aber bringt es einen den Wettbewerbsvorteil wie Taktische Elemente vermutlich nein.
Und das ist Teil des Problems. Jedes NLZ erzählt uns, im Fokus stünde die individuelle Ausbildung der Spieler. Tatsächlich geht's aber darum, das Spiel am nächsten Wochenende zu gewinnen.
Den zweitbesten Fuß kann man in jeder Altersgruppe verbessern. Ich selbst habe früher auch eher umlaufen oder den Außenrist benutzt. Mit Anfang 30 habe ich mich an das Thema gewagt. Nein, eine ordentliche Ecke brächte ich heute mit links auch nicht vor's Tor. Auch ein Flugball wäre noch ein Risiko. Pass und Torabschluss unter Druck klappen aber.
Ist Euch mal aufgefallen, wie oft Fernsehkommentatoren den Außenrist als "elegant" bezeichnen? Manchmal ist er das ja auch. Oft ist diese Eleganz aber auch die Unfähigkeit, den Ball mit dem gegnerfernen Fuß zu führen und zu spielen.
Ich bin absoluter Verfechter von Beidfüßigkeit und habe früher schon meinen Bambini versucht zu erklären, dass man mit beiden Füßen schießen, passen, dribbeln etc. darf, soll, muss...
Auch ich ärgere mich immer wieder, wie Spieler in Top-Ligen Zeit verlieren, weil die den Ball nicht mit dem richtigen Fuß annehmen sondern irgendwie den Außenrist des anderen ("stärkeren", gewohnten) Fußes benutzen. (Umlaufen kommt bei Profis ja eher selten vor). Ich bin mir aber fast sicher, dass wenn ich gegen einen diese Jungs Latten- oder Torwandschießen machen würden, ich mit dem starken, der Profi mit dem schwachen Fuß: ich hätte keine Chance.
Ich glaube einfach, dass die Spieler im Wettkampf unter Druck und Stress den Weg wählen, mit dem sie sich am sichersten fühlen und nicht immer den, der nach Lehrbuch der richtige wäre. Selbst von Toni Kroos, hat man immer wieder Situationen gesehen, egal ob bei der Ballannahme oder bei Passspiel, in denen der andere Fuß vielleicht sinnvoller gewesen wäre - von Lionel Messi ganz zu schweigen.
Das schließt nicht aus, dass Spieler egal auf welchem Niveau immer wieder dazu angehalten werden müssen beide Füße zu trainieren und zu nutzen, ich fürchte aber, ein Champions-League-Spiel eignet sich eher nicht als Vorbild um Kinder vom Sinn der Beidfüßigkeit zu überzeugen.
Aber wie Zodiak am Beispiel Arien Robben gut gezeigt hat, geht es gar nicht darum, immer in der jeweiligen Situation den "richtigen" Fuß zu nehmen, sondern Optionen zu haben mit beiden Füßen was zu machen. Das schafft Handlungsspielraum in Drucksituationen und macht jeden Spieler für den Gegner weniger berechenbar.
