Beiträge von Coach1976

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    Darum geht es ja genau.

    Richtige Eingruppierung.

    Leider starten die Fußballschulen oft in Vereinen, die bisher keine oder überschaubare Jugendarbeit hatten und werden dementsprechend ganz unten eingruppiert. In Bayern durch das Meldesystem immerhin Kreisliga, aber auch dafür ist eine selektierte Leistungsmäßig trainierte Mannschaft einfach zu stark.

    Sinnvoller wäre es, so hart das dann für die "normalen" Vereine ist, dass diese Teams gleich auf Bezirks- oder Landesniveau eingestuft würden. Meinetwegen sollen sie auch direkt bei der Sonderrunde der NLZ-Ligen mitspielen, wenn sie nachweisen, dass sie Ihre Mittel auch in gleichem Maß für die nachhaltige Entwicklung der Spieler einsetzen (Physio, Trainingsgelände, Trainerstab, Schulkooperation etc. alles was eben im Anforderungskatalog eines NLZ steht) und nicht gewinnoptimiert agieren. Dazu wäre man dann in der Regel nämlich nicht bereit.

    Hinzu kommt, dass viele Fußballschul-Teams sich sehr gerne auf Kreis-Niveau bewegen, weil die deutlichen Ergebnisse gegen unterlegene Teams natürlich eine großartige Werbung für die eigene Ausbildung sind und entsprechend Nachwuchs anlocken.

    Vergleiche gegen NLZ-Teams streut man gelegentlich gerne ein, um die Versprechen gegenüber den zahlenden Eltern zu erfüllen (allerdings spielt man dann mit der U13 gerne auch mal gegen eine NLZ-U12), aber nicht zu häufig, weil dies Spiele i.d.R. die Ergebnisbilanz schmälern.

    Absolute Zustimmung. Auch, wenn ich es vermutlich diplomatischer formuliert hätte.

    Zitat

    ist er noch sehr klein und schmächtig. Spielerisch kann er durchaus mithalten, jedoch fehlt ihm natürlich die Schnelligkeit, Kraft und Ausdauer

    Ein hochgezogener Spieler sollte im Gesamtpaket im oberen Drittel der Mannschaft angesiedelt sein. Wenn nicht, dann kann er besser in seinem Jahrgang spielen. Denn da darf er auch ruhig einer der Besseren sein und Führungsspieler sein.

    Hier würde ich auf Grund der Beschreibung sagen, dass er bei älteren nix verloren hat.


    Hochziehen ist unter Umständen schon sinnvoll. Aber man muss es von Jahr zu Jahr neu bewerten. Denn niemand entwickelt sich linear. Was dieses Jahr gut ist, kann nächstes Jahr nicht gut sein. Mein Kleiner hatte irgendwann in der D-Jugend Ausweichverhalten gezeigt, hat Zweikämpfe gemieden. "Hast du nicht gesehen, wie groß der ist?"
    Gerade in der D/C wenn die körperlichen Unterschiede sowieso groß sind, muss man gut aufpassen.

    Im oberen Drittel, aber bei der Mannschaft, in die er hochgezogen wird, also bei den älteren.

    Ein Spieler, der nur im oberen Drittel seiner eigenen Jahrgangsstufe spielt wird bei den älteren nicht viel Spaß haben und eher negativ beeinflusst werden.

    Wenn ein Spieler in seiner Mannschaft mit Abstand der Beste ist, aber im höheren Jahrgang gerade so mithalten kann, macht das ganze auch wenig Sinn. Da könnte man über temporäre Einsätze im höheren Jahrgang nachdenken um gelegentliche Reize zu setzen, aber nicht dauerhaft.

    Hochziehen macht dann Sinn, wenn ein Spieler in seinem Jahrgang so dominant ist, dass dort die Herausforderung fehlt und seine Stärke ggf. sogar ein Entwicklungshemmnis für gleichaltrige Mitspieler ist. Gleichzeitig muss er auch im höheren Jahrgang sportlich einen Mehrwert im Sinne von Verstärkung für die Mannschaft darstellen.
    Ist das nicht gegeben, wäre ein Vereinswechsel sinnvoller als hochziehen zu den älteren, oder besser: im eigenen Jahrgang bleiben und ab und zu bei den älteren reinschnuppern.

    Etwas allgemein gültiges, offizielles würde natürlich vieles erleichern.

    Wichtig ist aber, dass das Anforderungsblatt nicht nur auf der Homepage vergammelt und dem Eltern / Spielern mit den Mitgliedsunterlagen ausgehändigt wird, sondern dass alle im Verein diese Werte und Anforderungen leben und gegenseitig einfordern.

    Dementsprechend erspart das Vorhandensein solcher Regeln dem Trainer nicht mit der Mannschaft darüber zu sprechen, dass er entsprechendes Verhalten von den Spieler erwartet, es erleichtert ihm allerdings das Ganze schon, weil er ja kein Einzelkämpfer ist, sondern den ganzen Verein hinter sich hat.

    Die B-Jugend ist ohne Zweifel ein komplizierter Jahrgang, in dem sich aufgrund der altersspezifischen Besonderheiten Probleme aber auch Möglichkeiten ergeben können.

    Das Verhalten, einiger Deiner Spieler, das Du beschreibst ist langfristig natürlich nicht zu tolerieren. Weder von Dir als Trainer, noch vom Verein und auch nicht vom Team als solches.

    Die Frage, die sich mir stellt, ist, ob die Jungs und Mädels eigentlich wissen, welches Verhalten und welche Disziplin von ihnen erwartet wird. B-Jugendliche fühlen sich teilweise bereits als Erwachsene (manche von ihnen haben in vielen Bereichen auch tatsächlich die Reife dies mit Recht zu tun) und wollen oft auch als solche wahrgenommen und behandelt werden.

    Elternabend ist ne gute Idee.

    Sicher macht ein Elternabend vor und ggf. in der Mitte der Saison auch in der B-Jugend noch Sinn, da man mit Minderjährigen zu tun hat und es ja auch immer organisatorisches zu besprechen gibt. In dem Rahmen kann und sollte man auch die Erwartungen, die man als Trainer hinsichtlich Disziplin, Engagement, Respekt etc. an die Spieler hat, kommunizieren, damit die Eltern Bescheid wissen.

    Viel wichtiger ist aber in dieser Altersgruppe, diese Aspekte mit der Mannschaft als Gruppe zu besprechen und zwar regelmäßig.

    Vor der Saison sind Erwartungen zu formulieren und gemeinsame Vereinbarungen zu treffen, was die Trainer von den Spielern erwarten dürfen und umgekehrt, und die Einhaltung dieser Vereinbarungen sollte regelmäßig in kurzen Teamsitzungen auch überprüft und besprochen werden. Wenn dann einer oder mehrere ausscheren und den gemeinsamen "Kodex" verlassen, kann man das in Einzelgesprächen oder auch vor der kompletten Mannschaft deutlich ansprechen.

    Sollte das bei Euch bereits passiert sein, ist für den einen Spieler eine temporäre Pause die mindeste Konsequenz.

    Der nächste Schritt wäre noch ein Gespräch mit ihm und den Eltern und falls sich herausstellt, dass keine Hoffnung auf Besserung besteht der Ausschluss aus der Mannschaft, was nicht heißt, dass er sofern er irgendwann geläutert zurückkehrt keine neue Chance bekommen sollte.

    Ich habe vor Ort erst diese Saison erlebt, wie ein sportlich wie disziplinarisch ziemlich chaotischer Haufen, der in der D- und C- Jugend als hoffnungsloser Fall kurz vor der Auflösung eingestuft wurde, als B-Jugend eine 180-Grand-Wende hingelegt hat.

    Sie spielen zwar aktuell in der untersten Liga, was den sportlichen Erfolg etwas relativiert. Aber aus der Mannschaft ist tatsächlich eine richtig gute Einheit geworden. Frühere Chaoten sind mittlerweile Leistungsträger und gehen auch disziplinarisch voran. "Holzfüße" haben eine so nicht für möglich gehaltene Entwicklung genommen. Spieler, die früher nur gerannt sind, wenn der Ball in ihrer Nähe war und den dann entweder direkt nach vorne gebolzt haben oder mit dem Kopf durch die Wand in Richtung Torauslinie gerannt sind, orientieren sich im Raum, spielen ordentliche Pässe, coachen Ihre Mitspieler.

    Die Jungs machen gerade richtig Spaß. Sie treten geschlossen, respektvoll und freundlich auf, engagieren sich auch anderweitig im Verein und geben auch nach außen ein sympathisches Bild ab.

    Woher kommts? Einige Jungs haben sich im Rahmen ihres persönlichen Reifeprozesses einfach gut entwickelt und bringen dies in die Mannschaft. Ein neuer Trainer, der die Jungs mit sehr viel Euphorie, Empathie, aber auch klaren Ansagen und Vorgaben fordert und fördert. Das gemeinsam hat dazu geführt, dass die ganze Truppe einen gemeinsamen Weg geht. Natürlich gab es in den letzten Jahren auch den ein oder anderen Quertreiber und Störfaktor, der sich mittlerweile verabschiedet hat oder verabschiedet wurde. Andererseits sind auch einige Spieler (auch von den ehemaligen Quertreibern) mittlerweile zurückgekehrt und fügen sich voll ins neue Teamgefüge ein.

    Was ich damit sagen will:

    bevor Du die Hoffnung aufgibst und ein oder mehrere Spieler aussortierst oder selbst hinwirfst, hinterfrage erst einmal selbst, ob Du in der Vorbereitung und Kommunikation alles dafür getan hast, dass die Spieler wissen was von ihnen verlangt wird und dass sie einsehen können und müssen, was an ihrem Verhalten falsch ist.

    Wenn ja, dann nutze die zur Verfügung stehenden Konsequenzen und Sanktionen, auch ohne Rücksicht darauf, ob dem Verein Spieler und Mitglieder verloren gehen, weil dann ist es auch keine langfristige Basis für den Verein.

    Wenn Du den Eindruck hast, dass noch Chancen bestehen, die Mannschaft als ganzes zu fordern und einen neuen Weg einzuschlagen, dann gehe es auf diese Weise an.

    Hallenturniere für C, B und A-Jugend sind nicht lukrativ. Zum einen kommen weniger Zuschauer und zum anderen wird es schwieriger die Eltern zum Arbeiten zu animieren. Deshalb bieten viele Vereine für diese Jahrgänge keine Turniere an.


    Und wenn ich dann noch die Startgebühren sehe und bei manchen Vereinen nur X (oftmals 2) Privatturniere vom Verein bezahlt werden, dann erhöht das nicht die Turnieranzahl in dem Altersbereich.


    Die Spieler*innen haben überwiegend "Bock" auf Halle.

    Ich denke das ist das Hauptproblem.

    Nach der D-Jugend lässt das Interesse der Eltern und erst recht von Großeltern und Geschwistern nach.

    Dementsprechend kommen weniger Zuschauer zu Turnieren, was diese unattraktiver macht.

    Hallentraining ist in der kalten, nassen Jahreszeit trotzdem wertvoll. Gerade in diesem Alter, wo das Wachstum die Koordinationsfähigkeit extrem beeinflusst.

    Sofern Möglichkeiten bestehen mal eine Halle zu bekommen bzw. wenn man eine eigene Halle zur Verfügung hat empfiehlt es sich anstelle von Turnieren Leistungsvergleiche mit einem anderen Team durchzuführen.

    Beide Vereine teilen sich in 2-3 Hallenteams auf und Spielen für z.B. 2-2,5 Stunden entweder Leistungshomogen oder wenn machbar auch überkreuz gegeneinander. Bei entsprechender Betonung des Freundschaftsspiel- und Leistungsvergleichscharakters lässt sich auch das Märchen von der hohen Verletzungsgefahr in der Halle ausräumen.

    Es geht ja nicht immer nur darum, ob ein Trainer gut oder schlecht ist, sondern, wie ein Trainer mit der Mannschaft und der aktuellen Situation performt.

    Dass Joachim Löw von 2006 - 2016 ein guter Trainer war bezweifelt sicher niemand.
    Im Anschluss ist ihm aber scheinbar der Draht zum Team und das eigene Konzept abhanden gekommen und vermutlich hat er teilweise auch auf die falschen Leute gesetzt.

    Hansi Flick hat bei Bayern bewiesen und tut es jetzt bei Barcelona, dass er ein guter Trainer ist.

    In der Nationalmannschaft hat er es zu keiner Zeit hinbekommen.
    Julian Nagelsmann hat bei Bayern vieles gut, aber genauso vieles falsch gemacht.

    Im Tandem mit Sandro Wagner macht er aktuell einen überragenden Job.

    Dazu hat er aber auch Spieler, die im Moment auf einem Top-Niveau agieren, dass sie unter Löw und Flick nicht erreichen konnten bzw. sie vielleicht damals noch nicht weit genug waren.

    Auf der anderen Seite ist natürlich auch die Erkenntnis gereift, dass ich Spieler so einsetzen muss, dass sie auf der Position wo sie Spielen die bestmögliche Leistung für die Mannschaft und sich bringen können. Das hat zur Folge, dass der ein oder andere Mittelfeldspieler zu Hause bleibt, weil es wichtiger ist mindestens zwei echte 9er dabei zu haben.


    Dementsprechend kann man zusammenfassend schlicht feststellen, dass wir im Moment zum Glück wieder ein "Match" zwischen Trainer und Team als auch innerhalb des Teams haben, das kombiniert mit positiver Formkurve der Spieler zu den in 2024 erzielten Ergebnissen führt.

    Das war in den letzten Jahren eben nicht immer so.
    Mal hat es beim Trainer nicht gepasst, mal innerhalb der Mannschaft nicht und mal waren zu viele Spieler im entscheidenden Moment nicht auf Top-Niveau (was nicht immer dem Bundestrainer anzukreiden war). In der Summe hatte das aber zur Konsequenz, dass keine ausreichende Leistung zu Stande kam.

    Für Top-Leistungen und Top-Ergebnisse müssen eben alle Faktoren stimmen und alle Rädchen ineinander greifen.


    Nicht vergessen darf man auch den positiven Einfluss von Rudi Völler, der Spieler, Trainer und DFB daran erinnert hat, dass das Tagesgeschäft daraus besteht gut und erfolgreich Fußball zu spielen. Wenn man dass tut, gibt es hinterher auch was zu vermarkten.

    Private Fußballschulen mit individualisiertem Fördertraining halte ich für eine gute Ergänzung Vereinstraining und wo ein Markt ist, wird eben auch angeboten und gekauft.

    Das Thema, dass Fußballschulen als Vereine auftreten, oder (ähnlich dem Red-Bull-Prinzip) Vereine "übernehmen" gibt es bei uns auch.

    Teilweise muss man ehrlicherweise sagen, dass dort sportlich betrachtet bessere Arbeit geleistet wird als in vielen Breitensportvereinen und z.T. auch als in manchem Leistungsverein oder NLZ.
    So lange es Vereine gibt, die diesen kommerziellen Konstrukten eine Plattform bieten um am Regelspielbetrieb teilzunehmen, sei es durch Aufnahme der Schule in den Verein, oder dadurch, dass man seine Plätze an den Verein, den die Schule selbst gegründet hat vermietet (was ja auch dem Kommerz dient), lässt sich das nicht verhindern.


    Am meisten stört mich daran, dass die Vereine zum einen sehr aggressiv Spieler abwerben und teilweise größerer Versprechen machen und Hoffnungen auf die Profilaufbahn schüren, als das von NLZ-Seite passiert. Aufgrund der Leistungsdichte, die durch Ihr Angebot erzeugt wird haben sie nicht selten die Möglichkeit Leistungsvergleiche oder Testspiele mit NLZ-Teams durchzuführen, was ihre Attraktivität zusätzlich erhöht. Im Regelspielbetrieb treten sie meist gegen deutlich unterlegene Teams an, was zu sehr hohen Ergebnissen führt und dazu, dass sich die Spieler dieser Schulen noch besser fühlen und die Breitensportler noch schlechter.
    Bei uns kam es dieses Jahr dazu, dass die Hälfte der Teams die Ligaspiele gegen die Fußballschule abgesagt und die dafür fällige Geldstrafe in Kauf genommen hat. Auch nicht die feine englische Art, aber auch verständlich, denn die anderen Liga-Spiele dieses Teams gingen 2-stellig aus. Auf der anderen Seite verliert die Mannschaft dann auch bei den vergleichen gegen die NLZ-Teams sehr deutlich. Da stellt sich schon auch die Frage nach Sinn und Unsinn solcher Konstrukte, weil man durch diese Mannschaft eine Pseudo-Elite generiert, die nirgends richtig reinpasst, dadurch aber das Niveau im Verbandsspielbetrieb durch den Abzug von Spielern drückt.

    Als Verein bleibt eigentlich nur die Chance, seine Vorzüge auf den Markt zu werfen und vielleicht auch ein bisschen von diesen Schulen lernen, was die Trainingsgestaltung betrifft. Ambitioniertes Training für die Leistungsstarken, leichteres Training für die schwächeren.
    Meist wird es aber an den Ressourcen und dem zur Verfügung stehenden Personal scheitern.


    Wenn ich im Breitensportverein entscheiden könnte, würde ich ebenfalls Spiele gegen solche Mannschaften vermeiden und dafür auch bezahlen, wenn es sein muss. Es macht weder für Trainer, noch für Spieler und Eltern Sinn sich die Hucke vollschießen zu lassen, wenn der Gegner komplett andere Voraussetzungen hat.

    Im DFB-Pokal bekommt der Unterklassige wenigstens das Geld und das Erlebnis, wenn er gegen die Bayern spielt. Aber in dem Fall gibt es definitiv nur Verlierer.

    Die Häufigkeit an Sport und Bewegung, die der hier thematisierte 12 jährige hat sollte man eigentlich nicht kritisieren, sondern sich eher wünschen, dass viel mehr Kinder diese Häufigkeit, Regelmäßigkeit und Intensität an körperlicher Betätigung anstreben.

    Ich bin hier im Gegensatz zu Fuppes nicht der Meinung, dass der Körper daran großartig Schaden nimmt.


    Wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, dann bin ich in dem Alter wahrscheinlich auf 6,5 Tage Sport in der Woche gekommen und hatte durchschnittlich wahrscheinlich mehr als 3 Stunden pro Tag "auf der Uhr". Der Unterschied ist, dass damals nur 90 Minuten für 1 Training pro Woche und 60 Minuten für das Spiel am Wochenende "organisiert" waren.

    Der Rest fand mit Freunden auf dem Bolz- oder Tennisplatz bzw. am Samstag nach dem eigenen Spiel oder Sonntags vor, während und nach dem Spiel der Herrenmannschaft statt. Überbelastung habe ich weder damals gespürt, noch sind heute Spätfolgen vorhanden.


    Im hier beschriebenen Fall fände ich es trotzdem besser, wenn sich die organisierten Trainings- und Spieleinheiten auf einen Verein konzentrieren würden und nebenbei noch etwas Zeit übrig wäre, in der der Junge jeden Tag selbst entscheiden kann, ob er Sport macht und wenn ja welchen. Das kann dann gerne Fußball auf dem Bolzplatz, oder allein im Garten sein, könnte aber genauso mal (Tisch-)tennis, Fahrradfahren, (Street-)Basketball, Schwimmen ... werden.

    Wichtig dabei ist, dass die Entscheidung spontan fällt und nicht durch einen festen Termin vorgegeben ist und, dass die Aktivität direkt vor der Haustür stattfindet und nicht noch 1-2 Stunden einfache Fahrt dafür nötig werden.


    Leider spielt halt in dem Zusammenhang auch wieder die schon angesprochene Zocker-Generation mit rein.

    In vielen Gegenden gibt es leider gar keine Möglichkeit mehr unorganisierten Sport einfach so vor der Haustür zu machen bzw. nur alleine, weil es keine Gleichgesinnten vor Ort gibt.


    Dementsprechend ist es schwer und unfair ein Urteil zu fällen, was richtig und was falsch ist.

    Wichtig ist immer: das Kind muss wollen und ziehen und nicht die Eltern schieben.

    Und am Ende darf niemand dem anderen vorwerfen, dass man wegen ihm etwas versäumt hat.

    Weder das Kind den Eltern und erst recht nicht die Eltern dem Kind.

    Ich habe da ähnliche Bauchschmerzen und eine ähnliche Unentschlossenheit, was ich gut und was ich schlecht finde.
    Ganz außer Frage steht, dass es nicht sein sollte, dass ein Kind mit 9 oder 10 Jahren mehrmals die Woche 2h im Auto sitzt, egal ob es um Vereinstraining oder Zusatztraining geht.

    Wenn ein Kind die Möglichkeit hat 4 mal (meinetwegen noch öfter) zu trainieren oder mit gleichgesinnten zu kicken und das in auch noch in vertretbarer Entfernung von zu Hause (am besten so, dass es alleine mit dem Fahrrad oder zu Fuß hinkommt), dann spricht nichts dagegen dieses Angebot wahrzunehmen. So lange die organisatorischen "Kosten" nicht überhand nehmen und alles weitere (Schule, Familie) darunter nicht leiden gibt es kein "zu viel Sport" in diesem Alter. Freunde finden sich dann eben beim Fußball und nicht auf dem Spielplatz, dem Parkplatz des Einkaufszentrums oder (noch schlimmer) in der Online-Zocker-Blase.
    Einen sportlichen Mehrwert bringen diese Möglichkeiten in erster Linie dann aber Kindern, bei denen zufälligerweise ausreichend Kinder mit sportlichem Talent zusammenkommen und Fußball spielen.

    Das führt natürlich wieder dazu, dass Kinder aus Orten mit einer geringeren Vereinsdichte und einer geringeren Anzahl an talentierten ehrgeizigen Kindern eher benachteiligt sind. In diesen Bereichen wäre es wohl am sinnvollsten die Grenzen zwischen Vereinen und Sportarten zu sprengen und einfach zu versuchen die Kids, die mehr wollen (egal in welcher Sportart) zusammenzubringen und ihnen eine gute Multisportausbildung auf höchstem Niveau zukommen zu lassen. Wenn sie älter sind und sich dann für ihre Favoritensportart entschieden haben, besteht immer noch die Möglichkeit sich zu spezialisieren und weitere Wege für den Leistungsbereich in Kauf zu nehmen.

    Wird so selten bis nie passieren, weil einfach von sämtlichen Seiten (Eltern, Kinder, Vereine, Verbände) unterschiedliche Interessen aufeinanderprallen, die sich nicht vereinbaren lassen.

    Reform des Kinderfußballs: Helmut Schulte über Funiño - "Das war irre!" | sportschau.de


    Schöner Beitrag in der ARD-Mediathek über Horst Wein und die Entwicklung von Funino.

    Eigentlich Schade, wenn man überlegt wie lange das Thema schon bearbeitet wird und wie lange es gedauert hat, bis es richtig ankommt.


    In dem Beitrag kommt auch Matthias Lochmann zu Wort. Leider hört und liest man über ihn und von ihm zum Thema Kinderfußball so gar nichts mehr. Weiß jemand warum, oder sieht er seine Mission mittlerweile als erfolgreich abgeschlossen?

    Zustimmung in allen Punkten.

    Das Problem bei den stärkeren Spielern im 5:5 oder 7:7 ist, dass man genügend starke Spieler auf beiden Seiten braucht um die Teams voll zu bekommen.

    Wenn nämlich in zwei Mannschaften je 3 starke Spieler im 7:7 mit je 4 Mitläufern kicken haben weder die starken noch die schwachen was davon.

    Dann wären wir wieder bei der Frage ab wann man talentierte Spieler "selektiert" und konzentriert gemeinsam spielen lässt, also Modell JFG/JSG, aber nicht mit dem Zweck überhaupt eine Mannschaft stellen zu können, sondern alle Kinder auf ihrem Niveau fördern zu können. Das hätte dann aber wieder zur Konsequenz, dass die Wege zu den Spielen weiter würden, weil die lokalen Gegner ja eine gemeinsame JFG bilden würden.

    Dementsprechend ergeben die kleinen Spielformen sowohl im Training als auch im Wettbewerb einfach mehr Sinn.

    Eine Spielrichtung gibt es im 3:3 ja auch, nur ist die eben nicht auf ein Tor, sondern auf zwei ausgerichtet. Es ergeben sich genauso viele oder sogar mehr freie Räume, die man anlaufen kann bzw. sind diese Räume oft wirklich frei, weil nicht jede Position schon durch Mit- oder Gegenspieler besetzt ist.

    Bin da vollkommen dabei. Der Schlüssel liegt im Training und wenn es den Trainern gelingen würde in dieser Altersklasse Unabhängig vom Spiel am Wochenende das zu trainieren, was die Kinder benötigen um sich zu entwickeln, müsste man der Spielform vielleicht auch nicht die Bedeutung beimessen.

    Andererseits ist es im Spiel halt wie im Training. Je kleiner die Spielform, umso einfacher ist es homogene Teams auf beiden Seiten zu bilden und umso einfacher ist es, dass die Kinder im Wettkampf ein forderndes Spiel haben.

    Auch das "nicht mehr verrückt machen" bei den unzuverlässigen fällt Dir als Trainer deutlich leichter, wenn Du keine 7-10 Spieler benötigst um am Wochenende eine Mannschaft zu stellen, sondern die Kinder nach Leistung in kleine Teams einteilen kannst.

    Dann spielen die 3 oder 4 Unzuverlässigen eben beim Festival in einem Team gegen die Unzuverlässigen aus den anderen Vereinen.


    Was die Spielformen betrifft wäre etwas Struktur schon ganz nett.

    z.B. 1-2 Felder Funino und 1-2 Felder 5+1. Im Idealfall sollte jedes Kind mal jede Spielform je Spieltag mitgemacht haben.

    Ich finde die Art der Zerlegung des Spiels und Objektivierung der Leistung und Bewertung von Stärken und Schwächen eigentlich ganz interessant.

    Mir erscheint die hohe Gewichtung der erzielten Tore allerdings etwas zu stark.

    Zum einen haben dadurch offensiver eingesetzte Spieler mehr Chancen hohe Punkte zu ergattern, was Du vielleicht in der U11 durch konsequente Positionsrotation ausgleichen kannst.

    Zum anderen würde ein Spieler, der nach einem guten Dribbling, den Ball zum frei stehenden Mitspieler querlegt deutlich weniger Punkte bekommen, als der, der den einfachen Ball ins leere Tor schiebt.

    Ich habe da auch keinen 100% Einblick.

    Ich verstehe es aber so, dass es keine richtigen Sichtungsmaßnahmen gibt.

    Es gibt Auswahllehrgänge, die wie Trainingslager organisiert sind. Dabei finden in der Regel auch Spiele gegen Vereinsmannschaften oder andere Landes-Auswahlen statt. Die Auswahl ist kein starres System mit festem Kader. Klar die besten Spieler werden mit Sicherheit immer berufen. An den "Rändern" rutsch aber immer wieder ein rein oder raus.

    Sichtungen finden durch Spielbeobachtungen durch die Verbandstrainer, Trainingsbesuche, Empfehlungen der Vereinstrainer und im Förderkader durch die Stützpunkt- und Regio-Trainer statt.

    Es gibt aber keine Maßnahme, zu der Spieler eingeladen werden, um mal zu sehen, ob sie für die Auswahl in Frage kommen könnten, ohne das die schon jemand vorher auf dem Zettel hatte.

    Gegen Saisonende finden im Förderkaderbereich die Vergleichsturniere der Regional-Auswahlen und im Förder- und Leistungskaderbereich die Vergleichsturniere der Landes-Auswahlen statt. Die bilden dann wiederum die Sichtungsgrundlage für die Länderkader bzw. U-Nationalmannschaft der nächsten Jahrgangsstufe in der Folgesaison (wobei ein Spieler aus dem Förderkader vermutlich nicht in eine U-Mannschaft kommt ohne in einem Bundesliga-NLZ zu spielen).

    Deine letzte Frage kann ich nicht beantworten. Ich denke aber schon, dass im Förderkader der ein oder andere Spieler ist, den einige Bundesliga-LZ fest im Visier haben, der aber aufgrund von Entfernung, Schule oder weil er körperlich später durchstartet noch eine Stufe tiefer steht und dem man dann auch den direkten Sprung in den Leistungskader zutraut.

    Mir ist zumindest im aktuellen U15 Jahrgang ein Spieler bekannt, der letzte Saison noch U14 Förderkader gespielt hat, dort auch kein Überflieger war und diese Saison nach dem Wechsel ins BuLi-LZ direkt in den Leistungskader berufen wurde.

    Wenn Dein Sohn in einem BuLi-NLZ spielt, kommt er ja nur für den Leistungskader in Frage.

    Der Förderkader ist für die Spieler der BFV-NLZ bzw. Stützpunkt vorgesehen.

    So wie ich es kenne, werden die Spieler von den Vereinstrainern vorgeschlagen bzw. die Verbandstrainer sichten regelmäßig bei spielen der Förderliga.

    Einladungen erfolgen dann nicht zu Sichtungsmaßnahmen, sondern zu Auswahlmaßnahmen.

    Je nachdem wie die Leistung der einzelnen Spieler in den Maßnahmen ist, werden sie wieder eingeladen, oder ein andere erhält eine Chance.

    Die Sichtung Erfolg nach Positionen. d.h. wen Dein Sohn z.B. Stürmer ist und in der Förderliga sind 5-6 Stürmer, die deutlich stärker sind als Dein Sohn, ist die Chance relativ gering zur Auswahl eingeladen zu werden.

    Es sind aktuell nur 8 BuLi-NLZ:
    Bayern, 1860, Unterhaching, Fürth, Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Würzburg und Ingolstadt
    In der U14 wo die Nominierungen starten kommt der größte Teil der Spieler hauptsächlich von Bayern, Nürnberg und 1860 (und etwas Abstand Augsburg), da diese in den entsprechenden Jahrgängen die stärksten Teams stellen und sich das in der Regel auch zumindest in der Breite auf die Auswahlnominierungen auswirkt.

    In älteren Jahrgängen werden vor allem die Bayernspieler Thema bei den Nachwuchsnationalmannschaften, so dass Platz für Nachrücker frei wird.

    Grundsätzlich finde ich an dem System etwas unglücklich, dass der Kader relativ starr ist. Wer einmal gesichtet wurde und vernünftige Leistungen bringt, kann damit rechnen, dass er zu einem späteren Zeitpunkt wieder kommen darf. Jemand, der in der ersten Runde nicht berücksichtigt wurde, muss dann schon wirklich zufällig bei einem Saisonspiel beobachtet werden und dann auch extrem herausstechen.
    In der zweiten Förderebene (Förderkader der Nicht BuLi-NLZ) ist es noch kurioser.

    Die Spieler, die für die Regionalauswahl gesichtet werden, haben Chancen in den Förderkader der Bayernauswahl zu kommen.

    Dort werden sie mit vergleichbaren Maßnahmen gefördert, wie auch der Leistungskader der BuLi-NLZ.

    Gleichzeitig werden sie auch als Bayernauswahlspieler weiterhin zu den Lehrgängen der Regionalauswahl eingeladen, bekommen dementsprechend mit Stützpunkt, Vereinstraining, Regionalauswahl, Bayernauswahl eine 4-fach-Förderung, unterliegen aber natürlich auch der damit verbundenen zeitlichen und körperlichen Belastung.

    Sinnvoller wäre es doch wenn die Bayernauswahl-Spieler sich auf die hochwertigere Förderung im Förderkader konzentrieren können und die frei gewordenen Plätze durch die Spieler besetzt werden, die in der ersten Runde knapp an einer Nominierung vorbeigeschrammt sind.

    Zu den Auswahlkriterien kann ich direkt nichts beitragen, habe aber den Eindruck, dass die sehr trainerabhängig und weniger an objektiven zentralen Kriterien angelehnt sind.

    Speziell in der Förderkader- und Regionalauswahlebene stehen oft aber Körperlichkeit und Geschwindigkeit im Vordergrund.

    Prinzipiell sind da immer Spieler dabei, die es verdient haben dabei zu sein. Die Zeitpunktbezogen Nominierung und geringe Durchlässigkeit der Kader führt aber dazu, dass der ein oder andere Spieler durchs Raster fällt. Es wird zu wenig berücksichtigt, dass Spieler im jugendlichen Alter Formschwankungen unterliegen und ich denke es wäre sinnvoller Auswahlmaßnahmen mit einer deutlich breiteren Masse von Spielern durchzuführen.

    Dann gilt eben das Ergebnis nach den ersten beiden Dritteln und das dritte Drittel ist ein Bonusspiel um den Ergänzungsspielern Spielzeit zu geben. Die wissen natürlich dann auch, wo sie in der Hierarchie stehen, wenn sie nur im letzte Drittel ran dürfen.

    Das ist aus meiner Sicht keine Lösung. Alle Drittel zählen zum Ergebnis. Da sind die Jugendlichen auch so weit, dass sie sagen welchen Sinn macht das?

    Die Variante ist für mich auch nur der Notnagel, wenn man wirklich der Meinung ist, dass es im Nachwuchsleistungsbereich Auf- und Abstiege geben muss. Ich habe jetzt vier Jahr Erfahrung mit dem Konzept der bayerischen Förderligen sammeln dürfen.

    Ergebnis: Alle Spieler sind motiviert und engagiert. Alle Spieler fühlen sich als Teil der Mannschaft, auch die, die meistens nur ein Drittel spielen können. Niederlagen, die entstehen, weil man einen in der Breite weniger starken Kader hat als der Gegner und man verliert, weil der Gegner bei Wechseln besser nachlegen konnte werden sportlich akzeptiert, trotzdem sehen Spieler, wenn sie in ihrer Spielzeit mit einem starken Gegner auf Augenhöhe agiert haben. Die schwächeren Spieler im Kader erkennen sehr wohl, dass sie etwas hinter den stärkeren zurück hängen, nutzen aber die Möglichkeit des hohen Trainingsniveaus und der zur Verfügung stehenden Spielzeit um sich weiterzuentwickeln.

    Seit Beginn der U15: Stimmung im Team ist deutlich schlechter geworden, weil natürlich weiterhin jeder spielen will, aber nicht mehr darf. Der Konkurrenzkampf um Spielzeit war in der Förderliga auch schon da, wird aber verbissener, weil es nicht mehr im viel oder wenig spielen, sondern um spielen oder nicht spielen geht. In der Konsequenz sinkt aktuell bei annähernd gleichem Kader das Trainings- und Spielniveau, weil Positionskämpfe körperlicher stattfinden (nicht unfair, aber mit deutlich mehr Rivalität als noch vor 1-2 Jahren) und jeder Spieler permanent versucht sich zu "zeigen" oder zu beweisen, wie gut er ist. Dadurch entstehen deutlich mehr Einzelaktionen und deutlich weniger Zusammenspiel. Die Wackelkandidaten spielen im Training und auch wenn sie im Spiel zum Einsatz kommen Ihre Bälle im Zweifel eher zu einem der gesetzten Spieler als zu einem anderen "Wackelkandidaten", weil man damit seine Position im Team stärkt, und ggf. auch die eines Mitbewerbers schwächt.

    Alles in allem, wird mit dem Übergang zur U15 ganz viel kaputt gemacht, was in den 4 Jahren zuvor aufgebaut wurde.

    Für mich erschließt sich deshalb nicht, warum das Förderkonzept nicht einfach im kompletten Jugendleistungsbereich durchgezogen wird. Das bedeutet ja nicht, dass man Spieler, die nicht mehr die Kriterien für ein Leistungsteam erfüllen am Saisonende nicht aussortieren darf, aber in der Saison in der sie unter "Vertrag" stehen sollten sie die Förderung inkl. Spielpraxis bekommen, die man benötigt. (ordentliches Verhalten und Engagement natürlich vorausgesetzt).

    Mein Sohn gehört aktuell übrigens zu den gesetzten Spielern und spielt meistens durch. d.h. ich mache diese Feststellung nicht aus Frust, sondern eher als neutraler Beobachter.

    Klar ist es nicht leicht objektiv die Fähigkeiten von Torhütern (bzw. Spielern allgemein) zu bewerten und hinsichtlich der Größe von Torhütern gebe ich Dir vollkommen recht, dass diese immer einen entscheidenden Faktor spielt (v.a. die Körpergröße, die ein Torwart voraussichtlich als Erwachsener erreichen wird).
    Im Leistungsfußball sollte es schon erlaubt sein, einem Keeper der aufgrund von realistischen Abschätzungen (genetische Voraussetzungen, evtl. abschätzende Messmethoden hinsichtlich endgültiger Größe) keine Aussicht hat größer als 1,85 (das ist schon eher klein) zu werden, erklärt, dass es für ihn schwierig werden wird im höherklassigen Bereich zu landen. Klar gibt es Ausnahmen wie Yann Sommer, Jorge Campos oder Stefan Orthega, aber, das sind eben Ausnahmen.

    Ausgehend von dem Fall, dass hier im Beispiel (keine Ahnung, ob das stimmt) aber tatsächlich beide Keeper Aussicht haben eine ausreichende Körpergröße zu erreichen und wie beschrieben unterschiedliche Stärken und Schwächen haben, würde ich es trotzdem verstehen, wenn der Trainer im aktuellen Spielsystem einer Oberliga dem Keeper, den er aktuell für stärker einschätzt die meiste Spielzeit gibt (ggf. sogar die komplette) solange Auf- oder Abstieg in Reichweite sind.

    Das Problem ist eben nicht der Trainer, sondern das Spielsystem an sich, dass die Trainer dazu zwingt sich so zu verhalten.

    Mal angenommen, der 2010 Jahrgang eines Oberligisten ist eher durchschnittlich und kämpft um den Klassenerhalt. Der Trainer setzt beide Keeper gleichmäßig ein und der kleinere etwas schwächere kassiert den ein oder andere Treffer, vielleicht gar nicht durch Fehler, sondern bedingt durch die geringere Körpergröße. Diese fehlenden Punkte führen am Ende zum Abstieg.

    Der Verein hat dahinter einen überragenden 2011er Jahrgang, der in der Oberliga locker vorne mitspielen könnte, muss damit aber in der folgenden Saison in der Landesliga (oder in Bayern Bezirksoberliga) antreten.

    Deshalb verlassen talentierte Spieler den Verein in Richtung NLZ und nehmen Entfernungen von 100 km und mehr zum neuen Verein in Kauf, bei dem sie aber dann meistens auf der Bank sitzen. Mit der Aussicht sich in der Oberliga als Stammspieler mir guten Gegnern zu messen wäre das nicht passiert. Dass ein talentierter U15-Spieler ungern BOL spielen möchte, kann ich mit der Erfahrung des BOL-Niveaus bei uns in der Gegen nachvollziehen.

    Für mich gibt es zwei Möglichkeiten:
    1. keine Abstiege, sondern ausschließlich Förderligen für Leistungsteams

    oder

    2. wenn Auf-/Abstiege benötigt und gewollt werden, dann muss es möglich sein, dass Trainer ohne schlechtes Gewissen auf Ihre besten Spieler setzt und die Ergänzungsspieler zusätzliche Spielzeit bekommen (z.B. im dritten Dritte, das als Freundschaftsspiel ausgeführt wird). Dann ist es aber Aufgabe der Trainer, dass dieses Drittel auch wenn es um nichts geht als genauso intensiver Wettkampf geführt wird wie dass Punktspiel.

    Das "Hauptproblem" sehe ich in der begrenzten Anzahl der Wechselspieler.
    Sicher will hier der Trainer sein Kontingent nicht auf den Torwart "verschwenden".

    Jein.

    Die begrenzte Anzahl ist ein Problem.

    Aber In erster Linie ist das Problem die Möglichkeit auf- und abzusteigen.

    Selbst wenn der Trainer 11mal wechseln könne (aber nicht müsste) würde er das nur tun, wenn es Spielstand und Spielverlauf zulassen.