Beiträge von Mapo

    Dann würde ein Stützpunkt auch nach Trainervorgabe spielen, wenn sie mehr Stunden miteinander verbringen, bzw. spielen dann auch automatisch alle Breitensportvereine nach Trainervorgabe, oder?


    Zum Thema Coaching muss ich was richtig stellen. Ich finde es falsch negative Äußerungen während eines Spiels den Spielern vorzuwerfen, das demotiviert mehr als alles andere. Als Trainer sollte man aber schon proaktiv defensiv coachen, um den Spielern bei dem defensiven Matchplan Hilfestellungen zu geben, d.h. wenn du z.B. siehst, dass dein rechter Verteidiger nicht einrückt und der Gegner so blank vor dem Tor steht, wenn er von der anderen Seite dem Ball bekommt, würde ich ihm das schon so sagen. Machst du das als Trainer nicht und lässt den Gegner dann frei vor dem Tor?
    Einen Spieler nur zu kritisieren ist in meinen Augen kein Coaching. Als Coach versuchst du ja eher deinen Spielern zu helfen auf den richtigen Weg zu kommen.


    Offensiv hast du aber so viele Handlungsoptionen, die kannst du mit den Jungs während des Spiels gar nicht durchgehen. Gibst du ihm da proaktiv aber DIE Option mit auf dem Weg, glaube ich, dass er eher blockiert, weil er vielleicht eine viel bessere Idee hatte, die du als Coach gar nicht gesehen hattest.
    Das bedeutet nicht, dass du dies im Nachhinein nicht ansprechen kannst. Beispielweise kannst du ja nach der Auswechslung, in der Pause oder nach dem Spiel den Spieler fragen, was es in der entsprechenden Situation noch für zusätzliche Möglichkeiten gegeben hätte, oder warum er sich für SEINE Idee entschieden hat.

    Die Übung ist schon sehr intensiv und fordert den Spielern auch kognitiv so einiges ab. Ich spiele sie so ca. 10-15 Minuten, wobei vor allem die ersten 5 Minuten noch ziemlich wild sind. Durch das permanente Umschalten ist das Einsetzen der farbigen Hütchen zwar eine sehr interessante Idee, aber schwer umsetzbar, weil die passiven Spieler schnell zur Hilfe eilen müssen, wenn ein Ball ins andere Feld gespielt wurde. Mit dem visuellen/akustischen Reiz würde noch etwas Zeit verloren gehen, die der Spieler mit Ball in einem 1-1 aufholen muss. Ich werde es bei Gelegenheit aber mal versuchen auszuprobieren, weil ich diesen Ansatz sehr interessant finde.

    Zum Thema Ballzirkulation spiele ich auch gerne diese Spielform:






    Organisation

    • Ein 20 x 20 Meter großes Feld markieren.
    • Dieses Feld noch einmal in vier 10 x 10 Meter große Quadrate aufteilen und markieren.
    • In der Mitte des Feldes eine Wartezone mit Hütchen abstecken.
    • 3 Mannschaften à 3 Spieler einteilen.
    • 1 Team der Wartezone zuordnen, die anderen beiden Teams verteilen sich frei im Feld.

    Ablauf

    • Gespielt wird immer 3 gegen 1 in einem der 4 Felder.
    • Das Dreier-Team in Ballbesitz muss gegen 1 Verteidiger mindestens 5 Pässe untereinander spielen. Dann passt es in ein anderes Feld zu einem Spieler der zweiten äußeren Mannschaft, deren Spieler in jeweils einem der anderen 3 Felder stehen. Sie sprinten jetzt zum Zusammenspiel in das Feld des Spielers in Ballbesitz, zeitgleich löst sich ein neuer Verteidiger aus der Wartezone, um das Passspiel zu verhindern.
    • Bei Ballgewinn der Verteidiger Aufgabentausch!

    Woran macht du fest, dass NLZ´s nach Trainervorgabe spielen? Das ist mit zu pauschal und zu leicht. Mir leuchtet das in dem Spiel nicht ein, vor allem wenn defensiv immer wieder die gleichen Fehler gemacht worden sind, spricht es ja dafür, dass der Trainer nicht eingegriffen hat. Oder hat der Trainer das einfach nicht gesehen? Und der Fakt, dass das NLZ oft den zu frühen Abschluss gesucht hat, würde als Außenstehender ja auch dafür sprechen, dass der Stützpunkt die Defensivaufgaben, die der Trainer vorgegeben hat, auch gut umgesetzt hat.


    Ich finde es generell sinnvoll die Jungs defensiv zu coachen, um ihnen damit zu helfen, da es ja meistens die Fehler im eigenen Verhalten sind, die zu Gegentoren führen (keine Fehler, keine Tore). Offensiv haben die Jungs ja teilweise viel verrücktere und bessere Ideen als der Trainer selbst und es gibt ja auch so viele verschiedene Möglichkeiten den eigenen Angriff auszuspielen. Von daher finde ich es da enorm wichtig ihnen möglichst alle Freiheiten zu lassen.

    @Schimanski und Mapo
    könnt Ihr mir zu der Übung aus Türchen 11, für den Anfang mit einer D-Jugend (U12), die Feldgrösse empfehlen?
    Wie würdet Ihr die Einteilung bei 13 Spielern machen? 4:2 und 5:2?

    Ich würde bei 10x10 m beginnen. Es ist aber schwer zu sagen, da es auch von dem Können deiner Jungs abhängt. Es ist aber ja auch möglich das während der Übung zu verändern, wenn du siehst, dass es zu leicht oder zu schwer wird. Ebenso kannst du mit der Anzahl variieren 4-2 oder 5-1 auf zwei Feldern, etc.
    Um den begründeten Einwand von Schmanski des Wegspitzelns ein wenig entgegen zu wirken, könnte man auch verlangen, dass der Ball aus dem Feld gedribbelt werden muss, wenn er erobert wurde, so kommen wir auch automatisch ins Gegenpressing. Allerdings geht es ja meistens beim Rondo um die Ballzirkulation und nicht ums Pressing. Und es wird ja am Ende eine Ballzirkulation, wenn die Bälle weniger werden.


    Wenn ich ein Pressingthema im Training habe, kann ich mir die Übung aber auch gut vorstellen. Da würde ich das Feld aber entsprechend verkleinern, um mehr Eroberungen zur provozieren.


    Am Ende sollte sich jeder bewusst machen, was er für einen Schwerpunkt sehen möchte, um dann zu wissen, an welchen Schrauben gedreht werden können.


    Diese Übung habe ich heute auch gemacht:


    Tore sind nur drei oder vier gefallen. Problem war oft das Timing und die Passpräzision bei den Pässen hinter die Kette. Das war mir aber (erstmal) nicht so wichtig. Für mich waren die Ballzirkulationsaspekte (Bewegung im Raum, Passpiel, Ballan- und mitnahme, Kommunikation, etc) und das Auflösen von Engen und Drucksituationen über Verlagerungen entscheidend. Und davon gab es reichlich Input.

    Die Übung möchte ich auch ausprobieren. Klingt super spannend. Kurze Frage: Was ist passiert, wenn die roten den Ball vor dem Tor erobert haben, also dann, wenn außerhalb des gelben Feldes gespielt worden ist?


    Klar ist, dass vor allem die Ballzirkulation im Vordergrund steht. Ich finde es aber sehr motivierend, wenn man sich nach einer tollen Kombination auch mit einem Abschluss belohnen kann.
    Schimanski, da du die Übung schon gemacht hast, denkst du es wäre noch besser gelaufen, wenn du rechts und links vom großen Tore noch Minitore aufgestellt hättest?

    @Schimanski Ich habe diese Übung schon des öfteren gemacht. Sie ist echt gut. Am Anfang läuft es meist nicht gut und alle Bälle sind schnell raus. Wenn es für die Ballbesitzenden gut läuft sehe ich aber ein Problem, besonders für Jüngere. Die Verteidiger laufen sich tot und das ist extrem demotivierend. Deswegen würde ich, sobald es gut läuft das Feld verkleinern oder ein Zeitlimit einbauen und einen Wettkampf draus machen(welches 2er Team gewinnt die meisten Bälle in einer Minute)
    Als Vorübung (für ganz junge) empfehle ich einfach das Passen weg zu lassen und der Verteidiger der einen Ball gewinnt wird zum Angreifer und umgekehrt. Das kann man dann auf Zeit laufen lassen. Dann kann man verschiedene Dribbleziele im Feld markieren und als Wettkampf gucken welcher Spieler die meisten durchdribbled (mehr Ziele als Verteidiger oder große Ziele). Was ich beim Coaching ganz gut finde (zum Thema Übersicht) ist es kurz einzufrieren und jeder Spieler soll ohne sich umzuschauen dahin zeigen wo die Verteidiger sind. Nach ein paar mal behalten sie sie gut im Blick.

    Ich spiele es gerne auf 2 Feldern, z.B. Team rot gegen Team blau und jeweils ein oder zwei Spieler einer Mannschaft (je nach Kadergröße) jagen die Bälle im anderen Feld. Es ist immer ordentlich Zug drin und macht den Spielern eine Menge Spaß.

    Wie verbesserst du das Abwehrverhalten am Flügel, wenn du nach innen lenken möchtest und dann noch schneidest?


    Ich würde einen seitlichen Schnitt wählen und 5vs5 (TW - 2xIV, AV, AS, 1x6er gegen AV, AS, Spitze, 6er, 10er) mit nach außen gelenktem Pressing spielen. So kommst du beim eigenen Außenverteidiger mit dem äußeren Mittelfeldspieler oder dem 6er in Doppelsituationen.


    Folgender Link vom ITK sollte dir ebenfalls dabei helfen...

    Dann hab ich noch eine Frage zum nachfolgenden Satz:

    Verstehe ich das richtig, dass die Übung mit einem absichtlichen Fehlpass vom Abwehrspieler zum gegnerischen Angreifer) startet? Frag ihn doch mal, inwieweit er mit dem geübten Fehlpass eine spielnahe Situation verbessern will?

    Provokant gefragt: Geht es ihm und generell bei E-Jugendspielern um Taktiktraining oder kognitives Techniktraining?
    Ohne die Übung im Detail gesehen zu haben, finde ich es eher erstaunlich, dass er von E-Jugendspielern einen Flugball einfordert. Ich könnte mir vorstellen, dass die Streuung da sehr groß war

    Eine pauschale Antwort gibt es aus meiner Sicht nicht, denn wir wissen nicht, was im Einzelfall passiert ist und die Eltern dazu bewogen hat, diese Entscheidung zu treffen.


    Einmischen ist für mich auch das falsche Wort. Das werden Trainer nie können, da sie nicht die Erziehungsberechtigten sind. Ich würde da eher sagen, dass der Trainer beratend / mediativ auf die Eltern einwirken kann.
    Wenn man als Trainer, die oben beschrieben Punkte sachlich erklärt, glaube ich, dass zumindest die meisten Eltern mit sich reden lassen.
    Ebenso wichtig finde ich es als Trainer aber auch anzubieten, bei Einverständnis der Eltern, mit dem Jungen darüber zu sprechen, denn ein Trainer kann bestenfalls auf das Kind nochmal anders einwirken als die Eltern.

    Da magst du recht haben, aber was ist daran verwerflich sich Input zu holen, wie man sich verbessern kann. Er wird ja als Trainer in solchen kleinen Spielformen nicht den Taktiktrainer machen und das Spiel andauernd unterbrechen, sondern die Jungs eher darin bestärken und loben, wenn sie etwas gut machen.


    Vielleicht liegt der Schlüssel auch bei der Rückwärts- und Vorwärtsbewegung deiner vorderen und hinteren Reihe, denn jeder Spieler sollte sich zu jeder Zeit an Offensive und Defensive beteiligen. Im Spiel kann man dies sehr vielfälltig steuern (z.B. Tor zählt doppelt, wenn alle Feldspieler in der gegnerischen Hälfte sind oder bei Gegentor noch jemand in der anderen Hälfte ist). Es ist für die Kinder zudem immer wieder schön, wenn sie neue Spielformen kennenlernen und sich an diesen ausprobieren können. Spielformen, wie oben beschrieben auf Dribbellinie oder 4 Minitoren, halte ich für diese Altersklasse auch als absolut angemessen, um ein Gefühl für den Raum in der Breite zu bekommen. Die Kreativität, die wir von unseren Spielern einfordern, müssen wir am Ende auch selbst vorleben.

    Ist der Bezug zum Spiel gegeben, wenn du den Torabschluss links weglässt?
    Der Torabschluss dient meiner Meinung nach zum einen als Motivator und zum anderen als sinnvoller technisch anspruchsvoller Rückweg, um wieder zur Startposition zu kommen.
    Nach deinen Aussagen rein positionsspezifisches Techniktraining in der D-Jugend anzubieten, halte ich für gewagt.

    Bei mir war es ähnlich, wie bei Zodiak und ich war ebenfalls sehr angetan, wie R.P. über Fußball spricht und wie er sich auf dem Platz gibt. Wichtig ist natürlich auch, dass man sich darauf einlässt. Bei uns wurde niemand so krass bloß gestellt oder auseinander genommen, aber wenn dir einer vom DFB sagt, dass das, was du gemacht hast, nicht so toll war und du dann anfängst zu diskutieren, ist es klar, dass dir dies dann auch in einer etwas schärferen Form nochmal erläutert wird. Und ich muss sagen, wenn die jemanden gesagt haben, dass etwas mies war, dann war es auch mies. Ich kann jedem nur raten, dort alles mitzunehmen, was geht und auch alles auf sich wirken zu lassen. Wenn man mit einer negativen Grundeinstellung dort reingeht, kann man, wie bei allen anderen Sachen auch, über alles und jeden meckern.


    Am Ende muss man sich auch vor Augen führen, dass dies die dritthöchste Lizenz ist, die man in Deutschland erwerben kann. Da ist es verständlich, dass zum einen Trainer dort an ihre Grenzen stoßen und die Lehrgangsleiter auch nicht alle zur A- Lizenzeignung durchwinken. Die Lizenz gibt dir das bessere Handwerkszeug. Entscheidend ist, was jeder daraus macht.


    @Zodiak
    R.P. leitet ca. 90% der A-Lizenzlehrgänge, es gibt aber auch andere Referenten. Wenn ich meine A-Lizenz mache, würde ich mich über ihn als Referenten aber sicher auch so freuen, wie du.

    @yvdreger
    Du trainierst also montags? Der Hinweis wäre zu Beginn nicht schlecht gewesen.
    Diesen Tag halte ich bei einer U 11 für ungünstig. Da wundert es mich nicht, dass die Spieler manchmal nicht so richtig zu motivieren sind bzw. länger als geplant für eine Übung brauchen.
    Kannst du das Training vielleicht verlegen?
    Wann spielt ihr gewöhnlich, samstags, sonntags oder gemischt?

    Die Aussage verstehe ich nicht. Ich habe noch nie einen U11 Spieler gesehen, der "montagsdepressiv" ist und kein Bock auf Fußball hat.


    Wenn du nur 60 Min. hast, dann würde ich die Erwämung auf 10 Min. kürzen, das geht bei E-Junioren.


    Abschlussspiel wären dann auch nur 10, max. 15 Min. Somit hast du 35 Min. Die würde ich im Haupteil auf 2 Übungen aufteilen, bei denen nicht umgebaut werden muss.
    @Steini
    Technikübungen in Wettkampfformen sind sicher gut gegen Langeweile, aber gerade wenn die Technik noch nicht richtig sitzt, was in dem Alter häufig der Fall ist, besteht bei bei Wettkämpfen die Gefahr, dass geschludert wird.

    Wettkämpfe sind bei den Kindern das Salz in der Suppe und in meinen Augen unerlässlich. Deswegen sollte vor den Wettkämpfen ausreichend geübt werden, um dort entsprechend korrigieren zu können. Im Wettkampf wird es immer mal vorkommen, dass die Technik nicht in Perfektion ausgeübt wird, aber es ist auch ein entsprechender Reiz den du wieder setzt, denn im Spiel wird der Gegner dir bei der Technik auch nicht alle Zeit der Welt lassen, um diese sauber auszuführen.

    Das Offensivspiel ist so variantenreich und nie nach Lehrbuch 1-1 durchführbar. Vor allem der Gegner bietet dem Offensivspiel ja auch immer etwas an. Für mich ist daher systematisches Fintiertraining vor allem im Grundlagenbereich und im goldenen Lernalter unerlässlich, um den Spielern zum einen Handlungsalternativen zu geben und zum anderen ganzheitlich auszubilden. Die koordinativen und kognitiven Lerneffekte sind dabei nicht zu unterschätzen.
    Im Spiel selbst sehen wir ja auch nicht beispielsweise 30 Doppelpass- oder Hinterlaufen-Aktionen, auch wenn das eventuell Schwerpunkt im Training war.

    Ich bin immer für eine ausgewogen verteilte Spielzeiten aller Spieler. Es wird aber immer jemanden geben, der es anders sieht als der Trainer und das ist auch gut so, wenn es auf konstruktive Art und Weise kommuniziert wird. Am Ende aller Tage ist es aber nicht entscheidend, ob jemand im Spiel 49, 50 oder 51 % der Spielzeit bekommt, sondern dass die Spieler (i.V. mit den Eltern) ein vertrauenswürdiges respektvolles Verhältnis zu dem Trainer haben. Das sollte in meinen Augen immer die Basis sein...

    Ich finde diese Übung auch gut. Sie ist einfach, intensiv und schult viele unterschiedliche Sachen. Ich bin auch ein Freund des Eindribbelns oder Einschießens aber trotzdem finde ich es auch wichtig, dass die Spieler hohe Bälle verarbeiten können.


    Deswegen übe ich dies mit den Spielern separat. Das gibt viele Wiederholungen und die Garantie, dass jeder hohe Bälle verarbeiten muss. Vielleicht denke ich auch nur komplizierter als unser Zeitgenosse :P