Beiträge von Coach1976

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    Ich finde die Verbände müssen im Moment gar nichts tun!
    Die Wettbewerbe sollten im Jugend und im Amateurbereich doch aktuell überhaupt kein Thema sein.
    Wenn wir peu a peu wieder in der Lage sind in Kleingruppen und dann irgendwann wieder mit der kompletten Truppe auf den Plätzen zu stehen ist doch erst mal der wichtigste Schritt erreicht.

    Dazu brauch es keinen Verband, sondern niedrige Infektionszahlen und Rückkehr zu den Hygienekonzepten aus dem Frühjahr / Sommer.

    Spielbetrieb vor April / Mai ist in meinen Augen nicht realistisch.

    Von daher gebe ich Larius dann doch recht. Den Ligapokal könnte man jetzt schon absagen. Wobei das im April noch genauso erfolgen kann. Die paar ausstehenden Ligaspiele in Bayern wird man ganz sicher irgendwann noch durchbekommen.
    Ich für meinen Teil hoffe einfach, dass nach Ostern vielleicht die Chance besteht wieder in Kleingruppen (von mir aus auch kontaktfrei) zu starten und ab Mai wieder normal zu trainieren.
    Klar wollen die Jungs irgendwann auch wieder Gegner haben. Ob das dann aber Freundschaftsspiele, Turniere oder Verbandsspiele sind, ist denen und mir auch total egal.

    Ich glaube nicht (ohne Hintergrundwissen), dass die Anforderungen ans Eigenkönnen bei der B-Lizenz höher gesteckt sind als bei der C-Lizenz. Ich gebe Dir recht, dass all diese Basics bereits bei der C-Lizenz nötig sind bzw. noch nötiger als für die B-Lizenz.
    Dementsprechend sollte bei der B niemand mehr ankommen, der damit Probleme hat.
    Als Trainer muss man sicher nicht besser seine Schützlinge bzw. kann das irgendwann vielleicht auch nicht mehr sein.
    Aber egal, was ich vermitteln will, ob im Sport, in der Schule oder im Beruf, wenn ich die Basics nicht auch praktisch zumindest in Grundzügen beherrsche wird es nicht gelingen das glaubwürdig rüberzubringen. Und im Sport wird nun mal vieles auch durch vormachen und nachahmen übermittelt.

    Sonderfälle, wie das erfreuliche Beispiel mit dem Trainer, der im Rollstuhl sitzt sollten dadurch nicht verhindert werden.
    Ich gehe aber davon aus, dass hier Co-Trainer mit im Spiel sind, die bei der Vermittlung der Praxis unterstützen.

    Sind den Trainer in der Oberliga mehr damit beschäftigt ihren Spielern gewisse Techniken beizubrigen, oder eher taktische Inhalte?

    Ich finde es interessant, dass von den Trainern erwartet wird, sie sollen Dinge vormachen können, für eine Lizenz mit der man in Stufen trainieren kann, wo diese Inhalte selbstverständlich bei den Spielern sein sollten, sonst hätten sie es dort gar nicht hingeschafft.


    Aber wie gesagt, die Anforderungen scheinen von Verband zu Verband sehr unterschiedlich zu sein. Wenn ich hier einige B-Lizenz Trainer sehe, die bringen nicht wirklich persönliches Talent für Fussball mit, oder sind körperlich in einem eher schlechten Zustand. Der Trainer der am höchsten Spielenden Mannschaft aus meinem Kreis hat auch eine B-Lizenz und locker 30 Kilo Übergewicht, ist auch erst Ende 20, sein B-Lizenz Lehrgang wird also noch nicht ewig lange her sein, hat auch nie im Herrenbereich gespielt. Trotzdem im übrigen in seinem Verein sportlich sehr erfolgreich, fachlich scheint er also sehr fähig zu sein.


    Oder bekommen hier einige Leute vielleicht durch Vitamin-B Vorteile?

    Natürlich muss man dem Oberligaspieler die technischen Grundlagen nicht mehr erklären.
    Allerdings fängt die Trainerkarriere hoffentlich nicht in der Oberliga an, sondern in der Jugend oder im unteren Amateurfußball. Wenn einer tatsächlich direkt in der Oberliga einsteigt, dann hat er vermutlich mindestens in dieser Liga gespielt, und sollte also keine Probleme mit der Technik haben.
    Und selbst in der Oberliga schadet es nicht, wenn man dem 19-jährigen Talent erklären kann, wie er mit technischer Präzision Vorteile erlangt oder dem Gegnerdruck ausweichen kann. Da funktioniert aber nur wenn man es theoretisch versteht und praktisch zumindest in den Grundlagen kann.

    Ich kenne die Anforderungen ans "Eigenkönnen" nur aus der C-Lizenz. Und ich denke die sind bei der B-Lizenz nicht wirklich höher.
    Ich kann mich daran erinnern, dass die Anforderungen von jedem vernünftigen Kreisklassenkicker zu bewältigen sind. In erster Linie wurden technische Basics Ballannahme mit versch. Körperteilen, Paßspiel, Kopfball und Ballgefühl bewertet. Das Spiel war in dem Zusammenhang "just for fun" und es ging letztendlich darum, dass sich jeder aktiv beteiligt und sich nicht versteckt.
    Die oben erwähnten Basics sollte ab U15 aufwärts sowieso jeder beherrschen unabhängig ob Kreisklasse oder Oberliga. Den unterschied macht doch dann nur noch die Perfektion in der Umsetzung, Geschwindigkeit und das verhalten unter Gegnerdruck.
    Ich stimme da Charles De Goal voll zu. Das Praxiskönnen der Lizenz ist sicher kein Hexenwerk und Grund durchzufallen. Und wer Probleme hat einen strammen Pass sauber zu verarbeiten oder den Ball 3-5 mal hochzuhalten, der sollte seine Eignung für den Trainerberuf hinterfragen.
    Sofern ich nicht Cheftrainer bin und Experten um mich habe, die die Detailarbeit verrichten, komme ich egal auf welcher Leistungsstufe nicht drum herum den Spielern aufzuzeigen was sie ggf. anders machen könnten. Man muss kein Profi gewesen sein um Profis zu trainieren, aber ein gewisser praktischer (nicht nur theoretischer) Background wäre schon von Vorteil...

    1. jeder Verein wird davon immens betroffen sein. Ich denke da es sowieso eine normale Abwanderung ab der D-Jugend gibt zu anderen Sportarten wird sich das krass auswirken auf die C-B-A Jugend im Breitensport.

    2. Einige Papatrainer auch mit Lizenz werden bei der wiedergewonnen Freiheit sich 2 x mal überlegen , ob sie für Umme oder kleinen Obelus wieder einsteigen in das Trainerdasein

    3. Die großen Verein können das kompensieren aber paar kleine Verein werden wohl von der Bildfläche verschwinden in den Großstädten.

    Was die Trainer betrifft, könnte ich mir vorstellen, dass es kleineren Vereinen mit familiären Strukturen und traditionellem Vereinsleben besser gelingt diese zu halten als den größeren, die aufgrund von Mitgliederzahlen und Strukturen (viele Abteilungen/Sparten, Stadt- / oder Kleinstadtverein) wie ein großer Verein betrachtet werden, in ihrer finanziellen Ausstattung aber immer noch voll auf das Ehrenamt angewiesen sind und keine Haupt- oder Nebenamtlichen Übungsleiter finanzieren können.

    Ich glaube, da hat mancher Dorf- oder Stadtteilverein sogar mehr Chancen.

    Ich sehe einen "Langzeitschaden" gerade bei mir selbst heranwachsen.
    Im ersten Lockdown waren mein Trainerkollege noch recht aktiv und haben die Jungs immer zu den regulären Trainingsterminen mit Videos aus dem Netz oder selbst gefilmten Vorschlägen animiert etwas zu tun (Fußballtennis, Jonglieren, Dribbelparcours, "Mülltonnenbasketball" etc.)
    Wir haben daraus bewusst keine Challenges gemacht und auch kein Feedback eingefordert, sondern nur angeregt und vorgeschlagen. Dementsprechend haben wir auch keine Ahnung, wieviel davon angenommen und umgesetzt wurde.
    Mangels eigener Smartphones erfolgte die Kommunikation in der U10 natürlich über die Elterngruppe.
    Vorteil vom ersten Lockdown; es wahr Frühjahr, die Jungs waren eh im Freien aktiv und es war natürlich viel leichter Übungen mit dem Ball zu machen.
    Seit dem zweiten Lockdown ist sowohl bei meinem Trainerkollegen als auch mir die Motivation deutlich gesunken. Ein Faktor, der dazu geführt hat ist sicher, dass man als Vater im Lockdown merkt, wieviel Zeit man gewinnt sich bewusst mit dem eigenen Kind zu beschäftigen, wenn man Zeit mit ihm alleine bzw. der Familie verbringt, statt auf dem Trainingsplatz.
    Mein Sohn hatte von November bis Weihnachten 1x pro Woche Individualtraining bei einem Stützpunkttrainer, der das nebenher angeboten hatte. Das habe ich mir manchmal mit angesehen, manchmal aber auch bewusst nicht und währenddessen einen Spaziergang mit Frau und Tochter gemacht. Später als Vater mit dem Sohn über diese Trainingseinheit zu sprechen, war wesentlich angenehmer und einfacher, als sonst nach dem Mannschaftstraining in dem man Vater und Trainer zugleich ist.
    Da ich mich ja ohnehin schon länger mit dem Gedanken befasst habe dass 7 Jahre als Trainer eine lange Zeit sind, hat sich mein Entschluss gefestigt nur noch bis Ende dieser Saison (sofern es noch eine gibt) als Trainer aktiv zu sein und anschließend meinen Sohn als Vater im Fußball zu begleiten.

    Ich kann mir zwar schon vorstellen irgendwann wieder als Trainer im Jugendfußball einzusteigen, aber sicher erst in einigen Jahren, wenn der Fokus in der Freizeitgestaltung weniger auf den Kindern liegt.
    Ich könnte mir vorstellen, dass es anderen Elterntrainern ähnlich ergeht wie mir.

    Ich als Einzelperson falle hier sicher nicht ins Gewicht, aber in Summe wird da sicherlich auch ein gewisser Anteil an Trainern verloren gehen.

    Für 12-jährige und jünger ist es vermutlich wirklich schwer einen Zugang dazu zu finden.
    Wenn ich an meine eigene aktive "Karriere" inkl. Verletzungshistorie denke trotz Trainern und Lehrern im Schulsport, die Dehnen und Stabilisation auf dem Schirm hatten, finde ich es trotzdem gut, dass das Thema mal beleuchtet wird.
    Ich denke auch 12/13 ist der richtige Zeitpunkt um an das Thema heranzuführen.
    Im Breitensport fragt man sich natürlich wieder, ob die geringe Trainingszeit nicht zu Schade ist Fußballferne Dinge zu tun. Allerdings ist auch niemandem geholfen, wenn gerade im Alter von 15 aufwärts bei Hobbysportlern Verletzungen kommen, weil der Körper nicht vernünftig für die Belastungen, die der Sport mit sich bringt präpariert ist. Und genau genommen, wird der Bewegungsapparat eines Amateurs im Spiel nur unwesentlich mehr belastet als der eines Profis (höhere Geschwindigkeit / Intensität, weniger Leerlauf während des Spiels). Der Profi ist aber durch das regelmäßigere Training im Verhältnis dazu wesentlich besser darauf vorbereitet.
    Für ambitionierte Jungs/Mädels (Stützpunkt / NLZ) sollte Yoga oder etwas vergleichbares, das die Beweglichkeit und die Tiefenmuskulatur fördert regelmäßiger Bestandteil sein. Nicht zwingend im Mannschaftstraining, aber z.B. als Hausaufgabe ...
    Von daher fand ich die Einheit am Montag gar nicht schlecht als Hinweis, dass so was auch wichtig ist, verstehe aber, wenn die Kinder da jetzt nicht vor Motivation strotzen...

    Der einzig mir bekannte "Tiefpunkt" der Nationalmannschaft zwischen 2010 und 2014 war meiner Meinung nach das evtl. "vercoachte" Halbfinale gegen Italien. Da hat Löw ja die Verantwortung übernommen und die nicht passende Aufstellung als Hauptgrund für die Niederlage eingeräumt. Da war ich sogar eher auf seiner Seite und hatte mehr das Gefühl, dass ein Schuss Übermotivation und fehlende Reife entscheidender waren. Besser waren die Italiener bei der EM damals sicher nicht. Aber etwas abgezockter und zielstrebiger.

    Ansonsten sehe ich v.a. die Phase zwischen den WMs 2010 und 2014 als die überragende Zeit der Nationalmannschaft, die sich (auch wenn ich diese noch nicht erlebt habe) nur noch mit der zwischen 1972 und 1976 vergleichen lässt.

    Beim 4:4 erinnere ich mich an eine überragende knappe erste Stunde der deutschen Mannschaft, in der man deutlich höher hätte führen können (wann war das in diesem Jahr mal der Fall?) und dann an einen Leistungsabfall aufgrund einer gewissen Überheblichkeit im Gefühl des sicheren Sieges.

    Einzige parallele zu heute ist dabei, dass es auch da dem Trainerteam und der Mannschaft nicht gelang der negativen Entwicklung entgegenzusteuern. Sollte in dem Zusammenhang Kritik aufgekommen sein, dann sicher auf hohem Niveau, weil das realistische und angestrebte Ziel gefährdet war Titel zu gewinnen.
    Heute habe ich eher Angst die Vorrunde nicht zu überstehen bzw. die nächste Blamage bei einem Turnier zu kassieren.

    Und nochmal: der Kader hat es drauf, der Trainer hat es drauf. Sie müssen das aber auch beide mal zeigen.


    Charles De Goal: vielleicht kannst Du den Artikel von dem Du schreibst ja mal verlinken.

    genetische Vorteile in Bezug auf Geschwindigkeit und Sprintvermögen liegen nahe.

    Man muss ja nur die Top-Sprinter in der Leichtathletik betrachten.

    Das das allein aber keinen Top-Spieler ausmacht erkennt man an den Nominierungen für den Weltfußballer. Da sind sowohl bei den Siegern der letzten Jahre als auch bei den Nominierungen „dunkelhäutige“ deutlich unterrepräsentiert, wenn man Deiner Theorie folgt.

    Auch wenn ich in vielen Punkten zur Arbeit von Löw eher eine Gegenposition zu Charles De Goal habe, kann ich ihm beim Thema Boateng, Müller, Hummels insoweit zustimmen, dass es mit den drei Spielern nicht zwingend besser werden muss.

    Zum Zeitpunkt, als sie abgesägt wurden gab es vermutlich mehr Argumente das zu tun als es nicht zu tun. Alle drei haben damals sowohl im Verein als auch in der Nationalelf schwächere Leistungen gezeigt. Die Art und Weise, sowie die Endgültigkeit war in meinen Augen trotzdem ein Fehler und unterste Schublade.

    Der Knackpunkt für die Auftritte der NM in den letzten 12 Monaten liegt aber eher in taktischen Aspekten, als an diesen drei Namen. Alle drei hätten mit tiefstehender Verteidigung und dem Focus auf Umschaltspiel vermutlich noch schlechter ausgesehen als manch andere Kollegen (siehe Bayern unter Kovac oder Ancelotti).
    Wer Titel gewinnen will, der darf sich nicht vor dem eigenen 16er verschanzen und vorne auf den lieben Gott hoffen.
    Das geht sicher in Ausnahmefällen mal gut (siehe Chelsea 2012), aber Titel gewinnt man nach wie vor durch eine aktive Spielweise, entweder mit Ballbesitz oder Ballgewinnen in den gefährlichen Zonen (siehe Bayern, Leipzig, Liverpool ...).
    Auch die Franzosen 2018 waren ja keine Kontermannschaft, die 20m vor dem eigenen Tor den Ball erobert hat und dann ab auf Mbappé und Co.
    Die haben natürlich auf Ballbesitz weitgehend verzichtet. Die Balleroberungen fanden aber in der gegnerischen Hälfte, spätestens an der Mittellinie statt.

    Ich glaube schon, dass die Jungs, die zur Verfügung stehen in der Lage sind einen etwas pro-aktiveren Fußball zu spielen als Löw es im Moment zulässt. Wenn er sich hier wieder etwas öffnen würde + klare Ideen und Verhaltensmuster für jede Position erkennbar werden sind meiner Meinung nach mit dem aktuellen Personal deutlich bessere Auftritte drin als wir in diesem Jahr gesehen haben. Unabhängig, davon ob er die drei aussortierten wieder einbezieht. Mag sein, dass es mit denen noch besser würde, hier möchte ich die Gruppendynamik, die let1612 angesprochen hat aber auch nicht unterschätzen.

    Nein, Löw muss nicht mit der aktuellen Nationalmannschaft eine ähnliche Stellung einnehmen, wie es aktuell beim FCB der Fall ist.

    Allein darum ging es mir. Und ich hatte das auch nicht so gegenüber dir formuliert, sondern gegenüber Coach1976, der diese These ursprünglich aufgestellt hat. Ich hatte das Gefühl, du würdest diese These unterstützen.

    Da hast Du mich definitiv falsch verstanden.

    Ich habe nicht die These aufgestellt, dass eine Nationalmannschaft das Niveau der besten Vereinsmannschaften des Landes erreichen muss.
    Das ist für die Nationen mit den Top-Ligen quasi unmöglich.

    Mir ging es bei dem von Dir angesprochenen Post ausschließlich darum, dass es den Vereinstrainern aktuell gelingt die meisten Nationalspieler zu deutlich besseren Leistungen zu führen, als diese in der Nationalmannschaft zeigen.
    Natürlich haben die in Ihren Teams andere Mitspieler dabei, die sie dabei sehr gut unterstützen. Klar ist die Qualität aller Top-Spieler aller Ligen (egal woher diese kommen) höher als die der bestmöglichen Spieler für die Nationalmannschaft.

    Das gilt aber nicht nur für Deutschland, sondern für alle Länder.
    Nehmen wir noch einmal das Spanien-Spiel als Benchmark:
    Bei den Spaniern standen bis auf Ramos auch größtenteils Spieler in der Startelf, die in Ihren Vereinen nicht die die absoluten Top-Stars und Führungsspieler sind.
    Ich behaupte sogar, Deutschland hatte in dem Duell mehr Spieler auf dem Feld, die tragende Säulen ihrer Vereinsmannschaft sind oder zumindest prägenden Einfluss auf die Leistung ihrer Mannschaft haben als die Spanier (frag mich Bitte nicht nach Belegen, das kommt eher aus dem Bauch) .
    Aber sie haben uns in Grund und Boden gespielt, weil sie einen Plan hatten und der Trainer samt Team ihnen eine Idee mitgegeben hat, mit der sie spielen wollen.

    Ich spreche Löw nicht ab, dass er dazu wieder in der Lage ist. Dazu muss er aber ganz schnell aus seinem Schneckenhaus raus, schauen welche Spielweise zur Mannschaft passt und diese umsetzen. Ich bin überzeugt davon, dass der reine Underdog-Fußball, der in erster Linie tief stehen und schnell umschalten beinhaltet nicht zu den Zielen, die er mit der Mannschaft hat passt und dass die Spieler eigentlich ganz anders spielen möchten.

    Da wären wir wieder bei Flick. Dem ist es gelungen eine Mannschaft, die den Kovac-Fußball nicht konnte (oder wollte?) mit den richtigen Kniffen mitgenommen hat und mit der Spielidee, die zu ihr passt wieder maximal erfolgreich machen konnte.


    Charles De Goal

    nochmal sorry für die unpassende Wortwahl gestern.

    Ich halte Joachim Löw für einen sehr guten Trainer und war von 2006 bis 2015/16 ein absoluter Fan von seiner Spielidee, ja sogar von seinem Auftreten. Ich vergesse nie den genialen Schachzug als er 2008? Ballack auf die 10 zog und quasi das 4-2-3-1 erfunden hat. Ebenso wie er 2010 gegen alle Widerstände den ersten Umbruch auf die spätere Weltmeistertruppe gemanaged hat. Damals hat man aber als Fan, Semi-Fachmann und als Stammtischbruder gespürt, dass er weiß was er tut und konsequent ein Ziel verfolgt, hinter dem er sein Team versammelt hat.

    All das fehlt mir bei ihm derzeit.

    Den Eindruck, den er vermittelt, dass er nicht mehr mit 100% Einsatz dabei ist, sondern meint aus seiner Souveränität, die er sich in der Vergangenheit erworben hat agieren zu können, führt zu meinem derzeit so ausgeprägten negativen Bild von ihm.

    Wenn ich dazu im Vergleich die derzeitige Arbeitsweise von Trainern wie Nagelsmann, Flick, Klopp, Tuchel, Guardiola sehe, dann verstärkt sich das noch.

    Ein Nationaltrainer muss sich natürlich nicht an den Erfolgen der Vereine in seinem Land messen lassen.

    Aber an dem was andere Nationaltrainer mit dem ihnen zur Verfügung stehenden Spielermaterial machen.

    Und da sehe ich bei uns seit 2016, schlicht ein Missverhältnis zwischen Leistung und dem Potential des Kaders (Ergebnisse lasse ich bewusst mal außer acht.).

    Außer Frankreich und vielleicht Belgien hat keine andere Nation im Moment und in den letzten 4 Jahren einen deutlich besseren Kader als Deutschland (von den anderen Topnationen auch nicht deutlich schwächer). Die durchschnittliche Performance in Turnieren fällt bei uns aber in dem Zeitraum schon deutlich ab.

    Man kann hier zum einen natürlich die Spieler und ihre Einstellung in die Pflicht nehmen. Das Trainerteam und damit in vorderster Front der Cheftrainer hat aber einen mindestens ebenso großen Einfluss darauf.

    Vor allem, da meiner Ansicht nach, fehlende Spielideen gravierender zum Tragen kamen als laxe Einstellung der Spieler...

    Und da liegt wohl das Problem. So einen populistischen Quatsch (das muss ich jetzt mal sagen, weil deine eigene Aussage ziemlich beleidigend ist), hätte ich hier nicht erwartet. Auf der Grundlage "Nase popeln" und "Eier kraulen" ist keine Diskussion zielführend.

    Da bin ich sicher übers Ziel hinaus geschossen, wobei ich das Wort mit E bewusst nicht ausgeschrieben habe.
    Trotzdem macht unser Bundestrainer für mich im Moment nicht den Eindruck, dass er mit allem Nachdruck daran arbeitet aus den Voraussetzungen, die er hat das maximale herauszuholen.

    Ich bezweifle nicht dass Joachim Löw ein sehr guter talentierter Trainer ist

    Er vermittelt aber mehr und mehr den Eindruck, dass er überzeugt davon ist alle mit seiner Erfahrung und seinen Erfolgen aus der Vergangenheit richten zu können.

    Jungen Nachwuchsspielern und jungen Profis wird pausenlos eingetrichtert, dass man jeden Tag aufs Neue hart arbeiten und sich jedes neue Spiel hart erarbeiten muss.

    Welches Signal sendet der Bundestrainer an die jungen Spieler wenn er bewusst oder unbewusst den Eindruck vermittelt: ich habe es nicht mehr nötig mich krumm zu machen zu machen ich kann das aufgrund meiner gottgegebenen Fähigkeiten auch so.

    Dass er keinen Wert darauf legt wie an den Stammtisch ein ankommt, Ok. Aber über seine Wirkung auf den Nachwuchs sollte er mal ernsthaft nachdenken.

    Alles in allem kann man mit dem Spielermaterial aber auch kaum etwas anderes machen, denn die verfügbaren Namen sind bekannt und jemandem "aus dem Hut zaubern" kann man in der heutigen Fußballwelt kaum noch.

    Dass man mit dem Spielermaterial etwas anderes machen kann, zeigen die Trainer in deren Vereinen national wie international zurzeit Woche für Woche.
    Klar haben wir nicht die Superstars, die ein Spiel alleine entscheiden können.
    Der aktuelle Kader hat aber (s. Aufstellung von nGio ) ausreichend etablierte in und mit Ihren Vereinen erfolgreiche Spieler, die in der Nationalmannschaft nicht auf Leistung kommen.
    (Sorgen bzgl. Qualität der Spieler mache ich mir eher in 4-5 Jahren.)
    Wenn ich dann in der PK unseres Bundestrainers diese Woche höre mit welcher Nonchalance er erklärt, dass er einfach weitermacht und es wird schon irgendwie, dann werde ich etwas aggressiv (kenne ich eigentlich so gar nicht von mir...).
    Klar hat er wenig Zeit zum Trainieren mit der Mannschaft. Aber er hat aktuell mehr Zeit den je sich im stillen Kämmerlein mit seinem Trainerteam hinzusetzen und Spielideen zu entwickeln, die Leistungen der potentiellen Nationalspieler in Videoanalysen zu beurteilen um zumindest mal einen theoretischen Plan zu haben, wer von denen, wie und in welchem System am besten funktionieren könnte.

    Ich lese gerade das Buch über Guardiolas Zeit in Deutschland. Man kann über ihn denken was man möchte, aber der führt seinen Beruf mit Leidenschaft aus und arbeitet wie ein besessener für jedes Spiel neu mit sich und der Mannschaft.

    Am Dienstag hat Julian Nagelsmann unmittelbar nach dem RB-Spiel gegen Manchester mehr fachliche Substanz in ein 5-minütiges Fieldinterview gepackt als Jogi in seine gefühlt unendlich lange PK am Vortag.

    Ich schließe mich ungern der populistischen Meinung der 80 Mio Stammtischbundestrainer an. Im Fall Löw bleibt einem bei dem was und wie er es sagt aber leider gar nichts anderes üblich.

    Übertrieben gesagt beschleicht einen das Gefühl, dass unser Bundestrainer außerhalb der Nationalmannschaftslehr- (oder besser leer)-gänge sein Image als Freigeist pflegt, Espresso trinkt, in der Nase popelt und sich an den E.... krault.

    Jupp Heynckes hat irgendwann seine Karriere beendet, weil ihn die harte tägliche Arbeit am Ende physisch und psychisch zu sehr mitgenommen hat und er nicht mehr ausreichend Regenerationsphasen bekam.

    Der Bundestrainerjob von Jogi Löw scheint dagegen ein Jungbrunnen zu sein.

    Natürlich kann man die tägliche Mühle Bundesliga nicht mit dem Beruf des Nationaltrainers vergleichen. Aber gerade weil er eben nicht täglich auf dem Platz stehen muss kann man doch zumindest intensiver Arbeit im Hintergrund erwarten, mit der er sich und das Team ordentlich vorbereitet.

    International spielt man aber auch in der Europa-League. Da sollte man Leverkusen nicht außer acht lassen, da sie sowohl in Europa als auch in der BL konstant gute Spiele zeigen.


    Tah, die Benders, Amiri, Demirbay und Wirtz (wenn auch noch sehr jung, dafür aber konstant stark) wären auch eine Überlegung wert.

    Gerade in Bezug auf das Defensivdilema sollte man mal über Lars Bender hinten rechts nachdenken.

    Bei den U19 und U17 gibt es die Bundesliga Nord/Nordost, Süd/Südwest und West. Die Unterschiede in den Entfernungen finde ich krass (z.B. Kiel - Chemnitz ca. 590 km (ca. 6h) zu Unterhaching - Wiesbaden ca. 430 km (ca. 4,5h) und Aachen - Bielefeld ca. 260 km (3h)). Das müsste mit 56 NLZs (z.B. 4x14er Gruppe) besser werden.

    ... ich interpretiere diesen Thread hier als Diskussion über Spitzensportförderung im deutschen Fußball.
    Und klar ist der Spagat für einen Verband Breite und Spitze in ausgewogenem Maß zu berücksichtigen nicht immer ganz einfach.

    Die Idee mit DFB- oder (analog zu Bayern) Landesverbandsleistungszentren die Förderung mehr in die Breite zu tragen beinhaltet die Chance für beide Bereiche etwas zu tun.
    Betreibt man diese Zentren für U12 bis inkl. mindestens U15 erhalten Spieler (innen) eine gute Ausbildung, in Wohnortnähe und müssen keine Verrücktheiten machen, die heute z.T. an der Tagesordnung sind wie z.B. 4x pro Woche einen 11-jährigen zum 100km entfernten NLZ zu chauffieren.
    Dabei ergeben sich zwei Vorteile: es machen auch die mit, denen die Entfernung bisher zu groß war und die, die die Strecke auf sich genommen hätten, würden nun wesentlich bessere Voraussetzungen haben, weil die Fahrerei und der Stress wegfallen.
    Die Spieler hätten eine höhere Trainings- und Wettkampfpraxis auf hohem Niveau als an den Stützpunkten.

    Da es nicht alle in den Profibereich schaffen können würden eine große Zahl von gut ausgebildeten Spielern am Ende auch wieder zu Basis zurückkehren.
    Karrieren von der U6 bis zur AH im Heimatverein wird das natürlich nicht unbedingt fördern, aber wenn wir ganz ehrlich sind, gehören diese doch auch eher in die Nostalgieschublade als dass sie in der heutigen Zeit noch erwartbar sind.

    Das Prinzip der Stützpunkte finde ich in den Regionen absolut okay bzw. ideal, wo es die Alternative NLZ für besonders Talentierte und Ambitionierte oder "normaler" Verein + Stützpunkt für die Talentierten, denen der Aufwand im NLZ zu groß ist, oder für die es nicht ganz gereicht hat, in zumutbarer Entfernung gibt.

    Wir haben aber weiter oben Regionen (in der Mitte Deutschlands) ausgemacht, in denen die Abdeckung mit Leistungszentren nicht ausreichend ist und "nur" Stützpunkte zur Talentförderung existieren.

    Was eben unter Umständen bedeutet: 1x ambitioniertes Training mit anderen Talenten im Stützpunkt und 1-2 mal "normales" Training im Dorfverein (nicht abwertend gemeint, ich trainiere selbst in einem).

    Hier wäre meiner Meinung nach ein Ansatzpunkt ein Budget vom DFB zu generieren, mit dem in diesen Gebieten Leistungszentren (ähnlich BFV-NLZ) unterstützt und gefördert werden um ambitionierten Talenten in relativer Heimatnähe mehrmals pro Woche forderndes Training mit ähnlich starken Mitspielern zu bieten. Der Spielbetrieb müsste dann natürlich überregional mit stärkeren Gegnern erfolgen. Da wären wir wieder bei Leistungsvergleichen, statt organisiertem Tabellenspielbetrieb.

    In Gebieten, die alle 40-50 km ein NLZ haben, finde ich die Stützpunkte als Ergänzung bzw. Alternative absolut ok und gut. Auf das System würde ich nicht verzichten wollen. Speziell Kinder, die noch nicht die Ambition oder den Mut haben 3x die Woche in einem höherklassigen Verein mit fremden Kids und Trainern zu Trainieren + Spielen werden so bei der Stange gehalten, entwickeln sich trotzdem mehr weiter als wenn sie nur im Verein trainieren und behalten die Chance "Spätstarter" zu werden, oder lernen genug dazu um später in der Breitensportkarriere bessere Spieler zu sein.