Beiträge von Coach1976

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    aber bringt es einen den Wettbewerbsvorteil wie Taktische Elemente vermutlich nein.

    Und das ist Teil des Problems. Jedes NLZ erzählt uns, im Fokus stünde die individuelle Ausbildung der Spieler. Tatsächlich geht's aber darum, das Spiel am nächsten Wochenende zu gewinnen.
    Den zweitbesten Fuß kann man in jeder Altersgruppe verbessern. Ich selbst habe früher auch eher umlaufen oder den Außenrist benutzt. Mit Anfang 30 habe ich mich an das Thema gewagt. Nein, eine ordentliche Ecke brächte ich heute mit links auch nicht vor's Tor. Auch ein Flugball wäre noch ein Risiko. Pass und Torabschluss unter Druck klappen aber.


    Ist Euch mal aufgefallen, wie oft Fernsehkommentatoren den Außenrist als "elegant" bezeichnen? Manchmal ist er das ja auch. Oft ist diese Eleganz aber auch die Unfähigkeit, den Ball mit dem gegnerfernen Fuß zu führen und zu spielen.

    Ich bin absoluter Verfechter von Beidfüßigkeit und habe früher schon meinen Bambini versucht zu erklären, dass man mit beiden Füßen schießen, passen, dribbeln etc. darf, soll, muss...

    Auch ich ärgere mich immer wieder, wie Spieler in Top-Ligen Zeit verlieren, weil die den Ball nicht mit dem richtigen Fuß annehmen sondern irgendwie den Außenrist des anderen ("stärkeren", gewohnten) Fußes benutzen. (Umlaufen kommt bei Profis ja eher selten vor). Ich bin mir aber fast sicher, dass wenn ich gegen einen diese Jungs Latten- oder Torwandschießen machen würden, ich mit dem starken, der Profi mit dem schwachen Fuß: ich hätte keine Chance.

    Ich glaube einfach, dass die Spieler im Wettkampf unter Druck und Stress den Weg wählen, mit dem sie sich am sichersten fühlen und nicht immer den, der nach Lehrbuch der richtige wäre. Selbst von Toni Kroos, hat man immer wieder Situationen gesehen, egal ob bei der Ballannahme oder bei Passspiel, in denen der andere Fuß vielleicht sinnvoller gewesen wäre - von Lionel Messi ganz zu schweigen.

    Das schließt nicht aus, dass Spieler egal auf welchem Niveau immer wieder dazu angehalten werden müssen beide Füße zu trainieren und zu nutzen, ich fürchte aber, ein Champions-League-Spiel eignet sich eher nicht als Vorbild um Kinder vom Sinn der Beidfüßigkeit zu überzeugen.

    Aber wie Zodiak am Beispiel Arien Robben gut gezeigt hat, geht es gar nicht darum, immer in der jeweiligen Situation den "richtigen" Fuß zu nehmen, sondern Optionen zu haben mit beiden Füßen was zu machen. Das schafft Handlungsspielraum in Drucksituationen und macht jeden Spieler für den Gegner weniger berechenbar.

    Es war eher das Argument, dass Profiteams eben teilweise immer mit 3 Fängern anreisen, deshalb oft 1-2 „von unten“ mitnehmen, die dort dann eben fehlen.

    Aber was ist eigentlich die Idee dahinter? Dass zwei Torhüter während dem Spiel ausfallen ist ja so unwahrscheinlich, dass es keine reale Überlegung sein kann, oder?

    Bei Profiteams ist das schon verständlich.

    Wenn der Kader das hergibt, und man auf dem Niveau alle Eventualitäten ausschließen möchte, ist es nachvollziehbar, dass man mit 3 Torhütern zum Spiel fährt.

    Im Nachwuchs finde ich mehr als drei im Kader eindeutig zu viel, auch wenn immer mal wieder jemand nach oben geschoben wird, fallen ja nicht immer alle gleichzeitig aus und es finden ja auch nicht immer alle Spiele zeitgleich statt.

    Fakt ist, wenn man sich im Nachwuchs einen großen Kader hält, müsste man eigentlich auch interessiert sein, dass der ganze Kader sich vernünftig entwickelt und die dafür nötige Spielzeit erhält.

    Das kann über Rotation laufen, Jahrgangsübergreifende Testspiele mit den Ergänzungsspielern aus mehreren Jahrgängen oder wie auch immer.

    Bei den meisten NLZ läuft es leider aber tatsächlich so, dass man einen mehr als doppelt besetzten Kader zusammenstellt, am Ende aber immer die gleichen spielen und die anderen trainieren bis zum umfallen, aber trotzdem letztendlich 1-2 Entwicklungsjahre verschenken. Das zeigt sich doch ganz gut daran, dass Ergänzungsspieler aus NLZ normalerweise Schwierigkeiten haben in sich im gehobenen Amateurbereich zu etablieren und da in der Regel dann die Spieler besser sind, die von U17-U19 bei entsprechenden Leistungsteams unterhalb der NLZ gespielt haben. (ich kenne keine Zahlen und Studien, habe aber eine ganz gute Subjektive Wahrnehmung dazu).

    Die Krux dabei ist nun mal: ohne NLZ spätestens ab der U17 (eigentlich schon ab U15) wird man kaum bis gar nicht Profi in Liga 1-3 (Ausnahmen gibt es, aber das sind und bleiben Ausnahmen). Das sind dann i.d.R. aber die Spieler, die in ihrer NLZ-Zeit Stammspieler und Leistungsträger ihrer Teams waren und so regelmäßig zum Einsatz kamen. Wenn es von denen jemand nicht in Liga 1-3 schafft, reicht es zumindest für semiprofessionell in Liga 4-5.

    Diejenigen, die Ihre NLZ-Zeit hauptsächlich auf Bank oder Tribüne verbracht haben, hören i.d.R. ganz auf, landen mit viel Glück in der Landesliga, bei den meisten wird es aber eher Bezirksliga oder tiefer...

    Zumal er sich sogar kurzfristig den Umbruch getraut und einen tollen ConfedCup gespielt und anschließend fast alles wieder Rückgängig gemacht hat und das Team anschließend wieder unansehnlichen, erfolglosen Fußball performt hat.

    Erfolglos war das größtenteils schon, ja. Aber unansehnlich? Puh, das sehe ich komplett anders. Schau dir nochmal die Spiele bei der WM 2018 und der EM 2021. Deutschland war vermutlich in jedem dieser WM/EM-Spiele die überlegene Mannschaft und ist daran gescheitert, die größten Chancen nicht zu nutzen und die Tore nicht gemacht zu haben.


    Ja, am Ende zählen bei den Alles oder Nichts-Spielen die Tore und es wird darauf geschaut, wie weit man gekommen ist. Aber nur, weil zu wenig Tore fallen, sind die Spiele nicht unansehnlich. Ich hab hier im Thread schon genügend Beiträge geschrieben, die das auch mit Argumenten, Statistiken und Beispielen unterfüttern. Deutschland war nicht so schlecht und hat auch nicht so schlecht gespielt, wie die Ergebnisse sich lesen. Ich kann mich sehr wohl daran erinnern, wie ich verzweifelt gegen Südkorea vor dem Fernseher saß und nicht fassen konnte, dass Brandt schon wieder nur den Pfosten getroffen hat oder wie Goretzka, Gomez, Werner und Hummels freistehend vor dem Tor vergeben. Das war schon ansehnlicher, aber leider erfolgloser Fußball.

    2018 kann ich deiner Argumentation ja noch folgen.

    Aber 2021 war das schon ziemlich dürftig, was die deutsche Mannschaft auf den Platz gebracht hat.

    Das Beispiel Leon Goretzka zeigt doch, dass die Leistung wesentlich wichtiger ist als das Alter.

    Er wurde letztes Jahr nicht berücksichtigt, weil die Leistung im Verein und in der N11 nicht gut genug war.

    Aktuell spielt er - obwohl mittlerweile 30 - wieder so, wie man ihn kennt (fasst sogar besser) und ist deswegen auch zurecht wieder dabei und gesetzt.

    Das ist aber kein Freifahrtschein für die WM.

    Was Nagelsmann im Gegensatz zu Löw (in seinen letzten Jahren) richtig gut macht, ist dass er sich einen relativ großen Kreis an potentiellen Kandidaten "warmhält" und auch klar signalisiert und vorlebt, dass jeder mit guten Leistungen im Verein auf den Zug aufspringen kann. Die zusätzliche viel bessere Vernetzung mit der U21als früher, hilft vor allem die jüngeren Spieler auf hohem internationalen Niveau zu testen und kennenzulernen.

    Dass der Umschwung der Nationalelf zu einem extrem hohen Prozentsatz Julian Nagelsmann und nicht zu vergessen Sandro Wagner zuzuschreiben ist steht vollkommen außer Frage. Ergänzt wird das noch durch die Erfahrung, die Rudi Völler in die sportliche Leitung einbringt.

    Ist er jetzt ein besserer Trainer als Jogi Löw es war? Keine Ahnung. Mit Sicherheit ist er besser, als Löw es in der Endphase seiner Amtszeit war.
    War Julian Nagelsmann bei Bayern München, als ihm das Team entglitten ist ein schlechterer Trainer als heute bei der Nationalmannschaft? Es schein so. Andererseits hatte er in München eine Mannschaft, mit der er arbeiten musste, beim DFB hat er natürlich mehr Möglichkeiten die Spieler auszuwählen, die charakterlich passen und die aktuell die beste Form haben.

    Neben wichtigen taktischen Veränderungen, die er vorgenommen hat ist für mich aber der größte Unterschied zu Löw, dass das Leistungsprinzip wieder greift und sich nicht auf vergangene oder potentielle Leistung bezieht, sondern die Leistung und Form zum Zeitpunkt der Nominierung bzw. der Länderspielphase.

    Bestes Beispiel: Leon Goretzka. Er war im letzten Jahr zurecht nicht bei der Nationalmannschaft dabei. Und zwar nicht, wie viele munkeln, weil er charakterlich ein Problem für die Truppe darstellte (sonst wäre er vermutlich nicht mehr zurückgekommen), sondern weil er einfach in der letzten Saison komplett außer Form war.

    Diese Saison hat er sich zurück gearbeitet, glänzt im Verein mit starken Auftritten und war gemeinsam mit Kimmich über beide Spiele gegen Italien die herausragende Figur.

    Unter Löw wäre Goretzka vermutlich während seines Formtiefs im Kader geblieben und es hätten sicher auch nicht eine solche Anzahl an Mainzer, Gladbacher ... Spielern eine Chance bekommen.

    es geht in unteren liegen fast nur um Ergebnisse, ich kenne nur wenige Trainer die an die Entwicklung der Spieler denken oder gar an Vereinswohl.
    Machen wir uns nichts vor. Der Jugendleiter brüstet sich gern das seine Teams gewinnen, postet gern jedes Ergebnis in irgendwelchen Medien, der Trainer brüstet sich das er besser ist als der andere und am Ende weinen sie alle, weil ab der U15 keiner mehr Bock hat auf diese Trainer und der Trainer nicht mehr ernst genommen wird und alles mit Autorität kaschieren versucht. Klappt vorher ganz gut, und auf einmal.....hört keiner mehr auf ihn. Das fängt mit miesen Training an und hört mit Kaderzusammenstellung auf. Die wenigen Guten haben die Vereine schon vorher verlassen.

    Dass man Spiele gewinnen will ist ja - egal in welcher Liga - auch richtig und letztendlich Sinn und Zweck des Spiels.

    Nur muss jedes Spiel für sich gewertet werden und nicht die Tabelle den Wert einer Saison ausmachen.

    Dementsprechend ist das Problem, dass es Ligen gibt, aus denen man auf- und absteigen kann, und dass diese zu regional bzw. lokal zusammengestellt sind, ohne dass die aktuelle Leistungsfähigkeit der Teams ausreichend berücksichtigt wird.

    Es wäre doch wesentlich sinnvoller, sich in größerem Radius Gegner auszusuchen, von denen man weiß, dass sie ähnlich stark sind, als wenn einen der Verband am Ende in einer Doppelrunde viermal pro Saison zum übermächtigen oder total unterlegenen Nachbarn schickt.

    Und die Eltern, denen es nicht passt, dass ihr Messi genauso behandelt wird wie jeder andere, können dann gern bei einem NLZ anfragen...

    Und auch im NLZ bzw. gerade da ist es absolut kontraproduktiv die Spieler, die hinten dran sind mit wenig oder gar keiner Spielzeit zu bestrafen.

    Die Kinder dort trainieren 3-5 mal pro Woche im Verein und schieben oft noch eigeninitiativ Einheiten in Kraft, Koordination oder Technik dazwischen.

    Auch oder speziell diese Kids brauchen Spielzeit um ihre Trainingsleistung auf den Platz zu bringen und deren Wirksamkeit im Wettkampf zu testen. Im aktuellen System werden sehenden Auges Jahr für Jahr talentierte Ehrgeizige Spieler aussortiert und in ihrer Entwicklung gehemmt, weil sie aktuell etwas hinter den ersten 11-15 Spielern im Kader hinterher sind.

    Durch den Mangel an Spielzeit wird der Abstand im Lauf der Saison aber trotz Engagement im Training immer größer und dementsprechend erscheint ein Aussortieren zum Saisonende als logisch. Vielleicht hätte ein Spieler den Rückstand aber mit ausreichend Chancen sich im Spiel zu zeigen und zu entwickeln auch aufgeholt.

    Wie oben geschrieben ist Vereinen und Trainern aber nur ein Teil der Schuld dafür zu geben. In erster Linie liegt es an einem zu sehr am Erwachsenenfußball orientierten System (Tabellen, begrenzter Kader, zu kurze Gesamtspielzeit), sowohl im Leistungs- als auch im Breitenfußball, in dem gar nicht genug Gesamtspielzeit zur Verfügung steht allen Spielern adäquate Einsätze zu ermöglichen und das Wettbewerbsdenken Trainer dazu nötigt Ergebnisse zu erzielen.


    Am Beispiel von nero erscheint der Wechsel zurück in den Breitensport für seinen Sohn sinnvoll, weil er dort als Leistungsträger sehr viel Spielzeit erwarten kann, vielleicht sogar immer durchspielt. Allerdings darf man nicht vergessen, dass im Breitensportverein mindestens ein anderer Junge deshalb weniger Spielzeit erhalten wird und unter umständen aus diesem Grund die Schuhe an den Nagel hängen könnte.

    So lange Jugendmannschaften auf- und absteigen können bleibt das Thema gleiche Spielzeit eine absolute Illusion.

    Es ist auch einem Trainer gegenüber nicht fair zu sagen, er ist ein schlechter Trainer, wenn er für das Ziel Klassenerhalt oder Meisterschaft vermehrt oder nur auf die stärkeren bzw. weniger oder nie auf die schwächeren Spieler setzt. Das ist im Ligensystem mit Auf- und Abstieg zwangsläufig der Fall.

    Es benötigt einfach ein flexibles System mit Leistungsvergleichen, in dem sich gleichstarke Gegner von selbst finden.

    Wenn man das dann mit einer entsprechend höheren Gesamtspielzeit kombiniert und die Trainer sich am Ende noch einigermaßen einig sind, wann die stärkeren und wann die schwächeren Spieler zum Einsatz kommen, dann ergibt sich ein herausfordernder Vergleich für beide Seiten in dem der komplette Kader eingesetzt werden kann.

    Für die Fans von Wettbewerb und "ab der C-Jugend müssen die Kinder auch Wettkampfhärte lernen und mit Druck (Abstiegsangst) umzugehen" sei noch angemerkt: Das ist Käse!!!

    Gut trainierte und eingespielte Kinder und Jugendliche gehen in jedem Spiel an ihre Grenze und wollen jedes Spiel gewinnen. Im Ligensystem spielt man ab und zu auch mal bewusst auf Unentschieden.

    Den letzten Funken zur Leistungs- und Wettbewerbsorientierung lernen alle im Erwachsenenbereich früh genug. Mit dem Unterschied, dass sie dann auch alt genug dafür sind und nicht in ihrer kompletten Jugendlaufbahn wertvolle Spiel- und Ausbildungszeit verloren haben, weil sie in diesem sinnlosen Wettbewerbssystem die golden Ananas gewinnen mussten, oder dafür sorgen mussten, dass sie diese nicht verlieren.

    Schnelligkeit ist heutzutage definitiv ein KO-Kriterium im Spitzenfußball bzw. wird dann eines, wenn sie nicht ausreichend vorhanden ist.

    Ich glaube trotzdem, dass genetische Voraussetzungen (Sprintergene) hier nur eine untergeordnete Rolle spielen. Sicher hat jemand, der physisch mit entsprechenden Muskelfasern besser gesegnet ist Vorteile gegenüber weniger veranlagten Spielern.

    Allerdings ist bei der Länge (oder besser Kürze) der Sprintstrecken, die im Fußball zu bewältigen sind die Reaktionszeit und die Regenerationszeit (es müssen ja viele kurze Sprints direkt hintereinander gemacht werden) viel wichtiger als die absolute Endgeschwindigkeit.

    Geht jetzt zwar vom RAE-Thema ein bisschen weg, aber noch eine kleine Anekdote:

    Ich hatte in den Jugendauswahlmannschaften (bis inkl. B-Jugend) zwei Jungs bei mir im Kader, die es im Seniorenbereich auf Profieinsätze (ein paar wenige in der Bundesliga, hauptsächlich aber zweite Bundesliga und dritte Liga (damals noch die Regionalliga) gebracht haben, also zumindest ein paar Jahre als Profis verbracht haben.

    Die waren beide sowohl über 50 - 100 und auch über 20 - 30 Meter deutlich langsamer als ich. (5-10m - Zeiten wurden zu meiner Zeit noch nicht gemessen oder ich kann mich nicht mehr daran erinnern). Trotzdem hab ich im Spiel gegen beide in der Regel kein Land gesehen und war im Zentralen Mittelfeld in Trainingsspielen gegen die beiden absolut auf verlorenem Posten. Lange Laufduelle hätte ich vermutlich gegen beide gewonnen, dazu kam es aber gar nicht, weil sie aufgrund ihrer technischen und kognitiven Eigenschaften immer andere Lösungen gefunden haben.

    Lange Rede kurzer Sinn: Schnelligkeit ist wichtig und ein wirklich langsamer (aufgrund seiner körperlichen Eigenschaften) Spieler hat heute keine bis wenige Chancen mehr. Ich bin mir aber sicher, dass in den hiesigen Bezirks- und Landesligen mehr als genug Spieler rumlaufen, die genetisch bessere Sprinteranlagen mitbringen als ein Pascal Groß, Emre Can oder Mats Hummels. Trotzdem haben es diese drei (bei aller aktuellen oder vergangenen Kritik) auf ein Niveau geschafft, das die meisten nie erreichen werden.

    Der Fokus auf die messbare Schnelligkeit ist meiner Meinung nach, ein Fehler, der in der Nachwuchsausbildung sehr oft gemacht wird. Schnelligkeit im Kopf kann die physische Schnelligkeit oft schlagen. Wenn beides zusammentrifft hat man des perfekte Paket.

    Für beides benötigt man eine gewisse Grundveranlagung und beides kann man durch Training verbessern.

    Ich finde es grundsätzlich mal falsch beim RAE-Effekt ausschließlich darauf zu schauen, welche Spieler eines Jahrgangs wann im Jahr geboren wurden. Natürlich ist es die Objektivste Maßeinheit, die zur Verfügung steht, aber es wird doch trotzdem ganz vielen Einzelfällen nicht gerecht.

    Ich erlebe speziell in der Altersspanne zwischen U13 und U16, dass die körperliche Entwicklung bei vielen (vermutlich den meisten) schon parallel mit dem Alter läuft, es aber eine nicht zu vernachlässigende Anzahl an Spielern gibt, die obwohl spät im Jahr geboren gut und gerne eine Jahrgang höher mitspielen könnten oder auch welche, die obwohl sie früh im Jahr geboren sind trotzdem auch im jüngeren Jahrgang gut aufgehoben wären.

    Schaut man sich diese Kandidaten mit 17/18 Jahren noch einmal an, stellt man fest, dass sie mittlerweile körperlich auf einer Stufe stehen, oder derjenige, der mit 14 deutlich größer und weiter war mit 16 seinen Wachstumsprozess beendet hat.

    Mit einer Lösung, wie man damit gerecht umgehen kann, so dass zum einen alle Spieler fair behandelt werden und gleichzeitig dafür sorgen, dass man am Ende die richtigen Talente gefördert und weitergebracht hat, habe ich leider auch nicht.

    Ich finde allerdings, dass es nicht ausreichend ist, dem RAE zu begegnen, indem man dafür sorgt, einen statistischen Proporz zwischen früh- und spätgeborenen in den Leistungskadern zu erzeugen, weil die Gefahr, dass man dabei auf die falschen gesetzt hat letztendlich gleich groß bleibt.

    Am ehesten hilft es wahrscheinlich die Förderbasis grundsätzlich zu vergrößern, und jeden, der gute Fußballerischen Ansätze zeigt zu fördern, bis seine körperliche Entwicklung abgeschlossen ist. Das aber wird an Geld und Kapazität scheitern.

    Futsal ist in der Umsetzung sicher noch nicht perfekt und deswegen ist es teilweise auch nachvollziehbar, dass von verschiedenen Seiten Kritik kommt.

    Aber gerade wenn man die Halle nicht als eigenen Wettbewerb im Winter betrachtet, sondern als Ergänzung um im Frühjahr auch wieder auf dem Feld einen weiteren Schritt machen zu können, ist Futsal dem herkömmlichen Hallenfußball doch deutlich überlegen.

    Ich schaue mir zumindest lieber ein Futsalturnier an als Bandengebolze mit daraus in der Regel resultierendem überzogenem körperlichen Einsatz.

    Speziell für Jugendspieler ermöglicht die Bande ja wieder klassische Vermeidungsstrategien um technische Defizite relativ leicht zu lösen.

    Und die Situationen, in denen die Bande sinnvoll als "Wandspieler" eingesetzt wird sind deutlich seltener als die in denen verzweifelt in Richtung Bande gebolzt wird, weil man sich nicht anders zu helfen weiß.

    Die Checks und Rangeleien hin zu eingeklemmten Bällen um Zeit zu schinden kommen dann noch obendrauf dazu...

    Ein Spieler der eine sehr gute Ausbildung in kleinen Spielformen hatte (kleine Felder, wenige Spieler) ist in allen Bereichen besser ausgebildet als einer, der zu früh auf große Spielformen losgelassen wurde und dementsprechend die Größe des Spielfelds immer für Vermeidungsstrategien nutzen konnte. z.B. Langer Ball statt Zweikampf, Dribbling oder Kurzpass.

    Diese Vermeidungsstrategien, die sich Kinder aneignen um "Stresssituationen" auf engem Raum zu vermeiden führen zu Lösungen, die man normalerweise im Erwachsenenfußball nie wieder anwenden kann. Dementsprechend eignet man sich, wenn man zu früh aufs gr0ße Feld geht Dinge an, die einem später nichts bringen.

    Je länger (damit meine ich nicht bis zum Ende der B-Jugend) es eng zu geht, umso leichter tun sich ältere Jugendliche den neu gewonnen Raum auf dem Großfeld zu nutzen.

    Ich bin mir sicher, dass es D-Jugendlichen (zumindest U12) nicht schaden würde noch komplett auf Twin-Games zu setzen und erst in der U13 auf Kompaktfeld zu gehen. Genauso wäre in der U14 immer noch das Kompaktfeld vernünftig und die U15 würde erst aufs 11er Feld gehen. Ich glaube sogar, der U15 würde ein verbreitertes Kompaktfeld (16er zu 16er auf die komplette Breite) nicht schaden.

    Leider ist im Leistungsbereich die Denke nach wie vor so, dass bereits in der U13 Großfeld mit 11 gg 11 gespielt werden muss.

    Wenn die Rahmenbedingungen dafür, dass man in die stärkere Liga so festgelegt sind, dass jeder Spieler im Kader mindestens ein Dritte pro Spiel gespielt haben muss, dann Wäre ja sowohl dem Wettbewerbs, als auch dem Ausbildungsgedanken Rechnung getragen. Sollten dann wieder findige Trainer auf die Idee kommen, schwächere Spieler in wichtigen Spiele krank oder verletzt zu melden, dann ist ihnen und leider auch uns einfach nicht mehr zu helfen.

    Über die Maximalspielzeit lässt sich sicher diskutieren. Es sollte halt nicht so sein, dass bei einem 18er Kader 8-9 Spieler über 3 Drittel im Einsatz sind und die anderen 9 sich dann rollierend das eine Mindest-Drittel teilen.


    Es spricht ja auch nichts gegen das positive Ansinnen trotz der vorgeschriebenen Rotation aufsteigen zu wollen, aber die muss halt gewährleistet sein. Dadurch, dass das größtmögliche Übel die nicht-Qualifikation für die höher Liga in der Rückrunde ist und kein Absturz in eine tiefere Liga droht, muss zumindest keiner sich den Klassenerhalt erkämpfen indem er seine schwächeren Spieler gar nicht mehr einsetzt. Am Ende ist es für Trainer und Spieler zwar nicht egal, ob man in der 8er-Gruppe 5. oder 8. wird, trotzdem ist es viel leichter in engen Spielen zu rotieren und damit auch mal eine knappe Niederlage in Kauf zu nehmen, anstatt mit den stärksten Spielern einen knappen Sieg oder einen Punkt zu retten.

    Ich verstehe dich schon, allerdings spielen bei uns die NLZs nicht jedes Jahr in einer "normalen" Aufstiegsliga mit und können somit als Jahrgang gar nicht aufsteigen und den Aufstieg mitnehmen.

    Beispiel: U13 und U14 spielt NZL-Liga, d.h. sie müssten in der U15 ganz unten starten, weil sie ja in keiner Liga waren und eine Liga mitbringen.


    Und wann "flüchten" bei uns die Leistungsvereine in die Förderliga? Genau, wenn sie aus der BOL absteigen. ;)

    Der Schritt ist aber echt schlau wenn man absteigt dann in ne private Runde zu gehen😝

    Wäre nicht nötig, wenn es einfach keine Abstiege geben könnte.

    Leistungsvereine müssten einen Mindeststandard an Trainingsqualität (Anzahl & Ausbildung der Trainer, Infrastruktur, Trainingshäufigkeit etc.) erfüllen und wären damit für Förderligen berechtigt.

    Diese sollten zunächst möglichst regional zusammengestellt sein um zu weite Fahrten zu vermeiden.

    Spielsystem: Drittel oder Viertel (ab C-Jugend) mit der Vorgabe, dass jeder Spieler eine Mindestspielzeit haben muss und keiner die Maximale Spielzeit überschreiten darf.

    Nach der Hinrunde spielen die stärksten Teams jeder Gruppe überregional gegen stärkere und die schwächeren überregional gegen schwächere. Ähnlich läuft es aktuell in den Nachwuchsligen von U17 und U19 allerdings nach wie vor mit 90 Minuten Spielzeit, dafür aber immerhin mit der Möglichkeit bis zu 8x zu wechseln.

    Nach der Rückrunde starten alle Vereine wieder in der "Basis-Förderliga".

    Ein ähnliches System ließe sich auch im Breitensport einführen.

    Die Drucksituation machen sich die Spieler gerade im Leistungsbereich in A- und B-Jugend doch selbst.

    Die wollen alle nach oben kommen. Parallel steht bei vielen der Schulabschluss an.

    Jeder Spieler in dieser Altersgruppe, der davon träumt Profi zu werden weiß ganz genau, wo er im Ranking in seiner Mannschaft und wahrscheinlich sogar ungefähr, wo er deutschlandweit im Ranking steht. Egal, ob er spielt oder nicht.

    Wo wäre das Problem auch im Leistungsbereich in dritteln zu spielen.

    Gerne auch 3x45 Minuten oder 4 x 40 Minuten. Jeder Spieler darf maximal 90 Minuten Spielen und jeder muss mindestens 45 oder 60 Minuten Spielen. Die Kader der NLZ geben das locker her.

    Ein Spieler wird trotzdem noch ganz genau erkennen, dass er nur 45 Minuten spielt und nicht 90 und er weiß dementsprechend, dass er was tun muss. Der Unterschied ist aber: er kann auch etwas tun und zwar nicht nur im Training, sondern auch im Spiel.

    Wenn diese Jungs aus der zweiten Reihe dann Ihr Glück in der 3., 4. oder 5. Liga versuchen, weil es für ganz oben nicht gereicht hat, dann kommen Sie dort wenigstens mit Spielpraxis an und nicht wie heute mit 2-4 Jahren Training und einer Hand voll Einsätzen über 5-10 Minuten.

    Den Umgang mit Ergebnisdruck weil es um den Aufstieg, Meisterschaft, oder gegen den Abstieg geht, den muss man nicht zwischen 16 und 19 lernen. Das reicht auch mit 20+.

    Jeder Spieler sollte in der D-Jugend eine Stammplatzgarantie haben - und zwar auf dem Feld und nicht auf der Bank. Dieser Thread zeigt mir wieder wie wichtig eine Reform in der D-Jugend ist. Und hier favorisiere ich gerade das Modell "14 spielen immer", d.h. mit 1 Rotationsspieler kommen 16 Spieler zu ausreichend Spielzeit. Ich habe die Hoffnung, dass zukünftig diese Fragen sich nicht mehr stellen.

    Vom Grundsatz her stimme ich Dir hier vollkommen zu.

    Eigentlich ist eine Reform des Wettkampfsystems erforderlich.

    Keine Auf- und Abstiege, Ligen mit heterogener Zusammensetzung, oder Systeme in denen es einfach machbar ist jede Woche Gegner auf Augenhöhe zu finden. Der Spielbetrieb sollte in Dritteln oder Vierteln organisiert sein (3x30, 4x25) und sicherstellen, dass jeder Spieler mindestens 30 Minuten (besser mehr) Spielzeit bekommt.

    Neben der Vorgabe, dass kein Spieler weniger als die Mindestspielzeit erhält, könnte genauso festgelegt werden, dass kein Spieler durchgehend auf dem Feld stehen darf. Dazu ist aber die von mir schon öfter geforderte Wettbewerbsreform (Abschaffung der Ligen, Abschaffung von Auf- und Abstieg) im kompletten Nachwuchsbereich unabdingbar.

    Meine Aussagen weiter oben bezogen sich eher darauf, wie ein Trainer im Rahmen des aktuellen Systems die Situation managen könnte, um den Spielern als Individuum, aber auch der Mannschaft als ganzes und dem Wettbewerbsdenken gerecht zu werden.

    Ab der D-Jugend ist es schon Ok, bei der Aufstellung mehr auf die Leistungsfähigkeit zu schauen und somit spricht auch nichts dagegen, wenn hier Spieler mehr Spielzeit bekommen, um Ergebnisse zu erzielen.

    Ob die Spieler wirklich stagnieren, weil sie sich Ihres Stammplatzes sicher sind, lässt sich als Außenstehender nur schwer beurteilen.

    Hier wäre es die Aufgabe des Trainers im Training oder durch klare Aufgaben im Spiel neue Reize zu setzen.

    Das diese Spieler in einer Breitensportmannschaft immer von Anfang an spielen kann sein, muss aber nicht. Man könnte auch z.B. gegen schwächere Gegner mal einen zunächst auf der Bank lassen um später mit höherer Qualität einwechseln zu können, oder ganz bewusst bei frühzeitig entschiedenen Spielen alle 3 vom Feld nehmen um dem Rest der Mannschaft mal eine Chance zu geben sich ohne die Starts zu beweisen. Da in der D-Jugend auf Breitensportniveau Rückwechseln ja immer möglich ist, sollte das ja kein größeres Problem darstellen.

    Hallo Almkicker, lass Sie mal die Schuhe ausziehen und schießen. Bei manchen Kids hilft das ungemein.

    Die Erfahrung habe ich auch schon gemacht.

    Habe früher in der F-Jugend speziell beim Hallentraining öfter bewusst sockig statt mit Hallenschuhen trainieren lassen.

    Was eigentlich dafür gedacht war, den Kindern ein besseres Stabilitäts- und Koordinationsgefühl zu geben, wenn man unterschiedliche Untergründe z.B. beim Laufen über Matten etc. hatte, hat dann am Ende tatsächlich dazu geführt, dass sich auch das Gefühl für den Ball deutlich verbessert hat und bestimmte Techniken ohne bewusstes Erklären intrinsisch optimiert wurden.

    Don Quijote

    Hallo Oliver,

    ich versuche mal wieder mein Glück, die Neugierde zu befriedigen.

    Wenn ich richtig mitgerechnet habe müsste Dein Junior mittlerweile die dritte Saison hinter sich haben.

    Gibt es etwas neues zu berichten?
    Hat er insgeheim noch die Profilaufbahn über die Hintertür (MLS-Draft o.ä.) im Hinterkopf, oder fokussiert er sich auf das Studium und genießt es nebenher relativ professionell Fußball spielen zu können?