Alles anzeigenDer Status eines Nationalspielers einer der Topnationen im Weltfußball steigert deinen eigenen Marktwert signifikant. Du bist auf dem Fußballmarkt einfach mehr wert, wenn du deutscher oder englischer Nationalspieler bist als türkischer oder algerischer Nationalspieler.
Die Chance bei besseren Vereinen unterzukommen und bessere Verträge zu erzielen ist dann einfach höher.
Und nur darum geht es im Wesentlichen dabei. Was bringt deiner Karriere mehr? Da spielen die Berater eine ganz entscheidende Rolle.
Aber wie schon geschrieben, es gibt Beispiele von Spielern die sich auch für ihr Herz entscheiden, und das hat man auch zu respektieren und nicht zu kritisieren!
Ich glaube da gibt es wie immer mehrere Seiten und Versionen der Geschichte.
Die einen entscheiden sich aus vollem Herzen für das Land in dem sie geboren wurden und aufgewachsen und dementsprechend auch ausgebildet worden sind. Die anderen Vielleicht für das Land Ihrer Eltern oder Großeltern in denen ihre Wurzeln liegen, weil sie im Hintergrund trotz des Lebens in z.B. Deutschland weiterhin eine starke Verbindung zur Kultur ihrer genetischen Wurzeln behalten haben.
Beides vollkommen ok und zu akzeptieren.
Andere Entscheiden sportlich / kommerziell. Auch hier gibt es verschiedene Varianten.
Ein Spieler, der sich Chancen ausrechnet in einer Top-Nation die Chancen hat Titel zu erringen Stammspieler zu werden, wird sich vermutlich für diese entscheiden, wenn nicht sein Herz unabdingbar am Heimatland seiner Eltern hängt.
Umgekehrt wird ein Spieler, der zwar in einer Top-Nation aufgewachsen ist und dort ausgebildet wurde, sich aufgrund der Konkurrenzsituation in der Nationalmannschaft aber nur Chance im erweiterten Kreis sieht vielleicht eher für seine zweite Heimat entscheiden, weil er sich denkt besser woanders Nationalspieler als gar nicht Nationalspieler.
Und natürlich spielen da auch Marktwertüberlegungen einer Rolle.
Ibrahim Maza hat ja ganz offen angesprochen, wie er seine Situation aktuell mit der Konkurrenz um Wirtz, Musiala, Havertz einordnet.
Er hat ist ein Top-Talent, das die nächsten Jahre sicher nicht komplett Chancenlos wäre im Kampf um einen Kaderplatz bei einer EM oder WM in Deutschland. Für 2026 müsste er sich aber wahrscheinlich hintan anstellen.
Mit Marokko ist die Chance groß bereits 2026 bei der WM dabei zu sein und evtl. auch schon demnächst bei Afrika Cup, unter Umständen als Stammspieler zumindest aber mit Aussicht auf Spielzeit.
Zwei Turniere mit guter Leistung bringen ihm in Sachen Marktwert mit Sicherheit mehr als die nächsten ein bis zwei Jahre als deutsches Top-Talent zu gelten, Da gilt dann vielleicht auch unabhängig von der Herzenseintscheidung: "Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach."
Auch diese Entscheidung ist übrigens nicht verwerflich oder negativ zu sehen.
Sportler streben immer nach dem höchsten, was für sie erreichbar ist. Und wenn in dem Fall Deutschland vielleicht zu hoch ist und Marokko erreichbar, dann ist das auch ok.
Eine Ausbildungsentschädigung durch Verbände finde ich in dem Fall ehrlich gesagt auch nicht ganz verkehrt, weil die Lehrgänge der Jugendnationalmannschaften den Spielern schon viel für Ihre persönliche und sportliche Weiterentwicklung geben, viel Geld kosten und jeder Spieler, der dabei ist, einem anderen Spieler den Platz wegnimmt und dessen Entwicklung damit ja unter Umständen hemmt.
