Beiträge von Follkao

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    Da ich jedes Jahr eine andere Mannschaft trainiere, kenne ich das Problem von beiden Seiten.

    Der wichtigste Punkt ist, aus den Köpfen zu bekommen, dass ein zweistelliges Ergebnis im Kleinfeldbereich ungewöhnlich hoch ist. Auf keinen Fall darf man das Ergebnis mit den "gewohnten" Ergebnissen aus dem 11er Fußball vergleichen. Eine deutlich überlegene Mannschaft gewinnt auf dem Großfeld vielleicht 3 oder 4 zu 0. Auf dem Kleinfeld dürfte eine vergleichbare Überlegenheit zu einem 10 bis 15 zu 0 führen. Der Faktor (von mir geschätzt, keine wissenschaftliche Analyse) mag irgendwo zwischen 3 und 5 liegen. Das muss man den Eltern erklären.

    Zu den schon genannten Maßnahmen: Manchmal laufen sie auch einfach ins Leere... Wir haben vor Jahren mal in einem solchen Fall vereinbart, dass der Gegner zwei mehr auf´s Feld stellt und wir unseren stärksten (und kleinsten) Feldspieler ins Tor stellen. Ziel war, dass die ein Tor schießen. Und dann fliegt dieser Zweg durch´s Tor, kratzt den Ball aus dem Winkel und grinst mich stolz an.

    Aber letztlich müssen wir auch ehrlich sein: bei den Kindern ist eigentlich auch ein 4:0 dich eher wie ein Unentschieden zu bewerten. Wenn ein Team in der G, F oder E stärker ist als der Gegner, dann fallen Tore einfach im 2-3 Min-Takt. Insofern ist für mich auch ein 5:0 nach 2*25 Min echt keine wirkliche Niederlage.

    Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Im Kleinfeldbereich sind 5 Tore nicht viel. Die Felder und Mannschaften sind so klein, WEIL viele Tore fallen sollen. Das ist so gewollt. Leider legen viele Trainer (und auch Eltern) im Kleinfeldbereich die gleichen Ergebnismaßstäbe wie im Großfeldbereich an. Das ist aber kompletter Blödsinn.
    Kürzlich musste ich Zeuge werden, wie ein Trainer seiner E-Jugend eine Standpauke wegen schon wieder (!) 5 Gegentoren gehalten hat.

    Nach 10 Jahren auf dem Kleinfeld kann ich mich an genau ein 0:0 erinnern. Und das stammt aus einer Zeit als wir mit der E noch 7+1 auf Halbfeld gespielt haben.

    Auf Kreis- und Bezirksebene können die für den Juniorinnenfußball zuständigen Ausschüsse beschließen,

    Und die können das sogar unterschiedlich beschließen.
    Bei uns war es bis vor Kurzem so, dass das auf Bezirksebene möglich war - auf Kreisebene aber nicht. C-Jugend-Bezirksliga war also möglich; D-Jugend-Kreisliga war nicht möglich.
    Das Thema ist bei den Kreisjugendausschüssen nicht unumstritten. Deshalb hat man da auch teils recht komplexe Kompromisse geschlossen.
    Also unbedingt sehr gewissenhaft prüfen (lassen).

    Wie melden sich die Kinder den bei dir ab?

    Persönlich (bei geplanten Dingen, z.B. Klassenfahrten), telefonisch und selten per WhatAapp.
    Natürlich klappt das nicht bei allen Eltern gleichgut. Hängt halt davon ab, was sie ihren Kindern zutrauen.
    Schön sind die Momente, wenn ein Elternteil das Kind in der WhatsAppgruppe der Etern für heute abmeldet und man antwortet "Alles klar - Dein Sohn hat sich schon vor zwei Wochen für heute abgemeldet." Da sieht man dann, dass das manch 10/11-Jähriger besser auf dem Schirm hat als die Eltern...

    Das in dem Moment, in der ich eine solche Strafe ausspreche, ich den Falschen bestrafe ist oder sollte jedem Trainer bewusst sein.

    ...und deswegen ist es sinnlos. F-Jugend-Kinder werden nicht selbst ihre Termine auf dem Schirm haben.
    Du bestrafst jemanden, der nicht gekommen ist damit, dass er jetzt (erstmal) nicht kommen darf. Manche Eltern sind dafür vielleicht sogar dankbar...

    Gib doch bitte, so einem verpeilten Trainer wie mir, einen anderen Lösungsvorschlag.

    Den obwohl ich in zwei vorangegangen Gesprächen mit Kind und Elternteil auf eine pünktliche Absage hingewiesen habe, wurde erneut kurz vorm Spiel abgesagt. Nicht krankheitsbedingt, sondern erneut wegen anderen terminlichen Verpflichtungen.

    Daher habe ich die Nichtberücksichtigung für kommende Spiele, die ich im zweiten Gespräch angedroht habe, letztlich auch durchgezogen.

    Wusste das Kind davon? Letzten Endes wissen wir alle, dass diese Kinder vermutlich nicht (mehr) lange Fußball spielen werden. Der Aufwand steigt - das Interesse der Eltern sinkt. Aber sanktionieren kannst Du das auf diese Art und Weise erst in einem Alter, in dem die Kinder dafür selbst verantwortlich sind. Anfangen, die Verantwortung nach und nach auf die Kinder zu übertragen, kann man in der E-Jugend.

    Soll ich ein viertes, fünftes, usw. Gespräch führen in der Hoffnung das sich was ändert?

    Das habe ich in der F-Jugend bereits erfolglos hinter mir.

    Das heißt, dass es sich bei Dir um eine E-Jugend handelt? In diesem Alter können sie sich selbst abmelden. Klappt bei mir seit Jahren. Das senkt die Abmeldequote ungemein.

    Ein Kind dafür zu bestrafen, dass seine Eltern ihren Terminkalender nicht auf dem Schirm haben, geht gar nicht.
    Das Kind kann absolut nichts dafür und muss die Suppe jetzt auslöffeln. Druck über das Kind auf die Eltern zu machen, zeigt eigentlich nur, wie verpeilt man eigentlich ist. Natürlich ist mir bewusst, dass das ein erfolgversprechender Weg ist - es ist aber schon sehr hilf- und ideenlos.
    Ein Gespräch über Zuverlässigkeit zu führen, mag o.k. sein. VOR Saisonbeginn den Eltern (z.B. bei einem Elternabend) zu erklären, was man von ihnen erwartet, ist ein Gebot der Höflichkeit.

    Gast22222 Eine Frage wäre noch wichtig: Bekommt der Trainer Euch regelmäßig zu sehen? Wenn das nicht der Fall wäre, wäre ein solcher letzter, hilfloser Versuch verständlich.

    Bei uns ist das andersherum. Die ersten 10min verschlafen wir und liegen fast immer zurück. Am Aufwärmenprogramm kann es nicht liegen, da machen wir nichts anderes.

    Dann änder doch mal was. Auch Routine kann dazu führen, nicht mehr auf Touren zu kommen.

    Da ich die Aufstellung des Gegner kenne, würde ich gern darauf reagieren. Nur leider bin ich so gar kein Taktikfuchs. Ich schwanke zwischen 2-3-1 und 3-2-1.

    Du brauchst auch kein Taktikfuchs zu sein. Die Grundformation wird im Kleinfeldfußball oft überbewertet - und mit Taktik hat sie ohnehin wenig zu tun.

    Wir spielen meist im 2-3-1, die Kinder auf wechselnden Positionen.

    Wenn die Kinder tatsächlich wechselnde Positionen spielen, kleben sie ohnehin nicht auf ihrer Position. D.h. Spieler Deiner MF-Reihe lassen sich bei Notwendigkeit ohnehin fallen. Und dann hast Du schon Dein 3-2-1...

    Der Gegner wird im 3-1-2 antreten. Hinten stehen drei dicke Kinder, welche aber recht seriös spielen. In der Mitte ein Spielmacher, guter Durchschnitt. Vorn zwei ganz starke Stürmer, eher klein, schnell und auch technisch stark.

    So eine Grundformation führt ja oft dazu, dass der zentrale Mittelfeldspieler zuguckt, wie die Bälle über seinem Kopf zu den Stürmern fliegen. Wer´s braucht...
    Frag doch mal Deine Spieler, wie man einer solchen Spielweise begegnen kann. Aus meiner Erfahrung kommen die Kinder durchaus von selbst auf die Idee, die langen Bälle verhindern zu wollen. Dafür musst Du Deine Grundformation nicht einmal verändern.

    Das finde ich sehr gut. Ich würde gar einen Schritt weiter gehen und die Unterweisung präventiv veranstalten, noch bevor die Saison beginnt und es zu ersten Problemen kommen kann. Verpflichtend für alle Trainer die in der Fair-Play-Liga aktiv sind.

    Und wer daran nicht teilnimmt, darf den ehrenamtlichen (!) Trainerjob dann nicht ausüben? So wünschenswert das auch wäre: Was man nicht wirkungsvoll sanktionieren kann, kann man auch nicht anordnen.

    genau so ist es. Wir spielen leider in einer zu starken Staffel. Wenn ich da meine schwachen einsetze verlieren wir jedes Spiel zweistellig...

    Dann sag den Eltern das doch auch so. Wenn Du sagst, es gibt nur Freundschaftsspiele, fühlen die sich verarscht. Denn da gibt es ja offensichtlich durchaus einen Unterschied.

    Als ich erklären wollte dass es nur Freundschaftsspiele gibt... völliges Unverständnis.

    Aber wenn es doch ohnehin nur Freundschaftsspiele gibt, macht das

    Bei mir ist es auch so, ich habe 15 Kinder, davon einige Neuzugänge die noch ganz am Anfang stehen. Die lasse ich gerne in einem Testspiel ran (zur Trainingszeit)...

    keinen Sinn. Dass die Eltern da eine Unterscheidung zwischen wichtig und unwichtig entdecken, ist nachvollziehbar.

    • 2:2 oder 3:3 auf Minitore. In jedes Minitor legst Du einen Ball. Verlässt der Ball das Feld, muss der Spieler, der ihn zuletzt berührt den Ball wiederholen. Währenddessen darf sich die Mannschaft, die jetzt Ballbesitz hat, den Ball aus ihrem Tor holen und in Überzahl weiterspielen. Der Spieler muss den Ball dann wieder in das Tor legen.
      Durch die unterschiedlichen Überzahlsituationen bekommst Du reichlich Tempo. Beim Ball wiederholen gibt man ordentlich Gas, weil die Mannschaft ja jetzt in Unterzahl ist.
    • 4:4 (max 5:5) + TW auf doppeltem 16er. Auf beiden Außenseiten und der Grundlinie steht ein Anspieler. Wird er angespielt, geht er auf´s Feld. Der Spieler, der ihn anspielte, nimmt die Position ein. Verschiedene Varianten möglich (Anspieler muss direkt spielen, darf dribbeln, Torabschluss nur nach Anspieler auf Grundlinie etc...). Probier die Varianten aus, dann siehst Du schnell, wie sich die Intensität verändert.

    Auch wenn wir Trainer nur einen "Bildungsauftrag" haben, so haben wir inzwischen auch ganz klar, einen Erziehungsauftrag.

    Den haben wir ganz bestimmt nicht. Ich stimme Dir zu, dass Eltern die Erziehungsaufgabe oft an Krippe, Kindergaren, Schule, Hort etc.abgeben. Da sind aber immerhin Profis am Werk.
    Wenn ich als Fußballtrainer an Grenzen stoße, muss ich im Extremfall irgendwann entscheiden, dass ein Kind vielleicht aktuell nicht für einen Mannschaftssport geeignet ist. Natürlich ist das das letzte Mittel - aber es muss eine mögliche Maßnahme sein.
    Dass Du, Christof1984 , als Erziehungsprofi auch als Fußballtrainer Dein professionelles Wissen anwendest, ist nachvollziehbar. Für alle anderen sollten aber etwas Empathie und gesunder Menschenverstand ausreichen, um mit den Kindern angemessen umzugehen.

    Wenn der Jugendleiter der Trainer unserer Mannschaft ist ?

    Dann ist er immer noch der Jugendleiter und hat´s letzten Endes zu entscheiden. Dass die Konstellation unglücklich ist, ist keine Frage - aber wenn die Entscheidungsbefugnisse in diesem Verein so sind, dann sind sie wohl so.
    Die Abläufe, die Du uns hier beschreibst, sagen übrigens viel über das Innenleben dieses Vereins aus...

    Btw: addi73 hat natürlich Recht. Wenn Du uns die Gesamtkonstellation sofort sagst, bekommst Du auch sofort eine Antwort, die zu Deiner Frage passt.

    1. Frage Ist das erlaubt ?

    Ja.

    2. Es wäre doch der jetzigen Mannschaft gegenüber total unfair jetzt zu gehen.


    Oder ist die Moral/ fairnees egal ?

    Korrektes Vorgehen wäre:
    E1-Trainer bespricht das Thema mit dem Jugendleiter; gemeinsam spricht man dann mit dem E2-Trainer. Wenn die drei sich auf einen gemeinsamen Weg verständigt haben, kann man Euch als Eltern ansprechen und dann das Kind fragen, ob es das auch so will.

    Seit 10 Jahren bin ich im Kleinfeldbereich unterwegs. In dieser Zeit habe ich es genau ein Mal erlebt, dass ein Trainer des Gegners ein Foulspiel gefordert hat. Er durfte sich dann von mir einen Spruch anhören. Dieser Trainer wurde kurze Zeit später aussortiert. Ja, solche Dinge kommen vor. Aber ist das wirkich so häufig...? Mag natürlich auch regionale Unterschiede geben...
    Wenn andererseits zu körperorientiertem Spiel aufgefordert wird, habe ich damit kein Problem. Das kommt einem meiner Schwerpunktthemen (offensives 1:1) sogar sehr entgegen.