Beiträge von Sir Alex

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    Andre:


    Zum Thema DIfferenzierung:


    Es gibt auch die Möglichkeit der inneren Differenzierung. Dass heißt innerhalb einer heterogenen Gruppe den Kindern unterschiedliche Aufgaben zu geben.
    Das hast du verteufelt und den Vergleich zur Schule gezogen, indem du behauptet hast, dass dies dort absolut verboten sein.
    Aber das stimmt so nicht, ganz im Gegenteil.


    Zusammenfassend:
    Differenzieren kann man nach Interessen und Begabung.
    Und es kann eine äußere (Stützpunkt, anderer Verein, etc.) und eine innere Differenzierung (verschiedene Aufgabenstellungen für unterschiedliche Begabung) erfolgen.
    Ich sehe im Fussball die äußere Differenzierung als die optimale Talentförderung an, aber dass heißt nicht, dass man, in einer heterogenen Gruppe nicht auch innerhalb der Gruppe differenzieren sollte oder darf.
    Ich hoffe du hast jetzt verstanden, wo ich deine Argumentationslücke gefunden habe.


    Ich habe also nichts von deinen Statement weggelassen, sondern habe ledeglich nur den Punkz behandelt, wo wir in der Meinung auseinanderliegen. Zur äußeren Differenzierung bedarf es keiner weiteren Worte, da wir hier die gleiche Meinung haben.

    Kann ja verstehen, dass du frustriert bist, weil Deutschland verloren hat, das bin ich auch.


    Aber, zwei Dinge stören mich trotz allem Verständnis deutlich:


    1) Was sollen die persönlichen Angriffe, ich war bisher der Meinung, dass du in der Lage bist, sachlich zu diskutieren und fordere dich auf, wieder die sachliche Ebene anzusteuern.


    2) Daran anfügend, du must schon alle DREI Punkte meines letzten Statements beachten, aber da gerade der dritte Punkt (Differenzierung in der Schule) der bedeutende Punkt ist, hast du sicherlich nicht unabsichtlich weggelassen. Das ist auch keine Form der Diskussion, elementare Inhalte einer Argumentation wegzulassen.
    Dieser dritte Punkt war der wichtigste, die anderen beiden habe ich der Vollständugkeit halber aufgeführt, auch wenn es hier ja keine Verschiedenen Meinungen/Erkenntnisse gibt.


    3) Ob ich teamfähig bin oder nicht, kannst du, sei mir nicht böse absolut nicht beurteilen. Aber soviel dazu, ich habe Meinungen zu gewissen Themen, die immer begründet und nie mit dem Argumenten "aus dem Bauch heraus" oder "habe ich immer so gemacht" sind. Diese vertrete ich auch hartnäckig, höre aber auch in einer regen Diskussion anderen zu, und versuche ihre Argumente aufzugreifen und zu widerlegen, bzw. meine Argumente zu bringen.
    Ich habe auch schon in vielen Dingen, den Fussballsport betreffend, meine Meinung geändert, weil jemand schlüssig seine Position vertreten konnte, oder ich selbst aus Erfahrung etc. zu einer anderen Meinung gekommen bin.
    Aber, solche Diskussionen verlaufen bei uns im Verein immer intern ab, und selbst bei Themen, die nicht zu meiner Zufriedenheit beschlossen wurden, suche ich keine anderen Mitstreiter o.ä.. In der nächsten Sitzung oder anderen folgenden Gespräche versuche ich meiner Meinung dann aber eventuell wieder Gehör zu verschaffen.
    Außerdem bin ich als Trainer seit mittlerweile 8 Jahren im gleichen Trainerteam zusammen, indem wir durchaus auch mal unterschiedliche Auffassungen haben, auch wenn wir im Grundsatz meist nah beieinander liegen.
    Ferner habe ich jahrelang schon ganz ordentlich selbst gekickt.
    Und schlußendlich suche ich regelmäßig das Gespräch mit snderen kompetenten Trainern, um Meinungen, Sichtweisen und Arbeitsweisen aufgezeigt zu bekommen, die mir helfen meine Arbeit zu verbessern. Häufig kann man auch bei unterschiedlichen Auffassungen kleine Dinge herausfiltern, die man verbessert. (Ich habe nun 2mal nacheinander eine E1 gehabt, die gleiches Talent hatten, aber im zweiten Jahr habe ich trotzdem Dinge geändert, Inhalte ausgetauscht bzw. die Gewichtung verschoben.
    Fazit: Ich würde schon behaupten, das ich Teamfähig bin, zumindest auf den Fussball bezogen.


    4) Es gibt ja auch genug Themen, wo ich deiner Meinung bin. Bestes Beispiel: Ich bin ein verfechter der individuellen Ausbildung, d.h. Zusammenspiel als Schwerpunkt ganz sicher nicht vor der E-Jugend. Und ich/wir ziehen das durch, auch wenn für 95% aller Trainer znd Eltern tolles Zusammenspiel "wie bei den Großen", das Qualitätsmerkmal guter Ausbildung und Arbeit ist.
    Ich könnte es mir so einfach machen, und meine Jungs im Zusammenspiel schulen, diese sind so talentiert, ich würde haufenweise Schulerklopfer etc. bekommen, aber ich gehe aus Überzeugung einen anderen Weg. (Vor 5-8 Jahren hab ich das anders gemacht).


    5) Punkt Talent meiner Mannschaft. Ja ich glaube das meine Spieler deutlich überdurchschnittlich veranlagt sind. Meine momentaner Verein ist in meiner Region nun einmal die beste Adresse und so genieße ich mittlerweile den Luxus quasi eine Stadtauswahl trainieren zu dürfen.


    6) Ich würde dich gerne mal einladen, mich auf dem Platz zu sehen. Denn dann kannst du dir wirklich ein Urteil bilden.


    7) Abschließend meine Bitte, du kannst meine Standpunkte und Inhalte kritisieren, aber kritisiere nicht mich als Mensch, das macht man nicht.

    Andre
    Also erstens ich bin Trainer und Lehrer.


    Und ja, wenn Schüler unterfordert sind, dann gibt es folgende drei Möglichkeiten:
    - eine Schule für besonders begabte
    - das Überspringen (im Extremfall sogar mehrmalige) einer Klasse,
    - und ja auch gezielte Förderung mit schwierigeren Aufgaben (da kommt auch kein Kulturminister und rüffelt, im Gegenteil: Differenzierung (nach Interessen und Begabung) ist das Schlüsselwort in der heutigen schulischen Ausbilding.
    (bestes Beispiel ist die FLEX-Eingangsstufe)


    Du liegst also mit deinem Argument absolut daneben. Aus Unwissenheit hast du sogar ein Gegenargument zu deiner Position gebracht.

    Also


    1) Ich habe doch niergens von einem Abschaffen der A-Jugend geschrieben. Lediglich die U19 abschaffen, die A-Jugend dann mit U17 und U18 bestücken, etc.


    2) Andre, du hast in meinen Augen einen Denkfehler in deinen Ansichten. Das Konzept der Ausbildung des DFB endet doch nicht in der A:jugend und dann haben die Spieler alles erlernt!!! Selbst bei optimalem, streng nach dem DFB-Konzept verlaufender Entwicklung der Spieler bleibt nach der A-Jugend noch genügend "Stoff", den es für diese Spieler zu erlernen gibt.
    Also bleiben dem A-Jugendtrainer mehr als ausreichend Inhalte, wenn die vorrangegangenen Trainer vorgegriffen haben.


    Es ist doch wie in der Schule, mit dem Abitur habe ich doch nicht ausgelernt, ganz gleich in welchem Fach und ganz gleich, wie gut ich in diesem Fach war.



    Abgesehen davon, kann man jede Fertigkeit und Fähigkeit stets weiter optimieren.

    Bei allem Respekt, ich habe Andree genau verstanden.


    Du scheinst aber meine Beiträge nicht genau gelesen zu haben. Mein erster Beitrag, indem ich Andre zitiere geht doch genau auf sein geschriebenes ein.


    Und mein zweiter Beitrag, dass schrieb ich auch, ist eine grundsätzlich Überlegung/Erkenntnis meinerseits, die ich schon länger habe.
    Sie jetzt hier in dem zweiten Post darzulegen, hat weder etwas mit der Meinung zu tun, dass ich glaube Andre wolle Jahrgänge abschaffen, als das mein Mitteilungsbedürfnis mich dazu angeregt hat, aufgrund der (nicht Ernst gemeinten) Anspielung Andres, diese Gedanken in deisem Forum mal niederzulegen.
    Besser wäre es gewesen einen eigenen Thread zu verfassen, allerdings sehe ich das eh nicht als großes Diskussionsthame, da so etwas Verbandssache ist, und sich eh nicht verändern wird, leider.

    Und einen anderen Punkt will ich noch ansprechen, ünber den ich schon viel nachgedacht und diskutiert habe und den du ja ungewollt ansprichst:


    Ich bin der Meinung, dass die Alterklasseneinteilung des DFB überholt ist, und folgender Maßen sinnvoll verändert werden könnte:
    F-Jugend: U7 und U8
    E-Jugend U9-U10
    D-Jugend: U11 und U12
    ...
    A-Jugend: U17 und U18


    Und damit wären die Spieler, wie von dir unfreiwillig angeregt ein Jahr eher in der Männer.


    Gründe sehe ich darin, dass
    - vom körperlichen und geistigen Entwicklungsstand der Kinder die Jahrgänge wie oben wesentlich besser zusammenpassen, als es momentan der Fall ist.
    - Seit der Jahrgangsumstellung sind die Spieler durchschnittlich 8 Monate älter in den einzelnen Jahrgängen, allerdings bringt es die Zeit mit sich, dass sie schneller körperliche und geistige Entwicklungen durchlaufen (die Pubertät kommt heute durchschnittlich deutlich eher als vor 15 Jahren)
    - Sowohl in den Bundesligamannschaften, als auch in unterklassigen Vereinen immer häufiger die älteren A-Jugendspieler eh schon in die Männer aufrücken.
    - Meine Erfahrung mir gezeigt hat, dass z.B. für eine U11 die Trainigsinhalte aus dem DFB-Konzept eher in der D.jugen zu suchen sind, wie analog bei jedem älteren Jahrgang.
    -

    Da ich zu eurer Diskussion über Vereinsarbeit und das Aufbrechen von Strukturen etc. eigentlich nichts sagen wollte, belasse ich es bei einem Statement, nämlich dem, dass Günter Grafe das ganz gut sieht.


    Aber Andree auch wenn das nur nebenbei mit dem Thema zu tun hat, diesen Beitrag von dir kann ich nicht unkommentiert stehen lassen:

    ....Überleg mal, ...wenn jeder Trainer vorgreift, wegen der Supertalente....was soll der A Trainer noch beibringen, ...dann brauchen wir keine A Jugend mehr.


    Das wäre dann mein nächster Gedanke....in der Konsequenz müßten wir dann die B und A Jugend abschaffen. Ab besten sind die Jungs dann mit 16 schon Erwachsen, weil sie können ja schon alles, ...da ist die Ausbildung halt früher zu Ende und wir treten ins Erwachsenentraining ein. Gruß Andre

    Du tust ja so, als ob ein Männerspieler nicht mehr lernen muss. Selbst ein Messi behauptet von sich selbst, er müsse noch viel dazu lernen.
    Ich habe ganz ordentlich selbst Fussball gespielt, und am meisten aufgeregt haben mich die Jugendspieler, frisch aus der A-Jugend, die glaubten, sie müssen nicht mehr dazu lernen, sich nichts sagen lassen, sich nicht weiter verbessern. DIe nicht verstehen, warum sie plötzlich in der Männer, trotz ausreichend Talent, kaum Spielzeit bekommen, aber nicht gewillt sind sich zu verbessern. Und ich meine hier auch wirklich talentierte Jugendspieler die A-Jugend Regional- oder gar Bundesliga spielten bzw. zumindest im Kader waren.
    Der Sprung von der A-Jugend zu den Männern (zumindest ab einem gewissen Niveau, z.B. Verbands- oder Landesliga) ist ernorm und ganz sicher der größte in einer Spielerlaufbahn.


    Lange Rede kurzer Sinn:
    Die Ausbildung hört nicht in der A-Jugend auf und egal wie talentiert und weit forgeschritten die Ausbildung auch sein mag, Inhalte für die A-Jugend gehen bestimmt nie aus.

    Uwe


    Recht geben muss ich bei fogendem:


    Warum kostet die Trainerausbild (so viel) Geld? Der DFB will kompetente, gute Trainer zieht diesen Aber das Geld aus der Tasche. Um Qualität zu erhalten muss ich investieren, warum also nicht die Trainerausbildung (samt extrem teurer Fortbildung zur Verlängerung) kostenfrei anbieten?


    Und ich denke auch, dass soziale Kompetenz bzw. der richtige Umgang mit Kindern in jungen Jahren eine wichtige Rolle spielt, als perfektes Training. Ich gehe sogar so weit zu behaupten, dass zumindest in der G-Jugend die Trainingsform: Ball hochwerfen und komplett spielen lassen, eine bessere fussballerische Ausbildung erreciht als mindestens 90% der Minitrainings sonst erreichen. Statische Pass-, Dribbel, und Schußübungen sind absolut ineffizient und sowiso nicht altersgerecht.
    Ich würde in der G-Jugend im Training Fangspiele, ein paar andere Ballspiele/abgeänderte Spielformen und ganz viel freies Spiel machen. Das gepaart mit sozialer Kompetenz und richtigem Umgang mit Kindern ist in meinen Augen sogar optimal.




    Ich behaupte allerdings, das der Erfolg der N11 und deren Jugendteams eine Symbiose aus deinem "weniger Talente gehen verloren" und aber auch deutlich besserer Ausbildung sind. Talente werden FRÜHER entdeckt und dadurch früher optimal gefördert.
    Wenn es nur das weniger Talente gehen verloren wäre, und die Ausbildung nahezu egal wäre, dann hätten wir auch früher diese Maß an Talenten haben müssen, da sie dann spätestens in den Herrenteams auffallen (ala Miro Klose).

    @Uwe


    Grundsätzlich sehe ich Ausbildungskonzepte aller Art differenziert, denke darüber nach, ziehe meine eigenen Schlüsse und übernehme nicht alles, sondern das für mich schlüssige sinnvolle. Andere Dinge verfeiner oder ändere ich.
    Damit will ich sagen, dass es auch in meinen Augen Kritikpunkte an diesen Konzepten gibt, und ich mich sicherlich nnicht an dieses Konzept gebunden fühle.


    Aber das deises Konzept nur der Elite enspricht, bzw. für diese gemacht ist, halte ich nicht für unstreitbar richtig.


    Sammer propagiert in der G-Jugend (F-Jugend auch?, ich weiss es gerade nicht) z.B. Spiele in 4gegen4-Formen auszurichten.
    Meine Erfahrung ist, dass gerade die Breitensportteams dieses nicht wollen, dabei ist eine geringere Spieleranzahl auf dem Feld gerade in leistungsschwachen Teams von Vorteil, damit die Bewegungslegasteniker zu mehr Ballkontakten und Aktionen kommen. In ausgeglichenen, sehr leistungsstarken Teams (Leistungsnachwuchszentren) kommen alle Spieler zu genug Ballkontakten.


    Außerdem habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Trainingsentwürfe etc., die man auf DFB.net finden kann, für die Elite eher weniger geeignet sind. Trainiert man eine E-Jugend eines elitären Teams, so muss man doch eher bei Trainingsübungen der D-Jugend etc. schauen, um eine Forderung und Förderung zu erreichen. (Und nein Andree dabei meine ich nicht z.B. das Zusammenspiel vorzuziehen, bei mir bleibt Individualität selbst in der D-Jugend noch der Schwerpunkt, ich bilde also in diesem Punkt z.B. noch extremer aus, weiterhin gilt lieber einmal zuviel gedribbelt, als einmal zuviel abgespielt; in der D-Jugend erwarte ich lediglich, dass sie erkennen, dass ein Dribbling durch den eigen Strafraum nicht so sinnvoll ist, wei in der gegnerischen Hälfte.).
    Aber Individualtaktik (defensiv wie offensiv) z.B. schule ich eher, als vom DFB vorgegeben, weil es einfach dem Entwicklungsstand der Kinder förderlich ist.


    Da ich eine wirklich leistungsstarke Mannschaft trainiere, kann und will ich sagen, dass diese Konzepte zwar eventuell nicht den leistungsschwächsten Gruppen entsprechen, allerdings auch sicherlich nicht der Elite. Zumindest in den Altersbereichen, in denen der DFB noch keine Auswahlmannschaften hat. Diese Meinung haben auch eigentlich alle Trainerkollegen, die andere sehr leistungsstarke Mannschaften trainieren. Ich habe zumindest bisher nur diese Meinung gehört.

    Dann will ich mich mal versuchen.


    Thema besonders "schwere Fälle" von disziplinlosen Spielern:


    1) Da ich mein EInsatzgebiet in meinen 10-12 Trainerjahren eigentlich ausschlißlich bis zur älteren D-Jugend (eventuell in Ferienschulen mit jüngerer C-Jugend) war, kann ich nicht wirklich mit großen eigenen Erfahrungen aufwarten.
    Grundsätzlich glaube ich, dass es in der C-Jugend deutlich schwerer ist, an der Disziplin und dem Verhalten von Spielern zu arbeiten. Deshalb ärgere ich mich auch grundsätzlich über G-, f- oder E-Jugendtrainer, die ihren "Superstars" alles durchgehen lassen. Die dürfen im Spiel nachtreten, den Schieri anmeckern etc. und bleiben trotzdem auf dem Feld. Leidtragender ist hierbei das Kind, denn wie erwähnt je höher das Alter desto schwerer sind solche DInge zu erlernen. (Ich hbe mal gelesen/gelernt, die wissenschaftliche Quelle kann ich nicht mehr nennen das sich die Grundformen eines Charakters bis zum 9 oder 10 Lebensjahr heranbilden) Deshalb ist es zwingend notwendig, dass man die Trainer in diesen Jahrgängen sensibilisiert. Zum Wohle des Kindes.
    Mittlerweile spielen von mir trainierte Kinder in den Männern. Außerdem kenne ich einen ordentlichen Teil talentierter junger Männerspieler diverser Vereine der Region schon seit E-, D- und C-Jugendalter (aufgrund meiner Trainertätigkeit kenne ich stets nahezu alle talentierten D-Jugendspieler unserers Großraumes). Spieler die heute durch Undiszipliniertheitenauffallen, taten dies auch als 11jährige. Spieler die Trainer hatten, die es ihnen "austrainierten" haben diese zweifelhafte Gabe meist komplett abgelegt, und Spieler, die eh nie dazu neigten tun dies weiterhin nicht.



    So nun zur genauen Fragestellung:
    Ich denke, dem Großteil der Problemspieler kann man durch konsequentes Handeln in ein funktionierenden "Spieler" wandeln. D.h. nicht, dass sie nicht hin wieder über die Stränge schlagen und ihre Grenzen ausloten, aber das sehe ich nicht als Problem, dass gehört zu lebhaften Jungen halt auch dazu.


    Was macht man nun mit einem "Problemspieler", der nicht in erträgliche halbwegs funktionierende Bahnen zu bringen ist?
    Ich denke soclh "harte Fälle" sind die Ausnahme, zwei oder gar mehrere davon in einer Mannschaft halte ich für extrem unwahrscheinlich. Vielmehr sind einige "Mitläufer" an der Seite eines extremen Problemkindes schwer/nicht zu händeln, aber ohne den "Hauptprotagonisten" händelbar. So zumindest meine Erfahrung.
    Und genau deshalb auch meine, wahrscheinlich hart klingende Meinung, wenn man einen solchen "Chaoten" hat, bei dem auch gutes Zureden, persönliche Gespäche, disziplinarische Maßnahmen, etc. nicht wirken:
    Dieser Spieler muss zum Wohle aller anderen aus der Gruppe entfernt werden. (Wie gesagt nicht leichtfertig, sondern nachdem andere Maßnahmen nicht wirken). Ich habe das Wohl (Spaß und sportliche Entwicklung) ALLER Kinder zu beachten.
    Irgendwann sind sonst die funktionierenden Kinder demotiviert und hören auf/wechseln.
    Die "halben" Problemkinder kann ich nur händeln, wenn dieser eine nicht dabei ist, also ist auch zu derem Wohle.
    Ich stehe also vor der Wahl: das Wohl von ca 10 gegen das Wohl von einem.


    Wir hatten in vielen Jahren der Fussballfeienschulen einmal einen Fall, wo wir den Eltern mitteilen mussten, dass er sein Geld anteilmäßig zurückbekommt, aber für uns nicht mehr tragbar ist. Dies erfolgte aber erst, nachdem wir am Tag zuvor schon ein Gespräch mit der Mutter hatten. Sicherlich ist es eine harte Enscheidung, und sicherlich fällt sie auch schwer, aber es gibt extreme Situationen, in denen man zwischen Einzelfall und dem Wohle aller abwägen und harte Enscheidungen treffen muss. Um das nochmal zu betonen, ist dies aber keine schnelle, überhastete Entscheidung, sondern es laufen verschiedene Vorstufen, wie EInzelgespräche, Disziplinmaßnahmen, etc. vorran.


    Und bezogen auf einen kleinen Verein, der nur kleine Kader hat, kann in meinen Augen die Konseuenz nur die gleiche sein.
    Ich würde in Vorstufen ihn auch dann vom Wettkampf suspensieren (sofern sein Verhalten diese Konsequenz nötig werden läßt), wenn ich dann mal ein Spiel/Turnier mal ohne Wechselspieler oder in Unterzahl absolvieren muss(eventuell kann man sich einen deutlich jüngeren Spieler ja mal ausleihen).
    Wenn der junge merkt und weiß, dass man ihn eh braucht, weil man sonst zuwenig hat, wird man ihn eh nicht "erziehen" können. Gerade das konsequente Handeln bei besonders "wertvollen" Spielern oder in besonders schwierigen Momenten (Spielermangel) bietet die größtmögliche Chance und Effizienz der Maßnahme.
    Gerade in älteren Jahrgängen (D-Jugend, C-Jugend) erreicht man vielleicht auch gerade durch eine solche Maßnahme, dass die Mitspieler "helfen" diesen Spieler zu erziehen, da er mit seinem Verhalten die ganze Mannschaft schwächt bzw. gefährdet. Hierbei können Führungsspieler bzw. seine Freunde auch eine Chance sein, da er auf deren Worte/Verhalten anders reagiert.
    Sollte selbst das nicht helfen, dann muss man sich von dem Spieler trennen, sonst steht man eh recht bald vor dem Problem, dass andere Spieler die Lust verlieren.


    Das ist meine momentane Sicht der Dinge, gestützt auf eigenen Erfahrungen und den Erfahrungen von Trainerkollegen.
    Fussball ist ein Teamsport, hierbei sollte das Team und jedes einzelne Teammitglied im Vordergrund stehen. Wenn aber ein einzelner stetig und ohne Besserung das ganze Team sabotiert, so muss zum Wohle aller anderen entscheiden.


    Wenn Trainer allerdings frühzeitig (in jungen Jahren) und konsequent gegen solches Verhalten steuern, bin ich der festen Überzeugung, dass solche Fälle die absolute Ausnahme bedeuten.

    Zunächst mal, will ich sagen, dass ich diese Diskussion erfreulich sachlich empfinde, so soll es sein. Dass sich das Thema im Thread ein wenig verselbständigt hat, spielt für mich dabei keine Rolle.


    Günter Gräfe hat einen Beitrag tiert und bearbeitet, zu dem ich auch unbedingt etwas sagen will:

    warum? ganz einfach: bei der kreisauswahl sind die besten, hochmotivierten jungs, die sich alle präsentieren wollen.
    in den heimteams sind sie dann lockerer, unkonzentrierter und selbst das ball holen dauert länger. hinzu kommen schwächere kinder.
    frage: taugen diese vorgaben des dfb nun als unbedingte vorgabe oder muss man grundsätzlich mit bausteinen arbeiten und sein eigens ding machen?
    und könnte dann nicht auch, wie oben bei anderen beschrieben, manch anderes hinzu kommen, das der dfb nicht auf der liste hat?
    warum sollte dies dann falsch sein, wenn das vorbildtraining doch auch an der realität der meisten jugendteams vorbei geht?

    Organisiertes, strukturiertes Training UND deren Durchführung auf dem Platz hat in meinen Augen nahezu nichts mit der Trainingsgruppe zu tun. Das Organisationsformen, Abläufe etc. im eigenen Training nicht so reibungslos funktionieren, wie bei der Kreisauswahl/Leistungsteams/etc. wird von vielen Trainern gerne auf das Argument der nicht so talentierten und weniger motivierten Trainingsgruppe geschoben/reduziert.


    Dem muss ich entschieden widersprechen. Egal wie talentiert eine Gruppe ist, das Ballholen, das Organisieren der nächsten Übung, das Zuhören, etc. kann überall gleich ablaufen und hierfür ist einzig und alleine der Trainer verantwortlich. Ich trainiere zwar eine Leistungsmannschaft, aber erstens habe ich früher eine nicht ganz leistungsorientierte Mannschaft trainiert und zweitens trainiere ich regelmäßig Fussball-AGs und arbeite in Fussballferienschulen, wo wirklich auch die untalentiertesten (habe wirklich schon die extremsten Beispiele : 10jähriger, der nicht auf einem Bein stehen konnte.) und unmotiviertesten (von Eltern in das Camp "genötigt") Kinder teilnehmen.
    Als ich die ertsne Male solche Gruppen trainierte, argumentierte ich ähnlich, aber mittlerweile habe ich mich in diesem Punkt als Trainer deutlich weiterentwickelt, Erfahrungen gemacht und mein Training läuft mit JEDER Trainingsgruppe nahezu gleich ab. Lediglich die Inhalte bzw. vor allem den Schwerpunkt des Coachens verändert sich bei unterschiedlicher sportlicher Begabung.


    Ich habe mittlerweile feste Regeln und Vorstellungen, an die sich die Kinder halten müssen, um einen reibungslosen, organisierten Trainingsbetrieb gewährleisten zu können. In den ersten Einheiten ist es mein vordergründiges Ziel (vor allen sportlichen Inhalten), dass die Kinder diese Inhalte verinnerlichen, damit dadurch in den weiteren 10-11 Monaten (in Fussballferienschulen 4-5 Tage) die maximale Ausnutzung der Trainingszeit möglich ist.
    Vor dem ersten Training stelle ich den Kindern fogende Regeln vor:
    1) Wenn ich etwas ansage (meistens hole ich sie hierzu in einem Halbkreis zusammen) dann sollen sie mich ansehen und dann rede nur ich. Fragen können in Anschluß gestellt werden.
    2) Bevor sie zusammenkommen fordere ich sie auf, die Bälle ins Tor zu legen, damit sie nicht mit den Bällen rumspielen, dribbeln, tippen und wirklich aufmerksam zuhören können. Außerdem stelle ich mich so hin, dass in meinem Rücken möglichst keine anderen Mannschaften trainieren, die die Blicke der Kinder von mir lösen und auf deren Geschehen lenken.
    3) Die Aufforerung "Zusammenkommen, Bälle ins Tor!" beinhaltet zwingend:
    - dies sofort zu tun, und nicht noch ein oder zweimal aufs Tor zu schießen, zu dribbeln etc.
    - den Ball sicher und genau, d.h. aus nächster Nähe und möglichst rollend ins Tor zu befördern. Schießen aus der Distanz beinhaltet das Risiko des Abschießens eines Mitspielers sowie die Möglichkeit des Fehlschusses, der durch weiteres Ballholen Zeit kostet.
    4) Streitigkeiten und Unsportlichkeiten werden generell überhaupt nicht toleriert und haben persönliche bzw. in Wettkampfformen auch die Mannschaft betreffende forlgen. Z.B. Elfmeter für den Gegner, Zeitlicher Ausschluß eines Spielers etc.
    5) Foulspiele passieren. Ich will das die Kinder vollen Einsatz zeigen, dann passieren auch Fouls. Absichtliche Fouls, also Unsportlichkeiten sind dabei absolut untolerierbar und haben auf jeden Fall eine temporäre Sperre zur Folge.(Kommen aber ziemlich schnell auch überhaupt nicht mehr vor, dauert maximal einen Monat). Nach einem Foul wird abgeklatscht und weiter geht es.
    6) Zwischen den Übungen gibt es mehrere kurze Trinkpausen. In denen baue ich neue Übungen auf. Reicht die Zeit zum Aufbau nicht aus, so können die Kinder Ballarbeit machen, d.h. keine Torschüsse, sondern Dribbling, Jonglieren oder Passen etc.
    7) Am Ende einer Übung, also VOR der Trinkpause teile ich Spieler zum Abbau der Übung ein. Karl und Emil sammeln die Kappen ein, Stefan und Marc die Leibchen etc. Erst wenn alles abgebaut ist, darf getrunken werden.
    8) Mit den Getränken darf nie rumgespritzt werden.
    9) Bei jeder Übung/Spielform hat der Spieler, der einen Ball wegschießt diesen SOFORT zu holen. Egal ob dadurch seine Mannschaft in Unterzahl agieren muss o.ä.. Erst wenn der Ball wieder im Tor ist, darf er wieder eingreifen. Bei bestimmten Übungen kann es vorkommen, dass andere Spieler den Ball holen müssen, aber das sage ich dann explizit an.
    10) Ich mache den Kindern klar, dass ich nicht gewillt bin erstens zu schreien und zweitens Fehlverhalten mehr als zweimal in Folge anzusprechen, bevor der Spieler reagiert. In ruhigem Ton mache ich dem betreffenden Kind dann klar, dass dreimal die gleiche ANsage deutlich zuviel ist.


    Es gibt sicherlich noch ein paar weitere kleine Regeln, die ich gerade nicht aufgeführt habe, aber im Grunde reichen diese Rituale/Regeln um die Trainingszeit zu maximieren. Es geht deutlich weiniger Zeit beim Wechsel der Übungsformen verloren.


    Dies ist auch alles möglich mit weniger talentierten Gruppen.
    Wer aber solchen kleinen Regeln keine Beachtung beimißt, der wird auch eine Auswahlgruppe nicht effektiv trainieren können, denn Talent und Motivation hin oder her, die machen genauso ihre Faxen, kommen langsam zusammen, prellen den Ball bei Ansagen, etc.



    Dass soll es erstmal gewesen sein, und ist mehr als Rat denn als Kritik an Trainern zu verstehen. Ich habe mir genannte Dinge in meinen ersten Trainerjahren bei zwei (etxrem guten) Trainern abgeschaut und nachgemacht bzw. ähnlich verarbeitet, und konnte erlernen wie kleine Dinge die ganze Trainingarbeit vereinfachen und optimieren können.

    Nennt es arrogant, aber ich denke schon, dass ich ein guter Trainer bin. Ich denke, um ein guter zu sein, muss man auch so denken, um überzeugend und kompetent zu wirken.


    Dass heißt nicht, dass ich mich für perfekt halte. Ich habe ständig das Bestreben mich zu verbessern und ich denke, dass ich mich stetig verbessere. Verbesserungspotentiale sind unerschöpflich.
    Das ist denke ich, ein ganz wichtiger Punkt, um ein guter Trainer zu sein. Der Fussball und seine Methoden ist so schnelllebig, dass man sich bzw. seine Arbeitsweise stetig verändern/verbessern muss. Wenn ich meine Arbeit betrachte, die ich vor 5 Jahren gemacht habe, dann sind enorme Veränderungen deutlich zu erkennen und in 3 Jahren werde ich sicherlich wieder Dinge anders machen bzw. zu bestimmten Dinge eine andere Sicht haben.


    Fazit: Als Trainer darf/sollte man sich schon für einen guten halten, da man sich ja bei der Ausbildung viele Gedanken machen sollte und von den eigen Vorgehensweisen aus inhaltlichen/fachlichen Motiven überzeugt sein sollte. Wer stets ohne Reflexion aus dem Bauch heraus oder aus Gewohnheit handelt, der ist eh kein wirklich guter Trainer. Meine Meinung.

    Ich finde nicht, dass Kinder 4 oder 6 Wochen Pause vom Fußball brauchen. Aber 4-6 Wochen Pause vom VEREINSfußball, der ganz anders ist als der Straßenfußball, tun ihnen meiner Meinung nach sehr gut. Die kommen in der Tat umso motivierter auf den Vereinsfußball zurück, wenn sie eine Auszeit hatten.

    Genauso denke ich auch. 4-6 Wochen Pause im Sommer tun den Kindern sehr gut.
    Die Kinder brauchen eine Pause vom (von einem Trainer) organisierten Fussballbetrieb. Knödeln etc. können sie ja gerne machen, es geht nicht darum, dass der Körper regenerieren muss, sondern um eine mentale Entspannung.
    Deshalb halte ich auch wenig von Fussballferiencamps, die den Anspruch erfüllen, im besonderen Maße die "Talente" zu fördern.


    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Kinder nach einer Pause, wieder richtig heiß auf Fussball sind. Mittlerweile mache ich deshalb auch in den anderen Ferien (Herbst/Weihnachten/Winter/Ostern) nachezu komplett Trainingspause. Höchstens einen Wettkampf (in den Weihnachtsfereien nicht mal das) ohne Trainingswoche kommt für mich infrage. Und eine bzw. zwei Wochen Trainingspause in diesen Ferien führen auch nicht zu einem Verlust an Leistungsfähigkeit.


    Anfügen möchte ich, dass meine Mannschaft sehr leistungsstark und -orientiert ist, und außerhalb der Ferien das Trainings- und Wettkampfprogramm sehr hoch ist.

    Ich habe mit 9er Fussball nur einmal bei einem großen 2-Tagesturnier Erfahrungen gesammelt, und musste mich daher in der Systemfrage erstmal ausprobieren.
    In meinem Landkreis spielen wir 7er (E-Jugend und jünger) und 8er Fussball (D-Jugend) und ich bin ein absoluter Verfechter von einer Dreierkette hinten. So erreicht man schon die Vorstufe zur Viererkette, da man erste Grundzüge des ballorientierten Verteidigen automatisch praktiziert (im Gegensatz zu Systemen mit 2 Abwehrspielern,=> reines Manndecken).


    Im 9er Fussball waren nun die Wege zwischen den Abwehrspielern zu weit bzw. die Abstände zu groß, um die Mitte mit einer Dreierabwehr gut zu machen zu können. Erst recht, wenn meine Abwehrspieler mit nach vorne gingen, was ich stets einfordere (gerade die Außen).
    Als bestes System hat sich für mich daher das 4-3-1-System herauskristallisiert, mit offensiven Außenverteidigern, 3 zentralen Mittelfeldspielern (ein absolut zentraler 6er und zwei offensive, die viele Freiheiten haben, aber keine Außenstürmer sind) und einer zentralen Spitze. Bei gegnerischen Ballbesitz verschieben die beiden offensiven und der Stürmer zusammen mit dem zentralen Mittelfeldmann zur Ballseite.


    Sowohl aus der Sicht des "maximalen Erfolges" als auch aus der Sicht der besten Ausbildung für mich das beste System. Keine reinen Manndecker: die Außenverteidiger stürmen auf ihrer Seite mit, die Innenverteidiger werden wechselweise zu Spielmachern, der zentrale Mittelfeldmann ist der Dreh-und Angelpunkt, die offensiven Mittelfeldspieler haben offensiv viele Freiheiten, können Dribbeln, in die Spitze vorstoßen, punktuell nach Außen ausweichen, und ein zentraler Stürmer.
    Defensiv fällt das erlernen der ballorientierten Verteidigung wie erwähnt leicht.

    Nochmal Unterschied Regelfehler und TatsachenentscheidunG:


    Regelfehler: Schieri erkennt den Sachverhalt richtig, entscheidet aber falsch


    Tatsachenentscheidung: Schieri erkennt den Sachverhalt nicht richtig/gar nicht, entscheidet aber aufgrung SEINER Wahrnehmung im folgenden richtig.



    Und in meinem Fussballverband wurde diese Saison ein Männerpokalspiel neu angesetzt, weil der Schieri beim Elmeterschießen einen Fehler gemacht hat. Da eine Mannschaft durch eine rote Karte dezimiert war, hätte er vor dem Elmeterschießen einen Spieler der anderen Mannschaft vorab streichen müssen, da das Elmeterschießen immer in Gleichzahl (in diesem Fall 10 gegen 10) ausgetragen werden muss.
    Dass Schiedsrichter gerade mit dem genauen Ablauf/Regeln des Elmeterschießens nicht vertraut sind, kommt regelmäßig vor, und führt mindestens einmal pro Saison in meinem Fussballverband (in Männer, A-, B-, C-; und D-Jugend) zu Wiederholungen in Pokal- oder Entscheidungsspielen.
    Warum können sich die Schieries nicht auf ein Spiel vorbereiten. Habe ich ein Pokalspiel zu pfeiffen, so kann ich mir doch die genauen Regeln des Entscheidungsschießens nochmal kurz durchlesen, das dauert keine 5 Minuten.

    Günter Grafe:


    Erstens, ich bin nur Trainer einer D-Jugend. Ich habe noch nie für einen Verband gearbeitet, o.ä.


    Ich denke über diese Neuansetzung genauso wie du, ich finde sie sehr fragwürdig. Auch ich habe häufig erlebt, dass ein behandelter Spieler nicht das Feld verlassen musste (allerdings habe ich auch das Gegenteil schon erlebt) und ich käme auch nie auf die Idee als gegnerischer Trainer diese Regel einzufordern.
    Im Gegenteil, ich habe schon erlebt, dass ein Schieri gelbe Karten gezeigt hat, wenn bei einem Wechsel in der D-oder E-Jugend in einer Spielunterbrechung der Spieler ein paar sek zu früh das Feld betreten hat. Sonst kannte der Schieri sich in Regeln aber wenig aus. Da ärgere ich mich wahnsinnig, da diese strikte Regelauslegung bei solchen Dingen in der Ausbildung nun wirklich nicht elementar ist.


    Ich wollte mit meinen Postings nur aufzeigen, dass es regelkonform ist, und das ich auch schon einige Neuansetzungen (meine Mannschaft war noch nie dabei) erlebt habe, wo man nur mit dem Kopf schütteln kann. Allerdings entsprachen sie den Regeln des Verbandes.
    So hart, so fragwürdig und moralisch bedenklich diese Neuansetzung ist, sie enspricht anscheinend leider den Regularien.


    Ich bin in dieser Problematik ganz bei euch, allerdings weiß ich mittlerweile leider, wie der Verband bei solchen Dingen entscheidet.
    Und genau deswegen wollte ich den Unterschied zwischen Regelverstoß und Tatsachenentscheidung aufzeigen, da dieser Unterschied eben bei solchen Entscheidungen elementar ist und TRPietro diese Grenze offenbar nicht absolut klar war.


    Als Abschluß nochmal:
    Ich bin nicht in irgendeinem Gremium und ich ärgere mich gelegentlich maßlos über diese starre Haltung der Funktionäre. Meine Erfahrung mit deisen Entscheidungsträgern läßt mich nur mittlerweile erahnen, wie solche Entscheidungen ausfallen. Egal, wie unverständlich diese auch für mich sein mögen.

    Nein, TRPietro es ist ganz entscheiden zwischen Regelverstoß und Tatsachenentscheidung zu trennen. Und bei genauer Betrachtung ist das auch klar definiert. Ob das fair oder moralisch einwandfrei ist, ist dabei irrelevant.


    Bei der roten Karte des Schweizers hat er anscheinend die Szene falsch bewertet (im Spielbericht wird er wohl einen Grund angegeben haben), es liegt kein Regelverstoß vor.
    Dann wäre ja jede falsche Entscheidung ein Regelverstoß!


    Ein Regelverstoß ist, z.b. bei einem Handspiel das Spiel mit indirektem Freistoß weiterlaufen zu lassen.
    Ein Regelverstoß wäre beim Elfmeterscheißen nur jeweils 3 Schützen antreten zu lassen. (Dieser Regelverstoß hat in meinem Fussballverband schon einige Male in der D-Jugend für neu angesetzte Pokalspiele gesorgt.)
    Ein Regelverstoß ist es einem Spieler zweimal gelb zu zeigen, ohne ihn des Feldes zu verweisen.
    (Eine Anmerkung hierzu sei erlaubt: Letzte WM, als Simunic erst bei der dritten gelben des Feldes verwiesen wurde lag ein Regelverstoß vor. Hätte nun Kroatien, obwohl dadurch begünstigt Einspruch eingelegt, hätten sie gute Chancen gehabt die Wertung des Spiels anzufechten, zumindest, wenn die FIFA ihre Regeln konsequent auslegt. Das diese der Gipfel der Unsportlichkeit wäre ist klar. Der Gegner (k.a. mehr wer das war Australien?, hat logoscherweise kein Protest eingelegt, weil er keinen Nachteil hatte, sie erreichten die nächste Runde, sonst hätte die FIFA ein gravierendes Problem gehabt)
    Und ein Regelverstoß ist eben auch, einen Spieler der behandelt wurde, direkt auf dem Feld zu lassen. Da dieser nun unmittelbar spielentscheidend eingegriffen hat, hat der Verband diesen Protest wohl stattgegeben.

    TRPietro:


    Es gibt schon einen klaren Unterschied zwischen Regelverstoß und Tatsachenentscheidung.
    Wenn ein Schiedsrichter eine Situation genau sieht/mitbekommt und dementsprechend bewertet, dann aber eine falsche Spielfortsetzung vorgibt, weil er die Regel nicht richtig auslegt (meist aus Regelunwissenheit) dann ist das ein Regelverstoß.
    Wenn er eine Situation falsch bewertet oder gar nicht sieht, die Spielfortsetzung aber seiner Sicht der Dinge entspricht, dann ist es eine Tatsachenentscheidung.


    Man kann Zweikampfsituationen häufig unterschiedlich interpretieren, man findet bei Abseitsenscheidungen häufig verschiedene Meinungen, darüber kann man sich ärgern, aber der Schiedsrichter handelt hierbei stets nach den Regeln.


    Deshalb kann ich auch Schiedsrichter überhaupt nicht leiden, die Regelfehler begehen, denn das darf nicht passieren, die Regeln müssen diese im Deteil kennen. Ob ein Foulspiel vorliegt oder nicht ist dagegegen immer streitbar.



    Zum geschilderten Fall:
    Den Verband trifft keine Schuld. Habe schon einige Verbandsentscheidungen getroffen, bei dem aufgrund von Regelfehlern (häufig bei Entscheidungsschießen) das Spiel wiederholt werden musste. Auch wenn es nicht gerade sehr sportlich ist, so kann man dem Verein kaum einen Vorteil machen, auch wenn es moralisch sicher grenzwertig ist.
    Ich hätte sicherlich keinen Einspruch eingelegt, aber die Erfahrung zeigt, dass so etwas, bzw. ähnliches leider die Regel ist.


    P.S.: Ich renne in der D-Jugend nicht sofort auf den Platz, wenn ein Spieler verletzt liegen bleibt. Meist (in diesem Fall ja anscheinend auch) ist das auch nicht nötig, da keine Verletzung vorliegt. Komme ich auf den Platz, so nehme ich den Spieler auch immer runter, denn er ist verletzt! Da ich das so handhabe, bleiben bei mir wirklich nur noch die liegen, die wirklich verletzt sind. Alle anderen stehen schnell wieder auf, beißen auf die Zähne, denn sie wollen ja auf dem Feld bleiben.

    Also ich muss hier mal NF und co beistehen. Ich finde NF hat das Problem super gelöst, auch wenn mir eine 2 Wochen-Strafe zu hoch scheint, ein Wochenende hätte es estmal getan.
    Und es hat sich ja gezeigt, dass sie Maßnahme erfolgreich war. (gerade mit leistungsstarken Spielern haben solche Maßnahmen große Wirkung, alle Kinder sehen, dass es um die Sache, und nicht um die Person geht)


    Kinder brauchen Grenzen. Sie suchen diese Grenzen und überschreiten diese hin und wieder. Und genau dann muss man als Elternteil/Trainer/Lehrer/etc. den Kindern diese Grenzen aufzeigen und gegebenenfalls Konsequenzen ziehen. Wichitig ist, dass man alles was man androht, auch durchziehen muss, sonst hat man bei den Kindern verloren, der Respekt sowie AKzeptanz ist weg. (Deshalb nur Strafen androhen, die man dann auch bereit ist durchzuziehen).


    Klare Regeln, Konsequenz, Verständnis und sportliche Kompetenz zeichnen einen guten Kindertrainer aus, jemand der alles zuläßt, wirkt weder erzieherisch auf die Kinder ein und wird auch nie wirklich von den Kindern akzepziert oder gemocht/geliebt werden.



    @siebeber:
    Harte Linie und Konsequenz sind in der F-Jugend mindestens genauso wichtig, wie in der B-Jugend. In diesem Alter kann man sogar deutlich mehr erreichen, als in späteren Jahren.
    Abgesehen davon, heißt Konsequenz und "Harte Linie" ja nicht, dass man rumschreit oder keinen Spaß/Rumalbereien mit den Kindern macht. Ich schreie fast nie, aber bei gibt es klare Regeln, die hat jeder einzuhalten, und eine dritte Ermahnung muss nicht sein, das mache ich den Kindern klar und das akzeptieren sie. Sonst bekommen sie von mir deutliche und bestimmende Worte, in sehr ruhigem Ton und danach müssen sie halt mit Konseuenzen rechnen.
    Und du wirst es nicht glauben, aber egal welche Mannschaft oder Fussballferienschulegruppe, die Kinder mögen mich, trotz bzw. gerade wegen meiner konsequenten Art und der Regeln, an die sie sich zu halten haben.


    Die Wissenschaft lehrt: Kinder wollen Regeln. Kinder suchen die Grenzen und überschreiten diese gelegentlich . Und genau hier zeigt sich die Qualität des Pädagogen/Lehrer/Trainer. Denn ich sehe mich als Trainer und nicht als bloßer Übungsleiter. Und dieser hat eben gerade im Kinder- und Jugendbereich eben auch solche Aufgaben. Ich würde im Gegensatz zur dir, mein Kind nie einem Trainer anvertrauen, bei dem die Kinder machen können, was sie wollen, d.h. aber nicht, dass ich einen Brüllaffen akzeptiere.

    O.k. ich will mich mal versuchen. Auch ich trainiere nächste Saison eine D-Jugend, allerdings spielen wir noch nicht Großfeld, aber die Ausbildung ist diesem Ziel Großfeldfussball bei mir untergeordnet.


    Zunächst mal, solltest du auch weiterhin, alles mit dem Ball machen,d.h. keine unspizifische Ausdauer etc. Trainieren.


    Viel Koordination und Technik (vor allem durch Regelveränderungen in Spielformen) solltest du weiterhion ausgiebig schulen.


    So jetzt zu den Schwerpunkten, die für C-Jugend-Großfeldfussball erlernt werden müssen.


    Im Individualtaktischen Bereich müssen deine Kinder gut geschult sein. Falls sie hier noch wenig Vorerfahrungen haben, würde ich das in den ersten Wochen als aboluten Schwerpunkt im Training nehmen. Die komplette Taktik baut auf der Individualtaktik auf.


    Beherschen sie die Individualtaktik schon gut, dann ist es wichtig in die Gruppentaktik überzugehen (1gg2, 2gg2; 2gg1, 2gg3, 3gg2, ..., 5gg5). Gruppentaktik ist wiederum die wichtige Voraussetzung für Mannschaftstaktik, die der Schwerpunkt in der C-Jugend ist.


    In Deutschland wird im Kleinfeldbereich (U9-U13) mittlerweile in koordinativer und technischer (isolierte Technik) Sicht ordentlich ausgebildet. Große Defizite sehe ich bei den meisten Trainern/Mannschaften vor allem im technisch-taktischen und taktischen Bereich. Hier trauen sich viele nicht ran, weil es sicherlich auch nicht so einfach ist, und verweisen gerne auf das Totschlagargument: Keine Taktik vor C-Jugend. Dabei muss es heißen keine Mannschaftstaktik vor C-Jugend. (Schon das spielen nach Regeln ist übriegens Taktik, also spielt Taktik schon in der U6 eine Rolle).


    Individualtaktik ist deshalb die Grundbedingung(neben körperlicher Fittness) für nahezu alles andere im Fussball. Was nützt es mir, dass ich am Ball ohne Gegner jede Finte kann, aber trotzdem nie am Gegner vorbeikomme, weil ich ihn nicht täuschen kann, oder das Tempo/der Tempowechsel fehlt. Ich muss also individualtaktisch offensiv geschult werden, damit ich den Gegner ausdribble. (Es gibt in der Fachliteratur/oder bei der Trainerprüfung auch nicht den Bereich Technik. Taktik und technisch-taktischer Bereich existieren, denn jede technische Komponenete ist an Taktik gekoppelt).


    Individualtaktik defensiv, ist ein elementarer Faktor, für jede Handlung/Taktik/etc. bei gegnerischen Ballbesitz. Die Kinder müssen z.B.erlernen, den Ball zu erobern, nicht ins Aus zu pieken, da der Gegner in Ballbesitz bleibt.



    Sind deine Spieler Individualtaktisch ordentlich geschult, kannst du wichtige gruppentaktische Dinge lehren. (Bei eigenem Ballbesitz das Spielfeld groß und breit machen, bei des Gegners Ballbesitz eng machen). Haben sie das verstanden ergeben sich auch die technisch-taktischen Veränderungen/Schwerpubkte für das Großfeld zwangsläufig:


    - Passspiel über große Distanzen (20Meter und mehr)


    - Flugbälle, eventuell Flanken


    - Ballan-und mitnahme von hohen Bällen, eventuell Kopfballspiel



    So das war mal ein kurzes Brainstorming von mir, indem ich vor allem die Bedeutung der Individualtaktik (danach der Gruppentaktik) heraustellen wollte.