Beiträge von Coach1976

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    Ich glaube da gibt es wie immer mehrere Seiten und Versionen der Geschichte.

    Die einen entscheiden sich aus vollem Herzen für das Land in dem sie geboren wurden und aufgewachsen und dementsprechend auch ausgebildet worden sind. Die anderen Vielleicht für das Land Ihrer Eltern oder Großeltern in denen ihre Wurzeln liegen, weil sie im Hintergrund trotz des Lebens in z.B. Deutschland weiterhin eine starke Verbindung zur Kultur ihrer genetischen Wurzeln behalten haben.

    Beides vollkommen ok und zu akzeptieren.

    Andere Entscheiden sportlich / kommerziell. Auch hier gibt es verschiedene Varianten.

    Ein Spieler, der sich Chancen ausrechnet in einer Top-Nation die Chancen hat Titel zu erringen Stammspieler zu werden, wird sich vermutlich für diese entscheiden, wenn nicht sein Herz unabdingbar am Heimatland seiner Eltern hängt.

    Umgekehrt wird ein Spieler, der zwar in einer Top-Nation aufgewachsen ist und dort ausgebildet wurde, sich aufgrund der Konkurrenzsituation in der Nationalmannschaft aber nur Chance im erweiterten Kreis sieht vielleicht eher für seine zweite Heimat entscheiden, weil er sich denkt besser woanders Nationalspieler als gar nicht Nationalspieler.

    Und natürlich spielen da auch Marktwertüberlegungen einer Rolle.

    Ibrahim Maza hat ja ganz offen angesprochen, wie er seine Situation aktuell mit der Konkurrenz um Wirtz, Musiala, Havertz einordnet.

    Er hat ist ein Top-Talent, das die nächsten Jahre sicher nicht komplett Chancenlos wäre im Kampf um einen Kaderplatz bei einer EM oder WM in Deutschland. Für 2026 müsste er sich aber wahrscheinlich hintan anstellen.

    Mit Marokko ist die Chance groß bereits 2026 bei der WM dabei zu sein und evtl. auch schon demnächst bei Afrika Cup, unter Umständen als Stammspieler zumindest aber mit Aussicht auf Spielzeit.

    Zwei Turniere mit guter Leistung bringen ihm in Sachen Marktwert mit Sicherheit mehr als die nächsten ein bis zwei Jahre als deutsches Top-Talent zu gelten, Da gilt dann vielleicht auch unabhängig von der Herzenseintscheidung: "Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach."

    Auch diese Entscheidung ist übrigens nicht verwerflich oder negativ zu sehen.

    Sportler streben immer nach dem höchsten, was für sie erreichbar ist. Und wenn in dem Fall Deutschland vielleicht zu hoch ist und Marokko erreichbar, dann ist das auch ok.

    Eine Ausbildungsentschädigung durch Verbände finde ich in dem Fall ehrlich gesagt auch nicht ganz verkehrt, weil die Lehrgänge der Jugendnationalmannschaften den Spielern schon viel für Ihre persönliche und sportliche Weiterentwicklung geben, viel Geld kosten und jeder Spieler, der dabei ist, einem anderen Spieler den Platz wegnimmt und dessen Entwicklung damit ja unter Umständen hemmt.

    Absolut. Da gebe ich dir zu 100% Recht.


    TSG Hoffenheim ist da ein sehr gutes Beispiel wie sowas funktionieren kann. Die sind hier in der Region sehr viel unterwegs. Nennt sich „TSG on Tour“, dabei kommen sie zu den Vereinen und Schulen die Trainer anhand eines Trainings mit mehreren Jahrgängen (G-E oder F-D). Auch gibt es Partnerschaften der TSG-Akademie mit anderen Vereinen. Das geht dann von Trainingscamps bis zu Leistungsvergleichen. Man kann als Trainer hospitieren und auch kostenfrei an einzelnen Seminaren teilnehmen. Ich war schon vor Ort, da hatten sie den U16-Trainer von Feyenoord Rotterdam zu Gast.

    Hoffenheim ist genau das richtige Beispiel um zu zeigen wie es gehen kann.

    Sie starten im NLZ ab der U12. Vorher gibt es noch das KinderPerspektivTeam, in dem sich Talente der Region beweisen dürfen, ohne dass es da einen festen Kader gibt.

    Mit TSG on Tour erreichen sie eine deutlich breitere Basis an Spielern und Vereinen und finden rechtzeitig die besten Talente der Spitze für ihre eigenen Teams.

    Die flächendeckende Ausbildung führt aber auch zu mehr guten bis sehr guten Fußballern in der Region, was das Niveau weiter hebt und erhält und auch Spätentwicklern ein gutes Spiel- und Trainingsumfeld ermöglicht.

    Schaut man sich an, wie viele Talente Hoffenheim schon herausgebracht hat und berücksichtigt, dass die TSG-Teams in allen Altersklassen meist zu den stärksten in Deutschland gehören, obwohl das Einzugsgebiet oft deutlich regionaler ist als bei anderen Vereinen macht man dort vieles richtig.

    Vielleicht liegt es daran, dass man in Hoffenheim aufgrund der eher ländlichen Lage viel mehr dazu gezwungen ist genauer hinzuschauen und die Qualität der Ausbildung im Umland zu fördern.

    Viele andere Vereine aus Großstädten und Ballungsgebieten, warten nach wie vor eher ab was ihnen in jungen Jahren zufliegt und kaufen in de höheren Jahrgängen überregional oder international zu.

    Wenn das NLZ 28 Minuten vor der Tür liegt, dann kann das ganze Sinn machen.

    Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind dass in der U9 oder sogar U7 im NLZ war, besser ist als eines, dass bis Ende U11 oder sogar länger der herausragende Spieler seines Breitensportteams ist und gleichzeitig in der Freizeit viel mit Ball oder (noch besser) andere Sportarten macht ist trotzdem 50:50.

    Die Regel ist ja eher, dass die Entfernungen zu NLZ-Vereinen eine Stunde oder mehr sind.

    Dementsprechend kann es Konstellationen geben, wo NLZ in sehr jungen Jahren sinnvoll erscheinen, wenn sie tatsächlich vor der Haustür liegen.

    Ich bin trotzdem überzeugt davon, dass wir in der Breite und in der Spitze mehr erreichen würden, wenn nicht nur Hannes Wolf und Co die richtigen Trainingsmethode predigen würden, sondern wenn die NLZ sich die Mannschaften unterhalb der D-Jugend sparen und stattdessen Trainer finanzieren würden, die im Umkreis von 100 km jeden Tag in ein oder zwei andere Breitensportvereinen zeigen vorführen würden, wie sie trainieren und wie man Spieler weiterbringt. Ich glaube nämlich, dass es denen tatsächlich mehr Trainer, Spieler und Eltern abnehmen würden, als auf die "Missionierungsveruche" des DFB anspringen.

    Dazu sollten einfach die Vereine im näheren Umkreis bereits miteinander kooperieren und dafür sorgen, dass die besten mit den besten trainieren und spielen, wenn sie es wollen.

    Es ist gar nicht schlimm, wenn sich Leistungsvereine bis inkl. E-Jugend mit der Jugendarbeit schwer tun bzw. sollte die Jugendarbeit bis inkl. E-Jugend sich nicht von der in einem vernünftigen Breitensportverein unterscheiden.

    Ein Wechsel in ein NLZ oder einen Leistungsverein macht ohnehin erst ab der D-Jugend Sinn.

    Was ein Quatsch. Wieso sollte der Wechsel in ein Nlz erst ab der D Jugend Sinn machen? Jeder ist unterschiedlich. Für manche macht es früher Sinn, für manche später, für andere nie...

    Wenn ein NLZ direkt vor der Haustür liegt und es keinen Mehraufwand darstellt ob man im NLZ spielt oder im Verein nebenan, dann ist das alles in Ordnung.

    Vollkommener Quatsch ist es aber bereits in dem Jungen Alter Fahrzeiten von einer Stunde oder mehr in Kauf zu nehmen um beim Bundesliga-Verein zu spielen. Bis inkl. U11 sollte sich normalerweise die Ausbildung im NLZ nicht von der in einem vernünftigen Breitensportverein unterscheiden.

    Wenn man vernünftige Basisarbeit verrichten wollte, dann würden sich sämtliche NLZ (wie es mittlerweile ja viele machen) die Mannschaften bis inkl. U11 sparen und die Kapazitäten, die dafür draufgehen lieber in Trainerausbildung bei den Vereinen in ihrem Umfeld stecken bzw. Trainer abstellen, die jeden Tag 1-2 Trainings bei Kleinfeldteams im Umkreis abhalten.

    Zum einen würde die Qualität, die dann in der U12 ankommt in Spitze und Breite deutlich besser werden und zusätzlich wäre es der einfachste Weg des Scoutings im Grundlagenbereich und damit die beste Möglichkeit zum sinnvollen Start der NLZ-Teams ab U12 mit den richtigen Spielern zu beginnen.

    Wir haben zwei Leistungsvereine in der direkten Umgebung. Beide tun sich mit der Jugendarbeit bis zur E-Jugend eher schwer. G-Jugend sind es 40 Kinder für ein Trainer. F-Jugend wird nach den Top10 geschaut, der Rest dümpelt vor sich hin. E-Jugend geht es schon mit cholerischen Trainern und persönlichen Anpfiffen bei den Spielen los, selbst in der E3/4. Find ich in der Form noch etwas früh. Ich hab Gott sei dank noch viel Zeit, hab aber jetzt schon Bedenken wie es ab der D-Jugend für meinen Sohn weitergehen soll.


    Mein Plan ist es meine Mannschaft hoffentlich bis Anfang D-Jugend irgendwie zusammen zu halten und dementsprechend intensives Training zu gewährleisten. Bei den Spielen werden wir mal schauen müssen, da hab ich noch keine Erfahrung welche Möglichkeiten man als ambitionierter Breitensportverein in den Meldungen der Leistungsstärke hat. Aktuell spielen wir mit einem reinen jungen F-Jahrgang ohne weiteres schönen Fußball gegen den Altjahrgang.

    Es ist gar nicht schlimm, wenn sich Leistungsvereine bis inkl. E-Jugend mit der Jugendarbeit schwer tun bzw. sollte die Jugendarbeit bis inkl. E-Jugend sich nicht von der in einem vernünftigen Breitensportverein unterscheiden.

    Ein Wechsel in ein NLZ oder einen Leistungsverein macht ohnehin erst ab der D-Jugend Sinn.

    weil das ja wieder dazu führen würde, dass er sich noch langsamer entwickelt als der Rest.

    Naja entwickeln sollen sich die Kinder auch im Training, das ist 2 x 90 Minuten die Woche und nicht am Samstag bei 2 x 25 Minuten.

    Natürlich soll er sich in erster Linie im Training entwickeln, was man ja vermutlich tut, wenn man (trotz ggf. weniger Talent) engagiert dabei ist. Dann gehört für mich aber Spielzeit - unabhängig vom Talent im Vergleich zu anderen - zwingend dazu, auch wenn es dann eben nur um ein paar Minuten von den 2x25 geht.

    Und der der nicht spielt hat in der Entwicklung und vor allem in der Motivation sich im Training reinzuhängen definitiv Nachteile gegenüber denjenigen, die beim Spiel dabei sind.

    Auch in einem Breitensportverein kannst du in den Spielen nur die Kids einsetzen, die in Training und den Spielen selbst motiviert sind. Wer das nicht ist, hat auch nicht das Recht in den Spielen oder Turnieren die gleichen Einsatzzeiten zu bekommen, wie die motivierten Kinder.

    Darüber hast du schon einen großen Hebel in der Hand. Meist löst sich das Problem von selbst und diese Kids hören dann von selbst auf.

    Grundsätzlich stimme ich Dir da absolut zu.

    Wichtig ist aber, dass man als Trainer erkennen und Differenzieren kann, ob es an Motivation und Einsatzbereitschaft mangelt, oder ob die Kids wollen, aber einfach nicht mit so viel Talent gesegnet sind wie andere.

    Wenn oben beschriebener Spieler im Spiel nur Quatsch macht und nicht aktiv teilnimmt (das wäre mir im Training ja schon zu anstrengend) dann hat er im Spielbetrieb nichts verloren.

    Wenn man "mit ihm am Feld aber wie in Unterzahl agiert", weil er einfach leistungstechnisch nicht mit anderen mithalten kann, dann wäre es kein Grund auf ihn zu verzichten oder ihm weniger Spielzeit zu geben, weil das ja wieder dazu führen würde, dass er sich noch langsamer entwickelt als der Rest.

    Bei Störern und Quatschmachern sieht das wie bereits erwähnt natürlich ganz anders aus.

    Rumalbern im Spiel geht irgendwie gar nicht und da sind die Kids in der U10 auch tatsächlich alt genug das zu kapieren. Und selbst bei Kindern, die im Training lieber albern und stören als vernünftig mitzumachen fände ich es nicht verwerflich die am Spieltag zu Hause zu lassen.

    Das mit der Endzone statt Toren kann man mal machen. Mit den maximal 5 Schritten schränkst Du aber zu sehr ein. (die spielen ja nicht Basketball oder Handball).

    Entweder auf maximale Anzahl an Kontakten begrenzen, was ich in der E aber auch nicht optimal finde, wenn es als harte Regel ausgelegt wird. Meinetwegen als Empfehlung oder Hinweis. ("versucht mit maximal 3-4 Kontakten zu spielen, damit der Ball sich schnell bewegt").

    Ansonsten wäre mein Gedanke: jeder Spieler im Team muss mindestens 1 mal (oder sogar zwei mal) am Ball gewesen sein, bevor das erreichen der Endzone als Punkt zählt.

    Noch mehr Provokation erreichst Du, wenn Du zusätzliche Linien ins Feld einziehst und als Regel aufstellst, dass nach X Pässen eine Linie überspielt werden muss. Damit förderst Du vertikales anbieten und vertikales Spiel und verhinderst ewiges Quergeschiebe. Wobei das in der E vermutlich sowieso nicht das Problem werden dürfte.

    Ich kann meinen Vorrednern nur zustimmen.

    Bei 24 Spielern in einer Mannschaft, kann ein Trainer den Spielern selbst dann nicht gerecht werden, wenn er sich bemüht die Spielzeit gerecht zu verteilen. Entweder haben alle zu wenig Spielzeit oder wie es in Eurem Fall gehandhabt wird die vermeintlich stärksten spielen viel und die vermeintlich schwächeren spielen gar nicht.

    D-Jugend ist für mich egal auf welchem Niveau ein Alter in dem sich zwar eine gewisse Fixierung auf Positionen langsam herausbilden kann, die Spieler aber trotzdem noch auf verschiedenen Positionen Erfahrungen machen müssen.

    Auch hier macht es der zu Große Kader nicht einfacher.

    Kurzfristig lässt sich da wenig machen, außer das Gespräch mit Trainer und Jugendleitung zu suchen.

    Gäbe es denn genügend Trainer um den Kader in zwei Mannschaften aufzuteilen?

    Die kurzfristige Lösung wäre mit dem "B"-Kader bis zum Winter Freundschaftsspiele zu vereinbaren und dann zur Rückrunde eine zweite Mannschaft zu melden, was natürlich an der Anzahl der in Frage kommenden Trainer hängt.

    Wenn das nicht passiert wird der Verein relativ schnell 10-12 Spieler weniger habe und die Kadergröße reguliert sich von selbst...

    Wenn sich innerhalb des Vereins keine Option ergibt, würde ich auch einen Wechsel empfehlen, dabei aber im Vorfeld klären, wie man bei den Alternativen mit Kadergröße und Spielzeit umgeht.

    Bei der Position auf der die Spieler eingesetzt werden, sehe ich es schon so, dass Eltern und Spieler wünsche äußern dürfen, grundsätzlich aber die Einschätzung und Entscheidung zu akzeptieren und respektieren ist, wobei, wie oben gesagt eine Fixierung auf eine feste Position in dem Alter (bzw. eigentlich im Jugendbereich gar nicht) nicht zu empfehlen ist.

    Dementsprechend wäre es ja eine elegante Lösung für einen Trainer, wenn er im Falle von abweichender Vorstellungen zwischen der Position auf der der Spieler sich sieht und der die der Trainer für ihn einplant, zumindest die Rotationsposition, auf der man ab und zu getestet wird, die Wunschposition des Spielers wäre. Es könnte zum einen dem Spieler zeigen, dass er mit seinem Wunsch vielleicht gar nicht richtig liegt, oder der Trainer erkennt, dass er den Spieler falsch eingeschätzt hat. Voraussetzung ist natürlich, dass der Spieler überhaupt mal ausreichend Spielzeit hat (mindestens eine Halbzeit bzw. 1 Drittel der Spielzeit pro Woche).

    Wir kommen letztendlich immer am Hauptproblem der Kaderstrukturen im Jugendfußball an.

    Die Kader müssen entweder so klein sein, dass alle spielen können, oder die Spielzeit so lange, dass alle ausreichend Einsatzzeit haben.

    Bei 24 Kindern sind im 8+1 zwei Teams Quasi Pflicht. Wichtig ist dabei natürlich, dass jedes Kind ein Recht auf Spielzeit in einer Mannschaft hat, dass aber kein Anspruch darauf besteht nach dem eigenen Selbstverständnis (ich bin gut und trainiere viel) in der stärkeren Mannschaft zum Einsatz zu kommen.

    Besser viel spielen im schwächeren Team als wenig im starken.

    Ganz wichtiger Aspekt!

    Geht es Dir beim Thema Führungsspieler darum, dass Du Vorbilder hast, die Disziplin und Werte vorleben, die nie Aufgeben, nach dem Training die Trainingsutensilien weg- und die Kabine aufräumen?

    Oder geht es darum im Spiel die Mitspieler taktisch zu führen, wie es Goodie oben beschreibt.

    Bei Letzterem kann und muss fast jeder Führungsspieler sein - abhängig von seiner Position und dessen, dem das Kommando gilt.

    Die Führung kann dann auch wechselseitig erfolgen.

    Beispiel: der Linksaußen eröffnet das Pressing, weil er erkennt, dass der gegnerische Rechtsverteidiger unglücklich angespielt wurde oder einen schlechten ersten Kontakt hatte.

    Im Idealfall erkennen die Mitspieler, die ihm am nächsten positioniert sind schon durch sein aggressives Anlaufen, dass sie nachschieben und die Lücken schließen müssen, oder er macht das durch ein Kommando klar und löst dadurch eine Kettenreaktion aus, die sich durch die komplette Mannschaft zieht.

    Alternativ hätte auch der 6er oder der linke 8er das Kommando zum Pressing geben können und der LA startet darauf mit dem Anlaufen (was aber im Gegensatz zum ersten Fall schon wieder wertvolle Sekunden kosten würde).

    Wenig Sinn macht es aber, wenn der Rechtsverteidiger, weile er Spielführer und vom Trainer benannter Führungsspieler ist quer über den Platz "PRESSEN!" brüllt. So läuft es aber meistens, wenn keine Kommunikation, Regeln und gemeinsames Wissen zur Vorgehensweise innerhalb der Mannschaft und zwischen Trainer und Mannschaft erfolgt.

    Mittlerweile geht man als Trainer zu oft davon aus, dass die Spieler aufgrund des im Netz und TV überfrachtend vorhandenen Know-Hows in Sache Taktik und Spielphilosophie alles wissen und umsetzen können.

    Selbst wenn sie sich für all das interessieren und auf dem Kasten haben, benötigt es genau die von Goodie angesprochenen gemeinsamen Codes und Regeln. (Wer sagt wann was zu wem und welche Reaktion erfolgt dann darauf?)

    Der Vorteil an der viel besseren und breiteren Basis an taktischem Wissen als früher ist, dass es nicht mehr den oder die wenigen Führungsspieler braucht, sondern dass je nach Spielsituation ein anderer Spieler führt und geführt wird und, dass in der nächsten Situation u.U. beide genau entgegengesetzte Rollen einnehmen können.

    Wenn Du das schaffst als Trainer, dann bekommst Du ein hervorragendes Teamgefüge, in dem Du mit Sicherheit weiterhin Leistungsträger haben wirst, die aufgrund ihrer spielerischen oder athletischen Fähigkeiten besonderen Einfluss aufs Ergebnis haben, aber diese sich dann auch mehr auf ihre Leistung konzentrieren können, weil diejenigen, die spielerisch vielleicht weniger Einfluss aufs Spiel haben im Rahmen ihrer Möglichkeiten trotzdem wichtig sind.

    Normalerweise liegt es ja nahe die leistungsstärksten Spieler auch zu Führungsspielern zu machen. Das ist aber nicht immer der beste Weg, weil darunter auch die Performance im Spiel leiden kann. Dementsprechend bin ich eher für eine flache Hierarchie innerhalb der Mannschaft, wo theoretisch jeder, je nach dem welche Position er spielt und je nach Situation Führung übernehmen muss.

    Das ist in der Vorbereitung und Erarbeitung für Dich und die Mannschaft anspruchsvoller und anstrengender, lohnt sich aber langfristig fürs Team und für jeden Spieler persönlich.

    Wir hatten früher sehr viele und gute Spezialisten. Weltklassestürmer, Weltklasseverteidiger etc.


    Das liegt an unserer Art der Ausbildung. Wir rotieren viel im Nachwuchs und achten darauf unsere Kicker vollumfänglich alles beizubringen.


    Spezialisten auszubilden würde bedeuten, die Kids früh für bestimmte Positionen herauszusuchen und zu "casten" und dementsprechend dann in die Positionsausbildung zu bringen. Bei der Masse an Kids, die wir im Nachwuchsfußball haben, kann man das sicherlich machen. Die Franzosen könnte man hier mit ihrer Ausbildung als Vorbild nehmen. Wir haben uns aber lange an den Spaniern orientieren, die aber ähnliche Probleme haben wie wir. Auch die Spanier haben seit Jahren keine Weltklassestürmer als Beispiel.

    Der Unterschied zu den Spaniern ist aber, dass die Generalisten so perfekt ausgebildet sind, dass sie mit Ihrer Klasse und als perfekt harmonisierendes Team den fehlenden Weltklassestürmer locker kompensieren können.

    Sie haben zwei Flügelspieler auf Weltklasseniveau und hintendran weitere Jungs mit internationaler Klasse.

    Im Mittelfeld mit Pedri und (wenn er wieder komplett fit ist) Rodri Weltklasse. Damit hast Du ein Gerüst von vier überragenden Jungs, um die herum du die restlichen sehr guten einbauen kannst um ein funktionierendes Gebilde zu schaffen.


    Bei uns könnten Wirtz und Musiala natürlich die Position, die Yamal und Williams bei den Spaniern haben in vergleichbarer Qualität einnehmen, auch wenn beide etwas andere Spielertypen sind.

    Unsere potentiellen Stürmer sind mindestens genauso gut, wie das was die Spanier zur Verfügung haben.

    Das Problem ist, dass wir dahinter weder die überragenden Mittelfeldspieler, noch die sehr guten Innen- und Außenverteidiger haben, die das ganze Gebilde dann abrunden.

    Bei der EM konnte das durch die Intelligenz von Kroos gepaart mit der Gastgeber-Euphorie noch einigermaßen kompensiert werden. Aber so lange wir nicht einen wirklich guten zentralen Mittelfeldspieler (und damit meine ich jemand anders als Kimmich) finden, der das Spiel ordnet und einen wirklich stabilen Innenverteidiger, der von hinten heraus führt, sowie zwei passable Außenverteidiger, die einigermaßen schnell sind und technisch gut genug (da wäre Kimmich vielleicht richtig, oder man schult Leweling um. Auf links kann man auf Brown hoffen, sobald er wieder fit ist) wird das nix.

    Fürs Zentrum fällt mir eigentlich am ehesten Pavlovic ein, solange der aber bei Bayern nur Backup oder Sidekick für Kimmich spielen darf, bleibt er leider stehen.

    In den meisten Fällen stimmt es sicherlich, dass der Stützpunkt eher ein Sammelbecken für die Spieler ist, bei denen es nicht fürs NLZ gereicht hat.

    Ich kenn aber mittlerweile auch zwei Fälle, in denen der Stützpunkt den richtigen Sprung erst möglich gemacht hat.

    Spieler 1 wurde von den Leistungsvereinen unterhalb der NLZ im E-/D- Jugendalter trotz Probetrainings und ausreichend auffallenden Spielen nie berücksichtigt.

    Über den Stützpunkt hat er sich dann in die Landesauswahl gespielt und ist jetzt nach der C-Jugend in einem Bundesliga-NLZ gelandet.

    Spieler 2 war im einem Bundesliga-NLZ. Dort auch schon gut gewesen, aber nicht in der ersten Reihe.

    Mit dem Rückschritt zum Amateur-Leistungsverein kam der Spieler auch an den Stützpunkt. Über die Landesauswahl hat er es mittlerweile in ein Top-NLZ geschafft und mittlerweile seinen ersten Nationalmannschaftslehrgang hinter sich.

    In dem Bundesliga-NLZ der hinteren Kategorie wäre er vermutlich nie so weit gekommen, wie durch den "Umweg" über den Stützpunkt und die Landesauswahl. In den Landesauswahlen landen meistens nämlich nur die Top-Spieler der Top-NLZ.

    In Bayern gibt es neben dem Leistungskader, der aus Bundesliga-NLZ rekrutiert wird zusätzlich noch den Förderkader in den man über die Stützpunkte rutschen kann.

    Dementsprechend ist es hier tatsächlich so, dass man unter umständen langfristig besser fährt, wenn man zunächst Top-Spieler in einem Amateur-Leistungsverein ist und somit die Chance auf Landesauswahl hat, als wenn man in einem schwächeren Bundesliga-NLZ zu spielen, dort aber nicht in der ersten Reihe zu stehen.

    Ich bin gerade zufällig über diesen Artikel zu einer JL-Sitzung im Kreis Donau/Isar gestolpert. „Dann hören wir alle auf“


    Bin gespannt wie sich das Thema in Oberbayern entwickelt, persönlich würde ich mit meinen 20 Jungs sehr gerne am Twinmodus teilnehmen. Beweggründe wie oben in #242 von ScuBac aufgeführt. Wir haben so gemeldet, mal schauen ob bei uns im Kreis noch mehr Vereine ähnlich denken.

    Immer wieder die Aussage, "die Kinder wollen auf dem Großen Spielfeld nach den Regeln für Erwachsene spielen..."

    Kinder wollen auch den ganzen Tag am Handy oder vor der Playstation sitzen, immer so lange wach bleiben wie sie Lust haben, dauernd Eis und Pommes essen und dazu Cola trinken. Wenn Erwachsene Kindern in jedem Lebensbereich immer das erlauben würden, was diese gerade wollen, dann hätten wir ganz andere Themen (beim ein oder anderen Exemplar ist das ja sogar schon so).

    Das Problem beim Fußball, ist leider, dass es wirklich Möglichkeiten gibt, Kinder in ihrem Alter und Entwicklungsstand gerechten Modi Fußball so spielen zu lassen, dass es immer noch Spaß macht (am Ende sogar mehreren als im alten System) und das Ganze gleichzeitig noch dazu führt, dass sich sowohl die Starken als auch die Schwachen schneller und besser entwickeln und letztendlich mehr und bessere Fußballer daraus hervorgehen.

    Ich vielen anderen Lebensbereichen setzen sich die Erwachsenen über den Willen der Kinder hinweg und treffen Entscheidungen.

    Im Falle der Fußballreform verstecken sich Leute, die das Thema nicht oder nicht ausreichend verstehen hinter dem Willen der Kinder um etwas wirklich sinnvolles zu blockieren.

    Ausnahme bei der Vorreiter-Rolle sind leider die Bundesliga-NLZ in Bayern. Da spielt die U13 schon auf dem 11er-Feld.

    Zur Saison 2025/26 spielen die Bundesliga-LZs und die Förderliga in der U13 den Twin Modus in Bayern. Somit bitte "sind" durch "waren" ersetzen :) dann ist es korrekt.

    Danke für das Update. Da war ich wohl nicht über die neueste Entwicklung im Bilde.

    Mein letzter Stand war bei Bundesliga NLZ in der U13 zwei Drittel im 11gegen11 und ein Drittel im Twin-Modus gespielt wird.

    Es gab zwar immer wieder Anläufe, für die U13 der NLZ auf Twin-Modus oder zumindest 9gegen9 umzustellen. Gescheitert ist das dann meistens am Veto der Bayern, Nürnberger und 1860er, weil die traditionell körperlich die stärksten U13 Mannschaften hatten.

    Schön, wenn Da jetzt auch endlich ein einsehen da, oder der Druck von außen endlich groß genug war.

    spannend was in Hamburg abgeht. Kleiner Stadt-Verband kann das sicher schneller durchboxen als die mit den vielen Kursürsten-Bossen und ihrem verkehrten Weltbild des Fussballs. ich finde die Entwicklung Richtung und wichtig auf kleiner Felder und das alle zum Einsatz kommen für den Breitensport.
    Vielleicht sind ja die NLZ mit ihren U10-u14 mal Vorreiter dann würde die Umsetzung im gesamten Bundesgebiet noch schneller gehen.

    Tatsächlich sind die NLZ bei dem Thema ja die Vorreiter. Es dauert aber trotzdem, bis es bei den Vereinen ankommt.

    Ausnahme bei der Vorreiter-Rolle sind leider die Bundesliga-NLZ in Bayern. Da spielt die U13 schon auf dem 11er-Feld.

    Ja, für den BVB ist die Nachwuchsliga eine Bereicherung. Allerdings ist Marco Lehmann als U17-Trainer des BVB bereits in der Beletage des europäischen Jugendfußballs tätig. Die Scoutingabteilung des BVB sucht weltweit nach jungen Spielern für die Akademie. Für mich sind das ab der U17 bereits Jungprofis, und die U19 spielt in der Youth League.


    Es gibt ja auch kleinere NLZ wie Saarbrücken, die Stuttgarter Kickers, Fürth oder den FSV Frankfurt. Diese Vereine spielen nicht jeden Gegner an die Wand und scouten meistens nur regional oder im Umkreis von 50 bis 60 Kilometern.

    Das bedeutet, dass sie vom ersten Spieltag an nicht um die Meisterschaft in der Nachwuchsliga kämpfen, sondern sich auf höherem Niveau messen und ihre Spieler präsentieren können. Draußen steht ja eine Schar von Scouts und Beratern mit Argusaugen, um den nächsten Deal einzufädeln um auf INSTA oder TIK TOK zu posten.


    Ich bin sehr gespannt, ob wir durch die Reform mehr Spieler in die Bundesliga bekommen und ob die Ausbildung ohne Abstiegsdruck die gewünschten Früchte trägt. Ich denke, erst nach vier bis fünf Jahren wird man Vergleichszahlen haben, die zeigen, ob sich der Aufwand mit den weiteren Anreisen lohnt.

    Aber auch für die Spieler von Saarbrücken, Stuttgarter Kickers, Fürth und FSV Frankfurt ist die Nachwuchsliga ein riesiger Vorteil.

    Sie spielen aufgrund ihres Status immer in der Nachwuchsliga, wissen, dass sie nicht absteigen und müssen deshalb wenn Sie gegen Bayern, Eintracht Frankfurt oder VFB Stuttgart spielen nicht Punkte für den Klassenerhalt mauern, sondern können bestmöglich mitspielen. Sollten Sie zur Rückrunde in die Liga B "absteigen" messen sie sich überregional gegen die anderen schwächeren NLZ und die stärksten Amateurteams, wo sie dann öfter auf Augenhöhe oder in der Favoritenrolle sind, was für die spielerische Entwicklung sicher besser ist als eine Saison lang zu 75% Mauerfußball zu spielen.

    Als Verlierer der Reform könnten sich maximal die ambitionierten Amateur-Clubs ohne NLZ fühlen, die jetzt eben keine Chance mehr haben gegen die Top-NLZ zu spielen.

    Es geht zwar gerade mit Vollgas off-Topic, aber wo wir gerade mitten drin sind ...:


    Bei den Ex-Profis fragt doch auch keiner nach, wie sie die pädagogischen Inhalte nachholen können. Die bekommen einfach eine radikale Abkürzung. Das kann im Profifußball funktionieren, weil man ein großes Team hat und innerhalb des Teams kann man sich immer gegenseitig kompensieren, wenn man entsprechend teamfähig ist.

    In meinen Augen müssen es auch gar nicht zwingend Pädagogen sein, die die Kinder Trainieren.

    Mir fällt da z.B auch der Familienvater mit Führungsposition im Job ein, sofern er es zeitlich hinbekommt... und wenn er es hinbekommt, dann sicher nur als Trainer des eigenen Kindes, weil die wenige Freizeit dann zumindest mit einem Teil der Familie verbracht werden soll.

    Man muss auch nicht Profi gewesen sein, um eine Eignung als Trainer zu haben.

    Ich bin überzeugt, jeder überdurchschnittliche Bezirks- oder Landesliga-Spieler bringt ausreichend fußballerisches Rüstzeug mit um jede form von Trainerposten in jeder Liga zu übernehmen.

    Alle anderen Inhalte zur Entwicklung und Vermittlung von Trainingsformen, Taktik, Technik etc. muss man sich in den diversen Lehrgängen aneignen und außerdem seine Erfahrungen in der Praxis sammeln.

    Dass NLZ-Spieler am Ende meist bessere Fußballer werden, als die im Breitensport oder Leistungsorientieren Amateurverein liegt jetzt ja auch nicht in erster Linie daran, dass sie bessere Trainer haben, sondern an vielen unterschiedlichen Einflüssen:
    mehr Talent, mehr Training, besseres Training, bessere Mitspieler, bessere Gegenspieler, größerer Ehrgeiz / Motivation, z.T. bessere Trainer, gezielte Entwicklungsplanung im Verein, medizinische Betreuung, ... Glück, dass man zur richtigen Zeit am richtigen Ort gute Leistungen gezeigt, hat als ein Scout zugesehen hat.

    Trotz all dieser Vorteile werden die wenigsten NLZ-Spieler am Ende Profis und schon gar nicht mit 16 oder 17, wie du nicht müde wirst zu erwähnen. Die wenigen, die es so früh schaffen, sind die absoluten Ausnahmespieler (Musiala, Wirtz, Haverz, Jamal, demnächst evtl. Lennart Karl). Es gibt aber immer noch genügend Spieler, die dann am Ende gestandene Profis werden, nachdem sie ganz regulär bis inkl. U19 oder U18 das NLZ durchlaufen, sich dann noch mal in der U23 beweisen und nach 1-2 Leihstationen in Liga 3, 2 oder im etwas weniger anspruchsvollen Ausland (Österreich, Schweiz, Niederlande) am Ende in der Bundesliga ankommen.

    Diese Spieler hatten zwangsläufig in ihrer Ausbildung diverse NLZ-Trainer mit entsprechender Ausbildung und von denen haben sie auch ganz sicher etwas mitgenommen. Aber welchen Einfluss welcher der oben genannten Faktoren auf die Entwicklung der Spieler tatsächlich hatte ist sowas von absolut individuell und unterschiedlich, dass man dies mit deiner schwarz-weiß-Malerei definitiv nicht beschreiben oder rechtfertigen kann.

    Die von Dir beschriebene Konstellation kann zum Problem werden, muss es aber nicht.

    Entscheidend dafür ist nicht (nie) die Konstellation, sondern das Handeln, Verhalten der beteiligten Personen (Trainer, Spieler, Eltern).

    Grundsätzlich ist es nun mal so, dass man im Breitensport normalerweise froh um jeden Trainer ist, den man bekommen kann und dann in der Regel auch keinen ablehnt.

    Wenn das Trainerteam aus 4 Trainern besteht und die tatsächlich in der Lage sind alle Spieler entsprechend individuell zu fördern und alle Spieler fair zu behandeln, dann ist es ein absoluter Luxus und ein Glücksfall. Unabhängig, ob es sich bei den Trainern auch um Eltern handelt.

    Wir müssen nicht darüber diskutieren, dass es am besten wäre, für jede Mannschaft ausreichend ausgebildete Trainer zu haben, die im Idealfall super mit der jeweiligen Altersgruppe umgehen können, aber keinerlei persönliche / verwandtschaftliche Beziehungen zu irgendwelchen Spielern in ihrem Team haben. Das ist aber im Breitensport absolute Utopie und findest Du maximal im Leistungssport.

    Was verlangst Du in dem speziellen Fall jetzt konkret vom Verein?

    Soll der Vorstand die 4 Väter überreden andere Mannschaft zu übernehmen? Die Antwort wird lauten, wenn ich die Zeit investiere, dann möchte ich sie mit meinem Kind verbringen (habe ich als ehemaliger Vatertrainer genauso gemacht).

    Soll der Vorstand sagen, dass 2 Trainer ausreichend sind und die anderen beiden bitte wegbleiben sollen? Die Antwort könnte lauten, dass aus beruflichen Gründen nur mit 4 Trainern sichergestellt werden kann, dass immer 2 Trainer regelmäßig zum Training da sein können.

    Ich hatte die Konstellation mit 4 Vatertrainern (von 4 Kindern) von der F bis zum Ende der E-Jugend für 22-30 Spieler aufgeteilt auf 2-3 Mannschaften. Ob und wie gut es funktioniert hat, müssen andere beurteilen. Hätten wir es aber nicht so gemacht, wäre die Konsequenz gewesen, dass es gar keine Mannschaft mehr gegeben hätte, weil sich kein Trainer gefunden hat, der kein Kind in der Mannschaft hatte. Von den betroffenen Kindern spielen immer noch 20 im Verein. Zwei sind in den Leistungsfußball gewechselt, 3 oder 4 haben sich auf eine andere Sportart im Verein konzentriert, einer ist weggezogen und 2 oder 3 haben aufgehört. Also kann es nicht so verkehrt gewesen sein.

    Ich kann Deine Bedenken grundsätzlich verstehen, aber man muss auch immer bedenken, welche Alternativen ein Verein hat, wenn er Kindern und deren Familie ein vernünftiges Angebot machen möchte um Fußball spielen zu können.

    Dementsprechend bleibt nur die Chance der Konstellation eine Chance zu geben, oder sich einen Verein zu suchen, wo es einem besser passt. (was Ihr ja anscheinend getan habt)

    Zur getroffenen Entscheidung sollte man dann stehen und nicht mehr groß hin und her diskutieren.

    Ich kann verstehen wie Ihr Euch entschieden habt, es hätte sicher auch Gründe gegeben, im Team zu bleiben, da man wenn es gut gemacht ist mit 4 Trainern tatsächlich auch hervorragende Möglichkeiten hätte Kinder gerade in der D-Jugend ideal individuell zu fördern.

    Was ich etwas unglücklich finde, ist dass Du hier im Forum unbedingt eine Bestätigung für Deine Meinung und Entscheidung bekommen möchtest.

    Dementsprechend noch einmal zusammengefasst:

    Wir kennen die konkreten Umstände nicht, v.a. nicht, wie die Trainer das Training organisieren, wie sie sich den Kindern und Eltern gegenüber verhalten etc.

    Die Tatsache, das 4 Väter eine D-Jugend mit 15 Kindern trainieren ist per se ganz sicher kein Grund ein Problem zu sehen.

    Wenn Ihr Euch damit aber nicht wohlfühlt, dann habt Ihr ja alles richtig gemacht.

    Ich habe mir mal meine Mittagspause hergenommen um den Podcast anzuhören.

    Ich kann Dr. Philipp Kaß da ehrlich gesagt nicht so viel abgewinnen.

    Das ganze klingt für mich so, dass er als Wissenschaftler sich dem System Fußball überlegen gefühlt hat und egal wo er war das auch deutlich gezeigt hat. Aus seinen Ausführungen höre ich eigentlich immer etwas Neid und Verbitterung heraus, dass er selbst trotz seiner herausragenden Ausbildung und seines riesigen Know How nicht im System Profifußball bzw. Nachwuchsleistungsfußball landen konnte.


    Natürlich sagt er vieles was wahr ist. Das ist aber alles keine besonders neue Erkenntnis, sondern längst bekannt.

    Mich stört trotzdem der komplett negative Begleitton den er dabei anschlägt.

    Im Nachwuchsleistungsbereich läuft natürlich nicht alles optimal, genauso wenig wie im Breitensport.

    Aber ich kann mit dieser Totalkritik, dass alles falsch ist nichts anfangen...


    Das der sogenannte "Closed Shop" des DFB zum Teil Entwicklungen hemmt will ich gar nicht abstreiten.

    Ein rein wissenschaftlicher Ansatz wird das Problem aber ganz bestimmt auch nicht lösen.

    Grundsätzlich kann man ja beide Seiten verstehen.

    Hier eine Mannschaft aus "11 Freunden" bzw. ein paar mehr, die über Jahre gewachsen ist, sich menschlich und anscheinend auch sportlich blendend versteht (Spieler inkl. Trainer), auf der anderen Seite ein Verein, der anscheinend in der Jugendarbeit bisher auch nicht so viel falsch gemacht hat, sonst hätte er in der C-Jugend nicht immer noch 50 Kinder am Start. (in anderen Vereinen kämpft man in der Altersstufe schon damit, dass man selbst mit Spielgemeinschaft am Wochenende 11 Spieler für eine C-Jugend auf den Platz bekommt).

    Ab der C-Jugend bin ich ehrlich gesagt grundsätzlich eher bei der Position des Vereins. d.h. die Spieler sollten Leistungsbezogen auf die drei Mannschaften aufgeteilt werden. Wie Follkao schon erwähnt hat klingt 50 Spieler für drei Mannschaften erst mal nach viel, kann aber auch tatsächlich knapp werden und wird ohne gegenseitiges Aushelfen schwer funktionieren.

    "Auf Kante genäht" finde ich allerdings etwas übertrieben bzw. trifft nur zu, wenn sich die drei Mannschaften als "Verein im Verein" sehen und gegenseitig voneinander abschotten, was definitiv nicht dem Sinn eines Vereins entspricht.

    Wichtig wäre in dem Fall vermutlich wie immer Kommunikation und Transparenz von Anfang an gewesen.

    Man sollte im Lauf der Kleinfeld-Zeit schon klar kommunizieren, dass irgendwann die Zeit kommen wird (spätestens ab der C-, teilweise auch schon aber der älteren D-Jugend), dass ein neutrales (!) (ohne Eigeninteressen zur Förderung der eigenen Kinder oder Trainerambitionen) Gremium für die Einteilung von Teams und Trainern verantwortlich ist und, dass für die Mannschaftszugehörigkeit ab diesem Zeitpunkt in erster Linie die Leistungsfähigkeit der Spieler entscheidet.

    Wenn dann einzelne den Einsatz in der "besseren" Mannschaft ablehnen, kann / sollte man das als Verein akzeptieren und die Spieler im niedrigeren Team trainieren und spielen lassen. Eine Art "Revolution" durch Eltern oder Trainer, die mit aller Gewalt bestehende Team-Gefüge beibehalten oder durchdrücken wollen ist aber dem Verein gegenüber genauso unfair und unsozial, wie sie selbst vielleicht die neue Einteilung nach Leistung durch den Verein empfinden...