und Leistungsorientierte Fußballausbildung gegenüber sehr positiv eingestellt, finde aber, solange Verein und Spieler einen "Vertrag" (da muss es gar nicht um Geld gehen) für eine Saison oder länger eingehen, hat der Spieler im Rahmen seiner Ausbildung das Recht auf regelmäßige und ausreichend hohe Spielzeit. An dem Punkt krankt das NLZ-System in meinen Augen zumindest ab U15 wo es um Klassenerhalt etc. geht gewaltig.
    Hier ließe sich viel Bewegen, um dafür zu sorgen, dass mehr Spieler aus den NLZ "oben" ankommen. Vielleicht nicht zwingend in
    Liga 1, aber wenn man sieht bei wie vielen es später nicht einmal für die Regionalliga reicht, dann ist hier Luft nach oben, die mit deutlich höheren Spielanteilen in den älteren Jugendjahrgängen genutzt werden könnte.

    Mir stellte sich gestern die Frage, ob das Zuschauen eines Spieles einen Spieler besser macht?

    Falls nicht, warum spielen/trainieren dann die Ersatzspieler einer NLZ U19 nicht gemeinsam mit einem Co-Trainer auf dem Nebenplatz? Die Plätze sind da, die Trainer sind da und auf beiden Seiten sitzen ca. 5 Spieler (gesamt 10 Spieler - fast eine Fußballmannschaft) rum. Die Zeit könnte man doch besser nutzen oder?

    Vor allem, da aufgrund Auf- / Abstiegs-, Meisterschafts-Systematik in der Regel fast immer die gleichen Spieler draußen sitzen.
    Ich schätze mal, dass ab U15 Aufwärts die Rotation nur noch im Falle von Verletzungen oder aus Gründen der Belastungssteuerung angewendet wird aber sicher nicht mehr um Spieler gleichmäßig auszubilden.
    Ausnahmen stellen ggf. Spiele gegen extrem abgeschlagene Mannschaften dar, wo auch mit der "B-Elf" ein Erfolg möglich scheint.

    Für mich ist hier nach wie vor die einzige Lösung, dass im kompletten Jugendbereich der Wettbewerb mit Auf- und Abstiegs obsolet ist und auch keine Meisterschaften gewertet werden sollten.
    Ziel sollte es sein, ALLEN Spielern, die man in den Kader nimmt für die Saison (bzw. Vertragslaufzeit) immer eine Adäquate Anzahl an Spieleinsätzen zu ermöglichen, sofern die Spieler spielfähig sind und sich persönlich nichts zu Schulden kommen lassen (disziplinarisch, offensichtlich mangelnder Einsatz). Kaum Spielzeit, nur weil andere einfach besser sind ist in meinen Augen falsch.

    Jugendliche sollen in den Jugendmannschaften (egal ob NLZ oder nicht) technisch und taktisch auf das Spiel und den Wettkampf mit gegnerischen Mannschaften vorbereitet werden. Speziell im aktuellen System der Leistungszentren geht es aber spätestens in den höheren Altersstufen mehr um den internen Konkurrenzkampf als den externen.
    Das Argument, dass die Spieler aber auch das lernen müssen, weil sie es im Erwachsenenbereich brauchen, lasse ich nicht gelten.

    Ein gut ausgebildeter selbstbewusster Spieler, der über Jahre das Vertrauen bekommen hat, weil er jede Woche in Spielen eingesetzt wurde, der adaptiert dieses Thema schnell genug. Und wenn ein Spieler sich trotz regelmäßiger Spielpraxis nicht ausreichend entwickelt oder von anderen überholt wird ist es ja auch völlig legitim am Saisonende den Weg im NLZ fair zu beenden. Das wäre zumindest wesentlich fairer, als ihn eine komplette Saison mit Stammplätzen auf Bank und Tribüne zu frustrieren.

    Ich halte den gemächlichen Übergang und die Tabelle/Wertung ab der E-Jugend auch für in Ordnung, wie er ist. Wir haben eine Qualifikation, nach der dann in der Rückrunde gespielt wird. Im Groben spielen dann gleichstarke Teams gegeneinander.

    Es liegt meines Erachtens vorallem im Vorbild des Trainers, ob das Ergebnis und die Wertung eine Rolle für das Team spielt oder nicht. Die Kinder können zählen und wissen den Spielstand ohnehin. Ob das nachher in der Tabelle abzulesen ist oder ob man das lässt, liegt am Trainer. Wir dürfen nicht vergessen, dass Fußball keine Sportart ist, die sich das Kind aus dem Blauen heraus aussucht, sondern konkrete Vorbilder hat und es im Fernsehen sehr präsent ist. Und ich denke, dass ist ein großer Faktor. Die Kinder wollen dem nacheifern, dazu gehören große Tore und letzten Endes auch Ergebnisse und Tabellen. Zumindest ab dem 10. Lebensjahr sollte man das den Kindern nicht vorenthalten, weil man befürchtet, dass schwächere Teams.... ja was? Das Kinder aufhören? Das Kinder Niederlagen verkraften müssen, die ihnen bildlich vor Augen geführt werden? Fußball wird nicht von Schneeflocken gespielt.

    Eine dem Ligabetrieb vorgeschaltete Qualifikation um das zusammenführen gleichstarker Mannschaften in einer Gruppe (ich nenne es ganz bewusst nicht "Liga") zu ermöglichen ist in meinen Augen eine sehr gute Lösung. Innerhalb dieser Gruppen wird dann z.B. eine Hinrunde gespielt und aufgrund der Ergebnisse für die Rückrunde neu sortiert um auch da wieder die stärkeren und die schwächeren Teams zusammenzuführen.

    Für die neue Saison sollte dann aber auch wieder eine neue Qualifikation stattfinden. Selbstverständlich sollten gleichstarke Teams gegeneinander spielen und zwar Woche für Woche. Das Ligensystem, das wir aus dem Erwachsenenbereich kennen mit Auf-/ Abstieg zum Saisonende ist dafür aber definitiv nicht das geeignete Modell.


    Alternativ besteht natürlich auch die Möglichkeit, dass Trainer die Stärke Ihres Teams subjektiv einschätzen und danach die Gruppen eingeteilt werden, ist aber sicher schwieriger, da richtig zu liegen.

    Andere Variante wäre wie an anderer Stelle bereits angesprochen eine Testspielbörse über die komplette Saison, wo sich Trainer aktiv Gegner aussuchen können. Das scheitert vermutlich aber am organisatorischen Aufwand für Trainer und Vereine.

    Die Einteilung in Österreich ab dem Sommer 2022 gefällt mir - wobei ich erst ab der U15 zum 11 gegen 11 wechseln würde.

    "Das neue Konzept ist ab Sommer 2022 in ganz Österreich gültig. Es sieht eine Verkleinerung der Spielfelder und Teams vor. Wir starten in der U6 im 2 gegen 2 auf 4 Minitore (Feldgröße: 16 x 15 Meter) und werden langsam größer. In der U7 und U8 wird 3 gegen 3 (Feldgröße: 25 x 20 Meter bzw. 29 x 22 Meter) gespielt, in der U9 und U10 im 5 gegen 5 auf 2 Jugendtore (Feldgröße: 40 x 25 Meter), in der U11 und U12 im 7 gegen 7 (Feldgröße: 55 x 40 Meter). In der U13 wechseln wir ins 9 gegen 9, ab der U14 ins 11 gegen 11. Es wird zukünftig bis zur U12 keine Ergebniswertung und keine Tabellen mehr geben."

    Quelle: kickplan.de

    Was mir bei der Einteilung nicht klar ist:
    gibt es in Österreich tatsächlich immer Jahrgangsmannschaften? Das wäre in weiten Teilen Deutschlands einfach undenkbar.

    Falls das nicht der Fall ist, wie setzen sich denn in Österreich die Doppeljahrgänge zusammen?

    Nach dem was ich oben lese ja wie folgt:
    U7/U8

    U9/U10

    U11/U12

    U13

    U14 ???

    oder geht man davon aus, dass wenn ein Verein in der Lage ist eine U12 zu stellen, dann kann die im 7gg7 spielen, wenn nicht spielen die U12er halt mit den U13ern im 9er Feld?

    11 gegen 11 erst ab U15 hätte mir auch besser gefallen.

    Auch auf die Ergebniswertung und Tabellen hätten gerne bis inkl. U14 verzichtet werden können.

    Grundsätzlich aber -bis auf die zwei Kritikpunkte- ein schlüssiges Konzept.

    Wenn es verpflichtend eingeführt und umgesetzt wird sehr positiv.

    Aus meiner Erfahrung ist das unterhalb von 3. Liga (vermutlich sogar unterhalb der 2. Liga) tatsächlich normal.

    Ausnahmen bilde da vielleicht Traditionsvereine wie Rot-Weiß Essen, Stuttgarter Kickers oder Kickers Offenbach, die trotz Regionalliga entsprechenden Trainerzulauf haben.

    Großaspach ist natürlich ein extremes Beispiel. Haben zwar einige gute Jahre in der Regionalliga gehabt, aber das war alles auf die Profitruppe, die über einen Mäzen finanziert war fokussiert. Da gab es keine gewachsene Struktur oder einen vernünftigen Unterbau im Nachwuchs.

    Das Thema ist mit VEREINSZIELE ja eigentlich schon richtig gewählt.

    Diese müssen sich ja nicht zwingend auf rein sportliche Ziele reduzieren.

    Wichtig ist dabei immer: wer ist der Verein? Antwort: die Gesamtheit der Mitglieder

    Wie Goodie richtig festgestellt hat ist die Zeit der One-Man-Shows in Vereinen auch in den meisten Dorfvereinen nicht mehr machbar.

    Somit muss zunächst geklärt werden was will die Mehrzahl der Mitglieder mit dem Verein heute bezwecken und was in Zukunft.

    Das können sportliche Ziele aller Mannschaften vom Kleinfeldbereich bis inkl. der AH-Truppe sein, es kann sich aber auch um ein reines Medium der Kontaktpflege und Geselligkeit innerhalb der Gemeinde drehen, wo man zwar nebenbei Fußball spielt, aber das sportliche Niveau zweitrangig ist.

    In Dorfvereinen ist ja sehr oft in erster Linie die nackte Aufrechterhaltung der Spielfähigkeit Herausforderung genug.
    Die Gefahr, dass man mit sportlichen Ambitionen und Spielern von außerhalb kurzfristigen Erfolg generiert, dabei aber die Basis aus dem eignen Ort verliert ist relativ groß.

    Das ist ein Gegenseitigkeitsverhältnis.

    Damit ist eigentlich alles gesagt.
    Sicher bieten die Mitspieler im Zentrum durch Ihre Laufwege Räume an, in die gespielt werden kann oder soll.

    Andererseits hat der ballführende Spieler außen bzw. ausführende des Standards von außen aufgrund seiner Position vielleicht einen besseren Blick für die richtigen Räume und kann die Laufwege der Mitspieler durch Blickkontakt, Handzeichen oder Zuruf etwas steuern.

    Deinem Profil entnehme ich, dass Du eine F-Jugend trainierst.

    Mein Tipp: weder Video noch Taktiktafel.

    Lass die Kinder spielen!

    Im Idealfall Funino, ggf. auch 4+1.

    Falls eine Grundaufstellung nötig ist, zeige den Kindern im Training oder vor der Spiel direkt auf dem Platz, wie sie sich verteilen sollen.

    Ansonsten gilt in dem Alter doch sowieso, alle greifen an und alle verteidigen.

    Ist der Ball verloren, alle Spieler zwischen Ball, Gegner und eigenes Tor...

    Ein Spiel aufzuzeichnen und den Kindern den Spaß gönnen, sich mal selbst spielen zu sehen ist eine schöne Idee.

    Wenn man dabei gute Aktionen lobt, ist das bestimmt ok, aber gezielt Verbesserungspotential anhand von "falschem Verhalten" abzuleiten, ist in dieser Altersklasse in meinen Augen völlig overloaded...

    Neu ist glaube ich beides.

    Berichterstattung über Wechsel im Nachwuchsbereich in der Häufigkeit gab es in der Vergangenheit in dieser Häufigkeit und Aufmachung meines Wissens nicht.
    Innerhalb Deutschlands hat sich die Zahl der jungen Spieler die Wechseln vermutlich gar nicht so extrem verändert. Sicher sind es durch intensiveres Scouting und v.a. durch die Möglichkeiten die die NLZ bieten Schule und Sport zu vereinbaren einige mehr geworden, aber nicht in dem Maß wie die Berichterstattung zunimmt. International hat das ganze sicher zugenommen.

    Bei der Berichterstattung gibt es auch eine klare Wertung:
    "normale" Talente stehen in der Regional- oder Lokalpresse
    über "Top"-Talente wird überregional (inkl. Fachmagazine) berichtet.
    Die digitale Welt tut ihr übriges dazu. Aber ohne die gäbe es vermutlich auch dieses großartige Forum hier nicht.


    Berücksichtigt man wie wenige auch heute am Ende trotz besserer Ausbildung und größerem Markt (Internationalisierung, breitere Kader, 3. Liga als Profiliga) tatsächlich im Profifußball ankommen, wäre es sicher schlauer jegliche Berichterstattung über jugendliche Wechsel zu unterlassen. Vielleicht würde es die Chance der Spieler sich mit weniger Druck und Nebengeräusche zu entwickeln erhöhen...


    Man muss sich ja nur mal den Spaß machen und einen 5 Jahre alten Artikel über ein 14/15-jähriges Talent lesen.
    Die meisten spielen entweder gar nicht mehr oder in der Bezirks- / Kreisliga bzw. ist der letzte Artikel in dem der Name zu finden ist der von vor fünf Jahren.

    Aber: wenn dem generischen Trainer "nur" 3 Spieler fehlen, sollte es ihm doch eigentlich auch möglich sein das Spiel zum geplanten Termin stattfinden zu lassen. Außer der Trainer hat nur einen 14er Kader zur Verfügung.

    Ich habe ein 17er Kader aber während den Ferien ist es kaum möglich 9 Spieler aufzubieten. Die Hälfte ist in den Ferien. Andere machen Ramadan. Unsere C-Jugend musste das Spiel am Wochenende absagen, da im Training gerade mal 6 Spieler waren.

    Ging problemlos, ist halt immer die Frage ob der gegenüber halt solche Situationen ausnutzt und extra nicht spielen möchte.

    Im aktuellen Beispiel ging es darum, dass ein B-Jugend-Trainer ein Spiel verlegen möchte, weil ihm 3 Spieler fehlen.
    Der gegnerische Trainer ist unsicher ob er dem zustimmen soll, weil er sicher weiß, dass ihm 1 Spieler fehlen wird und er nicht absehen kann, ob bis dahin noch andere Spieler fehlen werden.
    Ich finde es in dem Zusammenhang nicht fair, dem Trainer, der nicht weiß wie er mit dem Antrag umgehen soll Ergebnisorientierung vorzuwerfen, weil man eigentlich ja davon ausgehen muss, dass eine B-Jugend 3 Ausfälle verkraften können sollte. Dementsprechend wäre es dem Trainer, der das Spiel verlegen möchte zumutbar zum genannten Termin zu spielen.
    Wenn der Antrag auf Verlegung also nur den Hintergrund hat, dass die besten Spieler für das Spiel zur Verfügung stehen sollen, dann verstehe ich, wenn die Gegenseite der Verlegung nicht zustimmt.
    Läuft alles fair und sauber ab, dann spielt man ein B-Jugendspiel sobald man 11 Spieler + 2 Ersatzspieler seines Kaders zur Verfügung hat, ohne die daraus resultierende Mannschaftsstärke zu bewerten. ABER: das ist keine Einbahnstraße und gilt für beide Mannschaften.

    Im Profibereich ist es einfacher, das gibt es Kaderlisten und sobald man 13 oder 14 Spieler zur Verfügung hat muss man spielen.

    Im Amateur- / Jugendbereich ist es halt leider so, dass alles auf Vertrauen basiert und man nicht jedem gleich vertrauen kann.

    Wir müssen hier aufpassen, dass wir nicht typisch mit möglich verwechseln.

    Typisch:
    die Masse der F-Jugendlichen hat sicher genug damit zu tun den Ball sauber zu behandeln (Annahme, Dribbling, Zweikampf etc.)

    Deswegen ist ein Kombinationsspiel / Passspiel selbstverständlich nicht typisch für eine F-Jugend.

    Es genügen in der Regel aber 2-3 Kids, die schon seit sie laufen können nichts anderes im Kopf und am Fuß haben als einen Fußball.
    Sollten diese Kinder dann noch regelmäßig Spiele älterer Mannschaften bzw. Fußball am Fernseher verfolgen verstehen sie von selbst, dass Fußball nicht nur aus Dribbeln und aufs Tor schießen besteht.

    Wenn diese 2-3 dann zufälligerweise in der gleichen Mannschaft landen, ist es tatsächlich möglich, dass deren Team gezielte Pässe, Querverlagerungen etc. spielt, ohne, dass der Trainer das explizit trainiert oder einfordert, sondern einfach weil diese Kinder aufgrund ihrer Vorerfahrungen schon weiter sind als andere Altersgenossen.

    Im Übrigen glaube ich, dass Funino gar nicht unbedingt das 1 gegen 1 mehr oder besser fördert als im alten 7/7. (sollte meiner Meinung nach auch gar nicht das Ziel sein). Was Funino aber hervorragend ermöglicht ist, dass die Kinder leichter und mutiger die richtige Entscheidung zwischen Dribbling / 1gg1 oder Pass zum Mitspieler treffen können, weil:
    1. die Wahlmöglichkeiten für die Entscheidung durch die 2 Tore größer sind und
    2. die "ablenkenden Faktoren" durch die geringere Spieleranzahl weniger werden

    Die Spieler haben im Funino also weniger "Stress" weil weniger Gewusel und können somit unter altersgerechten Rahmenbedingungen ihre Entscheidungen treffen.

    In späteren Jahren ist dann sicher das Thema richtige Entscheidungen unter "Stress" zu treffen und diese trotzdem technisch sauber auszuführen ein Schwerpunkt, aber alles zu seiner Zeit.

    Wichtig ist natürlich eine rechtzeitige Kommunikation beider Mannschaften im Vorfeld...

    Das sehe ich anders. Wichtig ist die Kommunikation der dezimierten Mannschaft. Das ist aus meiner Sicht eine Bring- und keine Holschuld. Und das ärgert mich.

    Ich glaube wir reden da aneinander vorbei.

    Ich kenne den Fall, dass in einer Gruppe U19-Mannschaften mit 11er und 9er - "Kader" gemeldet haben.
    In meinem Beispiel war es so, dass eine 9er Mannschaft an einem Spieltag mal mehr Spieler zur Verfügung hatte und so in der Lage war auf dem Großfeld zu spielen. Das wurde dem Gegner, der eigentlich auf ein 9er Spiel eigerichtet war rechtzeitig mitgeteilt und in beiderseitigem einvernehmen im 11/11 gespielt.
    In meine Augen: gute Kommunikation und gelebte Flexibilität.

    Ich finde, das Wichtigste sind die Spiele an sich.

    Das ist wohl so. Das ganze Thema geht mir schwer auf den Geist. Selbst wenn ich weiß, das der Gegner wegen ein paar wichtigen Spielern verlegen will, und mir beim Nachholtermin Spieler fehlen, würde ich auf die 3 Punkte am grünen Tisch verzichten, und lieber ein Spiel spielen und dem zustimmen. Genau das ist uns auch passiert.

    Aber die Jungs wollen lieber spielen als 3 Punkte am grünen Tisch. Ob das jetzt Schuld des Gegners ist oder nicht.

    Dafür trainieren wir ja mit 18 Leuten und nicht mit 12,13

    Grundsätzlich bin ich da bei Euch. Spielen ist immer wichtiger als Punkte. Und Punkte am grünen Tisch sind grundsätzlich die schlechteste Alternative und im Jugendbereich (v.a. Breitensport) das letzte was man anstreben sollte.

    Aber: wenn dem generischen Trainer "nur" 3 Spieler fehlen, sollte es ihm doch eigentlich auch möglich sein das Spiel zum geplanten Termin stattfinden zu lassen. Außer der Trainer hat nur einen 14er Kader zur Verfügung.

    In den Richtlinien unseres Verbandes konnte ich diesbezüglich keine aussagekräftige Regelung finden.

    Ich weiß aber von der A-Jugend meines Stammvereins, die 11er gemeldet haben, dass sie auch schon 11/11 gegen eine Mannschaft, die eigentlich im 9er-System gemeldet hatte gespielt haben. Also vermute ich, dass es funktioniert.

    Sollte im Breitensport möglich sein, denn es wäre ja fatal, wenn mal ausreichend Spieler da sind und diese dann Spielzeit verwehrt bekämen. Wichtig ist natürlich eine rechtzeitige Kommunikation beider Mannschaften im Vorfeld...

    3 Ausfälle hat man ja eigentlich immer mal wieder, unabhängig davon, ob Corona, "normale" Krankheit, Verletzung, Schule oder familiäre Gründe.
    Prinzipiell wäre es in einer B-Junioren Aufstiegsrunde natürlich wünschenswert, wenn jede Mannschaft immer in Bestbesetzung antreten kann, aber das ist ja illusorisch.
    Wenn Euch beim potentiellen Nachholtermin ein Leistungsträger fehlen würde, dann würde ich eher ablehnen, weil die Gefahr besteht, dass der Gegner dann in Bestbesetzung antritt und Ihr am Ende noch weitere Ausfälle bekommt und sich die Vorzeichen gerade umdrehen.
    Sollte es die Chance für einen kurzfristigen Ausweichtermin geben, der es beiden Mannschaften ermöglicht mit bestmöglicher Besetzung anzutreten würde ich aus Gründen der Fairness verlegen.