Das Problem haben ja nicht nur die Torhüter, sondern alle Spieler im Leistungsbereich oberhalb der U14 (zumindest in Bayern).
Ich gehe sogar soweit, dass es die Torhüter vergleichsweise einfach haben können.
Ich kenne es aus der U15 Bayernliga so, dass jeder Torwart 2 Spiele bekommt und anschließend gewechselt wird.
Da die Leistungsunterschiede meist nicht so exorbitant groß sind, funktioniert das auch Ergebnistechnisch immer noch ganz gut. Außerdem hat der Trainer ja die Option den stärkeren für die "wichtigeren" Spiele und den schwächeren für die weniger wichtigen vorzusehen. Womit wir bei Begriff "wichtige" Spiele schon beim Kern des Problems wären, aber dazu später mehr.
Bei den Feldspielern hat man ja auch dem Niveau in der Regel auch 22 Spieler (jede Position doppelt besetzt). Da sind die Leistungsunterschiede inkl. Auswirkungen aufs Endergebnis, wenn der schwächere spielt aber meist stärker spürbar als bei den Torhütern. Was dazu führ, dass Rotation tatsächlich nur stattfindet, wenn der Stammspieler verletzt oder erkrankt ausfällt.
Wechsel finden in vielen Fällen auch eher spät statt, um Zeit von der Uhr zu nehmen bzw. werden möglichst lange aufgeschoben, um noch jemand in der Hinterhand zu haben, für den Fall, dass sich jemand verletzt.
In Bayern kommen die Spieler aus der Förderliga mit 3x30 Minuten, in denen jeder im Kader mindestens 30 Minuten zum Einsatz kommen muss. Die Jungs wissen am Ende ganz genau, ob sie nur 30 Minuten, oder 60 Minuten+ gespielt haben und können sich dementsprechend im internen Konkurrenzkampf gut einsortieren. ABER: sie haben mindestens 30 Minuten gespielt.
Zur U15 geht es in die U15 Regional- oder Bayernliga mit einer Spieldauer von 2x40 bzw. 2x35 Minuten. 5 Wechsel sind möglich ohne Rückwechsel.
Außerdem kann man Auf- und Absteigen. Die Liga bzw. das Niveau auf dem man sich messen kann ist für die Gesamtausbildung im Verein schon wichtig, deshalb kann man Trainern, die innerhalb dieses Systems ergebnisorientiert spielen und aufstellen gar keinen Vorwurf machen. Schuld ist nicht der Trainer, der versucht in dem System möglichst erfolgreich zu sein, sondern das System an sich ist Schuld.
Es wäre wahrscheinlich sehr leicht umsetzbar, im Leistungsbereich von U12 bis U19 Förderligen einzuführen.
Spielzeit: U12/13: 3x25, U14/U15 3x30, U16/17: 3x40, U19: 3x45
Jede Mannschaft, die teilnehmen möchte bekennt sich zu festgelegten Ausbildungsrichtlinien, hat einen Kader, in dem jede Position doppelt besetzt ist (ab U14 also 22 Feldspieler (geringfügige Abweichung nach unten erlaubt) und 2 Torhüter)
Selbst Wettkämpfe mit Auf- und Abstieg wären möglich. Dann gilt eben das Ergebnis nach den ersten beiden Dritteln und das dritte Drittel ist ein Bonusspiel um den Ergänzungsspielern Spielzeit zu geben. Die wissen natürlich dann auch, wo sie in der Hierarchie stehen, wenn sie nur im letzte Drittel ran dürfen.
Aber heute wissen sie wo sie stehen ohne eine Minute gespielt zu haben.
Die Frage was für die Entwicklung und die Psyche der Spieler besser ist beantwortet sich hoffentlich von selbst.
