Beiträge von Sir Alex

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    Andree, jetzt lass mal die Kirche im Dorf.


    1.) Weil er verschieben in der E- oder D-Jugend (du machst hierbei unterschiedliche Angaben) trainiert, hört keiner auf mit dem Fussball.
    Streitbar ist, ob man die Phase der Ausbildung nicht für andere Inhalte nutzen sollte, damit die Spieler sich optimal entwickeln. Maximal schuldig macht sich der Trainer in meinen Augen, bei der Frage der optimalen sportlichen AUsbildung.


    2.) In Italien z.B., wird bereits in der F-Jugend Mannschaftstaktik trainiert, das seit Jahrzehnten, und Italien hat es zum Weltmeister 2006 gebracht. Auch in anderen Ländern oder Sportarten (z.B. Eishockey oder Basketball und das in Deutschland) ist die Mannschaftstaktik bereits in frühesten Jahren Trainingsinhalt.
    In Deutschland im Fussball ist Taktik verschriehen, in meinen Augen, weil den meisten die Kompetenz fehlt. Aber bis vor ein paar Jahren wurde gemeckert, dass der deutsche Fussball taktische Defizite zu anderen Ländern hatte bzw. hat (gegenüber dem italienischen Fussball gilt das wohl immernoch).


    3.) Ich z.B. trainiere eine sehr talentierte 99iger Mannschaft und ja, ich fordere dasVerschieben auch bei mir seit mindestens 6 Monate ein.
    Und ich behaupte mal ganz arrogant, dass meine Spieler nahezu komplett unglaublichen Spaß im Training und Wettkampf haben. Einige saugen diese taktischen DInge geradezu auf, und wollen das lernen. Die Begeiterung war riesig, als wir mal ein 11g11 Spiel veranstalteten, und ich in ein paar Sätzen, die wichtigsten Basics der Viererkette kurz erklärte. (Einige hätten das gerne ausführlich bekommen, aber das ist auch in meinen Augen momentan noch vergebene Zeit).
    Natürlich tun sich andere schwerer mit taktischen Dingen. Aber ist es dann nicht gerade erforderlich solche Spieler frühzeitig und langsam mit Taktik vertraut zu machen? (die Frage wurde mir gestellt und habe noch keine abschließende Meinung)
    Verschieben z.B. zu verstehen und zu erlernen ist doch wesentlich leichter bei 6 SPielern auf dem Feld, als bei 10?



    4.) Permanente Schreihälse, oder Trainer bei denen Lob und Tadel in einem Mißverhältnis stehen, die vertreiben Spieler vom Fussball, das glaube auch ich.



    P.S.:
    Du wolltest Fehler in meiner Arbeit wissen, die ich auch bei mir einräume. Fehler erkenne ich meist erst in der Nachbetrachtung, sonst würde ich das so nicht machen. Ich mache meine Arbeit als Trainer überlegt und nicht aus dem Bauch heraus, so dass ich dann vom Handeln und den Inhalten auch überzeigt bin.
    Wenn ich aber betrachte, wie mein Handeln vor 5-6 Jahren aussah, so muss ich sagen, dass ich vieles heute anders mache. Und ganz sicher mache ich in weiteren 5 Jahren wieder einiges anders. ICh könnte Unmengen an Beispielen geben.


    Aber einen Fehler mache ich nicht. Ich nehme kein Konzept etc. unrefektiert, als absolut und komplett richtig wahr. Ich mache mir stets meine Gedanken und versuche das in meinen Augen gute und richtige rauszuziehen.
    Im DFB-Konzept z.B. ist vieles auch in meinen AUgen gut und schlüssig, aber eben längst nicht alles. Du scheinst dies aber komplett als Fussballbibel zu verstehen. Dabei wird sich auch dieses Konzept verändern etc., weil die Zeit und die Erfahrung neue Erkentnisse bringe.


    Wie wurde vor ca 10 Jahren das Coerverkonzept gehypt, gute Jugentrainer mussten sich danach richten, ging mir genauso. Heute finde ich das maximal durchschnittlich.Coerver selbst hat es ja nun grundlegend überarbeitet (er hat anscheinend auch gravierende Mängel erkannt) und selbst dies neue Version finde ich nun kaum nutzbar. Ich habe mittlerweile (momentan) die Auffassung Techniken möglichst praxis- und spielnah zu trainieren und mache irgendwelche Pass- oder Dribbelparcoure nur in sehr begrenztem Maße und meist aus anderen Motiven als Coerver.

    Hope:


    Doch Größe und Körpermaße haben eben (neben anderen Faktoren) bedeutenden Anteil bei der Bestimmung von Talent. Sie sind leisstungsbestimmende und begrenzende Faktoren, für viele SPortarten bzw. Positionen. ALso sind sie Talentkriterien.
    Du darfst aber nicht den Umkehrschluß ziehen, natürlich reicht das alleine nicht aus. Nowitzki hat sicherlich mehr als nur die Größe.


    Nenne mir z,B.einen erstligatauglichen Torwart oder Innenverteidiger mit 1.72 Größe.
    Schau dir doch mal die Durchchnittsgröße der ersten Elf einer Bundesligamannschaft an. KLar gibt es auch kleine, aber die Plätze sind begrenzt.


    Dazu und zu Dirk Coerverfan:
    Natürlich kann man nicht sagen, aus welchem Kind etwas wird, das behauptet auch niemand.
    Aber man kann sehr wohl bei vielen sagen, der wird bestimmt kein Hochleistungssportler.


    Und wenn man wenigstens, die aus Kinder aus den Förderprogrammen rausnimmt bzw. raushält, denen die Talentprognose fehlt, dann wüdren die Resourssen besser genutzt werden.

    Andre:
    Was den STützpunkt betrifft, habe ich meine eigene Meinung und würde dir recht geben, dass man sich genau überlegen sollte, ob man dort hin will.


    In meinen Augen ist der größte Teil des Stützpunktprogrammes rausgeschmissenes Geld, dass man sinnvoller einsetzten könnte (z.B. in kostenreduzierte ider -freie Trainerausbildungen).
    In Ballungsgebieten ist der Stützpunkt so überflüssig, da die Talente eh schon aufgefallen sind oder auffallen und bei großen Vereinen und Leistungszentren spielen, somit also gute Trainingsgruppen haben.
    In ländlichen Regionen mag Stützpunkt durchaus Sinn machen, damit die Spieler wenigstens einmal die Woche gute Gegenspieler im Training haben. Allerdings sind hier oft auch höchst durchschnittliche Stützpunkttrainer am Werke, die bei Vergleichsturnieren im 8gg8 tatsächlich mit Libero spielen und diesen sogar so benennen. Aber finde mal genug wirklich gute Trainer in bevölkerungsarmen und vereinsarmen Regionen.


    Um den Bogen zu dem Threadthema zu spannen:


    Das reihenweise Spieler im Laufe der Zeit den STützpunkt verlassen müssen, liegt meiner Meinung auch daran, dass in den ersten Jahren der Kadererstellung zahlreiche Spieler in den Stützpunkt aufgenommen werden, die in meinen Augen eben nicht genugTalent haben. DIese Spieler haben eine solide antrainierte Technik und fallen gerade im Kleinfeldfussball durch eine spektakuläre Finte oder Aktion auf. Häufig sind diese Aktionen nicht mal zielgerichtet und völlig uneffektiv. ABer solche SPieler landen anfangs im Stützpunkt.


    Der talentiertere, aber noch nicht so gut trainierte Spieler, der sehr sportlich, groß und schnell ist, dem es aber an technischer Finesse und Eleganz fehlt, bleibt oft auf der Strecke. Ein paar Jahre später, wenn es aufs Großfeld geht, die SPieler älter werden, dazu lernen, wird es dann aber offensichtlich, dass der STützpunktkader verändert werden muss.


    Ich werfe den Stützpunkttrainer zwei DInge vor:
    1) Viele haben keine Ahnung von Talent und seinen Kriterien, hier erfolgt auch keine expliziete Schulung des DFB, jeder kann nacht gutdünken sichten.
    2) EIgentlichsollte der Stützpunkt doch gerade für SPieler da sein, die großen Potenzial besitzen, aber in der technischen Ausbildung bisher unzureichend gefördert wurden. ABer viele Stützpunkttrainer handeln genau entgegengesetzt, holen sich die eleganten Dribbler, die technsich perfekt wirken (alles immer ohne Gegner- und Zeitdruck betrachtet) und machen dann technikorientiertes Training mit diesen. Erfreuen sich dann daran, wie toll das aussieht. Aber gerade diese Spieler haben diese Form des Trainings anscheinend doch schon im Verein etc.


    Wenn es dann zu den Vergleichsturieren der Stützzpunkte kommt, und die Stützpunkttrainer merken, dass sie mit diesem Spielertyp (vor allem mit ausschließlich diesem Spielertyp) gegen vereinzelte andere STützpunkte mit dem anderen SPielertyp (der entweder nicht genug Elegante hatte, oder manche wenige sichten auch schneller anders) kein Land sehen, werden nach und nach, die wirklichen Talente geholt, da nahezu jeder Stützpunkttrainer auch gewinnen will (ja is so, auch wenn sie es nach außen nicht so verkaufen können, aber es ist meist so).



    Ich als Vereinstrainer hebe das Stützpunkzprojekt nicht in den Himmel, ich sckicke jeden hin, den die haben wollen (so er denn will) lasse allerdings bei den SIchtungsturnieren (bei uns spielen die Vereine der Region mehrere Turniere aus, die dem Zwecke der Sichtug zum Stützpunkt dienen, also kein ich schlage drei Spieler vor etc.). In diesen Vergleichen lasse ich die Kinder die Aufstellungen und Auswechslungen selbst vornehmen, jeder spielt da wo er gerne möchte etc. und lasse alles laufen.
    Unser spiel ist meist eher mäßig, und die Auswahl ist dann gering und wehr merkwürdig. In den folgenden Jahren kommen dann immer mehr und auch die richtigen in den Stützpunkt, da ich in einem sehr leistungsorientierten Verein arbeite, der stets starke und erfolgreiche Jahrgänge hat.
    Wenn ich am Anfang von denen höre, wen sie in den Stützpunkt einladen, und vor allem wen nicht, da kann ich mir regelmäßig ein schmunzeln kaum verkneifen.

    Andre


    Bei aller Kritik an den Trainer, in meinen Augen sind die jeweiligen Eltern der bedeutenste Punkt, wenn man über die Gründe des Aufhörens philosophiert.
    Mag auch häufig ein Trainer, nennen wir es submaximal arbeiten und diesen Prozeß damit beschleunigen, die Hauptursache sind in meinen Augen die Eltern.
    Irgendwann sagt sich der Junge "Papa(Mama) leck mich am Arsch, ich hab keinen Bock mehr".


    Das ist meine Erkenntnis (nicht empirisch dokomentiert) in Ballungsräumen bei mindestens halbwegs talentierten Kickern. Nahezu talentfreie, ich meine wirklich unsportliche, nehme ich mal raus, da meistens nur Dinge dauerhaft Spaß bereiten, die man wenigstens einigermaßen beherrscht. KLar gibt es auch hier Ausnahmen.


    In der Regel hat man, in seiner Jugendzeit verschiedene Trainer und gerät man mal an einen Vollpfosten, der den Spaß raubt, hat man ja die Option des Vereinswechsels, wenn man vorher und grundsätzlich Spaß am Kicken hat.
    Wechselt man häufiger "wegen dem Trainer" liegt die Ursache in meinen Augen meist bei den Eltern und der Weg (das Aufhören) ist vorprogrammiert.


    Sicherlich haben viele Trainer enorme Schwächen, aber selbst ein höchst durchschnittlicher Pädagoge und wehr mäßiger Übungsleiter waren nie in der Lage mich vom Fussball abzubringen.
    Deine Kritik an der Trainerschaft in allen Ehren (ich kenne auch nur eine Handvoll Kleinfeldtrainer, die ich bedingungslos als wirklich gut eintufen würde, und bestimmt 50 kennengelernt,die ich kaum akzeptabel finde) ist mir deine pauschale Kritik (z.B. an den Trainern deiner Söhne) suspekt.
    Trainer haben Stärken und Schwächen, und man muss auch mal die Kirche im Dorf lassen, kritikwürdiges finde ich bei jedem Trainer (mich eingeschlossen), aber permanente Trainerkritik, z.B. als Elternteil kann ich nicht leiden. Wem es nicht gefällt kann ja wechseln (die Mannschaft oder den Verein).


    Ich stelle mich gerne bei Turnieren in irgendwelche Elterngruppen anderer Mannschaften, die mich nicht als Trainer/bzw. Sichter zuordnen können. Was die teilweise an Trainern kritisieren, da fällt einem nichts zu ein. WIe die dann zwischen oder während den Spielen mit ihren Kindern umgehen, ist dann aber abenteuerlich. Da hätte ich als Kind/Jugendlicher irgendwann nicht mehr mitgemacht.

    TRPietro:


    Das kann ich nicht unkommentiert lassen. Ich denke du irrst. Aus einem Maulesel kann man nie ein Rennpferd machen.


    Es gibt Fähigkeiten, die sind kaum trainierbar, also genetisch bedingt.
    Das ist bezogen auf die Kondition, Schnelligkeit und Größe. Selbst durch das beste Training wird kein kleiner groß, und kein langsamer schnell.


    Außerdem gibt es motorische Fähigkeiten, die mit fortschreitendem ALter immer schwerer trainierbar sind.
    Das beinhaltet die koordinativen Fähigkeiten. Ein Kind, das koordinativ sensationell ausgebildet ist, kann auch im ALter von z.B. 11 Jahren als Quereinsteiger mit wenig Fussballvorerfahrung zu einem sehr guten Kicker werden. Bedingt durch die gute Koordination, erlernt er spezielle motorische Fertigkeiten und Techniken sehr schnell (bedeutend schneller, als andere) und kann so innerhalb kürzester Zeit nicht nur den Rückstand aufholen, sondern in Punkto Technik die anderen überholen.


    Mentale Komponenten sind ebenfalls nicht leicht zu trainieren, aber aucvh hier gilt je früher desto besser. Mit ca 10 Jahren haben sich die grundlegenden Charakterzüge eines Menschen bereits gebildet, man muss also hierbei früher ansetzten. (Deshalb kann ich auch Mini und F-Jugend-Trainer nicht verstehen, die ihren vermeindlichen Superstar Jähzorn und Unsportlichkeiten durchgehen lassen. Ich nehme das nachschlagende o.ä. Kind sofort vom Feld, und für ihn ist das Spiel/Turnier zuende, ganz gleich ob der Schieri das gesehen hat oder nicht. SO kann man in jungen Jahren diese Eigenschaft noch ganz gut wegtrainieren. Ab der D-Jugend ist das nicht möglich. Alle erwachsenen Spieler, die regelmäßig Rot wegen Unsportlichkeiten bekommen, waren auch in jüngsten Jahren so, ich kenne keinen abweichenden Fall, und ich habe einige erlebt und befragt.)



    Fazit:
    Wichtig bei der Aufstellung eines talentierten Kaders sind die Beachtung schwer trainierbarer Faktoren, also Schnelligkeit und Koordinative Fähigkeiten.


    Wenn ich eine U10 zusammenstelle, interessiert mich mittlerweile überhaupt nicht mehr, wie gut er jonglieren oder passen kann.
    Ich mache z.B. auch Handball oder andere Spiele, Fangspiele und Beweglichkeitswettkämpfe im Probetraining, um die allgemeine sportliche Fähigkeit zu erkennen.
    Außerdem mache ich viele kleine Spielformen 1gg1, 2gg2, 3gg3 und 4gg4 um Durchsetzungsstärke, Willen und Prsenz erkennen zu können. Schönwetterspieler, die nur mitschwimmen können, will ich aussortieren und eher die Typen, die Mut, selbstbewusstsein und Präsenz haben finden.


    MAche das seit ca. 5 JAhren so, und die Entwicklung der Spieler zeigt, dass dieser Weg der bessere ist, als der, den ich die 5 Jahre davor wählte, als ich technische FErtigkeiten (Passspiel/Dribbling/etc) als Hauptkriterium der Spielerauswahl heranzog.
    Habe ein Extrembeispiel, als ich vor 5 Jahren zur U9 einen eher großen, pfeilschnellen und sportlichen Jungen wählte, der aber bedingt durch seinen bisherigen Verein technisch nicht gut ausgebildet war. Sein damaliger Trainer meinte, "was willst du denn mit dem, ich habe mindestens 5 bessere". DIe Zeit hat gezeigt, dass er irrte.
    Ich ging dieses Experiment (war das erste Jahr, indem ich so sichtete) ein und heute als U13 Spieler ist er eine Oberrakete. Technisch sehr gut, absolut beidfüssig (Verschiedene Beobachter haben ihn schon als Linksfuß eingestuft, obwohl er Rechtsfuß ist) spielt er bei einem führenden Bundesliganachwuchsteam und ist dort ein absoluter Leistungsträger.
    Zitat seines aktuellen Trainers, der seit 10 Jahren bei diesem Verein arbeitet: "So einen guten Stürmer hatte ich noch nie!"
    Bei ihm passten allerdings auch die Faktoren soziales Umfeld, kognitive Fähigkeiten etc., so das so eine Leistungsexplosion möglich wurde.
    Mal sehen, was aus ihm in weiteren 5 Jahren wird.


    Nicht jeder Fall verläuft derart eindrucksvoll, allerdings ist auch bei allen anderen Spieler "dieser Art" diese Tendenz erkennbar.

    Ich finde den Ansatz (die Selbstkritik) von Paul Breitner sehr gut.


    Ich denke auch, dass es magelndes Talent war, dass dich nicht in die Spitze geührt hat, da der Begriff Talent auch die Psyche beinhaltet.


    Und da wären wir beim Thema:
    Was ist Talent?
    Die meisten Trainer und Väter, selbst viele Stützpukttrainer oder auch Leistungszentrumstrainer reduzieren Talent gerne auf motorische Fähigtkeiten, teilweise sogar fussballspezifische Fertigkeiten.


    Talent besteht aber aus 4 Komponenten, die man nicht hierarchisch ordenen kann.


    1) Allgemeine konditionelle Voraussetzungen.
    Dazu zählen: Größe und Schnelligkeit als kaum trainierbare F. Beweglichkeit, Gelenkigkeit, Kraft, Ausdauer und koordinative Fähigkeiten, die relativ gut trainierbat sind. Allerdings muss man bei Koordination, Beweglichkeit und Gelenkigkeit möglichst früh anfangen. Wahrscheinlich sind hier allerdings durch die Gene auch gewisse ebenso wie bei Größe und Schnelligkeit durch die Gene Grenzen gesetzt.
    (auf Fussball bezogen: Heutzutage schafft es kein langsamer Spieler mehr zum Profi, als mittelschneller wird es schon schwer, egal wie gut man auch als E-Jugendlicher sein mag. Ebenfalls wird es für kleine immer schwerer, da Größe und Athletik eine immer bedeutendere Rolle spielen. Kein Team kann es sich mehr erlauben 5 kleine Spieler gleichzeitig auf Feld zu schicken und so bei hohen Bällen chancenlos zu sein. Barca mit teilweise nur 5-6 Großen mag eine Ausnahme sein, aber auch die einzige.
    Will man ein Probetraining bei einem Profiklub bekommen, fragen die zuallererst nach 10 und 20 Meterzeit und Größe. Hat man hier überragende Werte bekommt man ziemlich einfach wirklich ein Probetraining, ohne gute Zeiten ist das ziemlich ausichtslos.


    Zu dem Punkt Kondition möchte ich noch erwähnen, dass es Menschen gibt, deren Körper die hohen Belastungen des Hochleistungssports nicht standhält. Auch dies ist genetische Veranlagung und begrenzt durch Training zu beeinflussen.


    2) Sportartspezifische motorische Eigenschaften, bzw. technische und taktische Fähigkeiten.
    Basierend auf allgemeiner Sportlichkeit sind die technischen Fertigkeiten gut trainierbar (zumindest in jungen Jahren). Passspiel, Torschuß, Ballführung und kontrolle, Ballan- und mitnahme sowie Kopfballspiel als Techniken isoliert betrachtet (vor allem in jungen Jahren). Eigentlich muss man aber die technischen Fertigkeiten gekoppelt an die Taktik sehen (der Bereich heißt in der WIssenschaft und bei jedem Trainerlehrgang auch stets technisch-taktischer Bereich, z.B. in der Klausur, Technik als eigenständigen Bereich gibt es nicht.), d.h. zu welchem Zweck und mit welchem Erfolg setzte ich die Technik ein.
    Jeder kennt die Ballartisten, die sämtliche Tricks am Ball machen können, aber maximal Bezirksliga kicken können, da sie nicht in der Lage sind unter Zeit- und Gegnerdruck diese Technik zielgerichtet im Wettkampf einzusetzen.


    3) Die mentalen, geistigen und kognitiven Vorraussetzungen.
    Kann ich mit Druck umgehen. Kann ich Rückschläge verarbeiten (kaum eine Profikarriere verläuft stets linear).
    Das Spiel wird immer komplexer und schneller, deshalb ist immer mehr eine hohe Auffassungsgabe und Intelligenz (oder wenigstens spezielle Spielintelligenz, z.B. Matthäus) von Nöten.
    Außerdem sind solch kognitive Fähigkeiten, wie (Sieges-)wille, Durchsetzungsvermögen, Lernbereitschaft und Kritikfähigkeit eminent wichtige Faktoren.


    4) Das soziale Umfeld.
    Ja, ich benenne das soziale Umfeld als eine wichtige Säule bei der Talentbewertung.
    Überehrgeizige Eltern, z.B. können die Entwicklung von "Talenten" extrem behindern und verhindern.



    Wie eingangs erwähnt wird Talent meist nur an den sportartspezifischen motorischen Eigenschaften festgemacht. Gerade bei jungen Kicker begehen viele den Fehler, diese antrainierte Technik mit Talent zu verwechseln.
    Wer kennt sie nicht, die Super-E-Jugend-Dribbler, die mehrere begeisternde You-tube-Videos haben, aber in der B-Jugend völlig verschwunden sind.
    Ein Beispiel Nikon Jevtic. In jungen Jahren als Jahrhunderttalent gefeiert, konnte er in der U13-U15 bei Schalke nicht mithalten. Mittlerweile kickt er nur (immerhin)noch in der U17 von Austria Wien, aber besonderes Talent bescheinigt ihm niemand mehr, er guckt auch hier ganz sicher nicht oben raus. Nen ruhenden Ball kann er gut schießen, aber das reicht halt mittlerweile nicht mehr.



    Abschließend möchte ich noch den Vergleich zur Hochbegabung in der Schule füheren.
    Hier hat jeder wohl schon davon gehört, dass diese Hochintelligenten mitunter keine guten Schüler sind, sogar mitunter sitzenbleiben.
    Denn Hochbegabung ist nicht gleich Höchstleistung !!!!
    Zumindest gilt dies, wenn man den Begriff Talent nicht ausreichend durchleuchtet. Deshalb gehören für mich auch alle oben genannten Bereiche zur Bewertung eines Talents.

    Sambu:


    Zu deinem Beitrag muss ich noch sagen, dass er mir in einem Punkt überhaupt nicht gefällt, enschuldige, wenn ich dies so deutlich sage.


    Bei deiner Argumentation für deine Spielweise, bzw. deines Systems spielt bei dir eigentlich nur der kurzfristige Erfolg in Form des Ergebnisses des nächsten Spieles eine Rolle.
    Genau das sollte doch aber nicht das Kriterium bei der Ausbildung sein.


    Klar fühlen sich die Kinder zunächst wohler bei der Manndeckung, ist ja einfacher zu verstehen, und leichter ordentlich umzusetzten, d.h. die Ergebnisse sind erstmal besser.
    Und auch die Kinder können eigentlich nur dann ehrlich zwischen Systemen wählen, wenn sie alle Möglichkeiten über einen längeren Zeitraum und fachlich einleuchten gelehrt, kennengelernt zu haben.
    Was der Mensch nicht kennt und kann, lehnt er zumeist erstmal ab.
    Warum lassen viele Herrentrainer, gerade in unteren Ligen, mannorientierte Systeme spielen? Ich behaupte, weil sie raumorientierte Systeme nicht verstanden haben, somit nicht lehren und vermitteln können, und somit mit "altmodischen" mannorientierten Sytemen mit Libero "einfacher" und kurzfristiger Erfolg haben.


    Aber gerade bei der Ausbildung sollte dies doch keine Rolle spielen.
    KLar haben meine einige meiner Spieler, bei der Erlernung des ballorientierten Verteidigens zunächst so ihre Probleme. sicherlich fühlen sie sich bei klarer Zuordnung zu einem Mann (in deinem Fall noch mit der Absicherung Libero) zunächst wohler.
    Aber ziemlich schnell begreifen sie die Vorteile der ballorientierten Verteigung und wissen diese zu schätzen. Die Spieler die letzte Serie schon in meinen Team weilten, beführworten mittlerweile ganz klar dieses System, auch wenn sie vor einem Jahr teilweise erhebliche Probleme damit hatten.


    Ich habe die Erfahrung gemacht, das in der E- bzw. in der D.Jugend, je nach Leisungslever der Spieler, das ballorientierte Verteidigen sehr gut in der Halle zu Erlernern ist. Hier ist die SPielerzahl so weit reduziert (4+1), dass Laufwege etc. offensichtlicher werden und somit leichter verstanden werden. Nach der Hallensaison meint man immer, einen Quantensprung in einigen Bereichen erzielt zu haben.
    Bei 4+1 Hallenfussball, haben meine Stürmer viel Laufarbeit zu verrichten, denn si bleiben nicht bei ihren Gegenspielern, sie Verschieben zur Ballseite und sie doppeln den gegnerischen Stürmer (mit unserem Verteidiger), wenn dieser angespielt wird. Außerdem haben sich alle Spieler ständig und schnell hinter den Ball zu begeben, um dem Gegner 1gg1 Situationen nicht zu ermöglichen. Da dies gerade in der Halle extrem laufintensiv ist, wechsle ich im Sturm nahezu alle 2 Minuten.

    So will ich mich der merkwürdigen Fragestellung mal widmen.


    Merkwürdig deshalb, weil Kette (egal ob Vierer oder Dreier) immer eine ballorientierte Form (Raumdeckung ist in meinen Augen ein unglücklicher Begriff) der Verteidigung ist, also Libero oder Manndeckung nicht mit einer Kette zu verbinden sind.
    Wenn du es "Dreierkette mit Libero auf Manndeckung nennst" ist es keine Dreierkette, dann sind es 3 Manndecker mit Libero.


    Man muss zwingend zwischen den mannschaftstaktischen Defensivstrategien Manndeckung und ballorientierte Verteidigung (auch Raumdeckung genannt) unterscheiden. Eine Vermischung geht maximal in der Form, dass man den gegnerischen Spielmacher einer Manndeckung unterzieht, und sich dieser Spieler dann aus der ballorientierten Deckung herauszieht.
    In der Form, des Treadtitels liegt in meinen Augen eine reine Manndeckung (eventuell mit übergeben) vor, es hat aber mit Ballorientierung nichts zu tun.


    Deshalb ist die von dir gestellte Frage (Andre) von mir ganz klar zu beantworten: Systeme mit Libero und Manndeckung o.ä. stellen nie eine Vorstufe zur ballorientierten Deckung dar.



    zu Sambu:


    Dein 2-3-1 System ist in meinen Augen ganz klar die Kleinfeldvorstufe zu Deckungssystemen aus der Manndeckung. Dieses System orientiert sich immer an den Gegner. Es findet eben keine Orientierung zum Ball statt.
    Wenn sies nämlich so wäre, würde dein linker Verteidiger bei einem gegnerischen Angriff über eure rechte Seite mindestens in die SPielfeldmitte einrücken, auch wenn "sein" Gegenspieler der rechte Stürmer des Gegners an eurer linken Seite verweilt.
    Ballrientierung heißt, die Mannschaft verschiebt im Kollektiv zur Ballseite, ganz gleich, wo sich die Gegenspieler befinden.


    In einem 2-3-1 System ist dieses ballorientierte Verschieben in meinen AUgen gar nicht möglich, weil sich bei 2 Abwehrspielern, dann zu große Räume für den Gegner bilden. Die Mitte ist ja bei einer Verschiebung der beiden Verteidiger quasi unbesetzt, da beide Verteidiger mit 10 Meter Abstand zueinander auf der Ballseite sind.


    In einem System mit 3 Abwehrspielern (egal ob 3-3, 3-1-2 oder 3-2-1) kann man sehr gut balorientiert agieren. Bei der Spielfeldbreite schaffen es die 3 Verteidiger bei Einhaltung der Abstände trotzdem die Abwehrmitte nicht frei zugeben.


    Die defensive Individualtaktik ist sicherlich die Grundlage der Gruppentaktik, diese wiederum der Grundlage der defensiven Mannschaftstaktik, also der Kette bzw. des ballorientierten Verteidigens. Bei 2-3-1 in der F-Jugend habe ich sicherlich viele defnsive 1gg1 Situationen bei den Spielern, die die Individualtaktik defensiv schulen. Allerdings bin ich der Meinung, dass die bei Systemen mit 3 Abwehrspielern in der F-Jugend genauso ist, da die Mannschaft hier ja nie mannschaftstaktisch zur Ballseite verschiebt. Deshalb sollte man auch hier mit 3 Abwehrspielern spielen, da dieses System im Gegensatz zum 2-3-1 diverse andere Vorteile bei Ausbildung bietet (z.B. in der Offensive), auch wenn es bezüglich des individualen defensiven 1gg1 Verhaltens ähnlich ist.



    Deshalb bin ich auch klar der Meinung, dass eine Dreierkette im 11er-System eigentlich nie ballorientiertes Verteidigen darstellen kann. Zumindest ist es exorbitant schwerer, ballorientiertes Verteidigen mit Dreierkette zu praktizieren, als bei der Viererkette (selbst bei Weltklasseteams).
    Jose Mourinho, sicherlich einer der weltbesten Trainer, erst recht fast die Taktik betrifft hat es vor einigen Jahren mal so formuliert:
    "Die Dreierkette ist die größte Lüge des Fussballs!" Erklärend fügte er an, dass jede sogenannte Dreierkette, die er im Profifussball sieht/gesehen hat eigentlich ein Libero mit zwei Manndeckern ist. Die Mannschaft also nicht ballorientiert sindern mannorientiert verteidigt. (Heutzutage werden die Stürmer zwar übergeben, wenn sie die Seiten wechseln, aber das ist immernoch mannorienierte Deckung und ganz sicher keine ballorientierte Deckung.)


    Als Bayern unter Klinsmann kurzzeitig "Dreierkette" spielte, nannte sich Demichelis in Interwiews mehrmals selbst Libero.
    Libero (also freier Mann) und Kette (also ballorientiertes Verteidigen) passen nicht zusammen. Es gibt keine freien Männer in der ballorientierten Verteidigung, die kann es nicht geben.



    Lange Rede kurzer Sinn, Verteidugungsformen in der Kette ist ballorientiertes Verteidigen. Dies beinhaltet ein Verschieben aller Spieler der Mannschaft (Mannschaftstaktik, eine Kette ist also nie nur auf die Abwehrspieler zu sehen) zum Ball, um in Ballnähe eine Überzahl zu schaffen, um in 2gg1 den Ball zu erobern.


    Libero oder Variationen der Manndeckung haben also in meinen Augen nie eine hinführende Funktion zur Erlernung der Abwehrkette.
    Dies gilt genauso bei Kleinfeldsystemen mit 2 Abwehrspielern.

    Viererkette ist eine Mannschaftstaktik, also nicht auf die 4 Verteidiger reduziert.
    Mannschaftstaktiken lassen sich am besten in Spielformen 8gg8 trainieren. D.h. du brauchst ja fast alle.


    Um die Abstände der Spieler in der Kette zu erläutern und beim Verschieben (Gummibänder/Seile) aufzuzeigen, brauchst du in der Tat eventuell erstmal nur die Viererkette plus 6 Angreifer, die sich den Ball zuschieben.


    Willst du dann nur die 4 Verteidiger (plus Torwart) gegen 6 Angreifer spielen lassen, würde ich die anderen in dieser Zeit Eck spielen lassen, oder einen 5gg5 Kick auf Kleinfeldtore organisieren. Das kann ich auch ohne co-trainer überblicken und leiten.

    So dann will ich mal ein paar Sätze schreiben:


    @Coerver:
    - Am Pressing sollte in der Regel die gesamte Mannschaft teilnehmen, da es sonst gegen ordentliche Mannschaften nicht funktionieren kann.Pressen beispielsweise nur 4-5 Spieler und die anderen schieben nicht in die Räume hinter diesen Spielern nach, so kann die ballbesitzende Mannschaft mit einem Pass/oder sogar unkontrolliertem Schlag über oder varbei an diesen 4-5 diese völlig aus dem Spiel nehmen und in Überzahl auf die verbliebenen Verteidiger angreifen.
    Alle müssen sich hin zum Ball verschieben und die Gegner decken bzw. Passwege blockieren.
    - Im Idealfall sollten zwei Spieler Team A den Ballführenden B angreifen, bzw. einer diesen so anlaufen/angreifen, dass dieser zum zweiten A dribbeln muss, um hier den Ball erobern zu können. Die anderen Mitspieler A schieben so heran, dass die Passwege zu den Mitspielern B versperrt sind, bzw. alle Spieler B eng gedeckt sind. Einzige Optionen des Spielers B sind nun das 1gg2 oder der unkonrollierte weite Schlag.
    - Pressing über ein ganzes Spiel zu praktizieren ist schwer möglich, der Kraftaufwandung des Pressings ist zu hoch. Deshalb sollte man Pressing auf bestimmte Phasen des Spiels begrenzen.
    - Wann das Pressing erfolgt, kannst du ja entscheiden. Mann kann über 10-15 min komplett Pressing spielen. Man kann das Pressing z.B. auf die Spielsituatin des Abstoßes reduzieren, indem man das kurze Anspiel zum Abwehrspieler zuläßt, aber schon so gestaffelt steht, dass man nun den Ball bzw. den zweiten Pass attackiert. Oder bei gegneriscehn Einwürfen presst, man kann pressen, sobald die Abwehr den Ball ins Mittelfeld gespielt hat, indem man ein bestimmten Pass des Gegners (z.B. zum zentralen Mittelfeldmann oder auf den Flügel) provoziert und dann presst, etc.
    - Übungen für das Pressing:
    Pressing läßt sich erstmal leichter erlernen, wenn die Mannschaft ohne Ball Überzahl hat. Je nach Vorerfahrung würde ich 1-3 Spieler Überzahl zulassen in z.B. folgender Übung:
    5 Spieler plus Torwart (TeamA) eröffnen mit einem Bodenabschlag zu einem seitlichen Verteidiger das Spiel. 7 Gegner (Team B) haben nun eine gewisse Zeit (z.B. 20 sec), den Ball zu erobern und darüber hinaus ein Tor zu erzielen. Team A bekommt Punkte für das Ballhalten über die Zeitdauer hinweg und kann zusätzlich über die Mittellinie dribbeln oder durch mehrer Hütchentore auf der Mittellinie spielen für einen Torerfolg.


    Andre:
    Zu deinen Deutschland-Spanien Gedanken.
    Du liegst völlig falsch. Du vergißt, dass die Spanier ja auch regelmäßig 1gg1 Situationen bestritten und gewinnen konnten. Pedro, Villa, Iniesta und Xavi sind doch regelmäßig in der Lage gewesen einen deutschen Gegner auszudribbeln. Und das wäre noch einfacher in einem isoliertem 1gg1.
    Und was soll dann passieren, wenn z.B. Iniesta an Poldi vorbei ist? Bleiben dann alle anderen Deutschen bei ihren Gegner um Iniesta keien Passmöglichkeit zu geben? Würde Iniesta dann nicht einfach zum Tor dribbeln? Wozu auch passen, wenn es nicht nötig ist, weil ich ja zum Tor komme.
    Sobald ein einziges 1gg1 verloren ist, ist Manndeckung doch nicht aufrecht zu halten. Dann muss ein anderer angreifen, was zur Folge hat, das wieder ein Pass zu einem freien Mitspieler möglich ist.

    Ich finde Andre hat das defensive 1gg1 sehr erläutert und auch deren Wichtigkeit herausgestellt.
    Ergänzend möchte ich anfügen, dass es zu dem gängisten, von Andre beschriebenen Fall "Angreifer mit Ball läuft auf ABwehrspieler frontal zu" also dem frontalen 1gg1, noch weitere Formen gibt, die es zu schulen gibt. Z.B. Angreifer mit dem Rücken zum Tor und Gegner hinter ihm.


    Außerdem bin ich der Meinung, dass die Individualtaktik Schwerpunkt in der E-Jugend sein sollte, damit man in der D-Jugend Gruppentaktik und in der C-Jugend Mannschaftstaktik trainieren kann. Denn die Individualtaktik ist die Grundlage der Gruppentaktik, diese wiederum ist wichtige Voraussetzung für die Mannschaftstaktiken wie z.B. Viererkette.



    Absolut konform gehe ich mit Andre, dass dies von den meisten Trainer nicht/zu wenig geschult wird. Meine Vermutung ist, dass den meisten die fachliche Kompetenz fehlt, sie deshalb dieses Thema auslassen und in den meisten Fällen sogar noch "argumentieren" Taktik sollte man erst in der C-oder B-Jugend schulen, im Kleinfeld nur Technik.
    Erstens schult man in der Individualtaktik ja auch Techniken mit, z.B. dribbelt und schießt der Angreifer ja.
    Zweitens gibt es für mich keine wissenschaftliche Grundlage, warum Kinder mit 9 oder 10 Jahren nicht in der Lage sein sollten, taktische Elemente ohne große Schwierigkeiten zu erlernen.
    Und drittens würde der absolute Verzicht auf Taktik eigentlich bedeuten, dass man nicht in Abwehr und Sturm teilt, und außerdem Regeln völlig wegläßt. Denn das spielen nach Regeln ist ganz klar Taktik, also vermitteln wir schon in den Minis Taktik.


    Einer der größten, vielleicht sogar der größte Fehler im unteren Jugendbereich. Das setzt sich auch im E - Jugendbereich fort. Es entsteht eine Zweikampfschwäche, die in späteren Jahren kaum noch korrigiert werden kann. Da wird so manches Talent frühzeitig im Keim erstickt. Der Spieler ist nur in der Lage, zu reagieren anstatt zu agieren.

    Das kann ich zu 100 Prozent unterschreiben.
    98% aller Trainer und 99.5% aller Eltern freuen sich, wenn die kleinsten (G-,F- oder E-Jugend) Zusammenspielen wie die Großen. Hier bekommt man als Trainer Schulterklopfer etc.
    Aber, das ist eben absoluter Mist. Kinderfussball sollte eben kein reduzierter Erwachsenenfussball sein. Es braucht bzw. soll gar nicht so aussehen, wie bei den Profis.
    Mit einer durchschnittlich talentierten F-Jugend Mannschaft ist es gar nicht schwer, das Zusammenspiel so zu trainieren, dass der Ball toll läuft etc. Das liegt aber vor allem daran, dass die Kindern, also der Gegner gar nicht in der Lage ist, gut zu verteidigen. Erstens wird nicht eng gedeckt (in der Nähe stehen ist nicht eng decken) zweitens werden nichtmal alle gedeckt, irgendwo steht immer einer alleine, drittens ist das defensive 1gg1 überhaupt nicht ausgebildet und viertens findet noch kein gemeinsames Verteidigen(Verschieben etc.) statt.
    Nicht selten gewinnen F-Jugendteams Spiele zweistellig, ohne wirklich einen echten offensiven Zweikampf bestritten zu haben. Maximal ein Spieler eines Teams (meist der zentrale Mittelfeldmann) spielt auch mal nen Gegner aus.


    Ab der D-Jugend, spätestens C-Jugend ist der Spass dann aber vorbei. Wer bis hierher nicht gelernt hat 1gg1 Situationen zu lösen, steht plötzlich auf verlorenem Posten. Diese Schwäche jetzt noch zu beheben ist extrem schwer.


    Andersrum können in der D-Jugend plötzlich alle Mannschaften passen. Die Spieler sind nun in der Lage (ohne großes Training) Räume und Entfernungen zu erkennen und Situationen auch mit Passspiel zu lösen. (Klar die Passtechnik sollte auch schon vorher geschult werde, aber eben kein Zusammenspiel, kein Fordern des permanenten Abspielens).



    Das ist der Grund, warum ich entgegen der Threadthese behaupte, dass das 1gg1 nicht überbewertet, sondern stark unterbewertet wird.



    Ein Beispiel:
    Ich habe die 98er von Hertha BSC über einige Jahre (U9 bis U12) verfolgen können. Deren Trainer haben in der U9 und U10 ganz extrem das 1gg1 geschult und ihre Mannschaft auch permanent dribbeln lassen, in jedem Wettkampf auf gegen andere Bundesligisten. "Spiel den Ball" konnte man eigentlich nie hören.
    Sicherlich haben die Jungs viel Talent, allerdings gilt das auch für Leverkusen, Schalke etc.
    In der U9 gewannen noch oft die Bundesligisten die Turniere, bei denen Zusammenspiel die Marschroute war. In der U10 glich sich das langsam aus, und in der U11-Saison waren Herthas 98er (ohne elementare Neuzugänge) ganz klar die beste E1 in Deutschland. Die Zusammenspielmannschaften, besonders H96 (Seriensieger in der F-Jugend) kamen meist nicht mal mehr in die Endrunde von großen Turnieren. Mittlerweile konnte sie auch von ganz alleine Zusammenspielen, im Gegensatz zu den meisten anderen waren aber alle Spieler in der Lage 1gg1 Situationen zu lösen, um die aus diesem gewonnenen 1gg1 Überzahl dann zu nutzen.


    Ich habe das Beispiel angeführt, weil es das Extrem ist. Viele andere Bundesligisten forcieren auch das 1gg1, aber Schulen ebenfalls das Zusammenspiel (Ergebnisse scheinen auch in der U9 wichtig), die Gewichtung ist aber auch in den Leistungszentren sehr unterschiedlich und Herthas 98er bzw. H96 waren in meinen Augen die Extreme.
    Festzuhalten bleibt allerdings, das die Jungs von H96 nahezu alle in der Versenkung verschwunden sind, während die Jungs von Hertha immernoch Spitzenspieler in Deutschland darstellen. Mal sehen, wie das in 5bis6 Jahren aussieht, wenn es in den Männerbereich geht.

    Also:


    1) Klar hohe Intensität macht die Spieler fit.
    2) Kann man also Ausdauer und Technik verbinden wunderbar.
    3) Klares Argument für hohe Intensität auch beim Techniktraining ist folgender:
    Ich bin ganz klar der Meinung, dass gute Technik bzw. gutes Techniktraining grundsätzlich gekoppelt ist mit Zeitdruck und Gegnerdruck. Das heißt, es ist DER entscheidene Faktor in welchem Tempo und unte welcher Bedrängnis ich die Technik ausführen kann.
    Beispiel Übersteiger: Den Übersteiger ohne Zeit- und Gegnerdruck können doch ab der D-jugend die meisten Spieler. Diesen aber in einem Spiel so einzusetzten, dass ich erstens den Gegner täusche und zweitens auch einen Nutzen (Anschlußhandlung, z.B. Dribbling am Gegner vorbei, Torschuß, Pass) daraus ziehe die allerwenigsten.
    Gerade beim Thema Dribbling/Finten habe ich mittlerweile eh die Meinung, dass es absolut ausreichend ist die Körperfinte und die Schuß-/Passfinte zu beherrschen. Dies allerdings auf hohem Niveau, also hohes Tempo, hoher Gegnerdruck. Alle anderen Finten müssen eh die Körperfinte beinhalten, da sonst eh keine Täuschung des Gegenspielers eintritt. Und ist man koordinativ gut geschult und beherrscht die Körperfinte, dann erlernt man die anderen Finten eh in kürzester Zeit von ganz allein.


    Fazit:
    Ich bin ein klarer Befürworter von hohem Tempo und hoher Intensität im Training und Wettkampf.
    Ich gehe sogar soweit zu behaupten, dass (wenn man die Grobform der Technik richtig beherrscht) Schnelligkeit in der Ausführung ist in der Ausbildung wichtiger als absolute Genauigkeit/perfekte Bewegungsaublauf. Zumindest im Grundlagenalter.
    Das Festigen und Verfeinern der Technik (klar man verfeinert stetig auch in jungen Jahren) muss nicht in der D-Jugend abgeschlossen sein.


    Man sollte nie vergessen, dass die gesamte Technik das Hilfsmittel ist, um Spielsituationen effektiv und sinnvoll zu lösen, d.h.den Gegner auszuspielen, Tore zu schießen etc.
    Technik solltet immer zweckgebunden sein, der Einsatz also ein Ziel verfolgen. Dieses Ziel ist nicht der Selbstzweck (also das es schön aussieht etc.).


    Abgesehen davon, habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Kinder intensives Training deutlich besser finden, als isolierte Technikübungen ala Coerver. Zumindest ab dem Zeitpunkt, wo sie sich an die hohe Intensität gewöhnt haben, was schon ein paar Wochen dauert. Am Anfang haben sie mit der Belastung schon zu kämpfen, aber die Eltern freut es, gibt es in den ersten Trainingswochen auch Tage, wo man die Kinder leicht ins Bett bekommt. DIeser Effekt verschwindet aber mit der Zeit.

    Also, in Holland wird in der E-Jugend 11gegen11 auf Großfeld gespielt, da bin ich mir 99% sicher. Habe mit E-Jugend Mannschaften dort schon Turniere bzw. Freundschaftsspiele gemacht.
    Habe dort auch schon gegen Feyenoord, Ajax etc. gespielt bzw. waren die beim gleichen Turnier.
    Und ganz sicher wird dort einiges an Taktik gelehrt bzw. abverlangt, nicht nur Individualtaktik.
    Bezüglich F-Jugend habe ich keine Ahnung, in welcher Form dort gespielt wird.

    Du musst ja auch nicht hinterherrennen.


    Trotzdem würde ich dir empfehlen, das Geld bei deinem Verein abzugeben. Natürlich quittiert.
    Das hättest du an deinem letzten "Arbeitstag" machen sollen.


    Das ist sauber, du brauchst niemandem hinterlaufen und du wärst nicht angreifbar. Den Stress würde ich mir nun wirklich nicht mehr machen. Und in meinen Augen (juristische Laienaugen) sieht das schon fragwürdig aus, dass du weiterhin Geld besitzt, welches dir nicht zusteht.


    Sonst viel Erfolg und Spaß in deinem neuen Verein. Ich hoffe du hast deine Lehren gezogen und trennst dich in Zukunft schneller, lauter (d.h. nicht schreiend, aber nicht heimlich) und konsequenter von solchen Spielern.

    Toto:


    Ich habe es anderer stelle schon einmal erwähnt.
    Ich bin mittlerweile zu der Überzeugung gekommen, dass die Ausbildungskonzepte des DFB für die einzelnen Altersklasse in einigen Punkten (nicht allen) um 1-2 Jahre verscoben werden sollten.
    Und das betrifft vor allem die Punkte Taktik (also Individualtaktik, Gruppentaktik, Mannschaftstaktik). Das hängt zwar ein wenig mit dem Talent der Gruppe zusammen, sehe aber das DFB-Konzept in diesen Punkten für durchschnittlich bis leicht unterdurchschnittlich talentierte und ausgebildete Gruppen. Und da sich die Ausbildung immer weiter verbessert, verschiebt sich diese Grenze halt immer weiter. Meine Meinung.
    Ich würde mittlerweile mit einer ordentlichen bis talentierten U9 Individualtaktik machen. Das widerspricht sich auch nicht mit den anderen Ausbildungszielen, da sie ja auch bei solchen Übungen die technischen Komponenten (z.B. Dribbling. Ballführung) mittrainieren.


    Wobei ich mit dem DFB Konzept absolut einer Meinung bin, es sogar noch radikaler sehe ist der Punkt Individualität vor Zusammenspiel. Bei mir bleibt auch in der D-Jugend das Zusammenspiel kein Trainingsschwerpunkt. Ich gehe sogar soweit, dass Zusammenspiel fast von alleine kommt, wenn die Kinder individuell in Dribbling, Ballan- und mitnahme und Passspiel gut geschult sind. Andersherum klappt es eher nicht (meine Erfahrung.)



    Also, was ich damit sagen will, lass ballorientiert spielen. Das schließt ja das 1gg1 defensiv nicht aus, es kommt ja trotzdem noch zu ausreichend 1gg1 Situationen, weil erstens dein Team hierbei nicht die Perfektion erlangen wird und zweitens ja das Ziel ist, das aus der Überzahl heraus der ballführende Gegenspieler zu meinem Mitspieler getrieben wird und dieser dann im 1gg1 den Ball erobert. (das 1gg1 ist leichter, weil dem ballführenden "Fluchtmöglichkeiten" in Form von Dribbel- oder Passwegen genommen werden.


    Ach eins noch,wurde hier schon erwähnt, das wichtigste der Schlüssel ist das 1gg1. Ich opfere viel Zeit für das 1gg1 (hierbei werden ja auch die technischen Fertigkeiten mitgeschult, unter Zeit- und Gegnerdruck).
    Auch im Spiel coache ich extrem das Zweikampfverhalten, offensiv wie defensiv. Ich fordere meine Spieler stets auf Zweikämpfe anzunehmen (nicht nur auf den Pass zu spekulieren), Körperkontakt herzustellen (nicht nur mit der Fußspitze in den Zweikampf, und den Ball zu erobern (nicht wegzuspizeln).
    Und offensiv sollen sie immer wieder energisch in das Dribbling gehen, nicht immer das Tempo rausnehmen, dei Aktion abbrechen und den Gegner wieder zwischen sich und dem Tor lassen.
    Das coache ich extrem viel und unaufhörlich, wenn solche Dinge nicht richtig umgesetzt werden. Das heißt nicht, dass die richtige Aktion dann auch stets erfolgreich ist.
    Andere Dinge, wie das "Übersehen" des Mitspielers z.B. kommentiere ich eigentlich nie.

    Chris ich muss dir absolut rechtgeben.


    Auch bei uns wird von vielen Teams bereits in der D-Jugend sehr ballorientiert gespielt. Und ich gebe zu ich lasse auch extrem ballorientiert verteidigen. (Schwerpunkt meines Trainings ist zwar das 1gg1 aber so langsam gehen wir auch in die Gruppentaktik über.
    Bei eigenem Ballbesitz lasse ich das Spielfeld extrem groß machen, und versuche 1gg1 Situationen zu erreichen.


    Habe darüber auch schon ein wenig nachgedacht und bin mittlerweile eigentlich zu der Auffassung gekommen, dass diese taktische Ausbildung auch in dieser Alterklasse auch schon absolut o.k. und Altergerecht ist. Man sollte andere Trainingsschwerpunkte nicht vernachlssigen, aber Taktik (sinnvolle, also keine Ausputzter, Manndecker des Spielmachers oder nach-vornebolzen-Taktik) ist in meinen Augen kind- und altersgerecht.


    Ich möchte hierbei verweisen auf:
    - andere Länder, z.B. Italien, wo Taktik in wesentlich jungeren Jahren Bestandteil der Ausbildung ist
    - andere Sportarten (Eishockey, Basketball), wo bereits bei den 6-jährigen das Taktikbrett benutzt wird, um kleinere taktische Dinge zu veranschaulichen. Argumeniert wurde damit, dass die Kinder frühzeitig mit kleinsten taktischen Dingen vertraut gemacht werden, und so mit dem Alter anspruchsvollere Formen der Taktik leichter umsetzten können, da sie den Umgang damit schrittweise erlernen. Klingt für mich erstmal extrem plausibel.
    - Taktik ist in D verpöhnt, weil das das schwerste Thema ist, und hier die meisten Trainer schlicht und ergreifend nicht kompetent genug sind. Aber wenn man ehrlich ist existiert bei JEDEM schon in den Minis Mannschaftstaktik, denn das Spielen nach Regeln ist Mannschaftstaktik!!!

    So, da der Thread nach oben gerutscht ist, habe auch ich ihn entdeckt. Ich habe mir einige Beiträge durchgelesen und muss sagen, dass doch einige wirklich sehr gute Statements (z.B. Chris) vorhanden sind, die die Prinzipien der Viererkette samt ballorientiertem Verteidigen gut darlegen.


    Bevor ich inhaltlich meinen Beitrag leiste, wollte ich kurz sagen, dass ich vor ca. 5 Jahren, als ich meinen C-Schein gemacht habe, enttäuscht war, dass die Viererkette überhaupt nicht behandelt wurde (kommt erst beim B-Schein). Gerade dass hatte mich aber am meisten interessiert, da ich durch Sportstudium, Trainererfahrung und eigenem Anlesen ganz gut informiert war, was Trainingslehre, Bewegungslehre etc. betrifft.
    Gerade Mannschaftstaktik und Viererkette war ein Thema, indem ich noch viel Entwicklungspotential hatte, da ich meiner aktiven "Karriere" nie die Viererkette kennenlernte. Da meine größte Stärke als Fussballer aber die Spielintelligenz etc. war, bin ich gerade was Taktik anbetrifft sehr wissbegierig.
    (Hierzu kann ich die Zeitung Fussballtraining emfehlen, die in den Ausgaben nach einem großen Turnier, also WM oder EM Spielsysteme, Trends, Taktiken und Spielphilosophien sehr wissenschaftlich analysiert. Seit dem ich diese Zeitschrift, die für Trainer ein absolutes Muss ist endeckt habe, sind das für mich diese Ausgaben die interessantesten.)



    So, um eine Lanze für die Viererkette und das ballorientierte Verteidigen zu brechen, will ich mal ein Beispielfall schildern, der diese Saison passiert ist:
    Ein guter Trainerkollege und Freund von mir musste diese Saison die B-Jugend seines Vereins zur Rückrunde übernehmen. Diese spielt in der Verbandsliga (war frisch aufgestiegen) und hatte in der nicht ganz vollständigen Hinrunde magere 10 Punkte geholt.
    Das Spielermaterial umschrieb er mit 4 für diese Liga ganz guten Spielern, 4 soliden Kickern und der Rest der Spieler eigentlich nicht das Niveau für diese Spielklasse. Allerdings sind alle Spieler sehr lernwillig und einsatzfreudig und aufgrund des gutbürgerlichen Einzugsgebiets nicht auf den Kopf gefallen. Der alte Trainer spielte mit Libero etc. alte Schule.


    So nun die Rückrunde:
    Mein Kollege stellte auf 4-2-3-1 um, ließ stark ballorientiert verteidigen. Seine Stützen hatte er in einem IV, und der offensiven Dreierreihe. der zweite IV, der TW und die beiden 6er wurden von soliden Kickern besetzt und der Stoßstürmer und die beiden AV waren einsatzfreudige Jungs, die aber wenig Talent mitbrachten (sie spielten 2 Jahre vorher 4. C-jugend !!!! in diesem Breitensportverein.)
    Natürlich kamen auch einige anderen Schwerpunkte wie das schnelle Umschalten und das forcieren auf den zweiten Ball zu gehen (er meinte, die Mannschaft hat riesige Probleme bei hohen Bällen, gewinnen eh kein Kopfballduell) ebenfalls wichtige Dinge.
    Er holte in der Rückrunde 23 Punkte (veschenkte dabei noch 4 in der Nachspielzeit) und konnte tatsächlich die Klasse halten und deutlich besser besetzte Mannschaften schlagen bzw. hinter sich lassen.


    Er meinte es war unglaublich, wie taktisch schlecht und rudimentär die meisten anderen Mannschaften agierten, und wie schlecht die meisten Trainer in dieser Liga waren. Vierter Absteiger wurde eine Mannschaft, die individuell dermaßen gut besetzt war, dass ein guter Trainer mit dieser Mannschaft ganz sicher mit dieser Mannschaft unter die ersten drei gekommen wäre. Allerdings hatte diese Mannschaft einen ahnungslosen Trainer, der zwar mit Viererkette spielen wollte, aber diese selbst überhaupt nicht verstanden hat, so das es eigentlich eine im 4-4-2 angeordnete Manndeckung war. Die meisten anderen Teams spielten mit Libero. Einzig die ersten drei ,die weit vor den anderen Mannschaften ins Ziel kamen, spielten eine gut funktionierende ballorientierte Viererkette, und nur in den drei Spielen war mein Trainerkollege mit seiner Mannschaft chancenlos.


    Fazit:
    Habt Mut und gebt dem ballorientiertem Spiel mit Viererkette eine Chance. Bildet euch allerdings so gut, dass ihr sie Kette auch richtig spielen lasst und es wird sich lohnen.



    P.S.: Ich finde es sehr löblich, dass es hier Leute in diesem Thread gibt, die sich auch nicht zu schade sind (dumme) Fragen zu stellen. So lernt man dazu und bildet sich weiter.

    Irgendwo ist eine Grenze!


    Bei allem Respekt und bei allem Mitleid für das Kind, für mich wäre es ausgeschlossen, dass nach all diesen Vorfällen der Junge nochmal in eine von mir trainierte Mannschaft zurückkehrt. Irgendwo haben wir als Hobbytrainer auch die Grenze zu ziehen und müssen uns in unserer Freizeit nicht allem Übel aussetzten.
    Wenn jemand mit meiner Ausbildung, meinem Ungang mit den Kindern oder sonstirgendetwas große Probleme hat, dann kann er gehen. Es ist niemand gezwungen bei mir zu spielen.


    Außerdem will ich mich auf den Sport und die Ausbildung der Kinder konzentrieren können und nicht ständig Nebenkriegsplätze haben, die meine Arbeit beeinflussen, eventuell (extrem wahrscheinlich) andere Eltern in ähnliche, unbefriedigende Stimming versetzten (solche Eltern lösen schnell einen Flächenbrand aus, die schlechte Stimming auslöst) und schlußendlich leiden alle Kinder in der Mannschaft unter den Umständen.


    Abgesehen davon halte ich TRPietros Argumente auch für absolut richtig:
    Für den Trainer und den Jungen macht es keinen Sinn, in so einer belastenden Situation weiterzutrainieren. Der Junge kommt wahrscheinlich in die Zwickmühle zwischen Trainer (den er eventuell gut findet) und Vater (den er nicht enttäuschen will) und hängt dann zwischen den Stühlen.


    Ich habe ähnliche Konstellationen (nicht ganz so extrem sicherlich) schon häufig mitbekommen und auch schon selbst erlebt. Es läuft IMMER auf das gleiche hinaus nähmlich, dass am Ende eh einer gehen muss. (Bei allem Willen, den gerade relativ neue Trainer in solche eine Konstellation stecken. Habe viel erlebt, die glaubten diese Situation zu meistern, mich eingeschlossen. Es hat NIE funktioniert, bei zahlreichen verschiedenen Trainern. Aber das absurde ist, jeder glaubt: Ich bekomme es hin, ich bin anders als Trainer, ja auch ich dachte einmal so.)
    Solche Eltern ändern sich nicht. Sie zerstören auf Lange Sicht eine ganze Mannschaft, bestehend aus vielen Kindern.


    Deshalb kann es nur TRPietros Meinung für mich geben:
    Lieber ein Ende mit Schrecken, als Schrecken ohne Ende.



    P.S.: Einmal eine solche Entscheidung treffen, und man hat erstmal ein paar Jahre wesentlich enspannteres Arbeiten mit den Eltern. So etwas spricht sich rum, und die Eltern sehen, dass du klare Prinzipien hast und sie sich nicht alles herausnehmen können. So kann man all seine Konzentration auf die Ausbildung mit den Kindern lenken.

    Eine Sache, hier angesprochen wurde, muss ich aber doch noch kommentieren.


    Einleitend möchte ich sagen, dass ich absolut mit der Meinung konform gehen, dass man dem Ergebnis nicht alles, schon gar nicht die Ausbildung unterordnen sollte. Das betrifft im Jugendbereich nahezu alle Mannschaften, d.h. im Kleinfeldberich sowohl den Leistungs- als auch den Breitensport, ledeglich in A-, B- und eventuell C-Jugend des Leistungssports kann man da die Prioritäten zugunstes des Ergebnisse ein wenig verschieben, ohne das zu extrem zu machen.
    D.h. alle Kinder, die Einsatzbereitschaft mitbringen sollen lohnende Spielzeit erhalten, die Taktik sollte nicht dem Ergebnisdenken untergeordnet werden, etc.
    Das ist auch meine Meinung und das handhabe ich auch stets so, auch bei meiner sehr leistungsorientierten Gruppe.


    So nun zu den oft erwähnten Worten, die man immer wieder ließt:
    Spaß/Freude und Gewinnen wollen (oder leistungsorientierter Fussball) werden hier gerne als gegensätzlich beschrieben! Ich finde das Schwachsinn und frage mich warum soll sich das widersprechen.
    Sicherlich, und das ist auch für mich unstreitbar, kann man auch Freude/Spaß haben ohne permanenten Erfolg in Form von Ergebnissen zu haben.
    Aber es wird ja immer so getan, als ob Spieler, die sich dem Leistungssport hingeben, kein (oder weniger) Spaß haben.
    Ich kann euch sagen, dass ist totaler Quatsch.
    Auch oder gerade bei leistungsorientierten Kleinfeldmannschaften wird enorm viel gelacht etc. Hospitiert doch mal bei einem Bundesliganachwuchsteam, dann werdet ihr sehen, dass diese trotz des nicht zu leugnenden Leistungsgedanken, extrem viel Spaß bei ihrem Sport emfinden. (Sicherlich gibt es auch hier, wie überall fragwürdige Trainer, die diesen Effekt eindämmen)


    Oder glaubt ihr, um mal ein extremes Beispiel aus dem Sport zu bringen, ein Ironman-Thriatlon-Sportler empfindet keine Freude an seinem Sport. Dieser Sport ist sicherlich mit immensen Qualen etc. verbunden, aber solche Sportler empfinden Freude beim Sport, sonst würden sie ihn sicherlich nicht ausüben.